Gebot
Das Gesetz ist der Grund des Gerichtes, ohne das es kein Gericht gäbe. Beides ist zugleich gut und schlecht und eine Folge des Bösen und Schlechten des menschlichen Herzens. Sie sind Wächter, die das Falsche, Schlechte und Böse in bestimmten Schranken halten. Sind diese Wächter zwar notwendig wegen des Bösen im Menschen, so sind sie darum noch nichts Gutes.[1] Je mehr Gesetze, desto mehr Verbrecher.[2]
Wesen
Es gibt kein Reich, keinen Staat, keine Stadt, kein Haus, die nicht durch Gesetze zusammengehalten werden, welche die Ordnung und so die Form ihrer Regierung darstellen. Überall nehmen die Gesetze der Gerechtigkeit die oberste Stelle ein, die Verwaltungsgesetze die zweite und die Wirtschaftsgesetze die dritte. Vergleicht man diese Rangordnung mit einem Menschen, so bilden die Gesetze der Gerechtigkeit das Haupt, die Verwaltungsgesetze den Leib, und die Wirtschaftsgesetze die Kleider, weshalb die letzteren auch wie Kleider gewechselt werden können.[3]
Die Hölle bedarf der strengsten Gesetze und Strafen. Das Reich Gottes bedarf weder eines Gesetzes, noch irgendeiner Sanktion.[4] Im Himmel hat einer alles für alle und alle haben alles für einen aus Liebe. Das ist auch die Lehre des Evangelium. Würde es jeder dem Himmel gleich tun, dann wären keine neuen Höllengesetze vonnöten, da dann keiner etwas besäße und somit auch frei bliebe vor jeglichem Raub und Diebstahl.[5]
Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jedes Gesetzes ledig geworden ist. Zwar wird niemand im Reich Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit, denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit. (nach Paulus)[6]
Jedes noch so weise Gesetz gebiert nicht das Leben, sondern den Tod, wenn der Mensch es nicht aus seiner Liebe heraus beachtet. (nach Mathael)[7]
Das Gesetz währt immer, die Gnade aber kommt nur von Zeit zu Zeit den Bedrängten zu Hilfe; wenn aber die Gnade nicht respektiert wird, so muss man sich dann wieder das Gesetz gefallen lassen.[8]
Göttliches Gesetz
siehe Gebote Gottes
Weltliches Gesetz
siehe Justiz
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.256.8-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.26.7
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 55
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.75.3; Jakob Lorber, Robert Blum 2.256.9
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400528b.5
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.203.20
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.48.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.16.14