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Amt

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Amtmann)

Geistige Ämter

Ein (geistiges) Amt stellt nichts anderes dar, als Gott Selbst in Seiner Liebe, Gnade und Erbarmung, so es von Ihm angeordnet und bestimmt wird samt denen, die das Amt zu führen haben.[1] Wer dessen Willen tut, den Gott aufgestellt hat, und ihn im Herzen hört, der hört und ehrt Gott; denn Gott erwählt und salbt nur Seine Kinder, und diese sind völlig eins mit dem heiligen Vater.[2]

Die Ämter Gottes auf dieser Welt (z.B. Apostel, Prophet, Herrscher) sind nichts weniger als angenehm, sondern sehr bitter. Würde Gott nicht Seine Kraft, Macht und Gewalt einem Auserwählten hinzugeben, wäre dieser überaus arm.[3] Es kommt auf der Welt nicht auf die Behaglichkeit oder die weltliche Verherrlichung an, womit etwa ein Amt verbunden sein sollte, sondern allein auf den Willen Gottes und die wahre Herzensdemut der Amtsträger vor Gott und auch vor der Welt. (nach Henoch)[4]

Amtsträger

Für eine höhere Amtsgnade erwählt Gott Menschen, die im Herzen vor Ihm völlig rein sind, d.h. solche, die auch wenn sie sich noch so sehr gereinigt haben, denken, sie seien nicht der geringsten Gnade wert. Er wählt nicht solche, die sich selbst für gnadenswert oder besser halten.[5] Wen Gott für ein Amt berufen hat, dem wirft Er deswegen die Weisheit nicht nach, sondern diese soll sich jeder Berufene erst auf den Wegen zu eigen machen, die Gott ihm durch Seine Worte vorgezeichnet hat.[6]

Ein Mensch ist wie der andere, ob in hohem oder niedrigem Amt, der Unterschied liegt nur in der Weisheit. Die Weisheit aber besteht darin, die Nutzwirkung zu lieben, also das Beste des Mitbürgers, der Gesellschaft, des Vaterlandes und der Kirche. Darin besteht auch die Liebe zum Herrn, weil von Ihm alles Gute stammt, das ein Gutes der Nutzwirkung ist. Dasselbe gilt für die Liebe zum Nächsten, da er das Gute ist, das man im Mitbürger, in der Gesellschaft, im Vaterland und in der Kirche lieben und ihnen allen erweisen soll.[7]

Anweisungen

Gottes Ämter sind keine Wechselbanken und Geldboutiken. Wer Gott des Geldes wegen dient, der dient Ihm nicht aus Liebe; wer Gott aber nicht aus Liebe dient, dessen Dienst ist Ihm fremd, wie Gott ihm ganz fremd sein muss, da er Gott nicht aus Liebe dient. Wie ist der ein treuer Knecht, der die Schätze des Herrn ohne Befugnis gleich einem Dieb um den schändlichsten Preis verkauft? Ischariot verkaufte den Herrn noch wenigstens um dreißig Silberlinge, ohne dass er vorauswusste, was mit Ihm geschehen werde; denn er war verblendet und ging verloren. Jetzt aber ist der Herr schon als gemartert, getötet und wieder auferstanden um die schändlichsten Spottpreise zu jeder Minute zu haben (aktuell z.B. nur wer Kirchenbeitrag zahlt, soll auch eine Hostie erhalten). Solche schändlichen Diebe und Mörder stehen vor Gott als Kinder des Drachen, Otterngezücht und Schlangenbrut. Wer dem Altar dient, soll auch vom Altar leben 1Kor 9.13, aber nur aus den Werken der Liebe, die alles Gute wirkt. Der aber Gott für Geld dient, hat keine Werke der Liebe, ist daher ein Räuber und Dieb und Meuchelmörder des Evangeliums und aller Wahrheit. Liebe ist nicht ums Geld, sondern nur wieder um Liebe zu haben. Gott ist die Liebe Selbst und ist durchwegs um keinen anderen Preis als nur wieder um Liebe zu haben. Gott hat alle durch Liebe erkauft; daher fordert Er von allen wieder Liebe. Wer Gott daher dienen will, der diene Ihm in der Liebe, in der Er für ihn am Kreuz gestorben ist; und wer zu Ihm kommen will, der komme in der Liebe zu Ihm, die am Kreuz für ihn blutete.[8]

Weltliche Ämter

Die Welt hat verschiedene Ämter, und die Menschen bemühen sich bis zu ihrem Tod um ein solches Amt, aber diese Ämter sind schwerlich von Gott und all ihre Macht, Kraft und Gewalt ist die Weltmacht.[9]

