Julius
Julius war ein in der Stadt Genezareth unter dem Stab von Cornelius und Cyrenius postierter römischer Hauptmann. Davor war er in Jerusalem stationiert. Jesus nannte ihn Seinen Freund und Bruder.[1]
Geschichte
Die Mutter von Julius war erst dreizehneinhalb Jahre alt, als sie ihn als ihren Erstling gebar. Julius war in Rom als einer der schönsten und reizendsten Jünglinge bekannt. (nach Julius)[2] Er war ein Heide, der in seiner Jugend die Natur und die von Menschen gemachten Schnitzwerke, die aus ihrer Phantasie hervorgegangen sind, anbetete, sah aber bald ein, dass er sich auf Irrwegen befand, auf denen kein Ziel zu erreichen ist. (nach Julius)[3]
Als Hauptmann überprüfte Julius stets genau, welche Umstände einen Menschen zu einem Verbrechen verleitet hatten, wenn er durch die Umstände genötigt war, irgendeinen böswillig verstockten Sünder züchtigen lassen zu müssen. Die jüdischen Tempeldiener jedoch lernte er während seiner Zeit in Jerusalem als derart abgrundtief schlechte Verbrecher an der armen Menschheit kennen, dass er sie am liebsten selbst geköpft hätte. (nach Julius)[4]
Julius trifft Jesus in Genezareth
Als Jesus in Genezareth weilte, gelange Julius angesichts Seiner Wundermacht nach einigen Zweifeln zur Überzeugung, dass Jesus vollkommen der alleinige Gott und Herr über die ganze Unendlichkeit ist.[5]
siehe Zweites Lehrjahr
Erscheinen des Satans auf dem Berg Morgenkopf
Als Julius mit Jesus auf dem Berg Morgenkopf weilte (siehe dazu Wanderung auf den Berg Morgenkopf), äußerte er sich in seiner guten Laune ungeschickt über den Satan und rief ihn, was Jesus zuließ. Mit mächtigstem Blitz und Donner erschien nun der Satan in feuriger Riesengestalt vor dem Hauptmann und stampfe mit einem Fuß, dass der ganze Berg erbebte. Er beschimpfe Julius als Mutterschänder und wollte wissen, warum er von ihm auf diese Höhe, die ihm tausend Mal peinlicher war als alles Höllenfeuer, gerufen worden war. Julius empörte sich sehr über den Anruf "Mutterschänder", denn seine kaum achtundzwanzig Jahre alte Mutter hatte ihn mit vierzehn Jahren in der Maske einer Griechin verführt, wofür er nichts konnte, was der Satan aber nicht gelten lassen wollte. Als Julius im Streit mit dem Satan den Namen Jesus aussprach, riss es den Satan mit aller Gewalt zu Boden nieder, worauf der Satan den Hauptmann bedrohte, diesen ihm allerwidrigsten Namen nicht mehr auszusprechen. Beim weiteren Streitgespräch wurde Julius der Satan so zuwider, dass er das Gericht des Herrn über ihn rief. Darauf stürzte der Satan wie vom Blitz getroffen zu Boden und brüllte wie ein hungriger Löwe. Jesus winkte dem Engel Raphael, den Satan aufs Korn zu nehmen. Raphael befahl ihm, sich von diesem Ort und dieser Gegend zu entfernen. Als der Satan wissen wollte, wohin er ziehen sollte, erwiderte der Engel, er solle dorthin gehen, wo seine Diener harren und ihn verfluchen. Auf diese Worte erhob sich der Satan gleich einem Flammenball und floh mit Getöse blitzschnell gen Mitternacht. Der Engel riss einen schweren Steinblock, auf dem der Satan gestanden und gelegen hatte, aus dem Boden und schleuderte ihn mit solcher Gewalt über Berg und Meer, dass der Stein durch den Luftwiderstand in Staub aufgelöst wurde. Alle verwunderten sich sehr über solche Gewalt des Engels. Julius bedankte sich bei Jesus für diese Offenbarung, indem er nun auch den ewigen Feind aller Liebe, alles Lichtes und alles Guten und Wahren persönlich kennengelernt und sich überzeugt hatte, was es mit ihm für eine Bewandtnis habe.[6]
Abschiebung unverschämter Pharisäer
Beim Wirt Ebahl in Genezareth, wo Jesus mit Seinen Jüngern als Gast verweilte, trafen schon seit Jahren immer wieder unverschämte Pharisäer ein, die alles mögliche für umsonst verlangten. Der Herr überließ dieses förmliche Raubgesindel aus dem Tempel dem Hauptmann Julius, der mit ihnen auf eine Weise verfuhr, dass es ihnen verging, wieder nach Genezareth zu kommen. Dies gelang ihm, indem er den Ort wegen der starken römischen Militärbesatzung als im Belagerungszustand betrachtete und dessen unerlaubtes Betreten durch die Pharisäer unter Strafe stellte. Um der Bestrafung zu entgehen, konnten sich die Pharisäer freikaufen, was sie auch taten, wurden aber trotzdem auf eine grobe Art unter militärischen Begleitung abtransportiert, wobei ihnen Augen und Ohren mit Lehm verstopft wurden.[7] Das so erlangte Geld übergab Julius an Ebahl.[8]
siehe auch Unliebsame Gäste aus Jerusalem
Erneutes Zusammentreffen mit Jesus
Julius traf in Cäsarea Philippi bei Markus wieder auf Jesus.[9] Dort half er bei der Bekehrung von jungen Pharisäern, siehe Rettung der Pharisäer und Leviten.
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.121.7-10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.126.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.163.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.163.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.152.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.152.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.163.1-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.145.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.151.14-16; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.152.1-21
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.162; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.235.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.164.16-17
- ↑ Jakob Lorber, GEL 2.190.1