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Zweites Lehrjahr Jesu

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Zweites Lehrjahr)

Geschichte

Wirken in Galiläa

Wanderung auf den Berg Kisjonah

Jesus blieb für einige Zeit bei Kisjonah, dem ein großer Berg gehörte, der nach ihm benannt war. An einem schönen Tag schlug Kisjonah Jesus und allen Anwesenden vor, diesen Berg zu besteigen. So trat die Gesellschaft den Weg aufwärts an, wobei die fünf Töchter des Kisonah wie die Küken um Jesus blieben und Ihn um verschiedene Dinge der Schöpfung befragten. Auch die Jünger und eine Menge Volk hörten den Besprechungen Jesus zu und erfreuten sich sehr daran. Nathanael, der am meisten von der Göttlichkeit Jesu durchdrungen war, redete hin und wieder mit dem Berg und sagte: "O Berg! Fühlest du, wer Der ist, der nun Seine Füße auf dich setzet?" Und sooft Nathanael solch eine große Frage an den Berg stellte, erbebte dieser, dass es alle wahrnahmen. Gegen Abend erreichten die Wanderer die Alpwirtschaft Kisjonahs, wo sie übernachteten.[1]

Am nächsten Tag gingen sie die Besteigung der höchsten Bergspitze an, von der man eine ungemein schöne und weite Aussicht über ganz Judäa, Samaria, Galiläa und einen großen Teil Griechenlands (Phönizien) hatte. Dort brachten sie einen Tag und eine Nacht zu und genossen viel Wunderbares. Sie erlebten die reizende Aussicht und nach dem Sonnenuntergang öffnete der Herr den Menschen die innere Sehe, wodurch sie die große Geisterwelt sehen konnten. Da sahen sie nun alle über der Erde eine große Welt voll lebender und handelnder Wesen, dazu überweit gedehnte Fluren von herrlicher und auch wüster Art. Viele Jünger besprachen sich mit den Geistern über das Leben nach dem Tod und erfuhren von diesen, welcher Art es war.[2] Die fünf Töchter des Kisjonah unterhielten sich mit drei Geistern aus dem Mond.[3]

Die erste Aussendung der Apostel dauerte nicht allzu lange. Jesus berief drei Cherubim des Himmels (Anm.: Höchstwahrscheinlich die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel, siehe Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.169.13) und wies sie an, sich zu verhüllen und Seine zwölf Apostel zu Ihm zu bringen, denn diese hatten Seinen Willen erfüllt. Dies erledigten die Engel in wenigen Augenblicken. Allein Judas beschwerte sich über eine solche Reise, denn ihn hatten die Engel Angst und einen Luftzug verspüren lassen, was die elf anderen nicht spürten. Dass die Apostel durch die Luft auf den Berg zu Jesus gebracht wurden, blieb dem Volk noch lange in Erinnerung. Die Zwölf erzählten, was sie in der kurzen Zeit alles erlebt hatten und der Herr befahl den drei Engeln, sie mit Brot und Wein zu versorgen, denn sie hatten den ganzen Tag noch nichts zu essen und zu trinken bekommen. Auch die anderen Anwesenden durften am Mahl teilnehmen. Es befanden sich etwa achthundert Menschen auf der geräumigen Bergspitze. Die Apostel verteilten Brot und Wein und alle tranken und aßen und wurden satt und lobten und priesen den Herrn für diese wunderbare Stärkung.[4]

Die zwölf Apostel berichtete Jesus, dass sie bei allen Teilen gut ausgekommen seien, und dass sie bloß in einem Ort einen besessenen Knaben angetroffen hätten, dessen böse Geiser ihren Aufforderungen keine Folge leisteten. Sie beschwerten sich auch über Johannes von Samaria, der aus freiem Antrieb den Namen des Herrn und Seine in Samaria vernommene Lehre predigte und in Seinem Namen auch Wunder wirkte. Als der Herr sie fragte, ob er für Ihn oder wider Ihn sei, da sagten sie: Für Dich! – und Er sagte dann: Da lassen wir ihn ungestört wirken.[5]

Die Gesellschaft blieb bis zum Mittag des nächsten Tages und kehrte dann wieder zur Alpenwirtschaft zurück, wo sie noch einige Tage mit Besprechungen über allerlei Dinge verbrachte. Auch die besseren Geister und nüchternen Denker aus dem sonst mehr finsteren Teil der Juden und Pharisäer fingen an, große Stücke auf Jesus zu halten und Sein Wort als göttlich anzunehmen.[6]

Zum Ende der Bergwanderung ermahnte Jesus alle streng, dass keiner jemandem in den Tiefen erzählte, was sie auf dem Berg gesehen hatten, außer wenn Er einen im Geiste dazu ermächtigen würde. Wer dieses Gebot nicht beachten würde, der würde mit sofortiger Stummheit gezüchtigt, denn das Volk in der Tiefe war für solche Eröffnungen noch lange nicht reif. Was Er sie gelehrt hatte, sollten sie mit ihresgleichen so besprechen, als wäre es ihre eigene Lehre. Erst wenn ihre Freunde in solche Lehre lebendig eingegangen waren, durften sie ihnen unter vier Augen sagen, von wem sie diese empfangen hatten, und welche Zeichen ihr vorangegangen waren. Auch die solcherart Unterrichteten waren unter Androhung derselben Sanktion zur Geheimhaltung verpflichtet.[7]

Vor der Rückkehr besprachen sich die Pharisäer über Jesus. Dabei verleugnete Rhiba Jesus als einen Magier, den man aus der Welt schaffen sollte, um so Einheit und Frieden im Glauben zu bewahren, da ansonsten Sekten von sich gegenseitig hassenden und sich bekriegenden Alt- und Neugläubigen entstehen würden.[8] Dies führte zu einem leidenschaftlichen Widerspruch des Tobias, der den Juden das größte Unheil prophezeite, sollten sie auch Jesus töten, wie sie es schon mit vielen Propheten getan hatten.[9]

Ein Teil der Pharisäer nahm an, was Tobias geredet hatte. Jedoch der größere Teil war derart erbost, dass er seine Kleider zerreißen und danach Tobias und die zu ihm hielten steinigen wollte. Als die Situation eskalierte, traten die drei Engel in die Hütte zu den Pharisäern und ihre Gesichter leuchteten wie die Sonne. Jesus hatte sie gesendet, denn Er wusste, was in der Hütte von Tobias vor sich ging. Die Widerspenstigen ergriff große Furcht, und sie fielen nieder und heulten vor Angst um Vergebung. Die Engel sagten: "So ihr derer Feinde seid, die von Gottes Geist getrieben und gezogen werden, – wer sind dann eure Freunde? Wir sagen es euch ins Angesicht: Das sind die Teufel! Darum bekehret euch, sonst sollet ihr die Macht des Allerhöchsten verkosten!" Als die geängstigten Pharisäer wissen wollten, was sie tun sollten, antworteten die Engel, sie sollten demütig sein und glauben dem wahren, einigen Sohn Gottes, dessen Seele Eines ist mit dem Vater, der in Ihm ist, und nicht außer Ihm.[10]

Getreidekörneressen und Heilen am Sabbat

Die Jünger Jesu essen Getreidekörner am Sabbat (19. Jhdt.)

Auf dem Rückweg vom Berg Kisjonah kamen Jesus und Seine Jünger zu einem Acker, der Kisjonah gehörte und voller beinahe reifer Saat war. Da die Jünger, so wie Jesus, kein Morgenmahl gehabt hatten, und deswegen hungrig waren, fingen sie an, dir reiferen Ähren auszuraufen, die Körner in der Hand auszureiben und sie zu essen. Mt 12.1 Als das die ohnehin schon grimmigen Pharisäer sahen, traten sie eilig zu Jesus hin und machten ihn darauf aufmerksam, was seine Jünger da an einem Sabbat taten. Mt 12.2 Darauf erwiderte Jesus: "Habt ihr denn nie gelesen, was David tat, als es ihn und die, so mit ihm waren, hungerte? Mt 12.3 Wie er in das Gotteshaus ging und die Schaubrote aß, die ihm doch auch nicht ziemten zu essen, noch denen, die mit ihm waren, sondern allein den Priestern?! Mt 12.4 Oder habt ihr nie gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind darob doch ohne Schuld?! Mt 12.5 Ihr habt Meine Werke in der Höhe gesehen und habt Meine Lehre vernommen, und es ist euch vielfach gesagt worden, Wer Ich bin! Sollte euch alles das noch nicht genügen, so sage Ich euch nun noch einmal ganz trocken ins Gesicht, dass hier in Mir Der ist, der größer ist denn der Tempel! Mt 12.6 Wenn ihr aber wüsstet, was das sei: ,Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit, und nicht am Opfer!‘, so hättet ihr nun in eurem Herzen diese Unschuldigen nicht verdammt! Mt 12.7 Ihr blinden und tauben Pharisäer, wisset es denn: Des Menschen Sohn, der Ich es bin, ist ein Herr auch über den Sabbat!" Mt 12.8 Diese Worte erschreckten die Pharisäer so sehr, dass sie sofort zurückwichen und den Jüngern nicht mehr verwehrten, die Ähren auszuraufen.[11]

Im Dorf angekommen, begaben sich Jesus und die Seinen in die sehr wenig besuchte Schule (Synagoge). Mt 12.9 Die argen Pharisäer, deren Herzen vor Zorn und Grimm brannten, da sie auf dem Acker ihrer blinden Dummheit wegen von den Jüngern ausgelacht worden waren, als Jesus ihnen ihre Beschwerde verwies, folgten ihnen. In der Schule machten sich die Pharisäer gleich breit her und führen Jesus einen Menschen vor, der schon seit langem eine verdorrte Hand hatte und daher arbeitsunfähig war. Um eine Sache wider den Herrn zu bekommen, fragten sie Ihn, ob es erlaubt wäre, auch am Sabbat zu heilen. Mt 12.10 Darauf sagte Jesus: "Was fraget ihr Mich denn, als könntet ihr diesem Kranken helfen und beleben dessen lang erstorbene Hand?! So Ich ihn aber heilen will, werde Ich euch doch nicht fragen um eure Erlaubnis?! Welcher unter euch ist denn wohl so töricht, dass er ein Schaf, das ihm in eine Grube fällt, nicht herauszöge am Sabbat?! Mt 12.11 Wie viel besser aber ist doch ein Mensch denn ein Schaf! Darum wird man wohl dürfen an einem Sabbat einem Menschen Gutes tun?!" Mt 12.12 Die Pharisäer schwiegen; Jesus aber rief den Kranken zu Sich und heilte seine Hand, dass sie wieder gesund war gleich der anderen, die nie krank war. Mt 12.13[12]

Nun war es aus bei den Pharisäern; sie verließen die Schule und gingen hinaus, um zu beraten, wie sie Jesus töten könnten. Mt 12.14 Als Kisjonah davon erfuhr, brach er mit seinem ganzen Haus auf der Stelle auf und sammelte rasch eine große Volksmenge, eilte zur Schule und kam gerade noch zur rechten Zeit, als die Pharisäer schon mit Steinen in die Schule eindringen wollten. Sie wurden darauf von Kisjonahs Leuten ganz entsetztlich verprügelt, worauf Jesus mit viel Volk, dessen Kranke Er am Weg alle heilte, weiterzog. Mt 12.15 Den Geheilten befahl Jesus, daheim ja niemandem etwas zu melden Mt 12.16, wo Er sie geheilt habe und wohin Er gezogen sei, was sie auch zu beachten versprachen. Die argen Pharisäer ärgerte am meisten, dass sie von dem, was sie gesehen, erlebt und gehört hatten, in Kapernaum keine Silbe erzählen durften, da sie ansonsten - wie es Jesus bei der Rückkehr vom Berg (siehe oben) angedroht hatte - augenblicklich taub und stumm und wenn nötig auch blind werden würden. Darin lag auch der Grund, weswegen sie versuchten, Jesus zu töten, weil sie vermeinten, so die von ihnen geglaubte sichere Wirkung Seiner am Berg gemachten Androhung zu vernichten, denn sie hielten Jesus für einen bösen Magier, der nur als Lebender, nicht aber als Toter zu wirken vermag. Noch schlimmer war für sie, dass sie nicht wussten, wohin Jesus gezogen war.[13]

In Jesaira

Jesus überquerte mit Seinen Jüngern auf einem Schiff des Kisjonah den See Genezareth. Sie erreichten zur Abenddämmerung das Ufer und blieben die Nacht über im Schiff.[14] Während der Nacht kam eine Menge Schaulustiger, die von der hell leuchtenden Schiffsfackel angezogen worden waren, wobei einige Jesus als den bekannten Wunderheiland erkannten und zu jubeln anfingen, denn im nahen Ort befanden sich sich viele Kranke, da die Gegend ungesund war. Jesus heilte einen Stummen und zugleich Blinden, der also besessen war, ohne ihn auch nur zu berühren vom Schiff aus derart, dass er reden und sehen konnte, Mt 12.22 worauf alles Volk, und jene Juden, die nicht pharisäisch gesinnt waren, riefen: "Dies ist wahrhaftig Davids Sohn, auf den alle Juden hoffen!" Mt 12.23 [15] Jesus und Seine Begleitung, darunter Kisjonah mit Familie, wurden von einem alten Mann, einem rechten und gerechten Gastwirt des nahen Ortes, in sein geräumiges Haus eingeladen. Jesus nahm die Einladung an.[16] Er übernachtete in Jesaira, im Haus von Baram, einem Zimmermann.[17]

Tags darauf war das Haus Barams dicht umlagert von Kranken und Gesunden. Jesus heilte alle, die mit irgendeinem Übel behaftet hergebracht worden waren, ohne alle Zeremonie, Arznei, Gebet, Wort oder Griff. Er erklärte ihnen, ihr Glaube habe ihnen geholfen und dass sie nicht mehr sündigen sollten, da ein zweites Übel ärger wäre als das erst. Jesus hieß alle Geheilten heimziehen und bedrohte sie, ihre Heilung nicht bekannt zu machen im Land und am wenigsten in Jerusalem, sollten sie dort hinkommen. Alle gelobten es und dankten Jesus mit Tränen in den Augen. Sie zogen davon und lobten und priesen Gott, der dem Menschen solche Macht gegeben hatte.[18]

Die Verteidigungsrede Jesu

Jesus diskutiert mit den Pharisäern

Die argen Pharisäer des Ortes ärgerten sich über das Volk vor dem Haus Barams, das Jesus als Sohn Davids pries. Sie beschuldigten Jesus, ein Magier zu sein und die Teufel durch den Beelzebub auszutreiben. Mt 12.24 Auf den Vorwurf aus dem Volk, dass es ganz leicht sei, einen Menschen, der außerordentliche Taten verrichten könne, als ein Knecht des Satans auszuschreien, und die Frage, wie dieser angebliche Zauberer die Teufel durch den Beelzebub austrieb und ob Beelzebub auch göttliche Taten verrichten könne, wussten die Pharisäer keinen Beweis zu liefern. Sie verlangten blinden Glauben an sie, da sie von Gott angestellt seien, alle Dinge bis auf den innersten Grund zu erforschen und dem Volk davon nur das Notwendige zu sagen. Das Volk aber hatte genug von der Geheimniskrämerei und durchschaute die Lügen der Pharisäer. Es war zu den Griechen übergegangen, zu Aristoteles, Pythagoras, Plato, Sokrates und glaubte an Jesus als von Gott gesandten Heiland.[19]

Jesus holte die Pharisäer ins Haus und erklärte ihnen, wie sie völlig selbst schuld daran waren, dass sie beim Volk nun auch den letzten Funken Ansehen und Glauben verloren hatten. Als sie Ihn fragen, was sie sonst hätten tun sollen, sagte Er: "Ein jedes Reich, das in sich selbst uneins wird, wird wüste, und eine jegliche Stadt oder ein jegliches Haus, das da mit sich selbst uneins wird, mag nicht bestehen! Mt 12.55 Wenn ein Satan den andern austreibt, so ist es doch klar, dass er zuvor mit sich selbst uneins sein muss! Und Ich frage: Wiegestaltig mag denn sein arges Reich bestehen?! Mt 12.26 Ich meine, das sollte doch mit Händen zu greifen sein! So Ich aber, der Ich doch auch ein vollkommener Jude bin, nach eurer blinden Behauptung die Teufel durch den Beelzebub austreibe, saget, durch wen dann treiben sie denn eure Kinder aus, die doch auch nun in alle Lande als Heilande ziehen, die Kranken heilen und die Teufel austreiben?! Ich aber sage euch: Auch eure Kinder, und nicht dies Volk allein, werden eure Richter sein! Mt 12.27 So Ich aber, wie es dies ganze Volk klar einsieht, die Teufel durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja ohnehin das Reich Gottes zu euch gekommen Mt 12.28, darob ihr als Juden vor den Griechen, die Heiden sind, umso mehr euch freuen solltet, da solche Zeichen ein Jude wirket zur schon lange verlorengegangenen Gunst der Juden! Denn nur so kann der echte Jude aller Welt zeigen, dass er der einzige Mensch auf der weiten Erde ist, der mit Gott im sichtlichsten Verbande steht und durch die allmächtige Kraft des Geistes Gottes Taten verrichten kann, die also keinem andern Menschen möglich sind. Wenn die Außenmenschen solches an dem Juden merken, so werden sie sich bald zu vielen tausendmal Tausenden um den mächtigen Juden scharen und werden sagen: ,Der Jude allein ist Gottes. Gottes Allmacht wirkt wunderbarst durch ihn; er ist stark und weise und soll unser Herr sein in Ewigkeit!‘ Wenn aber der echte Jude je durch den Gottesgeist sich also stark zeigt, so soll also stark sein ja sein ganzes Haus und Land! Wie aber kann dann oder wie sollte dann jemand in eines so Mächtigen und Starken Haus gehen und ihm rauben seinen Hausrat? Es sei denn, was aber unmöglich ist, dass er den Starken zuvor binde und ihm erst dann raube seinen Hausrat Mt 12.29, wie es die Römer mit uns auch wirklich gemacht haben, da sie uns in unserem Hause berauscht und schlafend fanden und haben uns gebunden, beraubt und uns gemacht zu ihren Sklaven, was den Juden vollkommen recht geschieht, da sie völlig von Gott abgefallen sind. Aber Gott hat Erbarmen mit Seinem Volke und möchte ihm nun wieder helfen, darum Ich denn auch von Gott zu euch gesendet bin. So aber doch, wie ihr es selbst sehet, das nun augenscheinlichst der Fall ist, warum zerstreuet ihr denn da alles wieder, wo Ich sammle?! Denn wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich, und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreuet Mt 12.30 und ist offenbar wider den Geist Gottes, der euch frei machen will! Darum aber sage Ich euch auch zu allem dem, was euch nun schon begegnet ist, noch hinzu: Alle Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist Gottes nie! Mt 12.31 Denn ihr habt recht wohl gewusst in euch, dass Ich den Besessenen durch Gottes Kraft geheilt habe, habt aber des schnöden irdischen Gewinnes und Ansehens wegen dennoch in Mir verlästert den Geist Gottes, der euch retten wollte, und so habt ihr auch den verdienten Lohn sogar von den Heiden überkommen!"[20]

Auf den Einwand der Pharisäer, dass sie nur Jesus verlästert hätten, nicht aber den Geist Gottes, antwortete der Herr: "Wer da etwas redet wider Mich als puren Menschen, dem soll es vergeben sein; aber wer da redet wider den heiligen Geist, dem wird nicht vergeben, weder hier noch jenseits! Mt 12.32 Denn wo einmal ein Baum schon seiner ganzen Natur nach schlecht ist, da ist auch die Frucht schlecht; ist aber der Baum von Natur aus schon gut, so wird auch die Frucht gut sein. An der Frucht also erkennt man den Baum! Ihr seid der Baum, und hier die durch euch zu Heiden gewordenen Juden sind eure Frucht! Urteilet selbst, ob sie gut oder schlecht sei!" Mt 12.33 [21]

Die unverbesserlichen Pharisäer aber beschuldigten Jesus weiterhin, Seine Rede und Taten seien vom Oberteufel und würden das leichtgläubige Volk verführen, weswegen man Ihn samt Seinem Anhang steinigen sollte. Nicht sie würden Konvertiten für die heidnische Philosophie erzeugen, sondern Er. Sie würden allzeit Wahres und Gutes dem Volk lehren. Darauf wendete Sich Jesus mit einem vollernsten Ton an sie: "O ihr Otterngezüchte! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr doch durchaus böse seid in eurem Herzen?! Wessen aber das Herz voll ist, davon geht der Mund über. Mt 12.34 Ein guter Mensch bringt allzeit Gutes hervor aus dem guten Schatze seines Herzens; und ein böser Mensch aber bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatze! Mt 12.35 Ich sage euch aber, dass die Menschen einst werden Rechenschaft geben müssen von jedem bösen und unnützen Worte, das sie geredet, am Tage des jüngsten Gerichts! Mt 12.36 Es wird also sein, wie es im Buche Hiob geschrieben steht: ,Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt und aus deinen Worten wirst du verdammt werden!‘" Mt 12.37 [22]

