Johannes der Täufer

Johannes der Täufer war jener in der Schrift vorhergesagte Elias, von Gott gesandt (Joh 1.6), der die Menschen auf die Ankunft des Messias vorbereitete und war mehr als ein Prophet. (Mt 11.9-10) Bevor der Herr kommt, kommt allzeit Sein Johannes mit der Zuchtrute in der Hand und einer sehr scharfen Stimme in der Brust. Johannes predigte die Buße am Jordan und taufte die Bekehrten mit Wasser und bereitete so - nach Jesajas Vorhersage (Jes 40.3) - dem Herrn den Weg. Er selbst war das Sinnbild der strengsten Buße, wurde aber von geistig tauben und blinden Priestern, Pharisäern und Schriftgelehrten nicht erkannt.[1]
Zu Johannes Lebzeiten bekannte sich halb Judäa und Galiläa zu seiner Lehre. (nach Chiwar)[2]
Wesen
In Johannes wohnte der Geist des Erzengel Michaels, der auch der Geist des Propheten Elias war.[3] Johannes selbst bekannte sich nicht als Elias oder als ein Prophet (siehe Joh 1.21), obwohl er das eine wie das andere sicher war, wie es Jesus bezeugte (Mt 11.13-14). Er war der letzte Prophet vor Jesus und benannte sich nach der tätigen neuen Bestimmung, und nicht nach der alten, die seinem Geist im Elias gegeben war zu seiner Erdzeit. Elias musste den Moloch strafen und zerstören; Johannes aber zur rechten Buße rufen, der Sünde Vergebung durch die Wassertaufe erteilen und also dem Herrn den Weg bereiten. Und nach solcher Tätigkeit gab er sich denn auch nur als das aus, was er der Tat nach war.[4]
Der Herr nennt Johannes auch den größten aller Propheten.[5] Jesus bezeugte über Johannes, dass unter allen, die vom Anfang her von Frauen geboren worden sind, nicht einer aufgekommen ist, der größer war denn Johannes der Täufer. Dennoch würde seit Jesus auch der Kleinste im Reich Gottes größer sein denn er. (Mt 11.11) [6] Johannes Geist ist groß und größer als alle Geister, die je auf dieser Erde in einem Leib gewirkt haben; jedoch sein Leib gehörte dieser Erde an, und aus dessen Schwächen hatte sich auch eine schwache Seele entwickelt. Dies war gut so, denn ein starker Geist ist wohl fähig, eine schwache Seele stark zu ziehen.[7]
Johannes der Täufer wurde geistig gezeugt, ohne sinnlichen Beischlaf.[8] Solange Menschen auf dieser Erde bestehen, seit Adam, hatte nie eine reinere Seele als die des Johannes einen Leib bewohnt und belebt. Obwohl Johannes völlig sündenfrei war, machte er stets einen strengsten Büßer, damit er vollends Meister über sein Fleisch würde. Vor ihm führte noch kein Mensch ein so strenges Leben wie er; er war der Erde strengster Büßer. Sowie er ein Begehren in seinem Fleisch spürte, aß und trank er tagelang nichts.[9]
Waschen bedeutet im Wort, vom Bösen und Falschen reinigen, und so umgebildet und wiedergeboren werden. Die Waschungen der israelitischen Kirche bildeten dies vor. Ebenso stellte Johannes der Täufer durch seine Wassertaufe Joh 1.26 die geistige Taufe des Herrn mit dem heiligen Geist und dem Feuer vor Luk 3.16 Joh 1.33.[10]
Johannes der Täufer und seine Jünger tauften auch die ihnen gebrachten Kinder, wenn sich für das Kind gewissenhafte Stellvertreter vorstellten und auf das heiligste gelobten, für die geistige Erziehung eifrig Sorge zu tragen.[11]
Johannes taufte nicht nur in Bethabara, wo der Jordan nicht immer Wasser führte, oder zu wenig, oder unreines Wasser. Er taufte auch in der kleinen Wüste zu Enon nahe bei Salim und hielt dort seine scharfen Bußpredigten. (Joh 3.23) [12]
In rein geistiger Hinsicht stellt Johannes ein erwachtes Gewissen dar.[13]
Im Leib der Kirche ist Johannes das, was bei jedem Menschen der äußere Weltverstand ist. Der Verstand jedes Menschen soll so beschaffen sein, wie Johannes:
- Wie Johannes vor dem Herrn den Weg bereitet hat, so soll der rechte äußere Verstand den Weg zum Herzensverstand anbahnen.
