Bekenntnis
Gottesbekenntnis
Alle Anerkennung und alles Bekenntnis des Herrn begreift im Allgemeinen zweierlei in sich: Dass Er die Liebe und Weisheit selbst sei, und dass daher die Liebe und alles, was zu ihr gehört bei denen, welche im Himmel und in der Kirche sind, von Ihm sei, ebenso die Weisheit und alles, was zu ihr gehört.[1]
Alle sind von Gott berufen, aber keiner wird eher zu Ihm gelangen, als bis er selbst in aller Liebe und Demut kommen wird und im Herzen vor Gott bekennt, dass Er sein Vater ist.[2]
Man soll Christus vor allen Menschen bekennen, da Er uns vor Seinem Vater bekennt. Dabei soll man Ihn aber nicht den Weltmenschen aufdrängen und ihnen nicht Seine Perlen vorwerfen.[3]
Wer zwar Gott liebt, jedoch ohne sich offen zum Namen des Herrn zu bekennen, weil das weltliche Nachteile bringen könnte, erlangt das Reich Gottes auf dieser Welt nicht völlig. Jenseits wird er noch manche Kämpfe bis zu seiner Vollendung zu bestehen haben. Die höchste Liebe zu Gott hat keine Furcht vor der Welt. Wer Christus vor der Welt bekennt, so es notwendig ist, den wird auch Er vor dem Vater im Himmel bekennen; wer das nicht macht, den wird auch Christus nicht vor dem Vater im Himmel bekennen. Mt 10.32 Luk 12.08 [4]
Jene, die sich fürchten, den Herrn frei zu bekennen, da sie die Menschen mehr fürchten als den Herrn, das sind die Letzten, wenn sie auch die Ersten sind, an die das Evangelium ergeht. Jene aber, die, obschon sie keine Zeugen sind, in späterer Zeit und an entlegenen Orten erst das Wort überkommen, selbes aber sogleich annehmen und mit ihrem Leben bereit sind, es sobald zu verteidigen, so es von irgendwoher angefochten würde – diese sind der Zeit nach zwar die Letzten und also auch dem Ort nach, aber der Tat nach sind sie die Ersten. (vgl. Lk 13.30) Sie haben keine Furcht vor den Juden (vgl. Joh 7.13) oder vor der Welt. Denn das Wort sagt es ihnen in ihrem Herzen, dass der Herr mächtiger ist als alles Welt- und Judentum und als die Finsternis aller Priesterschaft. Nur der Pharisäer fürchtet sich vor dem Judentum und will sich nicht verfeinden mit ihm, solange dasselbe noch reich und mächtig an Gold und grausam tyrannisch ist – und solange es noch große Ehrenämter und sehr viel Gold tragende Stellen zu vergeben hat. Wenn aber das Judentum zerfällt, was wird wohl da der wetterwendische Pharisäer tun? Er wird zwar den Mantel nach dem Wind drehen, aber der Erste wird er darum nimmer, sondern der vollkommen Letzte, denn Ehre, ein weltlich guter Name usw. sind vor dem Herrn ein Gräuel. Wer jedoch auf den Herrn alles hält und aus Liebe zu Ihm die Welt gar nicht fürchtet, der wird dann auch bei weitem einer der Ersten sein.[5]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 372
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.46.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.148.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.138.26; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 7.127.3-9
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.420526.1-8