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Sündflut

Aus Prophetia
"Die Flut" von John Martin (1789–1854)

Die Sündflut war das erste Jüngste Gericht über die Erde[1] und vernichtete die lebensverdorbene Urmenschheit. Die Flut bedeckte den größten Teil der damals bevölkerten Erde und war von gewaltigen Stürmen begleitet. Betroffen waren fast über dreiviertel Teile von Asien und ganz Europa und die nördliche Hälfte von Afrika. Nur die Fische im Wasser, Noah und dessen kleine Familie und die Tiere, die Noah in die Arche aufnehmen konnte, überlebten. Im geistigen Entsprechungssinn repräsentiert die Sündflut die Sündhaftigkeit der Welt (daher ist "Sündflut" passender als "Sintflut").[2]

Nach der Sündflut schloss Gott einen Bund mit Noah, wobei Er versprach, es werde nie mehr wieder eine solche Flut über die Erde kommen.[3]

Die Sündflut wurde von den Völkern, welche den südasiatischen Teil der Landenge, die Europa mit Asien verband, bewohnten, lange die "Deukalionische Flut" (siehe Deukalion) genannt, bis erst nach einigen Jahrhunderten die Nachkommen Noahs Hauptursache und Hergang dieser Flut kundgaben.[4]

Wesen

Schon Adam hatte sich vor Gott versündigt und Gott hatte durch das Feuer die ganze Schöpfung gerichtet (siehe Kampf zwischen Liebe und Zorn Gottes). Zu Ohlads Zeiten hatte Gott abermals ein Feuergericht über alle Festen der Erde gesandt (siehe Die zehn Feuerboten). Bei all dem aber schonte der Herr den Menschen und wollte ihm nur die göttliche Macht zeigen, und wie gar nichts der Mensch gegen Gott ist. Mit der Sündflut jedoch griff Gott das Menschengeschlecht an und vertilgte es so weit, als wie die Flut der Sünden reichte. (nach Mahal)[5]

Die Sündflut war notwendig geworden, damit die müde und halb getötete Erde nicht unter dem Frevel der Menschen vergehe. Die Flut heilte die Wunden der Erde, die sich so erholen und wieder den Menschen und Tieren als Wohnstätte dienen konnte.[6]

Geistige Sündflut

Die tödliche Flut erhält sich geistig noch beständig über dem Boden dieser Erde. Sie ist dem Leben der Weltmenschen genauso gefährlich wie die einstige natürliche Flut zu den Zeiten Noahs. Vor dem Ertrinken schützt man sich, indem man geistig das tut, was Noah körperlich tat: Man gebe nach der Ordnung Gottes der Welt, was der Welt ist, aber vor allem Gott, was Gottes ist. Die Arche Noahs bedeutet eines Menschen rechte Demut, Nächsten- und Gottesliebe. Wer recht demütig ist und voller reiner, uneigennütziger Liebe zu Gott dem Vater und zu allen Menschen und das rege Bestreben hat, allen Menschen, so möglich, zu dienen in der Ordnung Gottes, der schwimmt ganz wohlbehalten und bestens verwahrt über die sonst leicht todbringenden Fluten aller Weltsünden hinweg. Am Ende seiner irdischen Lebenslaufbahn, wenn für ihn die Flut sinken wird und verlaufen in ihre finsteren Tiefen, da wird seine Arche am großen Ararat des lebendigsten Reich Gottes zur Ruhe kommen und wird ihm zu einem ewigen Wohnhaus werden.[7]

Geschichte

Gott hatte die Urmenschheit schon anlässlich des Tempelbaus in Hanoch davor gewarnt, Seiner zu vergessen, weil Er dann den ganzen Erdkreis durch eine mächtige Wasserflut richten werde.[8] Später warnte Noah und sandte Boten in alle Weltgegenden (siehe Warnungen vor dem nahen Gericht Gottes).[9] Auch dessen Bruder Mahal und eine unsichtbare Stimme aus dem Mund Gottes warnten die Menschen eindringlich.[10]

