Falsche Priester

Die unwürdigen oder falschen Priester sind jene, denen eine vermeintliche Verkümmerung ihrer geistlichen Autorität viel mehr am Herzen liegt, als das wahre Seelenheil ihrer sogenannten "Beichtkinder". Sie wehren die Wölfe von den Schafen nur der Wolle, aber nicht des geistigen Lebens der Schafe selbst wegen ab.[1] Der Priester, der ein Vorbild aller Demut sein sollte, bildet sich zufolge des Hochmuts Himmel und Erde ein, hascht nach Gold und Silber, um sein vermeintes himmlisches Ansehen auf einen Glanz zu stellen, vor dem sich sogar die Sonne schämen solle.[2]
Wesen
Das (verdorbene) Priestertum tyrannisiert vampirartig über Jahrhunderte das Volk, besteuert es oft auf eine unerhört schmähliche Weise und gibt ihm dafür nichts als den größten Betrug, und das womöglich nach allen nur erdenklichen Richtungen hin. Selbst ein Ehrenmensch muss Gott den Herrn loben und preisen, wenn Er einmal über diesen siebenfachen Menschenhassern und Menschenbetrügern ein Gericht ergehen lässt. (nach Markus)[3]
Die argen und herrschsüchtigen (heidnischen) Priester und Könige haben die Lippengebete und Opfer aller Art erfunden. Sie lassen sich überhoch ehren und verlangen übergroße Opfer von den Menschen, denen sie stets weismachen, große Sünder zu sein, und darum den Göttern große Opfer bringen sollen, ansonsten diese sie mit schweren Plagen heimsuchen würden. Dies tun die argen Priester nicht der Götter wegen, sondern nur um ihrer selbst willen, damit sie reich und mächtig werden, um die armen, blinden Menschen desto mehr knechten zu können.[4]
Hochmütige, herrsch- und genusssüchtige hohe Priester stellen Anspruch auf Achtung und Ehrung nicht nur solange sie in Amt und Würde stehen, sondern behalten ihren Nimbus bis zum Grab. Nach dem Tod eines hohen Priesters lassen ihm die lebenden Priester ihrer eigenen Ehre und Erhöhung wegen ein tempelartiges Grabmal setzen und erweisen ihm eine göttliche Verehrung. Das Priestertum weiß sich die Würde für lange Zeit in allen denkbaren Lebensstellungen als unantastbar zu erhalten. Solch ein eingefleischter Priester ist praktisch unrettbar und unbelehrbar, wie sehr er auch im Falschen und Lügenhaften steckt. Er hält seine Würde weit über die eines Kaisers, weil er sich als ein Stellvertreter Gottes auf Erden vorkommt. (nach Raphael)[5]
Auf dem Acker der falschen Priester und falschen Propheten wachsen für den großen Acker der Laienmenschheit am Ende nichts als böses Unkraut, Dornen und Disteln. Solchen Ausspendern des Wort Gottes ist einerlei, ob sie ihre ihnen anvertrauten Gemeinden mit Brot aus den Himmeln oder mit Unflat sättigen, wenn sie dafür nur ganz majestätisch bezahlt werden. (nach Jarah)[6]
Siehe auch Pharisäertum heute und Falsche Apostel
Ursachen
Falsche Propheten und falsche Priester entstehen aus jenen Menschen, welche das Wort Gottes aufnehmen, um sich selbst daran zu mästen, anstatt es in seiner Echtheit weiter auszusähen. (nach Jarah)[7]
Ein Mensch, bei dem der Leib die Seele aufgezehrt hat, ist geistig so gut wie tot. Er weiß nichts mehr von dem, was irgend des Geistes ist. Er leugnet alles Geistige und vermaterialisiert alles. Außer der groben Materie gibt es für ihn nicht mehr. Sein Bauch und seine sinnliche Haut sind seine zwei alleinigen Gottheiten, denen er jedes Opfer bringt. Für ihn gibt es keinen Gott mehr. Seele, Geist, Gott und Himmel sind ihm nichts als veraltete, poetisch phantastische Redebilder. Wird dieser pure Knecht des Fleisches (offizieller) Priester und Gottesdiener, was leider oft geschieht, dann sieht man ihm schon an seinem überdicken Bauch an, weswegen er dies geworden ist. (nach Jarah)[8]
Verhalten
Schimpfen und Klagen über das Pfaffentum dringen nicht an das Ohr Gottes. Er hat es soweit eingeleitet, dass jedermann Sein Wort haben kann, wenn er es nur will. Wer am Weg eine Natter lauern sieht, der weiche ihr aus; denn der ganze Erdboden ist noch lange nicht mit lauter Nattern bedeckt. Der Herr ist mit jedem, der Ihn wahrhaft sucht, und verlässt den nimmer, der sich in seinem Elend an Ihn wendet. Bei Gott gilt nichts als ein reines, liebevolles Herz und ein rechter Glaube an Ihn. Wem das nicht genügt und das Wort eines geldsüchtigen Kanzelredners heiliger ist als das, was der Herr Selbst gesprochen hat, der bleibe bei seiner Dummheit. Wem die Geisel lieber ist als die Gnade Gottes, der lasse sich geißeln. Wem ein prachtvoll erbautes Bethaus heiliger und erhabener ist als ein reines Herz, das ein Tempel des heiligen Geistes ist, der gehe in sein Bethaus und lasse sich dort mit der Monstranz segnen und zur Hölle verfluchen.[9]
Gott und die falschen Priester
Dass auf dem Acker der falschen Priester und falschen Propheten für den großen Acker der Laienmenschheit am Ende nichts als böses Unkraut, Dornen und Disteln wachsen, geschieht im Allgemeinen wie im Sonderheitlichen dennoch nicht wider die göttliche Ordnung. Die reife, edle Frucht wird geerntet, das Unkraut aber bleibt auf dem Feld und düngt unwillkürlich das Erdreich, das dadurch für die nächste Aussaat kräftig wird. Indem die stumpf gewordene Menschheit eine Zeitlang mit Schweinefutter bedient wird, fängt sie an, sich nach der reinen und edlen Frucht des reinen Wort Gottes zu sehnen. Die geistig müßigen oder gar toten Menschen fangen angesichts unerhörter Gräuel von sogenannten Dienern Gottes an, nach dem Willen und Wort Gottes zu fragen. So gelangen sie zur Selbsttätigkeit, ohne die sie weder aus einer guten und noch weniger einer aus einer höllischen Nötigung in die wahre geistige Freiheit übergehen können, ohne die es für eine Seele und ihren Geist kein ewiges Leben gibt. Es muss auch die Nacht sein, so gut wie der Tag, damit der Mensch den Wert des Lichtes erkenne. (nach Jarah)[10]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410125.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.490406.49
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.116.13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 7.59.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.132.5-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.202.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.202.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 65.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.202.5-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.1-8