Sebastian
Sebastian (Roman Sebastian Zängerle, Bischof von 1824–1848) war Bischof in Graz und Prälat der römischen Kirche.[1]
Charakter
Sebastian war ein herrschsüchtiger, stolzer Pfaffe, der sich mit einer schwärzesten Pfaffenrotte umgab, um durch die Masse an seine Ziele zu gelangen, weil es ihm dazu an der Kraft des Verstandes mangelte. Er bemühte sich um eine absolute Pfaffenherrschaft über die ganze Erde (nach Waldstein)[2] und verfluchte auf der Welt jeden in den Grund der Hölle, der nicht nach seiner Pfeife tanzen wollte. Sebastian war einer jener dummbösen Pfaffen, die mit der größten Gemütsruhe eine Million Menschen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen mit einer wahren Wollust hätte verbrennen sehen können.[3] Er hatte sehr viel Hochmut in sich und war dabei sehr dumm, so dass er seinen Hochmut am Ende sogar für gottesverdienstlich ansah.[4]
Geschichte
Diesseitiges Leben
Sebastian war ein päpstlicher Hausprälat, was ihm bei weitem mehr war als Petrus, Paulus, Johannes, Maria und Joseph. Nach seinem bornierten Glauben galt vor Gott Vater ein Bischof seines Kalibers dreihundertvierundsechzig mal mehr als Maria selbst, die Christus nur einmal gebar, während er Christus mindestens dreihundertfünfundsechzigmal gebar, wobei da noch nicht einmal die anderen Geistlichen einbezogen waren, die seine Hand zu tagtäglichen Christusgebärern gemacht hatte, was ihm gleich einer Tantieme angerechnet werden müsse und seinen Wert vor allen Engeln ums Unglaubliche erhöhe.[5]
Der verschmitzte Sebastian wusste sich bei den Hofdamen einzuschmeicheln, setzte auf diesem Weg unter der Schürze alles durch und bildete sich nach und nach zu einem förmlichen Kirchentyrannen aus. Er vergrößerte seinen Hofstaat mit vielen in der Stadt und auf dem Land schon lange aufgehobenen Orden, die er wieder einführte, worüber sich die besser und heller Denkenden sehr empörten. So trug er einiges zum Aufstand von 1848 bei. (nach Robert Blum)[6]
Jenseitiges Leben
Obwohl Sebastian schon drei Jahre lang in der Geisterwelt weilte, und ihm dies bewusst war, änderte sich seine finsterste Gesinnung um gar nichts. Er war gleichsam ein Ochse, zwar nicht böser Art, aber über alle Maßen dumm.[7]
Da Sebastian der Erde in böser Absicht Übles zufügen wollte, wurde er auf einen Wink des Herrn mitsamt seinem Anhang von den Friedensgeistern gefangen genommen.[8]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.1-3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.22
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.264.3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.264.6
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.5
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.3; Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.12
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.263.24; Jakob Lorber, Robert Blum 2.264.1