Verdorbenheit der Menschheit

Die vorsintflutliche Menschheit war völlig verdorben: Ein Mensch war wider den anderen; ein Volk zog wider das andere; ein jeder wollte herrschen in seiner Sphäre und achtete keines Vorstandes und keines Königs. Die Vasallen und all die Landpfleger in den Außenstädten waren vollkommen eigenmächtige Herren, führten ständig untereinander Krieg und taten was sie wollten. Sie legten den Landleuten unmäßige Steuern auf, von denen der König (Gurat) wie sein General (Fungar-Hellan) nichts wussten. Bei Volksaufständen wurde geraubt, geplündert und gemordet, und jeder, der bei irgendeinem solchen Aufruhr an der Spitze war, wollte hernach Diktator bleiben; und war er als solcher geblieben, so ward er dann um vieles ärger, als die früheren Tyrannen und Despoten waren. Die seit vielen Jahren ausgewanderten Kinder der Höhe (Nachkommen Seths) betrachteten und behandelten die Kindern der Tiefe (Nachkommen Kains) gar nicht mehr als Menschen, sondern als vernunftfähige Tiere. Niemand wollte sich mehr vom Geist Gottes leiten, ziehen und strafen lassen. Nach der Erfindung der Sprengkörner, der Erdbohrer und der Steinerweichungsbeize war kein Berg mehr sicher vor der Zerstörungswut der Menschen.[11]

Die Menschen waren so ganz und gar zur Welt gekehrt, dass in ihnen aller Geist rein untergegangen war. Sie hörten einem aus dem Geist Gottes Sprechenden, wie Mahal, wohl eine Zeitlang zu; aber bald kehrten sie ihm ganz gleichgültig den Rücken, lachten ihn aus oder bedauerten ihn mitleidig als Narr, oder er wurde gestäupt, eingesperrt, auch ums Leben gebracht. Ein Menschenleben galt geradesoviel wie etwa das Leben einer Mücke. (nach Mahal)[12] Nachdem Gott sah, dass sich die Menschen nicht nur nicht bekehrten auf Seine täglichen Ermahnungen aller Art, sondern immer böser wurden, da reute es Ihn, die Menschen auf der Erde gemacht zu haben und beschloss sie bis auf das Vieh, das Gewürm und die Vögel zu vertilgen. Noah jedoch fand Gnade vor Gott und Er zählte ihn nicht zu den böse gewordenen Menschen der Erde. Gott sandte dennoch Boten zu den verderbten Menschen und wollte Sich ihrer erbarmen. Die Boten aber redeten zu tauben Ohren und wurden als ganz gewöhnliche Menschen betrachtet. (nach Noah)[13]

Letztlich war das Gericht nicht mehr zu verhindern und Noah erhielt den Auftrag, die Arche zu bauen. Wer gerettet werden wollte, der konnte Buße vor Gott tun und versuchen auch andere zur wahren Buße zu bekehren, wodurch er Gnade finden konnte und Gott ihn zur rechten Zeit aus dem Land des Verderbens führen würde, damit er nicht mit den Teufeln umkomme.[14]

Verursachung der Sündflut

Die Menschen fingen an, kraft ihrer Wissenschaft während ihrer Kriege die Berge mit Sprengpulver, dessen Abkömmling das chinesische Pulver ist, zu zerstören, ohne zu wissen, was sich unter den Bergen befindet, wodurch über drei Millionen Kubikmeilen (ca. 22,5 Millionen km²) unterirdische Wasserbecken hervorbrachen, die noch dazu gewaltige Regenmengen erzeugten.[15] Die unterirdischen Wasserbecken bergen mehr Wasser, als in den Meeren der Erdoberfläche. (Anm.: Das sogenannte Tiefenwasser, das in enormer Menge gebunden oder flüssig durch die Bewegung der Kontinentalplatten unter die Erde gelangt; einer der etlichen Fälle, wo die Neuoffenbarung schon im 19. Jhdt. aktuelle Erkenntnisse der modernen Forschung vorwegnahm.) Dieses Wasser ist gleichsam das Blut der Erde, deren Adern die Menschen durch ihre Zerstörungen öffneten. Die Behälter entsprachen dem Gefäß, das übergehen wird zum Gericht aller Kreatur der Erde, so dessen Maß voll wird von den Gräuel der Menschen. Es wurden nicht nur die Gewässer des Gebirgszugs nördlich von Hanoch freigesetzt (frühere Verbindung zwischen Ural und Himalaja), sondern in weiter Ausdehnung jene von Tibet, des Taurus und über weite Strecken des Urals. Dieses Geschehen zog sich über Jahre hin; immer mehr Wasserströme verwandelten das Flachland in einen See. Das plötzliche Ende geschah durch Starkregen - und da war es dann für eine Rettung zu spät.[16]

