Offenbarung des Johannes (Geistiger Sinn)
Hinweis: Texte aus der Lutherbibel rev. 1984.
Erstes Kapitel
- 1.1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie durch seinen Engel gesandt und seinem Knecht Johannes kundgetan,
Unter "Offenbarung Jesu Christi" werden alle Weissagungen verstanden, die vom Herrn sind.[1] Zu zeigen heißt offenbaren, durch die Knechte werden die bezeichnet, welche im Glauben aus der tätigen Liebe sind; ihnen wird dies offenbart, weil sie es verstehen und aufnehmen. Im geistigen Sinn werden unter den Knechten die verstanden, welche im Wahren aus dem Guten sind, mithin auch die, welche in der Weisheit aus der Liebe sind. Diese können aus dem Herrn lehren, der Herr kann durch sie lehren und bedienen. In diesem Sinn werden die Knechte genannt bei Mt 24.45-46 und Lk 12.37. Diese werden auch unter dem Johannes verstanden, denn unter den zwölf Aposteln wurden alle verstanden, welche von der Kirche im Wahren aus dem Guten sind und im allgemeinen Sinn alles in der Kirche.[2]
Unter "was bald geschehen muss" wird nicht verstanden, dass es schnell geschehe, sondern dass es gewiss geschehen werde, und wenn es nicht geschähe, die Kirche zugrunde ginge. In der Göttlichen Idee und mithin auch im geistigen Sinn ist keine Zeit, sondern statt der Zeit der Zustand. Da sich "bald" auf die Zeit bezieht, wird dadurch das Gewisse, so wie auch das bezeichnet, dass es vor seiner Zeit geschehen werde.[3]
Unter "deutend sendend durch Seine Engel" wird im geistigen Sinn verstanden, was aus dem Himmel oder durch den Himmel vom Herrn geoffenbart worden ist, denn unter dem Engel wird im Wort ohne Unterschied der Engelshimmel, und im höchsten Sinne der Herr Selbst verstanden. Vor den Augen des Herrn ist der Himmel wie ein Mensch, dessen Seele der Herr Selbst ist. Deswegen spricht der Herr durch den Himmel mit dem Menschen, wie ein Mensch aus seiner Seele durch den Körper mit einem anderen. Der Engel hat nicht aus sich mit Johannes gesprochen, sondern der Herr mittels des Himmels durch ihn. Johannes wurden die Geheimnisse vom Zustand der Kirche offenbart, weil unter ihm jene verstanden werden, welche im Guten des Leben aus der tätigen Liebe und deren Glauben sind und das Gute des Lebens aus der tätigen Liebe und deren Glauben die Kirche ausmacht.[4]
- 1.2 der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat.
Die Engel sind im geistigen Sinn des Wortes und wissen keinen Personennamen, der im Wort genannt ist, sondern bloß das, was die Person vorstellt und daher bedeutet. Unter "Johannes" werden all die verstanden, welche im Guten des Lebens aus der tätigen Liebe und deren Glauben sind. Diese bezeugen, das ist sehen, erkennen an, nehmen von Herzen im Lichte auf und bekennen das Wahre des Wortes, besonders die Wahrheit in ihm, dass das Menschliche des Herrn göttlich ist. Unter Jesus Christus und dem Lamm wird in der Offenbarung der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden, und unter Gott der Herr in Ansehung des Göttlichen selbst, von dem jenes ist. Die Wahrheit wird in der Welt anerkannt, wenn sie bezeugt ist. Im Himmel zeugt die Wahrheit von sich selbst, weil sie selbst das Licht des Himmels ist. Indem die Engel die Wahrheit hören, erkennen und anerkennen sie diese sogleich, und weil der Herr die Wahrheit Selbst ist Joh 14.6, ist Er Selbst das Zeugnis von Sich im Himmel.[5]
Unter "alles, was er gesehen" wird im geistigen Sinn nicht das verstanden, was Johannes sah, und was bloß Gesichte waren, sondern was die sehen, die unter Johannes verstanden werden. Diese sehen bzw. verstehen in den Gesichten des Johannes die Geheimnisse vom Zustand der Kirche, nicht dann, wenn sie diese selbst lesen, sondern wann sie dieselben geoffenbart sehen. Das Sehen des menschlichen Geistes ist das, was man Verstand nennt; im geistigen Sinn bedeutet "alles, was er gesehen" also ihre Erleuchtung in allem, was in dieser Offenbarung steht.[6]
- 1.3 Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
Unter "selig" wird verstanden "durch die Liebe lebendig", oder wer dem Geist nach im Himmel ist, der also, während er in der Welt lebt, in Gemeinschaft mit den Engeln des Himmels ist. Unter "wer da liest" wird verstanden "ein Mensch, welcher das Wort in sein Herz aufnimmt." Unter "Gehör geben den Worten dieser Weissagung" wird verstanden "ein Mensch, welcher, nachdem er das Wort in sein Herz aufgenommen, sich dann werktätig nach demselben richtet." Unter den Worten der Weissagung wir die Lehre des Neuen Jerusalem verstanden. Welcher Mensch also liest und hört das Wort der Weissagung, der bewahrt wahrhaft in sich lebendig, was in ihr geschrieben steht. Und dieser ist es auch, dem die "Zeit nahe gekommen" ist. Wer bloß liest, hört und im Gedächtnis behält, was dem Johannes erschienen ist, der gehört nicht zu diesen Seligen.[7]
Mit der "nahen Zeit" ist nicht das Jüngste Gericht im Sinne der Zeit des nahen Unterganges gemeint, sondern die Zeit der Auferstehung. Diese Zeit gilt nur dem, der das Wort in sich aufnimmt und danach lebt - nicht auch für den, der das Wort gar nicht kennt und es auch gar nicht erkennen will. Wer das Wort nicht werktätig in sich hat, der ist ja ein Toter und Tote haben nichts mit der Zeit zu tun. Die besprochene nahe Zeit ist also eine Zeit der Lebendigen und nicht der Toten.[8]
"Die Zeit ist nahe" bedeutet auch, dass der Zustand der Kirche von einer Art ist, dass sie nicht länger in ihrer Verbindung mit dem Herrn beharren könnte, weil statt der Anerkennung Eines Gottes eine Anerkennung von dreien, und statt der Buße des Lebens eine Buße des bloßen Mundes besteht.[9]
Gruß an die sieben Gemeinden
- 1.4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind,
Unter den sieben Gemeinden werden alle verstanden, welche in der christlichen Welt zur Kirche gehören. Die Zahlen im Wort bedeuten Dinge, und sieben bedeutet alles und alle, und daher auch das Volle und Vollkommene.[10] "Asien" bezeichnet jene, die aus dem Wort im Licht der Wahrheit sind. Das kommt daher, weil sich die vorherigen drei Kirchen in Asien befanden.[11]
"Von Ihm, Welcher war, und Welcher kommt" bedeutet vom Herrn, welcher der Ewige und Unendliche und Jehova ist. Der Name Jehova bedeutet Ist, und Welcher Ist, und der, welcher Ist, oder welcher das Sein selbst ist, ist auch das War und Kommen wird; denn Vergangenheit und Zukunft sind in Ihm Gegenwart. Er ist daher der zeitlos Ewige und raumlos Unendliche.[12]
Unter den sieben Geistern werden alle, welche im Göttlich-Wahren sind, und im allgemeinen Sinn die göttliche Wahrheit selbst verstanden. Unter dem Thron wird der ganze Himmel verstanden, Jes 66.1 unter "im Angesicht Seines Thrones" wird daher verstanden, wo Sein Göttlich-Wahres ist, denn der Himmel ist nicht Himmel aus dem Eigenen der Engel, sondern aus dem Göttlichen des Herrn.[13]
- 1.5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut
Unter Jesus Christus wird im Wort der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen verstanden. "Er sei der treue Zeuge" bedeutet, dass Er das Göttlich-Wahre selbst sei. "Der Erstgeborene von den Toten" bedeutet, dass Er auch das Göttlich-Gute selbst sei. Der Herr ist der Erstgeborene von den Toten, weil Er, auch Seinem Menschlichen nach, das mit dem Göttlich-Guten vereinte Wahre selbst ist, aus dem alle Menschen, welche an sich tot sind, leben. Ähnliches wird verstanden in Ps 89.28. Unter den Königen werden im geistigen Sinn des Wortes diejenigen verstanden, welche im Wahren aus dem Guten sind, und im Allgemeinen das Wahre aus dem Guten. Unter der Erde wird die Kirche verstanden. Daher bedeutet "der Fürst der Erdenkönige" von dem alles Wahre ist, das aus dem Guten kommt.[14]
Das "uns von Sünden waschen (erlösen)" heißt, vom Bösen reinigen, also umbilden und wiedergebären. Die Wiedergeburt ist eine geistige Waschung. Unter "seinem Blut" wird nicht das Leiden am Kreuz verstanden, sondern das von Ihm ausgehende Göttlich-Wahre.[15]
- 1.6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Der Herr heißt König von der göttlichen Weisheit und Priester von der göttlichen Liebe. Deswegen heißen die, welche aus dem Herrn in der Weisheit sind, Königssöhne und Könige, und die, welche aus Ihm in der Liebe sind, Diener und Priester, denn die Weisheit und Liebe bei ihnen ist nicht aus ihnen, also nicht ihr Eigentum, sondern des Herrn. Sie sind nicht Könige und Priester aus sich, sondern weil der Herr in ihnen ist und macht, dass sie so genannt werden. Es wird also nicht verstanden, dass sie Könige sein, sondern dass sie weise sein werden. Der Himmel ist in zwei Reiche geteilt - das geistige Reich und das himmlische Reich. Das geistige Reich ist das, was das Königtum des Herrn heißt; weil alle dort in der Weisheit aus dem Wahren sind, so werden sie unter den Königen verstanden. Das himmlische Reich ist das, was das Priestertum des Herrn heißt, und weil alle, welche sich in ihm befinden, in der Liebe aus dem Guten sind, so werden sie unter den Priestern verstanden.[16]
Unter Gott und dem Vater werden im geistigen Sinn nicht zwei Personen verstanden, sondern unter Gott wird das Göttliche in Ansehung der Weisheit, und unter dem Vater das Göttliche in Ansehung der Liebe verstanden. Im Herrn ist die göttliche Weisheit und die göttliche Liebe, oder das Göttlich-Wahre und das Göttlich-Gute. Er und der Vater sind Eins, Er ist im Vater und der Vater in Ihm Joh 10.30 Joh 14.10-11, daher werden nicht zwei Personen unter Gott und Vater verstanden, sondern bloß der Herr.[17]
Unter der Herrlichkeit (Ehre) wird im Wort, wo vom Herrn die Rede ist, die göttliche Majestät verstanden, und auf Seine göttliche Weisheit bezogen. Unter der Kraft (Gewalt) wird die göttliche Allmacht verstanden, und auf Seine Liebe bezogen. Unter den Zeitläufen der Zeitläufe wird das Ewige verstanden.[18] Amen bedeutet die göttliche Bestätigung durch die Wahrheit, also durch sich selbst.[19]
- 1.7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.
"Er kommt mit den Wolken" bedeutet, dass der Herr Sich im buchstäbliche Sinn des Wortes offenbaren und dessen geistigen Sinn aufschließen werde am Ende der Kirche.[20] Im geistigen Sinn wird unter Auge nicht das Auge, sondern der Verstand verstanden. "Sehen wird Ihn jedes Auge" bedeutet daher, dass Ihn alle anerkennen werden, welche aus Neigung im Verständnis des Göttlich-Wahren sind. Die übrigen sehen und verstehen es zwar auch, nehmen es aber nicht an, daher sehen ihn auch die Ihn durchstochen haben, worunter jene verstanden werden, die sich in der Kirche im Falschen befinden. Unter Jesus Christus durchstechen wird nichts anderes verstanden, als Sein Göttlich-Wahres im Wort zerstören.[21] Die Stämme (Geschlechter) der Erde bedeuten das Gute und Wahre der Kirche. Durch wehklagen wird die Klage bezeichnet, dass sie tot seien. "Ja, Amen" bedeutet die göttliche Bestätigung, dass es so sein werde.[22]
- 1.8 Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
"Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende", bedeutet welcher das Selbst und das Einzige vom Ersten bis zum Letzten ist, aus welchem alles ist; welcher die eigentliche und einzige Liebe, die eigentliche und einzige Weisheit, und das eigentliche und einzige Leben in sich ist, und so der eigentliche und einzige Schöpfer, Heiland und Erleuchter aus sich, und folglich alles in allem im Himmel und in der Kirche.[23]
"Spricht der Herr, Welche ist, und Welcher war, und Welcher kommt" bedeutet, welcher der Ewige und Unendliche und Jehova ist.[24] "Der Allmächtige" bedeutet, welcher ist, lebt und vermag aus sich selbst, und welcher alles aus dem Ersten durch das Letzte regiert. Weil der Endliche das Unendliche nicht fassen kann, hat es dem Herrn gefallen, Seine Unendlichkeit gemäß Vers 1.8 zu beschreiben.[25]
Der Auftrag an Johannes
- 1.9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus.
Der Apostel Johannes bedeutet die, welche im Guten der Liebtätigkeit und damit auch im Wahren des Glaubens sind. Unter dem Bruder wird im geistigen Sinn des Wortes derjenige verstanden, der im Guten der Liebtätigkeit, und unter dem Genossen derjenige, der aus ihr im Wahren des Glaubens ist. Durch die Liebtätigkeit sind alle gleichsam blutsverwandt, durch den Glauben verschwägert. Die Liebtätigkeit verbindet, nicht so der Glaube, außer wenn er seinen Ursprung in der Liebtätigkeit hat, dann gesellt er.[26]
Unter der Trübsal (Bedrängnis) wird der Zustand der Kirche verstanden, da es kein Gutes der Liebtätigkeit und nichts Wahres im Glauben mehr gibt, sondern anstatt derselben Böses und Falsches. Darauf bezieht sich Mt 24.9, Mt 24.21, Mt 24.29 und Mk 13.19, Mk 13.24. Unter dem Reich wird die Kirche, unter der geduldigen Erwartung Jesu Christi die Ankunft des Herrn verstanden.[27]
Johannes wurde die Offenbarung auf Patmos gegeben, weil es eine Insel in Griechenland war, nicht weit von Kanaan und zwischen Asien und Europa gelegen. Durch die Inseln und Griechenland werden die vom Dienst Gottes entfernteren Völker bezeichnet Jes 24.15 Jes 42.4 Jes 42.10-12 Jes 49.1 Jes 51.5 Jer 31.10 Zef 2.11, welche aber, weil sie erleuchtet werden können, gleichwohl noch zu demselben kommen sollen. Die Kirche wird durch das Land Kanaan bezeichnet. Durch Asien diejenigen der Kirche, welche im Licht der Wahrheit aus dem Wort sind. Durch Europa die, zu welchen das Wort kommen wird. Daher wird durch die Insel Patmos der Zustand und Ort bezeichnet, da Johannes erleuchtet werden konnte.[28]
"Um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen Jesu Christi", bedeutet, damit das Göttlich-Wahre aus dem Wort von Herzen und so im Licht aufgenommen, und das Menschliche des Herrn als göttlich anerkannt werde. Siehe dazu die Erläuterung zu Vers 1.2.[29]
- 1.10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune,
"Ich war im Geist" bedeutet den geistigen Zustand, in welchem er war, als er Gesichte hatte. "Am Tag des Herrn" bedeutet der Einfluss des Herrn, welcher dann sich äußert. Siehe dazu Vision.[30] "Und ich hörte hinter mir eine starke Stimme gleich einer Posaune" bedeutet das deutliche Vernehmen des aus dem Himmel geoffenbarten Göttlich-Wahren. Die starke Stimme, wenn sie aus dem Himmel gehört wird, bedeutet das Göttlich-Wahre. Die Posaune bezeichnet das deutliche Vernehmen.[31]
- 1.11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.
"Es den Gemeinden in Asien senden" bedeutet für diejenigen in der Christenheit, welche im Licht der Wahrheit aus dem Wort sind, wobei die sieben Gemeinden alle Zustände der Aufnahme des Herrn und Seiner Kirche im geistigen Sinn bezeichnen. Johannes befand sich im geistigen Zustand, in dem nichts mit Namen genannt wird, das nicht eine Sache oder einen Zustand bezeichnet. Daher wurde das Folgende von Johannes keiner Gemeinschaft an jenem Ort gesandt, sondern ihren Engeln gesagt, unter welchen jene verstanden werden, die es aufnehmen.[32]
- 1.12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter
Der Mensch kann, ehe er sich zum Herrn bekehrt und Ihn als Gott des Himmels und der Erde anerkennt, das Göttliche Wahre im Wort nicht sehen. Solange der Mensch vom Menschlichen des Herrn wie von dem eines bloßen Menschen denkt, kann er nicht erleuchtet werden im Wort, denn der Herr ist das Wort, sofern es von Ihm ist und von Ihm handelt. Wer sich nicht allein an den Herrn wendet, weil er eine Dreieinigkeit von Personen annimmt, der sieht Ihn und Sein Wort hinter sich und nicht vor sich. Daher hörte Johannes eine Stimme hinter sich und wandte sich um, die Stimme zu sehen, die vom Menschensohn kam, welcher der Herr ist. Dass der Herr der alleinige Gott des Himmels und der Erde sei, das lehrte Er in Vers 1.8. "Und ich wandte mich, die Stimme zu sehen, die mit mir sprach" bedeutet, dass diejenigen, welche im Guten des Leben sind (=Johannes), eine Veränderung ihres Zustandes in Ansehung der Wahrnehmung des Wahren im Wort erfahren werden, wenn sie sich zum Herrn bekehren.[33]
Die sieben goldenen Leuchter bedeuten die sieben Gemeinden. Unter den sieben Gemeinden werden alle verstanden, welche in der Christlichen Welt sind und zur Neuen Kirche übergehen. Dass unter den sieben Leuchtern die Neue Kirche verstanden wird, kommt daher, weil in ihr und ihrer Mitte der Herr ist und die Leuchter vom Herrn erleuchtet werden, worauf sich Off 21.23-24 und Off 22.5 beziehen. Diese Leuchter erschienen golden, weil das Gold das Gute bedeutet. Jede Kirche ist eine Kirche durch das Gute, das mittelst des Wahren gebildet wird.[34]
- 1.13 und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel.
Da der Herr Sich vor Johannes als das Wort vorstellte, so hieß der ihm Erschienene des Menschen Sohn, da unter diesem der Herr in Ansehung des Wortes verstanden wird. Die Neue Kirche ist eine Kirche aus dem Herrn durch das Wort und gemäß dem Verständnis des Wortes beschaffen. Daher erschien der Sohn des Menschen in der Mitte der Leuchter; in der Mitte bedeutet im Innersten, aus dem, was um dasselbe herum oder außerhalb desselben ist, sein Wesen hat, hier sein Licht oder seine Einsicht.[35]
Kleider bezeichnen im Wort das Wahre. Der Talar (langes Gewand) bedeutet das ausgehende Göttliche, welches das Göttlich-Wahre ist.[36] Die Brust des Herrn bezeichnet Seine göttliche Liebe; die goldene Binde, welche sie umgürtete, das ausgehende und zugleich verbindende Göttliche, welche das Göttlich-Gute der göttlichen Liebe ist. Das Gold bedeutet das Gute.[37]
- 1.14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme
Durch das Haupt des Menschen wird das All seines Lebens bezeichnet, und das All des menschlichen Lebens bezieht sich auf die Liebe und Weisheit, weswegen durch das Haupt die Weisheit und zugleich die Liebe bezeichnet wird. Da es keine Liebe gibt ohne ihre Weisheit, und keine Weisheit ohne ihre Liebe, so wird die Liebe der Weisheit unter dem Haupt verstanden. Wenn vom Herrn die Rede ist, wird die göttliche Liebe der göttlichen Weisheit verstanden. Unter dem Haupt wird die Liebe und Weisheit in ihrem Ersten verstanden, unter den Haupthaaren in ihrem Letzten. Da die Haupthaare hier auf den Sohn des Menschen bezogen werden, welcher der Herr in Ansehung des Wortes ist, so wird durch seine Haupthaare das Göttlich-Gute und das Göttlich-Wahre bezeichnet, und das Letzte des Wortes ist das, was in seinem buchstäblichen Sinn enthalten ist. Die Wolle bedeutet das Gute im Letzten und der Schnee das Wahre im Letzten.[38]
Unter den Augen wird im Wort der Verstand und unter dem Gesicht der Augen die Einsicht verstanden. Wenn vom Herrn die Rede ist, wird die göttliche Weisheit, Seine Allwissenheit und Vorsehung verstanden. Durch die Feuerflamme wird die geistige Liebe bezeichnet, die Liebtätigkeit. Wenn vom Herrn die Rede ist, wird die göttliche Liebe bezeichnet.[39]
- 1.15 und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen;
Das Göttlich-Himmlische im Herrn wird unter dem Haupt des Menschensohnes verstanden, das Göttlich-Geistige unter Seinen Augen und unter Seiner Brust, die mit einer goldenen Binde umgürtet war, und das Göttlich-Natürliche unter Seinen Füßen. Die Füße, Fußsohlen und Fersen bezeichnen im Wort das Natürliche. Da unter dem Sohn des Menschen der Herr in Ansehung des Wortes verstanden wird, wird unter Seinen Füßen auch das Wort im natürlichen Sinn verstanden.[40] Das Wasser bedeutet das Wahre, die Stimme, wenn sie vom Herrn kommt, das Göttlich-Wahre.[41]
- 1.16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.
Die Sterne bezeichnen die aus dem Wort geschöpften Erkenntnisse des Guten und Wahren. Dass der Sohn des Menschen sie in Seiner Hand hielt, bedeuten, dass sie vom Herrn allein durch das Wort herkommen. Sieben bedeutet alle.[42] Das zweischneidige Schwert bedeutet, dass das Falsche vom Herrn durch das Wort und durch die Lehre aus diesem zerstreut wurde. Es heißt ein scharfes, zweischneidiges Schwert, weil es Herz und Seele durchdringt.[43] Unter dem Antlitz Jehovas oder des Herrn wird das Göttliche selbst in seinem Wesen verstanden, die Göttliche Liebe und Göttliche Weisheit. Ähnliches wird durch die in ihrer Kraft leuchtenden Sonne verstanden.[44]
- 1.17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
Das eigene Leben des Menschen hält die Gegenwart des Herrn, wie der Herr an sich, ja selbst wie Er im Innersten Seines Wortes ist, nicht aus; denn Seine göttliche Liebe ist ganz wie die Sonne, welche so wie sie an sich ist, niemand aushalten kann, weil er verzehrt würde. Niemand kann Gott sehen und leben. 2.Mos 33.20 Richt 13.22 Daher fiel Johannes wie tot zu Seinen Füßen.[45] Der Herr legte Seine rechte Hand auf ihn, weil durch die Berührung der Hände eine Gemeinschaft entsteht, weil das Leben des Geistes, und daher auch des Körpers heraustritt in die Arme und durch diese in die Hände, weswegen auch der Herr die mit der Hand berührte, die von Ihm zum Leben auferweckt und geheilt wurden. Daher wird unter Seine rechte Hand auf ihn legen verstanden, ihm Sein Leben einhauchen.[46]
Weil Johannes nach seiner Auferweckung heilige Ehrfurcht ergriff, sagte der Herr: "Fürchte dich nicht." Die heilige Furcht, welche zuweilen mit heiligem Beben im Innern des Gemüts verbunden ist, kommt auch oft mit einem gewissen Schaudern, wenn das Leben vom Herrn die Stelle des eigenen Lebens einnimmt, wenn der Mensch sieht, dass er nichts ist, sondern bloß der Herr. In dieser heiligen Furcht waren auch Daniel Dan 10.5-12, Petrus, Jakobus und Johannes Matth 17.6-7, die Frauen, die den Herrn am Grab sahen Matth 28.10 und Simon Luk 5.8-10. Das "Fürchte dich nicht" wird in diesem Zusammenhang auch an anderen Stellen in der Bibel gesagt. Daher sagte der Herr zu Johannes "Fürchte dich nicht". Darunter wird die Auferweckung, und dann auch die aus tiefster Demut stammende Anbetung verstanden.[47] "Ich bin der Erste und der Letzte" wurde schon oben in Vers 1.8 erklärt.
- 1.18 und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
Jehova nennt Sich im Alten Testament den Lebendigen und Lebenden Jer 5.2 Jer 12.16 Jer 16.14-15 Jer 23.7-8 Jer 46.18 Hes 5.11, weil Er allein lebt. Er ist die Liebe selbst und die Weisheit selbst, und diese sind das Leben. Der Herr ist auch in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen das Leben Joh 5.26 Joh 11.25 Joh 14.6 Joh 1.1-4, weil der Vater und Er eins sind.[48]
Unter "ich wurde tot", wird nicht verstanden, dass der Herr gekreuzigt worden und so gestorben sei, sondern dass Er in der Kirche vernachlässigt und Sein Göttlich-Menschliches nicht anerkannt worden sei. Zwar wird sein Göttliches von Ewigkeit anerkannt, allein dieses ist Jehova selbst. Es wird nicht anerkannt, dass Sein Menschliches göttlich ist, obwohl sich das Göttliche und Menschliche in Ihm wie die Seele und der Leib verhalten, und sie so nicht zwei, sondern eins, Eine Person sind. Wenn man das Göttliche von Seinem Menschlichen trennt und sagt, Sein Menschliches sei nicht göttlich, sondern dem Menschlichen eines anderen Menschen ähnlich, so ist der Herr bei den Menschen tot.[49]
"Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit" bedeutet, dass Er in Ewigkeit das Leben, und so von Ihm das ewige Leben sei. Dass vom Herrn allein das ewige Leben sei, belegen folgende Stellen: Joh 3.16 Joh 3.36 Joh 6.40 Joh 6.47 Joh 11.24-26 [50]
Durch die Schlüssel wird die Macht zu öffnen und zu verschließen verstanden, hier die Macht, die Hölle zu öffnen, damit der Mensch herausgeführt werden könne, und zu verschließen, damit er nicht, wenn er herausgeführt ist, wieder hineingehe. Der Mensch ist nämlich in alle Arten des Bösen geboren, mithin in der Hölle, denn das Böse ist die Hölle, aus der er vom Herrn herausgeführt wird. Unter "Schlüssel des Todes und der Hölle haben" wird nicht die Macht in die Hölle zu werfen, sondern die Macht selig zu machen verstanden. Selig gemacht werden heißt, aus der Hölle herausgeführt werden. Der Herr wirft niemals jemand in die Hölle, sondern der Mensch sich selbst.[51]
- 1.19 Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach.
Alles, was nun geoffenbart werde, sei für die Nachwelt.[52]
- 1.20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.
In den Himmeln ist ebenso wie auf Erden eine Kirche, ebenso das Wort, Lehren aus ihm und Predigten aus ihm. Diese Kirche ist der Neue Himmel. Unter den sieben Sternen wird die Kirche in den Himmeln oder der Neue Himmel verstanden; durch den Engel wird nämlich die himmlische Gesellschaft bezeichnet. In der geistigen Welt erscheint eine mit Sternen angefüllte Wölbung wie in der natürlichen Welt. Diese Erscheinung kommt von den Engelsgesellschaften im Himmel - jede Gesellschaft scheint denen, die sich unterhalb derselben befinden, als ein Stern. Sieben bedeutet alle, die zur Kirche gehören. Unter den Engeln der sieben Gemeinden wird daher die ganze Kirche in den Himmeln verstanden.[53]
Die sieben Leuchter bedeuten die Neue Kirche auf Erden, das Neue Jerusalem. Es werden nicht sieben Gemeinden verstanden, sondern die Kirche im ganzen Inbegriff, welche an sich Eine, nach Beschaffenheit der Aufnahme aber verschieden ist. Die Verschiedenheiten sind eins, so wie die verschiedenen Glieder und Organe einen Leib ausmachen. Im Folgenden wird die ganze Neue Kirche mit ihrem Mannigfaltigen beschrieben.[54]
Zweites Kapitel
Das 2. und 3. Kapitel handelt von sieben Gemeinden, durch welche alle in der Christlichen Kirche beschrieben werden, welche Religion haben, und aus welchen die Neue Kirche, die das Neue Jerusalem ist, gebildet werden kann. Die Neue Kirche wird durch jene in der Christlichen Kirche gebildet, welche sich allein an den Herrn wenden und zugleich Buße wegen ihrer bösen Werke tun. Die übrigen, welche sich nicht an den Herrn allein wenden, weil sie sich darin bestärkt haben, dass Sein Menschliches nicht göttlich sei, und welche keine Buße wegen ihrer bösen Werke tun, sind zwar in der Kirche, haben aber nichts von der Kirche in sich.[55] Weil der Herr allein als Gott des Himmels und der Erde anerkannt wird von denen, welche zu Seiner Neuen Kirche in den Himmeln und auf Erden gehören werden, handelt das 1. Kapitel vom Herrn allein, und es ist Er allein, welcher in den folgenden zwei Kapiteln zu den Kirchen spricht, und welcher allein die Seligkeit des ewigen Lebens geben wird.[56]
Die sieben Sendschreiben
- 2.1 Dem Engel der Gemeinde in "Ephesus" schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern:
Unter der Gemeinde zu Ephesus werden jene verstanden, welche das Wahre der Lehre als Hauptsache betrachten und nicht das Gute des Lebens. Dass an den Engel geschrieben wurde, geschah deswegen, weil unter dem Engel die Engelsgesellschaft verstanden wird, welche der Kirche aus solchen korrespondiert, siehe dazu Erläuterung zu Vers 1.20.[57]
"So spricht, der die sieben Sterne in Seiner Rechten hält", bedeutet den Herrn, von dem durch das Wort alles Wahre kommt, siehe dazu Erläuterung zu Vers 1.16.[58] Die sieben Leuchter, in deren Mitte der Sohn des Menschen ist, bedeuten die Kirche, welche in der Erleuchtung des Herrn ist, siehe dazu Erläuterung zu Vers 1.12 und 1.20. Es heißt hier, der wandelt, weil wandeln bedeutet leben. In der Mitte bedeutet im Innersten und von da in allem. Wenn der Herr unter ihnen wandelt, dann bedeutet dies, dass Er in ihnen und mit ihnen lebt.[59]
- 2.2 Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel und sind's nicht, und hast sie als Lügner befunden
Die Werke erscheinen vor den Menschen in der äußeren Form, vor den Engeln in der inneren, und vor dem Herrn, wie sie vom Innersten bis zum Äußersten beschaffen sind. "Ich kenne deine Werke" bedeutet, dass der Herr alles Innere und Äußere des Menschen zugleich sehe.[60]
"Dass du die Bösen nicht ertragen kannst" bedeutet, dass sie nicht zugeben, dass man das Böse gut heiße, und umgekehrt, weil dies gegen das Wahre der Lehre ist. Wissen, ob das Gute gut oder böse ist, ist eine Sache der Lehre, und gehört zu deren Wahrem, hingegen Gutes oder Böses tun, ist Sache des Lebens. Deswegen wird dies von jenen gesagt, welche das Wahre der Lehre als die Hauptsache betrachten und nicht das Gutes des Lebens. Unter den Bösen werden im geistigen Sinn nicht die Bösen, sondern das Böse verstanden, weil dieser Sinn von den Personen absieht.[61]
Unter den Aposteln werden nicht die Apostel verstanden, sondern alle, welche das Gute und Wahre der Kirche lehren, und im abgezogenen Sinn das Gute und Wahre ihrer Lehre selbst. Unter den Lügnern werden jene verstanden, welche im Falschen sind, und im allgemeinen Sinn das Falsch selbst. Unter "du hast, die sich für Apostel ausgeben, und es nicht sind, geprüft, und sie als Lügner erfunden" deutet an, dass sie das, was in der Kirche gut und wahr heißt, gleichwohl aber böse und falsch ist, untersuchen.[62]
- 2.3 und hast Geduld und hast um meines Namens willen die Last getragen und bist nicht müde geworden.
