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Stoizismus

Aus Prophetia

Echter Stoizismus in der alltertrockensten Bedeutung des Wortes und Sinnes bedeutet Selbstsucht, Selbstliebe, eigenmächtiger Dünkel von Eigengröße und Eigenfülle an Weisheit.[1]

Wesen

Wirkung

Der Stoizismus ist eine wahre Blausäure (Gift) für den Geist.[2]

Der Stoizismus ist für sich allein, wenn er sich atheistisch gestaltet, nicht so gefährlich, indem er bald verkümmert, weil er keine Wurzeln hat. Aber in Verbindung mit dem strengsten Deismus ist das Gefährlichste für den Geist, weil der Stoizismus mit einem strengen Gottglauben ganz natürlich eine unvertilgbare Wurzel hat.[3]

Beispiele

Der Stoiker Philopold wünschte sich den Tod samt der ewigen Vernichtung, da er sich für das irdische Schandleben, der verhasstesten aller Gaben, bei keinem Gott in einer Dankesschuld sah. Was könnte wohl elender sein, als unter schweren und leidvollen Umständen sein müssen, ohne je solcherart sein gewollt zu haben?[4]

Stoische Japaner werfen Gott Unweisheit vor. Sie sagen, es sei viel besser gar nicht, als unnütz sein, weil sie einsehen, dass sie Gott nichts nützen können und sich daher als rein überflüssig betrachten, weil Gott alles viel besser vollbringt als sie, wozu sie in der Natur vielerlei Beweise finden. Und wenn sie Gott etwa erschaffen hätte, damit sie Ihn erkennen sollen, damit Er dann eine Freude hätte an ihrer Erkenntnis über Ihn, dann stelle sich die Frage, wie denn ein unendlich keiner Wurm den unendlich großen Gott erkennen soll? Wie könne Gott vom Unvollkommen eine vollkommene Erkenntnis Seiner Selbst erwarten? Das ist so unmöglich, als wollte man das ganze Meer in einen kleinen Topf hineinschöpfen.[5]

Siehe auch

Quellenverweise