Jesus machte sie darauf aufmerksam, wie sie Ihn für all das Gute, welches Er ihnen unentgeltlich tue, steinigen wollten. Er sagte: "Wohl ist jedes arge Zeugnis wahr, das euch die Propheten zum Voraus gaben, ja nur zu wahr! Mit toter Zeremonie und mit den puren Lippen ehret ihr Gott; aber euer Herz ist ferne von Ihm!" Einigen unter den Pharisäern und Schriftgelehrten ging die Rede Jesu ein wenig zu Herzen und sie forderten ein Zeichen von Ihm, da sie die bisherigen nicht selbst gesehen hatten. Mt 12.38 Darauf wandte Sich Jesus an das Volk und sagte: "Diese böse und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen! Aber es soll ihr kein anderes Zeichen gegeben werden, denn dereinst das Zeichen des Propheten Jonas! Mt 12.39 Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauche eines Walfisches war, also wird auch des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte in der Mitte der Erde sein." Mt 12.40 [23]

Nun verstanden die Pharisäer nichts und hielten Jesus für irrsinnig. Jesus fuhr fort: "Ja, ja, die Leute von Ninive werden auch aufstehen mit diesem Geschlechte am Tage des jüngsten Gerichtes und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jonas. Und sehet, hier ist mehr denn Jonas! Mt 12.41 Also wird auch die Königin vom Mittage einst am jüngsten Tage jenseits auftreten mit diesem Geschlechte und wird es verdammen! Denn sie (Semiramis) kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören, und sehet, hier ist mehr denn Salomo!" Mt 12.42 [24]

Um irgendeine Sache wider Jesus zu haben, ersuchten Ihn die Pharisäer, die mit ihren vielen bösen Geistern schon völlig eins waren (siehe dazu: Geistige Besessenheit), dass wenn Er glaube, sie alle seien rein des Teufels, Er aus ihnen die Teufel austreibe, so wie Er es tags zuvor mit dem taubstummen Besessenen getan hatte und sie ihn dann ebenso gut loben würden wie der Geheilte. Darauf erwiderte Jesus: "Das kann bei euch aus mehrfachem Grunde nicht mehr bewirkt werden; denn die bösen Geister in euch sind schon lange mit eurer Seele vollkommen eins geworden und machen nun in aller Fülle euer höchst eigenes böses, ehebrecherisches Leben aus. Würde Ich sie euch nehmen, so würde Ich damit euch auch euer Leben nehmen; würde Ich euch aber möglicherweise das eigentliche erste Leben erhalten, so würde euch solches doch nichts mehr nützen, indem nun eure ganze Natur durch und durch verteufelt ist! Denn wenn der unreine Geist durch Meine Macht von solchen Menschen auch ausfährt, so durchwandelt er für ihn dürre Stätten, suchet Ruhe und findet sie nicht Mt 12.43. Da spricht er dann bei sich selbst: ,Ich will wieder umkehren in mein altes Haus; denn auf den Steppen und Wüsten gibt es für mich keine Ruhestätte, und in die Häuser, die ohnehin schon Bewohner meiner Art in Menge haben, werde ich nicht hineingelassen.‘ Wenn auf solch eine Vornahme dann der Teufel zu seinem früheren Hause kommt, so findet er es natürlich müßig, gekehrt und geschmückt. Mt 12.44 Da tritt er zurück und beruft noch sieben andere Geister, die ärger sind denn er selbst. Mit deren Hilfe dringt er dann leicht wieder in sein altes Haus, und es wohnen alle in solchem Hause, und es wird dann mit solch einem Menschen um vieles ärger, als es früher war! Und also würde es gerade dem argen Geschlechte ergehen. Mt 12.45 Darum soll es durch Mich nicht noch verdammlicher gemacht werden, als es ohnehin schon ist." Als die Pharisäer solches vernahmen, da glühten sie förmlich vor Zorn und hätten den Herrn wohl zerreißen mögen, so sie das Volk nicht gefürchtet hätten. [25]

Jesus erklärte dem Volk, dass es nicht recht sei vor Gott, das Judentum zu verlassen, weil das Heil aller Menschen nur von den Juden komme, und dass sie im Herzen wieder zum Judentum zurückkehren sollten der vollen Wahrheit nach, ansonsten es nicht möglich sei, die Kindschaft Gottes zu erreichen. Denn so schlecht der Jerusalemer Tempel auch war, so war er dennoch unvergleichlich besser als der zu Delphos, dessen Priester und Priesterinnen nichts als recht feine Dialektiker waren.[26]

Jesus wahre Verwandte

Maria und die Brüder Jesus kamen zu Jesus nach Jesaira. Maria wollte mit Jesus wegen einer häuslichen Angelegenheit einerseits und einer geistigen andererseits reden. Mt 12.46 Vor lauter Gedränge konnte sie aber nicht ins Haus kommen und musste draußen warten, bis Er hinauskäme. Nachdem sie aber schon lange vergeblich wartete, bat sie einen vom Haus Barams, Jesus davon zu unterrichten, dass sie draußen warte und mit Ihm zu reden habe. Der Bote ging zu Jesus und sagte: "Meister! Siehe, Deine Mutter und Deine Brüder stehen draußen und möchten mit Dir reden!" Mt 12.47 Jesus antwortete in einem ernsten Ton: "Was sagst du? Wer ist Meine Mutter, und wer sind Meine Brüder?!" Mt 12.48 Er erhob Seine Rechte über Seine Jünger und sprach: "Da siehe hin, das sind Meine Mutter und Meine Brüder! Mt 12.49 Denn wer den Willen Meines Vaters, der im Himmel ist, tut, der ist wahrhaft Mein Bruder, Meine Schwester, Meine Mutter! Mt 12.50 Gehe aber hinaus und sage den Harrenden, dass Ich kommen werde!"[27]

Diese Rede fanden einige hart und machten Jesus Vorwürfe, ob Er nicht wüsste, wie das Gebot Mosis in Hinsicht der Eltern laute. Der Herr verwies ihnen solch eine Frage und sagte, Er wisse es, wer Er sei, und Seine Jünger und Seine irdische Mutter auch, weswegen Er reden dürfe, wie es der Wahrheit gemäß ist. Ansonsten sollten die Vorwurfsvollen vor ihrer eigenen Tür kehren, denn Er wisse am besten, was Er zu tun habe. Darauf getraute Ihm sich keiner etwas zu erwidern.[28]

Jesus ließ das Volk aus dem Haus schicken, um Platz zu schaffen. Die argen Pharisäer aber blieben, weil sie sich gegenüber Baram als Hausherren betrachteten, denn gegenüber den Pharisäern hatten die Juden kein Hausrecht. Als sie erfuhren, dass Jesus mit einem jungen Pharisäer namens Ahab reden wollte, wendeten sie sich ergrimmt an Jesus, ob Er den Ahab wohl auch für die Hölle zurichten wolle. Diese Frage erfüllte Baram voll gerechten Ärger und er verwies den Pharisäern das Hausrecht, indem er sich ihnen als Grieche und Römer präsentierte, der sich beim kaiserlichen Richteramt das volle Eigentumsrecht über sein Haus verschafft hatte. Als er ihnen den Gewährsbrief vom römischen Gericht zeigte, da schrien die Pharisäer Baram als einen Verräter an Gott, Tempel und ihnen selbst aus und verfluchten ihn mitsamt seinem Haus. Daraufhin ergriff Baram einen rechten Stock und prügelte die Pharisäer und Schriftgelehrten aus dem Haus. Draußen wurden sie dann auch noch vom Volk bedient.[29]

Baram entschuldige sich anschließend bei Jesus, dass er seinen Grimm nicht mehr zurückhalten konnte, als die Unmenschen Jesus anzufallen begonnen hatten. Ahab warnte ihn, dass die Pharisäer nun in Jerusalem und vor Herodes den ganzen Vorfall in den schlechtesten Farben berichten würden. Jesus aber versicherte, dass dem Haus Barams und Ahab trotzdem nichts geschehen würde und sie nichts zu befürchten hätten.[30] Anschließend begrüßte Jesus Maria und Seine beiden Brüder, die Ihn schon seit zwei Monaten nicht mehr gesehen hatten und Ihn alle sehr liebten.[31]

Die Schiffspredigt

Jesus predigt von einem Schiff aus

Jesus und die Seinen zogen wieder hinaus ans Meer, wobei ihnen eine große Volksmenge folgte. Sie bestiegen das Schiff von Kisjonah, während sich das Volk am Ufer drängte. Mt 13.1-2 Als letzteres meinte, Jesus würde sogleich abfahren, fing es an, Ihn laut zu bitten, ihm die versprochene Lehre vom Himmelreich zu geben.[32] Jesus setzte Sich auf das geräumige Verdeck des Schiffes und fing an, mancherlei Bilder zum Volk zu reden, damit Ihn die dummen Pharisäer, die entschlossen waren, Jesus auch über das Meer zu verfolgen, nicht verstehen konnten. Jenes Volk aber, das hier einen geweckteren Geist besah, verstand Ihn schon.[33]

siehe Mt 13.1-53 und Matthäus Evangelium (Geistiger Sinn) Kapitel 13

Da das Volk die Rede Jesu nicht verstand, sagte der Herr: "Ziehet heim; denn euretwegen habe Ich Meinen Mund nicht geöffnet, wohl wissend, welch unverständigen Herzens ihr seid! Darum werden dereinst auch eure Kinder eure Meister und Richter sein!" Mit dem entfernte sich bald alles Volk vom Ufer weg und jeder zog in sein Wohnhaus. Als die Pharisäer bemerkten, dass Kisjonah sein Schiff flottmachte, bestiegen sie ihr eigenes Schiff und stachen vor dem Herrn und den Seinen in die See. Der Herr aber wollte insgeheim, dass sie von einem starken Wind ergriffen würden und also geschah es auch sogleich.[34]

Jesus und die Seinen fuhren in einer ganz anderen Richtung von Jesaira ab. Abermals mussten auch sie von einem Sturm inmitten des Meeres überfallen werden, wobei alle Jünger und alle anderen, die im Schiff waren, in eine große Furcht gerieten und Jesus anriefen, dass Er ihnen helfe. Wie schon früher einmal gebot Jesus dem Wind und dem Meer, worauf augenblicklich eine große Wind- und Meeresstille eintrat und sich alles Volk im Schiff fragte, wer der sei, dass ihm Wind und Meer gehorchten. Ahab, der noch nicht einmal einen vollen Tag unter den Jüngern war, stellte solche Frage nicht, und wunderte sich über die Jünger, die schon so lange bei Jesus waren, wie sie eine solche Frage stellen konnten, indem es doch dem Messias, der nach David nichts weniger als Jehova Selbst ist, ein leichtes sein müsste, einen Seesturm abzustellen. Der Unterschied zwischen den Aposteln und Ahab war der, dass sein Geist schon sehr geweckt war und ihm zur vollen Wiedergeburt des Geistes nur mehr sehr wenig fehlte. So war er den Aposteln ein Lehrer, anstatt sie ihm, was für diese wahrlich keine besondere Ehre war.[35]

In Kis bei Kisjonah

Jesus und die Seinen zogen wieder zu Kisjonah, da dessen Haus ein freies war und die Pharisäer ferngehalten wurden.[36] Dort trafen sie auf Jairuth und Jonael, die beide von dem Engel, der bei Jairuth war, zu Kisjonahs Haus hin geführt worden waren und die wichtige Dinge mit Jesus zu besprechen hatten, siehe dazu Vertreibung des Jonael.[37]

Jesus gebot den auf einem nahen Hügel befindlichen Schlangen denselben auf alle Zeiten zu verlassen solange ein Spross Kisjonahs den Garten und Hügel bewohnen wird. Die Bestien schossen daraufhin wie Pfeile zu Tausenden aus ihren Löchern und flohen ins Meer. Fortan war nicht einmal mehr ein kleinster Wurm auf diesem Berg zu sehen. Auf dem Hügel erläuterte Jesus weitere Gleichnisse, siehe dazu Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut.[38]

Als Jesus im Garten Kisjonahs ruhte, erhob sich ein fürchterlicher Sturm über dem See, worauf die Jünger zum Herrn flohen und Ihn mit großem Angstgeschrei weckten. Nur Matthäus, Jairuth, Jonael und ihr Engel ließen sich nicht beirren. Jesus gebot dem Sturm nicht gleich Einhalt, da es für diesen einen weisen Grund gab. Auf dem Meer befanden sich nämlich zehn feindliche Schiffe, die Jesus und die Seinen verfolgt hatten und zu verderben trachteten; der Sturm tat ihnen nun das, was sie Jesus und den Seinen zu tun willens waren. Die argen Pharisäer aus Jesaira hatten sich Hilfe aus Jerusalem genommen, worauf zehn Schiffe mit römischen Soldaten ausgerüstet worden waren, um Jesus und Seine Jünger zu ergreifen.[39] Von den tausend Menschen, die auf den Schiffen waren, kamen nur fünf mit dem Leben davon. An den Klippen von Sibarah fand man noch lange verweste Knochenleichname und eine Menge Waffen und Ketten, die für Jesus und Seine Jünger bestimmt waren. Der Sturm verdemütigte die Pharisäer und Römer, worauf der Herr und die bei Ihm waren für einige Wochen Ruhe hatten.[40]

Ausflug nach Kana in Samaria

Jesus und die Seinen unternahmen zusammen mit Kisjonah einen Ausflug zu dem Ort Kana in Samaria. Bei der Ankunft erließ Kisjonah allen Bewohnern ihre bedeutend großen Schulden mit dem Hinweis, dass diese Jesus beglichen habe. Die Bewohner fielen darauf alle vor Jesus auf ihre Knie und Angesichter, um Ihm Dank und Ehre zu erweisen. Sie wollten wissen, was sie tun sollten, um solch großer Gnade würdig zu sein. Jesus wies sie an, gerecht in allen Dingen zu sein, Gott über alles zu lieben, ihre Nächsten, ob Freunde oder Feinde, zu lieben wie sich selbst, denen Gutes zu tun, die ihnen Böses zufügen, zu segnen, die ihnen fluchen, zu beten für die, die sie verfolgen, und so zu Kindern des Allerhöchsten aufgenommen zu werden, worin der einzige wahre Dank an Ihn für alles, was Er ihnen getan hatte, bestehe. Die Griechen unter den Bewohnern wollten wissen, welchen Gott sie über alles lieben sollten. Daraufhin erklärte ihnen Jesus, dass die griechischen Götter in Wirklichkeit nirgends bestehen und der Gott der Juden der allein wahre, ewige Gott ist, den die meisten allerdings nicht in der Fülle der Wahrheit erkannten. Er stellte Sich ihnen als der Gesandte von Ewigkeit dieses wahren Gottes vor, der gekommen war, um ihnen und ihren Kindern das Evangelium zu verkünden. Diesen Gott sollten sie über alles lieben und Seine Gebote halten, die in aller Kürze darin bestehen, Ihn zu lieben über alles und ihre Nächsten wie sich selbst. Zudem sollten sie glauben, dass dieser Gott, der Sein Vater ist, also Seine Liebe von Ewigkeit, Ihn in diese Welt gesandt hat, damit jeder, der an Ihn glaubt, in sich das ewige Leben habe und ein Kind des Allerhöchsten werde. Damit sie leichter glauben konnten, heilte Jesus alle ihre Kranken durch Seinen Willen und Sein inneres Wort.[41]

Jesus ermahnte die Bewohner, Sein Wort ohne die geringste Hinzufügung und ohne irgendeine geringste Weglassung tatsächlich zu beachten. Die Juden sollten vollkommene Juden im Herzen sein und die Griechen zu wahren Juden werden, damit Friede und Einigkeit unter ihnen sei. Den Griechen verbot Er, die verarmten Juden zu nötigen, Geld bei ihnen gegen Zinsen zu borgen und Pachtzins von ihnen zu verlangen, da die Griechen Fremdlinge im Land der Juden waren, denen das Land von Gott gegeben war seit Abraham. Sie hatten das unrechtmäßige Gut und Eigentum, welches sie sich angeeignet hatten, den Juden entgeltfrei zurückzugeben und sich im Land der Juden als Fremdlinge zu betrachten.[42] Dies gefiel den Griechen nicht und sie verdächtigten Jesus, von den Juden angestellt worden zu sein. Jesus empörte Sich über die Härte der Griechen und ermahnte deren großrednerischen Sprecher Philopold auf eine witzige Weise, da dieser selbst auch ein Witzreißer war.[43] Nachdem der Engel Archiel und Jesus Philopold über seine Präexistenz aufgeklärt hatten, wurde dieser als Jünger angenommen.[44] Philopold blieb noch drei Tage in Kana, um dort alles in Ordnung zu bringen, und folgte dann Jesus nach Kis.[45]

Den Geheilten gab Jesus Lehren, wie sie sich in Zukunft verhalten sollten, um nicht mehr in ihre alten Übel zurückzufallen. Sie durften nichts von all dem, was sie gesehen und gehört hatten, einem Fremden erzählen und Jesus dadurch vor der Zeit verraten, ansonsten es ihnen schlimm ergehen würde. Dies gelobten sie alle. Auch die Jünger durften die Tat Jesu außer in Kis nicht ruchbar machen und Matthäus durfte sie nicht notieren.[46]

Heilung von etwa dreißig Kranken aus Bethlehem und Nachtpredigt

Jesus und die Seinen kehrten nach Kis zurück und trafen dort auf fünf bessere Pharisäer aus Bethlehem, die von der wunderbaren Heilkunst Jesu gehört hatten und etwa dreißig Kranke mitbrachten, damit Er sie von ihren Leiden heile. Jesus fragte die Pharisäer, ob sie auch glaubten, denn ohne die Kraft des Glaubens würde sich wenig tun lassen zum Heil der Menschen. Sie alle bestätigten, dass sie an Jesus als den Heiland glauben würden. Daraufhin heilte Jesus alle Kranken, die plötzlich kerngesund wurden und vor Freude zu jubeln anfingen. Die Pharisäer brachten vor lauter Staunen kaum ein Wort heraus und die Geheilten fielen vor Jesus nieder und gaben Gott die Ehre, dass Er einem Menschen solche Kraft verlieh. Jesus hieß sie sich vom Boden erheben und bedrohte sie zugleich, von dem Geschehen nirgends etwas bekannt zu machen, weder in der Stadt Davids (Bethlehem) noch in Jerusalem. Die Geheilten gelobten einstimmig, das möglichste zu tun, um Ihn nicht zu verraten. Jesus brachte sie in den Speisesaal, wo sie versorgt wurden und zog Sich dann in ein anderes Gemach zurück, wo für Ihn und die Seinen Baram aus Jesaira ein reichliches Abendmahl vorbereitet hatte.[47]

Nach dem Essen hielt Jesus die Nachtpredigt.