Dies bezeichnet die Geduld, welche jene, die das Wahre der Lehre als Hauptsache betrachten, mit den Lügnern haben[63] und den Eifer und die Mühe, sich das, was zur Religion und zu deren Lehre gehört zu erwerben und es auch zu lehren. Unter dem Namen des Herrn wird im Wort nicht Sein Name verstanden, sondern alles, wodurch Er verehrt wird. Weil Er nach der Lehre der Kirche verehrt wird, so wird unter Seinem Namen das Ganze der Lehre, und im allgemeinen Sinn das Ganze der Religion verstanden.[64]
- 2.4 Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.
Dies wird zu der Gemeinde gesagt, weil unter ihr die in der Kirche verstanden werden, welche das Wahre der Lehre als die Hauptsache betrachten oder es an die erste Stelle setzen, und nicht das Gute des Lebens, da doch dieses an die erste Stelle zu setzen oder als die Hauptsache zu betrachten ist. Inwieweit ein Mensch im Guten des Lebens ist, insoweit ist er wesentlich im Wahren der Lehre, nicht aber umgekehrt. Wenn die Lehren als die Hauptsache angesehen werden, dann kann man zwar das Wahre wissen, aber nicht das Innere desselben sehen, noch es aus geistiger Neigung lieben. Jede Kirche räumt in ihrem Beginnen dem Guten des Lebens die erste, und dem Wahren der Lehre die zweite Stelle ein. Sowie sie sinkt, fängt sie an, das Wahre der Lehre an die erste, und das Gute des Lebens an die zweite Stelle zu setzen. Dies wird unter "du hast deine erste Liebe verlassen" verstanden.[65]
- 2.5 So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust.
Jeder Mensch betrachtet das Wahre der Lehre als die Hauptsache, ist aber, so lange er dies tut, wie eine unreife Frucht; wer hingegen, nachdem er dasselbe in sich aufgenommen, wiedergeboren wird, betrachtet das Gute des Lebens als die Hauptsache, und reift, so weit er dies tut, wie eine Frucht heran, und wie weit er heranreift, wird der Same in ihm zeugungsfähig. "Bekehre dich (tue Buße), und tue die ersten Werke" bedeutet, dass sie den Zustand ihres Lebens umändern sollen.[66]
Den Leuchter wegstoßen bedeutet, die Erleuchtung entfernen, so dass sie das Wahre nicht in seinem Licht sehen, und es zuletzt gar nicht mehr sehen. Das Wahre geht nach und nach zugrunde, wenn man es anstelle des Guten des Lebens als die Hauptsache betrachtet. Das Wahre aus seinem Licht sehen, heißt es aus dem tieferen Gemüt des Menschen, dem geistigen Gemüt, sehen. Dieses Gemüt wird durch die tätige Liebe geöffnet, und dann fließt Licht und Neigung ein, das Wahre aus dem Himmel vom Herrn, woher dann die Erleuchtung kommt.[67]
- 2.6 Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaïten hassest, die ich auch hasse.
Die Werke der Nikolaiten bedeuten verdienstliche Werke. Die echte tätige Liebe ist dem Verdienst abgeneigt, weil sie nicht verdienen will, denn sie hat ihre Lust daran, Gutes zu tun, weil sie in ihm ist, und aus ihm tätig ist, und aus ihm auf den Herrn sieht, und aus dem Wahren erkennt, dass alles Gute von Ihm ist. Alle machen ihre Werke verdienstlich, welche das Wahre der Lehre an die erste, und das Gute der tätigen Liebe an die zweite Stelle setzen. Da die Angesprochenen keine anderen Werke tun können, als solche, welche verdienstlich sind, und aus ihrem Wahren wissen, dass man sie hassen soll, so folgt dies, nachdem gesagt worden ist, dass sie, sofern sie nicht der tätigen Liebe die erste Stelle einräumen, Werke tun, welche hassenswert seien.[68]
- 2.7 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.
Hören hat auch die Bedeutung von vernehmen und gehorchen, weil man aufmerkt, um zu vernehmen und zu gehorchen. Durch den Geist, welcher zu den Gemeinden spricht, wird das Göttlich-Wahre des Wortes, und durch die Gemeinden die ganze Kirche in der christlichen Welt bezeichnet. "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!" bedeutet, dass, wer das Gesagte einsieht, befolgen soll, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche gehören werden.[69]
"Dem Überwinder" bedeutet, der gegen sein Böses und Falsches kämpft, und umgebildet wird. Dies wird zu jeder der sieben Gemeinden gesagt, welche den Zustand aller derjenigen in der christlichen Kirche beschreiben, welche die Lehre des Neuen Jerusalem aufnehmen und nach ihr leben können.[70] Durch Essen wird im Wort das Aneignen, durch den Baum des Lebens der Herr in Ansehung des Guten der Liebe bezeichnet. Daher bedeutet das Essen vom Baum des Lebens das Aneignen des Guten der Liebe vom Herrn.[71] Das Paradies Gottes bedeutet das Wahre der Weisheit und des Glaubens, weswegen der Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist, den Herrn mit dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit im Innern des Wahren der Weisheit und des Glaubens bezeichnet.[72]
- 2.8 Und dem Engel der Gemeinde in "Smyrna" schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden:
Unter der Gemeinde zu Smyrna werden jene verstanden, welche im Guten hinsichtlich des Lebens sind, und im Falschen hinsichtlich der Lehre.[73] "So spricht der Erste und der Letzte", bedeutet, dass der Herr der alleinige Gott sei. Siehe dazu Kommentar zu Vers 1.8.[74] "Welcher tot war und lebt", bedeutet, dass Er in der Kirche vernachlässigt und Sein Menschliches nicht als göttlich anerkannt worden ist, da Er doch auch in Ansehung dieses allein das Leben ist, und vom Ihm allein das ewige Leben kommt. Siehe dazu Kommentar zu Vers 1.18. Der Hauptirrtum dieser Gemeinde besteht eben darin.[75]
- 2.9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans.
"Ich kenne deine Werke", bedeutet hier, dass der Herr all ihr Inneres und Äußeres sehe, (siehe dazu Kommentar zu Vers 2.2) dass sie im Falschen, gleichwohl aber in Ansehung des Lebens im Guten sind, das sie für das Gute des Lebens halten, da es doch dasselbe nicht ist.[76] "Und deine Trübsal und Dürftigkeit", bedeutet, dass sie im Falschen und daher nicht im Guten sind. Die Trübsal (Bedrängnis) wird im Wort auf das Falsche, die Dürftigkeit auf das Nicht-Gute bezogen. "Du bist aber reich" ist in Klammern gesetzt, weil das in einigen alten Handschriften ausgelassen worden ist.[77]
Die Lästerung bedeutet hier die lügenhafte Rede. Durch die Juden werden hier nicht Juden, sondern diejenige bezeichnet, welche im Guten der Liebe sind, und im Allgemeinen das Gute der Liebe. Dies kommt daher, weil im Wort unter Jehudah im höchsten Sinne der Herr in Ansehung des Göttlich-Guten der göttlichen Liebe verstanden wird. Dass unter den Juden im Allgemeinen das Gute der Liebe verstanden wird, hat seinen Grund darin, dass der geistige Sinn von den Personen abgezogen ist.[78] Es heißt Synagoge, weil die Juden genannt sind, und diese in Synagogen lehren. Unter dem Satan wird die Hölle aus denen, die im Falschen sind, verstanden. "Sie sind eine Satansschule" bezeichnet hier, dass sie hinsichtlich der Lehre im Falschen seien. Zum Wesen des nur scheinbar Guten siehe Scheinbares Gutes.[79]
- 2.10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.
"Fürchte dich vor keinem, was du leiden wirst!", bedeutet, dass sie nicht verzagen sollen, wenn sie vom Bösen angegriffen, und vom Falschen bekämpft werden. Der Teufel, der einige ins Gefängnis wirft, bedeutet, dass das Gute ihres Lebens vom Bösen, das aus der Hölle ist, angegriffen wird, weil unter dem Teufel diejenige Hölle verstanden wird, in welcher sich die befinden, die im Bösen sind, und so im Allgemeinen das Böse, das in ihr und aus ihr ist, und weil in das Gefängnis werfen angegriffen werden heißt, denn die, welche vom Bösen aus der Hölle angegriffen werden, sind wie die Gebundenen im Kerker, denn sie können nichts als Böses denken, während sie doch das Gute wollen. Die Ursache ist, dass bei denen, die dem Leben nach im Guten sind, und der Lehre nach im Falschen, das Gute nicht gut ist, so weit es mit dem Falschen zusammenhängt, vielmehr eben so viel Böses in ihm ist, als Falsches mit ihm zusammenhängt: Dies ist nun das, was angegriffen wird. Dieser Angriff findet jedoch nicht in der natürlichen, sondern in der geistigen Welt, also nach dem Tod statt. Nicht alle werden auf gleiche Weise angegriffen, sondern schwerer, je nachdem sie sich im Falschen bestärkt haben, weswegen es heißt, "einige von euch."[80]
"Damit ihr versucht werdet", bedeutet durch das Falsche, das wider sie kämpft. Jede geistige Versuchung ist ein Kampf des Teufels mit dem Herrn um den Besitz. Der Teufel oder die Hölle lässt ihr Falsches heraus, macht Vorwürfe und verdammt, der Herr aber das Wahre, und befreit vom Falschen. Dem Menschen erscheint dies als ein Kampf, der in ihm vorgeht, denn er kommt von den bösen Geistern her, die bei ihm sind. Die Trübsal bedeutet die Angriffe, mithin die Versuchung.[81] Zehn Tage bedeuten die volle Dauer des Zustandes, weswegen dann folgt: "Sei treu bis in den Tod." Die Tage bezeichnen Zustände und zehn bedeutet das Volle. Die Versuchung werde ihre volle Zeit, das ist, so lange fortdauern, als sie im Falschen bleiben wollen; denn das Falsche wird vom Menschen niemals wider seinen Willen weggenommen.[82]
Mit "sei getreu bis in den Tod" wird im geistigen Sinn verstanden, dass sie die Wahrheiten annehmen und anerkennen sollen, bis das Falsche durch sie entfernt und gleichsam vernichtet ist; unter dem Tod wird also das Ende ihrer Versuchung verstanden.[83] Weil es um Versuchungen bis an den Tod geht, so heißt es, dass ihnen die Krone des Lebens, das ewige Leben, gegeben werden soll, gleich den Märtyrern, welche treu bis an den Tod gewesen. Weil die Märtyrer es wünschten, wurden ihnen nach dem Tod Kronen gegeben, und durch diese der Siegespreis bezeichnet; sie erscheinen im Himmel mit Kronen.[84]
- 2.11 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.
"Wer Ohre hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt", bedeutet, dass, wer es einsehe, befolgen soll, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche gehören werden. Mit dem Überwinder ist der gemeint, der gegen das Böse und Falsche kämpft und umgebildet wird. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.7.[85] Unter dem ersten Tod wird der Leibestod verstanden, unter dem zweiten Tod der Tod der Seele (Anm.: gemeint ist der geistige Tod), die Verdammnis. Nachdem sie dem Bösen und Falschen aus der Hölle nicht mehr unterliegen werden, werden sie der Verdammnis entzogen.[86]
- 2.12 Und dem Engel der Gemeinde in "Pergamon" schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert:
Unter der Gemeinde zu Pergamus werden jene verstanden, welche das Ganze der Kirche in gute Werke setzen und nichts in Wahre. Jene, die bloß in den Werken, und in keinem Wahren sind, sind wie die, welche handeln, ohne sich dessen bewusst zu sein, und die bewusstlosen Handlungen sind leblos, sie erscheinen vor den Engeln wie aus Holz geschnitzte Bilder, auch wie Schafe ohne Wolle.[87]
"Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert", bedeutet den Herrn in Ansehung des Wahren der Lehre aus dem Wort, durch welches das Böse und Falsche zerstreut wird. Siehe dazu Kommentar zu Vers 1.16. Weil es zu denen gesagt wird, die das Ganze der Kirche bloß in Werke und gar nicht in das Wahre der Lehre setzen, die also das Wahre der Lehre aus den Augen lassen oder geringschätzen, obwohl es nötig ist, wird in 2.16 zu ihnen gesagt "Bekehre dich, wo nicht, so komme Ich dir schnell, und kämpfe wider sie mit dem Schwert meines Mundes."[88]
- 2.13 Ich weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist; und du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt.
Wissen, wo du wohnst, bedeutet, wissen, wie es beschaffen ist, weil in der geistigen Welt jeder nach Beschaffenheit seiner Neigung eine Wohnung hat. Siehe dazu Kommentar zu "Ich kenne deine Werke" bei Vers 2.2. Unter dem Satan wird die Hölle aus denen die im Falschen sind verstanden. Im Falschen sein, heißt in geistiger Dunkelheit sein. Daher wird durch den Thron des Satans die völlige Dunkelheit bezeichnet. Hier wird unter der Dunkelheit nicht verstanden, dass sie bloß im Falschen, sondern dass sie in keinem Wahren der Lehre seien, denn das Wahre der Lehre, das aus dem Wort ist, ist im Licht; nicht im Wahren sein, heißt daher, nicht im Licht, folglich im Dunkeln sein. Diejenigen in der christlichen Welt, die bloß in den Werken und in keinem Wahren der Lehre sind, die gleichen den Heiden, weswegen sie auch nicht anders genannt zu werden verdienen als: Heiden. Sie kennen zwar den Herrn, wenden sich aber nicht an Ihn; sie haben das Wort, suchen aber das Wahren in ihm nicht auf. Dass sie dort wohnen, wo der Thron des Satans ist, bezeichnet das Leben ihres Guten in der Dunkelheit.[89]
Unter dem Namen Jehovas oder des Herrn wird alles verstanden, wodurch Er verehrt wird, also alles, was zur Religion gehört. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.3. Hier bedeutet es, dass sie Religion und einen der Religion gemäßen Gottesdienst haben. Unter dem Glauben wird die göttliche Wahrheit verstanden, denn der Glaube bezieht sich auf das Wahre, und das Wahre ist Sache des Glaubens. Du hast Meinen Glauben nicht verleugnet bedeutete daher, dass sie das Wort als göttliche Wahrheit anerkennen.[90] Durch den Märtyrer, Antipas, wird das Bekenntnis der Wahrheit und im Allgemeinen die Wahrheit selbst bezeichnet, denn Märtyrer und Zeuge ist in der griechischen Sprache Ein Wort. Daher bedeutet "in den Tagen, als Anptipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt" wenn in der Kirche alle Wahrheit durch das Falschen zerstört ist.[91]
- 2.14 Aber einiges habe ich gegen dich: Du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den Balak lehrte, die Israeliten zu verführen, vom Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben.
Unter diesen Leuten werden diejenigen verstanden, welche Werke tun, durch die der Gottesdienst verunreinigt und verfälscht wird. Durch die Kinder Israels wird die Kirche bezeichnet, durch das Essen von ihren Opfern die Zuneigung des Heiligen; das Essen von den Opfern anderer Götter, vom Götzenopfer, bedeutet daher die Verunreinigung und Entweihung des Heiligen. Huren bedeutet den Gottesdienst schänden und verkehren.[92]
- 2.15 So hast du auch Leute, die sich in gleicher Weise an die Lehre der Nikolaïten halten.
Die Werke der Nikolaiten bedeuten die verdienstlichen Werke, siehe dazu Kommentar zu Vers 2.6. Bei denen, welche alles, was zur Kirche und zum Heil gehört, in gute Werke und nichts ins Wahre setzen, gibt es welche, die heuchlerische, und solche, welche verdienstliche Werke tun.[93]
- 2.16 Tue Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem Schwert meines Mundes.
"Bekehre dich", bedeutet, dass sie sich vor verdienstlichen und heuchlerischen Werken (siehe oben) hüten sollen, und Werke, welche gut sind, tun sollen.[94] Wenn sie es nicht tun, wird der Herr durch das Wort mit ihnen kämpfen und sie überführen, dass ihre Werke böse sind, siehe dazu Kommentar zu Vers 2.12.[95]
- 2.17 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; und auf dem Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.
"Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!", bedeutet, wer es einsehe, soll befolgen, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche gehören. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.7.[96] Ein Überwinder ist der gegen sein Böses und Falsches kämpft und umgebildet wird.[97] Unter dem verborgenen Manna, welches denjenigen werden soll, die in guten Werken sind und zugleich mit den Werken das Wahre der Lehre verbinden, wird die geheime Weisheit verstanden, wie sie die haben, die im dritten Himmel sind. Weil die Betreffenden in der Welt in guten Werken und zugleich im Wahren der Lehre waren, sind sie mehr als die Engel in der Weisheit, aber in einer verborgenen Weisheit, denn sie ist nicht sowohl ihrem Gedächtnis als ihrem Leben eingeschrieben, weswegen sie von dem Wahren der Lehre nicht reden, sondern es tun, und es tun, weil sie es wissen und dasselbe auch sehen, wenn andere davon reden. Aus Joh 6.31-38 und Joh 6.48-51 erhellte, dass der Herr Selbst das verborgene Manna ist, das in ihren Werken sein wird, wenn sie sich bloß an Ihn wenden.[98]
Der weiße Stein bedeutet das für das Gute stimmende und mit ihm vereinigte Wahre. Er hat diese Bedeutung, weil in den Gerichten die Stimmen durch Steine gesammelt wurden, und zwar durch weiße die, welche bejahen. Das Weiße wird dem Wahren beigelegt.[99] Der Name bezeichnet eine Beschaffenheit der Sache, hier die Beschaffenheit des Guten. Der neue Namen auf dem Stein bedeutet, dass so ihr Gutes eine Beschaffenheit erhalte, die es früher nicht hatte. Jede Beschaffenheit des Guten gründet sich auf das Wahre, das mit ihm vereinigt ist. Ohne das Wahre ist das Gute wie eine Frucht ohne Saft, wie ein Baum ohne Blätter, an dem vom Herbst zurückgebliebenes, vertrocknetes Obst hängt.[100] "Den niemand kennt, als der ihn empfängt", bedeutet, dass es niemanden erscheine, weil es ihrem Leben eingeschrieben ist. Das mit dem Guten vereinigte Wahre bei ihnen ist nicht dem Gedächtnis, sondern dem Leben eingeschrieben; es erscheint ihnen nur daraus, dass wenn sie etwas hören und lesen, fühlen, ob es wahr ist und was das Wahre ist, denn das Innere ihres Geistes ist bis zum Herrn geöffnet. Weil der Herr in ihnen ist und Er alles sieht, so macht Er, dass sie wie aus sich sehen, dennoch wissen sie durch ihre Weisheit, dass die das Wahre nicht aus sich, sondern aus dem Herrn sehen. Vers 2.17 bezeichnet überhaupt, dass sie Engel des dritten Himmels sein werden, wenn sie das Wort lesen, aus ihm das Wahre der Lehre schöpfen, und sich an den Herrn wenden.[101]
- 2.18 Und dem Engel der Gemeinde in "Thyatira" schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und seine Füße sind wie Golderz:
Unter der Gemeinde zu Thyatira werden jene verstanden, welche im Glauben aus tätiger Liebe und in guten Werken sind, sowie auch die, welche in dem von der tätigen Liebe getrennten Glauben, und aus ihm in bösen Werken sind.[102] "So spricht der Sohn Gottes, welcher Augen hat wie Feuerflammen", bedeutet den Herrn in Ansehung der göttlichen Liebe, siehe dazu Kommentar zu Vers 1.14.[103] Die Füße aus Messing bedeuten das natürliche Göttlich-Gute, siehe dazu Kommentar zu Vers 1.15.[104]
- 2.19 Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine Geduld und weiß, dass du je länger je mehr tust.
"Ich kenne deine Werke", bedeutet, dass der Herr all ihr Inneres und Äußeres zugleich sehen kann, siehe dazu Kommentar zu Vers 2.2.[105] Die Liebtätigkeit und der Dienst bedeuten die geistige Neigung, welche Liebtätigkeit heißt, und ihre Wirksamkeit. Der Glaube bedeutet die Wahrheit, denn das Wahre ist Sache des Glaubens, das Dulden bezeichnet den Eifer und die Mühe, sich die Wahrheit zu erwerben und sie zu lehren.[106] Dass sie je länger je mehr tun bedeutet ihr Wachstum durch die geistige Neigung zum Wahren, welche die Liebtätigkeit ist. Dieses Wachstum findet statt, wenn der Liebtätigkeit die erste und dem Glauben die zweite Stelle eingeräumt wird, denn die Liebtätigkeit ist eine geistige Neigung, das Gute zu tun und aus ihr geht die geistige Neigung, das Wahre zu wissen, hervor. Das Gute erhält Nahrung durch das Wahre, weswegen die, welche in der echten Liebtätigkeit sind, in beständigem Wachstum in Ansehung des Wahren stehen.[107]
- 2.20 Aber ich habe gegen dich, dass du Isebel duldest, diese Frau, die sagt, sie sei eine Prophetin, und lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen.
Unter Isebel wird der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube verstanden. Isebel diente dem Baal, baute ihm Altäre und legte ihm Haine an, was soviel wie Begierden aller Art bedeutet, oder was dasselbe ist, dem Teufel frönen, und sich aus keiner bösen Begierde und aus keiner Sünde ein Gewissen machen, wie diejenigen tun, welche keine Lehre der Liebtätigkeit und des Lebens, sondern eine Lehre des bloßen Glaubens haben. Sie tötete die Propheten, was bedeutet, das Wahre der Lehre aus dem Wort zerstören. Sie wollte den Elias töten, was bedeutet, das Wort selbst vernichten wollen. Sie nahm dem Naboth den Weinberg und tötete ihn, was bedeutet, dasselbe mit der Kirche tun. Durch die Hunde, die sie auffressen sollten, werden die Begierden bezeichnet. Durch das Herabwerfen der Isebel vom Fenster, das Sprengen des Blutes an die Wand und das Zertretenwerden durch die Rosse wird der Untergang derselben bezeichnet. Das Fenster bezeichnet das Wahre im Licht, das Blut das Falsche, die Wand das Wahre im Letzten, das Ross die Einsicht in das Wort.[108] Isebel gibt sich als Prophetin aus, bedeutet auch die, welche diesen Glauben zur alleinigen Lehre der Kirche machen und ihre ganze Theologie darauf gründen, denn durch den Propheten wird im Wort die Lehre der Kirche bezeichnet. In der protestantischen christlichen Kirche ist der bloße Glaube als Heilmittel angenommen und daher alle Werke der Liebtätigkeit als nicht seligmachend vom Glauben getrennt worden. Daher ist die Theologie nun jener Glaube, die Isebel.[109] Die Knechte des Herrn lehren und verführen, heißt diejenigen, welche aus dem Wort im Wahren unterrichtet werden können und wollen; Hurerei zu treiben, dass das Wahre des Wortes verfälscht wird,[110] Götzenopfer essen, die daraus entspringende Verunreinigung des Gottesdienstes und die Entweihung. Wer das Gute schändet, eignet sich das Unreine an, und verunreinigt und entweiht dadurch den Gottesdienst.[111]
- 2.21 Und ich habe ihr Zeit gegeben, Buße zu tun, und sie will sich nicht bekehren von ihrer Hurerei.
Dies bedeutet, dass die, die sich in der Lehre des bloßen Glaubens bestärkt haben, nicht mehr davon ablassen, obwohl sie das Gegenteil im Wort sehen, wo an tausend Stellen gesagt wird, dass man das Böse fliehen und das Gute tun soll, dass die, welche Gutes tun, in den Himmel, die aber das Böse tun, in die Hölle kommen, und dass der Glaube ohne Werke tot und teuflisch sei. Durch das Ablassen der Hurerei wird hier das Ablassen von der Verfälschung des Wortes bezeichnet. Zwar ist im Wort auch eine Lehre des Glaubens, aber keine solchen Glaubens, sondern eine Glaubens der Liebe, denn das ganze Wort ist nichts als die Lehre der Liebe zum Herrn und der Liebe zum Nächsten.[112]
- 2.22 Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die mit ihr die Ehe gebrochen haben in große Trübsal, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken,
Das Bett bedeutet die Lehre, die sich jeder aus dem Wort oder aus der eigenen Einsicht erwirbt, denn wie der Leib in seinem Bett liegt, so der Geist in seiner Lehre. Durch die, welche Ehebruch treiben, wird die Verfälschung des Wahren bezeichnet, durch die Trübsal werden die Anfeindungen vonseiten des Falschen angedeutet.[113]
- 2.23 und ihre Kinder will ich mit dem Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht, und ich werde geben einem jeden von euch nach euren Werken.
Durch Söhne (Kinder) wird im Wort das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bezeichnet, weswegen "die Söhne töten" bedeutet: das Wahre in Falsches verkehren, denn so geht es zugrunde. Ihre Söhne töten bedeutet auch ihr Falsches verdammen.[114]
Durch die sieben Gemeinden wird die ganze Kirche bezeichnet. Die Nieren und Herzen erforschen, bedeutet alles, was der Mensch glaubt und liebt, sehen, also wie sein Wahres und Gutes beschaffen ist. Dies beruht auf Entsprechung: Wie die Nieren und das Herz das Blut reinigen, so das Wahre des Glaubens den Menschen von dem Falschen, und das Gute der Liebe von dem Bösen. Daher kommt es, dass die Alten die Liebe und ihre Neigungen in das Herz setzten, und die Einsicht mit ihren Wahrnehmungen in die Nieren.[115] Jedem nach seinen Werken vergelten, bedeutet, dass Er jedem gebe nach seiner Liebtätigkeit und seinem Glauben, welche sich in Werken zeigen.[116]
- 2.24 Euch aber sage ich, den andern in Thyatira, die solche Lehre nicht haben und nicht erkannt haben die Tiefen des Satans, wie sie sagen: Ich will nicht noch eine Last auf euch werfen;
Unter dem Satan wird die Hölle aus denen, welche im Falschen sind, und im Allgemeinen das Falsche verstanden. Durch seine Tiefen wird das Innere der von der Liebtätigkeit getrennten Lehre bezeichnet, welches bloß falsch ist. Die Tiefen und das Innere dieser Lehre sind das, was in ihren Büchern und in den Vorlesungen auf den Hochschulen und von da in den Predigten vorgetragen wird. Hauptsächlich die Geistlichen wissen die Geheimnisse dieser Lehre, nicht aber die Laien, weswegen hauptsächlich diese unter denen verstanden werden, welche die Tiefen nicht erkannt haben.[117] "Ich lege euch keine andere Last auf", bedeutet, bloß, damit sie sich vor ihnen hüten, denn sie bestärken sich in ihrem Falschen durch Vernunftschlüsse aus dem natürlichen Menschen und durch einiges aus dem Wort, das sie verfälschen. Durch dieses können sie verführen. Sie sind wie Schlangen im Gras, welche die Vorübergehenden beißen, oder wie verborgenes Gift, welches die Unwissenden tötet.[118]
- 2.25 doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme.
