Zum Inhalt springen

Luft

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Luftdruck)
Obere Erdatmosphäre

Die Luft umgibt die Erde bis zu einer Höhe von zehn deutschen Meilen in drei hauptunterschiedlichen Sphären.[1]

Wesen

Die atmosphärische Luft wird durch das Licht gebildet[2] und muss immerwährend mit Dünsten, dem "ätherischen Wasser", das sich untropfbar in der Luft befindet und nicht ident ist mit dem Regenwasser, geschwängert sein. Diese Dünste rühren zum Teil aus dem unermesslichen Äthermeer auf dem Weg der primitiv-animalischen Produktion (siehe dazu Entwicklung) her.[3]

Luft ist im höchsten Grad elastisch.[4] Einige Teile der Luft lassen sich ohne den geringsten Widerstand bis in ein Minimum komprimieren; andere Teile hingegen können keinen zu großen Druck erleiden, ohne einen auch noch so massiven Verdichtungsapparat zu zersprengen.[5] Es ist möglich, die erregbaren Teile der Luft durch eine Pumpe zu entfernen, jedoch die feinen ätherischen Luftteilchen sind nie gänzlich aus einem Raum zu bringen. Jeder Versuch, dies zu erreichen, würde das Instrument vernichten.[6]

Die Luft ist voller gebundener Geister, die in einem solchen Körper gereinigt werden.[7]

Erste Luftregion

Die atmosphärische Luft oder die Einatmungsluft besteht aus einer Unzahl von Luftarten, die alle den Namen Gase oder besser einfache Luftarten haben, welche der Vielartigkeit der geschaffenen Dinge in der Luft, jedem nach seiner Art, nährend dienen. Die Luft besteht aus mehr als nur aus einem gewissen Verhältnis von Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff, ansonsten es mit dem Wachstum der Pflanzen, der Entstehung der Mineralien und mit der Tierwelt sehr schlecht aussähe.[8]

Die (Atem-)Luft ist in den höheren Regionen reiner und gesünder als in den unteren.[9] Der Grund dafür ist folgender: Die Unterstützung durch das Licht kann auf der Höhe der Berge nicht von solcher Wirkung sein wie in der tieferen gelegenen Gegend, weil die Strahlen noch nicht die hinreichende Dichtigkeit erreicht haben, da der Luftkreis um die Erde ein linsenförmig runder, durchsichtiger Körper ist, gleichsam wie ein großes Brennglas. Weil die Strahlen aus den entfernteren Sternen auf den Bergen noch keine fühlbare Verdichtung haben können und daher auch keinen Einfluss auf die Vegetation ausüben, bilden sich in solchen Höhen noch keine entsprechenden Spezifika, daher jene verschiedenen Pflanzengattungen, die derlei Spezifika nötig haben, auf solchen Höhen nicht fortkommen. (siehe dazu Wirkungen der Sterne) Daher ist auf solchen Höhen die Luft in sich stets reiner, denn je weniger Gemenge sich in einer Flüssigkeit befindet, desto reiner muss die Flüssigkeit für sich dastehen.[10]

Die Atemluft reicht nicht besonders hoch und danach ist die Erdluft scharf begrenzt, so wie das Wasser von der Luft. Sie hat gleich dem Wasser eine höchst glänzende Oberfläche, die sich wie das Meer in einem beständigen Wogen befindet.[11]

Die Luft bildet vermöge ihrer spezifischen Schwere eine scharf abgeschnittene Spiegelfläche, auf welcher der Äther ruht, so wie die Luft über einem ruhigen Wasserspiegel. Jedes Gestirn bildet sich auf ihr bedeutend groß ab. Das Bild wird ganz bis zur festen Erdoberfläche geleitet, und zwar in stets mehr konzentrierter Lichtkraft. Die Einwirkung dieses konzentrierten Lichtes, oder dieses konzentrierte Licht selbst, ist in sich schon ein ganz einfaches Spezifikum in der atmosphärischen Luft, weil es auf die ihm zusagenden Teile in der Erde und auf der Oberfläche derselben entweder auflösend oder zusammenziehend wirkt. Die Unzahl der einfachen Spezifika in der atmosphärischen Luft und alles, was körperlich auf der Erde und in der Erde vorhanden ist, ist gegenseitige Wirkung der Sterne.[12]

Zweite Luftregion

Die zweite Luftregion erhebt sich über 10000 Klafter (ca. 18000 m) über dem Meeresspiegel und wird mit zunehmender Höhe stets reiner.[13]

Dritte Luftregion

Die dritte Luftregion ist die reinste und durchsichtigste und ruht auf der zweiten wie ein sehr reines, ätherisches Öl über einem reinen Wasser. Sie ist gewisserart das Schmalz, womit die beiden unteren Luftschichten geschmalzen werden, und ist zugleich das ätherische Salz, welches die unteren Luftschichten salzt und sie zum Genuss für Tiere und Pflanzen wohlschmeckend macht.[14]

