Nazareth

Nazareth, der Ort in dem Jesus mit Seiner Familie lebte, lag am oberen Jordan, etwa zwei bis drei Kilometer vom Ufer des See Genezareth entfernt, in der Nähe von Kapernaum. Es handelt sich dabei nicht um das (aktuell bekannte) Nazareth, das im Gebirge liegt.[1]
Von Nazareth ist heute keine Spur mehr vorhanden. Das in einem Tal westlich vom Galiläischen Meere einige Stunden entfernt gelegene türkische Nazareth hat der gewinnsüchtige Glaube der dortigen Christen und auch Türken als einst wahren Wohnort des Herrn bezeichnet. An der Stelle Seines fälschlich angegebenen einstigen Wohnhauses stand im 19. Jahrhundert eine Kirche mit einem kleinen Kloster, in der die dortige Priesterschaft allerlei Reliquien aus der Werkstatt des Zimmermannes Joseph vorzeigte, womit sie bei den meisten Sekten aber wenig Glauben fand, weil jede Sekte vorgibt, sich selbst im Besitz dieser Reliquien zu befinden, besonders die Katholiken.[2]
Nazaräer
Zur Zeit Jesu
Jairus hatte in Nazareth eine neue Synagoge erbaut, die sich nicht weit entfernt vom Haus des Herrn befand.[3]
Die Nazaräer wurden von Joseph als zumeist böse und sehr eigennützig beschrieben.[4] Auch Nathanael kannte Nazareth als ein übles Nest voller Gesindel, dem es nur ums Geld ging, und wo es schon lange keinen Glaube mehr an Moses und die Propheten gab.[5]
Cyrenius kannte die Nazaräer bis auf wenige Ausnahmen als kaum gebildete, rohe Dummköpfe. Sie lebten meistens vom mäßigen Ackerbau und von einiger Viehzucht und kamen vielleicht einmal im Jahr nach Jerusalem, wo sie nichts an geistiger Bildung erlangten, sondern allzeit nur verloren. Manchmal artete ihre Dummheit in Bosheit aus.[6] Mehrere Bürger glaubten, dass wer sich von Jesus heilen ließe, seine Seele dem Beelzebub verschrieb. Auch von Borus hieß es, er habe von Jesus solche Stücke des Teufels erlernt.[7]
Jesus bezeichnete die Nazaräer als sehr unstet.[8] Er prophezeite, dass ihr Unglaube ihr unerbittlichster Richter sein werde, dem sie auf tausend nicht eins zu erwidern imstande sein würden. Die Nazaräer wollten nicht glauben, damit sie desto freier sündigen könnten. Denn hätten sie die Lehre Jesu angenommen, dann hätten sie notwendig ein Gewissen bekommen, das sie in ihrem argen Tun und Treiben hindern würde. Indem sie nicht glaubten und sich jede noch so handgreifliche Wahrheit aus ihrem Gemüt disputierten, konnten sie frei tun, was ihnen ihre argen Gelüste verschrieben. Sie waren des Teufels und auf einem ordentlichen Weg schwer zu bessern.[9]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.105.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.111.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.11.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 5.54.2
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640329.13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.68.17-19
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 279.16
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.9.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.24.1-3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.94.1
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.105.1
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.25.6-8