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Ehebruch

Aus Prophetia

Der Ehebruch ist die Lust, die in der Hölle herrscht, und ist zugleich die Lust, die Verbindung des Guten und Wahren zu zerstören, die den Himmel ausmacht. Ehebruch ist etwas Verruchtes, obgleich er denen, die ihn begehen, nicht so, sondern womöglich als etwas Erlaubtes erscheint, wegen der begierig eingesogenen Lust und der daraus entspringenden Selbsttäuschung. Das Vergnügen des Ehebruchs besteht im geistigen Sinne - also in der geistigen Welt - in nichts anderem, als in dem Angenehmen der Liebe eines mit Bösem verbundenen Falschen. Das ist ein höllisches Vergnügen, ganz und gar der himmlischen Freude entgegengesetzt, die aus der Liebe des mit dem Guten verbundenen Wahren stammt. Die Verletzung der Ehe ist den göttlichen wie auch den bürgerlichen Gesetzen zuwider und widerspricht auch dem echten Licht der Vernunft und anderen Überlegungen, z.B. was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu.[1] Der Ehebruch hat die Tendenz, sich stufenweise bis zur untersten Hölle zu steigern, wo nur noch Schrecken und Schauder herrschen.[2]

Wesen

Bevor ein Ehebruch überhaupt begangen werden kann, müssen die Gesetze der Ehe vorher entschieden und hinreichend bekannt sein, ansonsten gibt es keinen Ehebruch. Wer von Geburt an zur Ehe unfähig ist, wer von Menschen zur Ehe unfähig gemacht wurde und sich selbst zur Ehe unfähig gemacht hat um des Himmelreichs willen, kann keinen Ehebruch begehen Mt 19.12, da er zeugungsunfähig ist.[3]

Folgen

Die irdischen Ehen sind Pflanzschulen des menschlichen Geschlechts, damit der Engel des Himmels und daher auch des Himmels. Sie haben außerdem ihren geistigen Ursprung in der Ehe des Guten und Wahren, wobei das Göttliche des Herrn vor allem in diese Liebe einfließt. Daher sind sie in den Augen der Engel im höchsten Maß heilig und sie betrachten Ehebrüche als gottlos, weil sie das Gegenteil der ehelichen Liebe darstellen. Sie sehen in den Ehebrüchen die Ehe des Falschen und Bösen, auf der die Hölle beruht. Daher wird dem Menschen, wenn er mit Lust Ehebruch begeht, der Himmel verschlossen. Wenn das geschehen ist, erkennt er das Göttliche nicht mehr an, noch irgendetwas vom Glauben der Kirche. Sobald sich Ehebrecher den himmlischen Gesellschaften nähern, riechen sie ihren eigenen Gestank und stürzen sich darum in die Hölle hinab.[4]

Geistiger Ehebruch

Geistiger Ehebruch ist es, eine verheiratete Frau anzusehen, und sich vorzunehmen, sie zum Ehebruch zu verleiten, auch wenn das Werk nicht vollbracht wird. Ehebruch ist auch, die Frau eines anderen aufgrund ihrer Reize zu begehren, denn dadurch macht man die Frau seines Nächsten zu einer Hure und hat mit ihr Hurerei getrieben und dies ist eine große und grobe Sünde vor Gott und vor den Menschen, auch dann, wenn man mit der fremden Frau eine Frucht gezeugt hat. Noch größer ist die Sünde, wenn mit der Frau des Nächsten lediglich aus blinder und stummer Wollust Unzucht getrieben wurde. Solche Sünder erlangen den Himmel schwerlich.[5]

Kein Ehebruch

Nebenfrauen

Einem zeugungsfeurigen Mann ist es entsprechend der guten Art der alten Väter und Patriarchen erlaubt, mit Einwilligung der Ehefrau eine oder auch mehrere Nebenfrauen zu nehmen, um mit ihnen Kinder zu zeugen, besonders wenn die rechtmäßige Frau unfruchtbar ist. Wird die Frau darüber traurig, dann soll er die Nebenfrauen entlassen.[6]

Unfruchtbarkeit

Wenn der Mann einer unfruchtbaren Frau mit der Einwilligung seiner Ehefrau mit einer oder mehreren anderen (unverheirateten) Frauen schläft, um aus ihnen Kinder zu zeugen, dann ist das kein Ehebruch. Ohne diese Einwilligung aber sind sowohl der Mann als auch die anderen Frauen Ehebrecher.[7]

Im Falle der Unfruchtbarkeit eines Mannes kann dessen Frau mit dem Einverständnis ihres Gemahls mit einem ledigen oder verwitweten Mann Kinder zeugen. Damit begeht sie keinen Ehebruch, außer sie ließe sich von einem Verehelichten beschlafen, dann würde sie die Ehe brechen mit dem, von dem sie sich beschlafen ließe. Der Mann einer anderen fruchtbaren Frau soll dieser seine Kraft nicht entziehen. Allerdings wenn ein unfruchtbarer Mann seinen sehr fruchtbaren, verheiraten Nächsten ersucht, an seiner Statt in seiner Frau eine Frucht zu erwecken, und der fruchtbare Nachbar tut dies aus wirklicher Liebe zu seinem sonst guten und treuherzigen Nachbarn, ohne dabei auch nur den entferntesten Gedanken zu haben, als wolle er auch sonst mit der Frau des anderen Unzucht treiben, was sehr sündhaft wäre, dann ist auch dies keine Sünde und kein Ehebruch, sondern unter einem allseitig stillen Eingeständnis sogar ein lobenswerter geheimer Liebesdienst, geheim deswegen, weil außer den beteiligten Personen niemand etwas davon erfahren soll wegen der Ehre des unfruchtbaren Nachbars, und damit sich daran niemand ärgert.[8]

Unwissenheit

Wenn die Frau dem Mann verschwiegen hat, dass sie schon die Frau eines Mannes ist, so hat der, der sie zur Frau nahm, keine Sünde, auch dann nicht, wenn er später erfährt, dass sie schon die Frau eines Mannes sei, den sie seiner Härte und Unfruchtbarkeit wegen geheim verließ. Er kann von der ehebrecherischen Frau auch nicht mehr, außer durch den Tod, geschieden werden, ohne die Sünde des Ehebruchs zu begehen. Daher soll ein lediger Mann sich nach den Umständen einer fremden Frau genau erkundigen. Hat er da nichts herausgebracht, und fühlt sich zu ihr sehr hingezogen, dann soll er sie dennoch zur Frau nehmen. Erfährt er später den früheren Stand der Frau, so soll er sie nicht verraten, sondern sie behalten in der guten Art, als er sie genommen hat. Die Frau kann durch die große Treue gegen ihren neuen Gemahl ihre frühere Sünde sühnen.[9]

Falsche Vorstellungen

Tötung sei besser als Ehebruch

Gott ist kein unbilliger Richter und weiß die Schwächen des menschlichen Fleisches genau abzuwägen und zu berücksichtigen. Ein Totschläger seines Weibes ist ärger als ein ehebrecherisches Weib.[10]

Siehe auch

Quellenverweise