Sie sollen das Wenige, was sie von der Liebtätigkeit und dem aus ihr stammenden Glauben aus dem Wort wissen, behalten und danach leben, bis der Neue Himmel und die Neue Kirche entsteht, welche die Ankunft des Herrn sind. Diese und keine anderen nehmen das auf, was die Lehre des Neuen Jerusalems vom Herrn und von der Liebtätigkeit lehrt.[119]
- 2.26 Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden,
"Wer überwindet, und an Meinen Werken bis ans Ende festhält", bedeutet die, welche gegen das Böse und Falsche kämpfen und umgebildet werden, und wirklich in der Liebtätigkeit und dem Glauben aus ihr sind und bis ans Ende des Lebens darin bleiben.[120] Unter den Heiden werden im Wort die, welche im Guten, und im entgegengesetzten Sinn die, welche im Bösen sind, verstanden, im Allgemeinen das Gute und Böse. Daher bedeutet "dem will ich Macht beben über die Heiden", dass sie das Böse, das aus der Hölle ist, bei sich überwinden.[121]
- 2.27 und er soll sie weiden mit eisernem Stabe, und wie die Gefäße eines Töpfers soll er sie zerschmeißen,
Durch die Rute oder den Stab wird im Wort die Macht, und durch das Eisen das natürliche Wahre, mithin der natürliche Sinn des Wortes und zugleich das natürliche Licht des Menschen bezeichnet, auf welchen beiden die Macht des Wahren beruht. Das Göttlich-Wahre im natürlichen Sinn des Wortes, dem buchstäblichen Sinn, ist in seiner Macht, weil der Sinn des Buchstabens die Grundlage, Hülle und Stütze seines geistigen Sinnes ist. Alle Macht beruht auf dem Letzten, welches das Natürliche heißt. Daher bedeutet "er soll sie regieren mit einer eisernen Rute", durch das Wahre aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes und zugleich durch die Vernunftwahrheiten aus dem natürlichen Licht.[122] Durch das Töpfergeschirr wird das bezeichnet, was aus der eigenen Einsicht hervorgeht, was falsch und an sich nichts ist, daher Geringes und Nichtswürdiges.[123]
- 2.28 wie auch ich Macht empfangen habe von meinem Vater; und ich will ihm geben den Morgenstern.
Der Herr sagte, dass der Vater in Ihm, und Er im Vater sei, daher bedeutet "wie auch Ich es empfangen habe von Meinem Vater", dass sie dies vom Herrn haben werden, der, als Er in der Welt war, aus Seinem Göttlichen, das in Ihm war, Sich alle Gewalt über die Höllen erwarb.[124]
Sterne bedeuten die Kenntnisse des Wahren und Guten, und weil durch sie Einsicht und Weisheit kommt, so werden diese durch den Morgenstern bezeichnet. Der Morgenstern wird genannt, weil ihnen die Einsicht und Weisheit vom Herrn gegeben werden soll, wenn Er kommen wird, um die Neue Kirche zu gründen, und weil durch den Morgen oder die Frühe die Ankunft des Herrn bezeichnet wird, mit welcher die Neue Kirche entsteht.[125]
- 2.29 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Wer es einsieht, soll befolgen, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche gehören werden. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.7.[126]
Drittes Kapitel
- 3.1 Und dem Engel der Gemeinde in "Sardes" schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.
Mit der Gemeinde in Sardes sind jene gemeint, welche einen toten Gottesdienst haben. Damit ist ein Gottesdienst gemeint, der vom Guten der Liebtätigkeit und vom Wahren des Glaubens entlößt ist - man geht lediglich in die Kirche, hört die Predigt an, geht zum heiligen Abendmahl, liest das Wort und geistige Bücher, spricht von Gott, dem Himmel und der Hölle, vom Leben nach dem Tod, und besonders von der Gottseligkeit, betet morgens und abends, verlangt aber nicht das Wahre des Glaubens zu wissen und will das Gute der Liebtätigkeit nicht tun, weil man glaubt, das Heil komme durch den bloßen Gottesdienst.[127]
"So spricht, der die sieben Geister Gottes und die sieben Stern hat", bedeutet den Herrn, aus dem alle Wahrheiten und Erkenntnisse des Guten und Wahren kommen. Unter den sieben Geister Gottes wird das vom Herrn ausgehende Göttlich-Wahre oder die göttliche Wahrheit verstanden, unter den sieben Sternen alle Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort, durch welche die Kirche im Himmel besteht. Sie werden hier vom Herrn genannt, weil es um den toten und lebendigen Gottesdienst geht, und der Gottesdienst durch das Wahrn und durch das Leben nach ihm lebt.[128] Zu "Ich kenne deine Werke" siehe Kommentar zu Vers 2.2.
Den Namen haben, bedeutet, so erscheinen und dafür gehalten werden, hier, dass sie lebendig seien, da so doch tot sind, denn das geistige Leben, welches das eigentliche Leben ist, ist keine Sache des bloßen Gottesdienstes, sondern ist inwendig im Gottesdienst, und inwendig wird das Göttlich-Wahre aus dem Wort sein, und wenn der Mensch nach diesem lebt, so ist Leben im Gottesdienst. Das Äußere erhält seine Beschaffenheit vom Inneren, und das Innere des Gottesdienstes ist das Wahre des Lebens.[129]
- 3.2 Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.
Wachen bedeutet, dass sie im Wahren und im Leben nach ihm sein sollen. Wer das Wahre erlernt, und nach ihm lebt, ist wie der, welche vom Schlaf erweckt und wach wird. Wer nicht im Wahren, sondern bloß im (äußerlichen) Gottesdienst ist, ist wie der, welcher schläft und träumt.[130] Der tote Gottesdienst ist der äußeren Form nach dem lebendigen ganz ähnlich, denn die, welche im Wahren sind, tun dasselbe: Sie hören die Predigten an, gehen zum Abendmahl, beten auf den Knien morgens und abends und tun auch das übrige, was zum gemeinschaftlichen und feierlichen Gottesdienst gehört. Die im toten Gottesdienst sind, bedürfen nichts weiter, als dass sie die Wahrheiten lernen und nach ihnen leben. So wird das Übrige, das sterben will, gestärkt.[131]
Unter den Werken wird das Innere und Äußere verstanden. Sie heißen voll vor Gott, wenn sie mit dem Herrn verbunden sind. Der tote, bloß äußerliche Gottesdienst bewirkt zwar eine Gegenwart des Herrn, aber keine Verbindung. Lebt im äußeren Gottesdienst aber das Innere, dann bewirkt er eine Gegenwart und Verbindung, denn eine Verbindung des Herrn findet mit demjenigen beim Menschen statt, was vom Herrn ist, und dieses ist das Wahre aus dem Guten. Ist dieses nicht im Gottesdienst, so sind die Werke nicht voll vor Gott, sondern leer.[132]
- 3.3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
"Gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast", bedeutet, dass sie bedenken sollen, dass jeder Gottesdienst anfänglich natürlich ist, und nachher durch das Wahre aus dem Wort und das Leben nach ihm geistig wird.[133] Halten und sich bekehren (Buße tun), bedeutet, sie sollen aufmerken und ihren toten Gottesdienst beleben.[134] Wenn sie nicht wachen werden, bedeutet, wenn sie nicht im Wahren und in einem ihm gemäßen Leben seien.[135] Dass der Herr wie ein Dieb kommen werde, heißt so, weil dem Menschen, der im toten Gottesdienst ist, das äußerlich Gute des Gottesdienstes genommen wird, denn im toten Gottesdienst ist etwas Gutes, weil sie an Gott und das ewige Leben denken; gleichwohl aber ist das Gute ohne sein Wahres kein Gutes außer etwas verdienstliches oder heuchlerisches, sondern das Böse und Falsche nimmt es weg, wie ein Dieb. Dies geschieht in der Welt nach und nach, und vollends nach dem Tod. Zwar wird dem Herrn zugeschrieben, dass Er kommen werde wie ein Dieb, im geistigen Sinn wird aber darunter verstanden, dass die Hölle es wegnehmen und stehlen werde. Es verhält sich hiermit so, wie mit dem, dass es im Wort heißt, dass Gott dem Menschen Böses tue, ihn verwüste, sich räche, erbrenne, in Versuchung führe, da doch die Hölle es tut. Das heißt so, weil es vor dem Menschen so erscheint. Weil die Wegnahme des Guten und Wahren von denen, welche einen toten Gottesdienst haben, wie durch einen Dieb im Finstern geschieht, so wird dies im Wort einige Male mit einem Dieb verglichen, z.B. in Off 16.15 Matth 6.19-20 Matth 24.42-43 Obad 5.5 Joel 2.9 Hos 7.1 [136]
- 3.4 Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert.
Dies bedeutet, dass es in Sardes auch einige gibt, welche in ihrem Gottesdienst Leben haben.[137] Durch die Kleider wird im Wort das Wahre, welches das Gute bekleidet und im entgegengesetzten Sinn das Falsche verstanden, welches das Böse bekleidet. Ihre Kleider nicht beflecken, bedeutet: im Wahren sein und durch das Böse des Lebens und das Falsche aus ihm den Gottesdienst nicht verunreinigen.[138]
Weiße Kleider bedeuten das Wahre, wandeln bedeutet leben, mit Gott wandeln bedeutet: aus Ihm leben. Die, welche im Wahren aus dem Herrn sind, heißen, weil sie mit Ihm verbunden sind, würdig, denn alle Würde in der geistigen Welt gründet auf die Verbindung mit dem Herrn. Mit dem Herrn in weißen Kleidern einhergehen heißt, dass sie mit Ihm in seinem geistigen Reich leben werden, weil sie im Wahren aus Ihm sind. Der Himmel ist in das himmlische und geistige Reich eingeteilt. Im geistigen Reich sind jene, welche im Wahren der Weisheit aus dem Herrn sind.[139]
- 3.5 Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
Überwinder bedeutet jener, der umgebildet wird. Mit weißen Kleidern angetan werden, bedeutet, durch das Wahre geistlich werden, siehe dazu Kommentar zu Vers 3.4.[140] Den Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens bedeutet das Seligwerden.[141] Den Namen bekennen heißt, jemandes Beschaffenheit anerkennen, oder anerkennen, dass es so oder so sei. Unter dem Vater wird das Göttlich-Gute und unter den Engeln das Göttlich-Wahre verstanden, beides vom Herrn. Den Namen vor dem Vater bekennen, bedeutet, dass sie unter diejenigen aufgenommen werden sollen, welche im Göttlich-Guten aus dem Herrn sind. Dass unter den Engeln die, welche im Göttlich-Wahren aus dem Herrn sind, verstanden werden, und im Allgemeinen das Göttlich-Wahre, beruht darauf, dass die Engel diejenigen sind, welche das Göttlich-Gute im Göttlich-Wahren aufnehmen, das vom Herrn bei ihnen ist.[142]
- 3.6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Wer dies einsieht, soll befolgen, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche gehören werden.[143]
- 3.7 Und dem Engel der Gemeinde in "Philadelphia" schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf:
Unter der Gemeinde in Philadelphia werden jene verstanden, welche im Wahren aus dem Guten des Herrn sind.[144] Der "Heilig-Wahre" ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Wahren. Der Heilige Geist ist dieser Heilige Wahre.[145] Unter David wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Wahren verstanden. Durch Schlüssel wird die Macht zu öffnen und zu verschließen bezeichnet. Der Schlüssel bedeutet die Allmacht des Herrn über Himmel und Hölle. Öffnen, so dass niemand zuschließen kann, und zuschließen, so dass niemand öffnen kann, bedeutet: aus der Hölle herausführen und in den Himmel einführen, also selig machen. Allein der Herr hat die Allmacht, selig zu machen.[146]
- 3.8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
Ich kenne deine Werke, bedeutet, dass der Herr all ihr Inneres und Äußeres zugleich sehe.[147] Durch die geöffnete Pforte wird die Einlassung bezeichnet. Der Herr öffnet den Himmel jenen, welche im Wahren aus dem Guten des Herrn sind. Diese werden unter der Gemeinde von Philadelphia verstanden. Weil der Herr allein öffnet und verschließt, vermag die Hölle nichts gegen sie, daher heißt es, niemand kann sie zuschließen.[148]
Die im Wahren aus dem Guten vom Herrn sind, wissen, dass sie keine Macht gegen das Böse und Falsche, also gegen die Hölle aus sich haben. Sie wissen auch, dass sie nicht aus eigener Macht aus sich das Gute tun, noch sich selbst in den Himmel einführen können, sondern dass alle Macht dem Herrn gehört, und so ihnen vom Herrn. Soweit sie im Wahren aus dem Guten sind, so weit sind sie in der Macht aus dem Herrn, welche ihnen als die ihrige erscheint. Dies ist die Bedeutung von "weil du geringe Macht hast."[149]
"Du hast mein Wort beobachtet", bedeutet, weil sie nach den Geboten des Herrn in Seinem Wort leben.[150] "Du hast Meinen Namen nicht verleugnet", bedeutet, dass sie im Dienst des Herrn seien. Der Name Jehovas oder des Herrn im Wort bedeutet alles, wodurch Er verehrt wird, also alles in der kirchlichen Lehre, und im allgemeinen alles in der Religion.[151]
- 3.9 Siehe, ich werde schicken einige aus der Synagoge des Satans, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.
Unter denen, die aus Satans Schule geschickt werden, werden jene verstanden, welche im Falschen in Ansehung der Lehre sind, siehe dazu Kommentar zu Vers 2.9.[152] Unter den Juden werden hier jene verstanden, welche zur Kirche gehören, denn bei ihnen war die Kirche errichtet. Daher bedeutet "sie sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern lügen", dass sie sagen, dass bei ihnen die Kirche sei, obwohl bei ihnen keine Kirche ist.[153] "Ich will machen, dass sie kommen und zu deinen Füßen anbeten", bedeutet, dass die, welche im Falschen in Ansehung der Lehre sind, wenn sie nur nicht im Falschen aus dem Bösen sind, das Wahre der Kirche annehmen und anerkennen werden. Diese sind im Falschen der Lehre nach, dem Leben nach aber im Guten. Sie anerkennen das Wahre und nehmen es an, sobald sie es hören, weil das Gute das Wahre liebt, und das Wahre aus dem Guten das Falsche verwirft. Die Aufnahme und Anerkennung des Wahren wird durch kommen und anbeten zu den Füßen bezeichnet; nicht zu ihren Füßen, sondern zu den Füßen des Herrn, von dem sie Wahres aus dem Guten haben.[154] "Wissen, dass Ich dich geliebt habe", bedeutet, dass sie sehen werden, dass die welche im Wahren aus dem Guten sind, vom Herrn geliebt und in den Himmel aufgenommen werden.[155]
- 3.10 Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen.
Durch das Dulden wird der geistige Kampf, die Versuchung, bezeichnet. Der geistige Kampf, welcher eine Versuchung ist, heißt Wort des Duldens oder der Geduld des Herrn, weil der Herr in den Versuchungen für den Menschen kämpft, und zwar durch das Wahre aus Seinem Wort. Daher bedeutet "weil du das Wort Meines Duldens gehalten hast", weil sie gegen das Böse gekämpft und dann das Falsche verworfen haben.[156] Die Bewahrung vor der Stunde der Versuchung über den ganzen Erdkreis und die Prüfung derer, die auf Erden wohnen, bedeutet, dass sie am Tag des Jüngsten Gerichtes geschützt und erhalten werden sollen. Die in dieses Gericht kommen, geraten in eine Versuchung und werden ihrer Beschaffenheit nach geprüft. Jene, welche innerlich böse waren, werden verworfen, die aber innerlich gut waren, selig. Und innerlich gut waren die, welche im Wahren aus dem Guten vom Herrn waren.[157]
- 3.11 Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!
"Siehe, ich komme bald" bedeutet die Ankunft des Herrn, weil unter den vorhergehenden Worten das Jüngste Gericht verstanden wird, und das Jüngste Gericht auch die Ankunft des Herrn heißt. Mt 24.3 Es wird unter "siehe, ich komme bald" auch die Neue Kirche verstanden, weil nach dem Jüngsten Gericht vom Herrn wieder eine Kirche hergestellt wird.[158] "Behalte, was du hast" bedeutet, dass sie inzwischen in ihrem Wahren und in ihrem Guten verbleiben sollen. Die Krone bezeichnet die Weisheit. Sie sollen im Wahren und Guten verbleiben, damit ihre Weisheit, aus welcher ewige Glückseligkeit kommt, nicht zugrunde gehe.[159]
- 3.12 Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.
"Wer überwindet" bedeuten die im Wahren aus dem Guten vom Herrn beharren.[160] Durch den Tempel wird die Kirche bezeichnet, und durch den Tempel Meines Gottes die Kirche des Herrn im Himmel. Der Tempel bezeichnet den Herrn, die Kirche im Himmel und die Kirche in der Welt. Diese drei machen eins aus und können nicht getrennt werden. Man kann nicht eines ohne das andere verstehen. Hier wird unter dem Tempel die Kirche im Himmel verstanden, weil von der Kirche in der Welt in der Folge die Rede ist. Durch die Säule wird das, was die Kirche erhält und befestigt bezeichnet; und dieses ist das Göttlich-Wahre des Wortes. "Den will ich zur Säule in Meines Gottes Tempel machen" bedeutet, dass das Wahre aus dem Guten vom Herrn, bei welchen es ist, die Kirche des Herrn im Himmel erhalte.[161] "Und er soll nicht mehr hinausgehen", bedeutet, dass sie ewig in demselben bleiben sollen.[162]
Auf jemanden etwas schreiben, bedeutet, es ihm so einzuschreiben, dass es wie das Seine in ihm ist. Der Namen Meines Gottes bedeutet das Göttlich-Wahre. "Und ich will auf ihn schreien den Namen Meines Gottes", bedeutet, dass das Göttlich-Wahre ihren Herzen eingeschrieben sein soll.[163] Durch das Neue Jerusalem wird die Neue Kirche bezeichnet, und wenn sie eine Stadt heißt, bedeutet sie die Neue Kirche in Ansehung der Lehre. Den Namen der Stadt Meines Gottes, des Neuen Jerusalem, auf ihn zu schreiben, bedeutet daher, dass die Lehre der Neuen Kirche ihnen eingeschrieben sein soll.[164] "Welche aus dem Himmel von Meinem Gott herabkommt", bedeutet, welche aus dem Göttlich-Wahren des Herrn sein wird, wie es im Himmel ist.[165] Durch den Namen des Herrn wird alles, wodurch Er verehrt wird, bezeichnet, hier also der ausschließliche Dienst des Herrn nebst dem Neuen, das in der vorigen Kirche nicht war. Dass in der Neuen Kirche ein Dienst des alleinigen Herrn sei, geht aus Off 21.8-10 hervor. Dass Neues in dieser Kirche sei, erhellt aus Off 21.5. Daher bedeutet "und Meinen neuen Namen" die ausschließliche Verehrung des Herrn mit dem Neuen, das in der früheren Kirche nicht war.[166]
- 3.13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Dies bedeutet, dass wer Einsicht hat, befolgen soll, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche, welche das Neue Jerusalem ist, gehören werden.[167]
- 3.14 Und dem Engel der Gemeinde in "Laodizea" schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
"Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe", bedeutet an die und über die in der Kirche, welche bald aus sich und bald aus dem Wort glauben und so das Heilige entweihen. Es gibt in der Kirche, welche die glauben und nicht glauben. Sie glauben beispielsweise, dass ein Gott sei, dass das Wort heilig sei, dass es ein ewiges Leben gebe, und dergleichen, was zur Kirche und ihrer Lehre gehört, und glauben es doch nicht. Sie glauben es, wenn sie in ihrem Sinnlich-Natürlichen sind, glauben es aber nicht, wenn sie in ihrem Vernünftig-Natürlichen sind. Sie glauben also, wenn sie im Äußeren, in der Gesellschaft und im Gespräch mit anderen sind, glauben es aber nicht, wenn sie im Inneren, nicht im Gespräch mit anderen, sondern im Gespräch mit sich sind. Von diesen heißt es, dass sie weder kalt noch warm seien und ausgespien werden sollen.[168]
Amen bedeutet die göttliche Beteuerung bei der Wahrheit selbst, welche der Herr ist; der treue und wahre Zeuge, wenn vom Herrn die Rede ist, ist die göttliche Wahrheit. "So spricht Amen, der treue und wahre Zeuge", bedeutet der Herr in Ansehung des Wortes, welches das Göttlich-Wahre aus Ihm ist.[169] Der Anfang der Schöpfung bedeutet das Wort, siehe dazu Johannes Evangelium (Geistiger Sinn)[170]
- 3.15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!
"Ich kenne deine Werke" bedeutet, dass der Herr all ihr Inneres und Äußeres zugleich sehe. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.2.[171]
Weder kalt noch warm sein, heißt die Heiligkeit des Wortes bei sich leugnen und bald anerkennen, denn sie sind wider das Wort und auch für das Wort. Ebenso sind sie in Beziehung auf Gott; bald leugnen sie Ihn, bald nehmen sie Ihn an. Ebenso in Beziehung auf alles, was die Kirche betrifft; sie sind bald bei denen, die in der Hölle, bald bei denen, die im Himmel sind. So werden die, welche sich dafür, dass ein Gott, ein Himmel und eine Hölle und ein ewiges Leben sei, bestärkt hatten und nachher wieder abfallen. Wenn bei ihnen die frühere Bestärkung zurückkehrt, so nehmen sie es an, wenn sie aber nicht zurückkehrt, so leugnen sie es. Dass sie wieder abfallen, kommt daher, weil sie nachher bloß an sich und an ihre Welt denken, immer darauf ausgehend, über andere hervorzuragen, wodurch sie dann sich in ihr Eigenes versenken. So verschlingt sie die Hölle.[172] Es wäre besser für sie, das Heilige des Wortes und der Kirche entweder von Herzen zu leugnen, oder von Herzen anzunehmen.[173]
- 3.16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
Das Ausspeien bedeutet, dass sie vom Herrn getrennt werden, nicht im Himmel, nicht in der Hölle, sondern an einem abgesonderten Ort, wo sie, des menschlichen Lebens beraubt, bloßen Phantasien überlassen sind. Sie haben das Wahre mit Falschem und das Gute mit Bösem, das Heilige mit Unheiligem so vermischt, dass es nicht mehr getrennt werden kann. Weil der Mensch dann nicht mehr zubereitet werden kann, um entweder im Himmel oder in der Hölle zu sein, so wird seinem Leben alles Vernünftige entzogen und es bleibt nur das Letzte des Lebens zurück, welches, vom Inneren des Lebens getrennt, bloß aus Phantasien besteht.[174]
- 3.17 Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.
Reich sein und die Fülle haben, bedeutet hier nichts anderes, als das, was die Kirche und den Himmel betrifft, das Geistliche und Theologische, vollständig wissen und verstehen, die geistigen Reichtümer. Die aus sich, und nicht aus dem Herrn durch das Wort glauben, glauben auch, sie wissen und verstehen alles und brauchen nichts. Die Ursache ist, weil ihr geistliches Gemüt verschlossen und bloß ihr natürliches Gemüt geöffnet ist, und dieses Gemüt ohne geistiges Licht nicht anders sieht. Sie wissen nicht, dass sie unglückselig sind, dass alles, was sie vom Wahren und Guten der Kirche wissen und denken, gar nicht zusammenhängt, und dass es schlecht verbundenes Gemäuer ist, denn ihr Denken über Dinge der Kirche hat keinen Zusammenhang. Was sie mit der einen Hand bauen, reißen sie mit der anderen wieder ein, indem sie Gott, den Himmel, das ewige Leben, die Heiligkeit des Wortes bald anerkennen, bald leugnen. Elend und arm bedeutet, dass sie ohne Wahres und Gutes seien. Unter den Blinden werden im Wort die verstanden, welche ohne Wahres sind, entweder weil es überhaupt in der Kirche fehlt und so aus Unwissenheit, oder weil sie es nicht verstehen. Unter den Bloßen werden die verstanden, welche darum ohne Gutes sind; denn alles geistig Gute wird durch das Wahre erworben.[175]
- 3.18 Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.
Kaufen bedeutet sich erwerben; von Mir, bedeutet vom Herrn durch das Wort; das Gold bedeutet das Gute der himmlischen Liebe; reich werden bedeutet einsehen und weise werden. Die Kleider und das Weiße bedeuten das Wahre, welches das Gute kleidet. Weiße Kleider bedeuten daher das echte Wahre der Weisheit, weil das im Feuer erprobte Gold das Gute der himmlischen Liebe bedeutet, und das Wahre dieser Liebe das echte Wahre der Weisheit ist. Die Zeugungsglieder beiderlei Geschlechts korrespondieren mit der himmlischen Liebe, welche die Liebe des dritten oder innersten Himmels ist. Da der Mensch von seinen Eltern her in die dieser Liebe entgegengesetzten Neigungen geboren wird, so ist offenbar, dass, sofern er sich nicht vom Herrn das Gute der Liebe und das Wahre der Weisheit erwirbt, in einer entgegengesetzten, unheiligen Liebe, erscheinen wird. Dies wird durch seine Blöße bedecken und seine Scham aufdecken bezeichnet; das Gute der himmlischen Liebe soll nicht entweiht und geschändet werden.[176] Durch die Augen wird der Verstand, und durch das Sehen der Augen die Einsicht und Weisheit bezeichnet. "Salbe deine Augen mit Augensalbe" bedeutet, den Verstand heilen, damit er das Wahre sehe und weise sei, damit das echte Wahre des Wortes oder der Weisheit nicht entweiht, geschändet, oder verfälscht wird.[177]
- 3.19 Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!
Unter allen, die der Herr liebt, werden jene verstanden, welche im Feuer erprobtes Gold vom Herrn kaufen, und die Augen mit Augensalbe salben, damit sie sehen. Unter Strafen und Züchtigen wird die Versuchung hinsichtlich des Falschen und Bösen verstanden. Die, von denen hier die Rede ist, müssen notwendig in Versuchungen kommen, weil sonst die Leugnung und die Bestärkung wider das Göttlich-Wahre nicht ausgerottet werden kann. Die Versuchungen sind geistige Kämpfe gegen das Falsche und Böse bei sich, also gegen sich.[178]
Es heißt hier, sei eifrig, weil im 15. Vers gesagt worden ist: Wärest du doch kalt oder warm! Er soll warm sein, denn der Eifer ist eine geistige Wärme, und die geistige Wärme ist eine Neigung der Liebe, hier die Liebe zum Wahren, und wer aus der Neigung der Liebe zum Wahren wirkt, der wirkt auch aus Abscheu vor dem Falschen, was hier durch "bekehre dich" (Buße tun) bezeichnet wird.[179]
- 3.20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.
"Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an", bedeutet, dass der Herr jedem im Wort gegenwärtig sei, und in ihm darauf dringe, Ihn aufzunehmen, und auch lehre. Vgl. Luk 12.36 Die Stimme hören, heißt dem Wort glauben, denn das Göttlich-Wahre des Wortes ist die Stimme Jehovas. Die Tür auftun, heißt nach ihm leben, vgl. Joh 14.21-24. Der Mensch muss die Türe wie von sich öffnen, indem er das Böse als Sünde flieht und das Gute tut. Eingehen und das Abendmahl mit ihm halten, bedeutet sich mit ihm verbinden. Damit eine Verbindung entstehe, muss etwas Wechselseitiges da sein, daher heißt es auch: und er mit Mir.[180]
- 3.21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.
Überwinder ist der mit dem Herrn durch ein Seinen Geboten im Wort gemäßes Leben in Verbindung steht, dies wird aus dem obigen Vers klar. Der Thron des Herrn ist im Himmel, und mit dem Herrn auf Seinem Thron sitzen, bedeutet daher, die Verbindung desselben mit Ihm im Himmel.[181] Der Vater und der Herr sind eins; der Himmel ist Himmel nicht durch das Eigene der Engel, sondern durch das Göttliche des Herrn, das in den Engeln und bei ihnen ist. Daher bedeutet "wie Ich mit dem Vater auf Seinem Throne sitze" wie Er und der Vater eins und der Himmel sind. Der Thron ist der Himmel. "Wie Ich überwunden habe", bedeutet, dass Er durch Versuchungen, die Er gegen Sein Menschliches zugelassen und durch die letzte derselben, das Leiden am Kreuz, sowie durch die Erfüllung des Wortes, die Höllen überwunden und Sein Menschliches verherrlicht hat, das heißt, es mit Seinem Göttlichen, das von der Empfängnis her in Ihm war und Jehova der Vater heißt, vereinigt hat. Der Endzweck der Vereinigung des Herrn mit dem Vater besteht darin, dass der Mensch mit dem Göttlichen, das der Vater heißt, im Herrn verbunden werden könnte, weil es unmöglich ist, den Menschen mit dem Göttlichen des Vaters unmittelbar zu verbinden, sondern nur mittelbar durch Sein Göttlich-Menschliches, welches das Göttlich-Natürliche ist. Joh 1.18 Joh 14.6[182]
- 3.22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Wer Einsicht hat, soll befolgen, was das Göttlich-Wahre des Wortes diejenigen lehrt, die zur Neuen Kirche, welche das Neue Jerusalem ist, gehören werden.[183]
Viertes Kapitel
Dieses Kapitel behandelt die vom Herrn geschehene Anordnung der Himmel zum Letzten Gericht, das nach Seinem Göttlich-Wahren im Wort gehalten werden soll.[184]
Vor dem Thron Gottes
- 4.1 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll.
Durch die geöffnete Tür wird, wenn vom Himmel die Rede ist, die Einlassung bezeichnet, hier auch die Offenbarung, denn er sagt "ich sah, und siehe", und weil dann das gesehen wurde, was in diesem Kapitel vorkommt.[185] Die vom Himmel her gehörte Stimme bedeutet das einfließende Göttlich-Wahre, ist also ein göttlicher Einfluss. Durch "steig herauf" wird die Erhebung des Geistes bezeichnet; je höher man in der geistigen Welt steigt, in ein desto reineres Licht kommt man, durch das der Verstand stufenweise geöffnet, das heißt, der Geist gehoben wird, weswegen dann auch folgt, dass er im Geist gewesen sei, also in den geistigen Zustand versetzt worden sei, im welchem das, was im Himmel ist, deutlich erscheint. Dass die Stimme wie ein Posaunenton gehört worden ist, kommt daher, weil von der Anordnung der Himmel zum Jüngsten Gericht gehandelt wird, und Stimmen wie Posaunentöne im Himmel gehört werden, wenn Zusammenberufungen und Anordnungen statt haben.[186] "Ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss", bedeutet die Offenbarung von den künftigen Dingen vor, mit und nach dem Jüngsten Gericht.[187]
- 4.2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.
