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Wucherer

Aus Prophetia
"Der Geizhals", Maria Feodorovna

Ein Geizhals oder Wucherer sucht nur alles an sich zu ziehen auf Kosten aller Menschen. Ihn rührt kein Elend, keine Not und keine Träne. Vor dem kalten Angesicht eines Wucherers können Tausende mit dem Hungertod ringen, so wird er dennoch niemandem ein Stück Brot reichen.[1]

Wesen

Ein geiziger und selbstsüchtiger Mensch ist ein in sich durch sich selbst verdorbener Mensch und kann keine Früchte des Lebens bringen, weil er in sich selbst alles Leben verzehrt.[2]

Ein Wucherer ist eine wahre Höllenmaschine, zum Verderben aller Menschen errichtet, und wird als solche auch für ewig ein vollstes Eigentum der Hölle verbleiben. Macht man einen Wucherer zum König, dann hat man einen Satan zum tyrannischsten Regenten über die armen Menschen gesetzt, der den letzten Blutstropfen seiner Untertanen nicht schonen wird. Er wird jeden eher erwürgen lassen, als bis er ihm einen Stater nachsehen und erlassen wird.[3]

Bekämpfung

Einen Geizhals soll man mit einem gewissen Ernst betrachten, damit er sich besinnt und von seinem geizigen Vorhaben ablässt. Wenn man ihn belächelt, dann ist das zwar nicht gerade eine Sünde, aber dann wird er erboste und bemüht sich erst recht, sein Vorhaben doppelt geizig auszuführen. Eine vollständige Besserung ist bei einem Geiz nicht leicht zu erhoffen.[4]

Wenn es die Wucherer, wie einst in Irland, durch ihre unersättliche Gewinnsucht so weit bringen, dass die Bevölkerung eines Landes verhungern muss, dann ist es vom Herrn aus erlaubt und sogar befohlen, sie gleich Mördern zum Tod zu verurteilen.[5]

Jenseits

Dereinst werden Hurer, Ehebrecher, Diebe und reuige Raubmörder ins Reich Gottes eingehen, aber die Seele eines Geizhalses und Wucherers nimmer; denn diese ist unverbesserlich und wird darum zum Material, aus welchem die Teufel eine unterste Hölle erbauen werden.[6] Jeder andere Sünder geht leichter und eher in das Reich Gottes ein als ein Geizhals.[7]

Die von schmutzigem Geiz Besessenen wohnen jenseits in Kellern und lieben den Schmutz der Schweine, ebenso den üblen Geruch, wie er aus unverdautem Mageninhalt aufsteigt. Dies ist die geistige Entsprechung ihrer Liebe.[8]

Ein Beispiel für einen Geizhals im Jenseits findet sich bei Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.440330

Siehe auch

Quellenverweise