Alle Wohlgerüche kommen von der dritten Luftregion herab, wo sie durch das Licht und das ätherische Salz herabgeführt werden, um durch die in der Nähe der Pflanzen angesammelte Elektrizität in die Pflanzen selbst geleitet zu werden und ihnen das ätherische Öl und mit demselben den mannigfaltigsten Wohlgeruch zu geben. Auch der Wohlgeschmack und die mannigfaltige schöne Färbung, besonders der Blumen wie auch der Früchte, rühren hauptsächlich von daher, denn sie sind rein ätherische Substanzen und können daher nur von dort ihren Ursprung haben, wo sie am nächstem dem Äther sind, von dem alle diese zahllos vielen ätherischen Spezifikalsubstanzen herrühren. Diese Substanzen ergreifen sich in der dritten Luftregion und machen gewisserart ein Fluidum aus, welches aber in den durchgehenden, verschiedenartigen Strahlen aus den zahllosen vielen Sternen seine gewisserart chemische Verwandtschaft findet, sich mit denselben vereinigt und zu der Erde herabkommt und diejenigen Pflanzen oder Tiere substanziell erfüllt, welche mit den verschiedenen Lichtspezifikalgrundstoffen entsprechende Verwandtschaft haben. Diese dritte Luftregion entspricht auch dem Außenteil jeder Pflanze - die Knospe, die Blüte, die Frucht, sowie auch die Blätter und die elektrizitätsaugenden Spitzen an denselben. Alle diese Teile an den Pflanzen haben ein ätherisch reines Aussehen entsprechend der dritten Luftregion, denn gewöhnlich ist es äußerst zart, subtil und wohlschmeckend. Bei manchen Pflanzen ist es auch widerlich riechend, wobei dieser widerliche Geruch aber nur eine Folge der Überwiegenheit der inneren, tellurischen Säfte ist, welche von diesen reinen, himmlischen Substanzen nicht überboten werden können. Bei den Tieren findet man die Substanzen aus der dritten Luftregion noch auffallender vereinigt. Allerdings sind sie hier schon in der zweiten Hand, daher auch nicht so rein ätherisch wie bei manchen Pflanzen; jedoch das Mark im Kopf, welches gewöhnlich durch die Haare aus der Luft absorbiert wird, und besonders die höchst reinen Flüssigkeiten im Auge – besonders jene unter der ersten Hornhaut, wie auch die Hornhaut selbst – werden durch die Augenbrauen und Augenlider aus der Luft absorbiert und dann in das Auge geleitet. Demnach ist diese dritte Luftregion dem Auge gewisserart ähnlich und ist auch so ganz eigentlich das Auge der Erde.[15]

Die dritte Luftregion hat die besondere Eigenschaft, dass sie sich durch irgendeine Störung überaus leicht entzündet. Besonders leicht entzündlich ist sie an jenen Stellen, wo irgendein Körper, als z.B. ein Meteorit, in ihre Region gerät und sie eine bedeutende Strecke hin durchschneidet. Diese Entzündung ist jedoch ganz eigentümlicher Art, weil dabei kein Verbrennen stattfindet. Es ist ein Leuchten, aber kein Verbrennen. Ein durch diese dritte Luftsphäre fallender oder fliegender Meteor reißt die Luft auseinander, wodurch sie aufgrund der gewöhnlich sehr schnellen Bewegung solcher Körper einen hohlen Raum bekommt. Dieser hohle Raum bildet eine Spiegelfläche, in welcher sich in dem Augenblick die Lichtstrahlen von zahllosen Sternen wie in einem Zylinderspiegel konzentrieren, und dieser Strahlenreflex hat, von der Erde aus gesehen, das Ansehen eines Feuers. Diese Erscheinlichkeit ist eine ganz besondere Eigenschaft der dritten Luftregion und kann in den unteren Luftregionen nicht vorkommen, weil in ihnen die Luft zu schwer ist und zu schnell hinter einem sie durchschneidenden Körper zusammenfällt. Die sehr leichte Luft der dritten Region fällt nur sukzessiert zusammen, weswegen hinter einem fliegenden Meteor noch ein langer, drachenähnlicher Schweif zu sehen ist.[16]

In der dritten Luftregion entstehen die Lämmerwolken[17] und gewisse Wolkenstreifen.[18]

Luftdruck

Der Luftdruck hat geistige Ursachen. Fällt er, dann sammeln sich unterirdisch die Geister (für Details dazu siehe Erdbeben) und die Erdscholle wird in leichtere Luftschichten erhoben, samt Städten, Bergen und Flüssen. Wird dann den frei gewordenen Geistern, naturmäßig gesprochen "Gasen", nach der Liebe Gottes eine wohlberechnete verhältnismäßige Ausgangspforte errichtet, dann strömen sie aus, wie die Luft aus einer Esse. Die Erdscholle und Rinde sinken dann auch nach und nach wieder in ihre vorige Lage zurück und der Luftdruck steigt entsprechend.[19]

Luftspiegelung

siehe Fata Morgana

Siehe auch

Quellenverweise