- Der rechte äußere Verstand muss auch ein Rufer in der Wüste sein, d.h. er soll die geoffenbarten Wahrheiten aus dem Himmeln aufnehmen und glauben.
- Darauf tauft der rechte äußere Verstand die Seele mit dem Wasser der Demut und des willigen Gehorsams, während der Verstand des Herzens, der Herr, in dem der ewige Geist aus Gott wohnt, durch die Erweckung eben dieses Geistes notwendig mit diesem Geist taufen muss, weil dieser Geist aus Gott das wahre Licht, die vollste und hellste Wahrheit, die Liebe und somit das ewige Leben selbst ist.
- Der äußere Verstand muss notwendig abnehmen, und letztlich gefangen genommen und enthauptet werden, damit der wahre Herzensverstand, der den Herrn darstellt, im Herzen jedes Menschen zunimmt und zum herrlichsten Baum des wahren, ewigen Lebens wächst. Daher ist der äußere Verstand auch nicht wert, dem Herzensverstand die Schuhriemen zu lösen.[14]
Charakter
Nathanael beschrieb Johannes als einen Prediger, mit dem man schwer sprechen konnte, denn seine Worte waren rau, und er schonte niemanden, ob Pharisäer, Priester oder Levite; alles musste bei ihm auf Leben oder Tod über das scharfe Schwert seiner Zunge springen. Aber als der Herr unter sie kam, da sank Johannes zu einem Lamm der Lämmer herab und redete so zart, wie die Lerche ihr Frühlingsliedchen singt.[15]
Nach einem römischen Hauptmann war Johannes von jedem weltlichen Erwerb himmelweit entfernt; er sagte in der tiefst möglichen Selbstverleugnung den Menschen mit hinreißender Redekraft die nackte Wahrheit ins Gesicht.[16]
Leben

Johannes lebte, predigte und taufte in der kleinen Wüste Bethabara, die nicht weit entfernt von Kapernaum lag, jenseits des nicht immer Wasser führenden Jordan. Dort führte er ein äußerst strenges Leben und ernährte sich von überbrühten Heuschrecken und dem Honig von wilden Bienen, den er sich mühsam aus den Löchern der Erde holte. Mk 1.6 Ansonsten aß er beinahe nichts. Deswegen behaupteten Pharisäer und Erzjuden, die nicht auf ihn hören wollten, der Teufel würde ihn zur Nachtzeit füttern und erhalten. Mt 11.18 [17] Johannes predigte die strengste Buße, die er selbst verkörperte, und verkündete allen Unbußfertigen ein allerstrengstes Gottesgericht. (nach Thomas)[18] Tausende nahmen seine wirklich von einem göttlichen Geist durchglühte Lehre an, taten Buße aus freiem Willen und bekehrten sich zum Guten. (nach einem römischen Hauptmann)[19]
Die Taufe Jesu
siehe Taufe Jesu
Das zweite Zeugnis
Da die Jünger von Jesus auch mit Wasser tauften, entstand ein Disput unter den Jüngern von Johannes dem Täufer, siehe Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus
Johannes gab seinen Jüngern ein letztes und größtes Zeugnis über Jesus Joh 3.27-36 und wies sie an, zu Jesus zu gehen, Sein Wort anzunehmen, damit ihnen die Geistestaufe zuteil werde, und nicht nur die Wassertaufe, ansonsten seine Mühe mit ihnen nutzlos gewesen sei. Er selbst wäre wohl auch zu Jesus hingezogen, doch Dieser hatte ihm in seinem Geist geoffenbart, zu bleiben, da er schon im Geiste empfangen hatte, das seinen Jüngern noch mangelte.[20]
Einkerkerung
Solange Johannes in der Nähe des Herrn und Seiner Jünger am Kleinjordan und in Klein-Bethabara (Wüste) lehrte und taufte, war er sicher; als er sich dann aber näher zu Jerusalem, zum großen Jordan und in die große Wüste Bethabara begab, da war er auch bald ein Opfer der Tempelmenschen, die sich schlau hinter dem Herodes zu verstecken verstanden. (nach Petrus)[21]
Die Pharisäer und Priester von Jerusalem setzten bei Herodes durch Bestechung und allerlei Vorwände die Einkerkerung von Johannes durch, weil sie ihm nicht vergeben konnten, dass er sie "Schlangenbrut" und "Natterngezücht" gescholten hatte. Ein weiterer Grund lag auch darin, weil sie befürchteten, dass der Sohn des Zacharias etwas von der falschen Bundeslade wissen und dem Volk offenbaren könnte. Sie selbst getrauten sich nicht, den Prediger in der Wüste anzugreifen, da sie wohl wussten, dass ihn das Volk für einen großen Propheten hielt. Herodes nahm Johannes unter dem Vorwand gefangen, er sei ein staatsgefährlicher Verrückter, der das Volk aufwiegle. Tatsächlich ging es ihm dabei nur um die so gemachte Beute. Was Johannes lehrte, das war Herodes im Grunde egal. Er hielt Johannes daher nicht in sehr strenger Haft und ließ jedermann gegen einen mäßigen Preis zu Johannes ins Gefängnis. So war es Johannes auch nicht verboten, in einem zu einem Bürgergefängnis gemachten großen Saal zu predigen und Spektakel zu machen, denn das trug dem Herodes desto mehr Geld ein. Herodes begab sich sogar öfters selbst zu Johannes und munterte ihn auf, desto mehr Lärm zu