Naturalismus
Ursprung
Der gegenwärtig herrschende Naturalismus hat keinen anderen Ursprung, als die Folgerung, es gäbe keinen Gott, die ihrerseits auf die falsche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes zurückgeht.[1]
Wirkung
Der Naturalismus führt zu dem fanatischen Glauben, der Herr sei der Sohn der Maria aus dem Joseph gewesen, und nicht aus dem göttlichen Vater, wie es das Wort Gottes Luk 1.35 vom Herrn sagt.[2]
Irrlehren des Naturalismus
Die Natur als Schöpfer
Aus dem Glauben, die Natur sei die Schöpferin des Weltalls, ergeben sich etwa folgende Glaubenssätze: Was man Gott nennt, ist in Wirklichkeit das Universum, und die Natur stellt dessen Wesen dar. Das Feuer der Sonne ist das Leben aus Gott, die Neigungen der Liebe nur zufällige Zustandsveränderungen, die sich aus dem Einfluss der Sonnenstrahlen ergeben, die in sie hineinwirken. (Anm.: heutige Naturalisten schreiben das eher den Hormonen zu) Dabei ergibt sich, dass das Leben nach dem Tod, auch Himmel und Hölle, von der Geistlichkeit erdachte Märchen sind, die aber nützlich und daher keineswegs öffentlich zu verhöhnen sind, weil sie dem Staat dienen, die einfältigen Seelen - wirklichkeitsfremde Menschen, deren Gedanken Hirngespinste und deren Handlungen lächerlich sind - im Gehorsam gegenüber den Behörden zu erhalten.[3]
Jene, die keine höhere Vernunft haben, pflegen all ihre Denkvorstellungen aus den Sinnen des Körpers und den damit zusammenhängenden Täuschungen zu begründen. So sagen sie z.B., dass nicht Gott, sondern die Sonne mit ihrer Wärme und ihrem Licht all die Wunder der Natur bewirke. Das Weltall sei nicht als ein Werk Gottes und als Wohnstätte Seiner Liebe und Weisheit, sondern nur als ein Werk der Natur und als Wohnstätte der Wärme und des Lichtes der Sonne zu betrachten. Sinnliche Menschen, die alles der Natur und nichts dem Göttlichen zuschreiben, glauben auch, dass ihr Leib aus der Natur hervorgegangen sei, ja sogar das Vernünftige des Menschen von daher stamme. Kurz: Was man nicht sieht, das könne nichts sein.
Richtig ist: Die Natur wirkt aus sich gar nichts, sondern Gott wirkt durch die geistige Welt durch die Natur. Die Natur wurde nur erschaffen, das Geistige zu bekleiden und in entsprechender Weise im Letzten der Ordnung darzustellen. Der menschliche Geist verfällt aus Unwissenheit leicht auf die Idee, das Weltall sei durch die Natur erschaffen und bekennt nur wegen der kirchlichen Autorität mit den Lippen, die Natur sei von Gott erschaffen. Weil der Mensch aber nicht weiß, wie das geschehen sein soll, verfällt er, wenn er die Frage weiter erforscht, leicht dem Naturalismus, der Gott leugnet. Wer aber an das göttliche Wirken im Einzelnen der Natur glaubt, kann erkennen, dass sehr vieles von dem, was in der Welt zu beobachten ist, weit mehr für das Wirken Gottes als für die Eigenständigkeit der Natur spricht. Zeugnisse sind all die Wunder, die beim Entstehen der Pflanzen und Tiere ins Auge springen, ebenso der wunderbare Aufbau selbst der winzigsten Insekten und die vielfältigen wunderbaren Einrichtungen, welche überall zu beobachten sind. Ein Mensch von höherer Vernunft kann nicht umhin zu denken, dass solches von jemandem stammt, der unendliche Weisheit hat, also von Gott. Wer grundsätzlich alles der Natur zuschreibt, sieht die Naturwunder zwar auch, bemerkt aber nur ihre Existenz und sagt, die Natur bringe sie hervor, weil er den Geist vom Denken an das Göttliche abgewendet hat. So jemand kann über die Naturwundern nicht vernünftig und noch weniger geistig denken, sondern nur sinnlich und materiell. Er denkt in der Natur aus der Natur und nicht über die Natur und unterscheidet sich von den Tieren nur darin, dass er verständig sein könnte, wenn er es wollte. Jeder könnte aus den sichtbaren Dingen der Natur eine Bestätigung für das Göttliche schöpfen, wenn er will. Naturalisten aber gleichen Nachteulen, die in der Finsternis und nicht im Licht sehen.[4]
Wer die Schöpfung der Welt aus einem anderen Ursprung als der göttlichen Liebe und Weisheit ableiten möchte, und nicht weiß, dass die Liebe und Weisheit das göttliche Wesen ausmachen, steigt von der Höhe vernünftigen Sehens herab und gerät in einen Zustand, wo er nur noch mit den (materiellen) Augen sieht und die Natur als Schöpferin des Weltalls verehrt. Auf diese Weise empfängt er bloße Chimären und gebiert Gespenster, ersinnt Trugschlüsse, vernünftelt aus ihnen und brütet gleichsam Nachvögel aus. Menschen dieser Art kann man kaum ein Gemüt zuschreiben, sie haben nur Augen und Ohren ohne (geistigen) Verstand, Gedanken ohne Seele. Sie reden von den Farben, als entstünden sie ohne Licht, von der Entstehung der Bäume, als erfolge dies ohne Samen, ja überhaupt von allem in der Welt, als sei es ohne Sonne entstanden. Das Abgeleitete erheben sie zum Ursprünglichen, das Verursachte zur Ursache, und so verkehren sie alles in sein Gegenteil, schläfern die Wachtposten der Vernunft ein und träumen.[5]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 4b; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 173b
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 94
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 178
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 102; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 12; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 13c-d; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 35i; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 75g; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 53
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 37c