Im Geist sein bedeutet, durch göttlichen Einfluss in den geistigen Zustand versetzt werden, dann auch, was der geistige Zustand und wie er beschaffen sei, und dass der Mensch in diesem Zustand die in der geistigen Welt befindlichen Dinge ebenso deutlich sehe, wie im natürlichen Zustand des Körpers die in der Welt vorhandenen Dinge.[188] Der Thron bedeutet den Himmel und auch, wie hier, das Gericht.[189] Dass der Herr auf dem Thron saß, ergibt sich aus dem Folgenden und aus Mt 25.31-33, Joh 5.22-27 und aus anderen Stellen.[190]
- 4.3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.
Der Stein bedeutet im Wort das Wahre im Letzten, und der kostbare Stein das durch das Gute durchsichtige Wahre. Der Jaspis bezeichnet das zum Wahren der Weisheit Gehörige, weil er weiß ist, und der Sarder, weil er rot ist, das zum Guten der Liebe Gehörige.[191] In der geistigen Welt erscheinen mehrere Gattungen von Farbenbogen, es erscheinen bunte wie auf Erden, und auch einfarbige. Hier ein einfarbiger, weil es heißt: wie Smaragd. Diese Erscheinung umgab den Herrn, denn es heißt: um den Thron. Dies bedeutet auch: im Engelshimmel. Die göttliche Sphäre, welche den Herrn umgibt, ist aus Seiner göttlichen Liebe und zugleich aus Seiner göttlichen Weisheit. Wenn sie im Himmel vorgebildet wird, so erscheint sie im himmlischen Reich ins Rote spielend, wie ein Rubin, im geistigen Reich ins Blaue spielend, wie ein Lasur, und im natürlichen Reich ins Grüne spielend, wie ein Smaragd; überall mit unaussprechlichem Schimmer und Glanz.[192]
- 4.4 Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen.
Hiermit ist durchaus kein buchstäbliches Gericht zu verstehen, siehe dazu Jüngstes Gericht als buchstäblicher Gerichtstag, sondern die Anordnung aller im Himmel zum Jüngsten Gericht. Durch die zwölf Stämme Israels und deren Ältesten werden alle bezeichnet, die zur Kirche des Herrn in den Himmeln und auf Erden gehören, und im Allgemeinen alles Wahre und Gute in denselben. Vierundzwanzig bedeutet alles und wird vom Wahren und Guten des Himmels und der Kirche gesagt; die vierundzwanzig Throne bedeuten das ganze Gericht.[193] Die weißen Kleider bedeuten das echte Wahre des Wortes.[194] Die Krone bedeutet die Weisheit und das Gold das Gute der Liebe. Die goldene Krone bedeutet daher die Weisheit aus der Liebe. Weil aus dieser Weisheit alles im Himmel und in der Kirche ist, was durch die vierundzwanzig Ältesten bezeichnet wird, so erschienen goldene Kronen auf ihren Häuptern.[195]
- 4.5 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.
Blitze bedeuten wegen der Wirkung ihrer Flammen auf die Augen die Erleuchtung, Donner bedeuten wegen ihres die Ohren erschütternden Krachens das Vernehmen, die Stimmen den Unterricht. Man sah dieselben vom Thron ausgehen, weil vom Sohn des Menschen oder vom Herrn in Ansehung des Wortes, und vom Herrn durch das Wort alle Erleuchtung, Vernehmung und Unterweisung kommt.[196]
Die sieben Lampen (Fackeln) bedeuten hier dasselbe, wie die sieben Leuchter und sieben Sterne oben, nämlich die Neue Kirche auf Erden und in den Himmeln. Weil die Kirche zur Kirche wird durch das Göttliche, das vom Herrn ausgeht, und die göttliche Wahrheit ist, welche Heiliger Geist genannt wird, werden die sieben Geister Gottes erwähnt. Sie bezeichnen jenes ausgehende Göttliche.[197]
- 4.6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten.
In der geistigen Welt erscheinen Atmosphären und auch Wasser, wie in unserer Welt. Atmosphären wie von Wasser erscheinen dort, wo die Engel des untersten Himmels sind. Dies sind die Meere, welche an den Grenzen des Himmels erscheinen. Hier sind die, welche in den allgemeinen Wahrheiten aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes sind. Da Wasser das Wahre bezeichnet, bedeutet das Meer, in das die Wasser einfließen und in dem sie sich sammeln, das Göttlich-Wahre in seinen Grenzen. Da unter dem, der auf dem Thron saß, der Herr verstanden wird, und unter den sieben Lampen, welche die sieben Geister Gottes vor dem Thron sind, die Neue Kirche verstanden wird, so ist offenbar, dass unter dem gläsernen Meer, das vor dem Thron war, die Kirche bei denen, die an den Grenzen sind, verstanden wird, also der Neue Himmel aus den Christen, welche in den allgemeinen Wahrheiten aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes sind. Es heißt ein gläsernes Meer gleich dem Kristall, wegen des Durchscheinens des vom Herrn ausgehenden Göttlich-Wahren.[198]
Die vier Tiere (himmlische Gestalten) bedeuten das Wort. Diese Tiere sind dasselbe mit den Cheruben bei Hesekiel: Im ersten Kapitel heißen sie Tiere, im zehnten Kapitel aber Cherube und bestanden wie hier aus einem Löwen, einem Ochsen, einem Menschen und einem Adler. Sie heißen dort im Hebräischen Chajoth, was zwar Tiere bedeutet, aber von Chajah abgeleitet wird, welches das Leben bezeichnet, weswegen auch Eva Chajah (Chavah) hieß 1.Mos 3.20. Das Tier heißt auch bei Hesekiel in der Einzahl Chajah, daher die Tiere auch Lebendige genannt werden können. Dass jene Tiere das Wort bezeichnen, erhellt daraus, dass sie in der Mitte des Thrones und um den Thron gesehen wurden. In der Mitte des Thrones aber war der Herr und weil der Herr das Wort ist, so konnten sie auch nicht anderswo erscheinen. Sie befanden sich um den Thron, was so viel ist als im Engelshimmel, wo das Wort auch ist. Der buchstäbliche Sinn des Wortes wacht darüber, dass das inwendig im Wort verborgene Göttlich-Wahre nicht verdreht wird, und er wacht bei denjenigen, die aufgrund ihrer Religion im Falschen sind, und sich in diesem Falschen nicht bestärken. Diese Wache wird durch die Cherube bezeichnet und auch im Wort beschrieben, nämlich als Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben waren, wurde an dessen Eingang Cherube gestellt. 1.Mos 3.23-24 Ähnliches wird bezeichnet durch die Cherube von Gold, welche an zwei Enden des Gnadenstuhles aufgestellt waren, der sich auf der Lade der Stiftshütte befand. 2.Mos 25.18-2 Daher sprach auch Jehova zwischen ihnen mit Moses. 2.Mos 25.22 4.Mos 7.89 [199] Durch die Augen wird, wenn vom Menschen die Rede ist, der Verstand, und wenn vom Herrn die Rede ist, die göttliche Weisheit bezeichnet. Ebenso nun, wenn wie hier, vom Wort die Rede ist, denn das Wort ist aus dem Herrn und handelt vom Herrn, und ist der Herr. Auch bei Hesekiel heißt es von den Cheruben, dass sie voller Augen waren. Hes 10.12. Vorn und hinten, bedeutet, wenn vom Wort aus dem Herrn die Rede ist, die göttliche Weisheit und die göttliche Liebe in Ihm.[200]
- 4.7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.
Der Löwe bedeutet das Wahre in seiner Macht, hier das Göttlich-Wahre des Wortes in Ansehung der Macht. Das Kalb (Stier) bezeichnet die Neigung zu wissen. Das zweite Tier erschien gleich einem Kalb, weil das Göttlich-Wahre des Wortes, welches dadurch bezeichnet wird, die Seele anregt und sie so unterrichtet und unterweist.[201] Durch den Mensch wird im Wort die Weisheit bezeichnet, weil er dazu geboren ist, die Weisheit vom Herrn aufzunehmen und ein Engel zu werden. Die dritte Gestalt bedeutet daher das Göttlich-Wahre des Wortes in Ansehung der Weisheit.[202] Fliegende Adler bezeichnen die Kenntnisse, durch welche sich der Verstand bildet, weil sie während des Fluges untersuchen und sehen; sie haben scharfe Augen, um genau sehen zu können, und die Augen bedeuten den Verstand. Fliegen bedeutet wahrnehmen und mit Kenntnissen versehen, und im höchsten Sinn, der sich auf den Herrn bezieht, vorsehen und vorsorgen.[203]
- 4.8 Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außen und innen voller Augen, und sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Die vier Tiere bezeichnen das Wort, siehe dazu Kommentar zu Vers 6. Die Flügel bedeuten die Macht und auch die Wachen. Sechs bedeutet alles in Ansehung des Wahren und Guten. Die Flügel des Löwen bezeichnen die Macht, gegen das Böse und Falsche aus der Hölle zu kämpfen; diese Macht hat das Göttlich-Wahre des Wortes vom Herrn. Die Flügel des Kalbes bezeichnen die Macht, auf die Seelen Eindruck zu machen, denn das Göttlich-Wahre macht Eindruck auf diejenigen, welche es heilig lesen. Durch die Flügel des Menschen wird die Macht bezeichnet zu wissen, was Gott und was Gottes ist, denn dies ist es eigentlich, was dem Menschen gegeben wird, wenn er das Wort liest. Durch die Flügel des Adlers wird die Macht bezeichnet, das Wahre und Gute kennenzulernen und sich so Einsicht zu erwerben.[204]
Durch die Cherube wird die Wachsamkeit und Vorsicht des Herrn bezeichnet, den geistigen Sinn des Wortes nicht verletzen zu lassen. Daher heißt es von den vier Tieren, dass sie voller Augen waren.[205] Durch die Flügel voller Augen vorn und hinten wird die göttliche Weisheit im Wort bezeichnet. Weil die göttliche Weisheit des Wortes im natürlichen Sinn aus dem geistigen und dem himmlischen Sinn ist, welche inwendig verborgen liegen, so heißt es, dass sie inwendig voller Augen seien.[206]
Dass die Tiere keine Ruhe hatten Tag und Nacht, bedeutet, dass das Wort überall und ununterbrochen lehre; und dass es das lehre, was die Tiere sagen, nämlich: Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr, Gott, der Allmächtige. Das bedeutet, dass der Herr allein Gott und dass Er daher allein zu verehren sei. Dies bedeutet das dreimal genannte Heilig, denn die dreimalige Wiederholung bedeutet, dass alles Heilige in Ihm allein sei.[207] "Welcher war und Welcher ist und Welcher kommen wird", bedeutet den Herrn. Siehe Kommentar zu Vers 1.4.[208]
- 4.9 Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Die Tiere (Gestalten) sind das Wort; Herrlichkeit und Ehre bedeuten, wenn vom Herrn die Rede ist, dass alles Wahre und Gute Ihm angehöre und von Ihm komme; die Danksagung bedeutet die Verehrung; der auf dem Thron saß, ist, wie oben, der Herr in Ansehung des Gerichts. Das Wort zuerkennt dem Herrn, der richten wird, alles Wahre und Gute und alle Verehrung.[209] "Dem in die Zeitläufe der Zeitläufe Lebenden", bedeutet, dass der Herr allein das Leben sei, und von Ihm alles ewiges Leben komme, siehe Kommentar zu 1.18.[210]
- 4.10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen:
Unter den vierundzwanzig Ältesten werden alle, welche zur Kirche des Herrn gehören, verstanden, siehe Kommentar zu Vers 4.4. Hier alle, welche zu Seiner Kirche im Himmel gehören. Die Ältesten stellen als die Häupter alle vor. Dieser Vers bedeutet die Selbstdemütigung aller im Himmel vor dem Herrn.[211] Die Krone bedeutet die Weisheit; die Kronen vor dem Thron niederlegen, bedeutet anerkennen, dass die Weisheit nicht ihnen, sondern dem Herrn, der bei ihnen ist, gehöre. Das Bekenntnis wird durch sprechen bezeichnet.[212]
- 4.11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
"Herr, Du bist würdig" bezeichnet das Bekenntnis, dass es aus Verdienst und Gerechtigkeit geschehe; durch die Herrlichkeit und Ehre wird das Göttlich-Wahre und Göttlich-Gute bezeichnet; durch Macht nehmen wird bezeichnet, dass Ihm das Reich gebühre. Zusammengefasst bedeutet dieses Bekenntnis, dass dem Herrn, weil Er das Göttlich-Wahre und das Göttlich-Gute ist, das Reich aus Verdienst und nach Gerechtigkeit gebühre.[213]
Erschaffen heißt umbilden und wiedergebären durch das Göttlich-Wahre, das durch den Willen des Herrn bezeichnet wird. Alles im Himmel und in der Kirche kommt von der göttlichen Liebe und göttlichen Weisheit her, durch sie ist die Welt erschaffen worden. Die Liebe und das Gute sind Sache des Willens und die Weisheit und das Wahre Sache des Verstandes. Daraus geht hervor, dass unter dem Willen des Herrn das Göttlich-Gute oder Seine göttliche Liebe verstanden wird. "Denn Du hast alles erschaffen, und durch Deinen Willen ist es, und ist erschaffen", bedeutet, dass alles im Himmel und in der Kirche aus der göttlichen Liebe des Herrn durch Seine göttliche Weisheit oder aus dem Göttlich-Guten durch das Göttlich-Wahre, welches auch das Wort ist, gemacht und gebildet sei, und dass es umgebildet und wiedergeboren werde.[214]
Fünftes Kapitel
Das Buch mit den sieben Siegeln
- 5.1 Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.
Unter dem, der auf dem Thron saß, wird der Herr in Ansehung des Göttlichen selbst, aus dem Sein Menschliches ist, verstanden. Dies folgt aus Vers 7, dass das Lamm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, empfangen habe, und unter dem Lamm wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden. Das inwendig und auswendig beschriebene Buch bezeichnet das Wort allem Besonderen und allem Allgemeinen nach. Unter inwendig und auswendig wird auch der innere Sinn des Wortes, der geistige Sinn, und sein äußerer Sinn, der natürliche, verstanden. Unter der Rechten wird der Herr in Ansehung der Allmacht und Allwissenheit verstanden, weil von der Prüfung aller in den Himmeln und auf Erden, über welche das Jüngste Gericht gehalten werden soll, und von ihrer Scheidung die Rede ist. Unter dem Buch wird hier das Wort verstanden, durch welches und nach welchem alle gerichtet werden sollen.[215] Das mit einem Siegel Versiegelte bedeutet das Verborgene; mit sieben Siegeln versiegelt, bedeutet gänzlich verborgen, denn sieben bedeutet alles zusammen, also auch gänzlich. Dies wird in den nächsten beiden Versen gesagt. Von dieser Beschaffenheit ist das Wort für alle, welchen das Lamm, der Herr, es nicht öffnet. Da es hier um die Erforschung aller vor dem Jüngsten Gericht geht, so sind es die Zustände des Lebens aller im Allgemeinen wie im Besonderen, die gänzlich verborgen sind.[216]
- 5.2 Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?
Unter dem rufenden Engel wird im geistigen Sinn der Herr verstanden, weil der Engel nicht aus sich ausruft, und lehrt, sondern aus dem Herrn, dennoch aber wie aus sich. Es heißt "ein starker Engel", weil es mit Macht geschieht, und was mit Macht gerufen wird, das dringt ins Innere des Gedankens; die starke Stimme bedeutet das Göttlich-Wahre vom Herrn in seiner Macht oder Kraft. Daher bedeutet "und ich sah einen starken Engel mit lauter Stimme rufen", das in Innere der Gedanken bei Engeln und Menschen einfließende Göttliche-Wahre vom Herrn, und die folgende Untersuchung.[217]
"Wer ist würdig", bedeutet: wer vermag, oder wer hat die Macht; das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen, bedeutet hier die Zustände des Lebens aller in den Himmeln und auf Erden kennen und jeden nach seinem Zustand zu richten; denn wenn das Buch geöffnet wird, so erfolgt eine Untersuchung über ihre Beschaffenheit, und danach ein Spruch oder ein Urteil, so wie der Richter mit dem Gesetzbuch und nach ihm verfährt. Dass das Öffnen des Buches dies bedeutet, geht aus dem folgenden Kapitel hervor.[218]
- 5.3 Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen.
Unter im Himmel, auf Erden und unter der Erde wird in den oberen und unteren Himmeln verstanden. Da sich Johannes im Geiste befand Off 4.2, erschien ihm die Erde der geistigen Welt. Auch dort gibt es Erden wie in der natürlichen Welt. Die oberen Himmel erscheinen dort auf Bergen und Hügeln, die unteren Himmel auf den Erden unten, und die untersten Himmel gleichsam unter den Erden; denn die Himmel sind Wölbungen, eine über der anderen, und jede Wölbung ist unter den Füßen derer, die sich auf ihr befinden, wie eine Erde. Dass hier die Erden der geistigen Welt gemeint sind, ist auch daran zu erkennen, dass in der natürlichen Welt kein Mensch unter der Erde wohnt.[219]
Das Buch öffnen, bedeutet, die Zustände des Lebens aller kennen, und jeden nach dem seinigen richten, siehe dazu den Kommentar zum vorherigen Vers. Dass niemand das Buch öffnen konnte, bedeutet, dass der Herr allein den Zustand eines jeden vom Innersten bis zum Äußersten sieht, wie ein Mensch von seiner Kindheit an bis in sein Alter beschaffen war, wie er in Ewigkeit sein wird, so wie auch, welche Stelle er im Himmel oder in der Hölle erhalten wird. Dies sieht der Herr in einem Augenblick und aus Sich selbst, weil Er das Göttlich-Wahre oder das Wort selbst ist. Die Engel und Menschen sehen gar nichts, weil sie endlich sind; die Endlichen sehen nur Weniges und nur Äußeres, und auch dies nicht aus sich, sondern aus dem Herrn.[220]
- 5.4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen.
Sehr weinen bedeutet, von Herzen betrübt sein. Er war von Herzen betrübt, weil alle verloren gehen würden, wenn nicht durch das Jüngste Gericht alles in den Himmeln und auf Erden wieder in Ordnung gebracht worden wäre. Die Offenbarung handelt vom letzten Zustand der Kirche, ihrem Ende, und wie dieser Zustand beschaffen sei, was vom Herrn in Mt 24.21-22 beschrieben wird.[221]
- 5.5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
"Weine nicht!" bedeutet den Trost, der Löwe bedeutet das Göttlich-Wahre des Wortes in Ansehung der Macht, der Herr. Unter Juda wird im Wort die Kirche verstanden, die im Guten der Liebe zum Herrn ist, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des Göttlich-Guten der göttlichen Liebe. Unter David wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Wahren der göttlichen Weisheit verstanden. Hier wird die Macht des Göttlich-Wahren, das vom Herrn ist, unter einem Löwen beschrieben. Der Herr hat, als Er in der Welt war, die Höllen unterjocht, und alles in den Himmeln in Ordnung gebracht und auch Sein Menschliches verherrlicht; dies ist der geistige Sinn von der Löwe habe überwunden, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids.[222] Das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu lösen, bedeutet die Zustände des Lebens aller in den Himmeln und auf Erden zu kennen, und jeden nach dem seinigen zu richten. Siehe dazu Kommentar zu Vers 5.2.[223]
- 5.6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
In der Mitte, bedeutet im Innersten und von da in allen Teilen. Der Thron bedeutet den Himmel, die vier Tiere (Gestalten) bedeuten das Wort, siehe dazu Kommentar zu Vers 4.6. Die vierundzwanzig Ältesten bedeuten die Kirche nach allen ihren Teilen, siehe dazu Kommentar zu Vers 4.4. Daraus folgt, dass in der Mitte des Thrones und der vier Tiere, und inmitten der Ältesten bedeutet: vom Innersten heraus in allen Teilen des Himmels, des Wortes und der Kirche.[224] Unter dem Lamm in der Offenbarung wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden, unter dem getöteten Lamm das Menschliche, sofern es in der Kirche nicht als göttlich anerkannt wurde. Darunter wird verstanden, dass der Herr in der Kirche vernachlässigt, und Sein Menschliches nicht als göttlich anerkannt worden sei, siehe dazu Kommentar zu Vers 1.18.[225]
Unter dem Horn wird die Macht verstanden, in Beziehung auf den Herrn die Allmacht. Es heißt sieben Hörner, weil sieben alles bedeutet, mithin die Allmacht. Die Augen bezeichnen, wenn vom Herrn die Rede ist, Seine göttliche Weisheit, welche auch die Allwissenheit ist.[226] Die sieben Geister sind das vom Herrn ausgehende Göttlich-Wahre; in alles Land ausgesandt, bedeutet in die ganze Welt, wo eine Religion ist. Eine Religion ist dort, wo gelehrt wird, dass ein Gott und ein Teufel sei, dass Gott das Gute selbst sei und von Ihm Gutes komme, dass der Teufel das Böse selbst sei und von ihm Böses komme, und dass man, da sie entgegengesetzt sind, das Böse, weil vom Teufel, fliehen, und das Gute, weil es von Gott ist, tun solle; dass man daher, in so weit man Böses tue, den Teufel liebe und wider Gott handle. Ein solches Göttlich-Wahres ist im ganzen Erdkreis, wo eine Religion ist, weswegen man nichts weiter bedarf, als zu wissen, was böse ist, und dies wissen auch alle welche eine Religion haben. Die Vorschriften aller Religionen sind gleich den zehn Geboten, nämlich dass man nicht töten, nicht huren, nicht stehlen, nicht falsch aussagen soll. Dies ist im Allgemeinen das Göttlich-Wahre, das vom Herrn ausgesandt ist in alles Land.[227]
- 5.7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
Hier wird deutlich, dass der auf dem Thron saß und das Lamm Eine Person sind, und dass unter dem, der auf dem Thron saß, Sein Göttliches, aus dem jenes ist, und unter dem Lamm Sein Göttlich-Menschliches verstanden wird; denn es heißt in dem vorhergehenden Vers, dass er das Lamm in der Mitte des Thrones habe stehen sehen, und nun, dass es von dem, der auf dem Thron saß, das Buch empfangen habe. Dass der Herr durch Sein Göttlich-Menschliches das Gericht halten werde, weil es das Wort ist, geht aus folgenden Stellen hervor: Mt 24.30, Mt 19.28, Mt 16.27, Luk 21.36, Mt 24.44, Joh 5.22-27.[228]
- 5.8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,
Das Buch empfangen, und es öffnen, bedeutet, die Zustände des Lebens aller erforschen, und jeden nach dem Seinigen richten, hier also im Begriff sein, das Jüngste Gericht zu halten. Weil das Jüngste Gericht gehalten wird, damit alles in den Himmeln und durch die Himmel auf Erden in Ordnung gebracht werde, so wird auch dies dadurch bezeichnet.[229]
Das Niederfallen der vier Tiere (Gestalten) und den vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm bedeutet die Selbstdemütigung und die dieser Demütigung entspringende Anbetung des Herrn von den oberen Himmeln. Die Verherrlichung des Herrn geschieht zuerst von den oberen Himmeln (Verse 8-10), danach von den unteren (Verse 11-12), und von den untersten Himmeln (Vers 13), zuletzt eine Bekräftigung und Anbetung von den oberen Himmeln (Vers 14). Die oberen Himmel werden durch die vierundzwanzig Ältesten bezeichnet, denn durch die Cherube (Gestalten), welche vier Tiere sind, in der Mitte des Thrones, wird der Herr in Ansehung des Wortes; hingegen durch die Cherube oder die vier Tiere um den Thron herum wird der Himmel in Ansehung des Wortes bezeichnet, vgl. Off 4.6. Die Himmel sind dadurch Himmel, dass sie das Göttlich-Wahre durch das Wort vom Herrn aufnehmen. Durch die vierundzwanzig Ältesten werden auch die Engel in den oberen Himmeln bezeichnet, weil diese Älteste zunächst um den Thron waren Off 4.4.[230]
Die Bekenntnisse des Jehova im Tempel von Jerusalem geschah durch Gesänge und zugleich durch Musikinstrumente, welche eine Entsprechung hatten, die sich auf ihre Töne bezog. Die Harfen und Zithern entsprachen dem geistlich Guten und Wahren. Daher bedeutet "jeder hatte eine Zither (Harfe)", das Bekenntnis des Göttlich-Menschlichen des Herrn durch das Geistlich-Wahre.[231] "Goldenen Schalen voll Räucherwerk", bedeutet das Bekenntnis des Göttlich-Menschlichen des Herrn durch das Geistlich-Gute. Dies kommt daher, weil der Gottesdienst in der Jüdischen und Israelischen Kirche hauptsächlich in Opfern und in Rauchwerk bestand. Der Gottesdienst durch Opfer war die Gottesverehrung durch das himmlische Gute, der Gottesdienst durch Rauchwerk war die Gottesverehrung durch das geistlich Gute. Ob man sagt Gottesdienst, oder Bekenntnis, ist gleichviel, denn jeder Gottesdienst ist ein Bekenntnis. Ähnliches wird durch das Rauchwerk und auch durch die Schalen bezeichnet, in welchen das Rauchwerk war; denn das Enthaltende und das Enthaltene führen, wie das Werkzeugliche und das Hauptsächliche, Eine Sache.[232] Unter den Gebeten wird verstanden, was bei denen, die Gebete ausschütten, im Glauben und zugleich in der Liebtätigkeit liegt; denn ohne diese sind Gebete keine Gebete, sondern leere Töne. Die Heiligen bezeichnen diejenigen, welche im geistlich Guten und Wahren sind. Die Gebete der Heiligen heißen Rauchwerk, weil die starken Gerüche den Rührungen des Guten und Wahren korrespondieren. "Die Gebete der Heiligen" bedeuten daher die Gedanken, welche aus dem Glauben kommen, und ihren Ursprung in Rührungen der Liebtätigkeit haben bei denen, welche den Herrn durch das geistlich Gute und Wahre verehren.[233]
- 5.9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen
"Und sie sangen ein neues Lied", bedeutet die Anerkennung und Verherrlichung des Herrn als alleinigen Richter, Erlöser und Seligmacher, also Gottes Himmels und der Erde. Als Richter: "Du bist würdig, das Buch zu nehmen und aufzutun seine Siegel"; als Erlöser: "denn Du bist getötet worden, und hast mit Deinem Blut uns erkauft"; als Seligmacher: "Du hast uns unsrem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und herrschen werden wir auf Erden" (Vers 10); dass Er der Gott des Himmel und der Erde sei: "Sie fielen nieder, und beteten den in die Zeitläufe der Zeitläufe Lebenden an." (Vers 14) Weil die Anerkennung, dass der Herr der alleinige Gott des Himmels und der Erde und dass Sein Menschliches göttlich sei, und Er ohne dieses nicht Erlöser und Seligmacher genannt werden könnte, früher nicht in der Kirche war, heißt das Lieb ein neues. Das Lieb bedeutet auch eine Verherrlichung, ein Bekenntnis aus herzlicher Freude, weil der Gesang begeistert und macht, dass die Rührung sich aus dem Herzen in den Ton ergießt und kräftig sich in ihrem Leben darstellt.[234]
"Du bist würdig, das Buch zu nehmen, und seine Siegel zu öffnen", bedeutet, dass Er allein die Zustände des Lebens aller erkennen, und jeden nach dem seinigen richten könne. Siehe dazu Kommentar zu Vers 5.2.[235]
"Denn Du bist getötet worden, und hast uns Gott erlöst mit Deinem Blut", bedeutet die Befreiung aus der Hölle, und die Seligmachung durch die Verbindung mit Ihm, die Erlösung.[236] Durch den Stamm wird die Kirche in Ansehung der Religion bezeichnet; durch die Zunge (Sprache) wird ihre Lehre bezeichnet; das Volk bedeutet die, welche im Wahren der Lehre sind, und im Allgemeinen das Wahre der Lehre; die Völkerschaften (Nationen) bedeuten die, welche im Guten des Lebens sind, und im Allgemeinen das Gute des Lebens. "Aus allen Stämmen und Zungen, Völkern und Völkerschaften", bedeutet, dass vom Herrn diejenigen erlöst seien, welche in der Kirche oder in irgendeiner Religion der Lehre nach im Wahren und dem Leben nach im Guten sind.[237]
- 5.10 und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.
"Du hast uns unsrem Gott zu Königen und Priestern gemacht", bedeutet, dass sie vom Herrn in der Weisheit aus dem Göttlich-Wahren und in der Liebe aus dem Göttlich-Guten, und so Bilder Seiner göttlichen Weisheit und Seiner göttlichen Liebe seien. Siehe dazu Kommentar zu Vers 1.6. Unter regieren auf Erden wird im Reich des Herrn und in diesem eins mit Ihm sein verstanden. Joh 17.20-24 Der Herr richtet und regiert aus dem Göttlich-Guten durch das Göttlich-Wahre, das von Ihm aus in ihnen ist. Unter der Erde wird die Kirche des Herrn in den Himmeln und auf Erden verstanden.[238]
- 5.11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend;
Unter der Stimme der Engel um den Thron wird das Bekenntnis und die Verherrlichung des Herrn von den Engeln der unteren Himmel verstanden. Siehe dazu Kommentar zu Vers 5.8. Dass er auch da die Tiere (Gestalten) und die Ältesten zugleich mit jenen sah, geschah deswegen, weil durch die Tiere und die Ältesten die Engel der oberen Himmel bezeichnet werden, und die unteren Himmel nie getrennt von den oberen Himmeln, sondern in Verbindung mit ihnen handeln.[239]
Unter der Zahl ("und ihre Zahl war Myriaden von Myriaden, und Tausende von Tausenden") wird im geistigen Sinn die Beziehung auf die Beschaffenheit verstanden. Dies wird hier dadurch beschrieben, dass sie Myriaden von Myriaden, und Tausende von Tausenden waren; denn die Myriade wird vom Wahren und das Tausend vom Guten gesagt. Dass die Myriade vom Wahren und das Tausend vom Guten gesagt wird, hat seinen Grund darin, dass die Myriade die größere Zahl, und das Tausend die kleinere ist, und das Wahre vielfach, das Gute aber einfach ist, und dass im Wort, wo vom Wahren die Rede ist, auch vom Guten gehandelt wird, wegen der Ehe des Wahren und Guten im Einzelnen des Wortes.[240]
- 5.12 die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.