machen, da er nun im Gefängnis vor den Priestern und Pharisäern sicher sei. Er nannte sich Freund und Beschützer des Johannes. Johannes wusste wohl, mit wem er es im Herodes zu tun hatte; aber er benutzte solche Gelegenheit dennoch und predigte in seinem Gefängnis weiter. Von den Jüngern des Johannes verlangte Herodes nur einen geringen Eintrittspreis, aber die Priester des Tempels mussten ordentlich zahlen, wollten sie zum Johannes gelangen. Auch dies gelang Herodes den Priestern schmackhaft zu machen, indem er behauptete, auf diese Weise die staatsgefährlichen Menschen kennenzulernen, worauf ihn diese sogar noch mit viel Gold, Silber und Edelsteinen beschenkten, denn sie dachten sich, dies sei der rechte Mann, um all das Prophetengesindel aus dem Weg zu räumen. Tatsächlich aber ging es dem Herodes nur ums Geld, denn dafür war er für alles zu haben.[22]
Die Einkerkerung von Johannes hatte ihren Grund auch darin, weil er Jesus nicht gefolgt war. Johannes blieb in seiner Wüste und machte stets einen strengsten Büßer, obwohl er nie gesündigt hatte. Er hatte sich so dem Herodes ausgeliefert und in der Folge selbst zu sehen, wie er mit ihm fertig werde, denn Jesus war nicht gekommen, die irdische Macht den Großen zu nehmen. Jesus verglich Johannes mit dem Mond, der in der Nacht wohl gute Dienste leistete, aber wenn er auch am Tag neben der Sonne, Jesus, um den Rang streiten wolle, sich in einer großen Irre befinde. Ist einmal die Sonne da, dann ist der Schimmer des Mondes der Erde entbehrlich. Dass Johannes Jesus nicht folgte (Anm.: es war ihm freigestellt), war genauso wenig eine Sünde, wie der Mond keine Sünde hat, wenn er am Tag von der Sonne verdunkelt wird.[23]
Aussendung der zwei Jünger zu Jesus
Als Johannes im Gefängnis vernahm, wie Jesus lehrte und wirkte, sandte er zwei seiner berühmtesten Jünger zu Ihm und ließ Jesus durch sie fragen, ob Er es wohl sei, Der da kommen solle, oder ob sie noch auf einen anderen warten sollten. Mt 11.2-3 Johannes meinte wohl nach der Zeit, als er Jesus kennenlernte, dass Jesus unfehlbar der verheißene Messias sei, was er damals völlig einsah. Er meinte allerdings auch, bloß durch Jesu Erscheinen sei das ganze jüdische Volk so gut wie völlig erlöst und alle Macht der Weltgroßen habe für ewig aufgehört. Als er aber nun ins Gefängnis kam, und sich stets mehr überzeugte, dass mit dem Erscheinen Jesu die Macht der Weltgroßen nicht nur nicht aufgehört, sondern sich nur vermehrt hatte, da fing Johannes an der Echtheit Jesu bei sich leicht zu zweifeln an, weil er sich von Jesus im Stich gelassen meinte. Dann hörte er aber von seinen Besuchern von den unerhörten Taten Jesu, weswegen er seine Jünger aussendete, Jesus die erwähnte Frage zu stellen.[24]
Jesus sah wohl den Grund, weswegen Johannes Ihn also fragen ließ und antwortete den Jüngern ganz kurz: "Gehet hin und saget es Johannes, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig aber ist und wird derjenige, der sich nicht ärgert an Mir!" Mt 11.4-6 [25]
Enthauptung des Johannes

Herodes war selbst, wenn auch nur ganz schwach, ein Anhänger Johannes; er achtete ihn als einen besonderen Weisen, nahm ihn daher an seinen Hof und wollte von ihm die geheime Weisheit erlernen. Daneben aber mochte er die schlechte Liebe zur Herodias, der Frau seines Bruders Philipp, nicht aufgeben. Mt 14.3 So erregte sich Johannes darüber und ermahnte ihn, dass dies nicht recht vor Gott und seinem Bruder sei. Mt 14.4 Dies ergrimmte den stolzen Herodes und er ließ Johannes ins Gefängnis werfen. Er hätte ihn auch gleich mögen töten lassen, so er das Volk nicht gefürchtet hätte, welches den Johannes für einen Propheten hielt. Mt 14.5 (nach Roban)[26]
Wenige Tage darauf hielt Herodes seinen Jahrestag. Da tanzte die schöne Tochter der Herodias vor ihm und seinen hohen Gästen, was Herodes überaus gut gefiel. Mt 14.6 Er versprach der schönen Tänzerin, ihr zu geben, was sie von ihm fordern würde. Mt 14.7 Die Tochter ging nun zu ihrer Mutter, die dem Johannes Rache geschworen hatte, weil er ihr den Herodes abwendig machen wollte; und die Mutter wies ihrer Tochter an, sie solle das Haupt von Johannes verlangen, worauf diese zu Herodes sprach: "Gib mir das Haupt Johannis auf einer goldenen Schüssel!" Mt 14.8 Das machten Herodes traurig, zwar nicht so sehr des Johannes, als vielmehr des Volkes wegen, denn er fürchtete, es nähme an ihm Rache. Doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische saßen, befahl er seinen Knechten, der Tochter das Verlangte zu geben. Mt 14.9 Und die Knechte gingen hin und enthaupteten Johannes im Gefängnis Mt 14.10, nachdem sie zuvor unter einem Vorwand