Russen
Geschichte
19. Jahrhundert
Russland wurde von einem Alleinherrscher regiert. Besonders in den nördlichen Teilen des Landes sah es friedlich aus, tatsächlich aber gab es so manche Stürme in den Gemütern der Nordbewohner. Sie waren weniger gebildet als die Völker Europas und standen noch in so manchen anderen Verhältnissen dem besseren Teil Europas nach, weil vonseiten der Regierung viel zu wenig getan worden war, um das christliche Licht, das dem Reich im Allgemeinen eigen war, zu intensivieren. Der Unfriede war also vielmehr ein moralischer als ein politischer, denn es kann für den Menschen in geistiger Hinsicht keinen beunruhigenderen Zustand geben, als wenn mit einigen Funken Christentum ein ganzer Feuerstrom des schmutzigsten Aberglaubens verbunden wird. Die Verfassung des Reiches war eine solche, dahin die Wahrheit noch, unter gewissen Bedingungen, ungehindert Zutritt hatte, denn es regierte kein Titelkönig, der nur dem Schein nach das Land führte. Nördlich in der Gegend des Ural lebten vereinzelte Familien, welche mit dem zweiten Gesicht begabt waren.[1]