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Hanoch

Aus Prophetia
Dieser Artikel behandelt den Sohn von Kain. Für das Reich und die Stadt Hanoch siehe Hanochiten.

Hanoch ("die Ehre Kains") war ein Sohn von Kain und seiner Frau Ahar und wurde nach Kains Flucht in das Land Nhod geboren. Kain übergab ihm alle väterlichen Rechte über alle seine anderen Kinder und deren Nachkommen und machte ihn zum Gesetzgeber über dieselben, um Ordnung zu schaffen und den Streit unter ihnen zu beenden.[1]

Geschichte

Nachdem Hanoch seine Wohnung in der von den Kindern Kains erbauten Stadt übergeben und er von Kain zum Fürst ernannt worden war, verkündete er tyrannische Gesetze:[2]

  1. Keiner darf jemals etwas als sein Eigentum betrachten, sondern alleine nur als das Eigentum Hanochs, damit der Streit ein Ende nehme.
  2. Alle dienen Hanoch und arbeiten für ihn, wofür sie entsprechend ihrem Fleiß Nahrung erhalten. Die Aufseher und Vollstrecker der Rechte (Beamten) bekommen eine bessere Kost.
  3. Ungehorsame werden in die Berge getrieben, damit sie dort von den wilden Tieren umgebracht werden.
  4. Nachlässige werden mit Ruten bis zum Blut gezüchtig.
  5. Faule werden mit Knüppeln und Stecken wie ein Lasttier behandelt, damit sie geläufiger und schneller würden.
  6. Es gilt die strengste Folgsamkeit in allem den freien Wünschen und Befehlen von Hanoch.
  7. Wer Hanoch als dem Fürsten in irgendetwas widerspricht, der wird mit Schlangen bis ans Mark seiner Gebeine gezüchtigt und es wird ihm die Zunge herausgerissen und den Schlangen zum Fraß vorgeworfen.
  8. Wer Hanoch schräg anschaut, dem werden die Augen ausgestochen.[3]

Hanoch versklavte sogar seinen Vater und seine Mutter, wobei er selbst und seine eigene Familie sich zu ihrer Bequemlichkeit eine Dienerschaft hielten und die anderen für sich arbeiten ließen.[4] Kain floh drauf mit seiner Frau und vier Kindern vor Hanoch.[5]

Hanoch hatte sich die schönste Frau ausgesucht und noch dazu zwei Nebenfrauen und trieb mit ihnen Unzucht über die Maßen, wodurch sich sein Verstand derart verfinsterte, dass er ganz und gar auf die Regierung vergaß. Seine Diener machten sich seine Dekadenz zunutze und förderten sie und erlaubten den Untertanen alle nur möglichen Belustigungen, wenn diese ihnen nur fleißig ihre Gaben lieferten.[6]

Machtübernahme der Beamten

Als die Diener Hanochs sahen, dass sie ungestraft tun konnten, was sie wollten, da gaben sie den Untertanen folgende Gesetze:

  1. Dem Fürsten wird eine göttliche Verehrung durch allerlei Opferungen erwiesen.
  2. Die schönste Tochter eines Untertan wird dem Fürsten gegeben, worauf dieser dem glücklichen Geber alle Abgaben erlassen werde, er ein freier Besitzer seines Hauses werde und sich im Haus des Fürsten mit dessen Dienern wird unterhalten können und alle Jahre einmal den Fürst anschauen und ihm für seine Gnade danken.[7]

Dieses letzte Gesetz führte nun dazu, dass die Eltern ihre Töchter immer zu Hause behielten und alle Aufmerksamkeit darauf verwendeten, dass diese recht zart und schön wurden, um sich so dadurch vielleicht auch einen Freiheitsstand zu bereiten. So eine Schöne sah dann keinen Gemeinen mehr an.[8]

Die Diener Hanochs rissen die Regierung an sich unter dem Vorwand, dass der Fürst ein Gott des Volkes sei und es entwürdigend wäre für seine unendliche Hoheit, den Würmern der Erde Gesetze zu geben usw. Sie schmeichelten Hanochs eigenliebigen Eitelkeit so sehr, dass dieser vollends einwillige, ihnen die Regierung zu überlassen.[9] Sie meinten zwar, Hanoch würde sich wirklich für einen Gott zu halten, tatsächlich wusste dieser aber bei sich sehr genau, dass er keiner war. Aber er wollte die anderen in ihrer Blindheit erhalten, um sie so leichter manipulieren zu können. So herrschte ein wahres Narrenverhältnis zwischen Hanoch und seinen zu Fürsten gewordenen Dienern.[10]

Die zehn Fürsten

Statt einem Fürsten entstanden so zehn Fürsten, die zwischen Menschen, ihren Brüdern, und den sonstigen Tieren nicht den geringsten Unterschied machten und sie nur in vernünftige und unvernünftige Bestien teilten. Das Recht, sich Mensch zu nennen, wurde nur jemandem erteilt, wenn er zu seinem Vorteil irgendeinen schlau-bösen Streich günstig ausgeführt hatte.[11]

Diese zehn Fürsten erkannten unter der weisen Anleitung von Farak, wie schlecht und verderbt sie waren und sie einander Brüder und Brüder des zu leitenden Volkes nach dem Willen Gottes sein sollten. Es gelang Farak auch, den Hanoch zu bekehren und so kam es zu einer besseren Regierung für mehr als fünfhundert Jahre.[12]

Siehe auch

Quellenverweise