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Wissenschaftler

Aus Prophetia
Galileo gilt als einer der Väter der modernen Wissenschaften.

Wesen

Die Wissenschaften, an sich betrachtet, sind geistige Schätze, und die sie besitzen, gleichen denen, die weltliche Schätze besitzen. Solche Schätze sind in ähnlicher Weise geeignet, sich selbst, dem Nächsten und dem Vaterland zu nützen, zugleich aber auch Mittel, Böses zu tun. Sie gleichen auch Kleidern, die sowohl dem Nutzen und Schmuck dienen als auch dem Hochmut derjenigen, die um ihrer allein willen geehrt werden wollen.[1]

Ein Verräter gleich dem Judas Ischariot ist jeder, der sich mit was immer selbstliebig bereichert, sei es mit Wissenschaften oder mit Gold (Geld). Denn so er alles dieses nicht vom Herrn empfängt oder sich solches nicht wenigstens aus großer Liebe zum Herrn und seinem Nächsten erwirbt, so ist er ein Dieb und ein Räuber, da er sich all dies eigensüchtig zu eigen macht und somit auf Kosten des Herrn sündigt. Denn alles ist aus dem Herrn gemacht und kommt vom Herrn.[2]

Wenn der Menschheit an der Erfahrung der Dinge (Weisheit und Wissenschaft) mehr liegt als an der Liebe des göttlichen Vaters, dann mag sie zwar die Armut unterjochen, worauf die Menschheit aber vom Herrn unterjocht werden wird, der sie nicht schonen wird.[3]

Der wahre Grund für viele Erscheinungen in der Natur ist den sogenannten Naturgelehrten völlig unbekannt.[4]

Jenseits

Wer bloßes Gedächtniswissen für Weisheit hielt - Sprachen, Literaturgeschichte, Kritiken, bloße Experimente und wissenschaftliche Formeln und ähnliches - und sein Wissen nicht als Mittel zur Weisheit benutzt hat, weil er diese Dinge schon als Weisheit betrachtete, der hat im anderen Leben nur wenig Einsicht, da sein Sehvermögen nur aufgrund und unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher und philosophischer Ausdrücke funktioniert. Ihm liegt jedes Wissen wie Brocken und Wolken vor den Augen des Verstandes. Wer stolz ist auf die daraus abgeleitete Gelehrsamkeit, hat noch weniger Einsicht. Wer die Wissenschaften benutzte, die Lehren der Kirche und des Glaubens zu entkräften und zu vernichten, bei dem ist der Verstand ganz und gar zerstört. Er sieht in der Dunkelheit wie eine Nachteule das Falsche für Wahres und das Böse für Gutes an.[5]

Wer Einsicht und Weisheit durch Kenntnisse und Wissenschaften erworben hat, dienen diese als Mittel, um weise zu werden und alles zu stärken, was mit dem Glauben zusammenhängt. Dabei handelt es sich um Menschen, die alles zum Nutzen des Lebens angewendet, zugleich das Göttliche anerkannt, das Wort Gottes geliebt und ein geistig-sittliches Leben geführt hatten. Ihr Gemüt erscheint durchlässig für ein Licht von glänzend weißer, flammend roter und himmelblauer Farbe, vergleichbar durchsichtigen Diamanten, Rubinen und Saphiren, je nach dem Grad ihrer Bestärkung für das Göttliche und die göttlichen Wahrheiten durch die Wissenschaften. Die wahre Einsicht und Weisheit erscheint auf diese Art, wenn sie sich in der geistigen Welt sichtbar darstellt. Sie leitet es vom himmlischen Licht ab, dem vom Herrn ausgehenden göttlichen Wahren. Das innere Gemüt des Menschen blickt in den Bereich des natürlichen Gedächtnisses hinein und hebt, was es an Bestätigung findet, durch das Feuer der himmlischen Liebe gleichsam empor und läutert es zu geistigen Ideen. Solange der Mensch im Körper lebt, weiß er nichts von all dem, da er sich nur des natürlichen, nicht des geistig Gedachten bewusst ist. Wem Kenntnisse und Wissenschaft als Mittel dienen, weise zu werden, wird in den Himmel vor allen anderen aufgenommen und gehört zu denen, die sich dort in der Mitte befinden (d.h. die Besten sind), weil sie mehr als andere im Licht stehen. Jedoch bei denen, die im Herzen das Göttliche leugneten, ist das Gegenteil der Fall (siehe Rationalisten im Jenseits)[6]

Bei denen, die die Wissenschaften geliebt und dadurch ihre Vernunft ausgebildet, sich so Einsicht erworben und zugleich das Göttliche anerkannt hatten, wird ihr Vergnügen an den Wissenschaften und ihre Lust am Vernunftgemäßen jenseits in geistige Freuden verwandelt, nämlich in die an den Erkenntnissen des Guten und Wahren. Sie wohnen in Gärten, die aufs schönste in Blumenanlagen und Rasenplätze unterteilt sind, umgeben von Baumgruppen mit Bogengängen und Alleen. Die Bäume und Blumen variieren von einem Tag zum andern. Der Anblick des Ganzen bereitet ihren Gemütern Freude. Weil diese Dinge Göttlichem entsprechen und sie mit der Wissenschaft der Entsprechungen vertraut sind, empfangen sie daraus stets neue Erkenntnisse, durch die ihr Geistig-Vernünftiges vervollkommnet wird.[7]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 62
  2. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410306.2-4
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.11.6
  4. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400927.2
  5. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 62
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 354; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 356
  7. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 489