Anweisungen für Beamte

Hohe Ämter

Es gibt zweierlei Arten von hohen Ämtern: Die nötigen und wichtigen, und die zu gar nicht viel anderem nütze sind, als vor allem den Hochmut des hohen Beamten noch mehr zu erhöhen, ihm das immer steigende Wohlleben zum Bedürfnis zu machen, aber im Nutzen und der Hilfe den Menschen gegenüber stets schwächer und hilfloser zu werden, denn wer jemandem, der irgendeiner Hilfe bedarf, nicht helfen kann oder will, der ist ebenso hilflos wie der Hilfsbedürftige selbst. Die nötigen und wichtigen hohen Ämter solle man nach Recht und Billigkeit verwalten und dabei jeden vor dem Gesetz gleichstellen, wobei aber stets die Liebe vor dem Gesetz einhergehen soll. Die unnützen hohen Ämter sollte man aufgeben.[10]

Man muss sich sehr in Acht nehmen, dass man nicht selbst von der Erhabenheit des hohen Amtes in der Person mitgerissen wird, wo man dann sehr stolz und hochmütig würde und sich für mehr denn für einen Menschen hielte, der von Gott dazu gesalbt ist, allen seinen Brüdern aufs beste zu dienen und sozusagen ein Knecht der Knechte zu sein. Wer sich solcherart erhebt, der wird sicher sehr gedemütigt werden. Es ist sehr schwer, in Gold und Edelsteinen zu prangen und dabei dennoch demütiger zu sein im Herzen denn ein jeder Untertan. Nur die Gnade und große Erbarmung des Herrn kann einen König inmitten seines irdischen Glanzes auf dem Standpunkt der Ordnung der Himmel erhalten. (nach Mathael)[11]

Dem Herzen Gottes entsprechen

Herrscher und Beamte sollen sich bemühen, Männer nach dem Herzen Gottes zu sein, im Geist und in der Wahrheit.[12] Soll der Beamte im Staat Segen streuen, dann muss er viel Liebe haben. Hat er diese nicht, so sät er nur Unkraut und Disteln, wo er wirkt. Er erzeugt Hass und Verachtung bei den Untertanen gegen ihren Fürsten und am Ende Scheelsucht und Zwietracht unter den Beamten und unter den Untertanen, was dann zu vielen Prozessen führt.[13]

Das Amt um dessen Nutzen innehaben

Wer ein Amt hat, der hat es der nützlichen Amtierung wegen, nicht aber etwa des Gehaltes oder der Bequemlichkeit wegen. Wer ein bequemes Amt sucht, der ist ein Unzüchtler, der wohlleben möchte, ohne wohlzutun – gleich einem, der die Ehe flieht und scheut sich zu sorgen für Weib und Kind, aber dafür aller Weiberwelt den Hof macht und am Ende seine Fleischeslust und Begierde sich entweder mit den schmutzigsten Huren oder wohl durch Selbstbefleckung stillt.[14]

Viele Beamte legen auf ihre Amtswürde ein so großes Gewicht, dass sie die anderen, ihnen untergeordneten Menschen nicht selten für nahe weniger als nichts betrachten. Diese nicht mit dem Amt, das etwas Nützliches ist, verbundene, sondern eigenmächtig geschaffene Amtserhabenheit des Beamten ist nichts als Hochmut, der dem Amt nie einen Segen, sondern allezeit nur den Fluch bereitet.[15]

Demut, Treue, Gewissenhaftigkeit, Gehorsamkeit

Wer ein Amt hat, der soll sich ja nichts darauf einbilden, sondern es nach der Instruktion demütig, getreu und gewissenhaft erfüllen und seiner Amtsvorstehung ohne Murren gehorchen. Verlangt diese Unbilliges, was gar wider die Gesetze der Ordnung Gottes wäre, so kann der Beamte ihr in aller Achtung und Liebe gegründete Vorstellungen machen. Gibt sie diesen Gehör, so ist es wohl; gibt sie ihnen aber aus Hochmut kein Gehör, so handle der Beamte zwar nach dem Verlangen der Amtsvorstehung – er wird vor Gott ohne Schuld dastehen; aber Gott und die Amtsvorstehung werden sogleich miteinander Rechnung halten. Kein Beamter soll das Amt verlassen, bis Gott es ihm nicht abnimmt. Er soll sich auch nicht frühzeitig Pensionieren lassen, außer in den ersichtlich dringendsten Fällen.[16]

Man soll sich nicht wegen eines Amtes auch in seiner Person über die andern Menschen erheben. Das Amt soll allzeit treu, gut und gerecht gehandhabt werden, wobei man aber niemals auch nur einen Augenblick vergessen soll, dass die, über welche man ein gutes Amt ausübt, einem vollkommen ebenbürtig und somit Brüder sind. Wenn nötig, soll man das Ansehen und die Ehre des Amtes walten lassen; aber selbst soll man voll Demut und Liebe sein, dann wird das Gericht über die verirrten Geschwister ein stets nach Seiner Ordnung gerechtes sein.[17]

Himmlische Ämter

siehe Regierung im Himmel

Siehe auch

Quellenverweise