Josoe
Josoe, der Neffe von Jairus,[1] starb im Alter von zwölf Jahren und wurde nach eineinhalb Jahren von Jesus erweckt, obwohl sein Leib schon bis auf die Knochen verwest war.[2] Josoe hatte schon von Geburt an einen außerordentlich scharfen Geist und vermochte nach seiner Auferweckung, obwohl erst ein Knabe, sogar die Weisheit von Engeln zu übertreffen. Er hatte eine gute Art sich auszudrücken und wurde Jesus ein tüchtiges Rüstzeug.[3]
Geschichte
Josoe war von der Wiege an ein engelhaftes, gottesfürchtiges Kind. Mit zehn Jahren verstand er schon die Schrift und hielt die Gebote wie ein frommer erwachsener Jude. Dann aber kam eine böse Krankheit über ihn und er starb. Als zum Freundeskreis des Jairus gehörend, wurde er in der Synagoge von Nazareth in einem aus Zedernholz angefertigten Sarg bestattet.[4]
Erweckung des Josoe
Als Jesus eineinhalb Jahre später in Begleitung von Jairus und anderen die Gruft besuchte, in der Er Sarah vom Tod erweckt hatte, da fing Jairus an, mit Gott zu hadern, als er den Sarg von Josoe sah. Jesus klärte ihn darüber auf, weswegen Gott auch vielversprechende Kinder von der Welt nimmt; im Fall von Josoe war es so, dass er von den vermögenden Eltern zu sehr verwöhnt worden wäre und am Ende ihren hochgestellten Hoffnungen nicht im Geringsten entsprochen hätte - er wäre ein eingebildeter, stolzer und eigensinniger Tropf geworden. Gott sah dies im Voraus, nahm ihn zur rechten Zeit von dieser Welt und gab ihn jenseits den Engeln zur besseren Erziehung, damit er desto eher jene Bestimmung erreichen möge, die ihm, wie jedem Menschen, von Gott aus besonders gestellt ist. Zudem sah Gott auch vorher, dass die Zeit kommen werden, in der Gottes Name verherrlicht werden soll, indem Er ihn erwecken werde.[5]
Jesus wies Seine Begleiter an, den Sarg aus der Gruft zu heben und ihn zu öffnen, was aber nur die Ihn begleitenden beiden Engel zu tun vermochten, da der Sarg sehr schwer war. Als der Sarg geöffnet wurde, sahen alle das jämmerlich aussehende Skelett. Damit alle Anwesenden sehen konnten, dass Gott, als auf der Erde ein Menschensohn, vollkommen die Macht hatte, auch solche Leiber ins Leben zurückzurufen und sie neu und unsterblich zu beleben, sollte ihnen dieser Knabe ein Zeuge werden. Als Jesus sagte, "Josoe, Ich sage es dir, richte dich auf und lebe, und zeuge, dass Ich Macht habe, auch solche Tote zu erwecken, wie du einer bist!", da entstand wie ein starker Luftzug, der Schimmel der Verwesung verschwand, über den Knochen ergänzte sich schnell die Haut und innerhalb derselben fing der Leib zur Vollgestalt zu schwellen an, wie ein aufgehender Brotteig. In wenigen Augenblicken erhob sich der Knabe vollkommen lebendig aus dem offenen Sarg und erkannte gleich Jairus, Faustus und Cornelius. Als Josoe wissen wollte, wie er in den Sarg gekommen sei, klärte ihn Jairus über das Vorgefallene auf und dass ihn Jesus vom Tod wieder ins Leben zurückgerufen hatte. Josoe hatte Jesus in der Geisterwelt so gesehen, wie Er auf Erden war; ihm wurde nun erst alles klar, dass er schon gelebt hatte auf der Erde, dann offenbar gestorben war und sich im Jenseits in einem schönen Haus unter einer lieben Gesellschaft fand. Jesus lies von den beiden Engeln für Josoe Brot und Wein heranschaffen, damit sein Fleisch stark werde. Er wies alle Anwesenden an, keinem Menschen, nicht einmal Seinen Jüngern, etwas von diesem Geschehen zu melden, denn die Zeit war für sie noch lange nicht da. Dies verlangte der Herr wegen der ungläubigen Menschen, die durch ein solches Zeugnis zum Glauben an Ihn gezwungen worden wären, wodurch ihr freies Leben einen großen Schaden erlitten hätte; zudem hätten es ihre Nachkommen nicht geglaubt, das Zeugnis als Empfindungen der menschlichen Phantasie betrachtet und sich dadurch an der reinen Lehre gestoßen. Nur die Anwesenden sollten zur Stärkung ihres Glaubens vorerst Zeugen sein. Das waren Jairus, seine Frau, seine Tochter, ihr Gemahl Borus, Cyrenius, Cornelius, Faustus, Kisjonah, Bab und seine Frau und Kinder. Jesus tat dieses Wunder vor allem der Frau des Bab wegen.[6]
Josoe bedurfte noch einiger Ruhe in der äußeren Abgeschiedenheit von Jesus, damit seine Seele mit dem neuen Leib eine festere Konsistenz bilde, wozu etwa ein Jahr nötig war. Dann würde es nicht mehr nötig sein, dass der Herr mit der Macht Seines Willens die Seele des Jungen in seinem Leib festzuhalten brauchte. Cyrenius bot an, Josoe zu sich zu nehmen, was auch der Herr für das Beste erachtete, weswegen Josoe bei Cyrenius blieb. Die noch sehr templerisch gesinnten Eltern des Jungen sollten erst später aufgeklärt werden. Cyrenius mochte den geisteshellen Josoe sehr gern und betrachtete ihn als einen Sohn, den er mehr liebte als seine leiblichen Kinder. Diesen allen würde Josoe in vielem nützlich sein können.[7]
Josoe trifft Jesus in Cäsarea Philippi wieder
In der Obhut von Cyrenius wurde Josoe alle drei Tage für kurze Zeit von dem Engel aus Sichar (Archiel) besucht, der ihn über allerlei belehrte. Dabei waren diese Belehrungen aber von solcher Art, dass Josoe damit nicht zurecht kam und sich daher ständig mit seinem geistigen Lehrer und Erzieher stritt. Sein Unterricht bestand im Wesentlichen aus einem Weisheitskampf. Als Josoe mit Cyrenius in Cäsarea Philippi wieder auf Jesus traf, beschwerte Er sich beim Herrn über diesen Engel. Jesus erklärte Josoe, der Engel lehre ihn die rechte Weisheit der Himmel; er würde erst im Alter heller zu fassen anfangen, was ihn der Engel lehrte, und ganz verstehen würde er es erst im Jenseits. Der Herr gab Josoe dennoch eine Aufklärung, worauf dieser eine ihm zuvor völlig unverständlich erscheinende Lehre des Engels begriff und sich darüber freute. Der Engel lehrte Josoe auf eine himmlische Art, die zum Selbstdenken und so zum Selbstbestimmen führt. Darauf begriff Josoe, wie er mit seinem Geistlehrer dran war und ihn überkam eine große Liebe zu ihm.[8]
In Cäsarea Philippi traf Josoe auch auf Jarah und den ihr beigesellten Engel Raphael. Da sich Raphael bei diesem Anlass mehr mit Josoe als mit Jarah abgab, wurde Josoe als Schüler des Raphael betrachtet.[9]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.73.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.69.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.70; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.73.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.197.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.79; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.196.19
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.69.1-3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.69
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.68.17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.69.9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.70; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.71; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.73.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.80
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.185; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.191.6-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.80.11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.82.4-6