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Riesenkraken

Aus Prophetia
Zeichnung aus dem Jahre 1801, nach der Beschreibung von französischen Seeleuten, die von einem Riesenkraken vor der Küste Angolas attackiert wurden

Der Riesenkraken ist ein riesiger Meerespolyp, der sich aus den im Meer befindlichen Sandbänken und ihrem Schlammgehalt gleich den anderen Polypen entwickelt und so lange am Grund des Meeres festsitzt, bis er durch irgendeine unterseeische Meereseruption an die Oberfläche des Meeres gebracht wird und dann nicht selten einer schwimmenden kleinen Insel gleicht. Er kommt dann und wann im Atlantischen Ozean vor.[1]

Wesen

Der große Kraken ist das größte Tier der Erde und in seinem völlig ausgewachsenen Zustand über fünfhundert Klafter lang und bei hundert Klafter breit und dick. Er hat keine bestimmte Gestalt, sondern sieht, wenn er auf die Meeresoberfläche kommt, einer ziemlich plumpen Insel ähnlich, die hie und da eine recht üppige Vegetation zeigt. Auf seinem Rücken wächst nicht selten Moos, Meergras und sogar kleine Seebäumchen, die eine runde, rote Frucht tragen, die von Goldschmieden als Zierde verwendet wird. Es finden sich auch eine Menge roter, felsartiger Erhöhungen auf dem Rücken dieses Tieres, welche nicht selten abgeworfen werden und eine Zeitlang, solange sie noch nicht völlig gefestet sind gleich dunkelroten Bimssteinen auf der Oberfläche des Meeres herumschwimmen und häufig an manchen Meeresufern, manchmal auch auf festem Land, wo einmal ein Meer gestanden ist, unter dem Namen Drachenblut aufgefunden werden. Dem Ansehen nach ist dieses Tier somit Pflanze und Mineral zugleich. Der Gestalt nach sieht es mineralisch aus, wie ein Stück Erde oder Land, auf dem üppiger, verschiedenartiger Pflanzenwuchs vorkommt, weswegen man es auch für eine große Meerpflanzenwurzelknolle halten könnte.[2]

Wenn ein Schiff, oder manchmal auch mehrere, über dem Rücken dieses ungeheuren Tieres zu stehen kommen, dann taucht das Tier schnell aufwärts und hebt ganze Schiffe über den Meeresspiegel hinaus. Darauf erhebt es von allen Seiten tausend blendendweiße Arme, gleich großen Elefantenrüsseln, in eine Höhe von dreißig Klaftern und in einer Dicke von nicht selten acht Schuh im Durchmesser, zerquetscht damit die Schiffe, trägt sie in seinen weiten Schlund und verzehrt sie mit allem, was darinnen ist. Es kann alles verdauen - Steine, Metalle, Holz, sogar Diamanten. Weil dieses Tier so viel Verschiedenartiges verdaut, kommen auf seiner Oberfläche eine Menge vegetabilischer und mineralischer Aftergebilde zum Vorschein.[3]

Quellenverweise