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Offenbarung des Johannes

Aus Prophetia
"Das Buch der Offenbarung", Bible of San Paolo fuori le Mura, 9. Jahrhundert

Die Offenbarung des Johannes beschreibt von Anfang bis zu Ende im geistigen Sinn, in Ansehung der Liebe und des Glaubens, die aufeinander folgenden Zustände der christlichen Kirche sowohl in den Himmeln, als auf Erden, und dass der Herr wiederkommen, die Höllen unterjochen, einen neuen Engelshimmel schaffen und hernach auf Erden eine neue Kirche gründen werde. In der Offenbarung geht es nicht um die (historisch) aufeinander folgenden Zuständen der Kirche und der Reiche, sondern es geht in ihr von Anfang bis Ende vom letzten Zustand der Kirche in den Himmeln und auf Erden, und dann vom Jüngsten Gericht, und nach diesem von der Neuen Kirche, dem Neuen Jerusalem. Dies alles ist dort vorhergesagt, wurde aber nicht vor dem 18. Jahrhundert (durch Emanuel Swedenborg) enthüllt, weil die Offenbarung des Johannes ebenso wie alle prophetischen Bücher des göttlichen Wortes in lauter Entsprechungen geschrieben ist. In dem 1766 zu Amsterdam herausgegebenen Werk "Die enthüllte Offenbarung" ist dies alles um der neuen Kirche willen bekannt gemacht worden.[1]

Alles, was in der Offenbarung im himmlischen Sinn enthalten ist, ist schon erfüllt. (siehe dazu Jüngstes Gericht)[2]

Wesen

Alles, was in der Offenbarung vorausgesagt worden ist, wurde von Gott eingegeben. Sie ist ein prophetisches Buch des Wortes[3] und wird als völlig authentisch beschrieben.[4] Jedes Einzelne in der Offenbarung, sogar jedes Wort, schließt in sich einen geistigen Sinn. In diesem Sinn ist alles, was die Kirche, d.h. ihren geistigen Zustand betrifft, von Anfang bis zu Ende vollständig beschrieben worden. Weil jedes Wort in ihr eine geistige Bedeutung hat, kann auch kein Wort wegbleiben, ohne dass die Reihenfolge der Dinge im inneren Sinne eine Veränderung dadurch erleide. Deswegen heißt es auch am Ende des Buches: "Wenn jemand wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird auch Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens, und von jener heiligen Stadt, und von denen die in diesem Buch geschrieben stehen." Offb 22.19 [5]

In der Offenbarung geht es von Anfang bis zum Ende bloß vom Zustand des vorigen Himmels und der vorigen Kirche und von deren Aufhebung, und nachher vom Neuen Himmel und der Neuen Kirche und von deren Gründung, und dass dort anerkannt werden soll, dass Ein Gott sei, in dem eine Dreieinheit ist, und dass der Herr dieser Gott sei. Die Offenbarung lehrt, dass des Menschen Sohn, welcher der Herr hinsichtlich des Göttlich-Menschlichen ist, das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte, der ist, war und kommen wird, und der Allmächtige sei, und dass die Neue Kirche, welche das Neue Jerusalem ist, die Kirche des Lammes - Seines Göttlich-Menschlichen - mithin zugleich auch des Göttlichen sein werde, aus dem jenes stammt, siehe dazu Off 19.7, Off 21.9-10, Off 22.16-17, Dan 7.14.[6]

Entstehung

Die Offenbarung des Johannes wurde wirklich von Johannes selbst geschrieben,[7] wobei der inzwischen schon über hundert Jahre alte Johannes öfters von einem ihm sehr zugeneigten Freund im Schreiben unterstützt wurde. Dieser Freund war von Geburt an Grieche, gehörte zur Dienerschaft des Cado und und war von Johannes mit dem Namen "Johannes" getauft und auch von ihm im Geist des Herrn erleuchtet worden.[8]

Als Johannes die Offenbarung schrieb, befand er sich in einem Zustand, der "im Geiste sein" genannt wird.[9]

Qualifikation

Niemand kann wissen, was alles das bedeutet und in sich schließt, was in der Offenbarung enthalten ist, wenn er den inneren oder geistigen Sinn des Wortes nicht weiß. Der Inhalt der Offenbarung kann dem geistigen Sinn nach nur von einem solchen ausgelegt werden, welcher weiß, was mit der Kirche bis zu ihrem Ende vorgegangen ist, und dies kann man nur im Himmel wissen oder erfahren.[10] Wie die Kirche des Herrn auf Erden beschaffen sei, kann kein Mensch sehen, so lang er in der Welt lebt, noch weniger, wie sie mit dem Fortgang der Zeit sich vom Guten zum Bösen gewendet hat. Solange der Mensch in der Welt lebt, ist er im Äußeren und sieht nichts als das was vor seinem natürlichen Menschen erscheint. Wie die Kirche in Ansehung des Geistigen, das ihr Inneres ausmacht, beschaffen sei, erscheint nicht in der Welt. Im Himmel jedoch erscheint es wie am hellen Tage, weil die Engel im geistigen Denken sind, und daher nur das Geistige sehen.[11]

Damit die Offenbarung nicht vor den Menschen verborgen bleibt, und in der Folge wegen des Nichtverstehens verlassen werden möchte, wurde das darin Enthaltene Emanuel Swedenborg entdeckt, siehe dazu Die enthüllte Offenbarung.[12]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 116; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 40; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 41; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 60; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 1; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 2; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 227; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 263
  2. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 44
  3. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 60
  4. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.174.16
  5. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 41
  6. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 523
  7. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640319.22
  8. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322b.12
  9. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 157
  10. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 40; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 41
  11. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 41
  12. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 42