Erscheinung des Satans als Leviathan

Als die Begleiter von Jesus sich im Garten Kisjonahs in der inneren Selbstbetrachtung übten, erschien der Satan als das Meeresungeheuer Leviathan, verspeiste einige Haustiere und näherte sich darauf Jesus und Seiner Gesellschaft, um sich dort weitere Leckerbissen zu holen. Jesus aber wies die Seinen an, sich nicht im Geringsten stören zu lassen. Er sagte: "Äußerlich sind wir dieses Ungeheuers alle zusammen nicht Herr, denn es ist dies ein vollkommen ausgebildeter Leviathan: aber vor unserer inneren Kraft muss er fliehen bis ans Ende der Welt; darum seid völlig unbesorgt! Eine kleine Stunde noch, und ihr habt des Todes Schranken und Grenzfesten durchbrochen, und die Herrschaft über alle Hölle und deren Heer soll euer Lohn sein!"[48]

Als das Ungeheuer bis auf zehn Schritte herangekommen war, gab Jesus dem Engel Archiel innerlich einen Wink, worauf dieser vor den Satan hintrat und ihn fragte, was er hier wolle und ihm zu weichen gebot. Daraufhin tat das Tier so, als wolle es reden; als ihm der Engel aber nochmal zu weichen befahl, da eilte es mit lautem Zischen und Pfeifen ins Meer zurück, wo es in der großen Bucht das Wasser so stark bewegte, als wüte ein Sturm. Dies machte auf die Jünger aber keinen Eindruck mehr und sie pflegten mit dem größten innere Eifer die Ruhe in Gott (die Selbstbetrachtung) in dieser letzten Stunde. Gegen Ende der Ruhestunde kam auf einmal ein mächtiges Gewitter mit Hagel und einige schwächere Jünger wollten schon ins Haus flüchten, aber der Engel sagte: "Bleibet und erkennet des Satans leerstes Gaukelspiel!" Da blieben sie und hielten den leeren Regen leicht aus. Die Hagelkörner hüpften zwar ganz munter am Boden herum, trafen aber keinen Menschen und auch der Regen machte sie kaum nass. Der Engel bedrohte das Gewölk, worauf sich dieses sofort teilte und ein reinster Tag entstand. Darauf war die Zeit der Selbstbeschau zu Ende.[49]

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Anmerkung: Dieses Geschehen gehört sehr wahrscheinlich zu jenen Bereichen, die sich nur im Geiste abspielten und ist zugleich eine Entsprechungsgeschichte. Wer je über einen längeren Zeitraum Meditation oder Selbstbeschau geübt hat, der weiß von solchen und vielen anderen Gaukeleien, die der Satan bewirkt, um den Menschen an seinem Tun zu hindern.


Die zwölf Schmuggler

Die Zöllner von Kisjonah fassten zwölf unmenschliche Pharisäer aus Kapernaum, Nazareth und Chorazim, die über das Gebiet von Kisjonah illegal einen Schmuggelpfad hatten einrichten lassen und sich als Räuber, Schmuggler und Sklavenhändler betätigten. Ihr Geld und ihre gesamte Ware wurden beschlagnahmt; die gefangenen Kinder, die für den Markt in Sidon bestimmt waren, befreit und in der Herberge von Kisjonah versorgt, um sie dann ihren Eltern zurückzugeben. Die zwölf Pharisäer mitsamt ihren Knechten wurden ins Gefängnis gebracht.[50] Jesus, der von dem Geschehen wusste, ohne persönlich dabei gewesen zu sein, gab Kisjonah den Rat, nach Cornelius in Kapernaum schicken zu lassen, damit die zwölf Sünder untersucht und verurteilt und das Raubgut und vor allem die Kinder so schnell als möglich zurückgegeben werden konnten, denn dafür war das Spezialgericht in Kis zu klein und auch nicht kompetent. Den zwölf Pharisäern war nur schwer beizukommen, da sie einen Freipass hatten und daher vom Zoll befreit waren. Sie umgingen die Mautstellen nicht wegen der Zollgebühren, sondern aus Furcht vor dem Volk, denn sie hatten bei ähnlichen Gelegenheiten schon Lehrgeld gezahlt. Sie konnten vor Gericht nur wegen dem Schaden, den sie in den Waldungen des Kisjonah verübt hatten, verurteilt werden. Kisjonah tat sogleich, was ihm Jesus geraten hatte, worauf noch am Nachmittag desselben Tages der Obergerichtskommissär Faustus mit zwei Schreibern eintraf.[51]

Obwohl sich die Pharisäer als sehr widerspenstig erwiesen, verurteilte sie der Oberrichter zu einer hohen Geldstrafe und dem Verlust ihrer Pfänder. Zudem hatten sie aufgrund von Majestätsbeleidigung zwischen entweder dem Tod oder der ewigen Verbannung nach Europa zu wählen.[52] Um der Verbannung zu entgehen, boten die Pharisäer das Fünffache der Geldstrafe in reinem Silber, worauf Faustus einging. Da sie aber derart viel Gold und Silber mit sich führten, dass sie sogar eine noch fünfmal höhere Strafe hätten bezahlen können, tat es Faustus leid, die Strafe nicht höher angesetzt zu haben. Er untersuchte die Herkunft der Schätze weiter und stellte bald fest, dass es sich um geraubte Steuern und Schätze für Rom handelte, die dort schon lange erwartet wurden. Die Pharisäer hatten sie sich durch List und Betrug angeeignet. Beim großen Prozess wurde von einem der Pharisäer namens Pilah die Schatzhöhle bekannt gemacht, zu der er und die anderen elf räuberischen Pharisäer unterwegs waren, als sie gefasst wurden. Diese geheime Höhle im Gebiet von Kisjonah war von ihnen angelegt worden, da der Tempel ein neues Gesetz erlassen hatte, wonach sie nur eine bestimmte Summe zum notwendigen Unterhalt besitzen durften und jeden Überschuss an den Tempel abliefern sollten.[53] Da die Pharisäer hofften, sich durch noch mehr Schätze freikaufen zu können, wurde eine weitere Schatzhöhle hinter Chorazin bekannt, in der alte Schätze aus der Zeit der babylonischen Gefangenschaft lagerten, welche die Pharisäer vor einigen Jahren entdeckt hatten. Diese bedeutenden Schätze aus dem Tempel waren zur Einfallszeit der damals mächtigen Babylonier in diese Höhle geschafft worden, wobei die Babylonier im Tempel dennoch genug zum Mitnehmen fanden.[54]

Auf den Rat von Jesus wurden die Pharisäer frei gelassen, nachdem ihnen von Faustus all ihre Schätze, deren sie sich bemächtigt hatten, abgenommen worden waren. Der Kaiser erhielt das Seine aus den Schätzen, ebenso der Tempel, dem die Pharisäer jene alten Schätze in der Höhle bei Chorazin vorenthalten hatten. Je ein Drittel der Schätze aus dem Gebirge Kisjonahs erhielten der Kaiser, Kisjonah und jene Armen, die ihrer Kinder und geraubten Sachen halber gekommen waren oder danach gesendet hatten. Auch das Zimmermannszeug, das Joses und Joel, den Söhnen von Josef, gehörte und mit der kleinen Behausung in Nazareth als Pfand genommen worden war, wurde aufgefunden und auf Anweisung des Herrn den beiden zurückgegeben. Beim Heranschaffen der Schätze half Jesus insgeheim durch Seine Wundermacht, wodurch die ansonsten drei Tage währende Arbeit an nur einem Tag beendet werden konnte. Pilah wurde auf Anweisung von Jesus von den anderen elf Pharisäern abgesondert, da er sich gebessert hatte. Die elf wurden im weiteren Verlauf zwar gefangen genommen, aber nicht getötet. Gegenüber von Rom verstanden sie es, sich weiß zu waschen und bereiteten Faustus, dem Pilah half, größere Schwierigkeiten. Der Herr prophezeite, dass diese elf Pharisäer lebenslang in die ewige Bußkammer gesperrt würden.[55]

Die räuberischen Pharisäer hatten ihre Untaten unter der Maske des Oberstatthalters (Cyrenius) verübt, was diesen in die größte Verlegenheit gebracht hätte. Ihr Treiben hatte das ganze jüdische Reich in Gefahr gebracht und hätte die Vernichtung von Jerusalem zur Folge gehabt, was nun aber von Jesus verhindert worden war. (nach Roban und einem römischen Hauptmann)[56]

Während dieser Geschehnisse ehelichte Faustus mit dem Segen Jesu die Lydia, die älteste Tochter von Kisjonah, was in Kis einiges Aufsehen erregte.[57]

Judas versuchte, Gold zu stehlen, siehe dazu Der versuchte Diebstahl.

Im Anschluss an diese Ereignisse durchsuchte Jesus in Begleitung von Kisjonah, Faustus, Jairuth, Jonael, Pilah und anderer eine sehr sehenswürdige Tropfsteinhöhle, die sich in der Schatzhöhle auf dem Gebiet Kisjonahs befand. Dabei stießen sie bald auf einen weiteren großen Schatz, den die elf Pharisäer nicht verraten hatten, und so kam durch den Herrn alles, was noch so verborgen war, ans Tageslicht. Auch Pilah wusste von diesem Schatz nichts. Der Herr übergab die Reichtümer Faustus als Besitz und Mitgift. Am wertvollsten waren die hühnereigroßen Perlen, welche der König Ninias beim Bau der Stadt Ninive in der Erde gefunden hatte. Als die Römer Palästina eroberten, hatten die Hohepriester, denen die Grotte schon lange bekannt war, die größten und beweglichen Schätze des Tempels dorthin gebracht. Der Herr wies Archiel an, den Eingang der Grotte so zu verrammen, dass sie kein Mensch mehr betreten solle, nachdem der Schatz geborgen worden war. Auch die Bergung wurde von Archiel in nur einem Augenblick erledigt. Die Grotte wurde für alle künftigen Zeiten unzugänglich gemacht, damit sie durch ihre Tropfsteingebilde den Aberglauben nicht begünstigte.[58]

Wirken in Nazareth

In Sichar (siehe Wirken in Sichar) war der neu eingesetzte Priester vom Volk vertrieben worden, als der Herr mit Jairuth und Jonael in Kis weilte. Deswegen erschien eine Deputation der Erzfeinde von Jairuth und Jonael, um diese zur baldigen Rückkehr zu bewegen. Jonael sollte das Oberpriesteramt wieder annehmen. Gewarnt vom Herrn, kehrten die Beiden zusammen mit Archiel nach Sichar zurück, kurz bevor der Herr nach Nazareth aufbrach.[59]

Der Herr bestieg mit Seiner Begleitung ein großes Schiff und fuhr mit Faustus und seiner Frau zum gemeinsamen Landungsplatz von Kapernaum und Nazareth. Kisjonah blieb auf den Rat des Herrn daheim. Faustus ging nach Kapernaum, wo während seiner Abwesenheit Archiel alle Geschäfte geschlichtet und der Familie des Herrn ihre Behausung wieder verschafft hatte. Der Herr Selbst ging mit Seinen vielen Jüngern nach Nazareth.[60]

Zweite Erweckung der Tochter des Jairus

siehe Jairus

In der Schule von Nazareth

In der Synagoge, William Hole, 1908

Der Herr begab sich in die Schule (Synagoge) von Nazareth und ermahnte die anwesenden Ältesten, Pharisäer und Schriftgelehrten, dass sie wohl den Leib am Tag siebenmal wuschen, ihre Kleider reinigten und die Gräber ihrer Verstorbenen zwei- bis dreimal jährlich übertünchten, dabei aber selbst diesen Gräbern ähnlich waren: von außen geziert und gereinigt, inwendig aber voll Ekelgeruchs, Totengebeinen und stinkendem Moder. Denn sie zogen allzeit ihre schnöden Satzungen den Geboten Gottes vor und berieten, wie sie ihre Zeremonie glänzender machen könnten, damit sie desto reichere Opfer abwerfe, aber was Gott allein wohlgefällig wäre, das mochten sie nicht innewerden. Weil sie dem Teufel mit ihrer Zeremonie dienten, daher sollten sie auch einst den Lohn im Pfuhl ernten. Den Sodomitern würde es besser ergehen, als ihnen. Beweis ihrer argen Handlungen war Maria, der sie alles genommen hatten, und tausend andere, mit denen sie es nicht besser getrieben hatten. Da die Heiden besser waren als das einst so mächtige Gottesvolk, prophezeite Jesus, dass in Kürze das heilige Land den Heiden überantwortet und die Juden kein Land und keinen König haben würden, sondern fremden Tyrannen als Sklaven dienen sollten.[61]

Die solcherart kritisierten Ältesten, Pharisäer und Schriftgelehrten empörten sich über Jesus und forderten ein Zeichen, worauf ihnen der Herr die nun schon zum zweiten Mal vom Tod erweckte Sarah vorstellte, bei deren Begräbnis sie selbst anwesend waren. Daraufhin verdächtigen sie den Herrn, ein mit dem Teufel im Bunde seiender Magier zu sein. Sie drohten Ihm und den Seinen sie mit Gewalt aus der Schule zu werfen. Als Jesus erwiderte, dass Er der Herr sei und alle Macht habe über Himmel, Hölle und Erde und daher verweilen würde, solange Er es wolle, da rissen die Ältesten ihre Gewänder auseinander, beschimpften Ihn lauthals als Gotteslästerer und wollten Ihn mit Steinen aus der Welt schaffen. Mt 13.53-57 [62]

Es kam zu einem Tumult und in diesem Augenblick traten Faustus, Cornelius, Jairus und der alte Cyrenius in den großen Schulsaal. Die Wüteriche entsetzten sich sehr, als sie die ihnen bekannten großen Herren bemerkten und legten sogleich ihre Mordwerkzeuge nieder, um sich tiefst vor ihnen zu verneigen. Als sie feststellen, dass diese großen Herren Jesus überaus freundlich gesinnt waren, und Cyrenius Ihm sogar sein Amt als ein Stellvertreter des Kaisers über Asien anbot, was Jesus ablehnte, da wurden sie leichenblass und fingen an zu beben, als ob sie ein überaus starkes Fieber ergriffen hätte. Sie erwarteten nun die Rache Jesu, dass Er sie beim Cyrenius verklagen würde, welchen sie mehr fürchteten als den Tod, denn er verstand keinen Scherz. Zudem waren einige dieser nazaräischen Ältesten, Pharisäer und Schriftgelehrten Mitwisser des Steuerraubs. (siehe oben, Die zwölf Schmuggler) Auch gab Sarah ein Zeugnis über sie, welches sie als die größten Gottesleugner und schändliche Gewalttäter entlarvte.[63] Cyrenius bedrohte die Argen mit aller Schärfe der römischen Rechtsprechung, worauf diese entsetzlich zu heulen und zu bitten anfingen. Der Herr aber wies ihn an, ihnen nur ein ewiges Stillschweigen über all das Vorgefallene aufzutragen mit einer ernste Bedrohung, die sie bei der ersten Übertretung ohne alle weitere Gnade zu gewärtigen bekommen sollten und sie dann zu entlassen. Cyrenius tat entsprechend dem Willen des Herrn und ermahnte sie, das Volk nicht zu quälen und die göttliche Wahrheit nicht wegen ihrer schändlichen, selbstsüchtigen Satzungen zu verfolgen. Er gab Zeugnis über Jesus und warnte sie, diesen nicht zu verfolgen. Als sich die Argen entfernt hatten, kam eine Menge Nazaräer in die Schule, um die römischen Herrschaften zu sehen.[64]

Heilung eines Gichtbrüchigen

Borus brachte einen gichtbrüchigen Menschen, dessen Hände und Füße schon ganz verdorrt und verdreht waren. Wohl keinem sterblichen Arzt wäre es mit allen Mitteln der Welt möglich gewesen, ihn zu heilen. Auch Borus selbst, als einer der ersten Ärzte in ganz Galiläa, sah sich dazu außerstande, weswegen er Jesus um die Heilung des Kranken bat. Jesus erwiderte jedoch, dass zu viele Ungläubige anwesend seien, weswegen so eine Heilung immer eine schwere Sache sei. Er wolle den Kranken bei Borus unter vier Augen heilen. Einige im Volk fingen darauf an, auf Jesus zu schimpfen, obwohl sie die vom Tod auferweckte Tochter des Jairus an Seiner Seite sahen, worauf sie Jesus ermahnte. Um ihnen Seine Macht zu beweisen, heilte Er vor ihrer aller Augen den gichtbrüchigen Menschen in einem Augenblick, ohne Arzneien, ohne Händeauflegung, allein durchs Wort. Der Geheilte bezeugte darauf, dass er an Jesus nun als entweder Gottes Sohn oder Gott Selbst als Mensch glaubte. Jesus wies ihn an, darum keinen Lärm zu machen, sondern das, was er im Herzen fühlte, treu zu bewahren. Das Volk aber entsetzte sich und sprach: "Woher kommt dem denn solch eine Weisheit und solche Taten und solche Macht dazu? Ist er nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder: Jakob und Joses und Simon und Judas (?) ? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher um des Himmels willen kommt ihm denn das alles?" Mt 13.55-56 Viele ärgerten sich über den Zimmermann, der nie eine Schule besucht hatte, und ihre Söhne beschämte, die zu Jerusalem studiert hatten, und ebenso sie selbst, die auch etwas gelernt hatten, und nun wie Dummköpfe dastanden.[65]

Ein alter Nazaräer berichtete, dass vor drei Jahren ein durchreisender Babylonier einen Menschen wie Jesus vorhergesagt hatte und man Ihn deswegen wirken lassen sollte, was aber viele nur noch mehr ärgerte. Jesus sah, dass mit diesem Volk nichts zu machen war, da es keinen Glauben und kein Vertrauen hatte. Er sagte: "Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterlande und in seinem Hause!" Mt 13.57 Würde Er aus Persien oder aus Indien gekommen sein und täte Zeichen, dann würden sie auf ihren Angesichtern vor Ihm liegen, aber da sie Ihn von Kind auf als den Sohn Josephs kannten, und für einen Tölpel hielten, fragten sie: "Woher kommt ihm solches?" Als ob ein Mensch aus fernen Ländern ein anderer sei als ein Einheimischer. Aber die dummen Nazaräer ärgerten sich nur noch mehr und verließen die Schule. Jesus und die Seinen begaben sich daraufhin in Sein Haus.[66]

Wegen des Unglaubens, und weil man ihn für einen Zauberer hielt, wirkte der Herr wenig Zeichen in Seiner leiblichen Heimat Mt 13.58 und redete auch nicht viel. Sein Schreiber Matthäus merkte das an, damit in späteren Zeiten alle Welt wissen sollte, was für harte und ungläubige Köpfe die Bürger Nazareths zur Zeit Jesu waren. Die Belehrung der Nazaräer blieb weitgehend den Jüngern überlassen.[67]

Im Haus des Herrn

Im Haus des Herrn suchte Josa, der in der Gegend von Nazareth wohnte und ein greiser Freund von Joseph war, Jesus auf und bat Ihn um die Heilung seiner schwer erkrankten Familie. Obwohl Sich der Herr vorgenommen hatte, wegen des zu großen Mangels an Glauben in dieser Gegend kein Zeichen mehr zu wirken, sagte Er zu dem Greis: "Wenn du glauben kannst, dass Ich dir zu helfen vermag, so ziehe getrost heim, und dir geschehe, wie du geglaubt hast!" Daraufhin bedankte sich der Greis voller tiefster Rührung und ging nach Hause. Dort traf er alle seine siebzehn Familienmitglieder so gesund an, als wären sie nie krank gewesen. Die böse Krankheit hatte die Seinen um dieselbe Zeit verlassen, als der Herr in Seinem Haus gesagt hatte: "Dir geschehe, wie du geglaubt hast!"[68]

Die Pharisäer von Nazareth wussten von der gefährlichen Krankheit im Haus des Alten und kamen dort hin, um über das Erbzehntel und die Begräbnisse alles im Voraus abzumachen, denn nach dem Tod hatten sie kein Recht mehr auf die Hinterlassenschaft, wenn ein Kranker ohne ihren Beistand verstorben war, denn dann trat der Staat als Erbe ein. Sie staunten nicht schlecht, als sie die vermeintlich Toten und Sterbenden ganz gesund antrafen. Ein Schwiegersohn des Alten, der wusste, dass die Pharisäer nicht der Hilfe wegen, sondern wegen des erwarteten Erbzehntes gekommen waren, las ihnen die Leviten und wies sie aus dem Haus. Nicht sie, sondern Jesus hatte geholfen. Daraufhin verließen die Pharisäer das Haus und dachten ganz sonderbare Dinge über Jesus, der ihnen schon wieder in die Quere gekommen war. Sie berieten, wie sie Ihn loswerden könnten, weil sie befürchteten, dass Er in kurzer Zeit alle Juden wider sie aufwiegeln werde, wie in diesem Haus. Bei diesen Gedanken geschah hinter ihnen ein lauter Donnerknall, worauf sie über die Maßen erschraken und still und geschwind in die Stadt liefen.[69]

Roban, ein Ältester der Pharisäer in Nazareth, kam zu Jesus ins Haus und wollte ein Jünger werden. Der Herr sagte dazu weder ja noch nein, sondern stellte es ihm frei zu bleiben oder zu gehen. Weil Roban den Verdacht hegte, Jesus würde durch die Kraft des Satans Wunder wirken, riet ihm Petrus, nach Sichar zu gehen, um sich dort beim Oberpriester Jonael und dem Großkaufmann Jairuth zu erkundigen, wer Jesus wirklich war, denn bei diesen beiden konnte Roban noch dienende Engel in scheinbar leiblicher Gestalt antreffen. Der Herr gab Roban die Erlaubnis, dort hin zu ziehen, um sich um alles zu erkundigen. Bei seiner Rückkehr sollte er dann seine Brüder und Kollegen von allem unterrichten, was er gehört und gesehen hatte.[70]

