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Gesundheit

Aus Prophetia
Die Durchsetzung gewisser Hygienestandards war für die Volksgesundheit wesentlicher als alle Medizin.

Vorbeugung

Um gar nicht erst krank zu werden, soll man möglichst einfach leben und seinen Magen nicht unnötig mit allerlei Unrat (Feinschmeckerspezialitäten) aus allen bekannten Reichen der Natur vollstopfen. Vielmehr soll man das genießen, was dem Leib wohl tut: Eine einfache vegetarische Kost und diese auch nur von jenen Pflanzen, die von alters her schon als nährendes Brot dem Menschen bestimmt waren. Und alles nur mit Maß und Ziel. Dann wird der Leib durchs ganze Leben von keiner Krankheit geplagt sein, und ohne alle Impfung und andere ärztliche Tollheiten ein hohes Alter erreichen. Auch der Tod wird dann so leicht wie das Einschlafen nach einem Tag redlicher und fleißiger Arbeit sein.[1] Wer dies versäumt, und stattdessen zu Impfungen und allerlei Medikamenten Zuflucht nimmt, der wird in natürlicher Hinsicht schon in seiner Jugend zu einem Greis und wird einen Sinn nach dem anderen einbüßen, d.h. er wird blind, taub und kränklich werden, seine Zähne verlieren, seine Verdauung und auch alle Lebensfrische. So jemand wird mit vierzig Lebensjahren mühseliger und krüppelhafter sein, als es die Alten mit hundert waren.[2]

Gesundes Leben

Der Leib soll in Ordnung (rein und gesund) erhalten werden, denn wenn er dies nicht ist, dann sieht es auch bald mit der Seele trüb aus und mit der Entwicklung des Geistes noch trüber.[3]

Aufenthalt

Für die Menschen ist es sehr schlecht, sich an Orten und in Gemächern aufzuhalten, in denen sie statt der belebenden, rein atmosphärischen Luft nur Stickluft einatmen, in der nur sehr wenig Sauerstoff vorhanden ist, was besonders verqualmte Wirtskneipen betrifft. Die Folge davon sind dann Entzündungen, Rheumatismen, Gicht und dergleichen mehr.[4]

Die Luft ist in den höheren Regionen reiner und gesünder als in den unteren.[5]

Ernährung

siehe Ernährung

Gefühlsleben

Der Ärger ist der nötigen leiblichen Gesundheit gar nicht zuträglich. Er erzeugt zu viel Galle, diese verpestet das Blut und setzt das menschliche Leben jeden Augenblick aufs Spiel. Daher soll man sich besonders vor zu großem Ärger hüten.[6]

Lebensführung

Das abendliche Gasthausschmausen bei Bier und Tabakdampf ist nicht nur für den Leib, sondern noch bei weitem mehr für Seele und Geist überaus schädlich, da dabei durch die schlechte Kost in den Leib allerlei scheußliche Spezifika aufgenommen werden, die dann Seele und Geist trüben. Zu dem gesellt sich noch die Nacht der Erde, in der auch das allerschlechteste psychische Spezifikalgesindel in den Luftraum der Erde aufsteigt und im selben wo und wie nur möglich durch das Fleisch, das es augenblicklich durchdringt, die Seele mit allerlei Scheußlichkeiten besudelt und nicht selten mit unkeuschen Gedanken und Begierden erfüllt.[7]

Naturnähe

Die Erde hat in allem die Bestimmung, die Menschen zu tragen, zu ernähren und stark und gesund zu erhalten. Indem sich der Mensch durch Luxus der Natur entfremdet, leidet seine Gesundheit und Lebensdauer. Die Natur des Menschen ist wie ein Säugling, den nichts so gut nährt als die Mutterbrust. Jene Kinder, die lange von der Brust der kräftigen Mutter die Nahrung erhielten - vorausgesetzt, dass sie so naturgesund und unverdorben ist wie die Eva -, werden riesenhaft stark und können es mit Löwen aufnehmen. Haben sich die Menschen aber einmal von der Natur entfernt, dann können sie praktisch nicht mehr umkehren, da das was sie stark und gesund machen soll, im Gegenteil krank und schwach macht. Daher sollte sich der Mensch von der Brust der Mutter Erde nie zu sehr entfernen, wenn er dem Leib nach gesund, stark und alt werden will.[8]

Selbstverleugnung

Indem die Seele durch allerlei Selbstverleugnung frei gemacht wird, so wird auch das Fleisch abgehärtet. Daher können beispielsweise hart arbeitende Landarbeiter viel mehr aushalten als verweichlichte Stadtbewohner. Die Unempfindlichkeit und Abhärtung des Fleisches rührt nicht von der schweren Arbeit her, sondern ist die Folge der aus dem Fleisch durch allerlei Selbstverleugnung freier gewordenen Seele. Wo hingegen alle Sorge für die Zärtung des Fleisches getragen wird, wo sogar Schulen bestehen, in denen der Leib durch allerlei Gymnastik möglichst ebenmäßig und durch allerlei Salben und Öle so zart wie möglich gemacht wird, da gibt es keine freie und starke Seele mehr, da reicht nur ein leiser Gifthauch über solch ekelhaft schwache Leiber und der Tod hält sein Erntefest.[9]

Rauchen

siehe Rauchen

Schlaf

siehe Schlaf

Nachteil völliger Gesundheit

Die völlige Gesundheit des Leibes schadet dem Geist mehr als sie ihm nützt. Daher lässt Gott die Seinen auch stets dem Leib nach dann und wann ein wenig kränkeln, damit sie sich ja mit der Welt nicht zu sehr vermengen sollten in einem zu gesunden Leibeszustand. Wenn jemand ganz gesund ist, dann kommt ihm nicht der leiseste Gedanke, dass er einst doch diese Trugwelt wird verlassen müssen; denn da gefällt ihm auf der Welt alles viel zu gut, ein jedes Blümchen, ein jeder Bissen, eine jede Dirne, eine jede Gegend, und er hat den sehnlichsten Wunsch, nur ewig also auf der Erde zu leben, und bekommt nie das heilige Heimweh nach dem ewigen Vaterhaus im Himmelreich. Wird aber sein Leib krank, da erinnert sich der Mensch, dass es auf der Erde keines Bleibens sein wird, und fängt dann und wann doch etwas ängstlich an nachzudenken, was da nach dem Tod des Leibes etwa doch sein und kommen dürfte. Und das ist dem Geist schon heilsamer, als alle noch so unschuldigen Vergnügungen bei kerngesundem Leib.[10]

Quellenverweise