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Prunk

Aus Prophetia
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Barockbauten sind Inbegriff von Prunk; hier das Schloss Schönbrunn in Wien.

Wesen

Die Pracht hat einen großen Magen, der nicht zu sättigen ist.[1]

Gerechte Pracht

Die gerechte Pracht und Herrlichkeit stammt wie alles andere aus der Ordnung des Herrn. Niemand ist demütiger als der Herr Selbst, dennoch gibt es keine Pracht, die nicht von Ihm herrührte. Daher sind z.B. die Engel unbeschreiblich herrlich anzusehen. (nach Borem)[2]

Gott und die Pracht

Gott versteht Sich auf Zierde und feinen Geschmack. In Seinem Haus gibt es endlos viele Wohnungen voll des höchstbesten Geschmacks und der höchsten Zierde. Man kann dies auch an den Blumen der Felder erkennen, die herrlicher geschmückt sind als Salomon in seiner Königspracht.[3] Gott der Herr, der gute Vater aller Seiner Kinder, hat aber keine Freude an der Pracht und dem Glanz. Darum sind auch Seine Kinder ganz einfach und schlicht; und Er Selbst als Vater ist der Einfachste und Schlichteste unter Seinen Kindern.[4] Gott braucht nicht wie die Fürsten der Erde nach außen zu glänzen, sondern allein durch Seine Vaterliebe, Weisheit und Macht in den Herzen Seiner Kinder.[5]

Was die Welt tut im Glanz, da ist beim Herrn tiefste Nacht und er mag sich nicht einmal ansehen was da ist und geschieht.[6]

Mensch und Pracht

Solange ein Mensch die Pracht und den Luxus der Welt nicht liebt im Herzen, können sie ihm nicht zu einem Nachteil für Seele und Geist werden. Es kommt alles auf die Verfassung des Herzens an, andernfalls müssten auch Sonne, Mond und Sterne den Menschen dieser Erde als Sünden angerechnet sein, weil sie sehr prachtvoll leuchten, und weil der Mensch sicher eine rechte Freude daran hat. Daher war dem Salomo gestattet und sogar befohlen, sich mit einer solchen Pracht zu umkleiden, wie sie vor ihm kein König getragen hatte und nach ihm auch kein König je mehr tragen wird. Dem Menschen ist es sogar gut und nützlich, wenn er als ein an Seele und Geist vollreif gewordener schon auf dieser Erde die Pracht der Himmel nachahmt und sein Gemüt daran auf eine gerechte und nicht dumme und eitle Art erheitert. Es ist besser, zu bauen, als zu zerstören. Aber nur vollreife Menschen an Seele und Geist sollten so etwas tun, damit die Unreifen sehen können, was alles ein Reifer zu schaffen vermag. Wer sich hingegen einen Palast erbaut seiner Ehre und seines Ruhmes wegen und liebt sich am Ende selbst in seiner Pracht, der begeht eine mächtige Sünde gegen seine eigene Seele und gegen den göttlichen Geist in ihm und verdirbt sich und alle seine Nachkommen, die dich dann schon von Geburt an für viel besser halten als die anderen Menschen. In dem Fall ist es wieder besser, die Paläste sogleich abzureißen. Man mag alles haben, was die Erde Köstliches und wundersam Schönes auf ihrem weiten Boden trägt, und kann sich daran, Gott lobende und preisend, ergötzen. Aber man darf nicht sein Herz daran hängen, denn alle Erdenpracht muss dereinst vergehen. Wenn das Herz an etwas Materiellem hängt und wäre es noch so nichtig, so kann es der Seele und dem Geiste ebenso schädlich sein wie eine prächtigste Krone.[7]

Falsche Vorstellungen

Pracht sei notwendig, um das einfache Volk zum blinden Gehorsam zu nötigen

Es gibt auf der ganzen Welt nicht Falscheres und Irrigeres als die Annahme, dass alles Hohle nur durch einen möglichst erhöhten Glanz, der im Gold und allerlei eitlen Zeremonien besteht, aller Welt imponieren kann, um das gemeine Gesindel zum blinden Gehorsam zu nötigen. Die Sache verhält sich wie mit einem Taschenspieler, der sich als echter Zauberer ausgibt: Er unterhält seine geblendeten Zuseher nur so lange, als diese nicht hinter das Nichtige seiner Kunst gelangen. Werden sie aber von einem Sachkundigen aufgeklärt, dann kann der falsche Zauberer schauen, wie er entkommt, ansonsten ihm die Zuschauer etwas erzählen und sich sicher auf energische Weise bedanken werden. Kündigt sich der Falschmagier hingegen als solcher an, dann ist es etwas ganz anderes, er wird dann sogar gelobt für seine Zauberkunststücke. Wehe einem Regenten, der seine Untertanen durch einen falschen Hofglanz täuschen will. Sowie diese dahinter kommen, wird es ihm übel ergehen. Der wahre Hofglanz besteht vor allem in der Weisheit und Herzensgüte des Regenten, in einem gut verteilten und zweckmäßigen Wohlstand der Untertanen, in einer festen und guten Disziplin des Wehrstandes und allerlei weisen Staatseinrichtungen. Ein Regent, der in goldenen Staatswagen umherfährt, während sein Volk verzweifelt und verschmachtet, an dem wird sich die Armut in ihrem Todeskampf entsetzlich rächen. Solche Pracht hat weder vor den Menschen, noch vor Gott einen Wert. (nach Paulus)[8]

Siehe auch

Quellenverweise