Das Morgenmahl wurde im Freien gehalten. In der Mitte vieler Tische war eine Art Tribüne mit einem großen, zierlich geschmückten Tisch errichtet worden, an dem der Herr, Cyrenius, Cornelius, Faustus, Jairus mit Frau und Tochter, die Mutter Jesu und die zwölf Apostel unter allerlei erbaulich heiteren Gesprächen das Morgenmahl einnahmen. Es fehlte aber Lydia, die junge Frau des Faustus, die er wegen seiner vielen häuslichen Geschäfte in Kapernaum gelassen hatte, obwohl sie überaus gerne auch mit nach Nazareth gezogen wäre. Die Mutter Jesu machte ihm deswegen sanfte Vorwürfe und er selbst bereute es, sein liebstes Weib daheim gelassen zu haben und beschloss, es sogleich selbst zu holen. Jesus aber versprach ihm, dies zu tun, worauf an Seiner Seite sogleich zwei überaus schöne Jünglinge in lichtblauen Faltenkleider zu sehen waren, die sich als die Diener des Herrn vorstellten. Jesus wies die beiden Engel an, die Lydia zu holen, was diese in kürzester Zeit verrichteten, worüber fast alle am Tisch Entsetzen ergriff.[71]

Beim Fischfang

Galiläisches Meer zur Zeit Jesu

Jesus verwendete Seine Wundermacht, um Sich und die Seinen in einem Augenblick von Seinem Haus ans Meer zu versetzen. Dort bestiegen die Jünger die Boote und machten einen Fischzug um den anderen, aber der Fang war gering. Die zwei Jünglinge (die Engel) fuhren darauf mit einem großen Netz weit in die See hinaus. Entgegen der Erwartung von Andreas, der ein Meister im Fischen war, machten sie einen guten Fang von dreißig Welsen. Schließlich bestieg auch Jesus ein Boot und die mutige Sarah auch eines. Sie spannten ein ziemlich großes Netz, das nach einem kleinen Zug unfern des Ufers schon bald mit fünfhundert Lachsen, Salmen und Welsen gefüllt war. Die beiden Jünglinge mussten Sarah zu Hilfe eilen, weil sie das Netz sonst nicht hätte halten können. Als die Jünger noch einen Zug machten, fanden sie wieder nur wenige und kleine Fischlein im Netz. Petrus wollte die Fischlein wieder ins Meer werfen, worauf ihm der Herr erwiderte, dass er behalten solle, was er gefangen hatte. Dem Herrn waren die kleinen Fische lieber als die großen, die nicht selten ein zähes und schwer verdauliches Fleisch haben. Diese Erscheinung war eine Entsprechung. Wenn Petrus als Menschenfischer hinausgehen wird, sollte er es sich nicht verdrießen lassen, wenn sich im Netz des Evangeliums kleine Fischlein einfangen lassen, denn dem Herrn sind sie lieber als die großen. Alles, was groß und wertvoll ist vor der Welt, ist vor Ihm in gewisser Hinsicht ein Gräuel. Die gefangenen Fische wurden auf Karren und Tragen in einen ziemlich großen Fischbehälter beim Haus des Herrn gebracht. Diesen hatte Joseph einst selbst angelegt.[72]

Nach diesen Ereignissen wurde Borus vom Herrn Selbst mit Sarah vermählt, siehe Borus.

Die beiden Engel durften noch einige Zeit länger sichtbar in der lieblichen Nähe des Herrn verweilen, was sie überaus selig machte. Sie besprachen sich mit den Jüngern des Herrn und gaben ihnen wichtige Aufschlüsse über viele Dinge in der Welt.[73]

Bekehrung der Pharisäer, Ältesten, Leviten und Schriftgelehrten

Als Jesus und die Seinen mit den beiden Engeln am Sabbat unbemerkt von den ihnen feindlich gesinnten Pharisäern die Synagoge von Nazareth aufsuchten, da trat Chiwar als Redner auf. Er machte den Ältesten der Pharisäer Vorhaltungen, dass sie sich nicht, wie Roban, Jesus angeschlossen hatten und an ihrem alten Kram und Unsinn wider alle Vernunft festhielten, wobei er auch verkündete, von nun an ein Jünger Jesu zu sein.[74] Nach einigen Disputen gelang es Chiwar, dass die anwesenden Pharisäer, Ältesten, Leviten und Schriftgelehrten dem Tempel den Rücken kehrten und Jesus nachfolgen wollten. Die beiden Engel des Herrn rieten ihnen, Jesus im Herzen zu folgen, ansonsten aber so zu bleiben, wie sie waren, damit die Diener der Welt und des Teufels, mit denen der Tempel vollgestopft war, nicht vor der Zeit geweckt würden. Sie sollten das Volk Moses und die Propheten lehren, auf die Beachtung der wahren Gebote Gottes halten, auf die weltlichen Satzungen des Tempels aber nicht viel geben. Mit dem neuen Obersten, der Jairus ersetzen würde, würden sie leichtes Spiel haben, da er selbst nicht im Geringsten an den Tempel glaubte, auch wenn er anfangs so tun würde. In Roban würden sie einen klugen und weisen Leiter haben, da er einer der stärksten Geister unter ihnen war. Auch so waren sie Jünger Jesu. Dieser Rat galt auch Chiwar, der dem Herrn lieber öffentlich statt insgeheim als Jünger gefolgt wäre. Er sollte in seiner Stellung bleiben, wofür er sich dann auch entschloss.[75]

Roban kehrte in der Begleitung von Kisjonah zurück zum Haus des Herrn. Er war tief davon ergriffen, was er in Sichar gesehen und gehört hatte und bekannte, nun zu Jesus zu gehören. Jesus berichtete ihm, dass inzwischen auch seine Brüder und Amtsgefährten zu Ihm gehörten, ohne deswegen aufzuhören, vor der Welt das zu sein, was sie ehedem waren, was auch Roban vorderhand bleiben würde, bis sich der neue Schuloberste (Vorsteher der Synagoge) ein wenig abgestoßen haben wird. Darauf kehrte Roban zur Synagoge zurück und wurde dort freundlich aufgenommen.[76] Was den neuen Obersten Korah und Roban betraf, kam es so, wie es Jesus im Voraus beschrieben hatte. Die Synagoge von Nazareth wurde zu einem Ort, an dem die Wahrheit etwas galt und kein Betrug mehr getrieben wurde, wie im Tempel von Jerusalem.[77]

Heilung eines Tobsüchtigen

Eine Menge Bürger kamen aus der Stadt und ersuchten Jesus, einen Tobsüchtigen zu heilen, weil sie gehört hatten, dass Er das Haus des alten Josa völlig gesund gemacht hatte. Da der Erkrankte sehr ansteckend war, erhofften sich die Bürger, Jesus würde ihn aus der Ferne heilen, wie Er es im Falle von Josa getan hatte. Da die Bürger aber nicht oder nur halb glaubten, und vielmehr gekommen waren, um Jesus zu prüfen, prüfte Er Seinerseits sie: Er verlangte von ihnen, den Tobsüchtigen zu Ihm zu bringen und teilte ihnen mit, dass sie selbst auch schon mit der Tobsucht angesteckt seien. Also brachten sie den gebundenen Tobsüchtigen zu Jesus, der dann aber von ihnen verlangte, ihn freizulassen, obwohl sich dieser wie wahnsinnig gebärdete. Die Bürger getrauten sich nicht, dies zu tun, weil das andere Volk samt den Jünger zu viel schrie. Jesus wies Borus an, den Tobenden zu befreien, da dieser schon geheilt sei. In dem Augenblick war der Tobende ruhig und wurde gesund, worauf ihm Borus die Fesseln löste. Jesus heilte nicht nur den Tobenden, sondern auch die anderen Angesteckten. Weil sie im Übermaß Hunde hielten, ermahnte er sie, in Zukunft Menschenfreunde und keine Hundefreunde zu sein, denn die Ansteckung ging auf einen Hundebiss zurück.[78]

Die Frau des geheilten Mannes eilte mit ihren zehn Kindern zu Jesus, fiel vor Ihm mitsamt den Kindern auf die Knie und dankte Ihm für die erwiesene unerhörte Wohltat. Um dem Herrn zu dienen, gelobte sie, die Hälfte ihres großen Vermögens den Armen zu geben und die andere Hälfte für sie zu verwalten, damit diese bei ihr immer etwas finden sollten. Nachdem sie der Herr über die gerechte Verwaltung von Reichtum unterrichtet hatte, dankte sie Ihm samt ihren Kindern nochmals und pries Ihn so herzlich, dass dem Herrn vor Rührung und Freude die Tränen kamen und Er Sich von ihr abwenden musste. Ihre Liebe und ihr Glaube zu Gott war so mächtig, wie dergleichen noch selten vorkam. Jesus hieß den Geheilten, dessen Name Bab war, zu Ihm zu kommen und behielt Ihn, Seine Frau und deren Kinder den Abend als Seine Gäste.[79]

Erweckung des Josoe

siehe Josoe

Enthauptung des Johannes

Enthauptung Johannes des Täufers

siehe Johannes der Täufer

Roban berichtete Jesus, dass die Steuereintreiber von Herodes Gerüchte von Jesus und Seinen Taten erzählten, wie Er sie beim Steuererpressen in die Flucht geschlagen habe. Mt 14.1 Darauf rief Herodes seinen Wahrsager. Dieser war insgeheim ein Jünger des Johannes und konnte dem Herodes die Ermordung dieses Propheten nicht verzeihen. Nun fand er Gelegenheit, eine erste Rache an Herodes zu nehmen, indem er erklärte, dass Jesus der von den Toten auferstandene Johannes sei. Darüber erschrak Herodes und berichtete seinen Knechten, dass es sich nicht um den Zimmermann Jesus, sondern um den wieder auferstandenen Johannes handle, weswegen sie gegen ihn nichts mehr unternehmen sollten, weil dies ihm selbst und ihnen das größte Unheil bereiten könnte. Mt 14.2 Die Knechte waren darüber verdutzt, denn sie wussten es bei sich, dass Jesus nicht Johannes sei, aber sie getrauten sich nicht, dem erregten Herodes zu widersprechen.[80]

Cyrenius und Cornelius boten Jesus an, die ganze Höllenbrut samt Jerusalem und Tempel von der Erde zu vertilgen, doch Jesus hielt sie zurück. Wenn das Geschehene nicht der Ordnung Gottes wegen geschehen musste, wäre es ein leichtes gewesen, alles augenblicklich zu vernichten. Aber es musste solch Äußerstes geschehen wegen der Gestaltung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Da der neue Oberste der Pharisäer ein böser Mensch war, dem der Satan tausend Wege zeigte, auf denen er Cyrenius und Cornelius schaden konnte, riet Jesus den beiden, wegzugehen. Auch Jesus bereitete sich darauf vor, Nazareth zu verlassen und nicht so bald wieder in diese Gegend zu kommen. Er wollte nicht, dass Sein Haus ein Kampfplatz des Satans wurde. Seine Jünger zogen mit Kisjonah nach Kis, wo sie die Jünger des Johannes erwarteten, um ihnen das nahende Reich Gottes zu verkünden.[81]

Jesus verließ Nazareth mit Seinen zwölf Jüngern und mit sieben angekommenen Jüngern des Johannes. Borus, Jairus, dessen Frau, Sarah und Maria blieben in Nazareth.[82] Der eigentliche Grund für die Flucht Jesu war folgender Umstand: Herodes hatte hunderte Mörder nach Ihm ausgesandt, die Ihn töten sollten, falls Er nicht der auferstandene Johannes sei, wie Herodes vermutete. Gelänge es ihnen nicht, Jesus zu töten, weil Er ein nicht zu tötender wirklicher Gottmensch sei, dann wollte Herodes mitsamt seinem ganzen Hofstaat ein Anhänger Jesu werden. Jesus wollte aber auf kein Fall, dass Herodes durch eine solche schnöde Probe Sein Jünger werde. Er sagte: "Ist denn des Menschen Sohn gekommen, durch bedungene Mörder das zu werden, was Er ist? Nein, und ewig nein! Wer Mich mit Mordwerkzeugen in der Hand fragt, wer Ich sei, dem soll ewig nie eine Antwort werden!" (nach Borus)[83]

In der Wüste und auf dem Meer

Krankenheilung und erste Volksspeisung

Speisung der Fünftausend (Codex Egberti)

Jesus ging mit den zwölf Jüngern Richtung Sibarah an das Meer und fuhr mit einem Schiff in die Gegend oberhalb von Bethabara. Dort begab Er Sich in Begleitung von ein paar Jüngern in die Wüste an einen Ort, wo Er ein paar Tage lang vor den Nachstellungen Herodes sicher wäre. Weil der Herr aber nicht die Absicht hatte, Sich vor der hilfsbedürftigen Menschheit völlig zu verbergen, dauerte es keinen Tag, als schon eine große Menge Volk mit allerlei kranken Menschen herbeiströmte. Mt 14.13 Jesus jammerten die vielen Kranken und Er heilte sie alle in einem Augenblick Mt 14.14 und ebenso jene, die noch auf dem mühevollen Weg zu Ihm waren. Darauf hatte das Loben und Preisen natürlich kein Ende. Als der Abend hereinbrach, traten die Jünger zu Jesus und machten Ihn auf den Umstand aufmerksam, dass die Nacht kam und niemand etwas Essbares bei sich habe; Er solle das Volk in die umgebenden Orte schicken, damit es sich Speise kaufe. Mt 14.15 Darauf erwiderte Jesus, dies sei nicht nötig, die Jünger sollten ihnen zu essen geben. Mt 14.16 Diese aber hatte nur fünf Brote aus Gerstenmehl und zwei gebratene Fische. Mt 14.17 Jesus ließ diese Dinge zu Ihm bringen. Mt 14.18 Er hieß das Volk, sich aufs Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und zwei Fische, sah zum Himmel auf und dankte dem Vater, brach die Brote und gab sie den Jüngern und diese gaben sie dem Volk. Mt 14.19 Die beiden Fische und ein wenig Brot blieben für die Jünger. Alle, die da waren, aßen davon und wurden satt; es blieben sogar zwölf große Körbe voller Brocken übrig. Mt 14.20 Die gegessen hatten, waren um die fünftausend Mann, ohne Frauen und Kinder gerechnet. Mt 14.21 Diese Speisung dauerte eine gute Stunde und erregte großes Staunen beim Volk, das darauf gleich unter sich beschloss, Jesus zu seinem König auszurufen.[84]

Jesus geht auf dem Wasser und des Petrus Glaubensprobe

Als Jesus den Plan des Volkes bemerkte, Ihn zu ihrem König zu machen, gebot Er den Jüngern, das Schiff zu besteigen und vor Ihm ans jenseitige Ufer hinüberzufahren, bis Er das Volk entließe. Mt 14.22 Dies tat Er, um das Volk an der Ausführung seines Planes zu hindern, denn das Volk besprach sich deswegen mit Seinen Jüngern und getraute sich Ihm Selbst nicht zu nahen. Als sich die Jünger auf das Schiff begaben und ein Stück weit auf den See gefahren waren, stand auch bald das Volk zunehmend von seinem Plan ab. Daraufhin entließ Jesus das Volk, das sich willig von dannen begab. Nun stieg Jesus in der mondhellen Nacht ganz allein auf einen nahen kahlen Berg und betete da, um Sein Fleischlich-Menschliches noch inniger mit dem Vater zu einen. Mt 14.23 Das Schiff der Jünger geriet derweil in große Not wegen der Wellen, die ein widriger, ziemlich heftiger Wind verursachte. Mt 14.24 [85]

Jesus wandelt auf dem Wasser (Ivan Aivazovsky, 19. Jhdt.)

Zur vierten Nachtwache legte sich der Wind ein wenig und der scharfäugige Andreas entdeckte einen Menschen auf den Meereswogen wie auf dem trockenen Land wandeln. Mt 14.25 Er vermeinte ein Gespenst zu sehen und machte die anderen Jünger darauf aufmerksam, die alle in große Furcht gerieten und zu schreien anfingen, weil sie glaubten, von Jesus verlassen worden zu sein und nun zugrunde gehen zu müssen. Mt 14.26 Da kam Jesus nahe heran und und sprach: "Seid getröstet, Ich bin es ja! Fürchtet euch darum nicht!" Mt 14.27 Da wurden die Jünger still. Petrus aber zweifelte noch ein wenig, ob es sich wirklich um Jesus handelte, und nicht doch um ein Gespenst, das nur so aussah wie Er. Daher rief er Jesus zu, dass Er ihn zur Probe auch aufs Meer steigen lasse, denn wenn es wirklich Jesus wäre, dann würde ihm nichts zuleide geschehen, hingegen im Falle eines Gespenstes wären sie sowieso verloren. Mt 14.28 Also sagte Jesus zu Ihm: "Komm heraus und überzeuge dich!" Da trat Petrus unter dem Angstgeschrei der Brüder aus dem Schiff aufs Wasser. Als er nun nicht unterging, sondern ganz wie der Herr auf dem Wasser dahinging, da wich aller Zweifel von ihnen, und jeder glaubte, dass es Jesus war. Petrus eilte, um zu Jesus zu kommen. Mt 14.29 Als er kaum noch sieben kleine Schritte von Ihn entfernt war, da sah er starken Wind kommen, der hohe Wellen vor sich hertrieb. Darüber erschrocken, verlor er ein wenig den starken Glauben und fing an zu sinken, worauf er jämmerlich schrie: "Herr, hilf mir!" Mt 14.30 Jesus trat schnell zu ihm hin, streckte Seine Hand nach ihm aus, zog ihn heraus und setzte ihn wieder auf die Wasseroberfläche, die ihn nun wieder trug wie zuvor. Er sagte: "O du Kleingläubiger! Warum zweifelst du? Weißt du denn noch nicht, dass der ungezweifelte Glaube allein ein Meister aller Elemente ist?" Mt 14.31 Petrus bat um Vergebung und stieg zusammen mit Jesus ins Schiff, worauf sich der Sturm augenblicklich legte. Mt 14.32 Alle, die Jünger und die Schiffsknechte, eilten zum Herrn, priesen Ihn und sagten einstimmig: "Nun erst erkennen wir, dass Du wahrhaftig Gottes Sohn bist!" Mt 14.33 [86]

Jesus und die Jünger gingen eine kleine halbe Stunde Weges unterhalb der Freistadt Genezareth ans Land. Mt 14.34 Da dieses Städtchen unter dem Schutz der Römer stand, konnten sie dort weder vom Tempel, noch von Herodes angegriffen werden.[87]

In Genezareth

Viele Krankenheilungen

In Genezareth angekommen, kehrten Jesus und Seine Jünger in die Herberge von Ebahl ein, wo sie sehr gastfreundlich aufgenommen wurden. Das sonst gute und freie Land wurde fortwährend von allerlei argen Krankheiten heimgesucht; diese waren zwar nicht tödlich, aber dafür desto lästiger und sehr hartnäckig. Für die Eingeborenen waren Luft und Wasser unschädlich, aber nicht für die Fremden. Wer sich nur ein paar Tage in Genezareth aufhielt, der wurde nicht selten so schwer krank, dass er mindestens ein Jahr lang das Krankenbett nicht verlassen konnte, wobei kein Arzt zu helfen vermochte. Jeder bekam etwas anderes: einer bekam Fieber, ein anderer Aussatz, wieder ein anderer Durchfall, und noch ein anderer stechenden Husten. Die Sterblichkeit war gering, aber desto größer die Anzahl der Leidenden. Es gab im ganzen kleinen Land viele Kranke. Ebahl, der schon nach dem Heiland Jesus suchen hatte lassen, hatte eine ganze Herberge voller Kranker, die vor Schmerzen nicht weiterreisen konnten. Jesus war zu Ebahl gekommen, weil diesen kein Eigennutz beseelte, sondern nur der Wunsch, den Leidenden, gleich welcher Nation, Hilfe zu bringen. Jesus erklärte, die Kranken seien nun geheilt, worauf Ebahl, der dem Wort des Herrn glaubte, darüber außer sich vor Freude war. Von nun an sollte Jesus ganz Herr in seinem Haus sein. Kurz darauf kam auch schon die Nachricht, dass ein Wunder geschehen sein müsse, da etwa zweitausend Kranke augenblicklich vollkommen gesund geworden waren. Nun fiel Ebahl vor Jesus auf seine Knie und dankte Ihm unter Tränen der Freude für die seinem Haus erwiesene wunderbare Wohltat.[88]

