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Guter Mensch

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Gute)
Ein guter Mensch gleicht einem Engel oder Kind, das sich friedlich vom göttlichen Vater, der Liebe und Weisheit, führen lässt.

Gute Menschen widmen ihr Leben dem Guten, handeln nach ihrem Gewissen, anerkennen etwas Göttliches, lieben göttliche Wahrheiten und wenden sie vor allem im Leben an. Sie denken und reden nur Gutes - das Gute fließt aus ihrem inneren Denken in das Äußere und so in Rede und Handlung ein, sie handeln vernünftig und weise. Das ist die Ordnung, in die der Mensch hineingeschaffen wurde. Auf diese Weise sind ihre inneren Regionen dem Himmel und dem dort herrschenden Licht verbunden. Und da das Licht des Himmels das Göttlich-Wahre ist, das vom Herrn ausgeht, so werden sie von Ihm geführt. Böse Menschen hingegen denken Böses und reden Gutes. Bei ihnen herrscht das Böse über das Gute und unterwirft es sich wie einen Knecht, damit es ihm als Mittel zur Erreichung seines eigentlichen Endzwecks diene. Ihr Gutes ist nicht gut, sondern vom Bösen infiziert, wie sehr es auch seiner äußeren Form nach in den Augen derer, die die inneren Dinge nicht kennen, als etwas Gutes erscheint.[1]

Außer Gott ist niemand (aus sich) gut.[2]

Wesen

Die einfältig (natürlich) Guten sehen hauptsächlich auf das Äußere, ohne deswegen innerlich böse zu sein.[3] Die (einsichtsvollen oder vergeistigten) Guten fassen das Innere auf, und sehen daher nicht auf das Äußere, außer soweit es mit dem Inneren übereinstimmt.[4] Innerlich gut sind jene, welche das Böse der Sünde fliehen, und auf den Herrn sehen.[5]

Bei den guten Menschen beruht das Gleichgewicht auf dem Verhältnis zwischen dem wirkenden Guten und dem reagierenden Bösen, bei den bösen Menschen auf dem Verhältnis zwischen dem wirkenden Bösen und dem reagierenden Guten.[6]

Wer Gutes im Sinn hat, wird stets von einem guten Wind geleitet sein.[7]

Charakter

Ein guter, engelhafter Mensch ist zufrieden, genügsam und heiter, auch wenn er arm ist und mühsam seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Trotzdem hat er Freude daran, mit ärmeren Brüdern seinen mühsam erworbenen Vorrat zu teilen. Er fragt einen Hungrigen nicht mit ärgerlichem Gemüt um den Grund seiner Armut und verbietet ihm auch nicht das Wiederkommen, so er etwa wieder hungern sollte. Er murrt nicht über irdische Staatseinrichtungen und sagt, so ihm irgendeine Steuer abgenommen wird, allzeit mit Hiob: "Herr! Du hast es mir gegeben; Dein ist alles! Was Du gabst, kannst Du allzeit wieder nehmen; Dein allzeit allein heiliger Wille geschehe!" Ihn kann nichts in seiner Heiterkeit sowohl als auch in seiner Liebe und in seinem Vertrauen zu Gott, sowie daraus in der Liebe zu seinen irdischen Brüdern, stören. Zorn, Neid, Hader, Hass und Hochmut sind für ihn fremde Begriffe.[8]

Die Lust der Bösen liegt in unsinniger Leidenschaft, die Lust der Guten hingegen in der Weisheit.[9]

Wer ein Freund des Lichtes, der Wahrheit aus Gott ist, der wird auch der göttlichen Wahrheit gemäß handeln und wird sich sicher wünschen, dass seine Werke ans Licht vor aller Augen kommen möchten, denn er weiß, dass seine Werke, weil im Licht der Wahrheit aus Gott getan, gut und gerecht sind und daher Anerkennung und Belohnung verdienen. Joh 3.21 [10]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 499; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 505-506
  2. Jakob Lorber, Robert Blum 2.266.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.110.14
  3. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 70
  4. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 59
  5. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 340
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 589
  7. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.204.4
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.9.2-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.201.7
  9. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 290
  10. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.21.14