Schweigen
Reden und Schweigen
Die wahre Liebe ist stumm und die Weisheit führt nur dann das Wort, wenn sie zum Nutzen anderer zu reden aufgefordert wird. Wer Liebe hat, der schweige mit dem Mund und rede allein im Herz; wer Weisheit hat soll sich von jemandem begehren lassen, und dann wenige Worte zum Nutzen des Begehrenden aus dem Herzen reden und nicht aus dem Verstand. Es ist viel besser, zu schweigen, nicht hinzuhören und nicht hinzusehen, als ständig zu schwatzen und alles hören und sehen wollen.[1] Reden zur rechten Zeit ist recht und gut, für den der etwas zu reden hat und zu reden versteht; aber zur rechten Zeit zu schweigen ist noch besser. Für den Dummen ist das volle Schweigen am besten.[2]
Das Leben ist ein Kampf, aber nicht ein ausschließlich äußerer, sondern ein ganz gewaltiger innerer gegen den äußeren. Der äußere (leibliche) Mensch muss am Ende von dem inneren (geistigen) total überwunden werden, weil sonst der innere Mensch mit dem äußeren stirbt. Daher soll man seiner fleischlichen Zunge vom inneren Menschen einen Zaum anlegen, damit sie ruhe und die innere Gedankenzunge der Seele tätig werde und die Seele erkenne, wie mistig und unlauter es noch aussieht in ihrem Lebenshaus. Um die äußeren, nichtigen Erscheinungen soll man sich nicht sorgen, denn wenig liegt daran, ob man ihren Grund kennt oder nicht. Aber in der wahren Sabbatfeier (dem Ruhen in Gott) soll man den wahren Grund des inneren Lebens der Seele und des Geistes erkennen; daran soll jedem Menschen alles gelegen sein. Wer sein Innerstes erkennen will, muss seine Sinne vor allem nach innen richten. (nach Raphael)[3]
Wer schweigt und horcht, der sammelt beständig; wer aber selbst redet, der zerstreut und kommt nie zu einem rechten Reichtum.[4]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.98.3-4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.188.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.105.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.171.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.61.5-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.217.6