Johannes (Heiler)
Johannes in Samaria war ein von Jesus geheilter Gichtbrüchiger, der im zweiten Lehrjahr des Herrn von den Apostel bedroht wurde, weil er ohne ein ausdrückliches Gebot von Jesus in Seinem Namen die Menschen heilte und böse Geister austrieb, siehe Mark 9.38-40[1]
Charakter
Johannes glaubte und bezeugte, dass Jesus jener war, der in Psalm 24. besungen wird, der König der Ehren, Zebaoth, der Herr stark und mächtig.[2]
Geschichte
Johannes lebte in einem kleinen Dorf nahe Sichar, als der Herr dort weilte. Er litt an Gicht und war derart gelähmt, dass er schon seit drei Jahren das Bett nicht mehr verlassen konnte. Die Dorfbewohner brachten ihn auf einer Matte zu Jesus, als dieser fragte, ob unter ihnen kein Kranker sei. Jesus fragte Johannes, ob er es glaube, dass Er ihn heilen könne. Darauf betrachtete Johannes den Herrn und bezeugte, dass Er wohl wie ein rechter Heiland aussehe und er es glaube. Jesus sagte: "Stehe auf und wandle! Dein Glaube kam dir zu Hilfe; aber von deinen gewissen Sünden hüte dich in der Folge, auf dass du nicht wieder in die Gicht verfällst, die ein zweites Mal ärger wäre denn nun!"[3]
Johannes erhob sich alsbald, nahm die Matte auf und fing zu gehen an. Als er dadurch erst bemerkte, vollkommen geheilt zu sein, fiel er vor dem Herrn nieder, dankte und sprach: "Herr, in Dir ist mehr denn Menschenkraft; gelobt sei die Kraft Gottes in Dir! O selig der Leib, der Dich getragen, und überselig die Brust, die Du gesogen!" Der Herr erwiderte: "Und selig alle, die Meine Worte hören, sie in ihrem Herzen behalten und darnach leben!" Darauf wollte der Geheilte wissen, wo man Ihn reden hörte, worauf ihn Jesus auf Jonael verwies, der Sein Wort hatte und von dem er es lernen sollte.[4]
Der Geheilte schloss sich der Gesellschaft an, sprang gleich einem David vor ihr voller Freude umher und machte einigen Lärm. Dadurch erfüllte sich "Und der Lahme wird springen wie ein Hirsch" (Jes 35.6). Dies missfiel römischen Söldlingen und ihrem Anführer. Der Anführer drohte dem Geheilten mit Strafe, sollte er nicht mit seinem Jubelgeschrei aufhören. Daraufhin traten zwei Engel in Gestalt von Jünglingen aus der Gesellschaft Jesu auf den Geheilten zu und wiesen ihn an, sich nicht in seiner Freude stören zu lassen. Als der Anführer die ihm schon bekannten Jünglinge ersah, da traten er und seine Legion eine Flucht an, wie man sie zuvor noch nie gesehen hatte, wobei ihnen Johannes nachrief: "Jurahel, Jurahel! Wenn die Menschen fröhlich sind, ist das Vieh traurig!"[5]
Die vom Herrn ausgesandten zwölf Apostel beschwerten sich bei ihrer Rückkehr bei Ihm über Johannes in Samaria, der aus freiem Antrieb den Namen des Herrn und Seine in Samaria vernommene Lehre predigte und in Seinem Namen auch Wunder wirkte. Als der Herr sie fragte, ob er für Ihn oder wider Ihn sei, da sagten sie: Für Dich! – und Er sagte dann: Da lassen wir ihn ungestört wirken.[6]
Johannes predigte später in Damaskus derart wirkungsreich Wort und Namen des Herrn, dass er in dieser großen Weltstadt viele Tausende zu Ihm bekehrte und Paulus – vormals Saulus – noch im Dienste der Pharisäer stehend, es für nötig fand, sich mit einer Rotte nach Damaskus zu begeben, um auch dort die Christen auf die grausamste Art zu verfolgen.[7]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.73.1-2; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.73.5-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.66.1-4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.66.5-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.66.10-16
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.13