Naturkatastrophe

Wesen
Kein Tröpfchen fällt aus den Wolken, welches nicht zuerst in der Liebe Gottes gedacht worden wäre. Wäre dies nicht so, würde die Erde und das ganze Universum sofort vernichtet. Eine Erde würde die andere wecken, eine Sonne die andere, und so fort bis ins Unendliche, als würde jemand ein Körnchen in einem großen Haufen Schießpulver entzünden, wodurch dann im selbem Augenblick alle Körner vom Feuer ergriffen werden. Nicht einmal die Bewegung eines Sonnenstäubchens hängt von einem sogenannten blinden Zufall ab. Dies alles ist von Gott schon von Ewigkeit her auf das genauste berechnet und bemessen. Wäre es einem Menschen oder selbst einem Engelsgeist möglich, darinnen eine Abänderung zu finden, ohne dass die ewige Sorge Gottes auch nur einen Augenblick nicht mitwirken würde, dann würde aus der unordentlichen Wendung auch nur eines Sonnenstäubchens die Verheerung entstehen. Die Ordnung Gottes ist derart wohl berechnet und Seine Blicke sind so genau auf alles gerichtet, dass vom Allergrößten bis zum Allerkleinsten eines da sei zur Erhaltung des andern.[1] Daher sind selbst schrecklichen Naturerscheinungen andererseits doch wieder ein neuer Segen zur Erhaltung des Ganzen.[2]
Ursachen
Die wahren Gründe vieler Naturerscheinungen und Naturkatastrophen sind den sogenannten Naturgelehrten völlig unbekannt.[3]
Alle Kalamität, Seuchen, allerlei Krankheiten unter Menschen und Tieren, schlechte Witterung, magere und unfruchtbare Jahre, verheerender Hagelschlag, große, alles zerstörende Überschwemmungen, Orkane, große Stürme, große Heuschreckenschwärme und dergleichen mehr sind alles Folgen der unordentlichen Handlungsweisen der Menschen.[4]
Übertriebene Eingriffe in die Natur
Die Menschen nehmen an der Erde allerlei übertriebene "Verbesserungen" vor, die weit über ihren Bedarf hinausgehen, indem sie ganze Berge abgraben, Heerstraßen (Autostraßen, Bahnlinien) anlegen, Wälder zerstören, zu tiefe Löcher in die Berge schlagen, und überhaupt in Zank und Hader leben.[5]
Weltlichkeit und Gottlosigkeit
Gott lässt magere Zeiten und Jahre (Hungersnöte usw.) nur dann kommen, wenn die Menschen angefangen haben, Ihn vor lauter Weltlichkeit ganz zu vergessen. Jene Menschen, die an Gott auch in den Tagen der Prüfungen und Heimsuchungen festhalten, werden auch in solchen Zeiten versorgt dastehen und wenig Not leiden.[6]
Wer nicht aufwachen will, den rüttelt und schüttelt man und begießt ihn mit Wasser solange, bis er wieder erwacht. Nur wer unerweckbar ist, also tot, für den wird das Grab gemacht. Die Naturkatastrophen sind nichts als solche Rüttler, um die vielen starken Schläfer aus ihren süßen Weltträumereien zu erwecken, die ganz Toten aber aus dem Weg zu räumen.[7]
Vermeidung
Würden die Menschen nur fünfzig Jahre lang möglichst in der rechten Ordnung Gottes leben, dann würden keine Naturkatastrophen und Krankheiten mehr über sie kommen. Über den bewohnbaren Teil der Erde käme auch nie zu große Hitze oder Kälte.[8] Würden Habsucht und Geiz von der Erde verschwinden, gäbe es keine mageren Jahre (Hungersnöte) auf der Erde mehr.[9]
Warnungen
Vor einem allgemeinen Übel der Welt, welches sich die dummen Menschen allzeit selbst infolge ihrer großen Unkenntnis bereiten, warnt die Barmherzigkeit Gottes die Menschen immer durch außerordentliche vorhergehende Erscheinungen, den Ort zu verlassen und sich unter den Schutz Gottes zu begeben. Allein die Menschen sind stets taub und blind und zu dumm dazu, und lassen eher alles Ungemach über sich kommen, als der Zeichen zu achten und sich in den Schutz Gottes zu begeben. Dies ist bei kleinen örtlichen Übeln genauso der Fall, wie bei großen allgemeinen Übeln, wie z.B. der Sündflut.[10] Diese Erscheinungen sind zwar immer auch ein Gericht und damit ein Übel für die Menschen, da sie aber das kleinere von zwei Übeln sind, da ergreift auch Gott das kleinere, um damit das große möglicherweise zu verhüten.[11]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400927.20-24
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400927.27
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.400927.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.144.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.144.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 8.152.12
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.420721.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.144.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.144.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 4.144.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.345.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.345.9