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Eisenbahn

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Bahn)

Die Eisenbahn ist ein Industriezweig des 19. Jahrhunderts, bei dem die Armen und Bedürftigen nichts gewannen, auch nicht der besser gesinnte Bürger des Landes, sondern einzig nur der eigenliebige, wollüstige, prachtsüchtige Prasser im Festverband mit dem gewinnsüchtigen Wucherer. Der Staat verschuldete sich beim Wucherer, was dann zu Hungersnöten usw. führte, und letztlich ging die Bahn doch in den Besitz des Wucherers über, weswegen sie von Gott nicht gesegnet wurde. Zwar konnten viele in kürzerer Zeit weite Reisen machen und in anderen Städten Theater, Bälle und dergleichen besuchen, was zu einem wahren Zentralkonflikt der Unterhaltungen und Belustigungen aller Art führte, aber die Folgen waren Luxus aller Art, neue Weltbedürfnisse, Stolz, Hoffart, Pracht, böse fremde Sitten, Unzucht, Hurerei, Gottesvergessenheit, Eigenliebe, Gewinnsucht, Völlerei bei den Prassern, Vaterlandsgeringachtung, Geringschätzung alles dessen, was Gott betrifft, Kaltsinn gegen der Brüder Armut, Geringachtung sogar aller Staatsgesetze, wenn diesen den Gewinn beschränkten, daraus Unzufriedenheit im Allgemeinen. Die Bahn wurde mit dem Blut zahlloser Armer bezahlt.[1]

Gott wollte zwar, dass die Eisenbahnen nicht wären; aber die Menschen wollten diese Zuchtrute, und so wollte Er es auch. Grund dafür waren die Großen und Reichen, die Equipagen hielten. Wenn sie ein Armer anflehte, ihn ein wenig aufsitzen zu lassen, wurde er mit der Peitsche zurechtgewiesen; selbst für Geld wurde er nicht mitgenommen. Im Wagen der Eisenbahn mussten nun alle zum selben Preis im selben Wagen sitzen und hatten dieselben Rechte. Mit der Eisenbahn hörten auch die rücksichtslosen Rasereien der Kavaliere und großbrügerlichen Gecken auf, da die Eisenbahn schneller fuhr als ihre Kutschen. Die räuberischen Wirte, Schmiede, Wagner, Sattler, Riemer, Haferverkäufer und Fuhrleute konnten keine Wucherpreise mehr verlangen und wurden so gebessert; deren Aktionäre verloren ihr Geld. Obwohl die Eisenbahn streng genommen nicht in der Ordnung Gottes ist, gewann am Ende jeder. Der Hauptaktionär gewann materiell, indem er die bisherigen Reichen zu Bettlern machte, worauf sie dann recht sanfte und demütige Menschen wurden. Die unduldsamen Landbesitzer, die früher keinen Menschen auf ihren Wiesen duldeten, gewannen Geduld und Menschlichkeit aufgrund der Eisenbahntrassen, die nicht selten über ihre besten Gründe geführt wurden. Die Reisenden kamen bedeutend billiger an den Ort, wohin sie wollten, und lernten in den Wagen, dass sie nicht mehr wert sind als andere.[2]

Siehe auch

Quellenverweise