Zum Inhalt springen

Wille Gottes

Aus Prophetia

Der Wille Gottes geht aus der Liebe Gottes und der Weisheit Gottes hervor. Er ist die alleinige Grundbedingung allen Seins und erfüllt ewig den unendlichen Raum vollkommen. Alles, was da ist, ist nur da aus dem Willen Gottes und besteht aus demselben und kann ihm nicht entweichen. Der Wille Gottes ist der Heilige Geist in Gott, durch den die Werke und Wesen ihr volles Dasein (Leben) erhalten, ansonsten sie nur Gedanken und Ideen blieben. Er ist das große ausgesprochene Wort "Werde!" und es ist da, was die Liebe und die Weisheit in Gott beschlossen haben, d.h. Gott braucht nur zu wollen, und da Er allmächtig ist, ist schon da, was Er will.[1]

Wesen

Gott muss mit Seinem Willen endlos vielfach überall im Spiel sein, wo es nur immer irgendein Werden, Sein und Bestehen gibt, vom Größten bis zum Kleinsten, ansonsten der endlose Raum bald wesensleer wäre.[2]

Der polarisierte Wille Gottes ist der Grundstoff aller Dinge wie auch immer sie beschaffen sind; sie sind nichts als die Gedanken Gottes und haben ihr körperliches, sichtbares Dasein durch die Polarisierung des ewigen Willen Gottes.[3] Alle Materie wird nur durch den Willen Gottes erhalten; ließe sie Gott nur einen Augenblick aus Seinem alles schaffenden und erhaltenden Willen, träte sie im selben Augenblick völlig aus dem Dasein. Ein Mensch kann z.B. einen Stein zerstoßen, ihn mit einem starken Feuer gänzlich in eine Luftart auflösen, oder ihn werfen, aber das alles kann nur deswegen geschehen, weil Gott solches zum Nutzen der Menschen zulässt - ab einem gewissen Grad heißt es: "Bis hierher nur und nicht weiter!"[4]

Der Wille Gottes ist auch der Magnetismus oder vielmehr das magnetische Fluidum.[5] Er ist die eigentliche Schwere aller Körper.[6] Die Willenskraft Gottes bindet alle Weltkörper aneinander (Schwerkraft) und trägt sie um- und durcheinander. Sie ist positiv (="bis hierher"), da sie tätig wirkt, negativ (="und nicht weiter") in der eigenen unwandelbaren Selbsterhaltung, welche aber die ewige Ordnung selbst ist.[7]

Die Alten nannten das ewige Muss des Willen Gottes den Zorn Gottes.[8]

Der personifizierte Wille Gottes sind die Engel.[9]

Eigenschaften

Der Wille Gottes ist nicht wankelmütig wie der eines Menschen. Gottes Wille ist ewig ein und derselbe, und nichts kann diesen beugen in der von Ewigkeit her festgestellten Ordnung; aber innerhalb dieser Ordnung herrscht dennoch die größte Freiheit, und Gott kann tun, was Er will, ebenso auch jeder Engel und Mensch. Ein Mensch ist frei im Denken, Wollen und Handeln und kann z.B. das Äußere der Erde bedeutend verändern, aber er kann nicht den Tag oder die Nacht länger oder kürzer machen. Ihm ist innerhalb Gottes fester Ordnung eine große Freiheit zu handeln gegeben, während er die eigentliche Gottesordnung nicht zu verrücken imstande ist. Gottes Wille muss ewig unwandelbar sein, weil ohne solch eine Festigkeit kein Wesen irgendeine Dauer haben könnte.[10]

Allein der Wille Gottes ist gut. Niemand kann etwas Gutes tun, außer er tut den Willen Gottes.[11] Alles, was nach dem Willen Gottes geschieht, ist überaus gut, ob es dem Menschen nun so erscheint, oder auch nicht.[12]

