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Heiden

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Heide)
Religion (1896)

Heiden sind außerhalb der Kirche geborene Menschen, die den Herrn nicht kennen, und auch das Wort nicht haben.[1]

Wesen

Obwohl die allgemeine Meinung dahin geht, dass Heiden die Seligkeit nicht erlangen können, weil sie das Wort nicht haben, somit vom Herrn nichts wissen und ohne den Herrn kein Heil sei, werden auch sie gerettet, da die Barmherzigkeit des Herrn allumfassend ist und sich auf alle Menschen erstreckt. Es ist zwar eine göttliche Wahrheit, dass es ohne den Herrn kein Heil gibt, doch ist dies so zu verstehen, dass es kein Heil gibt außer vom Herrn. Kein Mensch wird für die Hölle geboren, denn der Herr ist die Liebe selbst und Seine Liebe besteht darin, alle retten zu wollen. Daher hat Er auch Vorsorge getroffen, dass alle Menschen eine Religion haben und durch sie Anerkennung des Göttlichen und ein inneres Leben. Es gibt im Weltall viele Erdkörper, alle voller Bewohner, von denen kaum einige wissen, dass der Herr auf der Erde ein Menschliches angenommen hat. Dennoch werden sie vom Herrn angenommen und geführt, weil sie das Göttliche unter menschlicher Gestalt verehren.[2]

Die Heiden können immer etwas Neues erfinden, womit ihnen der Weg für eine endlose, stets fortschreitende Vollendung nicht und nirgends versperrt ist. (nach Philopold)[3]

Es ist bekannt, dass die Heiden ebenso ein sittliches Leben führen wie die Christen, viele von ihnen wohl ein besseres. Ein sittliches Leben führt man entweder um Gottes oder der Menschen in der Welt wegen. Lebt man es um des Göttlichen willen, so ist es ein geistiges Leben.[4] Es gibt unter den Heiden ebenso wie unter den Christen Weise und Einfältige. Heute gibt es keine solchen Weisen mehr wie im Altertum, vor allem wie in der Alten Kirche, die über weite Teile Asiens verbreitet war und von der aus die Religion zu vielen Heiden gedrungen ist.[5] Die heute auf Erden lebenden Heiden sind meist einfältigen Herzens, dennoch nehmen im anderen Leben jene von ihnen, die in gegenseitiger Liebe gelebt haben, die Weisheit auf.[6]

Unter den Heiden werden im Wort die, welche im Guten, und im entgegengesetzten Sinn die, welche im Bösen sind, verstanden, im Allgemeinen das Gute und Böse.[7]

Geschichte

Zur Zeit Jesu

Obwohl sich die Heiden zur Welt gewendet hatten, haben sie dennoch das Verlorene doch wieder zu suchen angefangen, und viele von ihnen dann auch wieder völlig gefunden (in Jesus).[8] Daher wurde den Juden auch noch das bisschen Licht, das sie irgend verkümmert noch hatten, genommen und den Heiden gegeben, die sich danach lebendig sehnten. Der Herr nahm die Heiden zu Seinen Kindern an, welche Seine Kinder (die Juden) hinausstoßen würden aus Salem, da die Juden Ihm gleich dem unfruchtbaren Feigenbaum Mt 21.18-19 trotz aller Mühe keine Frucht brachten.[9]

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Anmerkung: Heute finden wir in jeder nichtchristlichen Religion Jesus zumindest teilweise angenommen und akzeptiert, selbst in primitiven Kulten. Nicht aber im Judentum. Und das messianische Judentum, wo Jesus als Messias akzeptiert wird, gilt den sogenannten Juden als zum Christentum gehörig. In den Augen dieser sogenannten Juden bleibt man sogar als Atheist ein "Jude", aber sobald man Jesus annimmt, dann auf einmal nicht mehr.