Gott hatte Seine Kinder an die zweitausend Jahre lang gerufen, gelehrt und gewarnt; sie aber wollten sich solche Warnungen nicht mehr gefallen lassen, sondern auf die Lügen des Satans hören, der ihnen die Wege zum Verderben gezeigt hatte. Sie gingen so lange unermüdlich diese Wege, bis sie die Sündflut über sich und den Erdkreis brachten. Nicht Gott rief dieses Gericht über die Erde, sondern Gurat, Fungar-Hellan und Drohuit waren die fast alleinigen Schuldigen, indem sie die drei treuesten Knechte des Satans waren.[17]

Rettung der Tiere

Noahs Arche (Edward Hicks, 1846)

Gott berief als letzten, außerordentlichen Rettungsversuch zwölftausend Engel, die für fünf Jahre als Menschen unter die Menschen gingen, um sie vor den Sünden zu warnen und sie einluden, zur Zeit der Not in die Arche zu gehen.[18] Die Engel predigten zu allen Menschen, fanden aber trotz mehrerer Wunderwerke kein Gehör und keinen Glauben. Daher hörten sie dann mit dem Predigen auf und fingen an, die Tiere für die Arche zu sammeln.[19]

Die Tiere für die Arche und das nötige Futter wurde von den Engeln des Herrn gesammelt. Für Gott war es kein Problem, die Menagerie in der Arche für etwa ein halbes Jahr zu erhalten. Das Geschäft der Engel ist die alltägliche Erhaltung der Geschöpfe Gottes, und ob sie das nun sichtbar oder unsichtbar verrichten, macht keinen Unterschied.[20]

Nach einem Verlauf von vier Jahren führten die Engelsboten eine unzählbare Tiermenge aller Art, Gestalt, Größe und Beschaffenheit frei und ohne Käfige in der friedlichsten Ordnung durch Hanoch. Dabei riefen sie den erstaunten Menschen zu, sich zu bekehren und mit ihnen zu Noah auf die Berge zu ziehen, wo sie gerettet würden, so viele es auch sein mochten. Denn sie waren imstande, im Fall einer wahren Umkehr der Menschen zu Gott in einem Augenblick hunderttausend Archen zu bauen. Aber wiederum lachten die Menschen nur über die vermeintlichen Zauberer und Tierbändiger.[21]

Die Engel brachten die Tiere und das Futter in die Arche, wobei die Tiere täglich nur soviel verzehren würden, wie zu ihrer Erhaltung nötig. Noah hatte nur für das Wasser zu sorgen, welches er leicht den Fluten entnehmen konnte, und er durfte die Tiere nicht umquartieren, die aufgrund des Futters ganz von selbst ihre Zelle erkannten. Bis zum großen Regen blieb die Arche offen, und die Tiere konnten aus- und eingehen, um sich selbst zu versorgen. Auch die Reinigung der Zellen geschah auf überirdische Weise. Nachdem die Engel alles vorbereitet und Noah unterrichtet hatten, verschwanden sie.[22]

Beim Einsetzen der Flut wies Gott Noah an, anstatt von allen Tieren nur ein Paar, vom reinen Vieh und den Vögeln je sieben Paar und nur von den unreinen Tieren nur je ein Paar in die Arche zu nehmen. An der Stelle der unreinsten Menschen, die unter alles Getier gesunken waren (und die keine Rettung gesucht hatten), wurden mehr reine Tiere und Vögel aufgenommen, was Noah auf der neuen Erde nützlich sein würde. Der Grund für diese Änderung lag darin, weil Gott Seine Allsehe nicht anwendete in der Hoffnung, es würden doch noch Menschen aus der Tiefe kommen und Schutz suchen. (Anm.: Gott, als Selbst der höchste Mensch, kann wie die Menschen nur das ansehen, was Er sehen will; auch Gott kann hoffen und verdrängen.)[23]

