Herodes Boethos

Jener Herodes, der Johannes den Täufer gefangen nahm und enthaupten ließ, war von Geburt aus ein Grieche. Er war ein schlauer Fuchs. Ihm ging es nur ums Geld und dafür war er für alles zu haben. Ohne Geld richtete bei ihm nie jemand etwas aus. Sonst hatten bei ihm nur sehr schöne Kebsweiber irgend einen Wert, denen zuliebe er sogar grausam werden konnte.[1]
Charakter
Bei Herodes wusste man nie, wie man mit ihm dran war. Er war zur Hälfte ein guter, manchmal überaus wohltätiger Mensch, zur Hälfte aber auch wieder ein Teufel ersten Ranges. Man konnte mit ihm keinen besonderen Freundschaftsbund schließen, weil ihn Herodes sicher nicht hielt. Für Herodes lieferte das, was heute geschah, für morgen durchaus keinen Beweis. Er hatte entweder kein Gedächtnis oder lebte nach Grundsätzen, mit denen bloß er, aber neben ihm kein anderer Mensch bestehen konnte. Dazu war er überaus schlau. (nach Korah)[2]
Geschichte
siehe Einkerkerung des Johannes und Enthauptung des Johannes
Herodes sandte hunderte von Mördern aus, die Jesus töten sollten, falls Er nicht der auferstandene Johannes sei, wie Herodes vermutete. Gelänge es ihnen nicht, Jesus zu töten, weil Er ein nicht zu tötender wirklicher Gottmensch sei, dann wollte Herodes mitsamt seinem ganzen Hofstaat ein Anhänger Jesu werden. Jesus aber wollte auf kein Fall, dass Herodes durch eine solche schnöde Probe Sein Jünger werde. Er sagte: "Ist denn des Menschen Sohn gekommen, durch bedungene Mörder das zu werden, was Er ist? Nein, und ewig nein! Wer Mich mit Mordwerkzeugen in der Hand fragt, wer Ich sei, dem soll ewig nie eine Antwort werden!" Daher floh der Herr vor Herodes. (nach Borus)[3]
Jesus und Herodes
Jesus hätte alle Macht gehabt, dem ganzen Menschenunfug mit einem Schlag ein Ende zu machen. Er aber floh lieber vor dem Erdwurm Herodes, als ihn zu vernichten. Wenn man versuchte, Ihm dies ausreden, dann verwies Er darauf, was die Menschheit ist, und wie sie möglichst ohne besondere Gerichte und Strafen zu führen und zu lenken ist, wenn sie lediglich durch reinen Unterricht und durch ihre höchst eigene freie Bestimmung danach ihre einstige, von Gott gestellte ewige Bestimmung erreichen will. (nach Korah und Borus)[4]