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Milz

Aus Prophetia

Die Milz ist der eigentliche Feuerherd in jedem tierischen Körper. Sie ist zur Erhaltung des tierischen Lebens ebenso notwendig wie Herz, Magen und Lunge; ohne die Milz würden diese in jedem tierischen Körper tot sein.[1] Sie ist eines der notwendigsten Eingeweide im tierischen Körper, weil sie gleichsam die eigentliche Triebkraft für den ganzen tierischen Mechanismus in sich erzeugt, trägt und an die anderen Teile abgibt.[2]

Wesen

Anatomie

Die Milz besteht aus einer Menge kleiner Kämmerchen, zumeist viereckig oder kubisch, manchmal auch dreieckig, selten eiförmig rund. Diese Kämmerchen sind an den Ecken durch kleine Zylinder organisch verbunden; die Wände dieser Kämmerchen aber sind frei, daher auch eine Milz sehr weich und locker anzufühlen ist. Zwischen den Reihen der aneinandergebundenen Kämmerchen ziehen sich eine große Menge Blutgefäße die ganze Länge der Milz hindurch. Diese sind nicht gleichförmige Röhren, sondern bald eng, bald weit, vergleichbar einer feinen Schnur kleinster Zahlperlchen. Diese Blutgefäße beginnen in einem einzigen Gefäß, das mit dem Magen in Verbindung steht, und enden wieder mit einem Hauptgefäß, das mit dem Herzen in der rechten Verbindung steht. Zugleich ist dieses ganze Milzgewebe von einer zarten Haut umfasst, durch welche die Milzkämmerchen und perlschnurartigen Blutgefäße wie dunkelrote Wärzchen hervorblicken. Da die Milz bei den Tieren ein äußerst zartes Gewebe ist, so ist sie noch extra mit einem Fettnetz umgeben, damit sie erstens gesicherter ist und fürs zweite ihrer steten sich reibenden Tätigkeit wegen auch einen guten Fettstoff um sich hat, damit sie sich solcher Tätigkeit zufolge nicht irgend verletze. Im toten Zustand nimmt die Milz eine sehr veränderte Form an.[3]

Funktion

Der ganze Mechanismus der tierischen Körper, der aus zahllosen Teilen und Organen besteht, wäre umsonst, wenn in ihm der Feuerherd, die Milz, mangeln würde. Erst dieser zersetzt alle die zu sich genommenen Nahrungsteile und treibt sie durch seine eigene Kraft in die Gefäße weiter, wo sie ins Blut übergehen, als solches dann erst zum Herzen und von diesem hinaus zu ihrer eigentlichen Bestimmung gelangen.[4]

Die Milz nimmt die vom Magen ins Blut übergehenden Säfte in sich auf, verwandelt sie so ganz eigentlich ins Blut und liefert sie als solches an das Herz.[5] Wenn der wie Eiweiß aussehende Saft aus dem Magen in die Milz übergeht, verbleibt er in deren perlschnurartigen Blutadern gewisse Perioden hindurch und rückt nur mit jedem Pulsschlag um eine Perle weiter. Zugleich findet mit jedem Pulsschlag eine Reibung der Milzkammern statt. Durch diese Reibung füllen sich diese Kämmerchen mit elektrischem Feuer, welches sich gegen die Magengegend hin als positiv und gegen die Herzgegend hin als negativ darstellt (Anm.: nach Jakob Lorber, Die Erde 9.6 wird der negative Teil dem Magen, der positive dem Herzen zugeführt, evtl. eine Wortumkehr); daher sind auch die Kämmerchen gegen die Magengegend viel scharfkantiger, während sie sich in der Gegend gegen das Herz hin mehr ins Eiförmige verlieren. Durch dieses elektrische Feuer werden die Kämmerchen natürlicherweise bald sehr ausgedehnt, bald wieder sehr zusammengedrückt. Dadurch wird bewirkt, dass die Säfte in den Blutgefäßen zunehmend in eine kleine Gärung geraten. Durch diese Gärung scheidet sich der in ihnen noch etwas zu häufig vorhandene Kohlenstoff aus und wird dann durch die Kämmerchen teils an die Galle, teils an das Fett abgeliefert. Zugleich entstehen durch diese Gärung kleine Bläschen, welche mehr zusammenschrumpfen und eine linsenartige Gestalt annehmen, wenn sie unter die Herrschaft der negativen Elektrizität gelangen. Als solche werden sie dann mit eben dieser negativen Elektrizität zur Hälfte angefüllt, bekommen dadurch eine safranartig gelbliche Farbe und treten als Blut in die Herzkammer.[6]

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Anmerkung: Gegenwärtig ist der Naturwissenschaft von den oben beschriebenen feinstofflichen Funktionen der Milz offenbar nichts bekannt, was auch daran liegen dürfte, dass sie im abgestorbenen Zustand nichts davon erkennen lässt. Ihrer bisher bekannten natürlichen Funktion nach dient die Milz der Vermehrung der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden Lymphozyten, ist ein Speicherort für die ebenfalls zu den weißen Blutkörperchen zählenden Monozyten und dient der Aussonderung überalterter roter Blutkörperchen, ist also hauptsächlich ein Blutfilter. Ihrer natürlichen Funktion nach ist sie kein lebenswichtiges Organ; ihre Entfernung kann allerdings gewichtige Langzeitfolgen bewirken.


Quellenverweise