Die Flut

Die Sündflut

Vierzehn Tage lang verfinsterte sich das Firmament zunehmend durch Wolken, die schließlich kein Sonnenstrahl mehr durchdringen konnte, worauf es nicht mehr Tag wurde und Noah in die Arche ging. Die Tiefe dampfte über unabsehbare Ferne gleich einer brennenden Stadt.[24] Die Menschen dort beleuchteten ihre Städte mit Fackeln und Öllampen, waren lustig, hielten Gastmähler, Spiel und Tanz, während Gott um sie trauerte.[25] Er räumte den Menschen abermals eine allerletzte Frist von sieben Tagen ein, wobei sie durch allerlei Erscheinungen erschreckt wurden, damit sie möglicherweise doch noch zu Noah flohen. Der Weg dorthin wurde mit einer schwachen Helligkeit markiert. Es gab gewaltige Rufe wie Donner, Feuer und unterirdische Gewässer brachen aus, doch die Ärmeren flohen nur auf die naheliegenden Hügel, und die Reichen amüsierten sich mit Bootsfahrten, aber niemand zog hinauf. Dann war die Geduld Gottes gebrochen. Es gab keinen Willen mehr in den Menschen, alle ihre Geister waren vom Fleisch und der Welt verzehrt.[26]

Der folgende Starkregen dauerte vierzig Tage und vierzig Nächte und die unterirdischen Gewässer brachen an die Oberfläche. Das Wasser kam so schnell, dass die Menschen nicht rasch genug auf die Berge flüchten konnten, und die es doch schafften, wurden von den über die Felsen herabstürzenden Fluten zurückgerissen und ertranken. Einigen gelang es mit der Kraft der Verzweiflung die Höhe Noahs zu erreichen und sahen die Arche unter beständigen Blitzen. Sie schrien um Hilfe und Rettung, aber die Macht Gottes trieb sie davon, worauf sie mit blutenden Händen die Bergspitzen erklommen, von den Blitzen von den Wänden gerissen wurden und in die gewaltig anwachsenden Fluten stürzten.[27]

Das Wasser überflutete die höchsten Berge dieses Erdkreises bis zum höchsten Himalajagebirge, welches das Land der Sihiniten von dem Rest Asiens trennte. Allein dieses Gebirge ragte fünfzehn Ellen aus dem höchsten Wasserstand empor; alle anderen höchsten Berge aber waren wenigstens so tief unter dem Wasser.[28] Der Hauptteil der Flut ergoß sich in Mittelasien in der Gegend des Aralsees und des Kaspischen Meeres.[29] Von diesen Hauptpunkten aus ergoss sie sich auch reichlich nach Sibirien und das damals unbewohnte Europa. Ein Teil brach gegen Süden nach dem heutigen Ostindien und am stärksten über Arabien; auch das nördliche Afrika wurde stark mitgenommen bis zum Hochland, von wo ab dieses Land dann nur kleine Überflutungen erlitt. Amerika, dessen Niederungen damals noch unter Wasser standen, war nur von Sibirien aus im Norden etwas mitgenommen.[30]

Die Flut war nur dort verderblich, wo die arge Menschheit zu Hause war, wobei vor allem Mittelasien bis auf viertausend Klafter (ca. 7200 m) über dem Meeresspiegel bedeckt war. Von dort aus ergoss sich die Flut weit und breit nach allen Seiten.[31] Der vierzigtägige Regen erging über ganz Asien, einen großen Teil Europas und Nordafrikas und verursachte dort große Tälerüberschwemmungen. Der unfassbar hohe Wasserstand trotz des gleichzeitig mächtigen Abfließens in Mittelasien beruhte auf dem gewaltigen Austritt der unterirdischen Gewässer und weil Mittelasien damals das höchste Land der Erde war, was es gegen Südosten (Himalajagebirge) bis heute noch ist.[32] Dass die Wasser tatsächlich so hoch waren, ist auch dadurch zu beweisen, indem die Arche Noah auf der Hochebene des Ararat auf Grund lief.[33]