Bald kamen mehrere Geheilte, darunter Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und zwei Essäer, um Jesus für die Heilung zu danken und womöglich die Wissenschaft zu erlernen, wie Er die Kranken nur durchs Wort augenblicklich zu heilen vermochte. Der Herr ermahnte die Essäer wegen ihrer falschen Lehre. In Zukunft sollten sie die Wahrheit lehren und glauben, ansonsten bald ein übles Gericht über die Essäer ergehen werde. Die beiden Essäer erkannten, dass Jesus recht hatte. Sie versprachen, auch ihre Brüder bekehren zu wollen.[89]

Viele Krankenheilungen in Genezareth

Wiederholt kamen noch weitere Kranke aus der Stadt und deren nächster Umgebung und baten Jesus, sie gesund zu machen. Dies tat Er wiederum allein durchs Wort. Die nunmehr Gesunden lobten und priesen Gott, der dem Menschen eine solche Macht gegeben hat. Jesus aber gebot ihnen zu schweigen und sich nach Hause zu begeben und fortan die Sünde zu meiden. Darauf gingen sie froh nach Hause. Es kam auch ein Hauptmann, der an diesem Ort die Soldaten befehligte. Er bat Jesus, auch seinen vielen kranken Soldaten zu helfen und der Herr sagte zu ihm: "Gehe hin, es geschehe dir nach deinem Glauben!" Also ging der Hautmann ins Lager und fand alle Soldaten gesund. Da kehrte er froh wieder zu Jesus zurück und wollte Ihn belohnen mit Gold und Silber. Der Herr wies dies jedoch zurück, denn Er heilte um die Schätze aus den Himmeln und nicht um Schätze dieser Welt. Der Hauptmann solle das Gold und Silber dem Ebahl geben, da seine Herberge ihn viel kostete. Weil der Strom der Kranken nicht abreißen wollte, segnete der Herr eine große Wiese, die über der Straße zum Haus des Ebahl lag. Jeder Kranke, der sie an diesem Tag betrat, wurde sogleich gesund. Es kamen aus allen Städten, Märkten und Dörfern mehrere hundert Kranke und jeder wurde geheilt. Ein Zeugnis dafür findet sich bei Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.45.11-16. Die Kranken, die in den Tagen darauf kamen, durften den Saum von Jesus' Oberrockes anrühren und wurden so gesund. Mt 14.35-36 [90]

Wasserwanderung und Speisewunder

Als Jesus mit dem Hauptmann, dem Ebahl und seiner Familie einen Spaziergang ans Meer machte, berichteten dort acht Schniffsknechte, wie Jesus auf dem Wasser gegangen sei. Als der Hauptmann dies hörte, wollte er wissen, wie das möglich sei. Hierauf trat Jesus auf die Meeresoberfläche, ging zehn Schritte hinaus, wandte Sich um und lud die Gesellschaft ein, zu Ihm zu kommen; aber sie getrauten sich nicht, denn das Meer war sehr tief an dieser Stelle. Also rief Jesus das jüngste, zwölf Jahre alte Töchterchen des Ebahl, worauf das Mädchen Mut bekam und vorsichtig einen Fuß auf das Wasser setzte. Als sie sich überzeugt hatte, dass das Wasser sie trug wie ein Steinboden, da fing sie gleich an, ganz munter zu Jesus hinzuhüpfen. Nun versuchten es auch die andere und alle befanden sich wohl und munter auf dem ruhigen Wasserspiegel. So wandelte dann die ganze Gesellschaft etwa fünftausend Schritte weit hinaus auf den See. Nun erhob sich ein ziemlich heftiger Wind und fing an, starke Wellen zu treiben. Allen wurde bange und der Hauptmann bat dem Herrn um Umkehr. Der Herr aber sagte: "Fürchte dich nicht! Die Wellen kommen ja nur, um dich zu überzeugen, dass auch sie, samt dem Winde, der sie treibt, Mir gehorchen müssen." Als die Wellen aber stets mächtiger kamen, kehrte der Hauptmann um und lief so schnell er konnte an das Ufer zurück. Jesus und die anderen folgten ihm dann bald darauf.[91]

Wieder im Haus des Ebahl, fanden die Diener, welche des Nachtmahl bringen sollten, nichts mehr von ihren bereiteten Speisen. Dafür aber war die Speisekammer gefüllt mit den besten und seltensten Speisen, den edelsten Früchten und mit dem allerbesten Wein. Die Familie des Ebahl und der Hauptmann sahen nun ein, dass Jesus der Herr war und sie sollten heute alle die Gäste des Herrn sein. Die Speisen wurden aufgetragen, die Danksagung dargebracht; alle aßen und tranken die himmlischen Gerichte und den köstlichen Wein und fingen an, Jesus und den guten Vater im Himmel laut zu loben.[92]

Jesus warnte die Familie von Ebahl und den Hauptmann, von allem dem, was sie als besondere Zeichen von Ihm gesehen hatten, etwas kundzutun. Die einen würde ihnen nicht glauben und sie zu Narren erklären, andere würden ihre Aussagen zu leichtgläubig annehmen und sich so selbst Fesseln anlegen, worauf sie keiner freien Handlung mehr fähig wären. Die vernommenen Lehren jedoch sollten sie ihren Freunden und Bekannten mitteilen.[93]

Unliebsame Gäste aus Jerusalem

Mitten in der Nacht kamen zwanzig Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jersualem in der Herberge von Ebahl an, der von solchen Gästen gar nichts hielt, weil sie übermäßig Aufmerksamkeit verlangten, nie zufrieden waren und alles umsonst haben wollten. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten eine Menge Begleiter mit sich, sowie Lastesel und Maultiere, die ihr vieles Reisegepäck trugen. Sie verlangten nach Speise und Trank, wofür Ebahl rasch sorgte. Nachdem die Pharisäer in kurzer Zeit gegessen und etlichen Wein getrunken hatten, wurden sie gesprächiger. Sie erkundigten sich nach einem Vagabunden aus Nazareth, einem Zimmermann, der unerhörte Zauberei treibe, eine neue Gotteslehre verbreite, Kranke gesund mache, Geister beschwöre und das Volk gegen den Tempel und den Kaiser aufwiegle. Seinetwegen waren sie auf dem Weg nach Nazareth, um dort die Sache zu untersuchen. Der römische Hauptmann von Genezareth empfing die Pharisäer und Schriftgelehrten darauf recht unfreundlich, verlangte Reisepapiere, die sie nicht hatten, und knöpfte ihnen hundert Silbergroschen ab für ihre Bewachung, da sie sich unerlaubt im römisch verwalteten Genezareth aufhielten. Anschließend legte er über Jesus ein gutes Zeugnis ab: Jesus stünde unter seinem Schutz; er kenne Ihn sehr genau und hätte Ihn schon längst ergreifen lassen, wenn er auch nur die geringste Meuterei festgestellt hätte. Darauf fragten die Pharisäer nichts mehr und Jesus war mit dem Vorgehen des Hauptmannes sehr zufrieden.[94]

Tags darauf erkannten die Pharisäer angesichts der vielen Krankenheilungen, dass der von ihnen gesuchte Jesus auch einer der Gäste von Ebahl war. Obwohl sie selbst Zeugen der Heilungen waren, die sie erfolglos zu verhindern versuchten, mochten sie an Jesu Göttlichkeit nicht glauben.[95] Darauf trat der Oberste vor Jesus und fragte Ihn, wer die seien, die an Seinem Tisch saßen. Mt 15.1 Und Jesus antwortete, es seien Seine Jünger. Nun wollte der Oberste wissen, warum Seine Jünger die Aufsätze der Ältesten übertraten, denn sie wuschen ihre Hände nicht, als sie Brot aßen. Mt 15.2 Dies taten die Jünger absichtlich nicht aufgrund einer speziell für diesen Anlass gegebenen Anweisung von Jesus. Nun stand Jesus auf, stellte Sich dem Obersten schroff gegenüber und fragte mit ernster Stimme: "Warum übertretet denn ihr Gottes Gebote eurer Aufsätze willen? Mt 15.3 Gott hat geboten: ,Du sollst Vater und Mutter ehren! Wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben!‘ Mt 15.4 Ihr aber lehret den Sohn und die Tochter, dass sie zu ihren Alten sagen sollen: ,So ich für dich, du Vater oder du Mutter, im Tempel opfere, so ist es dir nützlicher, als so ich dich ehre in einem fort nach altem Gebrauche.‘ Und ihr saget zu solch einem Sohne und zu solch einer Tochter: ,Also hast du wohlgetan!‘ Mt 15.5 – Was aber ist die Folge davon? Sehet! Dadurch geschieht es, dass nun fast niemand mehr seinen Vater und seine Mutter ehrt! Ihr habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen! Mt 15.6 Wer gab euch dazu das Recht? Weil ihr an Gott noch nie geglaubt habt, so möget ihr solches wohl tun; denn der geistig tot ist, hat kein Gewissen mehr!" Damit waren die Pharisäer als Diener des eigenen Bauches entlarvt; dennoch bestand der Oberste darauf, sie seine Gottes Diener nach der Ordnung Aarons. Nun erwiderte Jesus: "Oh, ihr elenden Heuchler! Es hat wohl Jesajas von euch geschrieben und geweissagt Mt 15.7: ,Dies Volk naht sich zu Mir mit seinem Munde und ehrt Mich mit seinen Lippen, aber sein Herz ist ferne von Mir! Mt 15.8 Aber vergeblich dienen sie Mir, dieweil sie dem Volke geben solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind!‘" Mt 15.9 Der Oberste reagierte mit weiteren Ausreden, worauf der ebenfalls anwesende römische Hauptmann Julius die Pharisäer bedrohte und ein Zeugnis von ihnen verlangte; sie sollten vor Jesus und dem Volk bestätigen, Jesus würde vollkommen recht nach den Gesetzen Gottes leben und handeln. Die Pharisäer zogen sich nun verdutzt zurück und berieten unter sich, was zu tun wäre. Ein solches Zeugnis wollten sie Jesus nicht geben und verlangten weitere Untersuchungen.[96]

Nun ließ Jesus das Volk zusammen rufen. Als der Saal nahezu voll war, sagte Er: "Höret zu, und vernehmet Mich wohl! Mt 15.10 Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht; aber was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. Mt 15.11 Mit ungewaschenen Händen das Brot essen, verunreinigt keinen Menschen. Das sage Ich euch allen und hebe somit für ewig solche Menschensatzung auf!" Alles Volk fing an zu jubeln und lobte Jesus. Die Jünger traten zu Ihm hin und fragten Ihn, ob Er bemerkt habe, wie sehe sich die Pharisäer ärgerten über dieses Wort. Mt 15.12 Da sagte Jesus laut zu den Jüngern: "Alle Pflanzen, die nicht Mein himmlischer Vater gepflanzt hat, werden ausgereutet. Mt 15.13 Lasset sie fahren! Sie sind blinde Blindenleiter. Wo aber ein Blinder einen Blinden führt, da fallen doch sicher beide in den Graben! Mt 15.14 Diese können sich ärgern wie sie wollen; denn ihr Vater ist ein anderer als der unsrige. Unser Vater ist oben – und der ihrige unten!" Da explodierten die Pharisäer fast vor Zorn und deren Oberster erklärte, sie würden dem Hohepriester nun verkünden, Jesus wäre ein Gotteslästerer. Doch Julius lies sie so nicht abziehen. Er verlangte von ihnen, einen Vertrag zu unterzeichnen, gemäß dem sie nirgendwo schlecht über Jesus reden durften und Ihm ein böses Zeugnis geben, ansonsten sie dem Gericht und Tod verfielen. Zudem mussten sie sich in dem Vertrag zu dem Steuerraub bekennen und dass Sich Jesus dafür verwendet hatte, sie vor dem Tod zu bewahren. Dies unterschrieben die Pharisäer unter Androhung von Gewalt. Dann packten sie zusammen und verließen Genezareth in kurzer Zeit ohne Wort und Laut.[97]

Nach diesen Ereignissen ersuchten Petrus und die anderen Jünger den Herrn, das Gleichnis vom 'zum Munde Ein- und Ausgehen' zu erklären, denn sie verstanden es alle nicht. Mt 15.15 Sagte Jesus: "Seid denn ihr auch noch so unverständig? Mt 15.16 Wie lange werde Ich euch denn noch also ertragen müssen? Merket ihr noch nicht, dass alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt und von da durch den natürlichen Gang ausgeworfen wird? Mt 15.17 Was aber zum Munde herausgeht, das kommt aus dem Herzen und verunreinigt den Menschen! Mt 15.18 Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse und Lästerungen. Mt 15.19 Das sind Stücke, die den Menschen verunreinigen; aber mit ungewaschenen Händen Brot essen, das verunreinigt den Menschen nicht! Mt 15.20 – Verstehet ihr nun das?" Nun konnten Petrus und die anderen Jünger das Gleichnis verstehen.[98]

Wanderung auf den Berg Morgenkopf

siehe Jarah

Jesus wies die beiden Essäer an, eine Prophetenschule zu errichten und darin den Schülern die Feier des Sabbats, die Ruhe in Gott, nach Seiner Lehre beizubringen. Auch sie sollten diese Sabbatfeier jeden Tag ein paar Stunden hindurch halten. Dafür sollten sie ein großes Haus bauen, als wahre Freimaurer - ohne Mauern, frei von jeglicher Sperre und von jeglichem Schloss. Ihre Hauptsorge solle die treue Bewahrung von Jesu Lehre sein, ohne ihre eigenen Satzungen darunter zu mischen. Die Essäer versprachen, dies alles buchstäblich zu beachten und baten um ausreichend Schutz und Kraft für die Verwirklichung, was ihnen Jesus zusagte.[99]

Auf dem Berg wurde der Engel Raphael zu Jarahs Engel, siehe dazu Der Engel Raphael.

Der Satan erschien auf dem Berg, siehe dazu Erscheinen des Satans auf dem Berg Morgenkopf.

Der Herr im Hause Ebahls

Als die Wandergesellschaft in das Haus Ebahls zurückgekehrt war, kamen sogleich die Knechte und Diener des Hauses und berichteten, dass in der Herberge etwa hundert Kranke angekommen seien und nach dem Heiland Jesus von Nazareth fragten. Der Herr lies den Kranken ausrichten, sie sollen ohne Rücksicht auf den Sabbat ganz ruhig und wohlgemut nach Hause gehen, denn ihr Glauben und die Kraft Seines Wortes hätten ihnen geholfen. Als die Knechte zu den Kranken gingen, fanden sie keinen Kranken mehr; alle Kranken, ob Juden oder Heiden, wurden in ein und demselben Augenblick gesund. Die Geheilten verlangten nun, Jesus zu sehen. Dieser aber lies ihnen über einen Knecht ausrichten, es bliebe dabei - sie sollen nach Haus ziehen. Was sie suchten, die leibliche Gesundheit, hätten sie erlangt; für etwas Höheres hätten sie weder den Sinn, noch einen zureichenden Verstand. Die Geheilten wollten aber nicht hören und drangen ungeladen zu Jesus vor, wo sie Ihn laut zu preisen und Ihm ihren Dank auszusprechen anfingen. Der Herr aber hieß sie schweigen verwies ihnen des Mundes Lob und Dank. Wer sich Ihm nahen wolle, der nahe sich Ihm mit seinem Herzen, ein leeres Geplärr aber behage Ihm nicht. Wiederum hieß Er sie, nach Hause zu gehen und dem Haus Ebahls keine Ungelegenheiten zu bereiten. Sie sollten sich vor Unzucht, Hurerei, Fraß und Völlerei hüten, ansonsten sie bald in noch ärgere Krankheiten fallen würden. Diese Worte gingen den Geheilten zu Herzen, denn sie verdankten ihre Krankheit zumeist ihrer Lüsternheit. Weil sie fürchteten, Jesus könnte noch mehr von ihren eben nicht sehr löblichen Handlungen ans Tageslicht bringen, verließen sie Ihn rasch und gingen nach Hause. Es handelte sich dabei um Leute aus der Gegend der Gadarener, die Unzucht aller Art trieben. Darum hatte sie der Herr so hart empfangen und entlassen, weil sie nur ein hartes Wort noch zu irgendeiner Besserung bringen konnte.[100]

Nach dieser Begebenheit mussten wiederum unverschämte Pharisäer aus Genezareth entfernt werden, siehe dazu Abschiebung unverschämter Pharisäer.

Jesus blieb noch einige Tage bei dem biederen Ebahl und gab ihm Anweisungen für Landwirtschaft, Küche und Selbstversorgung. Zugleich legte Er mit Seinen Jüngern für Jarah einen kleinen Küchengarten an, worüber sie sich sehr freute. Als im Haus Ebahls alles in bester Ordnung war, rüstete Sich der Herr zur Weiterreise. Als Jarah hörte, dass Jesus bald ausziehen werde, fing sie bitterlich zu weinen an. Der Herr tröstete sie, indem Er ihr versprach, Sich bald wieder sehen zu lassen. Geistig solle sie mit Ihm reden, wann immer sie wolle, und Er würde ihr die vollkommenste Antwort klar und deutlich in ihrem Herzen aussprechen. Zudem wurde ihr an Seiner Stelle der Engel Raphael sichtbar belassen, der sie den rechten Weg führen würde. Damit war Jarah beruhigt. Jesus segnete das ganze Haus Ebahls und zog dann in Begleitung einer großen Volksmenge ans Meer, wo das Schiff wartete. Die beiden Essäer und die bekehrten Pharisäer und Schriftgelehrten durften Jesus nicht begleiten, weil Jesus sonst, als jemand ohne irdischen Besitz, der aber dennoch eine große Schar Menschen mit Sich nehme, von der Welt als Dieb oder Betrüger verdächtigt worden wäre. Die Essäer wies der Herr an, ihren Brüdern zu erzählen, was sie gesehen und gehört hatten. Den Pharisäern und Schriftgelehrten riet Er, dass wenn sie zum Tempel zurückberufen würden, denen, die nach Seinem Leben trachten, nichts von Seinen Werken, sondern von Seiner Lehre erzählen sollten. Dabei sollten sie den Tod nicht fürchten. Würden sie verstoßen, dann sollten sie zu den Essäern ziehen. Auch Julius bot ihnen Schutz und Unterkunft in Genezareth an. Daraufhin stieg Jesus mit zwanzig Jüngern ins Schiff und fuhr schnell in die Richtung von Sidon und Tyrus. Mt 15.21[101]

Auf Wanderschaft

Die kanaanäische Frau

Jesus und die kanaanäische Frau (17. Jhdt.)