etliche seiner Jünger von ihm entfernt hatten. Dann trugen sie sein Haupt auf einer Schüssel in den Speisesaal, um es der Tochter zu übergeben. Diese übergab es dann ihrer argen Mutter. Mt 14.11 Die Jünger des Johannes fanden seinen Leichnam zu ihrem größten Schrecken und Leidwesen, trugen ihn hinaus und begruben ihn Mt 14.12 im Angesicht von vielen Tausenden, die da weinten und den Herodes und sein ganzes Haus mit zahllosen Flüchen belasteten. Die Herodias soll beim Anblick des Hauptes des Johannes augenblicklich unter grässlichen Verzerrungen ihres Gesichtes tot zu Boden gesunken sein und ihre Tochter ein paar Augenblicke darauf. Herodes und alle seine Gäste flohen vor Entsetzen aus dem Saal. (nach Roban)[27]
Tatsächlich steckte der Jerusalemer Tempel, der sich unbemerkt hinter die arge Mutter der schönen Herodias geschlichen hatte, hinter der Enthauptung des Johannes und dass Herodes am Ende selbst der Mörder seines berühmten Schützlings wurde. Der Tempel hatte sehr viele Mittel zur Verfolgung eines ihm gefährlich vorkommenden Menschen zur Verfügung, und diese Mittel verfehlten ihre Wirkung nur selten völlig.[28]
Auch wenn Johannes seinem Leib nach nicht mehr unter den Sterblichen weilte, vermochte Herodes seinem Geist und dem Geist seiner göttlichen Lehre nichts anzuhaben. Die Anhänger des Johannes bekannten sich nun nur noch stärker zu seiner Lehre. (nach Chiwar)[29]
Jesus und Johannes
Jesus sagte von Johannes: "Unter allen, die seit dem Beginn der Welt aus Weibern sind geboren worden, ist nie ein Größerer hervorgegangen denn Johannes; aber wer von nun an der Kleinste sein wird unter Meinen Jüngern im wahren Gottesreiche, der wird größer sein um vieles denn Johannes." Johannes zeigte den Weg zu Jesus und ebnete diesen vor und zu Ihm.[30] Obwohl Johannes der größte Büßer der Erde war, ohne je gesündigt zu haben, steht bei Jesus dennoch ein Sünder, der sich bessert und voller Liebe in seinem Herzen zu Ihm kommt, höher denn Johannes. Wer zu Jesus sagt "Herr, ich bin ein Sünder und nicht wert, dass du eingehst unter meines Hauses Dach!", der ist Ihm lieber als neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen und in ihrem Herzen Gott darum preisen, dass sie keine Sünder und daher besser als ein noch so geringer Sünder sind. Deren Lohn wird einst kein besonderer im Reich Gottes sein.[31]
Als Johannes hörte, dass Jesus die Menschen taufe, und Ihm viele nachfolgen, da sagte er zu seinen Jüngern: "Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern nur vor Ihm hergesandt. Wer die Braut (die Jünger) hat, der ist der Bräutigam (Jesus); der Freund des Bräutigams (Johannes) aber steht und hört ihm zu und freut sich hoch über des Bräutigams Stimme! Solche meine Freude ist nun erfüllt! Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen! Der von oben herabkommt, ist über alle; wer aber von dieser Erde ist, der ist nur von dieser Erde. Nur Der vom Himmel kommt, ist über alle!" Dann hielt Johannes inne und zählte auf, was er alles gesehen hatte, und wie er von Jesus gezeugt habe, bedauerte aber am Ende tief seufzend, wie sein Zeugnis, das doch so wahr sei, doch niemand annehmen wolle! Wer es aber dennoch annehme, der bekenne es nicht und versiegle in sich die große Wahrhaftigkeit Gottes aus Furcht vor der Welt, weil er die Feindin Gottes, die arge Welt, mehr fürchte denn Gott, seines elenden Leibes wegen, der auch Welt ist und der Welt huldigt. Gott aber gebe niemandem Seinen Geist nach dem Maße der Welt, und so seien die verworfen, die den Geist Gottes wohl erkannt haben, aber dennoch am Maße der Welt kleben und das ewige Leben [dem Potential nach] in sich haben, und der Zorn Gottes bleibe über ihnen, denn nur wer an den Sohn glaube, habe das ewige Leben in sich; denn der Sohn Selbst sei das Leben des Vaters. Die Jünger des Johannes konnten den Sinn dieser Rede nicht völlig fassen, obwohl sie wussten, dass Johannes Jesus meinte.[32]
Die Tauffrage
Als Jesus von denen, die Seine Lehre angenommen hatten, gefragt wurde, ob es nötig sei, sich zuvor von Johannes taufen zu lassen, da sagte Er ihnen, nur die Befolgung Seiner Lehre sei nötig. Wer sich aber zuvor von Johannes reinigen lasse, solange dieser noch frei seine Werke verrichtet, dem würde solche Reinigung gut zustatten kommen. So gingen dann viel hin und ließen sich von Johannes taufen.[33] Weiteres zum Disput über die Taufe von Jesus und Johannes siehe Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus
Warum Jesus Johannes nicht aus dem Kerker befreite