Die gleich hohe, höchste Flut dauerte einhundertfünfzig Tage. Der Starkregen hatte nach vierzig Tagen aufgehört, obwohl es auch weiterhin örtlich Platzregen gab, jedoch die stets mächtiger werdenden Wasserströme von unten dauerten einhundertfünfzig Tage. Danach verlief sich das Wasser mehrere Monate lang.[34]

Der Hochstand des Wassers in Mittelasien bahnte sich einen mächtigen Abfluss durch das heutige Wolgatal und erhöhte das damals dort gelegene nördliche Mittelmeer. Dieses brach dann - unterstützt von großen Feuereruptionen - bei der Landenge des heutigen Istanbul durch.[35] Das meiste Wasser aus Mittelasien floss nach Norden und Osten, ein bedeutender Teil aber auch nach Süden und Westen. Dadurch stieg das Mittelmeer und brach zum Atlantischen Ozean durch, ebenfalls unterstützt durch unterirdische Feuereruptionen. Durch den Rückgang des Wasserstandes über einige Jahrhunderte entstanden die gegenwärtig zum Teil sehr fruchtbaren Ebenen um das Mittelmeer, die dann von Asien aus bevölkert wurden.[36]

Durch die Flut wurden die betroffenen Gebiete der Erde stark verändert, z.B. das heutige Sibirien, besonders gegen Osten, wie auch Mittelasien bis an die Marken Chinas hin, war ein äußerst gesegnetes und fruchtbares Land - heute aber das Gegenteil davon.[37] Für Details siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366

Gott gereute es, die Menschheit ersäuft zu haben, denn es waren darunter auch viele Säuglinge. (nach Noah)[38]

Spuren

Die bis heute sichtbaren Spuren der Sündflut sind die diluvianischen (eiszeitlichen) Gebilde allerorts, das auf ziemlichen Höhen rastende Stromgeröll, die da und dort vorkommenden versteinerten Knochen vornoachischer Tiere, die häufig vorkommenden Braunkohlelager, und die sichtlichen Abspülungen der Berge, dass sie nun ganz nackt dastehen. Diese Erscheinungen sind aber nicht zu verwechseln mit den Gebilden der periodischen Meereswanderungen, oder jenen großer örtlicher Feuereruptionen.[39]

Geistige Ebene

Die Menschen hatten durch ihre Kunst ohne ihr Wissen und Wollen die argen gefangenen Urgeister der Erde vor der Zeit freigemacht, wodurch ohne ein Gericht alle Himmel gefährdet würden. Der Raum war von der Erde bis zum Mond mit solchen Geistern angefüllt, die in den Wolken wüteten und tobten und ein Glühen verursachten, denn das Sonnenlicht vermochte die Wolkenmassen nicht mehr zu durchdringen.[40]

Unrichtige Vorstellungen

Flut und Regen erstreckten sich über die gesamte Erde

Dies ist unrichtig, weil

  1. es nicht auf der ganzen Erde (z.B. Polargegenden) regnen konnte
  2. die Flut nicht überall notwendig war, da damals nicht die ganze Erde von Menschen bewohnt war (Anm.: Die Menschen nannten stets nur den ihnen bekannten Teil der Erde "die ganze Erde".)
  3. es keinen Sinn gemacht hätte, die Weltmeere zu überfluten
  4. das Wasser nicht hätte abfließen, verdunsten oder versickern können, wenn die ganze Erde geflutet gewesen wäre[41]
  5. das Wort "Flut" an sich ein Sich-Ergießen der Gewässer bezeichnet und durchaus kein Standgewässer über die ganze Erde.[42]

Wortwörtliche Auffassung der Angaben in der Bibel

Die Angaben der Bibel, wonach "alle hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gab" 1Mo 7.19 überflutet wurden und alle Menschen und Tiere, außer die in der Arche, umkamen 1Mo 7.23, sind nicht wörtlich im Natursinn zu verstehen, sondern als eine Entsprechung. Unter "Berge" wird Hochmut und Herrschsucht von Seite der Menschen verstanden. Und dass außer in der Arche kein Leben blieb, besagt, dass Noah allein ein geistiges Leben in Gott und aus Gott getreuest behielt.[43]

Gegen Gott gerichtete Vorwürfe

Gott ein Sünder?