Als Jesus und die Jünger das Schiff am jenseitigen Ufer verließen, wanderten sie in das Gebiet der Städte Sidon und Tyrus. Gegen Abend kamen sie an die Grenze des Gebietes von Tyrus, wo ihnen eine griechische Frau nachlief, die Jesus erkannt hatte. Gebürtig war sie aus Kana in Galiläa, hatte aber in dieser Gegend schon vor fünfzehn Jahren einen Griechen geheiratet. Sie schrie: "Herr, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt!" Matth 15.22 Ihre kaum 13-14 Jahre alte Tochter wurde nach ihrer Aussage von einem Teufelsgeist schon seit sieben Jahren täglich um die sieben Stunden lang auf eine unglaublich böse und schmerzliche Weise geplagt. Jesus aber ließ sie schreien und zog wortlos weiter. Den Jüngern wurde das fortwährende Geschrei lästig, daher hielten Sie den Herr auf und ersuchten Ihn, doch etwas dagegen zu tun, Matth 15.23 weil sonst andere Menschen auf dem Weg glauben könnten, sie hätten der Frau etwas angetan. Da sagte Jesus zu den Jüngern: "Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel." Matth 15.24 Darüber wunderten sich die Jünger und Judas wurde sehr ärgerlich, denn Jesus hatte davor schon Römern und Griechen alle mögliche Hilfe gewährt. Darauf nahte sich die Frau Jesus, fiel vor Ihm auf ihre Knie und sagte: "Herr, hilf mir!" Matth 15.25 Der Herr sah sie an uns sagte: "Es ist nicht fein, dass man den Kindern das Brot nehme und werfe es vor die Hunde!" Matth 15.26 Die Frau antwortete: "Ja, Herr, – aber doch essen die Hündlein die Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen!" Matth 15.27 Diese weise Antwort erstaunte die Jünger und der Herr sagte zu ihr: "O Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du es willst!" Da erhob sie sich, dankte und eilte zu ihrer Behausung, wo sie ihre Tochter gesund fand. Matth 15.28 [102]

Die Wunderquelle

Jesus wanderte daraufhin mit seinen Jüngern nicht mehr weiter in die Richtung von Tyrus, das noch drei Stunden in westlicher Richtung entfernt lag, sondern nach Südosten, zurück ans Galiläische Meer. Dort wollte er auf einem schönen Berg übernachten, der in zwei Stunden leicht zu erreichen war. Auf der Kuppe des Berges angelangt, setzten sie sich aufs Gras und ruhten dort aus. Matth 15.29[103] Die Jünger schliefen bald ein, nur Jesus blieb wach und schlief erst gegen Morgen ein wenig. Als Er mit dem Sonnenaufgang erwachte, war Petrus mit einer Menge Brot und einer Kiste frisch gebackener Fische an Ort und Stelle. Er hatte diese Lebensmittel einem Boot, welches er am Ufer des Meeres aufgefunden hatte, abgekauft. Nun mangelte es nur noch an Wasser, denn auf dem Berg gab es keinen einzigen Tropfen davon. Da traten Petrus und Johannes zum Herrn und baten Ihn, da Er doch mehr als Moses sei, Er solle zu einem Felsblock sprechen, dass dieser Wasser gäbe. Darauf erwiderte Jesus, sie sollen ihre Hände auf den Stein legen und ihm in Seinem Namen gebieten, Wasser zu geben, wenn sie hinreichend Glauben hätten. Die beiden suchten eine passende Stelle auf dem Stein und legten ihren Hände darauf, aber der Stein wollte dennoch kein Wasser geben. Nachdem sie bei einer Stunde lang ihre Hände auf dem Stein gehalten hatten, da fing dieser an sich zu rühren und schob sich bald über zehn Schritte von der früheren Stelle. Bei dem Stein handelte es sich um einen Meteor, der vor mehreren Jahrtausenden herabgestürzt war und die einzige Wasserquelle des Berges verstopft hatte. Da der Stein nun aber von der alten Stelle abgehoben war, zeigte sich sogleich die Quelle, die den Berg fortan mit dem besten Wasser versorgte. Weder Petrus noch Johannes begriffen, wie der Stein durch die pure Auflegung ihrer Hände fortbewegt worden war. Auch alle andern Jünger legten ihre Hände an den Stein, um zu erfahren, ob er noch weiterginge, aber sie richteten nichts aus. Bei Petrus und Johannes bewegte sich der Stein jedoch sogleich wieder. Da fragten die anderen Jünger der Herrn, wieso sie das nicht zustande bringen konnten. Und Jesus erwiderte, ihr Glaube sei noch ein wenig zu mangelhaft und entbehre der gerechten Krafte. Er sagte: "So ihr einen wahren, festen Glauben besäßet, so könntet ihr zu jenem hohen Berge, den wir bei Genezareth bestiegen haben, von hier aus sagen: ,Hebe dich und falle ins Meer!‘, und der Berg würde sich heben und fallen ins Meer nach eurem Worte und Willen! Doch, was ihr nun noch nicht vermöget, das werdet ihr dennoch dereinst vermögen!" Darauf nahm die Gesellschaft das Morgenbrot zu sich und betrachtete darauf die schöne Gegend, denn die Fernsicht von diesem Berg war überaus reizend, obwohl er nicht der höchste der Umgebung war.[104]

Heilwunder auf dem Berg und zweite Volksspeisung

Jesus heilt die Blinden und Lahmen auf dem Berg (19. Jhdt.)

Eine große Menschenmenge kam den Berg herauf, darunter an die fünfhundert Kranke, die in einem weiten Kreis um Jesus herum, wie zu Seinen Füßen, ablegten wurden. Die Leute baten Jesus um Heilung und Er heilte die Kranken mit einem einzigen Wort und sagte zu den Geheilten: "Stehet nun auf und wandelt!" Matth 15.30 Zuerst bemerkten die Blinden, dass sie so gut und rein sahen, als wären sie frisch geboren worden. Dann bemerkten es die Stummen und gaben Antwort und Rede auf jegliche Frage. Darauf versuchten die Lahmen und Verkrüppelten, ob ihre zum Teil ganz verdorrrten Glieder wieder in Ordnung seien und allen war vollkommen geholfen worden. Auch alle andern Kranken wurden völlig gesund. Das Volk wunderte sich über alle Maßen und fing an, den Gott Israels zu preisen. Matth 15.31 Sie blieben bis zum dritten Tag bei Jesus auf dem Berg, obwohl sie schon am zweiten Tag ihren Proviant aufgezehrt hatten. Während dieser Tage ließ sich das Volk von Jesus und Seinen Jüngern in Seiner Lehre unterweisen. Nicht einer unter den Tausenden ergriff dabei die Partei der Pharisäer und Schriftgelehrten; im Gegenteil wurde über bittere Erfahrungen mit ihnen berichtet und sich über sie beklagt.[105]

Jesus bemerke den Hunger des Volkes, rief die Jünger zu Sich und sagte zu ihnen: "Höret! Es jammert Mich des Volkes; denn es verharrete nun schon drei Tage bei Mir und hat nun nichts mehr zu essen. Ich aber will es nicht hungrig von Mir entlassen, auf dass es nicht verschmachte auf dem Heimwege Matth 15.32; denn einige aus diesem Volke sind von weit her gereist. Gebet ihr ihnen zu essen!" Darauf antworteten die Jünger: "Herr, Du weißt ja um unsern auch ziemlich zusammengeschmolzenen Vorrat! Hier ist eine Wüste, woher werden wir so viel Brot nehmen, um dieses Volk zu sättigen?" Matth 15.33 Der Herr fragte die Jünger: "Wie viele Laibe Brot habt ihr noch in eurem Vorrate?" Die Jünger antworteten: "Sieben Laibe noch und etliche Fischlein, die noch gut sind." Matth 15.34 Jesus ließ Sich das Brot und die Fische bringen, segnete beides und hieß das Volk, sich am Boden zu lagern. Matth 15.35 Darauf nahm Er das Brot und die Fische, dankte dem Vater, der in Seinem Herzen wohnte in aller Fülle, für den Segen, brach darauf beides in Stücke und gab diese den Jüngern, und diese gaben sie dem Volk. Matth 15.36 Und alle aßen und wurden satt und es blieben noch sieben großer Körper voller Brocken übrig. Matth 15.37 Viertausend Mann und noch einmal soviele Frauen und Kinder wurden gesättigt. Matth 15.38 Jesus hieß das Volk, wieder nach Hause zu ziehen, worauf sich dieses sich bald erhob, Ihm dankte und sich auf den Heimweg machte. Jesus und die Jünger gingen hinab ans Meeresufer, wo gerade ein Schiff auf eine Fracht wartete. Die Schiffsleute kannten Jesus und brachten Ihn und die Jünger an die Grenze des Gebietes von Magdala, ohne einen Lohn zu fordern. Matth 15.39 [106]

Pharisäer und Sadduzäer versuchen den Herrn

An der Grenze des Gebietes von Magdala gab es eine große Herberge, in der sich eine Menge Menschen aller Art und Gattung befand, darunter auch Pharisäer und Schriftgelehrte. In dieser Herberge gab es eine Magd, die auf dem Berg von ihrem bösen Aussatz gereinigt worden war. (siehe oben) Sie erkannte Jesus, fiel vor Ihm auf die Knie und bedankte sich abermals für die ihr erteilte Heilung. Das sahen die Pharisäer und verdächtigten den Herrn, der berüchtige Jesus aus Nazareth zu sein, worauf sie sich mit den Sadduzäern die Nacht hindurch beratschlagten, wie sie Ihn am kommenden Tag fangen könnten mit Wort und Tat. Morgens traten sie dann gleich ganz herrscherisch keck zu Jesus und fingen an, Ihn mit allerlei Fragen unter sehr freundlicher Larve zu versuchen. Sie lobten sogar Seine Taten, um Ihn gesprächig zu machen. Ein Sadduzäer sagte sogar: "Meister, siehe wir wären geneigt, dir zu folgen und deine Jünger zu werden, wenn du als ein Gotteskind und Gottessohn, wie dich nun schon viele Menschen also benamsen, uns darum ein Zeichen gäbest aus den Himmeln! Matth 16.1 Wirke vor unsern Augen ein Wunder, und du kannst uns dein nennen!" Der Herr aber fand in ihren Worten nichts als Böses, jedes Wort war eine abgefeimte Lüge, und Er sagte darum zu den Fragern und Forderern: "Des Abends saget ihr: 'Oh, es wird morgen schön werden; denn der Himmel ist rot!' Matth 16.2 Und des Morgens saget ihr: 'Oh, es wird heute ein bös Wetter werden; denn der Himmel ist rot und trübe!' O ihr argen Heuchler! Des Himmels Gestaltung könnet ihr beurteilen; warum denn nicht auch die großen Zeichen dieser Zeit in der Sphäre des geistigen Lebens der Menschen? Matth 16.3 So ihr von andern nach eurem Geständnisse so außerordentliche Dinge vernommen habt und sagt, dass ihr die Schrift verstehet, muss es euch nicht auffallen, dass durch Mich alles das gewirkt wird, wovon die Propheten geweissagt haben?! Eure Miene wohl wisst ihr also süß zu machen wie Milch und Honigseim, aber euer Herz ist voll Galle, voll Hass, voll Hurerei und voll Ehebruch!" Das traf die Versucher sehr schwer und sie getrauten sich kein Wort mehr an Jesus zu richten, denn alles Volk, das sich um den Herrn versammelt hatte, richtete fragende Blicke auf sie. Darauf machten sie sich aus dem Staub, worauf das Volk Jesus lobte, weil Er diesen Zeloten so recht handfest die Wahrheit unter ihre Nüstern gerieben hatte. Der Herr kehrte Sich aber nicht zum Volk, das im Grunde auch nicht zu dem besten zu zählen war, sondern sagte so wie im Vorbeigehen zu den Jüngern: "Diese böse und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen von Mir; aber es soll ihr kein anderes gegeben werden denn das des Propheten Jonas!" Darauf ließ Er das Volk und noch mehr die Versucher stehen Matth 16.4 und ging mit Seinen Jüngern eiligst davon, bestieg das noch wartende Schiff und hieß es, wieder dorthin zurück zu fahren, wo es am Abend ausgelaufen war.[107]

Am anderen Ufer am Fuße des Berges angekommen, erinnerten sich die Jünger, dass sie an der Grenze von Magdala vergessen hatten Brot zu kaufen und mitzunehmen. Matth 16.5 Einige beschlossen, sich in der Gegend Brot zu verschaffen, oder nach Magdala zurück zu fahren, weil man es bei gutem Wind leicht in einer Stunde erreichen konnte. Als sie den Herrn um den nötigen Rat fragten, sagte Er zu ihnen: "Tut, was ihr wollt! Sehet aber wohl zu und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!" Matth 16.6 Da dachten die Jünger, dass dies wohl ein leichter Verweis sein werde, darum sie kein Bot mit sich genommen hatten. Matth 16.7 Jesus bemerkte solche ängstlichen Gedanken nur zu bald und sagte zu ihnen: "O ihr noch immer Kleingläubigen! Was bekümmert ihr euch doch, dass ihr nicht habt Brot mit euch genommen?! Matth 16.8 Vernehmet (verstehet) ihr denn noch nicht? Gedenket ihr nicht mehr an die fünf Brote unter die fünftausend vor der Genezareth-Fahrt, und wie viel Körbe davon übrigblieben?! Matth 16.9 Auch etwa nicht mehr an die gestrigen sieben Brote unter die viertausend ungezählt der Weiber und Kinder, und wie viele Körbe ihr da aufhobet?! Matth 16.10 Wie möget ihr das doch nicht verstehen, dass Ich nicht das Brot, das ihr nicht mitgenommen habt, meine, so Ich zu euch sage: 'Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!' Matth 16.11, – worunter zu verstehen ist die falsche Lehre, die diese Menschen mit allerlei süßen, fromm scheinenden und freundlichen Gebärden, treuen Versicherungen und Verheißungen unters Volk streuen und sich dabei heimlich den Rücken voll lachen, so sie einen tüchtigen Fischfang von armen, dummen Seelen gemacht haben. Wer predigt schärfer als eben die Sadduzäer von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele, wer so wie sie von einem ewigen Eden und von einer ewigen Feuerqual in der Hölle, – und sie selbst für ihre Person glauben von all dem kein Jota und sind dabei die größten Gottesleugner! Verstehet ihr nun einmal, was Ich unter dem Sauerteige gemeint habe?" Darauf erst verstanden die Jünger, dass Jesus nicht gesagt hatte, sie sollten sich vor dem Brotsauerteig hüten, sondern vor der argen Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. Matth 16.12 So verblieben sie die Nacht im Schiff, das sie zur Not mit Brot und etwas Fischen versehen hatte.[108]

In Cäsarea Philippi

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Anmerkung: Ob sich das Geschehen in Cäsarea Philippi im zweiten Lehrjahr des Herrn zutrug, ist aufgrund widersprüchlicher Aussagen nicht ganz sicher. Jarah war laut einem Zeitgenossen zwölfeinhalb Jahre alt, als sie Jesus zum ersten Mal traf (Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.127.7), bezeichnete sich selbst aber vierzehn Jahre alt, als sie Jesus in Cäsarea Philippi wieder antraf (Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.114.10). Demnach müsste mehr als ein Jahr vergangen sein. Dagegen aber sagte Jesus, dass Raphael in Cäsarea Philippi erst seit drei Wochen unter den Sterblichen weile. (Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.37) Wir gehen davon aus, dass sich der ungenannte Zeitgenosse bei der Altersangabe der Jarah irrte.


Jesus sandte einige Jünger nach Cäsarea Philippi. Sie sollten sich in dieser Gegend erkunden, was die Menschen von Ihm hielten und ob sie von Ihm etwas gehört hätten. Die vorausgesandten Jünger staunten nicht wenig, als sie feststellten, dass die ganze Gegend, die Jesus noch nie betreten hatte, von Ihm eine Menge zu erzählen wusste, dabei manche kolossalen Übertreibungen und absurde Sagengeschichten, welche die Jünger dem Erzähler ernstlich verwiesen.[109]

Gegen Abend zog dann auch der Herr mit den restlichen Jüngern in die Gegend von Cäsarea Philippi und fand die vorausgesandten Jünger bei einer ärmlichen Hütte, deren schlichte Bewohner gerade damit beschäftigt waren, den müde und hungrig gewordenen Jüngern ein Abendessen zu bereiten. Der arme Hausherr Markus erwies sich als sehr gastfreundlich, war aber kaum in der Lage, ein ausreichendes Abendessen für alle zu bereiten. Er hatte als Schlauchmacher etwa fünfzig leere Weinschläuche im Haus, die Jesus ihn mit Wasser füllen ließ, welches Er dann in den besten Wein verwandelte. Auch die Speisekammer war plötzlich mit allerlei guten Speisen und dem besten Brot gefüllt. Daraufhin erkannte der Hausherr in Jesus den Messias, Jehova Selbst leibhaftig.[110]

Das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung an ihn

Die Verheißung an Petrus

Jesus befragte die vorangeschickten Jünger: "Wer, sagen denn so die Leute in der Umgegend, dass Ich sei?" Matth 16.13 Diese antworteten: "Etliche sagen ganz im Ernste, Du seiest der wieder vom Tode erstandene Johannes der Täufer. Wieder andere meinen und sagen, Du seiest Elias, von dem es geschrieben stehe, dass er noch einmal zur Erde kommen werde vor dem großen Messias und werde rufen alle Menschen zur Buße und wahren Umkehr zu Gott. Noch andere meinen, Du seiest der Prophet Jeremias, von dem auch noch eine Sage im Volke bestehe, dass er vor dem Messias kommen werde aus den Himmeln. Auch, sagen sie, könntest Du von den andern Propheten einer oder der andere sein Matth 16.14; denn bevor etwa der große Messias käme, werden Ihm alle Propheten vorangehen! – Das sind so die annehmbaren Hauptsagen von Dir; es gibt aber auch noch eine Menge anderer über Dich, die wir aber nach der Anhörung derselben den Menschen verwiesen und sie dafür auf eine bessere Meinung über Dich brachten. Aber viele meinen noch, Du seiest ein verkappter Zeus der Griechen." Nun wollte Jesus wissen, für wen Ihn denn eigentlich Seine Jünger hielten. Matth 16.15 Die Jünger stutzen vorerst, denn es gab unter ihnen verschiedene Meinungen über Jesus. Schließlich sagte Petrus: "Aus dem tiefsten Lebensgrunde meines Herzens sage und bekenne ich's nun vor aller Welt laut: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!" Matth 16.16 Und Jesus sagte zu ihm: "Selig bist du, Simon, des Jona Sohn; dein Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern Mein Vater, der im Himmel ist! Matth 16.17 Du bist Petrus, ein Fels; auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen! Matth 16.18 Und Ich will dir des Himmelreiches Schlüssel geben! Alles, was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöset sein!" Matth 16.19 Darauf gebot der Herr Seinen Jüngern, vor der Zeit niemandem zu sagen, dass Er der wahre Christus sei. Matth 16.20 [111]

Die gefangenen Verbrecher

Während Jesus mit Seinen Jüngern bei Markus in Cäsarea Philippi weilte, besuchten Ihn Cyrenius und Josoe. Auch legte dort ein römisches Schiff an, welches fünf eingefangene arge Straßenräuber trug, die an den Pässen zwischen Judäa und Samaria ihr Unwesen getrieben und schon so manchen Mord verübt hatten. Sie waren als Rabbis gekleidet und sahen sonst recht freundlich aus; aber dennoch wohnte in eines jeglichen Herzen eine Legion der ärgsten Teufel. Das Schiff trug auch etliche politische Verbrecher, die heimlich, vom Jerusalemer Tempel ausgehend, Propaganda gegen die Römer gemacht hatten. Auch Ebahl, Jarah, Raphael und Julius befanden sich als Passagiere an Bord.[112] Das Schiff war nach Sidon unterwegs. Ebahl und Jarah hofften in Sidon wieder mit Jesus zusammenzutreffen, denn Jarah hatte eine zu große Sehnsucht nach Ihm.[113]

Die fünf Raubmörder wurden an Pfählen angebunden und erhielten auf Anweisung des Herrn nichts zu essen und zu trinken. Zudem hatte ihnen Julius ein Urteil zu verkünden, danach sie morgen den ganzen Tag lang langsam verbrannt würden. Die übergroße Angst sollte ihre argen Einwohner großteils vertreiben. Den politischen Aufwieglern wurde lediglich eine scharfe Züchtigung mit Ruten angedroht und sie erhielten etwas Brot und Wasser. Bei der Urteilsverkündung heulten, verzweifelten und schrien die Schwerverbrecher, man möge sie rasch töten und die sieben politischen Aufwiegler schrien um Gnade.[114]

Nachdem die Raubmörder von Jesus von ihren bösen Geistern befreit und in die Dienste des Cyrenius aufgenommen worden waren, kamen die politischen Verbrecher an der Reihe. Es waren insgesamt zwölf, darunter einige, die nur mitgezogen und daher auch mit ergriffen worden waren. Jesus überließ Julius ihre Vernehmung, wobei Mathael und die vier anderen nunmehr von ihren Teufeln befreiten Raubmörder Zeugen waren, wie die politischen Verbrecher unter der Androhung des Fluchwassers zu ihrem Auftrag gezwungen und fast zur gleichen Zeit wie sie zur Bekehrung der Samariter ausgesandt worden waren.[115] Suetal, einer der Festgenommenen, vermochte Julius von ihrer Unschuld zu überzeugen, indem er darauf verwies, dass sie von frühester Kindheit an von ihren dummen Eltern und dem Jerusalemer Tempel in Unwissenheit aufgezogen worden waren. Daher wurden sie von Julius, dem die Missbräuche des Tempel bekannt waren, freigesprochen[116] und in die Fremdenlegion aufgenommen.[117]

Rettung der dreißig Pharisäer und Leviten

Markus und seine Söhne retteten ein in Seenot geratenes Boot voller junger Pharisäer und Leviten, die auf dem Weg von der Gegend Kapernaums nach Jerusalem waren.[118] Die Leviten wussten wohl, dass der Jerusalemer Tempel nichts als eine große Betrugsanstalt war, machten aber ihres weltlichen Wohlergehens wegen, und weil ihre Eltern und Verwandten Glaubenseiferer waren, bei den Betrügereien mit. Etliche von ihnen waren vor einigen Tagen in Genezareth von dem römischen Hauptmann Julius unter militärische Begleitung nach Kapernaum abgeschoben worden.[119]