Mit lauter (großer) Stimme sprechen, bedeutet das aus dem Herzen kommende Bekenntnis. Es ist würdig, bedeutet, dass in Ihm das sei, was folgt. Das Lamm bedeutet der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Die Macht (Kraft) bedeutet die göttliche Macht, die Allmacht. Reichtum und Weisheit bedeutet die göttliche Wissenschaft und Weisheit, welche die Allwissenheit sind. Ehre und Herrlichkeit bedeuten das Göttlich-Gute und das Göttlich-Wahre.[241]
- 5.13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Unter allem Geschaffenen, das im Himmel, auf Erden, unter der Erde, und im Meer ist, werden Engel verstanden, was daraus ersichtlich ist, dass Johannes sie sprechen und den Herrn loben hörte. Dass sie das Geschaffene heißen, gründet sich auf die Schreibart des Wortes, nach welcher durch alles Geschaffene, sowohl im Tier- als auch im Pflanzenreich, das Mannigfaltige bei den Menschen bezeichnet wird, das im Allgemeinen seinem Wollen oder seiner Neigung, und seinem Verstand oder seinem Denken angehört. Weil das Wort bloß in Entsprechungen geschrieben ist, wird in ihm von den Engeln des Himmels und den Menschen der Kirche Ähnliches gesagt, siehe dazu Mk 16.15, Hiob 12.7-10, Ps 69.35-36, Ps 148.7 und viele andere Stellen. Unter allem Geschaffenen wird alles Umgebildete, oder alle Umgebildeten verstanden, denn schaffen bedeutet umbilden und wiedergebären. Siehe dazu Kommentar zu Vers 4.11. Was unter "im Himmel und auf Erden und unter der Erde" verstanden wird, siehe Kommentar zu Vers 5.3. Was unter dem Meer verstanden wird, siehe Kommentar zu Vers 4.6. Was im Meer darin ist, die Fische des Meeres, bezeichnen die sinnlichen Neigungen, welche die niedrigsten des natürlichen Menschen sind. Ihre Neigungen erscheinen in der geistigen Welt von Ferne wie Fische, und wie im Meer, weil die Atmosphäre, in der sie sind, wie von Wasser, und daher in den Augen derer, die in den Himmeln und auf der Erde daselbst sind, wie im Meer erscheint. Das Bekenntnis und die Verherrlichung des Herrn kommt von den Engeln des untersten Himmels, weil die vorhergehenden Bekenntnisse und Verherrlichung des Herrn, von den Engeln der oberen und unteren Himmeln geschahen, siehe Kommentar zu Vers 5.8.[242]
Unter dem, der auf dem Thron sitzt, ist der Herr von Ewigkeit, Jehova, welcher der Vater heißt, der in der Zeit das Menschliche annahm, um die Menschen zu erlösen, gemeint. Unter dem Lamm wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden, welches der Sohn ist. Weil der Vater im Sohn, und der Sohn im Vater ist, und weil sie eins sind, so ist offenbar, dass unter beiden der Herr verstanden wird. Wenn vom Herrn die Rede ist, wird unter dem Segen (Lob) verstanden, dass das All des Himmels und der Kirche in Ihm und aus Ihm in denen sei, die im Himmel und in der Kirche sind. Ehre und Herrlichkeit (Preis) sind das Göttlich-Gute und das Göttlich-Wahre. Die Kraft (Gewalt) bedeutet die göttliche Macht.[243]
- 5.14 Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
Die vier Tiere oder Cherube (Gestalten) bedeuten das Wort, siehe Kommentar zu Vers 4.6. Amen bedeutet die göttliche Bekräftigung durch die Wahrheit selbst, also aus dem Wort.[244] Die Ältesten, die nieder fielen und anbeteten, bedeuten, dass sich in den Himmeln alle vor dem Herrn demütigen, und aus Demut Ihn, in dem und von dem ewiges Leben ist, anbeten.[245]
Sechstes Kapitel
Die Öffnung der ersten sechs Siegel
- 6.1 Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eine der vier Gestalten sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm!
Im sechsten Kapitel wird der Ordnung nach die Prüfung all jener beschrieben, über die das Letzte Gericht gehalten werden sollte nach den Zuständen ihres Lebens, und zwar vom Herrn nach dem Wort. Dies wird durch die vom Lamm geschehene Eröffnung der Siegel des Buches bezeichnet, siehe dazu Kommentar zu Vers 5.2.[246] Unter den vier Tieren oder Cheruben (Gestalten) wird das Wort verstanden, siehe Kommentar zu Vers 4.6. Die Donnerstimme bezeichnet das Vernehmen des Göttlich-Wahren. Die Donnerstimme wird hier genannt, weil unter diesem Tier der Löwe verstanden, und durch ihn das Göttlich-Wahre des Wortes in Ansehung der Macht bezeichnet wird.[247] "Komm und siehe zu!" bedeutet die Offenbarung in Beziehung auf die, welche der Ordnung nach die Ersten sind, über welche das Letzte Gericht nach den Zuständen ihres Lebens, und zwar vom Herrn nach dem Wort gehalten werden sollte.[248]
- 6.2 Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen.
Durch das Pferd wird die Einsicht in das Wort, und durch das weiße Pferd die Einsicht in das Wahre aus dem Wort bezeichnet. Das danach folgende rote, schwarze und blasse Pferd bezeichnet das verlorene Verständnis des Wortes.[249] Unter dem, der auf dem weißen Pferd saß, von dem in Off 19.11 die Rede ist, wird der Herr in Ansehung des Wortes verstanden. Hier aber bezeichnet der, der auf dem weißen Pferd saß, den Engelmenschen in Ansehung der Lehre des Wahren und Guten aus dem Wort, also aus dem Herrn. Durch den Bogen wird die gegen das Falsche und Böse, die Höllen, kämpfende Lehre des Wahren und Guten aus dem Wort bezeichnet.[250] Die Krone bezeichnet das Siegeszeichen des Kampfes, weil in den alten Zeiten die Könige in den Schlachten Kronen trugen. 2.Sam 1.10 2.Sam 12.29-30 [251] "Als Überwinder, um zu überwinden" (sieghaft und um zu siegen), bedeutet der Sieg über das Falsche und Böse in Ewigkeit, weil, wer in den geistigen Kämpfen, welche Versuchungen sind, in der Welt überwindet, in Ewigkeit fort überwindet, denn die Höllen können keinen, der überwunden hatte, anfallen.[252]
- 6.3 Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich die zweite Gestalt sagen: Komm!
Mit dem Öffnen des Siegels wird dasselbe bezeichnet wie in Vers 6.1, ebenso mit dem Sprechen des zweiten Tieres (Gestalt). Der Unterschied zu den vorigen beiden Versen liegt darin, dass nun von denen, welche der Ordnung nach die zweiten sind, gehandelt wird.[253]
- 6.4 Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.
Durch das Pferd wird das Verständnis des Wortes, durch rötlich das verloren gegangene Gute bezeichnet. Unter rötlich wird das höllische Rote bezeichnet, das vom Feuer der Hölle herkommt, die Liebe zum Bösen. So wird unter dem rötlichen Pferd die verloren gegangene Einsicht in das Wort in Beziehung auf das Gute bezeichnet.[254]
Durch den Frieden wird alles im Inbegriff angedeutet, was vom Herrn ist, und mithin alles im Himmel und in der Kirche bezeichnet, und die Seligkeiten des Lebens in ihnen. Den Frieden wegnehmen, bedeutet die Liebtätigkeit, die geistige Sicherheit und die innere Ruhe wegnehmen, was wiederum bedeutet, "dass sie sich einander töteten", denn dieses findet statt, wenn kein Gutes mehr da ist, und es ist kein Gutes mehr da, wenn man nicht mehr weiß, was gut ist, was durch das rötliche Pferd bezeichnet wird. Statt Liebtätigkeit ist dann innerer Hass da, ohne geistige Sicherheit sind Angriffe von den Höllen da, statt der Ruhe von dem Bösen und seinen Lüsten sind innere Unruhen da. Dieses Töten findet nach dem Tod statt, wenn es in der Welt nicht der Fall war.[255]
Unter dem Schwert wird die vom Herrn durch das Wort bewirkte Zerstreuung des Falschen verstanden. Im entgegengesetzten Sinn bedeutet es das gegen das Wahre kämpfende und es zerstörende Falsche. Hier bedeutet das große Schwert das Flasche des Bösen, weil es auch ein Falsches des Nicht-Bösen gibt, und dieses das Wahre nicht zerstört.[256]
- 6.5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.
Mit dem Öffnen des Siegels wird dasselbe bezeichnet wie in Vers 6.1, ebenso mit dem Sprechen des dritten Tieres (Gestalt). Der Unterschied liegt darin, dass nun von denen, welche der Ordnung nach die dritten sind, gehandelt wird.[257]
Das Pferd bezeichnet die Einsicht in das Wort. Das Schwarze bedeutet das Nicht-Wahre, das Falsche. Das schwarze Pferd bedeutet daher die verlorene Einsicht in das Wort in Beziehung auf das Wahre, mithin in Beziehung auf die Lehre bei diesen. Dass das dritte Tier ein schwarzes Pferd zeigte, hat seinen Grund darin, dass es ein Angesicht wie ein Mensch hatte, wodurch das Göttlich-Wahre des Wortes in Beziehung auf die Weisheit bezeichnet wird. Siehe dazu den Kommentar zu Vers 4.7. Das dritte Tier zeigte daher, dass bei diesen, die in der dritten Ordnung waren, gar kein Wahres der Weisheit mehr übrig war.[258] Die Bilder vom schwarzen und fahlen Pferd bezeichnen die Trübsal und Gräuel als Folgen der falschen Lehre der Dreieinigkeit.[259]
Durch die Waage in der Hand wird die Schätzung des Wahren und Guten bezeichnet.[260]
- 6.6 Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!
Die vier Tiere oder Cherube (Gestalten) bedeuten das Wort vom Ersten aus dem Letzten und die Wachen, welche verhüten sollen, dass das innere Wahre und Gute desselben keine Gewalt leide, siehe dazu Kommentar zu Vers 4.6. Weil diese Wachen vom Herrn sind, wurde eine Stimme inmitten der vier Tiere gehört. Unter "in ihrer Mitte" wird das Wort in Ansehung des inneren geistigen Sinnes verstanden, welchen der Herr bewacht. "Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier Tiere sagen" bedeutet die die göttliche Bewachung des Wortes durch den Herrn.[261]
"Ein Maß Weizen um einen Denar, und drei Maß Gerste um einen Denar, und am Öl und Wein vergreife dich nicht!" bezeichnet, dass die Schätzung des Guten und Wahren so gering sei, dass kaum noch eine ist. Es wird immer dafür gesorgt werden, dass das heilige Gute und Wahre, das im Inneren des Wortes verborgen liegt, nicht verletzt und entheiligt werde. Dafür wird vom Herrn dadurch gesorgt, dass sie zuletzt nichts Gutes, und daher auch nichts Wahres mehr wissen, sondern bloß Böses und Falsches. Denn wer das Gute und Wahre weiß, kann ihm Gewalt antun, es entheiligen, nicht aber wer es nicht weiß. Das Maß, das etwas Gemessenes bedeutet, bezeichnet die Beschaffenheit. Durch Weizen und Gerste wird das Gute und Wahre bezeichnet. Durch den Denar, welcher die kleinste Münze ist, wird eine so geringe Schätzung bezeichnet, dass es kaum noch eine ist. Drei Maß Gerste werden genannt, weil drei alles bedeutet und vom Wahren gesagt wird.[262]
Durch das Öl wird das Gute der Liebe, und durch den Wein das Wahre aus diesem Guten, durch das Öl das heilige Gute, und durch den Wein das heilige Wahre bezeichnet. Durch "vergreife dich nicht" (tu keinen Schaden) wird bezeichnet, dass vom Herr dafür gesorgt werde, dass es nicht verletzt und entheiligt werde, denn dies wurde von der Mitte der vier Tiere, also vom Herrn aus gehört. Was vom Herrn aus gesprochen wird, das ist auch ein Gegenstand Seiner Vorsehung. Daher bedeutet "an dem Öl und Wein vergreife dich nicht", dass vom Herrn dafür gesorgt werde, dass das heilige Gute und Wahre, das inwendig im Wort verborgen liegt, nicht verletzt und entheiligt werde.[263]
- 6.7 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme der vierten Gestalt sagen: Komm!
Mit dem Öffnen des Siegels wird dasselbe bezeichnet wie in Vers 6.1, ebenso mit dem Sprechen des vierten Tieres (Gestalt). Der Unterschied liegt darin, dass nun von denen, welche der Ordnung nach die vierten sind, gehandelt wird.[264]
- 6.8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden.
Durch das Pferd wird die Einsicht in das Wort bezeichnet, und das blasse Pferd bezeichnet das Leblose. Leblos sind die, welche nicht im Guten des Lebens aus dem Wahren der Lehre sind, denn das Wort im buchstäblichen Sinn wird ohne Lehre nicht verstanden, und die Lehre wird ohne ein ihr gemäßes Leben nicht gefasst. Dass das vierte Tier ein blasses Pferd zeigt, hat seinen Grund darin, dass dieses Tier einem fliegenden Adler glich, und daher durch dasselbe das Göttlich-Wahre des Wortes in Ansehung der Kenntnissen und der auf sie gegründeten Einsicht bezeichnet wurde. Siehe dazu Kommentar zu Vers 4.7. Es zeigt daher, dass bei denen, die jetzt gesehen wurden, keine Kenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort seien, und keine Einsicht in dieselben. Wer so beschaffen ist, erscheint in der geistigen Welt blass, wie die, welche kein Leben haben.[265]
Durch den Tod wird hier der geistliche Tod bezeichnet, das Verlöschen des geistlichen Lebens. Durch die Hölle wird die Verdammnis bezeichnet, welche auf den Tod folgt. Unter töten wird hier verstanden, das Leben der Seele des Menschen zu zerstören, das geistliche Leben. Durch den vierten Teil der Erde wird alles Gute der Kirche bezeichnet, denn die Erde ist die Kirche. Die Zahlen 2 und 4 werden im Wort vom Guten gesagt und bezeichnen es; der vierte Teil bedeutet alles Gute. Den vierten Teil der Erde töten bezeichnet daher alles Gute der Kirche zerstören.[266] Durch das Schwert wird das Falsche in der Lehre bezeichnet. Der Hunger bedeutet das Böse im Leben. Durch den Tod (Pest) wird die Eigenliebe des Menschen bezeichnet, weil der Tod das Verlöschen des geistlichen Lebens, und daher das natürliche Leben, sofern es getrennt ist vom geistlichen, bezeichnet, und dieses Leben ist das Leben der Eigenliebe des Menschen; denn vermöge dieses Lebens liebt der Mensch nichts anderes, als sich und die Welt, daher auch alle Arten des Bösen, welche ihm bei der Liebe jenes Lebens angenehm sind. Durch die Tiere des Landes werden die Lüste bezeichnet.[267]
- 6.9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen.
"Und als er das fünfte Siegel eröffnet hatte", bedeutet die vom Herrn vorgenommene Prüfung der Zustände des Lebens derer, die am Tag des Jüngsten Gerichts selig werden sollten und inzwischen aufbewahrt worden waren. Von diesen und Ähnlichen wird im ganzen 20. Kapitel und danach gehandelt. Dort wird auch erklärt, wer sie sind und warum sie aufbewahrt wurden. Gemeint sind jene, welche von den Bösen gehasst, mit Schmach belegt, und wegen ihres dem Wahren des Wortes gemäßen Lebens, und der Anerkennung des Göttlich-Menschlichen des Herrn verworfen, vom Herrn aber, damit sie nicht verführt würden, in Verwahrung gehalten worden waren. Der Altar bezeichnet den Dienst des Herrn. Unter dem Altar, bedeutet die untere Erde, wo sie vom Herrn in Verwahrung gehalten wurden. Vom Herrn werden alle, welche irgendein Leben der Liebtätigkeit geführt hatten, in Verwahrung gehalten, damit sie von den Bösen keinen Schaden leiden. Nach dem Jüngsten Gericht, wenn die Bösen entfernt sind, werden sie aus der Verwahrung, der unteren Erde, herausgenommen und in den Himmel erhoben. Durch die Seelen der Getöteten werden nicht Märtyrer, sondern solche bezeichnet, welche von den Bösen in der Geisterwelt gehasst, mit Schmach belegt und verworfen werden, welche aber von den Angehörigen des Drachens und von den Ketzern verführt werden können. Die Bösen in der Geisterwelt wollen sie beständig töten, und weil sie es aber daselbst dem Leib nach nicht können, so wollen sie es immer der Seele nach; und da sie dies nicht können, so sind sie so sehr von Hass gegen sie entbrannt, dass sie nichts Angenehmeres empfinden, als ihnen Übles zu tun. Die Getöteten bezeichnen also jene, welche das Wahre zu wissen verlangen, allein um des Falschen in der Kirche willen nicht können, was aus folgenden Stellen hervorgeht: Sach 11.4-7, Psalm 44.23-24, Jes 27.6-7, Jer 4.31, Mt 24.9, Joh 16.2-3. Töten bedeutet im Wort die Seelen verderben, was ein geistlicher Mord ist. Um des Wort Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten, bedeutet wegen ihres dem Wahren des Wortes gemäßen Lebens und wegen der Anerkennung des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Das Zeugnis wird im Himmel keinen anderen, als solchen gegeben, welche das Göttlich-Menschliche des Herrn anerkennen; denn der Herr ist es, welcher zeugt, und auch den Engeln gibt, dass sie zeugen Off 19.10.[268]
- 6.10 Und sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
"Wie lange, Herr! richtest du nicht", bedeutet, warum das Jüngste Gericht hinausgezogen werde; "und rächst nicht unser Blut", bedeutet, warum diejenigen nicht nach Gerechtigkeit verdammt werden, welche ihnen wegen der Anerkennung des Göttlich-Menschlichen des Herrn und wegen ihrem dem Wahren Seines Wortes gemäßen Lebens Gewalt angetan. Durch das Blut wird die ihnen angetane Gewalt bezeichnet. "Unter denen, die auf Erden wohnen", werden die Bösen in der Geisterwelt verstanden, vor welchen sie verwahrt wurden, damit sie keinen Schaden leiden möchten.[269]
- 6.11 Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.
Die Kleider bezeichnen das Wahre, die weißen Kleider das echte Wahre. Im Himmel sind alle nach dem Wahren, das bei ihnen ist, gekleidet. Jeder hat ein Kleid gemäß der Verbindung mit der Engelsgesellschaft. Sobald daher eine Verbindung entsteht, erscheinen sie sogleich auf dieselbe Weise gekleidet. Ihnen wurde demnach Gemeinschaft und Verbindung mit den Engeln, die im Göttlich-Wahren waren, gegeben.[270]
Ihnen wurde gesagt, sie müssten noch eine kleine Zeit warten, weil das Jüngste Gericht noch ein wenig aufgeschoben werde, bis von überall her die gesammelt seien, welche um der Anerkennung des Göttlich-Menschlichen im Herrn, und um ihres dem Wahren Seines Wortes gemäßen Leben willen von den Bösen auf gleiche Weise gehasst, mit Schmach belegt und verworfen werden. Ähnliches bezeichnet Jes 26.19-21.[271]
- 6.12 Und ich sah: Als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut,
Die Öffnung des sechsten Siegels bedeutet die vom Herrn vorgenommene Prüfung der Zustände des Lebens derer, welche innerlich böse waren, über welche das Gericht gehalten werden sollte. Das Jüngste Gericht wurde über keine anderen, als über solche gehalten, welche der äußeren Form nach als Christen erscheinen und mit dem Mund die Wahrheiten der Kirche bekannten, in der inneren Form aber oder in ihrem Herzen gegen sie waren. Weil sie so beschaffen waren, so waren sie dem Äußeren nach mit dem untersten Himmel und dem Inneren nach mit der Hölle verbunden. Solange sie mit dem untersten Himmel verbunden waren, war das Innerste ihres Willens und ihrer Liebe verschlossen, und sie erschienen daher vor anderen nicht als Böse. Als sie aber vom untersten Himmel getrennt wurden, so wurde ihr Innerstes aufgeschlossen, das durchaus das Gegenteil ihres Äußeren war, indem sie geheuchelt und gelogen hatten, dass sie Engel des Himmels, und dass die Orte, die sie bewohnen, Himmel seien. Diese sogenannten Himmel vergingen zur Zeit des Jüngsten Gerichts.[272]
Erdbeben bezeichnen die Zustandsveränderungen in der Kirche, weil die Erde die Kirche bezeichnet. In der geistigen Welt erscheint ein Erdbeben, wenn irgendwo der Zustand der Kirche umgekehrt wird und eine Veränderung erfolgt.[273]
Nicht die Sonne der Welt ist gemeint, sondern die Sonne des Engelshimmels, die göttliche Liebe und Weisheit des Herrn. Von diesen wird gesagt, dass sie verdunkelt, verfinstert, verdeckt und schwarz werden, wenn bei dem Menschen Falsches und Böses ist.[274] Das Schwarze bedeutet das Falsche.[275] Durch die Sonne wird der Herr in Ansehung der göttlichen Liebe, und daher des Guten der Liebe aus Ihm, und im entgegengesetzten Sinn die Leugnung der Gottheit des Herrn, und daher das verfälschte Gute bezeichnet. Es heißt, die Sonne sei schwarz geworden, weil das geschändete Gute an sich böse und das Böse schwarz ist. Der Mond bedeutet das Wahre des Glaubens, denn die Sonne ist rot vom Feuer, und der Mond weiß-glänzend vom Licht aus der Sonne, und das Feuer bezeichnet das Gute der Liebe, das Licht aber das Wahre aus dem Guten. Der Mond wurde wie Blut, weil das Blut das Göttlich-Wahre, und im entgegengesetzten Sinn das verfälschte Göttlich-Wahre bezeichnet. "Die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward wie Blut" bedeutet, dass bei ihnen alle Gute der Liebe geschändet, und alles Wahre des Glaubens verfälscht worden sei.[276]
- 6.13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird.
Die aus dem Wort geschöpften Kenntnisse des Guten und Wahren werden durch Sterne bezeichnet. Diese Kenntnisse des Guten und Wahren werden untergehen. Vom Himmel auf die Erde fallen bedeutet zerstreut werden. In der geistigen Welt scheint es auch, als ob die Sterne da vom Himmel auf die Erde fielen, wo die Kenntnisse des Guten und Wahren zugrunde gehen. Der vom Wind stark bewegte Feigenbaum, der seine unreifen Feigen abwirft, bedeutet durch die Vernünfteleien des vom geistigen getrennten natürlichen Menschen. Dies ist ein Vergleich, der sich aus dem Zusammenhang ergibt. Der Feigenbaum bezeichnet das natürliche Gute des Menschen, sofern es mit seinem geistlichen Guten verbunden ist, hier aber im entgegengesetzten Sinn das von seinem geistlich Guten getrennte natürlich Gutes des Menschen, welches nicht gut ist. Weil der vom Geistlichen getrennte natürliche Mensch die Kenntnisse des Guten und Wahren durch Vernünfteleien verkehrt, so folgt, dass dies durch den von starkem Wind bewegten Feigenbaum bezeichnet wird. Der Sturmwind bezeichnet die Vernünfteleien.[277]
- 6.14 Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihrem Ort.
Es heißt, dass der Himmel entwichen sei wie eine zusammengerollte Schriftrolle, weil der innere Verstand und das aus ihm kommende Denken des Menschen wie ein Himmel ist; denn sein Verstand kann in das Licht des Himmels erhoben werden und während der Erhebung in Gemeinschaft mit den Engeln über Gott, über die Liebe und den Glauben und über das ewige Leben denken; allein wenn sein Wille nicht zugleich in die Wärme des Himmels erhoben wird, so ist der Mensch doch nicht mit den Engeln des Himmels verbunden, ist also nicht wie im Himmel. Durch dieses Vermögen des Verstandes konnten die Bösen, von denen es hier geht, mit den Engeln des untersten Himmels in Gesellschaft sein; als aber diese von ihnen getrennt wurden, so entwich ihr Himmel wie eine zusammengerollte Schriftrolle. Wenn ein Pergament, das Wort, zusammengerollt wird, so erscheint nichts, was in ihm enthalten ist, und es ist, als ob es nicht wäre. Es wird also die Trennung vom Himmel und die Verbindung mit der Hölle bezeichnet.[278]
Unter den Bergen werden die verstanden, welche im Guten der Liebe sind, da die Engel (in der geistigen Welt) auf Bergen wohnen. Durch alle Berge wird alles Gute der Liebe bezeichnet. Unter den Inseln werden die vom Dienst Gottes Entfernteren bezeichnet (siehe Kommentar zu Vers 1.9); hier die, welche im Glauben und nicht so sehr im Guten der Liebe sind. Durch alle Inseln wird alles Wahre des Glaubens bezeichnet. Das Wegbewegen bezeichnet entweichen.[279]
- 6.15 Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge
Die Könige bezeichnen im geistigen Sinn jene, welche im Wahren sind; die Großen die, welche im Guten sind; die Chiliarchen (Obersten) die, welche in den Kenntnisse des Guten sind; die Reichen die, welche in den Kenntnissen des Wahren sind; die Mächtigen die, welche in Gelehrsamkeit sind; die Knechte die, welche in dergleichen durch andere, also aus dem Gedächtnis, sind; die Freien die, welche in dergleichen durch sie selbst, also durch eigenes Urteil sind. Es heißt, dass sie dies hatten, und dennoch kein damit übereinstimmendes Leben führten, weil die Bösen, ja selbst die Schlimmsten das Wissen und Verstehen der Kenntnisse des Wahren und Guten, und auch viel Gelehrsamkeit haben können, und dennoch, weil sie kein damit übereinstimmendes Leben führen, nicht wirklich in ihrem Besitz sind; denn was bloß im Verstand und nicht zugleich im Leben ist, das ist nicht im Menschen, sondern außerhalb desselben wie im Vorhof; was aber zugleich im Leben ist, das ist innerhalb desselben wie im Haus; weswegen diese erhalten und jene verworfen wurden.[280]
Sich in Höhlen und Felsen der Berge verbergen bedeutet im Bösen und im Falschen des Bösen sein, weil die, welche sich vor der Welt gestellt hatten, als ob sie im Guten der Liebe wären, und doch im Bösen waren, nach dem Tod in Höhlen verbergen; und die, welche sich gestellt hatten, als ob sie im Wahren des Glaubens wären, und doch im Bösen des Falschen waren, sich in den Felsen der Berge verstecken.[281]
- 6.16 und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
Durch die Berge werden die Neigungen zum Bösen, also das Böse, durch die Felsen das Falsche des Glaubens bezeichnet. Auf sie fallen und sie verbergen, bedeutet, sie vor dem Einfluss aus dem Himmel zu beschützen. Weil dies durch die Bestärkung im Bösen durch das Falsche, und im Falschen durch das Böse geschieht, so wird dies dadurch bezeichnet. Sich vor dem Antlitz dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes verbergen, bedeutet, bis sie nichts Göttliches mehr im Herrn anerkennen. Unter dem, der auf dem Thron sitzt, wird das Göttliche des Herrn und unter dem Lamm Er selbst in Ansehung des Göttlich-Menschlichen verstanden. Es heißt vor Seinem Antlitz und vor Seinem Zorn, weil alle, welche in den Höhlen und Felsen sind, keinen Fuß über sie herauszusetzen wagen, wegen der Qual und Pein, die sie zu leiden haben, sobald sie es tun. Die Ursache ist, dass sie den Herrn so sehr hassen, dass sie Seinen Namen nicht nennen können; und alles von der göttlichen Sphäre des Herrn erfüllt wird, die sie nicht anders von sich entfernen können, als durch die Bestärkung im Bösen durch das Falsche, und im Falschen durch das Böse. Das Angenehme des Bösen bewirkt dies. Wenn das Jüngste Gericht gehalten wird, haben jene, welche im Bösen sind und im Guten sein wollen, anfänglich Hartes zu leiden, weniger Hartes aber alsdann die welche sich in ihrem Bösen durch das Falsche bestärken; denn diese bedecken ihr Böses durch das Falsche, jene aber entblößen ihr Böses und halten dann den göttlichen Einfluss nicht aus.[282]
- 6.17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns und wer kann bestehen?
Durch den großen Zorntag des Lammes wird der Tag des Jüngsten Gerichtes bezeichnet. "Und wer kann bestehen", bedeutet, dass sie ihn vor Pein nicht aushalten können; denn wenn das Jüngste Gericht bevorsteht, so nähert sich der Herr mit dem Himmel, und von denen, welche unten in der Geisterwelt sind, können nur diejenigen die Ankunft des Herrn aushalten, welche innerlich gut sind, und innerlich gut sind, welche das Böse der Sünde fliehen, und auf den Herrn sehen.[283]
Siebtes Kapitel
Die Versiegelten
- 7.1 Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum.