Nur allein im Willen Gottes ist das wahre Glück allzeit und in allen Gelegenheiten zu finden. Dies ganz besonders für jene, welche schon mehr oder weniger den Weg gefunden haben dahin, wo der Wille Gottes sich treulich kund gibt, in allzeit wohlverständlichen und vernehmlichen Worten.[13]

Inhalt

Der Wille Gottes besteht einzig und allein nur in der anbefohlenen Liebe; wodurch dann im Geiste und in aller Wahrheit lebendig gebetet wird: Dein Wille geschehe![14] Der Wille Gottes besteht darin, dass wir Gott über alles lieben sollen. Wenn wir das tun, dann werden wir das ewige Leben haben. (nach Henoch)[15]

Gott will Ordnung, Gehorsam und volle Ergebung in Seinen Willen, der allein gut ist.[16]

Leben im Willen Gottes

Sich den Willen Gottes zur ausschließend alleinigen Richtschnur zu nehmen bedeutet alle Welt für nichts zu achten, Gott aber über alles; nichts zu lieben, was immer der Welt ist, sondern Gott allein über alles, und aus dieser heiligen Liebe heraus alle seine Mitmenschen und Geschwister zu erfassen. Damit ist die ganze, schwer scheinende Lebensaufgabe gelöst. (nach Kisehel)[17]

Ohne zur Wiedergeburt des Geistes zu gelangen, kann der Wille Gottes nicht tatkräftig im Menschen Wurzeln fassen. Indem man freiwillig den eigenen Willen dem Willen Gottes durch die Tat untertan macht und sich sorgfältig darin übt, damit der erkannte Wille Gottes vollkommen die Oberherrschaft in einem erlangt, dann wird der Geist Gottes in einem lebendig in der Fülle und wird bald das ganze Wesen durchdringen.[18]

Das Handeln nach dem Willen Gottes verlangt eine starke Selbstverleugnung, ohne die niemand Gott über alles und seinen Nächsten wie sich selbst lieben kann.[19] Solange sich jemand den Willen Gottes nicht zu eigen gemacht hat, so lange bleibt er ein Gefangener des Todes und ein Knecht der Sünde. Wer sich aber den Willen Gottes zu eigen gemacht hat, der ist vollkommen geworden wie Gott, sein Vater, und er wir wird die Werke des Lebens verrichten, die Gott verrichtet, und hat die wahre Kindschaft Gottes überkommen. Dem Willen Gottes zu eigen ist dem der Gott liebt. Wer Gott liebt, der tut Seinen Willen.[20]

Die Treue zu Gott nimmt einem nichts, was man sich redlich wünscht, sondern segnet und belebt die Wünsche nur, damit sie bald vollständig erfüllt werden sollen. Niemand gibt Gott aus dem Schatz seines Herzens etwas, das er nicht zehn und hundertfach wieder im Vollmaß zurück bekäme.[21]

Auch wenn es auf der Welt noch viel Kampf gibt und viel Fleisch getötet wird, soll den Freunden Gottes und den eifrigen Tätern Seines Willens dabei nichts Übles begegnen.[22]

Je weiter der Wille Gottes verfolgt wird, desto lebendiger wird auch die Hoffnung.[23]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.14; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.228.3; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.26.21; Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.401216.6; Jakob Lorber, Robert Blum 1.95.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.84.13-17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.236.13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 6.230.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 7.18.6
  2. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.187.7
  3. Jakob Lorber, Der Mond 6.28
  4. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.14.6-8
  5. Jakob Lorber, Der Mond 6.25
  6. Jakob Lorber, Die Erde 31.8
  7. Jakob Lorber, Der Mond 6.27
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.30.3
  9. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.64.12
  10. Jakob Lorber, Robert Blum 2.288.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.38.4-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.232.5
  11. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.480614.8
  12. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410429B.5; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.480521.12
  13. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.401129.1
  14. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420819.24
  15. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.219.28
  16. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.480521.12
  17. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.205.8-9
  18. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.121.9
  19. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 8.195.13
  20. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.15-19
  21. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470927.4
  22. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.480614.9
  23. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.401029.30