Bei der Unterredung mit den jungen Pharisäern und Leviten stellte sich heraus, dass diese förmlich vom Jerusalemer Tempel gefangen gehalten wurden, ihren Eid wider ihren Willen geleistet hatten und versuchten, auf eine Weise vom Tempel los zu kommen, ohne dass dabei ihre Verwandten entweder das Fluchwasser trinken oder sich davon für viel Geld freikaufen mussten. Julius, Cyrenius und Jesus fanden einen Weg, indem sie die jungen Pharisäer unter dem Vorwand fehlender Wanderscheine für die römische Fremdenlegion gefangen nahmen, worüber diese überaus glücklich waren.[120]

Um die Pharisäer von der Göttlichkeit Jesu zu überzeugen, demonstrierte Raphael als Diener des Herrn sein Wesen als Engel, indem er ihren Wortführer durch seine Hand hindurchgreifen ließ, als ob sie nicht da wäre. Dann ergriff der Engel mit denselben Händen einen schweren Stein, und warf ihn so spielend leicht herum, als ob dieser eine Feder wäre. Schließlich zerdrückte er den sehr harten Stein zu Staub, brachte ihn dann wieder in einem Augenblick in seine frühere Form und löste ihn daraufhin ganz auf. Der Wortführer der Pharisäer war damit völlig überzeugt, einen Engel Gottes vor sich zu haben, begriff aber nicht, wie so ein mächtiges Wesen dem Heiland aus Nazareth unteran sein konnte. Dann kam ihm der Verdacht, Raphael könne auch ein Teufel sein, worauf die Pharisäer die Flucht ergreifen wollten, aber von Cyrenius aufgehalten wurden.[121] Julius machte den sonst sehr offenen jungen Wortführer der Pharisäer, Hebram, auf seine Dummheit aufmerksam, worauf dieser wieder Vernunft annahm.[122] Nachdem die Pharisäer bemerkt hatten, es offensichtlich mit Jesus von Nazareth zu tun zu haben, und ihnen keine Gefahr drohte, obwohl sie - vom Tempel aus und nicht vom Herzen her - Seine Verfolger waren, zeugte nach Jarah und Raphael schließlich auch Julius für Jesus als den Heiland aus Nazareth.[123]

Die dreißig jungen Pharisäer wollten nun Jünger des Herrn werden, worauf dieser ihnen Seine Jüngerschaftsbedingungen bekannt gab.[124] Wenn der Herr sah, dass Menschen, die Ihn verfolgten, aber in sich dennoch besserer Natur waren und bei einem rechten Geisteslicht die Wahrheit und das rein Gute erkennen konnten, dann ließ Er sie zu Sich kommen, wo sie dann belehrt wurden, ihre Nacht und ihr Gericht erkennen konnten und endlich zu Menschen nach der Ordnung Gottes wurden. Dies war nun auch bei den dreißig jungen Verfolgern der Fall.[125] Sie wurden von Julius und Cyrenius als Römer in die Fremdenlegion aufgenommen. Sie wurden Römer dem Leib nach und wahrhafte Juden nach Moses der Seele nach.[126]

Rettung von Ouran und Helena

Der Herr kündigte eine Sonnenfinsternis an, die dazu führen würde, dass Ouran und Helena, ein wohlhabender Grieche und seine Tochter, die auf drei Handelsschiffen nach Jerusalem reisten, um den Tempel zu sehen und sich mit der Lehre der Juden vertraut zu machen, von den abergläubischen Schiffsknechten ins Meer geworfen würden. Jesus beabsichtigte eine wunderbare Rettung, worauf Er, Seine Apostel und die vielen Gäste sich ans Ufer des Galiläischen Meeres begaben. Die drei Schiffe waren noch weit entfernt, sodass man sie kaum sehen konnte. Nun holte sie Raphael binnen kürzester Zeit ans Ufer und klärte den erstaunten Ouran darüber auf, wem er diese wunderbare Rettung zu verdanken hatte und warum. Als die Sonnenfinsternis tatsächlich eintrat, betrachteten die griechischen Schiffsknechte Ouran, Helena und Raphael als die Verantwortlichen und wollten sie ins Meer werfen, um die Götter dadurch zu versöhnen. Daraufhin hob Raphael die Schiffsknechte aus den Schiffen und setzte sie ans Land; den Ärgsten von ihnen warf er ins Meer, worauf dieser als guter Schwimmer zu tun hatte, um ziemlich weit unter den Schiffen ermattet das Ufer zu erreichen. Der Grieche betrachtete nun Raphael als seinen Retter und Gebieter. Er blieb bei Markus in Cäsarea Philippi, da ihm eine gute innere Stimme sagte, dass er dort mehr als in ganz Jerusalem gefunden habe. Jesus bot ihm an, dass Raphael das Ausladen der Schiffe und das Errichten des Lagers rascher als die Diener des Griechen erledigen könnte, was der Engel dann auch in einem Augenblick tat. Dies erstaunte Ouran nun über alle Maßen; er glaubte unter lauter Erzmagier und Götter geraten zu sein. Jesus belehrte ihn kurz über die Wunderkraft und übergab ihn dann dem Mathael für weitere Ausbildung.[127]

Der Fürst Ouran und seine Tochter Helena hatten ihre weite Reise in der Absicht angetreten, die wahre Weisheit und den unbekannten Gott aller Götter, den vor allem Plato in seinem Symposion beschreibt, zu suchen und solches dann ihren Völkern beizubringen und sie dadurch so glücklich als möglich zu machen. Sie wollten nicht eher heimkehren, als bis sie die Wahrheit und den allein wahren Gott gefunden hatten. Ourans Lehre "Wer alles finden will, der suche nichts denn Gott allein!" wurde auf herrlichste Weise erfüllt, denn er lernte in Jesus den allein wahren Gott kennen und erhielt außerdem Mathael als Ratgeber, Vizekönig und Schwiegersohn, wobei der Herr Selbst seine einzige Tochter mit Mathael vermählte.[128]

Jesus wirkt ein Sonnenwunder

Am Abend desselben Tages schlug Jesus vor, einen Spaziergang auf den Hügel des Markus zu machen, wo sich die anwesenden und neu hinzugekommen Gäste näher kennenlernen konnten. Dort angekommen, bemerkte Cyrenius, wie herrlich und schön die ganze Gegend war, und dass er solche Herrlichkeit noch stundenlang betrachten könnte, der Tag aber leider nur mehr kurz dauerte. Nach einer Weile kam Simon Juda zu Jesus und schlug Ihm vor, er könne wohl auch gleich einem Josua der Sonne sagen, sie solle still stehen, damit die Gesellschaft die Herrlichkeit des Abends länger genießen könne und Den hoch preisen, der sie geschaffen hat. Cyrenius und Jarah unterstützten solche Bitte. Jesus erklärte, dass Er, um die Sonne anzuhalten, in Wirklichkeit die Erde anhalten müsste, was alles auf der Erde Seiende völlig vernichten würde. Daher mochte Er solcher Bitte kein Gehör geben. Stattdessen stellte Er, wie zu Zeiten Josuas, eine Scheinsonne auf, die nach dem Sonnenuntergang vom Westen her aufging und zwei Stunden lang über dem Horizont leuchtete. Dabei handelte es sich um eine Luftspiegelung, die ebenso leuchtete wie die Sonne. Für das Erscheinen dieser Scheinsonne wurden keine überirdischen, sondern ganz natürliche Mittel verwendet, allerdings durch außerordentliche Kräfte aus den Sphären der Himmel durch den innersten Willen des Herrn angeregt. Auch Sterne im Osten wurden sichtbar.[129] Die Scheinsonne leuchtete ein paar Stunden lang und sorgte für Verwunderung und Angst bei den in der Stadt lebenden Menschen.[130] Auf dem Hügel befanden sich etwa vierhundert Menschen, darunter viele römische Soldaten und Diener. In der Stadt sammelten sich Menschenmassen, die auf die Scheinsonne starrten und nicht wussten, was sie aus solch einer Erscheinung machen sollten. (nach Helena)[131] Jesus hatte das Sonnenwunder hauptsächlich der eben nicht im besten Licht stehenden Stadt wegen getan, damit diese aufgerüttelt würde. (nach Mathael)[132]

Kurz vor dem Erlöschen der Scheinsonne warnte Jesus alle und wies Markus an, alle Öllampen und Pechfackeln anzuzünden. So zündeten Markus und seine Diener eilig Lichter aller Art an, und Cyrenius und Julius befahlen den Soldaten, Reisig anzuzünden. Daraufhin sagte Jesus laut: "Erlösche, du Scheinlicht der Luft, und euch dabei tätigen Geistern werde Ruhe!" Nach diesem Ruf erlosch die Scheinsonne plötzlich und eine überstarke Finsternis bedeckte im Augenblick die ganze Gegend. Von der ziemlich nahe gelegenen Stadt vernahm man deutlich ein großes Angstgeheul. Die Menschen dort sahen wohl die vielen Lichter auf dem Berg, aber keiner hatte den Mut, auch nur einen Schritt dahin zu gehen. Die Juden glaubten, dass die Sterne vom Himmel fielen und mehrere schon auf dem Berg lagen, die Heiden meinten, Pluto habe durch seine Furien dem Apollo, der sich vielleicht in irgendeine weibliche Schönheit verschaut hatte, die Sonne geraubt, und es werde nun abermals zu einem Götterkrieg auf der Erde kommen. Nachdem sich die Augen der Stadtbewohner an die Finsternis gewöhnt hatten, zogen sie sich nach und nach in ihre Wohnungen zurück. Einige schliefen bald ein, andere blieben die ganze Nacht wach unter der Furcht vor der Erwartung schrecklicher Dinge. In der Stadt herrschte eine große Verwirrung, aber auf dem Berg ging es ganz gemütlich zu und man ließ sich das Abendmahl auf den Berg bringen, wobei Raphael mit seiner Engelsmacht behilflich war.[133]

In Cäsarea Philippi entstand nach ein paar Stunden die größte Anarchie, woran meist die dummen Priester schuld waren. Zudem nutzten etliche morgenländische Magier die Gelegenheit, dem Volk eine Höllenangst zu machen, da sie sich dadurch einen Gewinn versprachen. Nach dem Erlöschen der Scheinsonne griff das Volk zu allerlei Versöhnmitteln, die ihm die Priesterschaften anrieten, jedoch war für die bodenlose Habsucht der Priester das alles noch viel zu wenig, denn das Volk gab nicht gleich alles her. In der Stadt gab es aber auch einen alten, ehrenhaften Griechen, der naturkundig war. Er nahm einige mehr Nüchterne in sein Haus und erklärte ihnen in aller Kürze die ganz unschädliche Möglichkeit einer solchen Erscheinung. Dann machte er sie auf die Gaunerei der Priesterschaften aufmerksam und wies sie an, das arme, betrogene Volk darüber aufzuklären. Der alte Grieche hatte einen guten Ruf beim allgemeinen Volk und seine Aussage verbreitete sich wie ein Lauffeuer, worauf die Priesterschaften die erpressten Opfer alle wieder herausgeben und vor dem verbitterten Volk so geschwind als möglich das Weite suchen mussten. Ein Volksaufstand gegen das Priestertum entstand, mehrere Gebäude fingen zu brennen an und ein großes Geheul war bis zu der Gesellschaft um Jesus zu hören. Das Volk verbrannte die Wohnhäuser der Priester und die Tempel der Götter. Die Scheinsonne hatte ein gutes Licht, das dem blinden Volk die Schändlichkeiten seiner Gottesdiener aufdeckte, und diese bekamen ihren verdienten Lohn. Der Herr ließ die Scheinsonne nicht bloß des etwas längeren Leuchtens wegen scheinen. Der eigentliche Grund war, den Glauben an die Lehren der Priester zum Nutzen des betrogenen Volkes zu vernichten, wodurch das Volk für die Aufnahme der reinen, göttlichen Wahrheit empfänglich wurde. Es wurde sogar möglich, dass die im Kopf und Herz vernagelte Priesterschaften für die Wahrheit zugänglicher wurden.[134]

Jesus ging alleine auf den Berg um zu beten

Jesus prophezeite Cyrenius, dass am morgigen Tag sein Bruder Cornelius und der Hauptmann Faustus kommen würden, um zu sehen, was in dieser Gegend vorgefallen sei. Für sie und ihr Gefolge musste eine Unterkunft gefunden werden. Es galt, sich darauf vorzubereiten. Der Herr verließ die Gesellschaft und ging auf dem Berge weiter, um allein zu sein, und um Seinen ewigen Vatergeist inniger mit Seinem ganzen Wesen zu vereinen.[135]

Cäsarea Philippi brennt ab

Als der Morgen anbrach, trafen mehrere Gesellschaften aus der Stadt bei Markus ein und klagten ihm ihre Not und ihr unverschuldet erlittenes Unglück. Markus und seine beiden Söhne hatten viel zu tun, um für die vielen Gäste auf mehreren Feldherden Speisen zu bereiten.[136]

Da die Stadt immer noch im Flammen stand und nicht gelöscht wurde, weil die Juden an einem Neumond-Sabbat keinen Finger rührten, in der Furcht, vor Gott verunreinigt zu werden, fragte Cyrenius den Herrn, ob er eine Abteilung seiner Krieger zum Löschen abordnen solle. Jesus aber lehnte dies ab, damit die für Gott und Kaiser schlechte Stadt gedemütigt werde. Alles solle vom Feuer zerstört werden, außer den Häusern der Armen und Nüchternen. Danach sollten sich dort bessere Menschen ansiedeln, mit des Kaisers Bewilligung angeführt von den Nachkommen des Markus, die solange an der Macht bleiben würden, wie sie Gottes nicht vergaßen. Das Gewissen der Erzjuden beunruhigte die Unterlassung der guten Werke nicht im Geringsten, ebenso wenig der materielle und geistige Ehebruch und allerlei Betrug. Sie glaubten sich nach der von Moses vorgeschriebenen Weise von den Sünden reinigen zu können, weswegen sie dann den Satan nicht zu fürchten hätten. Um Gott ging es diesen Blinden nicht, nur dass sie dem Satan nicht verfallen, daran lag ihnen alles. Deswegen ließen diese Finsterlinge ihre guten Häuser an einem Sabbat lieber abbrennen.[137]

siehe Die fünfzig Erzjuden

Cornelius, Faustus, Kisjonah und Philopold kamen mit dem Schiff des Kisjonah übers Meer, weil sie von weit her den Feuerschein des Stadtbrandes gesehen hatten und nachforschen wollten, was geschehen war. Sie trafen unvermittelt auf den Herrn, worüber sie sich sehr freuten.[138]

Zu dieser Zeit waren die Jünger oder Apostel seit etwa neun Monden bei Jesus und um Jesus. (nach Petrus)[139]

Das Gericht über die Gegend von Cäsarea Philippi

Ein Sturm zog auf, damit die Gesellschaft um Jesus Gottes Macht und Herrlichkeit kennen und fühlen lernte, und auch der noch brennenden Stadt wegen, die sonst noch einige Tage gebrannt hätte.[140] Als der Lärm des nahenden Sturmes immer dröhnender wurde und sich eine beinahe völlige Finsternis ausbreitete, fingen die mehr Furchtsamen an, sich in die Zelte von Ouran zu begeben. Von diesen Zelten hatte der Herr nämlich, dass sie geschützt würden. Von den fünfzig Pharisäern blieb keiner im Freien, als sie einige schwere Hagelkörner vor sich auf den Boden fallen sahen. Als der Hagel dichter wurde und der Sturm zunahm, retteten sich Hebram und Risa mit den dreißig Jungen unter die Tische. Suetal, Ribar und Bael aber blieben und die Jünger Jesu bis auf Judas Ischariot auch. Die römischen Soldaten suchten Schutz im Haus und in den Fischerhütten des Markus und unter den Steinfelsen. Bei Jesus blieben Cyrenius, Cornelius, Faustus, Julius, Philopold, Kisjonah, Ebahl mit der Jarah, Raphael und Josoe, dann elf Jünger, der alte Markus mit seinen zwei Söhnen und auch Mathael mit Ouran, Rob, Boz, Micha und Zahr. Helena, die Frau Mathaels, floh ebenfalls mit der Frau und den Töchtern des Herme in die Zelte; Herme aber blieb auch beim Herrn. Sie standen mit dem Herrn ganz frei am Meeresufer, aber niemand wurde von einem Hagelkorn oder Regenstrom berührt. Die Stelle, wo sie standen, blieb vollkommen trocken. Blitze schlugen vor und hinter in ein und belästigten zumeist nur ihre Ohren durch ihren starken Lärm. Die unter die Tische geflüchtet waren, wurden jedoch vom starken Regen durchnässt. Der Orkan bearbeitete das Meer und die hohen Wogen gewährten einen für menschliche Augen fürchterlichen Anblick. Auch die ganze Umgebung wurde verwüstet. Der Hagel schlug alles zusammen, die Fluten trugen alles Erdreich in das Meer, tausende Menschen und Haustiere wurden erschlagen. Durch dieses Gericht wurden die hartherzigen reichen Griechen aus der Gegend vertrieben.[141]

Von der ganzen Stadt blieben nur ein paar Hütten armer Juden und eine Menge ausgebrannter Ruinen. (nach Markus)[142]

Rettung der zwanzig jüdischen Kaufleute

Jesus hieß Raphael ein in Seenot geratenes Schiff vor dem Untergang zu retten, wobei der Engel dies nicht auf eine unbegreifliche Weise tun sollte, wie er es zuvor schon mit dem Schiff des Ouran getan hatte, sondern als ein geschickter Lotse zu Hilfe eilen sollte. Diese Aufgabe erledigte Raphael auch unter Anwendung seiner Engelsmacht, woraus die Geretteten erkennen konnten, dass der Lotse ein Lotse aus dem Himmel war und sie durch die Gnade Gottes gerettet worden waren. Als das Schiff dem Ufer zusteuerte, wo sich Jesus und Seine Gesellschaft aufhielten, befahl der Herr dem Sturm insgeheim aufzuhören. Daraufhin wurde alles so ruhig, als wäre nie ein Sturm gewesen. Das Schiff kam ans Ufer, und die Reisenden gingen an Land. Sturm und Regen waren vorüber, die Meeresoberfläche lag nun ruhig da und der Himmel war bis auf ganz leichte Lämmerwölklein von den Wolken frei. Inzwischen war es Abend geworden und die Sonne untergegangen. Die Ufer, wo sich Jesus und Seine Gesellschaft aufhielten, waren ganz trocken und die beim Herrn seienden Gäste sahen sehr heiter und freundlich aus. Markus nahm die über dies Umstände sehr erstaunten Reisenden freundlich auf und bot ihnen Speise und Trank an.[143]

Die Reisenden - zwanzig überaus wohlhabende jüdische Händler und Kunsthandwerker, die in Persien lebten - waren betrübt, als sie erfuhren, dass Cäsarea Philippi völlig zerstört worden war, denn sie hatten Handelsverbindungen mit den griechischen Kaufleuten dieser Stadt gepflegt, und diese waren ihnen noch die ganze letzte Lieferung schuldig. Markus verwies sie an Cyrenius und Jesus. Als sie Jesus fragten, was sie für ihre Rettung zu bezahlen hätten, verlangte Er nichts und gab ihnen außerdem die Zusicherung, dass sie die Hin- und Rückfahrt über den See nichts kosten würde, denn es handelte sich um ein Schiff Ebahls, und es waren auch dessen Schiffsleute. Jesus wusste, dass diese wohlhabenden Juden nicht geizig waren, und sich nur als Sachwalter der ihnen zur Verfügung stehenden Ländereien und Reichtümer, deren alleiniger Herr Gott ist, betrachteten. Daher stellte Jesus an sie keine weiteren Forderungen.[144] Ohne die tätige Nächstenliebe der Reisenden, die der wunderbare Schlüssel zum Licht aus Gott im eigenen Herzen ist, hätten sie nicht den Weg zu Jesus gefunden.[145] Die persischen Juden samt ihren Frauen, von denn sie einige mitgenommen hatten, waren schon ganz wohlgeordnete Menschen, weswegen es leicht war, sie in eine höhere Weisheit zu leiten.[146]

Die Rettung der persischen Juden ist eine Analogie auf die Geschichte von Elias, als Jehova vor seiner Höhle vorüberzog: Das Schiff ist gleich der Höhle des Propheten. Es befand sich anfangs in der großen Gewalt des Sturmes. Als die Reisenden auf die Höhe des haltlosen Meeres getrieben waren, zuckte ein tausendfaches Feuer um ihre kleine, lockere Welt aus morschen Brettern. Aber Jehova war nicht im Feuer, obwohl Er ihnen mit Seinem Arm (einem Engel) Rettung und Erhaltung brachte. Daraufhin befanden sich die Reisenden da, wo es nach dem Sturm und Feuer sanft an ihnen vorüber säuselte.[147]

