Vogel

Wesen
Das Äußere eines Vogels ist bedeckt mit Flaum und kleineren und größeren Federn. Sein Inneres besteht in einem Herzen ähnlich dem des Menschen und allen warmblütigen Tieren, in einem eigentümlichen Magen, in den Gedärmen wie auch in einer ziemlich weiten Lunge und Leber. Das Vogelfleisch besteht meistens aus weichen, leichten und weißlichen Fasern, die durch ein feines, nervenartiges Gewebe miteinander verbunden sind. Durch diese Verbindung ist es einer größeren Ausdehnung und Zusammenziehung fähig als das Fleisch der anderen Tiere. Auf einem meistens langen Hals ist ein kleiner Kopf, versehen mit außerordentlich scharfen Sinnen. Gleich seinen Sinnesorganen ist auch sein Gehirn in einem ebenso hohen Grad reizbar und voll Tätigkeit. In diesem Gehirn ist mehr Intelligenz als in allen übrigen Tieren, selbst den Elefanten nicht ausgenommen, aus welchem Grund auch schon der erste Grad geistiger Tätigkeit ersichtlich wird, weswegen manche Vogelgattung vor allen übrigen Tieren ein Gedächtnis von ganz besonderer Stärke besitzen und mancher Vogel sogar geregelte Gesangsweisen wie auch Worte und oft auch ganze Sätze nachahmen kann, was keinem anderen, noch so gelehrigen Tier möglich ist (Anm.: es gibt seltene Ausnahmen). Die Vögel stehen daher dem Menschen (seelisch-geistig) näher als andere, die sich gleich den Menschen mit ihren Füßen mühsam auf der Erde bewegen. Ein Vogel kann sich in seinem sehr reizbaren Gehirn schon eine gewisse geregelte Vorstellung machen von dem, was er durch die Sinne aufgenommen hat. Daher erscheint die Stimme eines Vogels schon im natürlichen Zustand oft recht wohl artikuliert.[1]
Die Vogellunge ist viel elastischer als die aller andern Tiere. Ein Vogel kann nach seiner Art verhältnismäßig hundertmal soviel Luft in sich ziehen wie ein Mensch. Mit der Luft geht ein ähnlicher chemischer Prozess vor wie mit dem Wasser im Magen, das dort in Wasserstoff und Sauerstoff entbunden wird. Das Gas davon strömt in die hohlen Knochen. Der Sauerstoff vereinigt sich mit dem Blut zur Bildung der Nerven, Muskeln, Sehnen, Federn und Knochen. Der Stickstoff wird wieder ausgeatmet und kann nach Willkür zur Bildung der einem jeden Vogel eigentümlichen Stimme verwendet werden.[2]
Die Leber ist beim Vogel von gleicher Beschaffenheit wie das Zellgewebe unter der Blase eines Fisches. Sie besteht aus einer großen Menge pyramidenähnlicher Bläschen, welche nur mit sehr leichten und mehr lockergehaltenen, schleimartigen Fäserchen aneinander gefestigt sind. Diese pyramidalen Zellen oder Bläschen haben die Eigenschaft kleiner elektrischer Fläschchen, saugen das durch die Reibung der Magenblätter entwickelte elektro-magnetische Fluidum in sich und werden der Reihe nach gefüllt gleich einer elektrischen Batterie. Dieses elektro-magnetische Fluidum wird zur Bildung des Gases verwendet, so oft der Vogel fliegen will (siehe unten). Der bei einem solchen Prozess entbundene Kohlenstoff sammelt sich in einer eigenen kleinen Gallenblase und wird vom Magen wieder aufgenommen, wenn irgendetwas schwer Verdauliches aufgenommen wird.[3]
Wie die Fortpflanzung der Vögel im Allgemeinen vor sich geht, wird beschrieben in Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.8-18, die Funktionsweise ihres Magens in Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.19-21
Vogelflug
Will ein Vogel fliegen, dann füllt er in einem Augenblick die Bläschen in den Federkielen und auch seine übrigen Organe mit feinstem Wasserstoffgas, das mittels des Magens und der Leber (siehe oben) aus dem häufig aufgenommen Wasser auf bekanntem chemischen Weg wie bei einer voltaischen Säule entbunden wird. Dadurch wird der Vogel nach dem Verhältnis seines Wesens bis zu siebenmal leichter. Er breitet seine Flügel aus und erhebt sich mit großer Leichtigkeit, wobei Schweif und Flügel als Steuer dienen. Nur zu Beginn braucht er die Flügel, um sich zu erheben, aber während des Fliegens wird er zunehmend leichter, wobei er dann seine Flügel nicht mehr zum Tragen, sondern nur zum Vorwärtsbewegen gebraucht. Will der Vogel landen, dann lässt er nach Bedarf etwas Gas entströmen und füllt dafür den Kiel mit atmosphärischer Luft.[4]
Der schnelle Flug rührt von der größeren elektro-magnetischen Quantität in einem Vogel her, welche sich sehr leicht aus seinem blitzwendigen Flug entnehmen lässt.[5]
Diese natürlich-geistigen Angaben sind der Begriffsfähigkeit der Menschen des 19. Jahrhunderts angepasst.[6]
Entsprechung
Geflügelte Tiere entsprechen, je nach ihrer Art, den Verstandesbereichen beider Gemüter.[7]
In der geistigen Welt werden Menschen, die, sobald sie das Wahre hören, augenblicklich innewerden, dass es wahr ist, durch Adler vorgebildet. Jene, die das Wahre nicht inne werden, sondern aus den Beweisen der äußeren Erscheinungen erschließen müssen, werden durch Singvögel vorgebildet. Jene, die etwas nur dann für wahr halten, wenn es ihnen von einem angesehen Mann gesagt wurde, werden durch Elstern vorgebildet. Die Gedanken jener Menschen, die einem Irrlicht folgen und daher das Wahre entweder nicht erkennen wollen, oder es nicht erkennen können, sondern nur das Falsche, werden durch Nachtvögel vorgebildet, ihre Rede durch Eulengeschrei.[8]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.1-7
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.23; Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.26-27
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.28-29
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.22-25; Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.28
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.32
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400823.33
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 110
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 42