Jesus verlangte nicht von den (römischen und griechischen) Heiden, öffentlich dem Heidentum abzuschwören und sich beschneiden zu lassen. Sie sollten dem äußeren Anschein nach vorerst bleiben, was sie waren und sich dann nach einigen Jahren von Seinen Jüngern taufen lassen.[10]

18. Jahrhundert

Im Rahmen des Jüngsten Gerichtes im Jahre 1757 wurden u.a. auch die Heiden gerichtet, welche seit der Zeit Jesu auf Erden lebten.[11]

Rettung

Auch die Heiden können wie die Christen gerettet werden, denn der Himmel ist im Menschen, und in den Himmel kommt, wer den Himmel in sich hat. Dieser Himmel im Menschen besteht darin, dass er das Göttliche anerkennt und sich von Ihm führen lässt. Wer um des Göttlichen willen in der Neigung zum Guten ist, liebt das göttliche Wahre, denn das Gute und das Wahre lieben sich gegenseitig und wollen miteinander verbunden werden. Deshalb nehmen die Heiden die echten Wahrheiten im anderen Leben aus Liebe an, obwohl sie sie in der Welt nicht gekannt haben. Wer gut ist, kann aus dem Guten selbst wissen, was wahr ist, und kann aufnehmen, was er nicht weiß.[12]

Wer Jesus auf Erden nicht kennen lernen und Sein lebendiges Wort nicht vernehmen konnte, für den wird sich im großen Haus des göttlichen Vaters irgendeine Gelegenheit finden zum Zweck seines ewigen Lebens. Der göttliche Vater kennt sie alle und hat auch nicht einen von ihnen zum ewigen Fall, sondern nur zur ewigen Auferstehung aus Seiner Liebe und Weisheit ins Dasein gerufen.[13]

Jenseits

Es gibt viele Gesellschaften von Heiden, besonders aus den Afrikanern. Jene Heiden, die in der Welt ein mit ihrer Religion übereinstimmendes gutes Leben geführt hatten, gelangen im anderen Leben zu den Schulungsorten im Mittelreich, welche die guten Geister für den Himmel vorbereiten. Sie haben sich eine Art Gewissen gebildet und nach Gerechtigkeit und Recht gehandelt, nicht so sehr um den Gesetzen ihrer Regierung, sondern um den Gesetzen der Religion zu folgen; denn diese glaubten sie unverbrüchlich halten zu müssen und verletzten sie in keiner Weise durch ihr Tun. Die Heiden, die einen gesitteten Lebenswandel geführt und ihrer Religion gemäß in Gehorsam und Unterordnung, sowie in gegenseitiger Liebe gelebt und daher etwas von einem Gewissen empfangen hatten, sind im anderen Leben willkommen und werden von den Engeln, die früher selbst Heiden waren und sich zur christlichen Religion bekehrt hatten, mit besonderer Sorgfalt über das Gute und über die Wahrheiten des Glaubens unterrichtet. Aller Unterricht gründet sich dort auf die Lehre, die aus dem Wort abgeleitet ist, nicht aber auf das Wort ohne die Lehre. Die Heiden werden auf der Basis von Lehren unterrichtet, die ihrem Fassungsvermögen angemessen sind und sich von der himmlischen Lehre nur darin unterscheiden, dass sie das geistige Leben mithilfe des sittlichen führen lehren, gemäß den guten Lehrbestimmungen ihrer eigenen Religion, wonach sie ihr Leben bereits in der Welt ausgerichtet hatten. Sie alle werden durch den Unterricht leicht zur Anerkennung des Herrn gebracht, weil ihrem Herzen eingeprägt ist, dass Gott nicht unsichtbar, sondern unter menschlicher Gestalt sichtbar ist. Sie nehmen die Wahrheiten mit Leichtigkeit auf und eignen sie sich an, hatten sie sich doch auch keine falschen, im Gegensatz zu den Glaubenswahrheiten stehenden Grundsätze ausgearbeitet, die erst zu entfernen wären. Sie nehmen auch weniger Anstoß am Herrn, wie so viele Christen, die Ihn für einen gewöhnlichen Menschen halten. Sobald die Heiden hören, dass Gott Mensch geworden ist und Sich so in der Welt geoffenbart hat, erkennen sie dies sogleich an. Heiden kommen daher leichter in den Himmel als die heutigen Christen, gemäß dem Wort "Die Letzten werden die Ersten sein." Luk 13.29-30 Die Heiden sind zahlreicher als die übrigen, die an diese Schulungsorte gelangen. Die besten und einsichtsvollsten unter ihnen stammen aus Afrika. [14]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 318; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 110
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 318; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 321
  3. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.221.4
  4. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 319
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 322
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 324
  7. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 147
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 10.96.6
  9. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 152.12-19; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 10.96.8
  10. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.47.13-14
  11. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 47
  12. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 319
  13. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640319.12-13
  14. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 320-321; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 324; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 514-516; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 51; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 73; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 74; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 75