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Seele (Swedenborg)

Aus Prophetia

Die Seele, die vom Vater stammt, ist der eigentliche Mensch, sein eigentliches Wesen. Sie setzt sich aus Substanzen zusammen, die der geistigen Welt angehören.[1] Die Seele des Menschen ist Aufnahmegefäß, Empfänger des Leben (aus Gott).[2] Die Seele ist somit das Leben des Menschen, während der Geist der Mensch selbst ist.[3]

Die Menschenseele ist der Geist des Menschen. Die menschliche Seele als der Geist des Menschen ist unsterblich, und zwar mit allem, was zu ihm gehört. Er ist es auch, der im Körper denkt und will und das Geistige (aus Gott) in sich aufnimmt und geistig lebt. Daher gehört alles geistige Leben, das im Körper erscheint, dem Geist des Menschen, und nicht im Geringsten dem Körper an.[4]

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Anmerkung: Emanuel Swedenborg, oder seine Übersetzer, vermitteln keine klare Unterscheidung von "Geist" und "Seele". Das ist nicht weiter schlimm, da beides geistiger Natur ist und zueinander gehört, allerdings wird es dadurch unmöglich, einen einigermaßen übereinstimmenden Artikel zur menschlichen Seele zu erstellen, wenn andere Quellen diese Unterscheidung exakter oder anders transportieren. Daher wurde für die Seele nach Swedenborg dieser eigene Artikel erstellt.


Wesen

Der Mensch nimmt seinen Anfang mit der Seele, die das eigentliche Wesen des Samens ist. Sie bildet den Ausgangspunkt für alles, was zum Körper gehört, bringt es in seiner Ordnung hervor und ebenso alles, was aus dem Zusammenwirken von Seele und Leib entsteht und deren Wirksamkeit genannt wird.[5]

Die Seele ist im Ganzen wie in jedem Teil des Menschen gegenwärtig, da das Leben der Seele das Leben des Leibes ist. Zwischen beiden besteht eine Wechselwirkung.[6] Seele und Körper sind zwar verschieden voneinander, aber doch gegenseitig vereinigt. Die Seele wirkt im Körper und auf den Körper, nicht aber durch den Körper. Der Körper wiederum wirkt aus sich von der Seele her. Die Seele wirkt nicht durch den Körper, weil sie nicht miteinander beraten und Überlegungen anstellen, die Seele auch nicht befielt oder bittet, dass der Körper diese oder jenes tun oder durch seinen Mund aussprechen soll. Auch der Körper fordert und verlangt nichts, dass die Seele es ihm gebe oder darreiche; denn alles, was zur Seele gehört, gehört ebenso auch zum Körper, und umgekehrt.[7]

Es besteht ein allgemeiner Einfluss von Gott in die Seelen der Menschen, weil die Seele das Innerste und Höchste des Menschen ist. Von dort dringt er herab in das, was sich unterhalb befindet und belebt es je nach dem Grad der Aufnahme. Die Wahrheiten, die dazu bestimmt sind, den Glauben zu bilden, fließen zwar durch das Gehör ein und werden auf diese Weise dem Gemüt unterhalb der Seele eingepflanzt, doch wird der Mensch durch diese Wahrheiten nur zur Aufnahme des Einflusses aus Gott durch die Seele vorbereitet. So wird, was als bloß natürlicher Glaube begonnen hat, in einen geistigen Glauben umgestaltet.[8]

Es gibt keine Seele, die einer anderen ganz ähnlich wäre.[9]

Das Leben der Seele ist das geistliche Leben.[10]

Der Mensch lebt ewig, weil er durch Liebe und Glauben mit Gott verbunden werden kann; dies kann jeder. Auf diesem Können beruht die Unsterblichkeit der Seele.[11]

Durch die Seele wird das Eigenleben des Menschen bezeichnet, das jeder von Geburt an hat und welches darin besteht, dass er sich selbst und die Welt über alles liebt.[12]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 103; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 294.IV
  2. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 25d
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 602
  4. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 432
  5. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 166
  6. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 112e
  7. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 154f
  8. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 8a
  9. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 13
  10. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 322
  11. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 224
  12. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 556