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Kreuz

Aus Prophetia
Kreuz an der Ostsee (1815) v. Capar David Friedrich

Das Kreuz ist eine wahre Not (oder Notwendigkeit) des Lebens. Wenn das Leben keine Not hat, dann zerstreut es sich und löst sich auf. Die kein Kreuz tragende Seele ermattet und stirbt und verliert sich in die Nacht des Todes. Die Not des Lebens ist ein Gefäß des Lebens, in dem dieses gefestet wird gleich einem Diamanten. Daher soll jeder das Kreuz auf seine Schultern nehmen und Jesus in aller Liebe nachfolgen, um so das ewige Leben zu erhalten. Wer mit seinem Leben zärtelt, der wird es verlieren, wer es aber kreuzigt und von dem Herrn kreuzigen lässt, der wird es für alle Ewigkeit erhalten. (siehe Joh 12.25, Mt 16.25, Mark 8.35, Luk 9.24, Luk 17.33) Alles ist gut, was Gott gibt; aber das Beste unter allen Seinen Gaben ist das Kreuz, denn in diesem keimt das wahre ewige Leben für Seele und Geist.[1]

Kein anderer Weg als nur allein der Weg des Kreuzes führt zum (ewigen) Leben. Wer es nicht annimmt, der kommt nicht in das Reich Gottes. Wer seine Last, auch wenn sie ihn drückt als wie das römische Todeskreuz, nicht willig auf seine Schultern nimmt und Jesus nachfolgt, der ist Seiner nicht wert und soll keinen Teil am Reich Gottes haben. Mt 10.38 [2]

Wesen

Wenn Reisende einkehren, dann bringen sie auch verschiedenes Gepäck mit und geben es dem Hauswirt zur Verwahrung. Auch der Herr ist ein Reisender und Sein ganzes Gepäck besteht in einem Kreuz. Wo Er nicht mit Seinem Kreuz kommt, da will Er nicht bleiben. Kommt Er aber mit Seinem heiligen Gepäck, dann ist Er nicht so leicht wieder hinauszubringen.[3] Die Freunde des Herrn müssen sich zwar immer gefallen lassen, ein Stückchen Seines Kreuzes wenigstens eine kurze Zeit hindurch auf ihre Schultern zu nehmen, damit sie leichter und eher stark werden in Seinem Namen. Zur rechten Zeit nimmt Er ihnen dann die kleine Last wieder ab, und sie können dann aus voller Brust frohlocken in Seinem Geiste.[4]

Die der Herr lieb hat, denen schickt Er so manche kreuzigende Not und oft ein außerordentlich groß scheinendes Kreuz; derart, dass der es ansieht, gewaltig davor erschrickt. Aber das Kreuz sieht nur so groß aus; es ist gar nicht so schwer. Es ist sozusagen nur aus Papier und von innen ganz hohl. Daher ist es auch leicht und nur ein "sanftes Joch" und eine "leichte Bürde". Mt 11.30 [5] Im Kreuz wird einem die Bürde des Herrn gewahr. Durch seinen kleinen Druck sagt es einem, was einem der Herr auf der Welt ist.[6]

Das Kreuz oder der Galgen ist ein Zeichen der größten Schmach und wird zum Zeichen der höchsten Ehre.[7]

Wer ein freies Herz hat, der soll auch das freie Kreuz überkommen.[8]

Wirkung

Wer Gott auch am Kreuz irdischer Leiden liebt, der stirbt schon, so er leidet, und wenn er dann eigentlich sterben soll, dann wird er von Gott sogleich erweckt zum ewigen vollkommensten Leben.[9] Wenn man die Welt einst in den Armen des Herrn verlassen wird, dann wird einem das Kreuz zu einem feurigen Eliaswagen, in dem man seligst vor dem Herrn aufwärts fahren wird.[10]

Nichts stärkt den Glauben mehr als das Kreuz; denn nur durch Kreuz und Leiden dieser Welt wird der Glaube genährt und gestärkt.[11]

Kreuztragen

Mit Freude und nicht klagend und herumjammernd

Solange jemand das Kreuz nicht mit großer Freude aufnimmt, ist auch von einer völligen Wiedergeburt des Geistes weder hier noch jenseits eine Rede. Jeder findet in seiner Schwachheit und weltlichen Gewohnheit sein sicheres Kreuz, das ihm in der geistigen Welt viel zu schaffen machen wird, wenn er es nicht auf dieser Welt mit viel leichterer Mühe völlig oder wenigstens zum größten Teil siegreich über sich gebracht hat. Wenn man das Kreuz willig annimmt, es also gewisserart küsst, dann kommt es einem auch nicht mehr so schwer vor.[12]

Ohne Rast

Da der Mensch auf der Welt weit schwerere Lasten ohne Rast trägt, ohne dass diese ihm vom Herrn auferlegt worden wären, soll man auch die leichte Last des Herrn ohne Rast tragen, um dann dereinst im Reich Gottes den rechten Lohn zu finden.[13]

Kreuzesliebe

Kreuz und Nägel sollen nicht mehr geliebt werden als der Herr, denn die so tun, leiden viel aus dieser verkehrten Liebe, denn Jesus gibt gerne Kreuz und Nägel denen die sie lieben. Wer aus Liebe zu Jesus das Kreuz, die Nägel und die (Dornen)Krone liebt, der wird gleich Ihm gekreuzigt. Wer den Herrn des Kreuzes, der Nägel und der Krone wegen liebt, der liebt Seine gemarterte "Haut", und gleicht dadurch jenen Kindern, die ihre Eltern erst dann zu lieben anfangen, wenn diese, von vielen Leiden gedrückt, vor der Tür ihrer Kinder weinen.[14]

Um den Herrn recht zu lieben, soll man Seine Gebote halten und Ihn lieben aus Seiner Liebe, die Er jedem, ohne Kreuz, Nägel und (Dornen)Krone, ganz rein, wie Er es ist, gegeben hat. Wer den Herrn wahrhaft liebt, der liebt Ihn auch ohne Kreuz, Nägel und Krone. Wessen Liebe aber zweifelhaft ist, dem wird der Herr das Kreuz, die Nägel oder die Krone zukommen lassen - damit seine Liebe befestigt wird, indem er sehen wird, dass leiden schwerer ist als lieben und dass der Herr keine Freude an den Leiden Seiner Kinder hat.[15]

Siehe auch

Quellenverweise