Migazzi
Migazzi (Christoph Anton von Migazzi, Bischof von 1762 bis 1785) war Wiener Erzbischof und Kardinal zur Zeit Joseph II., der ihn persönlich kannte.[1]
Diesseitiges Leben
Auf der Welt genoss Erzbischof Migazzi großes Ansehen und erschien als einer der hellsten Köpfe, der mehr als andere Bischöfe mit Joseph II. einverstanden war und ihm sogar bei seiner Reinigungsarbeit (Anm.: Reform der römischen Kirche im Sinne der Aufklärung) viele gute Dienste geleistet hat. Tatsächlich aber war er einer, der es am meisten verstand, den Mantel nach dem Wind zu drehen. Er hielt es mit dem Kaiser, weil wer auf der Erde mit einem Kaiser Hand in Hand einhergeht, bei jedem beinahe ebenso viel Respekt genießt wie der Kaiser selbst. Der Papst hing damals sehr von Österreich ab, weswegen sich Migazzi lieber an Joseph II. anschloss, geheim aber mit dem Stuhl korrespondierte und diesem sagte, was er zu tun habe, um sich gegenüber des Kaisers Macht und Erkenntnis aufrecht zu erhalten. So war Migazzi sozusagen ein Papst über dem Papst, woran er seine größte Freude hatte. Innerlich war Migazzi mehr Papst als der Papst selbst und finsterer als alle seine Kollegen. Insgeheim hasste er Joseph II. mehr als den Tod.[2]
Jenseitiges Leben
Jenseits hatte man Erzbischof Migazzi als Irrsinnigen anzusehen. Er erschien als eine wahre Schreckensgestalt: Ein förmliches Gerippe mit einem alten Vespermantel, wobei auf dem Totenschädel eine verdreckte Bischofsmütze klapperte.[3] Selbst nach vielen Jahren im Jenseits glaubte er - zumindest vor seinen finsteren Kollegen - immer noch nicht an ein Leben nach dem Tod und dachte stattdessen, er befinde sich im Ruhestand und sei in eine Irrenanstalt eingeliefert worden. Auch an die Göttlichkeit von Jesus und dessen Auferstehung bzw. dessen Unsterblichkeit glaubte er nicht.[4]
Auf Zureden von Joseph II. besserte sich Migazzi und nahm den Herrn an, der sich als einfacher Jude in Begleitung von Joseph befand, trotz seiner Angst vor seinen bösartigen Kollegen, einer Menge von Erzpfaffen.[5] Als er Jesus schließlich erkannte, wurde er von diesem "Bruder" genannt und erhielt ein recht gutes und gesundes Aussehen.[6]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.219.1-3; Jakob Lorber, Robert Blum 2.221.1
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.219.3-6; Jakob Lorber, Robert Blum 2.221.1
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.219.1-2
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.220.4-6; Jakob Lorber, Robert Blum 2.221.3; Jakob Lorber, Robert Blum 2.222.3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.222
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.223.6