Durch die vier Engel wird der ganze Himmel, und durch die vier Ecken der Erde die ganze Geisterwelt bezeichnet, welche in der Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle ist. Über die, welche in der Geisterwelt waren, wurde das Jüngste Gericht gehalten, nicht aber über jemand im Himmel oder in der Hölle. Durch die Engel wird der Himmel bezeichnet, weil unter dem Engel im höchsten Sinn der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen verstanden wird und weil der Himmel aus dem Herrn ist. Durch die vier Engel wird hier der ganze Himmel bezeichnet, weil man sie auf den vier Ecken der Erde stehen sah, und durch die vier Ecken die vier Himmelsgegenden bezeichnet werden. Es wird der ganze Himmel bezeichnet, sofern er gerade im Begriff ist, das Jüngste Gericht zu halten, weil der Herr, als das Jüngste Gericht bevorstand, die Himmel sich der Geisterwelt nähern ließ, und durch die Annäherung der Himmel eine solche Veränderung der Zustände des Inneren im Geiste bei denen, welche unten waren erfolge, dass sie nichts als Schrecken vor Augen sahen. Die Ecken bezeichnen die Himmelsgegenden und daher alle vier Ecken alle Himmelsgegenden.[284]
Das Jüngste Gericht wird gehalten, wenn die Bösen unter den Himmeln in der Geisterwelt sich so sehr vervielfältigen, dass die Engel in den Himmeln nicht mehr im Zustand ihrer Liebe und Weisheit beharren können, weil sie dann keine Stütze und keine Grundlage mehr haben. Der Herr wirkt dann, um ihren Zustand zu erhalten, mit Seinem Göttlichen stärker und stärker ein, und dies so lange, bis sie durch keinen Einfluss mehr erhalten werden können, wenn die Bösen unten nicht von den Guten getrennt werden, was durch die Annäherung der Himmel, und daher durch einen stärkeren Einfluss geschieht, bis die Bösen diesen nicht mehr aushalten. Sie fliehen dann und werfen sich selbst in die Hölle. Dies wird durch Off 6.16-17 bezeichnet. Durch die vier Winde wird die Einwirkung der Himmel bezeichnet; durch das Land, das Meer und jeden Baum wird alles Untere, und alles, was sich in diesem befindet, bezeichnet; durch das Land und das Meer alles Untere, und durch jeden Baum alles, was sich darin befindet. Die nähere und stärkere Einwirkung durch die Himmel zerstreut das Wahre bei den Bösen; so bedeutet der Wind die Zerstreuung des Wahren bei ihnen, und daher ihre Verbindung mit der Hölle und ihren Untergang. "Diese hielten die vier Winde der Erde, dass kein Wind blies über das Land, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum", bedeutet, dass der nähere, und daher stärkere Einfluss in die unteren Teile, wo die Guten mit den Bösen verbunden waren, vom Herrn zurückgehalten und gehemmt werde.[285]
- 7.2 Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne her, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun:
- 7.3 Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen.
Unter dem Engel wird hier der Herr, die göttliche Menschheit des Herrn, in Ansehung der göttlichen Liebe verstanden, denn vom Sonnenaufgang oder vom Morgen her heißt aus der göttlichen Liebe; der Herr ist nämlich in der geistigen Welt die Sonne und der Aufgang, und heißt auch so in Ansehung dieser Liebe. Aus den Befehlen an die vier Engel erhellt, dass er hier vorsieht und leitet. Engel und Gesendeter sind in der hebräischen Sprache Ein Wort, daher sich auch der Herr oft den vom Vater Gesendeten heißt, worunter das Göttliche-Menschliche verstanden wird.[286]
"Welcher das Siegel des lebendigen Gottes hatte", bedeutet, welcher allein alles und jeden kennt, und sie von einander unterscheiden und trennen kann; er kann die Knechte Gottes von denen, welche keine Knechte Gottes sind, unterscheiden und trennen.[287] Sein Anruf bedeutet die vom Herrn bewirkte Zurückhaltung und Hemmung des näheren und stärkeren Einflusses in die unteren Teile, siehe dazu den Kommentar zum vorherigen Vers. Nach dem buchstäblichen Sinn sind es vier Engel, welche den Einfluss zurückhalten sollen, allein nach dem geistigen Sinn ist es der Herr. Dass sie nicht das Land, das Meer und die Bäume beschädigen sollen, bedeutet, dass es nicht durch einen heftigen, sondern nur durch einen gemäßigten Einfluss geschehen solle, denn durch verschiedene Grade Seines Einflusses in die Himmel fügt, ordnet, mildert und mäßigt der Herr alles in diesem und in den Höllen, und durch die Himmel und Höllen alles in der Welt.[288]
Unter "an den Stirnen besiegeln" wird nicht verstanden, sie an denselben besiegeln, sondern die, welche im Guten der Liebe aus dem Herrn sind, unterscheiden und trennen, denn die Stirn bezeichnet das Gute der Liebe. Sie befinden sich im Wahren aus dem Guten vom Herrn, weil dies unter den Knechten Gottes verstanden wird. Da die Stirn die Liebe bedeutet, bei den Guten die gute Liebe, und bei den Bösen die böse Liebe, so bedeutet "an den Stirnen besiegeln" den einen von dem anderen nach der Liebe unterschieden und trennen.[289]
- 7.4 Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen Israels:
Die 144,000 bedeuten alle, welche den Herrn als den Gott des Himmels und der Erde anerkennen, und im Wahren der Lehre aus dem Guten der Liebe von Ihm durch das Wort sind. Diese werden durch 144,000 aus den zwölf Stämmen Israels bezeichnet, weil diese die Kirche bedeuten, sofern sie aus denen besteht, die im Guten und Wahren aus dem Herrn sind, und Ihn als Gott des Himmels und der Erde anerkennen. 144,000 bedeutet ähnliches wie 12, weil diese Zahl entsteht, wenn 12 mit 12 und hernach mit 10 und mit 100 multipliziert wird. Jede mit sich selbst, und dann auch mit 10, 100 oder 1000 multiplizierte Zahl hat dieselbe Bedeutung mit der Zahl, aus der sie entstanden; mithin die Zahl 144,000 dieselbe wie 144, und diese dieselbe wie 12. Ebenso machen 12,000 Besiegelte aus jedem Stamm, mit 12 multipliziert, 144,000. Die Zahl 12 bedeutet alles, und wird auf das Wahre aus dem Guten bezogen, weil 12 durch 3 x 4 entsteht, und die Zahl 3 alles in Ansehung des Wahren, und die Zahl 4 alles in Ansehung des Guten bedeutet; daher bezeichnet 12 hier alles in Ansehung des Wahren aus dem Guten der Liebe. Unter den 144,000 Besiegelten, 12,000 von jedem Stamm, werden nicht gerade so viele Juden und Israeliten verstanden, sondern alle, welche aus dem Neuen christlichen Himmel und aus der Neuen Kirche im Wahren der Lehre aus dem Guten der Liebe durch das Wort vom Herrn sein werden. Durch den Stamm wird die Religion in Ansehung des Guten des Lebens bezeichnet, und durch jeden Stamm die Kirche in Ansehung alles Guten der Liebe und alles Wahren aus diesem Guten, aus welchem das Gute des Lebens hervorgeht.[290]
- 7.5 aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm Gad zwölftausend,
Durch Jehudah wird im höchsten Sinn der Herr in Ansehung der himmlischen Liebe bezeichnet, im geistigen Sinn das himmlische Reich des Herrn, und das Wort, und im natürlichen Sinn die Lehre der himmlischen Kirche aus dem Wort. Hier aber wird durch Jehudah die himmlische Liebe bezeichnet, welche die Liebe zum Herrn ist. Weil er hier als der Erste in der Reihe genannt wird, so wird diese Liebe bezeichnet, sofern sie sich bei allen findet, welche im Neuen Himmel und in der Neuen Kirche des Herrn sein werden, denn der zuerst genannte Stamm ist das All der folgenden; er ist wie das Haupt derselben, und wie das Allgemeine, das in alle ihm zugehörigen Dinge eindringt, sie verbindet, beeigenschaftet und begreift: dies ist die Liebe zum Herrn. 12,000 bedeutet alle, welche in dieser Liebe sind, siehe vorheriger Vers.[291]
Durch Ruben wird im höchsten Sinn die Allwissenheit bezeichnet, im geistigen Sinn die Weisheit, Einsicht und Wissenschaft, so wie auch der Glaube, im natürlichen Sinn das Sehen. Hier wird unter Ruben die Weisheit bezeichnet, weil es auf Jehudah, worunter die himmlische Liebe verstanden wird, folgt, und die himmlische Liebe die Weisheit hervorbringt. Denn es gibt keine Liebe ohne ihre Gattin, welche die Wissenschaft, Einsicht und Weisheit ist; die Gattin der natürlichen Liebe ist die Wissenschaft, die der geistigen Liebe die Einsicht, und die der himmlischen Liebe die Weisheit. Die 12,000 Besiegelten bedeuten also die Weisheit aus der himmlischen Liebe bei denen, die im Neuen Himmel und in der Neuen Kirche des Herrn sein werden.[292]
Durch Gad wird im höchsten Sinn die Allmacht bezeichnet, im geistigen Sinn das Gute des Lebens, welches auch die Ausübung ist, und im natürlichen Sinn das Werk; hier das Üben im Leben, weil er auf Ruben und Jehudah folgt, und die himmlische Liebe durch die Weisheit den Nutzen hervorbringt. Liebe, Weisheit und das Üben im Leben hängen zusammen und können nicht getrennt werden; wird eines getrennt, so fallen die zwei Übrigen zusammen. Die 12,000 Besiegelte bedeuten also die Übung im Leben, welche die Weisheit aus dieser Liebe mit sich bringt, auch bei denen, welche im Neuen Himmel und der Neuen Kirche des Herrn sein werden. Alle Stämme Israels sind hier in vier Klassen geteilt, wie bei dem Urim und Thummim und beim Aufschlagen des Lagers. Jede Klasse enthält drei Stämme, weil drei als eins zusammenhängen, wie die Liebe, die Weisheit und die Ausübung, und wie die Nächstenliebe, der Glaube und das Werk. Wenn eines fehlt, so sind die übrigen beiden nichts.[293]
- 7.6 aus dem Stamm Asser zwölftausend, aus dem Stamm Naftali zwölftausend, aus dem Stamm Manasse zwölftausend,
Durch Ascher wird im höchsten Sinn die Ewigkeit bezeichnet, im geistigen Sinn die ewige Seligkeit, im natürlichen Sinn die Neigung zum Guten und Wahren. Hier wird durch Ascher die Neigung zum Nutzen schaffen bezeichnet, welche bei denen ist, die im himmlischen Reich des Herrn sind, wo sie gegenseitige Liebe heißt. Diese Liebe geht zunächst aus der Liebe zum Herrn hervor, weil die Liebe zum Herrn diejenige ist, welche den gemeinen Wesen und überhaupt jeder Gesellschaft Nutzen schafft, und diese durch Menschen schafft, welche in der Liebe zu Ihm sind. Die 12,000 Besiegelten bedeuten also die gegenseitige Liebe, welche eine Neigung ist, dem gemeinen Wesen oder der Gesellschaft Gutes zu tun oder zu nützen, bei denen, die zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche des Herrn gehören werden.[294]
Durch Naphtali wird im höchsten Sinn die eigene Macht der göttlichen Menschheit des Herrn bezeichnet, im geistigen Sinn die Versuchung und der Sieg, im natürlichen Sinn das Sträuben des natürlichen Menschen; denn er hat seine Benennung von den Kämpfen. Hier wird durch Naphtali die Wahrnehmung des Nutzens und dessen, was zum Nutzen gehört, bezeichnet, weil er in der Reihe auf Ascher folgt, durch welchen die Neigung zum Nutzen schaffen bezeichnet wird. Die, welche in den Versuchungen überwunden haben, haben auch ein tieferes Gefühl des Nützlichen, denn durch die Versuchungen werden die Tiefen des Geistes aufgeschlossen. Sie fühlen in sich, was gut, und sehen in sich, was wahr ist. Die 12,000 Besiegelten bedeuten daher die Wahrnehmung des Nutzens und dessen, was zum Nutzen gehört, bei denen, welche im Neuen Himmel und in der Neuen Kirche des Herrn sein werden.[295]
Die 12,000 Besiegelte aus dem Stamm Menasse bedeuten den Willen zu dienen, und das Tun auch bei denen, welche zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche des Herrn gehören werden. Dreierlei ist, was der Ordnung nach aufeinander folgt, auch hier: die gegenseitige Liebe, das Verstehen oder die Wahrnehmung, und der Wille oder das Tun; diese machen eins aus, so dass, wenn eines fehlt, die beiden übrigen nichts sind. Der Wille zum Dienen nebst dem Tun ist die Wirkung, als das Letzte, in welchem die beiden früheren enthalten und beisammen sind. Dass Menasse diese Bedeutung hat, ergibt sich daraus, dass Joseph, welcher der Vater Menasses und Ephraims war, das Geistige der Kirche bedeutet, und das Geistige der Kirche das Gute des Willens und zugleich das Wahre des Verstandes ist, weswegen Menasse das Freiwillige der Kirche, und Ephraim ihr Verständiges bezeichnet. Weil Menasse das Freiwillige der Kirche bezeichnet, so bedeutet es auch das Tun; denn der Wille ist das Streben alles Tuns, und wo Streben ist, da ist wo möglich auch die Tat.[296]
- 7.7 aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Issachar zwölftausend,
Durch Simeon wird im höchsten Sinn die Vorsehung bezeichnet, im geistigen Sinn die Nächstenliebe oder die Liebtätigkeit, und im natürlichen Sinn der Gehorsam und das Hören. In den vorherigen beiden Versen ging es um jene, die im himmlischen Reich des Herrn sind, in diesem Vers geht es um jene, welche im geistigen Reich des Herrn sind, und diese Liebe heißt die geistige Liebe, welche die Liebe zum Nächsten, und so die Liebtätigkeit ist. Die 12,000 Besiegelten bedeuten die geistige Liebe, welche die Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit ist, bei denen, welche zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche des Herrn gehören werden.[297]
Durch Levi wird im höchsten Sinn die Liebe und Barmherzigkeit bezeichnet, im geistigen Sinn die tätige Nächstenliebe, welche das Gute des Lebens ist, und im natürlichen Sinn die Zusammengesellung und Verbindung. Hier wird durch Levi die Liebe oder die Neigung zum Wahren und die Einsicht aus ihr bezeichnet, weil er auf den Simeon folgt, und in dieser Reihe der Mittlere ist. Die 12,000 Besiegelten bedeuten den Sinn für das Wahre aus dem Guten, woraus die Einsicht kommt, bei denen, die zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche gehören werden.[298]
Durch Isaschar wird im höchsten Sinn das Göttlich-Gute des Wahren und das Göttlich-Wahre des Guten, im geistigen Sinn die himmlische Gattenliebe bezeichnet, welche die zwischen dem Guten und Wahren ist, und im natürlichen Sinn die Vergeltung. Hier bezeichnet Isaschar aber das Gute des Lebens, weil er in dieser Reihe der Dritte in der Ordnung ist, und der Dritte in jeder Reihe das Letzte bezeichnet, welches durch die zwei früheren wie die Wirkung durch ihre Ursachen hervorgebracht wird. Die Wirksamkeit der geistigen Liebe, welche die Liebe gegen den Nächsten ist, und durch Simeon bezeichnet wird, bringt durch die Neigung zum Wahren, welche durch Levi bezeichnet wird, das Gute des Lebens hervor, welches Isaschar ist. Die 12,000 Besiegelte bedeuten das Gute des Lebens bei denen, die zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche des Herrn gehören werden.[299]
- 7.8 aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Josef zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin zwölftausend versiegelt.
Durch Sebulon wird im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen selbst und des Göttlich-Menschlichen im Herrn bezeichnet, im geistigen Sinn die Ehe des Guten und Wahren bei denen, die im Himmel und in der Kirche sind, und im natürlichen Sinn die eheliche Liebe selbst. Die eheliche Liebe des Guten und Wahren, die hier durch Sebulon bezeichnet wird, ist die eheliche Liebe des Herrn und der Kirche; der Herr ist das Gute der Liebe selbst und wirkt darauf hin, dass die Kirche das Wahre aus diesem Guten wird. Ein Beiwohnen entsteht, wenn der Mensch der Kirche im Wahren das Gute aus dem Herrn aufnimmt, wo dann bei dem Menschen eine Ehe des Guten und Wahren entsteht, welche die Kirche selbst ist, und der Himmel wird. Die 12,000 Besiegelten bedeuten die eheliche Liebe zwischen dem Guten und Wahren, auch bei denen, die zum Neuen Himmel und zur Neuen Kirche des Herrn gehören werden.[300]
Durch Joseph wird der Herr in Hinsicht des Göttlich-Geistigen bezeichnet, im geistigen Sinn das geistige Reich, und im natürlichen Sinn das Fruchtbringen und die Vervielfältigung. Hier wird durch Joseph die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, welche bei denen ist, die im geistigen Reich des Herrn sind, weil Joseph nach dem Stamm Sebulon und vor dem Stamm Benjamin genannt wird, also in der Mitte steht, und der Stamm, welcher in der Reihe oder Klasse zuerst genannt wird, eine Liebe bezeichnet, die im Willen liegt, der Stamm aber, der nach diesem genannt wird, etwas der Weisheit, die im Verstand ist, Angehöriges bedeutet, und der Stamm, welcher zuletzt genannt wird, einen Nutzen oder eine Wirkung von jenen bezeichnet. Dass Joseph hier die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet, gründet sich darauf, weil er hier an Ephraims Stelle steht, und durch diesen das Verständige der Kirche bezeichnet wird, und das Verständige der Kirche ganz auf der Lehre des Guten und Wahren aus dem Wort beruht. Dass Joseph hier an Ephraims Stelle steht, ergibt sich daraus, weil Menasse, welcher der andere Sohn Josephs war, und das Freiwillige der Kirche bezeichnet, vorher unter den Stämmen aufgeführt wurde.[301]
Da durch Sebulon die eheliche Liebe des Guten und Wahren, und durch Joseph die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet wird, so bedeutet Benjamin, weil er der Dritte in der Reihe ist, das Leben des Wahren aus dem Guten. Die 12,000 Besiegelten bezeichnen das Leben des Wahren aus dem Guten nach der Lehre bei denen, die im Neuen Himmel und in der Neuen Kirche des Herrn sein werden.[302]
In der Aufzählung der Stämme Israels werden Dan und Ephraim nicht genannt, weil Dan der Letzte der Stämme war und sein Stamm an der äußersten Grenze des Landes Kanaan wohnte, und so im Neuen Himmel und in der Neuen Kirche des Herrn, wo bloß Himmlische und Geistige sein werden, nichts bedeuten konnte; daher steht anstatt Dans Menasse und für Ephraim steht Joseph.[303]
Die große Schar aus allen Völkern
- 7.9 Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen,
Durch die große Schar werden die Übrigen bezeichnet, welche nicht unter den Aufgezählten begriffen und doch im Himmel und in der Kirche des Herrn sind. Dies geht aus den folgenden Versen hervor. Zählen bedeutet im geistigen Sinn die Beschaffenheit oder wie sie beschaffen sind, erkennen. Daher wird unter der großen Schar, die niemand zählen konnte, im natürlichen Sinn nach den Worten verstanden, dass es eine so ungeheure Menge war, im geistigen Sinn aber, dass nur allein der Herr erkenne, wie sie beschaffen sind. Der Himmel des Herrn beinhaltet unzählige Gesellschaften und die Gesellschaften sind im Allgemeinen, und ebenso auch alle in jeder Gesellschaft insbesondere nach den Verschiedenheiten der Neigungen unterschieden. Die Beschaffenheit jeder Neigung kennt allein der Herr, und ordnet nach derselben alle ein. Wer insbesondere die sind, welche eine große Schar heißen, kann man nicht wissen, ohne ein Geheimnis aufzudecken: Der ganze Himmel zugleich mit der Kirche auf Erden ist vor dem Herrn wie Ein Mensch; und weil er wie Ein Mensch ist, so gibt es in ihm solche, welche das Haupt und so auch das Angesicht mit allen seinen Sinnen, und solche, welche in ihm den Leib mit allen seinen Gliedern ausmachen. Die oben aufgezählt worden, sind die, welche das Angesicht mit allen seinen Sinnesorganen, die nun erwähnt werden, welche den Leib mit allen seinen Gliedern ausmachen. Die erste Abteilung der Stämme, Vers 5, sind die, welche der Stirn bis zu den Augen entsprechen, die zweite Abteilung, Vers 6, Augen und Nase, die dritte, Vers 7, Ohren und Wangen, die vierte, Vers 8, Mund und Zunge. Es gibt auch eine innere und eine äußere Kirche des Herrn. Die zwölf Stämme machen die innere Kirche des Herrn aus, die jetzt erwähnt werden, machen die äußere Kirche aus, die mit den oben aufgezählten wie als eines zusammenhängen, wie der Leib mit dem Haupt. Daher bezeichnen die zwölf Stämme Israels die oberen Himmel, diese aber die unteren Himmel.[304]
Unter allen Völkerschaften und Stämmen werden die verstanden, die in der Religion aus dem Guten sind, und zum untersten Himmel gehören, unter den Völkerschaften die, welche im Guten sind, unter dem Stamm die Religion, unter den Völkern und Zungen werden die verstanden, die im Wahren aus der Lehre sind; unter den Völkern, die im Wahren sind, unter den Zungen die Lehre. Durch aus allen Völkerschaften, Stämmen, Völkern und Zungen werden also im geistigen Sinn alle in der christlichen Welt zusammen bezeichnet, welche in der Religion aus dem Guten und im Wahren aus der Lehre sind.[305]
Vor dem Thron und vor dem Lamm stehend bedeutet, die auf den Herrn hören und tun, was Er gebietet.[306] Mit weißen Kleidern angetan bedeutet, eine Gemeinschaft und Verbindung mit den Himmeln haben. Siehe dazu Kommentar zu Vers 6.11. Palmen in den Händen halten bedeuten die Bekenntnisse aus dem Göttlich-Wahren, weil die Palmen das Göttlich-Wahre bezeichnen.[307]
- 7.10 und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm!
Mit lauter Stimme rufen, bedeutet die Anerkennung von Herzen. "Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm", bedeutet, dass der Herr das Heil selbst sei, und dass das Heil von Ihm komme, dass Er also der Heiland sei. Unter dem auf dem Thron Sitzenden und dem Lamm wird der Herr allein verstanden; unter dem auf dem Thron Sitzenden Sein Göttliches, vom dem Er ausgegangen, und unter dem Lamm Sein Göttlich-Menschliches, siehe dazu Kommentar zu Vers 5.7. Es wird beides genannt, weil Er aus Seinem Göttlichen, von dem Er abstammte, durch Sein Göttlich-Menschliches Heiland war. Dass diese Eins seien erhellt aus den Stellen, in welchen es heißt, dass das Lamm mitten auf dem Thron war. Off 5.6 Off 7.17 [308]
- 7.11 Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an
Unter den Tieren (Gestalten) und den Ältesten werden, wie zuvor, die Engel der oberen Himmel verstanden, unter den Engeln hier die Engel der unteren Himmel, also alle im ganzen Himmel. Stehen bedeutet hören und tun, was Er befielt.[309] Aufs Angesicht fallen und anbeten bedeutet die Selbsterniedrigung ihres Herzens und die aus ihr kommende Anbetung des Herrn. Vor dem Herrn sich erniedrigen und ihn anbeten, wird bezeichnet durch vor dem Thron niederfallen und Gott anbeten, weil unter Gott Sein Göttliches, welches das Göttliche ist, von dem der Herr abstammte, und zugleich Sein Göttlich-Menschliches verstanden wird, denn beide sind Ein Gott, weil sie Eine Person sind.[310]
- 7.12 und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
In diesem Vers kommt Amen am Anfang und am Ende vor. Am Anfang bedeutet es die göttliche Wahrheit und die Bestätigung aus ihr. Am Ende bedeutet es die Bestätigung und die Übereinstimmung aller, dass es Wahrheit sei.[311] "Segen und Herrlichkeit und Weisheit und Danksagung" (Anm.: die Übersetzungen unterscheiden sich) bedeutet das geistig Göttliche des Herrn. Alle Anerkennung und alles Bekenntnis des Herrn begreift im Allgemeinen zweierlei in sich: Dass Er die Liebe und Weisheit selbst sei, und dass daher die Liebe und alles, was zu ihr gehört bei denen, welche im Himmel und in der Kirche sind, von Ihm sei, ebenso die Weisheit und alles, was zu ihr gehört. Was aus der göttlichen Liebe des Herrn hervorgeht, heißt das himmlische Göttliche, und was aus Seiner göttlichen Weisheit hervorgeht, heißt das geistige Göttliche. Unter "Ehre, Kraft und Stärke" wird das himmlische Göttliche verstanden. Der Segen, welcher daraus hervorgeht, bezeichnet beides. Die Herrlichkeit wird gesagt vom Göttlich-Wahren, also vom geistig Göttlichen, worauf sich die Weisheit bezieht. Dies ist auch bei der Danksagung der Fall, weil sie aus dem Göttlich-Wahren geschieht. Im Wort findet sich eine Ehe des Guten und Wahren, und es gibt Wörter, welche sich auf das Gute, und Wörter, welche sich auf das Wahre beziehen. Diese können von keinem unterschieden werden, der nicht dem geistigen Sinn nachforscht. [312] "Unserem Gott in die Zeitläufe der Zeitläufe", bedeutet, dass es im Herrn und vom Herrn in Ewigkeit sei.[313]
- 7.13 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen?
- 7.14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes.
Johannes wurde hierüber befragt, weil es im Wesen aller Gottesverehrung liegt, dass der Mensch zuerst will, ein Verlangen hat, und bittet, und der Herr dann antwortet, unterrichtet und tut; anders nimmt der Mensch nichts Göttliches auf. Da Johannes ein Verlangen hatte, zu wissen und zu fragen, wer die mit den weißen Kleidern seien, und dies im Himmel bemerkt wurde, so wurde er zuerst gefragt und dann unterrichtet. Der Herr gibt, dass man bittet und um was man bitten soll, weil Er es auch voraus weiß. Trotzdem will der Herr, dass der Mensch zuvor bitte, damit er es wie aus sich tue, und es ihm so zugeeignet werde.[314]
Die aus der großen Trübsal kommen, sind jene, die in Versuchungen gewesen waren und gegen das Böse und Falsche gekämpft hatten. Dass sie ihre Kleider gewaschen haben, bedeutet, dass es die seien, die ihre Religion vom Bösen und Falschen gereinigt haben, denn Waschen bedeutet im Wort, sich vom Bösen und Falschen reinigen; durch die langen Kleider werden die allgemeinen Wahrheiten bezeichnet, die Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes, nach denen sie gelebt haben, und auf die sich ihre Religion gründet. Weil sich alle Religion auf das Gute und Wahre bezieht, werden die langen Kleider zweimal genannt, nämlich: Sie haben ihre Kleider gewaschen und dieselben weiß gemacht. Die langen Kleider oder die Religionsarten werden bloß bei denen, welche gegen das Böse kämpfen, und so das Falsche verwerfen, mithin durch Versuchungen gereinigt, welche durch die große Trübsal bezeichnet werden.[315]
Durch die langen Kleider werden die Wahrheiten aus dem Wort bezeichnet, welche die Religion bilden. Dass es heißt, sie haben ihre Kleider weiß gemacht im Blut des Lammes, ist deswegen, weil das Weiße vom Wahren gesagt wird; sie haben also das Falsche durch das Wahre gereinigt. Es bedeutet auch, dass sie so vom Herrn umgebildet worden seien, denn alle, welche gegen das Böse in der Welt gekämpft und an den Herrn geglaubt haben, werden nach dem Ausgang aus der Welt vom Herrn belehrt und von den Irrtümern ihrer Religion durch das Wahre abgeführt und umgebildet. Das Blut bedeutet das Göttlich-Wahre des Herrn im Wort.[316]
- 7.15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen.
Vor dem Thron Gottes sein bedeutet in der Gegenwart des Herrn sein. Ihm Tag und nach dienen bedeutet standhaft und getreu nach dem Wahren, das heißt, nach den Vorschriften leben, die sie von Ihm empfangen. In seinem Tempel bedeutet in Seiner Kirche. Der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen, bedeutet, dass der Herr in das Wahre, das sie von Ihm empfangen, immerfort das Gute gebe. Im Wort wird das Wohnen vom Guten gesagt, und das Dienen vom Wahren.[317]
- 7.16 Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze;
Nicht hungern, bedeutet keinen Mangel am Guten, und nicht dürsten, keinen Mangel am Wahren haben, weil durch Brot und Speise das Gute, durch Wein und Wasser das Wahre bezeichnet wird.[318] Dass auf sie nicht mehr die Sonne fallen wird, bedeutet, dass sie keine Lust am Bösen haben werden. Dass auf sie keine Hitze fallen wird, bedeutet, dass sie keine Lust am Falschen haben werden.[319]
- 7.17 denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Durch das Lamm mitten auf dem Thron wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen im Innersten, und so in allem vom Himmel bezeichnet. In der Mitte bedeutet im Innersten, der Thron ist der Himmel. Wer im Innersten und so in allem vom Himmel ist, der allein weidet, das ist, lehrt alle. Er kann deswegen alle weiden, weil Er Gott ist, und weil Er im ganzen Himmel wie die Seele in einem Leib ist. Weiden bedeutet lehren, weil die Kirche im Wort eine Herde heißt; und die Menschen der Kirche Schafe und Lämmer genannt werden, weswegen dann Weiden das Lehren, und der Hirt den Lehrenden bezeichnet.[320]
Durch die lebendige Wasserquelle wird der Herr und das Wort bezeichnet, durch das Wasser das Wahre; das Göttlich-Wahre des Wortes, wenn es Sache des Lebens wird, was geschieht, wenn man nach ihm lebt, wodurch eine Verbindung mit dem Herrn bewirkt wird. Sie zu den lebendigen Wasserquellen führen bezeichnet daher, sie durch die Wahrheiten des Wortes zur Verbindung mit dem Herrn führen.[321]
"Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen", bedeutet, dass sie nicht mehr in Kämpfen gegen das Böse und Falsche, und so nicht mehr in Schmerzen sein werden, sondern im Guten und Wahren, und daher in himmlischen Freuden vom Herrn. Dies ergibt sich aus den vorhergehenden Versen.[322]
Achtes Kapitel
Ab diesem Kapitel geht es um jene, welche in den zwei Reichen des Himmels, und von denen, welche in den zwei Reichen der Hölle sind. Bis zum 16. Kapitel geht es um jene, welche im geistigen Reich des Himmels und im dem ihm entgegengesetzten satanischen Reich der Hölle sind. Das 17. und 18. Kapitel handelt von denen, welche im himmlischen Reich des Himmels und dem im entgegengesetzten teuflischen Reich der Hölle sind. Nachher geht es um das Jüngste Gericht, zuletzt von der neuen Kirche, das Neue Jerusalem. Diese bildet den Beschluss von allem Vorhergehenden, weil sie der Endzweck ist, wegen welchen es ist.[323]
Das siebente Siegel
- 8.1 Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.