Wie kann es Gott reuen, die Menschen geschaffen zu haben 1Mo 6.6, wenn Er doch von Ewigkeit her sehen musste, wie unvollkommen der Mensch wird? Wäre es nicht endlos besser für die Menschen, so sie nie aus Gott in ein selbständiges Dasein getreten wären, und nicht besser für Gott, da Er dann nicht nötig hätte, Seine offenbare Sünde zu bereuen? (nach Mahal)[44]

(1.) Gott hat den Menschen derart frei aus Seiner Allmacht gestellt, dass er wie ein Gott mit Seinem allmächtigen Schöpfer ist und sein eigener Richter ist und sündigen kann wider die Ordnung Gottes, in der doch sonst die ganze Unendlichkeit ewig gerichtet ist. Wie möglich vollkommener könnte der Mensch noch gedacht werden? (2.) Die Reue Gottes ist nicht gleich der Reue eines Menschen, der da gesündigt hat. Seine Reue ist nur ein Schmerz Seiner Liebe, die zusehen muss, wie die von Gott so höchst vollkommen gestellten Menschen sich selbst richten und verderben. Gott hat nie den Plan gefasst, je einen Menschen zu richten und zu verderben; Er tut stets das Gegenteil, muss es aber zulassen, dass sich die Menschen selbst zugrunde richten, um sie nicht in Seiner Allmacht zu richten. Er sieht dies lange voraus, und warnt daher auch die Menschen.[45]

Gott unklug?

Wie ist es klug, wenn ein Schöpfer sein überaus kunstvolles Werk zusammenbricht und verwirft, wodurch es vernichtet wird? (nach Mahal)[46]

Würde ein Werkmeister dies launenhaft oder zwecklos tun, so wäre er ein Tor und der Verdammnis wert; wenn er aber damit einen höheren heiligen Zweck verbindet, der ohne einen solchen unklug erscheinenden Vorgang nicht zu erreichen ist, dann tut er sicher sehr klug und weise, wenn er solch ein kunstvollstes Vorwerk vernichtet, um dadurch einen höheren und heiligen Zweck zu erreichen. Auch ein Samenkorn ist ein höchst kunstvolles Werk, muss aber dennoch verwesen, damit es aus seiner Verwesung hundertfach wieder erstehe.[47]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 46
  2. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.13.4-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 5.197.6; Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410522.12
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.362.1
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.18
  5. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.297.9-11
  6. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.356.4-5
  7. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.13.7-10
  8. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.223.22
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.251.10-11
  10. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.296.2; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.298.1-12
  11. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.331.6-12; Jakob Lorber, Robert Blum 1.79.7-8
  12. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.332.6-8
  13. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.333.7-11
  14. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.298.9-10
  15. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.338.14-15; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.343.8; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.14
  16. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.342.3-6; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.343.9-11; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.344.5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.14
  17. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.355.6-7
  18. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.340.10; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.342.1-2; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.342.10; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.343.2
  19. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.344.10
  20. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.345.1-4
  21. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.346.1-6
  22. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.347.2-11
  23. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.2; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.5-8
  24. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.351.3-15; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.352.1-2
  25. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.352.5
  26. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.352.9-14; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.7
  27. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.3; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.13-15; Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 15
  28. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.357.6-7
  29. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.357.8
  30. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.357.10; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.33
  31. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.358.8
  32. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.359.5-6; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.14
  33. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.16
  34. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.360.2-7
  35. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.15
  36. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.366.16
  37. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640329.23-24
  38. Jakob Lorber, Robert Blum 1.79.8
  39. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.359.7-8
  40. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.352.4
  41. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.358.1-7
  42. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.359.1
  43. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.358.9
  44. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.338.4-5
  45. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.338.9-14
  46. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.339.3
  47. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.339.4-6