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Weizen

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Korn)

Der Weizen bedeutet in der Bibel das Gute der Kirche.[1]

Entwicklung

Wird ein Weizenkorn in das Erdreich gelegt, dann muss es verfaulen, und aus der Verwesung erst erhebt sich der zarte Keim. Die Wurzeln der Pflanze bleiben in der Erde und saugen von da die materielle Kost. Diese Kost würde der Pflanze aber bald den Tod geben, wenn sie nicht durch den Einfluss des Sonnenlichtes geläutert würde. Der erste Ansatz des Halmes hat noch sehr materielle Säfte. Ist dieser als Grund ausgebildet, wird der Halm durch einen Ring sozusagen abgebunden. Durch diesen Ring gehen schon viel feinere Röhrchen, durch die nur ganz dünne und feine Säfte gehen können. So werden weitere Ringe gesetzt, durch welche immer feinere Säfte zur Ernährung des über ihnen schwebenden Lebensgeistes dringen können. Sind die Säfte so ätherisch rein, dass in ihnen vorderhand keine Spur des Todes mehr zu entdecken ist, dann wird der Saft zur Knospe und Blüte geformt, die mit Organen versehen werden, die alle Fähigkeit besitzen, sich das höhere Leben aus den Himmeln einzeugen zu lassen. Hat die Blüte ihren Dienst geleistet, dann wird sie abgeschieden als ein eitler Weisheitsprunk, durch dessen Schönheit und Reiz eigentlich der Liebelebensäther angezogen wird, der aber selbst in sich alles ist und keines weiteren Außenprunkes bedarf. Nun beginnt sich erst die wahre Lebensfrucht zu ergreifen und zu formen. Ist alle Tätigkeit auf die Vollreife der Frucht verwendet, so verwahrt sich das in der Frucht allen früheren Gefahren entronnene Leben wie durch feste Burgen vor äußeren Feinden.[2]

Wenn die Frucht beinahe reif ist, werden in die in ihr ruhenden Körner Lebenskeimfünklein in zarte, schon vorbereitete Hülschen gelegt; darauf sperrt sich der Kern von der andern Frucht eine Zeitlang ganz ab und konsolidiert sich wie für sich, aber dennoch immer zur Hälfte aus dem Lebensäther der ihn umgebenden Frucht. Mit der Zeit schrumpft und vertrocknet die äußere Frucht, weil ihre Seele ganz übergeht in das Leben des Keimgeistes im Kern. Ist die Lebenskraft der Frucht endlich ganz in den Lebenskeimgeist übergegangen, dann wird der früher durchgängig lebendige Halm in allen seinen Stadien trocken und tot. Dafür aber hat sich dann alles Leben der Pflanze mit dem Keimleben zu einem gleichen Leben vereinigt und kann als solches nicht mehr vernichtet werden, ob es an die Materie des Kernes gebunden ist oder nicht. Es geschieht demnach eine Scheidung des unverwüstbaren Lebens von dem zerstörbaren Gerichtsleben.[3]

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Anmerkung: Das Keimleben ist als geistiges Leben nicht zerstörbar. Wird seine umhüllende Materie zerstört, etwa durch die Verdauung eines Lebewesens, dann vereint sich das Keimleben mit dessen Seele.


Quellenverweise