Boten und Briefe wirken nie das, was die eigene Person, in der Seele und Geist wohnen, wirkt. Der Herr darf und kann niemandem Seine Kraft und Macht anbinden aus Seinem Willen, es sei denn, dass da jemand kommt und sie sich selbst nimmt. Der Herr vorenthält niemandem, sich das Leben oder das Gericht zu nehmen, wie er will, und so auch nicht Seine Macht und Kraft zu einem guten Zweck. Wer aber nicht selbst kommt, dem wird nichts zuteil - außer die Gnade des Lichtes, durch das er hier oder jenseits den Weg zum Herrn und auf dem Weg einsehe, dass der Herr Selbst der Weg zum Leben und das Leben ist. Johannes tat wohl wie keiner, dass er vollends Meister seines Fleisches würde. Er sah das Heil vor sich und mochte es dennoch nicht an sich reißen. Dazu war er nicht gezwungen. Ein gewisses "Muss", hinter dem aber eine höhere ewige Freiheit verborgen liegt, bestand nur in seiner Berufung, vor dem Herrn den Menschen den Weg zu bahnen. Es gab aber kein "Soll" und noch weniger ein "Muss" für Johannes, dem Herrn nicht folgen zu dürfen, als er Ihn sah und erkannte. Da hat sein Geist auf die Einsprache der Seele gehorcht und kam darum in einen Zweifel über den Herrn. Darum sendete Johannes wiederholt Boten an Jesus, denn wer fragt, der ist noch nicht im Reinen, da jede Frage Nichtwissen oder Zweifel voraussetzt.[34]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 15.7-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.2.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.5.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.125.18; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.18; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.400623.4; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420213.3; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420220.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.84.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.2.1; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.400623.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.5.8-9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.17-18
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 1.39.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.15
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.145.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.470529.1; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 15.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.145.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.145.9
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 378
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.110.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.12.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.22.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.5.7; Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.500919.4; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.400623.3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 1.39.7-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.51.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.106.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.5.20-21; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.10.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.12.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.147.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.96.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.106.33
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.24.16-17
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.128.16
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.25.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.117.12; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.143.2-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.52.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.106.33
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.1-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.144.9-11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.143.11-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.143.14
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.82.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.82.5-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.91.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.46.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.198.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.84.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.125.18
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.145.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.123.3-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.23.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.145.3-8