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Madagaskar

Aus Prophetia

Die Insel Madagaskar gehört zu Afrika; das südliche Afrika wurde zumeist von dieser Insel aus bevölkert.[1]

Wesen

Da Madagaskar auf nur sehr wenigen Punkten zugänglich ist, bot es jeder größeren Macht den größten Trotz. Die wenigen Landungsmöglichkeiten wurden früher von den kannibalischen Einwohnern fortwährend streng bewacht, zudem war die Küste überall bewachsen mit undurchdringlichem Gestrüpp voller giftiger Würmer und gefährlicher Insekten (Muskaton). Auch das Meer ringsherum ist in großer Ausdehnung voller Klippen und Untiefen.[2]

Geschichte

Die Ureinwohner Madagaskars haben sich in den Urzeiten von Asien aus auf Madagaskar angesiedelt, nicht von Afrika her.[3]

19. Jahrhundert

Die Bewohner Madagaskars waren zum größten Teil Mohren mit vollkommen schwarzer Hautfarbe, wobei nur wenige ins Dunkelkupferbraune spielten. Mit wenigen Ausnahmen waren es noch ganz eigentliche Kainiten, bei denen die Geistesbildung zumeist noch auf der untersten Stufe stand. Sie hatten wohl einen Begriff von einem höchsten Wesen, aber dieser war so dunkel, wie ihre Hautfarbe.[4] Diese Menschen waren in der geistigen Bildung so rückständig, dass sie noch sehr unzugänglich fürs Evangelium waren.[5]

Diese Volk war das Einzige, welche das weibliche Geschlecht über das männliche setzte. Daher herrschte bei ihm fortwährend eine Königin, die über vollkommen göttliches Ansehen verfügte, und nie ein König. Der Grund dafür waren die Weisen, lauter Frauen, die dem Volk lehrten, die Frau sei in allem vollkommener als der Mann, sowohl physisch als auch psychisch. Daraus schlossen sie, das höchste Wesen, so es irgendwo sei, müsse selbst eine allervollkommenste Frau sein. Sie hatten auch Tempel, in denen sie überall die Frau als Gottheit verehrten und anbeteten, wobei der Hauptgegenstand der Verehrung zuerst das weibliche Geschlechtsorgan und dann die Brust war. Das weibliche Geschlechtsorgan wurde darum so hoch verehrt, weil das menschliche Geschlecht von dort seinen Ursprung nimmt. Beim Hauptgottesdienst stellte sich eine Frau auf den Altar, legte ihre Hand auf das Geschlechtsorgan, und urinierte auf am Boden liegende Männer.[6]

Hinsichtlich der Befriedigung der fleischlichen Lust lebte nirgends ein keuscheres und züchtigeres Volk auf der Erdoberfläche als auf Madagaskar. Außer im Tempel durfte bei augenblicklicher Todesstrafe nirgends einen Zeugung stattfinden, und diese durfte nur zur bestimmten Zeit einmal im Jahr vorgenommen werden, nachdem eine Menge nach ihren Begriffen gottesdienlicher Handlungen verrichtet worden waren. Bei der eigentlichen Zeugung musste es im Tempel vollkommen finster sein. Die Frau hatte allerdings das Recht, sich von ihren Sklaven öfters befriedigen zu lassen.[7]

Weiße Menschen wurden nur als Halbmenschen betrachtet, auf die Jagd gemacht werden konnte, da sie ein gutes Fleisch hätten. War ein gefangener weißer Mann sehr gut gewachsen, konnte ihm eine Madagaskaresin das Leben schenken und ihn wie einen possierlichen Affen zu ihrer Unterhaltung behalten, wobei der Mann sich üble Sachen gefallen lassen musste. Weiße Frauen wurden gnadenlos geschlachtet und gebraten, weil sie für bloße Tiere gehalten wurden.[8]

In der geistigen Welt war diesem heidnischen Volk nur überaus schwer beizukommen. Es war kaum möglich, ihren Geist für das Evangelium zu wecken. Die Seelen solcher Menschen wurden entweder zu Naturgeistern, oder in einen anderen Planeten geführt, wo sie wieder eine leichtere materielle Umhüllung bekamen (Reinkarnation), und dann ein materielles Leben durchmachten, worin sie zunehmend zur Aufnahme des Evangeliums geeignet wurden. Nur sehr wenige kamen nach dem Leibestod unter großer Mühe zur rechten Erkenntnis.[9]

Quellenverweise