Zum Inhalt springen

Schöckel

Aus Prophetia

Der Schöckel ist ein Berg in der Steiermark und war früher bei weitem mehr bewohnt als die Talgegenden. Ursprünglich hieß er "Freitauer". Früher war dieser Berg ein Feuerspeier und seine sogenannten Wetterlöcher sind offengebliebene Krater.[1]

Der Schöckel hat seinen Namen von einer alten Landessprache, in der das Wort "Schögeln" Wettermachen bedeutet. Ein "Schögler" war eine Art Taschenspieler, der einige Naturkünste zuwege brachte; auch Seiltänzer und Akrobaten wurden so genannt. "Schögeln" ist ein uraltes, asiatisches Wort, nach dem die dortigen Zauberer auch Jongleurs, Jogles heißen. Von diesem Wort stammt die Bezeichnung "Schock" ab, z.B. ein Schock Menschen oder ein Schock Garben. Man nannte ein gewisses Häuflein Menschen darum einen Schock, weil man darunter gewöhnlich einen Menschen vorhanden glaubte, der etwas mehr weiß als die anderen, der sonach sicher ein Schögler war und die Menge daher von ihm den Namen Schock hatte. Auch sah man auf den Bergen die Menschen gewöhnlich schockweise beisammen. Wenn die Talbewohner in dieser früheren Zeit ein Schöckchen Menschen auf einem Berg erblickten und etwa zufälligerweise irgendein Wölkchen über dem Berg, dann dachten sie, dass sich nun diese Menschen schon mit der Zauberei abgeben und auf jeden Fall ein Wetter zu machen anfangen. Auf dem Schöckel war dies früher der Fall. Die verweichlichteren Talbewohner verdächtigten die Bergbewohner als Zauberer, weswegen sie den Berg "Schöckel" oder "Zauberberg" nannten. Es ist noch nicht allzu lange her, als dieser Berg noch so berüchtigt war, dass kein ehrlicher Christ wagte, seinen obersten Scheitel zu besteigen, weil jedermann, der einigen katholisch-christlichen Sinn hatte, eindringlichst vor der Schöckelhexe gewarnt wurde. Darum hat man auch seine höchste Kuppe entwaldet, um dadurch der Schöckelhexe die Schlupfwinkel wegzunehmen, damit sie sich nicht verbergen könnte, wenn von allen Seiten mittelst geweihten Pulvers auf sie geschossen wurde. Natürlich aber hat nie eine solche Hexe den Schöckel bewohnt. Der Berg war allerdings von vielen Berggeistern bewohnt, mit denen die alten Bewohner dieses Berges nicht selten ganz natürlichen Umgang pflegten und darum auch um vieles weiser waren als die Talbewohner.[2]

Quellenverweise