Die persischen Juden hielten sich recht fest an die Lehre des Moses, was Gesetz und Moral betraf, die sie als göttlich betrachteten. Ansonsten erachteten sie die Schrift als unverständlich und glaubten wenig und auch nicht daran. Dafür glaubten sie desto intensiver an den einen wahren Gott, der durch Moses geredet hat. Viel von ihrem festen Glauben verdankten sie Plato, dessen Schriften sie lasen und befolgten. Moses, Plato, Sokrates und mehrere Propheten, im rechten Licht verstanden, nannten sie den eigentlichen Messias. (nach einem persischen Juden)[148]

Als Jesus die persischen Juden auf die Geschichte von der Geburt des Messias in Bethlehem hinwies - eine Geschichte, die durch die Drei Könige in ganz Persien bekannt geworden war - schöpfte ihr Wortführer Schabbi aufgrund der vielen anwesenden Römer den Verdacht, man möchte sie aushorchen, um irgend einen Gesuchten zu finden. Denn in Persien hatte sich mit der Zeit die arge Sage verbreitet, dass der Messias im Land der Juden erschienen sei und große Zeichen täte, aber die Römer hätten so etwas in Erfahrung gebracht und verfolgten nun diesen Messias grausam, und ebenso auch jeden, der nur eine Spur von einem Glauben an einen kommenden oder schon gekommenen Messias merken ließ. Diese Lügen waren vom Jersusalemer Tempel aus angelegt worden, weil man dort wusste, dass die Römer nicht wider Jesus waren. Der eigentliche Grund, warum der Herr diese Perser vom Untergang auf dem Meer gerettet hatte, lag darin, dass die rechte Aufklärung dieser Menschen über Ihn und Seine Sache von größter Wichtigkeit war, da sie einen großen Einfluss auf ihr großes Land und ihr zahlreiches Volk hatten. Zu dieser Zeit war der Herr dem Tempel als wirkend schon an die neun Monde lang bekannt.[149]

Der zweite Wortführer der persischen Juden, Jurah, hatte aus dem Gespräch, welches der Herr mit Cyrenius führte, mitbekommen, dass sie es wohl mit dem Messias zu tun hatten, doch Schabbi blieb weiterhin vorsichtig. Unter den persischen Juden befand sich ein Ehepaar, das von einer teuflischen Person schwer krank gemacht worden war. Der Herr heilte dieses Ehepaar vor den Augen der beiden Redeführer nur mit Seinen Worten.[150] Da Schabbi aufgrund seiner Erfahrungen mit persischen Priestern und Magiern immer noch Zweifel hegte, wies Jesus Raphael an, eine Frau, die den Sturm überlebt hatte, sowie die Leichen von ihrem Mann und ihren zwei Töchtern, die ertrunken waren, zu Ihm zu bringen. Dabei war unübersehbar, dass es sich um wirkliche Tote handelte, und keine Scheintote, welche die persischen Magier "erweckten". Jesus tröstete die Frau und sage dann laut zu den Leichen: "Erhebet euch und stehet auf vom Totenschlafe!" Die drei Leichen wurden wieder lebendig und sahen ganz gesund und vergnügt aus. Die Frau fiel vor Jesus auf die Erde und brachte vor Verwunderung kein Wort über ihre Lippen. Erst nach einer Weile konnte sie sich erst völlig aufrichten und fing an, Jesus über alle Maßen zu loben und zu preisen. Jesus verbot ihr, Ihn sogleich als den Retter und Erwecker zu verraten, was sie auch beachtete, obwohl sie von ihrem Mann inständigst gebeten wurde, ihm den wundertätigen Wohltäter zu zeigen. Da sich Schabbi selbst überzeugen konnte, dass hier wirklich Tote erweckt worden waren, fand er auch zur Überzeugung, es tatsächlich mit dem Messias zu tun zu haben, nachdem er auch noch die Lehre Jesu kennen gelernt und erfahren hatte, wie leicht verständlich jegliches Wort aus dem Mund des Herrn war.[151]

Der Herr prophezeite den persischen Juden, dass sie in Umstände kommen würden, in denen es ihnen ein wenig schwer werden wird, Seinen Namen zu bekennen und im Glauben fest zu verbleiben, denn es würden bald Dinge geschehen, die sie kleingläubig über Ihn machen würden. Aber Er würde sie zur rechten Zeit wieder stärken und vollends erleuchten in ihren Herzen. Darauf würden sie wegen Seines Namens in keine Versuchung mehr kommen, sondern in Seiner Liebe und Kraft bleiben. Er wies sie an, wieder nach Persien zu ziehen und getreu und ohne Zusätze zu verkünden, was sie hier angetroffen hatten. Sie sollten es auch ihrem König verkünden; er solle vom schwarzen Heidentum abstehen und nicht mehr auf die trügerischen Worte der Magier hören, die sich Priester Gottes nennen und Knechte der Hölle sind. Ebenso solle er die argen Apostel aus Jerusalem, die Länder und Meere durchziehen, um aus Heiden Juden zu machen, aus dem Land treiben, denn die Heiden, welche sie zu Juden machten, wurden noch viel ärger Diener der Hölle, als sie ehedem als Heiden waren. Zudem streuten die argen Apostel aus Jerusalem jene böse Gerüchte über die Römer und den Messias aus. Um all diesem Argen zu begegnen, hatte Jesus die persischen Reisenden vor vielen Tausenden aus ihrem Land berufen, als Seine Weinbergarbeiter, um auf ihre Schultern dieses leichte Amt zu leben.[152]

Da Jesus nicht wollte, dass jemand den Tod finden sollte, während Er in der Gegend weilte, wies Er Markus und seine beiden Söhne an, neun Leichname von etlichen armen Juden, die in Ufernähe schwammen, zu bergen. Sie sollten die Leichen mit den Gesichtern nach abwärts gekehrt über einen etwas abhängigen Boden legen und dann dort bis zum Morgen liegen lassen, worauf Er sie dann erwecken würde. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe halfen ihnen andere anwesende Schiffsleute und Raphael.[153]

Erfüllung der Weissagung des Jesaja

Bei Markus nahe Cäsarea Philippi ging in Erfüllung, was der Prophet Jesajas geweissagt hatte, als er nach Galiläa kam, an diese Stelle auf dem Berg am See: "Der Herr Zebaoth wird allen Völkern auf diesem Berge machen ein fettes Mahl, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefen sind. Und Er wird auf diesem Berge die Hülle hinwegtun, damit alle Völker verhüllt sind, und die Decke, womit die Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig, und der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach Seines Volkes in allen Landen; denn der Herr hat es gesagt. Zu der Zeit und auf diesem Berge werden die Völker rufen: ‚Siehe, das ist unser Gott, auf den wir harren; und Er allein wird uns allen helfen! Ja, da ist wahrhaft der Herr, auf den wir harren, damit wir uns freuen und fröhlich seien in Seinem Heile! Die Hand des Herrn ruht auf diesem Berge!‘ Moab (Jerusalem und seine böse Verfassung) aber wird zerdroschen werden, wie das Stroh zerdroschen wird und wie der Kot! Er wird Seine Hände ausbreiten mitten unter sie, wie sie ein Schwimmer ausbreitet zum Schwimmen, und wird ihre Pracht erniedrigen mit den Armen Seiner Hände (Engel); und Er wird die hohe Festung eurer Mauer (Eigenliebe und Hochmut) beugen, erniedrigen und in den Staub (größte Demütigung) zu Boden werfen!‘ Jes 25.6-12 Allen hier vertretenen Völkern wurde die dicke Hülle von den Augen genommen, jedem wurde ein reinster Wein gegeben, und wer ihn trank und Seinen Geist aufnahm in seine Seele, der hatte das ewige Leben in sich aufgenommen. Damit wurde für alle, die dort waren und das Wort des Herrn als den reinsten Wein aus den Himmeln genossen, und die in der Folge von jenen zu trinken bekamen und ihn gleich jenen in vollen Zügen tranken, denen wurde vom Herrn auch ihr Tod verschlungen, und sie werden keinen mehr fühlen und schmecken. Diese Weisheit war ein fettes Mahl, das der Herrn in den Anwesenden den Völkern der Erde bereitet hatte.[154]

Jesus wies die Anwesenden an, in alle Welt zu gehen zu den verlassenen Brüdern und Schwestern und zu allen Witwen und Waisen, ihnen die Tränen zu trocknen und ihnen reichlich von dem reinsten Wein zu trinken zu geben, den Er allen hier in Hülle und Fülle zu trinken gegeben hatte. Die Zeit, wenn sie solches tun sollten, würde ihnen allen durch Seinen Geist in ihnen angezeigt werden. Wenn sie in Seinem Namen wahrhaft und getreu handeln würden, dann würde Sein Geist bei ihnen allzeit und ewig sein. Sie brauchten von nun an nicht zu denken, was sie in Seinem Namen reden sollten, denn zur rechten Zeit würde es ihnen ins Herz und in den Mund gelegt werden. Der Geist des Weines, den Er ihnen zu trinken reichte, würde sich nicht mehr aus ihren Seelen verflüchtigen, denn er heißt ewige Wahrheit. Darum würde in ihnen auch keinen Unwahrheit Platz greifen können.[155]

Der Meteor und die Venus

Philopold, Mathael und Murel sahen einen großen, stark leuchtenden Meteor durch die Luft sausen. Er war nur etwa achthundert Klafter Höhe (ca. 1,5 km) entfernt. Hinter dem Meteor war ein langer Schweif sichtbar. Die drei erschraken und fragten Raphael nach dieser Erscheinung. Statt aber eine Antwort zu geben, schoss Raphael dem Meteor nach und brachte ihn zu den dreien. Es war eine etwas plumpe Kugel mit einem Durchmesser von zweieinhalb Klafter (ca. 5 m). Die drei betrachteten den noch stark leuchtenden Meteor aus der Nähe und bemerkten einen starken Schwefelgeruch. Der große Klumpen sah einem Bimsstein ähnlich, und aus den größeren Poren schossen bläulichweiße Flammen hervor und verursachten ein Zischen. Mathael bat den Engel, den Meteor zu erklären, was dieser auch tat. Es handelte sich um einen Meteor aus der Sonne, der vor einer halben Stunde mit vielen anderen mit großer Gewalt aus einem Feuerkrater in den Weltraum geschleudert worden war. In der dichteren Atmosphäre der Erde verminderte sich seine hohe Geschwindigkeit sehr. Hätte Raphael ihn nicht eingeholt, wäre der Meteor ins Meer gefallen. Aber der Herr wollte, dass die drei in dieser Hinsicht eine Aufklärung erhielten und nicht fortwährend glaubten, ein böser Geist würde über die Erde fliegen, um ihr und den Menschen einen Schaden zuzufügen, wo es doch nur eine natürliche Erscheinung war. Auf die Frage von Murel, wieso der Meteor in der Luft stark leuchtete, nun aber stets matter im Leuchten wurde, erklärte Raphael, wie das Leuchten durch die Reibung mit der Luft bewirkt wurde. Um die Sache zu demonstrieren, wirbelte Raphael einen Stein mit furchtbarer Gewalt durch die Luft und dienstbare Geister trieben ihn einige Augenblicke lang schneller als der Blitz kreisförmig nur wenige Klafter hoch in der Luft herum. Neben stark sausendem Getöse leuchtete der Stein so stark, dass die ganze Gegend wie am hellen Tag erleuchtet war und die drei eigentlich nur einen sonnenhell leuchtenden Kreis vor sich sahen, weil die Bewegung des Steines zu schnell war, als dass ein menschliches Auge sie hätte wahrnehmen können. Als die dienstbaren Geister den Stein wieder auf den Boden legten, war er noch im höchsten Grad glühend.[156]

Raphael klärte Philopold, Mathael und Murel über vielerlei geistige und natürlich Dinge auf, die sie für ihr weiteres Wirken bei der Verbreitung der Lehre des Herrn benötigten. Dabei handelte es sich teils um vertrauliche Dinge, die vorerst nur sie erfuhren. Mathael erfuhr nun auch die tieferen Gründe für sein schweres Schicksal. Schließlich legte Raphael jedem seine Hände auf die Stirn und Brust zugleich, worauf sich die drei im selben Moment der seelischen Sehe nach auf dem Planeten Venus befanden. Sie sahen sich dort um, hörten die dortigen Menschen reden auf einer Versammlung zur Verehrung des großen Geistes aller Geister (Gott). Auch bei diesem Abenteuer ging es um eine Belehrung über das Innere und Äußere und um Entstehen und Vermeidung von Krieg und Streit.[157]

Der Zinsgroschen

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Anmerkung: Ob sich die Frage um den Zinsgroschen während des 2. Lehrjahrs abspielte, ist nicht sicher. Die Beschreibung dazu wurde hier nur vorläufig festgehalten.


Als die Pharisäer Jesus durch ihre und durch die von Herodes an Ihn in den Tempel gesandten Diener mit allerlei verfänglichen Fragen fangen wollten, um einen Grund zu Seiner Festnahme zu bekommen, da fragten sie Ihn, ob es recht wäre, dass die Juden auch an den Kaiser nach Rom den verlangten Zins zahlten, trotzdem sie ohnehin dem Landespächter Herodes einen kaum erschwinglichen Tribut zahlen mussten; denn der Kaiser habe ja ohnehin vom Herodes den ganzen Landestribut zu erheben, wofür dem Herodes dann das Recht eingeräumt sei, das Land nach seiner Willkür zu besteuern. Mt 22.15-17 Um das Zustandekommen dieses zusätzlichen, aber dennoch rechtmäßigen Zinses zu verstehen, muss man wissen, dass sowohl Herodes, als auch der Kaiser Geld prägten und verliehen. Unter den Mäkeleien des Herodes bestanden die Juden nur sehr schlecht, viele verarmen und wurden als Sklaven verkauft. Da der römische Kaiser sein Geld unter wesentlich besseren Konditionen verlieh als der Herodes, versuchte sich das Volk möglichst von der Herodianischen Schuldigkeit zu entledigen. Das aber war für die Pharisäer, die sich hauptsächlich mit dem Wechseln, Kaufen und Verkaufen abgaben, wie auch für den Herodes, der ihnen dazu das Geld prägte, eine ganz verzweifelt zuwidere Sache, indem ihre Geschäfte natürlich sobald ins Stocken geraten mussten, als das viel billigere Geld des Kaisers im Land unter dem Volk in Umlauf kam. Sie bezweckte also, dass Sich Jesus entweder zu den Kaiserlichen schlug, wo sie dann gesagt hätten, er sei kein Messias, indem er die Rechte der Juden mit Füßen trete und mit vielen Treulosen eine Sache wider sein Volk mache, wodurch er nach Moses, Samuel und David des Todes schuldig sei, oder aber, wenn Er gesagt hätte, dem Kaiser gebühre kein Zins, sondern aller dem Herodes, sie Ihn als Widersacher des Kaisers deklariert und an die römischen Richter übergeben hätten.[158]

Der Herr ließ sie die Münze des Kaisers vorweisen, auf der des Kaisers Bild und Unterschrift deutlich zu erkennen war, und fragte sie: "Wessen ist dies Bild und Unterschrift? Ist es des Herodes, dessen Geld ihr Gottesgeld nennt, oder ist es des Kaisers, der auch das Recht hat, seine Gelder seinen Untertanen zu leihen, besonders so es die Untertanen selbst verlangten?" – Die Antwort war: "Das ist des Kaisers Bild und Unterschrift!" Worauf der Herr ganz leicht und nach Recht und Billigkeit sagte: "Nun, so gebet dem Kaiser, was da sein ist! – Und gebet aber auch dem, der euch das Gottesgeld geliehen, aus der Gottesmünze, was ihm gebührt!" – Oder kurz: "Gebet dem Kaiser, was dessen ist, und Gott, was dessen ist!" Damit waren die Fragenden abgefertigt und konnten nichts entgegnen. Mt 22.19-22 Gerade so, wie rechtliche Verbindlichkeiten einzuhalten sind, verhält es sich auch mit der Gottessache, unter der nicht nur die besondere innere Liebeverpflichtung gegen Gott, sondern auch die gegen alle Menschen zu verstehen ist. Ihnen allen ist man das zu geben verpflichtet, was ihnen gebührt, wie dem Kaiser, was ihm gebührt.[159]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.151.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.151.11-17
  2. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.151.17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.151.1-6
  3. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.153.4-14
  4. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.153.15; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.154.1-17; Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.11
  5. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.11-12
  6. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.156.3-4
  7. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.163.8-10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.170.9
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.171
  9. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.172
  10. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.173.1-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.173.24
  11. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.176.1-6
  12. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.176.7-12
  13. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.176.13-17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.177.5-7
  14. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.177.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.177.16; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.178.1-2
  15. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.178.4-9
  16. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.178.9-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.180.2
  17. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.181.13
  18. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.182.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.182.21-24
  19. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.184
  20. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.185.8-15
  21. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.185.16-19
  22. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.186.1-5
  23. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.186.7-9
  24. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.186.10-11
  25. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.186.12-16
  26. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.187.10-14
  27. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.188.1-5
  28. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.188.7
  29. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.188.9-14
  30. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.189.1-3
  31. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.189.7
  32. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.190.9-11
  33. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.191.1-2
  34. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.192.12-14
  35. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.193.1-3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.193.8-9
  36. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.194.4
  37. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.195.2
  38. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.197.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.197.7-15
  39. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.208.14-19; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.209.1-3
  40. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.209.9-10
  41. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.210; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.211.10-11
  42. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.211.14-19
  43. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.212.1-6
  44. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.213; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.216.1-2
  45. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.217.12-13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.237.1
  46. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.216.9-10
  47. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.218.11-27
  48. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.224.13-14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.225.1-5
  49. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.225.7-11
  50. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.231; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.232.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes .232.5
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  53. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.234; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.235.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.238.5-14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.239.17-18
  54. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.239.13-16; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.240.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.5.5
  55. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.240.3-12; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.2.8-11
  56. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.83.12-13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.118.1-2
  57. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.236
  58. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.3.17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.5.1-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.6.1-2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.6.6-8
  59. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.4.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.11.4
  60. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.11.5-10
  61. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.18
  62. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.19
  63. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.20
  64. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.21
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  66. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.23
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  90. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.105.6-14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.109.8-10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.110.1-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.121.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.122.3-5
  91. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.110.15-30;Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.129.14
  92. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.115.5-11
  93. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.116.1-3
  94. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.116.9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.117.12-16; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.118; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.119.1-4
  95. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.122
  96. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.121.4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.123; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.124
  97. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.125
  98. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.128.1-5
  99. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.150.1-3
  100. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.154.1-13
  101. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.167
  102. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.168.1-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.169.1
  103. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.168.12-15
  104. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.170
  105. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.171; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.173.1
  106. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.173
  107. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.174.1-8
  108. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.174.9-12
  109. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.174.13-16
  110. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.175; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.176.1-2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.177.1
  111. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.176.3-19
  112. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.190.1-4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.37.8
  113. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.191.1
  114. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.193.7-14
  115. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.37.5-9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.38.4
  116. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.39.1-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.44.5
  117. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.12-13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.44.9-12
  118. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.234.7-13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.235.1
  119. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.235.6-14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.5.11-13
  120. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.236; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.237; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.238; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.239
  121. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.242.9-25
  122. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.243; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.244; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.18.11
  123. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.5.9-14
  124. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.8
  125. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.17.6-7
  126. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.44.9-12; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.155.2
  127. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.81; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.82; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.83; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.84; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.31-32
  128. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.119; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.125.13-17
  129. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.85.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.86.12-15; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.87; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.88.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.93.5-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.126.7
  130. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.91.9
  131. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.96.7-8
  132. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.97
  133. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.99; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.115.1
  134. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.115; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.116.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.117.6-7
  135. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.120.12-13
  136. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.132.1-2
  137. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.134.4-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.148.7
  138. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166
  139. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.184.7
  140. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.186.10
  141. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.186.13-14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.187; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.188; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.210.8-11
  142. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.190.4
  143. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.189; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.197.14-17
  144. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.190; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.191
  145. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.207.14-15
  146. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.193.10-11
  147. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.195.7-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.209.6
  148. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.196.16-20
  149. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.197; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.198.1-4
  150. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.199.5-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.200; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.208.1
  151. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.201; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.202; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.209.5
  152. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.209.6-9
  153. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.210.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.215.16-17
  154. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.225.11-14
  155. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.225.15-18
  156. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.233.1-10
  157. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.237; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.238; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.239; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.240; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.241; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.242; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.243; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.244; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.245; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.246
  158. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.490610.1-11
  159. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.490610.12-17