Die Öffnung des siebten Siegels bedeutet die vom Herrn vorgenommene Prüfung des Zustandes der Kirche und daher des Lebens derer, die in ihrem geistigen Reich sind, also derjenigen, die in der Nächstenliebe und in deren Glauben, und zwar hier die, welch im bloßen Glauben sind. Dies wird aus den folgenden Kapiteln ersichtlich. Was das Siegel öffnen bedeutet, siehe Kommentar zu Vers 5.2. Die halbe Stunde Stille im Himmel bedeutet, dass die Engel aus dem geistigen Reich des Herrn sehr verwundert waren, als sie die sahen, welche sagten, sie seien im Glauben, in einem solchen Zustand sahen. Eine halbe Stunde bedeutet sehr, weil durch die Stunde der volle Zustand bezeichnet wird.[324]
- 8.2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.
Durch die sieben Engel wird der ganze Himmel bezeichnet, weil sieben alle oder alles, und daher das Ganze und das All bedeutet, und durch die Engel im höchsten Sinne der Herr, und beziehungsweise der Himmel bezeichnet wird, hier der geistige Himmel. Vor Gott stehen bedeutet hören und tun, was Er befiehlt.[325] Durch die Posaunen wir hier Ähnliches bezeichnet wie durch blasen, weil sie auf denselben bliesen. Auf Posaunen blasen, bedeutet zu Feierlichkeiten zusammenrufen, hier die Prüfung und Enthüllung derer, welche im bloßen Glauben sind, mithin der Angehörigen der protestantischen Welt.[326]
- 8.3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.
Durch den Altar, an dem der Engel stand, und durch das goldene Rauchfass, das er in seiner Hand hielt, wird der Dienst des Herrn aus der geistigen Liebe bezeichnet. Dieser Dienst wird aus dem Guten der Nächstenliebe durch das Wahre des Glaubens gebildet. Bei den Kindern Israels waren zwei Altäre: Der eine außerhalb der Stiftshütte hieß der Brandopferaltar, weil die Brandopfer und andere Opfer auf ihm verrichtet wurden. Der Altar innerhalb der Stiftshütte hieß der Rauchaltar, so wie auch der goldene Altar. Dass zwei Altäre waren, hatte seinen Grund darin, weil der Dienst des Herrn seinen Ursprung in der himmlischen Liebe und in der geistigen Liebe hat. Dass Johannes Altäre, Rauchpfannen und Rauchwerk sah, geschah nicht deswegen, weil es dergleichen im Himmel gibt; sie waren bloß Vorbilder der Verehrung des Herrn in ihm.[327]
Durch die Gebete wird das bezeichnet, was bei der Verehrung zur Nächstenliebe und zum Glauben aus ihr gehört; die Gebete, die Rauchwerk heißen, bezeichnen die Rührungen des Guten und Wahren. Unter den Heiligen werden die verstanden, welche aus dem geistigen Reich des Herrn sind. Durch viel Rauchwerk, mit den Gebeten aller Heiligen auf dem Altar dargebracht, wird die Versöhnung bezeichnet, damit sie von den Geistern des satanischen Reiches keinen Schaden leiden möchten. Dies beruht darauf, weil die Versöhnung und Entsündigung durch Rauchwerk geschah, besonders wenn Gefahren bevorstanden, siehe dazu 4.Mos 17.7-15, 2.Mos 30.1-10 und 3.Mos 16.11-13.[328]
- 8.4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand des Engels hinauf vor Gott.
Durch den Rauch des Rauchwerks, der zu Gott empor stieg, wird das Annehmbare und Angenehme bezeichnet. Dieser Vers bedeutet den Schutz durch den Herrn.[329]
- 8.5 Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben.
Das Rauchfass und Rauchwerk bezeichnen die geistige Liebe, wie schon zuvor erklärt, und auch weil im Wort das Enthaltene dieselbe Bedeutung hat mit dem Enthaltenen, z.B. der Becher und die Schale mit dem Wein und der Speise. Mt 23.25-26 Luk 22.20 Das Feuer des Brandopferaltars bedeutet die himmlische göttliche Liebe, weil durch jenen Altar die aus dieser Liebe kommende Gottesverehrung bezeichnet wird, und das Feuer im höchsten Sinn die göttliche Liebe bedeutet. Die geistige Liebe, welche die Nächstenliebe ist, hat ihr Wesen von der himmlischen Liebe, welche die Liebe zum Herrn ist. Das Rauchfass auf die Erde werfen, bedeutet den Einfluss in das Untere, in jene Orte, wo sich die befanden, die in dem von der Nächstenliebe getrennten Glauben waren.[330]
Hier bezeichnen die Blitze, Stimmen und Donner die Vernünfteleien über den bloßen Glauben, und die Beweisführungen und Bestätigungen für denselben. Die Erdbeben deuten die Zustandsveränderungen der Kirche an, hier, dass man wahrgenommen habe, dass der Zustand der Kirche bei ihnen, die im bloßen Glauben waren, dem Untergang entgegengehe. Dass das Rauchfass von dem Engel auf die Erde geworfen wurde, noch ehe die sieben Engel die Posaunen zu blasen anfingen, geschah deswegen, damit durch den Einfluss eine Verbindung derer, welche sich im geistigen Himmel befanden, mit denen unten, welche im bloßen Glauben waren, eröffnet würde.[331]
Die ersten sechs Posaunen
- 8.6 Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet zu blasen.
Aus 4.Mos 10.1-10 kann man sehen, was durch das Blasen der Posaunen oder Trompeten bezeichnet wird. Hier wird durch das Blasen der sieben Engel die Untersuchung und Enthüllung des kirchlichen Zustandes derjeniger angedeutet, deren Religion im bloßen Glauben besteht. Dies wird aus diesem und den folgenden Kapiteln bis zum 16ten klar, sofern sie im geistigen Sinn verstanden werden.[332]
- 8.7 Und der erste blies seine Posaune; und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und fiel auf die Erde; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.
Die Posaune blasen, bedeutet untersuchen und bekanntmachen. Hier bedeutet das Posaunen dieses ersten Engels die Untersuchung und Offenbarung des Zustandes der Kirche bei denen, welche innerlich im bloßen Glauben sind. Land und Meer (im nächsten Vers) bedeuten überall in der Offenbarung die ganze Kirche, unter dem Land die Kirche bei denen, welche in ihrem Inneren sind und unter dem Meer die Kirche bei denen, welche in ihrem Äußeren sind. In der geistigen Welt erscheinen jene, welche im Inneren der Kirche sind, auf dem Trockenen, und die, welche in ihrem Äußeren sind, wie auf dem Meer. Erstere sind die Geistlichen, oder jene, welche tiefer in die Lehren der Kirche eingedrungen sind und sie aus dem Wort bestätigt haben, das andere die Laien, bei denen dies nicht so der Fall ist.[333]
Hagel bezeichnet das Falsche, sofern es das Gute und Wahre zerstört. Das Feuer bedeutet die höllische Liebe, das Blut die Verfälschung des Wahren. Dass dies dadurch bezeichnet wird, beruht darauf, weil in der geistigen Welt dergleichen erscheint, wenn die Sphäre der göttlichen Liebe und Weisheit des Herrn aus dem Himmel sich herablässt in die Gesellschaften unten, in welchen das Flasche aus der höllischen Liebe ist, durch welches das Wort verfälscht wird.[334]
Durch die Erde, auf welche der Hagel und das mit Blut vermischte Feuer fielen, wird die Kirche bei denen bezeichnet, die in deren Innerem, mithin im bloßen Glauben sind, die Geistlichen. Durch den dritten Teil wird alles in Ansehung des Wahren, so wie durch den vierten Teil alles in Ansehung des Guten bezeichnet. Verbrennen bedeutet zugrunde gehen, hier durch das Flasche aus der höllischen Liebe. Durch den Baum wird der Mensch bezeichnet. Das grüne Gras bezeichnet dasjenige Gute und Wahre der Kirche und des Glaubens, das im natürlichen Menschen zuerst vorkommt. Weil der Glaube vom Guten und Wahren lebt, bezeichnet das Verbrennen des grünen Grases, dass alles Lebendige des Glaubens zugrunde gegangen sei. Alles Lebendige des Glaubens geht zugrunde, wenn keine Neigung zum Guten und kein Sinn für das Wahre da ist. Die den Glauben von der Liebe trennen, sind in der geistigen Welt nicht nur der Lehre, sondern auch dem Leben nach in einer Wüste, wo auch kein Gras wächst.[335]
- 8.8 Und der zweite Engel blies seine Posaune; und es stürzte etwas wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut,
Was das Blasen der Posaune bedeutet, siehe die Erläuterung zu Vers 6. Nun ist von jenen die Rede, welche äußerlich im bloßen Glauben sind, den Laien, siehe dazu die Erläuterung zu Vers 7. Durch den Berg wird die Liebe bezeichnet, durch den mit Feuer brennenden Berg die höllische Liebe. Die Ursache dieser Erscheinung ist, dass der bloße Glaube ein von der Liebe getrennter Glaube ist, und wo keine Liebe, das heißt, keine Nächstenliebe, welches die geistige Liebe ist, da ist die höllische Liebe.[336] Durch den dritten Teil wird alles bezeichnet, das Blut bedeutet die Verfälschung des Wahren im Wort, durch das Meer wird die Kirche bei denen bezeichnet, die in ihrem Äußeren, und im bloßen Glauben sind. Sie erscheinen in der geistigen Welt wie im Meer, weil die Wasser das Wahre bezeichnen, und das Meer ihr allgemeines Behältnis ist.[337]
- 8.9 und der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde vernichtet.
Durch den dritten Teil werden jene alle bezeichnet; unter den Geschöpfen werden die verstanden, die gebessert werden können, weil durch das Schaffen das Bessern bezeichnet wird. Welche Seelen hatten (lebendig), bedeutet, welche durch die Besserung das Leben empfangen können. Durch das, dass sie gestorben seien, wird bezeichnet, dass die, welche bloß nach jenem Glauben leben, es nicht können. Dies deswegen, weil alle durch den mit der Liebe vereinigten Glauben gebessert werden und niemand durch den bloßen Glauben, denn die Liebe ist das Leben des Glaubens. Unter den Fischen oder den Geschöpfen des Meeres werden außerdem die Neigungen verstanden, welche in den allgemeinen Wahrheiten sind, folglich mehr natürlich als geistig sind. Die Schiffe bedeuten die Kenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort, welche zum Gebrauch für das Leben dienen. Diese alle gingen bei jenen verloren.[338]
- 8.10 Und der dritte Engel blies seine Posaune; und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und auf die Wasserquellen.
Das Blasen des Engels auf der Posaune bedeutet die Untersuchung und Enthüllung der Kirche bei denen, deren Religion im bloßen Glauben besteht, in Ansehung der Beschaffenheit ihrer Neigung zu den Wahrheiten aus dem Wort und der Aufnahme derselben. Diese Bedeutung erschließt sich aus dem, was nun folgt, wenn man es im geistigen Sinn versteht.[339]
Der vom Himmel fallende große Stern bedeutet die Erscheinung der eigenen Einsicht in dem Stolz, der seinen Ursprung in einer höllischen Liebe hat. Dies beruht darauf, weil man ihn wie eine Fackel brennen sah, und sein Name Wermut hieß, durch Stern und Fackel aber die Einsicht bezeichnet wird, und zwar die eigene Einsicht, weil man sie brennen sah, und alle eigene Einsicht brennt vom Stolz, der Stolz aber aus der höllischen Liebe entspringt, welche durch den mit Feuer brennenden Berg (Vers 8) bezeichnet wird. Der Wermut bedeutet das höllische Falsche, aus dem jene Einsicht hervorgeht und sich bildet.[340]
Die Flüsse bedeuten die Wahrheit in Menge, weil durch die Wasser die Wahrheiten bezeichnet werden und die Wasserquellen das Wort bedeuten. Dass die Wahrheiten des Wortes gänzlich verfälscht worden seien, ergibt sich aus dem Folgenden: Der dritte Teil der Wasser war Wermut, der das höllische Feuer bezeichnet.[341]
- 8.11 Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren.
Durch den Stern wird die eigene Einsicht bezeichnet, welche ihren Grund im Hochmut hat, der aus einer höllischen Liebe entspringt. Der Wermut bedeutet das höllische Falsche. Die Wasser bezeichnen die Wahrheiten, hier die Wahrheiten des Wortes, weil vom Glauben die Rede ist. Der dritte Teil bedeutet alles. Zusammengefasst: Durch das höllische Falsche, aus dem ihre eigenen Einsicht entsprang, wurde alles Wahre des Wortes verfälscht.[342]
Viele Menschen starben, bedeutet die Auslöschung des geistigen Lebens. Die bitter gewordenen Wasser bedeuten die verfälschten Wahrheiten des Wortes. Das Bittere bezeichnet das Verfälschte, weil das Bittere des Wermuts darunter verstanden und durch den Wermut das höllische Falsche bezeichnet wird. Geistiges Leben hat ein Christ nirgends anderswoher, als aus den Wahrheiten des Wortes, denn in ihnen ist Leben. Wenn aber die Wahrheiten des Wortes verfälscht sind, und der Mensch sie nach dem Falschen seiner Religion versteht und ansieht, so verlischt das geistige Leben bei ihm.[343]
- 8.12 Und der vierte Engel blies seine Posaune; und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, sodass ihr dritter Teil verfinstert wurde und den dritten Teil des Tages das Licht nicht schien und in der Nacht desgleichen.
Das Blasen des vierten Engels bedeutet die Untersuchung und Enthüllung des kirchlichen Zustandes bei denen, welchen die Religion im bloßen Glauben besteht; dass sie im Bösen des Falschen und im Falschen des Bösen seien. Dies ergibt sich aus dem Folgenden, wenn man es im geistigen Sinn versteht.[344]
Der dritte Teil bedeutet alles; durch die Sonne wird die Liebe bezeichnet, durch den Mond die Einsicht und der Glaube, durch die Sterne die Kenntnisse des Wahren und Guten aus dem Wort. Verfinstert werden bedeutet nicht gesehen noch erkannt werden wegen des Bösen aus dem Falschen und des Falschen aus dem Bösen. Das Böse aus dem Falschen ist bei denen, die das Falsche der Religion annehmen, und es bekräftigen bis es wie Wahres erscheint, und wenn sie dann danach leben, so tun sie das Böse aus dem Falschen oder das Böse des Falschen. Das Falsche aus dem Bösen ist bei denen, die das Böse nicht für Sünde halten, und zwar besonders dann, wenn sie durch Schlüsse aus dem natürlichen Menschen, und überdies auch aus dem Wort, sich selbst bestärken, dass das Böse nicht Sünde sei. Die Bestärkungen selbst sind das Falsche aus dem Bösen, und heißen das Falsche des Bösen. Dass die Finsternis diese Bedeutung hat, beruht darauf, weil das Licht das Wahre bezeichnet, und, wenn es ausgelöscht wird, Finsternis entsteht.[345] Nicht die Sonne der Welt ist gemeint, sondern die Sonne des Engelshimmels, die göttliche Liebe und Weisheit des Herrn. Von diesen wird gesagt, dass sie verdunkelt, verfinstert, verdeckt und schwarz werden, wenn bei dem Menschen Falsches und Böses ist.[346]
Unter dass der Tag nicht schien, wird verstanden, dass kein Licht aus der Sonne, und unter der Nacht desgleichen, dass kein Licht aus dem Mond und den Sternen mehr da sei. Durch das Licht wird im Allgemeinen das Göttlich-Wahre bezeichnet, das Wahre aus dem Wort. Das Licht der Sonne bezeichnet das geistige Göttlich-Wahre, das Licht des Mondes und der Sterne das natürliche Göttlich-Wahre, beides aus dem Wort. Der geistige Sinn des Wortes fließt auch in seinem natürlichen Sinn ein, wie die Sonne mit ihrem Licht in den Mond. Ebenso erleuchtet auch der geistige Sinn des Wortes die Menschen, selbst jene, die nichts von diesem Sinn wissen, während sie das Wort im natürlichen Sinn lesen. Jedoch erleuchtet er den geistigen Menschen wie das Sonnenlicht sein Auge, den natürlichen Menschen aber wie das Licht des Mondes und der Sterne. Die Verfinsterung von beiderlei Licht bedeutet daher, dass nichts Geistig-Wahres und nichts Natürlich-Wahres aus dem Wort, das zur Lehre und zum Leben diente, mehr bei ihnen sei.[347]
- 8.13 Und ich sah, und ich hörte, wie ein Adler mitten durch den Himmel flog und sagte mit großer Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen wegen der anderen Posaunen der drei Engel, die noch blasen sollen!
Unter dem Engel (Adler) wird im höchsten Sinn der Herr, und daher auch etwas vom Herrn Kommendes verstanden. In der Mitte des Himmels fliegen und sprechen, bedeutet innewerden und verstehen, und, wenn vom Herrn die Rede ist, vorsorgen und vorsehen, hier aber belehren und voraussagen.[348]
Durch Wehe wird die Wehklage über ein Übel bei jemand, und folglich über dessen unglückseligen Zustand bezeichnet. Hier über den Zustand derer in der Kirche, welche sich nach Lehre und Leben in dem von der Nächstenliebe getrennten Glauben bestärkt haben. Die dreimalig Wiederholung bezeichnet die tiefste Wehklage, weil drei alles und das Vollständige bedeutet. Unter denen, die auf Erden wohnen, werden die verstanden, die in der Kirche sind, wo das Wort und durch dasselbe der Herr bekannt ist. Durch die Posaunenstimmen der drei Engel, die noch blasen werden, wird die Untersuchung und Enthüllung des Zustandes der Kirche und des Lebens bei denen bezeichnet, die sich nach Lehre und Leben in dem von der Nächstenliebe getrennten Glauben bestärkt haben.[349]
Neuntes Kapitel
Die Verse 1-11 beschreiben jene, die die Rechtfertigung durch den Glauben allein aus dem Wort begründen. Sie werden von den Engeln Nachteulen, Fledermäuse, oder auch Heuschrecken genannt.[350]
- 9.1 Und der fünfte Engel blies seine Posaune; und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm wurde der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben.
Das Blasen bedeutet die Untersuchung und Offenbarung des Zustandes der Kirche, und daher des Lebens bei denen, deren Religion im bloßen Glauben besteht, also bei jenen der protestantischen Kirche, die darum Gelehrte und Weise heißen, weil sie sich in dem von der Liebe getrennten Glauben und in der Rechtfertigung der Seligmachung durch ihn allein bestärkt haben. Siehe dazu Kommentar zu Vers 8.6[351]
Der Stern bezeichnet hier das geistige Göttlich-Wahre, weil er aus dem geistigen Himmel herab fiel. Er bedeutet das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Nächstenliebe. Die Erde bedeutet hier die entsprechende Kirche.[352] Die aus dem Wort geschöpften Kenntnisse des Guten und Wahren werden durch Sterne bezeichnet. Diese Kenntnisse des Guten und Wahren werden untergehen.[353]
Durch Schlüssel wird die Macht zu öffnen und zu verschließen bezeichnet. Der Abgrund bedeutet die Hölle, wo die sind, die sich in der Rechtfertigung und Seligmachung durch den bloßen Glauben bestärkt haben, welche alle aus der protestantischen Kirche sind, hier aber die, welche in ihren eigenen und daher auch vieler Anderen Augen als Gelehrte erscheinen. (siehe dazu Protestanten im Jenseits)[354]
- 9.2 Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf, und es stieg auf ein Rauch aus dem Brunnen wie der Rauch eines großen Ofens, und es wurden verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.
Der Brunnen des Abgrunds bezeichnet die Hölle. Der aufsteigende Rauch aus einem großen Ofen bedeutet das aus den Lüsten hervorgehende Falsche. Diese Lüste haben ihren Grund in bösen Grundneigungen, denn das Feuer bezeichnet die Liebe, das höllische Feuer die böse Liebe, ebenso der große Ofen, weil das Feuer macht, dass er raucht.[355]
Die Sonne und Luft bezeichnet hier das Licht des Wahren. Die Sonne bedeutet Liebe, und das Licht aus ihr das Göttlich-Wahre. Wenn es daher heißt, dass die Sonne und die Luft verdunkelt worden sind, so bedeutet dies, dass das Göttlich-Wahre zur Finsternis geworden sei.[356] Nicht die Sonne der Welt ist gemeint, sondern die Sonne des Engelshimmels, die göttliche Liebe und Weisheit des Herrn. Von diesen wird gesagt, dass sie verdunkelt, verfinstert, verdeckt und schwarz werden, wenn beim Menschen Falsches und Böses ist.[357]
- 9.3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben.
Heuschrecken bezeichnen das Falsche im Äußersten. Dies ist das, was im Äußersten des menschlichen Lebens erscheint und Sinnliches genannt wird.[358] Der Skorpion bezeichnet eine todbringende Überredungskunst, Skorpione der Erde eine Überredungskunst in Sachen der Kirche. Wenn der Skorpion einen Menschen sticht, dann hat es Erstarrung der Glieder und ohne Heilung den Tod zur Folge. Eine ähnliche Wirkung hat die Überredungskunst jener, die als Skorpione bezeichnet werden, auf den Verstand.[359]
- 9.4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen.
Durch "es wurde ihnen gesagt" wir die göttliche Vorsehung des Herrn bezeichnet, weil es aus dem Himmel gesagt wurde. Durch das Gras wird das Wahre des Glaubens bezeichnet, das bei den Menschen zuerst aufgeht. Das Grüne bedeutet das Lebendige des Glaubens, das aus dem Guten ist. Nicht beschädigen irgendeinen Baum, bedeutet nicht wegnehmen können den Trieb und das Innewerden des Wahren und Guten, denn durch den Baum wird der Mensch hinsichtlich derselben bezeichnet. Durch die, welche das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben, werden diejenigen bezeichnet, welche nicht in der Liebtätigkeit und in dem Glauben aus ihr sind; denn die Stirn bezeichnet die Liebe und Liebtätigkeit. Das Siegel haben bedeutet: sie kennen und von anderen unterscheiden. Dass die, welche daran gearbeitet haben, den bloßen Glauben bis auf die Geheimnisse der Rechtfertigung und Seligmachung durch denselben zu befestigen, nichts Wahres und Gutes des Glaubens, noch den Trieb und das Innewerden derselben wegnehmen können, außer solchen, welche nicht im Glauben der Liebtätigkeit sind, ist deswegen so, weil außer dem geistigen Oberen, der sie lehrt und predigt, kaum einer jene Dinge fasst. Dem Laien gehen sie beim einen Ohr hinein und beim anderen wieder hinaus. Selbst der Geheimnisprediger musste die ganze Kraft seines Geistes darauf verwenden, sie in seiner Jugend zu erlernen und danach im späteren Alter zu behalten, und dass er sich ihretwegen für vorzüglich gelehrt hält. Der Glaube, der durch sich allein rechtfertigen soll, ist ein Glaube der Geistlichen, und nicht der Laien außer solchen, die in Sicherheit dahin leben. Diese nehmen aus den Geheimnissen derselben bloß das heraus, dass der bloße Glaube selig mache, dass sie das Gute nicht aus sich tun können, auch das Gesetz nicht zu erfüllen imstande seien, und dass Christus dafür gelitten habe, und noch einige wenige allgemeine, diesen ähnliche Sätze.[360]
- 9.5 Und ihnen wurde Macht gegeben, nicht dass sie sie töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht.
Es wird ihnen gegeben, bedeutet, dass die göttliche Vorsehung es so gefügt habe. Nicht töten können, bedeutet denen, die nicht im Glauben der Liebtätigkeit sind, die Fähigkeit nicht nehmen können, das Wahre und Gute einzusehen und zu wollen; denn durch die Wegnahme dieser Fähigkeit würde der Mensch geistig getötet, was aber aus göttlicher Vorsehung nicht möglich ist. Sie fünf Monate lang quälen, bedeutet, sie auf kurze Zeit übertäuben, denn fünf bedeutet ein wenig oder auf kurze Zeit, und quälen bedeutet übertäuben, indem dies durch den Skorpion bezeichnet wird. Zeiten wie Stunden, Tage, Wochen, Monate oder Jahre bedeuten nicht eine Zeit, sondern einen Zustand, und die Zahlen bestimmen seine Beschaffenheit.[361]
- 9.6 Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben und der Tod wird von ihnen fliehen.
In jenen Tagen, bedeutet den letzten Zustand der Kirche da die Lehre vom bloßen Glauben allgemein angenommen ist. Dass die Menschen den Tod suchen werden, bedeutet, dass sie wollen, dass der Verstand in Sachen des Glaubens verschlossen sei. Ihn nicht finden, bedeutet, dass vom Herrn dafür gesorgt worden sei, dass dies nicht geschehe. Dass sie zu sterben wünschen, bedeutet, dass auch der Wille in ihnen unterdrückt sei. Und der Tod wird vor ihnen fliehen, bedeutet, dass dafür gesorgt worden sei, dass es nicht geschehe. Suchen wird vom Verstand gesagt, und wünschen vom Willen, und der Tod von beiden. Wenn der Verstand verschlossen und der Wille unterdrückt wird, dann würde dadurch das geistige Licht und Leben verlöschen und der Mensch geistig sterben.[362]
- 9.7 Und die Heuschrecken sahen aus wie Rosse, die zum Krieg gerüstet sind, und auf ihren Köpfen war etwas wie goldene Kronen, und ihr Antlitz glich der Menschen Antlitz;
Die heuschreckeähnlichen Gestalten bedeuten die Erscheinung und Bilder derer, welche sich in dem von der Liebe getrennten Glauben bestärkt haben. Heuschrecken bedeuten das Falsche im Äußersten, und weil das Falsche eins ausmacht mit denen, die im Falschen sind, so werden auch diese durch die Heuschrecken bezeichnet.[363] Durch das Ross wird das Verständnis des Wortes bezeichnet, der Krieg bedeutet einen geistigen Krieg, welcher durch Schlüsse und Beweise geführt wird. Die zum Krieg gerüsteten Rosse bedeuten, dass es ihnen, weil sie Schlüsse machen konnten, schien, als ob sie mit Einsicht in das Wahre des Wortes stritten.[364] Kronen auf ihren Köpfen wie von Gold bedeuten Siegeszeichen, weil die Könige in den Schlachten ehemals goldene Kronen trugen. Sie erschienen sich also als Sieger.[365] Durch den Menschen wird im Wort der Weise und Einsichtsvolle bezeichnet, durch sein Gesicht daher die Weisheit und Einsicht. Sie erschienen sich also als Weise.[366]
- 9.8 und sie hatten Haar wie Frauenhaar und Zähne wie Löwenzähne
Durch das Weib wird die Liebe zum Wahren bezeichnet. Durch die Haare wird im Wort das Letzte im Leben des Menschen bezeichnet, das Sinnliche. "Sie hatten Haare wie Frauenhaar" bedeutet daher, dass es ihnen schien, als ob sie in der Liebe zum Wahren wären. Die Zähne bezeichnen das Äußerste im Leben des natürlichen Menschen, welches sinnlich heißt. Es gibt ein Sinnliches im Willen und ein anderes im Verstand. Das Sinnliche des Willens wird durch die Weiberhaare bezeichnet, das Sinnliche des Verstandes durch die Zähne. Den Sinnlichen, die im Falschen durch Bestärkung sind, scheint es, als ob sie Gewalt über alles hätten und unüberwindbar wären; daher die Zähne der Heuschrecken wie die der Löwen waren, denn durch den Löwen wird die Macht bezeichnet.[367]
- 9.9 und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen,
Die Panzer bedeuten Schutz, hier die Beschützung des Falschen, welche durch Beweise aus Täuschungen geschieht, durch welche der falsche Grundsatz verteidigt wird. Wird Wahres angeführt, so wird es nur von Außen, das heißt, oberflächlich, also auch sinnlich betrachtet, und so verfälscht, und verwandelt sich bei ihnen in Täuschung. Dass die Panzer wie von Eisen waren, bedeutet, dass ihre Beweise ihnen so stark erschienen, dass sie nicht widerlegt werden könnten.[368] Das Rauschen bezeichnet die Schlüsse, denn Fliegen bedeutet wahrnehmen und unterrichten. Die Wagen bedeuten die Lehren, von denen im Folgenden die Rede ist. Die Pferde bezeichnen das Verständnis des Wortes, die vielen Pferde das Vollständige. Das in den Krieg rennen bedeutet die brennende Kampfgier. Es schien, als ob sie ihre Schlüsse auf die vollkommen verstandenen Lehrwahrheiten des Wortes gründeten, für die man heftig kämpfen müsse.[369]
- 9.10 und hatten Schwänze wie Skorpione und hatten Stacheln, und in ihren Schwänzen war ihre Kraft, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang;
Durch den Schwanz wird das Äußerste des Hauptes bezeichnet, weil sich das Gehirn durch das Rückgrat in den Schwanz fortsetzt, weswegen das Haupt und der Schwanz eins ausmachen, wie das Erste und Letzte. Wird also durch das Haupt der durch sich allein rechtfertigende und seligmachende Glaube bezeichnet, so bedeutet der Schwanz alle Beweisgründe für denselben zusammengenommen, welche aus dem Wort, mithin das verfälschte Wahre des Wortes sind. Wer sich aufgrund seiner eigenen Einsicht einen Religionsgrundsatz bildet und ihn zum Haupt macht, nimmt aus dem Wort das Bestätigende und macht es zum Schwanz. So übertäubt er dann andere und verletzt sie, weswegen es heißt, dass sie Schwänze hatten, welche Skorpionen glichen, dass Stacheln an ihren Schwänzen waren, und dass ihre Gewalt war, die Menschen zu verletzen.[370] Durch die Stacheln an den Schwänzen werden die schlauen Verfälschungen des Wortes bezeichnet - durch die Stacheln die Schlauen Künste, durch die Schwänze die verfälschten Wahrheiten des Wortes. Durch die Macht zu verletzen wird angedeutet, dass sie durch dieselben den Verstand verfinstern und bezaubern, und so täuschen und für sich einnehmen können, denn die Schwänze glichen Skorpionen, und durch die Skorpione wird dergleichen bezeichnet. Die fünf Monate bedeuten eine kurze Zeit, siehe dazu Kommentar zu Vers 9.5.[371]
- 9.11 sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon.
Durch den König, den Engel des Abgrunds, wird nicht irgendein Engel, der dort König wäre, sondern das daselbst herrschende Falsche bezeichnet. Der König bezeichnet im wahren Sinn denjenigen, der im Wahren aus der Liebe zum Guten ist, und im Allgemeinen dieses Wahre selbst; im entgegengesetzten Sinn wird daher durch den König derjenige bezeichnet, der im Falschen aus Lust am Bösen ist, und im Allgemeinen dieses Falsche selbst. Der Abgrund bedeutet die satanische Hölle, in der sie sich befinden. Durch den Namen wird die Beschaffenheit des Zustandes bezeichnet. Abaddon ist in der hebräischen Sprache das Verderbende und der Verderber, ebenso Apollyon in der griechischen Sprache. Dies ist das Falsche im Äußersten, das durch gänzliche Verfälschung des Wortes die Kirche ins Verderben gestürzt hatte.[372]
- 9.12 Das erste Wehe ist vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe danach.
Das Wehe bedeutet das Wehklagen über Leiden, Unglück und Verdammnis. Siehe dazu den Kommentar zu Vers 8.13[373]
- 9.13 Und der sechste Engel blies seine Posaune; und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott;
Das Blasen bedeutet die Untersuchung und den Zustand der Kirche, und daher des Lebens bei denen, deren Religion im bloßen Glauben besteht, siehe dazu Kommentar zu Vers 8.6. Hier geht es um jene in der protestantischen Kirche, welche nicht so weise sind, gleichwohl das Ganze der Religion lediglich in den Glauben setzen, bloß an ihn denken, und an nichts außer ihm und dem feierlichen Gottesdienst, und so leben wie es sie gelüstet. Dies ergibt sich aus der Auslegung des Folgenden. Sie sind völlig verschieden von jenen, um die es bisher in diesem Kapitel ging. Der Unterschied besteht darin, dass jene, um die es bisher ging, die Geheimnisse der Rechtfertigung durch den Glauben zu erforschen und Zeichen und Zeugnisse anzugeben suchen, welche nach ihnen das Gute des moralischen und bürgerlichen Lebens sind, wobei sie festsetzen, dass die Gebote Gottes an sich zwar göttlich seien, beim Menschen aber, da sie aus seinem Willen hervorgehen, natürlich werden, und in keiner Verbindung mit den geistigen Dingen des Glaubens stehen. Dergleichen wissen sie durch Vernunftsätze, die sie vermöge ihrer Gelehrsamkeit wissen, zu bekräftigen.[374]
Durch eine Stimme wird der göttliche Befehl bezeichnet. Der goldene Altar bedeutet der geistige Himmel. Die vier Hörner (Ecken) bezeichnen, wie nun gleich folgt, die Macht die an den Strom Euphrat gebundenen vier Engel zu lösen.[375]
- 9.14 die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Lass los die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat.
Zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, bedeutet zu denen, welchen das Geschäft der Untersuchung und Enthüllung derselben aufgetragen war. Siehe dazu den vorherigen Vers.[376] Durch den Euphrat wird das Inwendige des menschlichen Gemüts bezeichnet, welches das Vernünftige heißt, und bei denen, die im Wahren aus dem Guten sind, voller Weisheit, bei denen aber, die im Falschen aus dem Bösen sind, voller Unsinn ist. Durch die an den Strom Euphrat gebundenen vier Engel wird dies Inwendige bei den Menschen der Kirche bezeichnet, welches gebunden heißt, weil es nicht offenbar gemacht wird; denn es sind höllische Geister, welche unter diesen vier Engeln verstanden werden, da es im Folgenden von ihnen heißt, dass sie bereit seien, den dritten Teil der Menschen zu töten. Das Inwendige der Menschen macht mit den Geistern, seien es nun höllische oder himmlische, eins aus, weil sie beisammen wohnen. Sie lösen, bedeutet, die äußeren Bande wegnehmen, damit das Inwendige ihres Gemüts zum Vorschein komme.[377]
- 9.15 Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen.
Das Loslassen der vier Engel bedeutet, dass nach Wegnahme der äußeren Bande das Inwendige des Gemüts jener Menschen zum Vorschein gekommen sei. Siehe dazu die vorherigen Kommentare.[378] Bereit sein bedeutet damit umgehen. Auf Stunde, Tag, Monat und Jahr, sowie zu jeder Zeit, bedeutet ununterbrochen und beständig. Zu töten, bedeutet den Menschen der Kirche das geistige Licht und Leben wegnehmen, siehe dazu Kommentar zu Vers 6.9, und durch den dritten Teil werden alle bezeichnet. Sie gingen also beständig damit um, den Menschen in der Kirche das geistige Licht und Leben zu nehmen.[379]
- 9.16 Und die Zahl des reitenden Heeres war vieltausendmal tausend; ich hörte ihre Zahl.
Durch die Heere wird hier Falsches des Bösen bezeichnet, von welchem in der Folge die Rede ist. Die Reiterei bedeutet Vernünfteleien über den bloßen Glauben, weil durch das Pferd das Verständnis des Wortes und auch das verlorene Verständnis des Wortes bezeichnet wird. Unter der genannten Zahl wird eine große Menge verstanden. Hier werden also die Vernünfteleien über den bloßen Glauben, von welchen das Inwendige ihres Gemüts voll war, und welche aus bloß Falschem des Bösen in Menge hervorgingen, bezeichnet.[380] Hören bedeutet wahrnehmen; durch die Zahl wird die Beschaffenheit einer Sache und eines Zustandes bezeichnet. Der Zustand wird in der Folge beschrieben, weswegen es heißt: Und so sah ich.[381]
- 9.17 Und so sah ich in dieser Erscheinung die Rosse und die darauf saßen: Sie hatten feuerrote und blaue und schwefelgelbe Panzer, und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihren Mäulern kam Feuer und Rauch und Schwefel.
Sehen bedeutet ihre Beschaffenheit entdecken. Durch die Rosse werden die Vernünfteleien des Inwendigen ihres Gemüts über den bloßen Glauben bezeichnet. Durch die, die auf den Rossen saßen, werden solche, welche durch das verstandene Wort zur Einsicht gelangt, hier aber solche bezeichnet, welche durch Einbildungen und Träumereien, die gegen das Wort sind, wahnwitzig geworden sind.[382]
Durch die Panzer werden die Beweisführungen bezeichnet, mit denen sie für den bloßen Glauben streiten. Das Feuer bedeutet die himmlische Liebe, im entgegengesetzten Sinn die höllische Liebe. Durch das Hyazinthfarbige (blaue) wird der aus dem geistigen Sinn kommende Verstand, und im entgegengesetzten Sinn der aus der höllischen Liebe sich bildende Verstand bezeichnet, welcher der eigene Verstand ist. Der Schwefel bedeutet die aus der Liebe durch den eigenen Verstand kommende Lust. Die feuerroten, hyazinth- und schwefelfarbigen Panzer bedeuten also ihre phantastischen und träumerischen Beweisführungen, welche aus der höllischen Liebe und eigenen Einsicht, und den daraus hervorgehenden Lüsten entsprangen. Die Beweise für den bloßen Glauben werden deswegen so beschrieben, weil die, welche glauben, sie werden durch den bloßen Glauben gerechtfertigt, das ist, von Sünden freigesprochen, durchaus nicht an die Buße denken, und der unbußfertige Mensch in lauter Sünden ist, und die Sünden alle aus einer höllischen Liebe, aus dem eigenen Verstand und aus den daraus hervorgehenden Lüsten herkommen, und daher ihr Wesen von denselben haben. Die in diesen sind, handeln, reden, denken und wollen aus ihnen, machen folglich auch ihre Schlüsse aus ihnen und führen Beweise aus ihnen; denn dieselben sind ihr Mensch, weil sie ihr Leben sind, allein ein teuflischer Mensch und dessen höllisches Leben. Die bloß um ihret- und der Welt willen moralisch leben, wissen dies nicht, weil es ihr Inwendiges ist, das jene Beschaffenheit hat, das Auswendige aber dem Auswendigen derer gleicht, die ein christliches Leben führen. Im Jenseits aber wird dies Inwendige offenbar.[383]
Die Köpfe bedeuten die Einbildungen und Träumereien von dem bloßen Glauben. Durch die Rosse werden Vernünfteleien im Inneren des Geistes bezeichnet. Die Löwen bedeuten die Macht. Dass sie Macht durch Täuschungen haben, folgt daraus, dass sie sinnlich sind, und die Sinnlichen aus Täuschungen schließen und dadurch überreden. Kurz: Sie hatten Phantasien vom bloßen Glauben, wie wenn sie Macht hätten.[384] "Aus ihren Mäulern" bedeutet aus ihren Gedanken und Reden. Durch das Feuer wird die Liebe zu sich und zur Welt bezeichnet, welche Liebe das Eigene des Willens im Menschen ist. Der Rauch bedeutet der Stolz auf eigene Einsicht, welcher das Eigene seines Verstandes ist, und aus der Liebe zu sich und der zur Welt wie der Rauch aus dem Feuer hervorgeht. Durch den Schwefel wird die Begierde nach dem Bösen und Falschen bezeichnet. Diese Eigenschaften werden in ihren Reden vor den Menschen der Welt nicht sichtbar, ganz deutlich aber vor den Engeln im Himmel. Es wird also ausgesagt, dass in ihren Gedanken und Reden, innerlich betrachtet, nichts anderes sei, und aus denselben nichts anderes hervorgehe, als Liebe zu sich und zur Welt, welche das Eigene des Willens, Stolz auf eigene Einsicht, welche das Eigene des Verstandes, und Begierde nach Bösem und Falschem, welche das aus diesen beiden hervorgehende gemeinschaftliche Eigene ist.[385]
- 9.18 Von diesen drei Plagen wurde getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern kam.
Dass der dritte Teil der Menschen getötet wurde, bedeutet, dass die Menschen in der Kirche durch jene drei, von denen soeben die Rede war, verlorengehen. Getötet werden bedeutet geistig getötet werden, der Seele nach zugrunde gehen. Durch den dritten Teil werden alle bezeichnet, welche in jenem Falschen sind. Das Feuer bedeutet die Liebe zu sich und zur Welt, und diese Liebe ist der Teufel. Der Rauch von diesem Feuer ist der Stolz auf eigene Einsicht, und diese Stolz ist der Satan. Der von jenem Feuer durch diesen Stolz angezündete Schwefel sind die Lüste des Bösen und Falschen, und diese Lüste sind die Rotte des Teufels und Satans, woraus die Hölle besteht. Wenn man dies nicht weiß, kann man auch nicht wissen, was Sünde ist; denn die Sünde zieht all ihr Angenehmes und Reizendes von jenen. Siehe dazu auch die Erläuterung zum vorigen Vers.[386]
- 9.19 Denn die Kraft der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denen taten sie Schaden.
Die Macht im Maul, bedeutet die Stärke im Reden zur Begründung der Lehre; sie hatten ihre Stärke bloß im Reden zur Begründung ihres Glaubens. Alles tut dabei das Ebenmaß in den Gliedern der Rede, der schöne Ausdruck, der verstellte Eifer, die scharfsinnige Begründung des Falschen, besonders durch die Scheinwahrheiten im Wort, das Ansehen, das Verschließen des Verstandes usw. und nichts die Wahrheit, denn die leuchtet nur aus solchen, die in der Liebtätigkeit und aus ihr im Glauben sind.[387]
Hier wird Ähnliches bezeichnet, wie in Vers 9.10. Dort wird gesagt, dass sie Schwänze hatten, welche Skorpionen glichen, hier aber, welche Schlangen glichen. Die durch die Heuschrecken beschrieben werden, reden und überreden aus den Wissenschaften und dem Vorrat ihrer Gelehrsamkeit, diese hier aber durch Beweisgründe, welche Scheinwahrheiten und Täuschungen sind. Durch die Schlangen wird im Wort das Sinnliche bezeichnet. Die schädlichen Schlangen bezeichnen das Sinnliche, das von bösen Trieben abhängt, welche das Inwendige des Gemüts bei denen ausmachen, die vom Falschen und Bösen wahnwitzig sind.[388]
- 9.20 Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, bekehrten sich doch nicht von den Werken ihrer Hände, dass sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, die weder sehen noch hören noch gehen können,
Unter den übrigen Menschen, die nicht getötet wurden, werden diejenigen verstanden, die nicht geistig tot sind, gleichwohl aber den bloßen Glauben zum Hauptpunkt ihrer Religion machen. Unter den Plagen, in denen sie sind, wird die Liebe zu sich, der Stolz auf eigene Einsicht und die aus ihnen hervorgehenden Begierden nach Bösem und Falschem verstanden, siehe dazu Vers 9.17.[389]
Durch die Werke von Menschenhänden wird das Eigene, welches Böses und aus diesem entspringendes Falsches ist, bezeichnet. Dass sie nicht Buße getan, kommt daher, weil die den bloßen Glauben zum Ganzen der Religion machen, und bei sich sagen: Wozu die Buße, da um des bloßen Glaubens willen die Sünden vergeben und wir selig werden? Was tragen unsere Werke dazu bei? Ich weiß, dass ich in Sünden geboren und ein Sünder bin: bekenne ich dies, und bete, dass meine Flecken mir nicht zugerechnet werden, ist dann nicht die Buße vollbracht? Wozu also weiteres? Auf diese Weise denkt er dann so wenig über die Sünde nach, dass er nicht einmal weiß, dass es Sünden gibt. Er gleicht einem schlafenden Schiffskapitän, der auf Klippen zusteuert.[390]
Durch die Dämonen (böse Geister) werden die Lüste des Bösen bezeichnet, welche aus der Liebe zur Welt entspringen. Die Dämonen anbeten, bedeutet jenen Lüsten zu opfern aus Liebe zu denselben. Wer sich also an den bloßen Glauben als den Hauptpunkt seiner Religion oder als an seinen Götzen wendet, der bleibt in diesem Bösen.[391]
Durch die Götzen werden das Falsche des Gottesdienstes bezeichnet. Das Anbeten derselben bedeutet die auf Falsches gegründete Gottesverehrung. Die goldenen Götzen bezeichnen Falsches in göttlichen Dingen, die silbernen Götzen Falsches in geistigen Dingen, die ehernen Götzen Falsches hinsichtlich der Liebtätigkeit, die steinernen Götzen Falsches hinsichtlich des Glaubens, die hölzernen Götzen Falsches hinsichtlich der guten Werke. Dieses Falsche findet sich alles bei denen, die nicht Buße tun, die das Böse nicht als Sünde wider Gott fliehen.[392] Dass die Götzen weder sehen noch hören noch gehen können wird deswegen gesagt, weil die Götzendiener glauben, ihre Götzen würden sehen und hören, denn sie machen sie zu ihren Göttern. Dies ist so klar, dass es hier nicht gesagt würde, wenn nicht eine Bedeutung darin läge - und die Bedeutung ist, dass im Falschen des Gottesdienstes kein geistiges und kein wahrhaft vernünftiges Leben sei, denn sehen und hören bedeutet einsehen und vernehmen, und gehen bedeutet Leben. Durch die Götzen wird das Falsche des Gottesdienstes bezeichnet, und in diesem ist kein geistiges und wahrhaft vernünftiges Leben.[393]
- 9.21 und sie bekehrten sich auch nicht von ihren Morden, ihrer Zauberei, ihrer Unzucht und ihrer Dieberei.
Dies bedeutet, dass die Ketzerei vom bloßen Glauben die Herzen dumm, widerspenstig und hart mache, so dass sie die Vorschriften der Zehn Gebote ganz außer Acht lassen, und nicht einmal daran denken, irgendeine Sünde deswegen zu fliehen, weil sie mit dem Teufel in Verbindung steht und wider Gott ist. Der bloße Glaube macht die Herzen derer, die in der protestantischen Kirche sind, dumm, widerspenstig und hart. Dies ergibt sich daraus, dass, wo der bloße Glaube ist, die Religion nicht in des Gute des Lebens gesetzt wird, und wenn man das Gute des Lebens nicht zur Religion macht, die zweite Tafel der Zehn Gebote, welche die Tafel der Buße ist, einer leeren Tafel gleicht, auf welcher nichts Geschriebenes erscheint. Mit Zauberei ist falsch zeugen gemeint, also lügen und verleumden und im geistigen Sinn bekräftigen und überreden, dass das Falsche wahr und dass das Böse gut sei. Zauberei wird anstatt des achten der Zehn Gebote angeführt.[394]
Zehntes Kapitel
In diesem und dem folgenden Kapitel geht es um den Herrn, dass Er der Gott des Himmels und der Erde, und dass Er auch hinsichtlich Seines Menschlichen Gott sei; folglich dass Er selbst Jehova sei. Dies ergibt sich aus dem geistigen Sinn und aus dem Schluss (11.15-17).[395]
Der Engel mit dem Büchlein
- 10.1 Und ich sah einen andern starken Engel vom Himmel herabkommen, mit einer Wolke bekleidet, und der Regenbogen auf seinem Haupt und sein Antlitz wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen.
Der Engel ist hier der Herr, was sich aus seiner Beschreibung ergibt. Der Engel erschien so, weil das Göttliche des Herrn in ihm vorgestellt wurde. Dass der Herr wie ein Engel erschien, war deswegen, weil Er in den Himmeln und unterhalb der Himmel, wenn Er sich offenbart, wie ein Engel erscheint. Denn Er erfüllt irgendeinen Engel mit Seinem Göttlichen auf eine der Aufnahme derer, denen Er Sich zu sehen gibt, angemessene Weise. Hier ist Er in Seinem Göttlichen von Ewigkeit und zugleich in Seinem Göttlich-Menschlichen, welche eins sind wie Seele und Leib. Er wird hier ein starker Engel genannt wegen Seiner göttlichen Macht. Es heißt "ein anderer Engel", weil ein anderes Göttliches Desselben hier beschrieben wird, wie oben.[396]
Durch die Wolke, mit der Er umgeben, wird das Natürlich-Göttliche bezeichnet. Durch den Farbenbogen wird das Geistig-Göttliche bezeichnet, weswegen, da es über dem Natürlichen steht, auch der Farbenbogen über Seinem Haupt erschien.[397] Das Antlitz wie die Sonne bezeichnet die göttliche Liebe und zugleich die göttliche Weisheit, siehe dazu Vers 1.16.[398] Die Füße wie Feuersäulen bedeuten das Natürlich-Göttliche des Herrn hinsichtlich der göttlichen Liebe, das alles stützend trägt, siehe dazu Vers 1.15. Seine Füße erschienen wie Feuersäulen, weil das Natürlich-Göttliche des Herrn, das an sich das Göttlich-Menschliche ist, das Er in der Welt annahm, Seinem Göttlichen von Ewigkeit zur Stütze dient, wie der Leib der Seele, wie der natürliche Sinn des Wortes der Träger seines geistigen und himmlischen Sinns ist. Das Feuer bezeichnet die Liebe.[399]
- 10.2 Und er hatte in seiner Hand ein Büchlein, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde,
Unter dem Buch wird das Wort hinsichtlich irgendeines Wesentlichen in ihm verstanden, siehe dazu die Verse 5.1, 5.7 und 6.1. Dieses Wesentliche ist hier die Lehre, nach welcher der Herr der Gott des Himmels und der Erde und Sein Menschliches göttlich ist, was aus diesem und dem nächsten Kapitel hervorgeht, wenn man es im geistigen Sinn nimmt und auch aus dem natürlichen Sinn von 11.15-17. Es heißt ein geöffnetes Büchlein, weil jene Lehre deutlich im Wort steht und jedem offenbar wird, der es aufmerksam liest. Um sie geht es jetzt, weil sie das eigentlich Wesentliche der Neuen Kirche ist.[400]
Durch das Meer und das Land wird die ganze Kirche bezeichnet, durch das Meer die äußere Kirche - die, welche in ihrem Äußeren sind -, und durch das Land die innere Kirche - die, welche in ihrem Inneren sind. Seine Füße auf sie setzen, bedeutet, alles unter Sich, also unter Seiner göttlichen Obhut und Herrschaft haben. Dies vom Herrn. Dass Er Seinen rechten Fuß aufs Meer und den linken aufs Land setzte, geschah deswegen, weil die, welche im Äußeren der Kirche sind, sich nicht so im Falschen bestärkt haben, wie die, welche in ihrem Inneren sind.[401]
- 10.3 und er schrie mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er schrie, erhoben die sieben Donner ihre Stimme.
"Rufen wie ein Löwe brüllt" bedeutet die große Wehklage des Herrn über die Ihm entzogene Kirche. Dies ergibt sich aus dem vorhergehenden Kapitel und dann aus dem in diesem Kapitel, dass der Engel bei dem, der in die Zeitläufe der Zeitläufe lebt, schwor, dass keine Zeit mehr sein solle, wodurch bezeichnet wird, dass keine Kirche mehr sein werde; sowie auch aus dem im folgenden Kapitel, dass das aus dem Abgrund aufsteigende Tier Seine zwei Zeugen tötete; besonders dass Er nicht anerkannt und angebetet wird, da Er doch der Gott des Himmels und der Erde ist. Die Wehklage hierüber wird durch "brüllen wie ein Löwe" bezeichnet, weil der Löwe brüllt, wenn er seine Feinde und deren Anfälle sieht, und wenn er sieht, dass seine Jungen und seine Beute weggenommen werden, also vergleichsweise der Herr, wenn Er sieht, wie Seine Kirche ein Raub der Teufel wird.[402]
"Und als er rief, sprachen die sieben Donner ihre Stimmen", bedeutet, dass der Herr durch den ganzen Himmel aufgedeckt habe, was in dem Büchlein sei. Dies ergibt sich aus den folgenden Versen. Im Büchlein stand die Lehre des Neuen Jerusalem vom Herrn. Dass es heißt, die sieben Donner sprachen ihre Stimmen, kommt daher, weil das Sprechen des Herrn, wenn es durch die Himmel in die unteren Teile herabkommt, wie ein Donner gehört wird. Weil Er zugleich durch den ganzen Himmel, also vollständig spricht, so werden sieben Donner genannt; denn sieben bedeutet alle, alles und das Ganze. Durch den Donner wird die Belehrung und das Innewerden des Wahren bezeichnet, hier auch die Enthüllung der Offenbarung.[403]
- 10.4 Und als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich es aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreib es nicht auf!
Die Stimme der sieben Donner wird dreimal genannt, weil es das Wesentliche der Neuen Kirche ist, siehe dazu den vorherigen Vers. Schreiben bedeutet im geistigen Sinn etwas dem Herzen zur Aufnahme anvertrauen; es versiegeln und nicht schreiben bedeutet also, dass es dem Herzen nicht anvertraut werde noch Eingang finde, bis der Drache, das Tier und der falsche Prophet aus der Geisterwelt ausgeworfen sind, weil Gefahr wäre, wenn es früher geschähe. Durch den Drachen, das Tier und den falschen Propheten werden jene bezeichnet, die in dem von der tätigen Liebe getrennten Glauben sind. Diese hängen fest und steif an ihrem Glauben, dass man sich an Gott den Vater und nicht an den Herrn unmittelbar wenden müsse, und dass der Herr nicht Gott des Himmels und der Erde hinsichtlich Seines Menschlichen sei. Wenn daher die Lehre des Neuen Jerusalem von anderen als solchen, die in der Nächstenliebe und dem Glauben aus ihr sind, welche auch die sind, die durch den Johannes bezeichnet werden, aufgenommen würde, ehe der Drache ausgeworfen ist, so würde sie, nicht nur von jenen, sondern auch durch sie von den übrigen verworfen oder zumindest verfälscht und entweiht werden. Dies wird ersichtlich aus dem was in der Offenbarung folgt.[404]
- 10.5 Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand auf zum Himmel
Unter dem Engel wird der Herr verstanden, siehe dazu Vers 10.2. Die Hand gen Himmel heben, bedeutet bezeugen, hier, dass keine Zeit mehr sein werde; durch das Schwören (Vers 6) wird die Versicherung bezeichnet, hier, dass in den Tagen des siebenten Engels das Geheimnis Gottes vollendet werden solle (Vers 7).[405]
- 10.6 und schwor bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist und die Erde und was darin ist und das Meer und was darin ist: Es soll hinfort keine Zeit mehr sein,
Unter dem in die Zeitläufe (Ewigkeit) der Zeitläufe Lebenden wird der Herr Selbst verstanden. Der Herr bezeugt also bei Sich Selbst; dies bedeutet, dass das Göttlich-Wahre Zeugnis gebe, denn Er ist das Göttlich-Wahre Selbst, und dieses gibt Zeugnis aus sich und bei sich. Unter dem Schwören des Herrn wird nicht verstanden, dass Er geschworen habe, sondern dass das Göttlich-Wahre es bezeuge.[406]
Schaffen bedeutet im geistigen Sinn umbilden und wiedergebären, welches auch so viel ist als beleben. Unter dem Himmel wird der Engelshimmel verstanden. Durch die Erde und das Meer wird die Kirche bezeichnet, durch die Erde die, welche in ihrem Inneren sind, durch das Meer die, welche in ihrem Äußeren sind. "Der den Himmel geschaffen hat und was darin ist und die Erde und was darin ist und das Meer und was darin ist", bedeutet also, der alle, die im Himmel und in der Kirche sind und alles und jedes bei ihnen belebt.[407]
Durch die Zeit wird der Zustand, und weil es hier um die Kirche geht, der Zustand der Kirche bezeichnet. Dass keine Zeit mehr sein werde, bedeutet demnach, dass kein Zustand der Kirche mehr sein werde. Daraus folgt, dass keine Kirche sei, dass die Kirche untergehen würde, wenn nicht eine Neue entstünde, die den Herrn allein als Gott des Himmels und der Erde anerkennt und sich daher unmittelbar an Ihn wendet. Matth 28.18 Es soll keine Zeit mehr sein, d. h. es soll keine Kirche Mehr sein, bezieht sich auf den nächsten Vers und dies auf das, was in 11.15 folgt, wo es heißt, dass eine Kirche sein werde, die allein dem Herrn angehören soll.[408]
- 10.7 sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündigt hat seinen Knechten, den Propheten.
Mit der Posaune blasen bedeutet den Lebenszustand derer, die zur Kirche gehören, mithin auch den Zustand der Kirche untersuchen und enthüllen. Siehe dazu Kommentar zu Vers 8.6. Weil sieben Engel posaunten, so wird durch die Stimme des siebenten Engels die letzte Untersuchung und Enthüllung bezeichnet, nach welcher die Kirche zugrunde ginge, wenn der Herr nicht eine neue stiftete. Siehe dazu den vorherigen Vers.[409]
Vollendet werden bedeutet erfüllt werden, ein Ende haben und dann zum Vorschein kommen. Durch das den Propheten verkündigte Geheimnis Gottes wird das bezeichnet, was der Herr im Wort vorausgesagt und bisher verborgen hatte; verkündigen (evangelizare) bedeutet die Ankunft des Herrn und Sein Reich ankündigen; denn Evangelium ist so viel als eine frohe Botschaft; und dass jenes Reich komme, sobald das letzte Gericht über die, welche die Kirche verwüstet haben, gehalten ist, ist auch im Wort vorausgesagt worden, weswegen auch dies dadurch bezeichnet wird. Dass es das Reich des Herrn sei, was in den Tagen der Stimme des siebenten Engels verkündigt werden soll, erhellt aus Off 11.15-16 und auch aus Dan 12.7-9 und Dan 7.13-14. Dass das Verkündigen (der frohen Botschaft) die Ankunft des Herrn und dann auch Sein Reich bedeute, geht aus folgenden Stellen hervor: Jes 40.9-11, Jes 52.7-8, Jes 61.1-2, Nah 2.1, Psalm 96.2-13, Matth 4.23, Matth 9.35, Mark 1.15, Mark 16.15, Luk 1.13-19, Luk 2.10-11, Luk 3.18, Luk 7.22, Luk 8.1, Luk 9.1-2, Off 14.6. Es heißt, dass das Geheimnis Gottes vollendet werden soll, dass jetzt erfüllt werden soll, was früher nicht erfüllt wurde, nämlich dass das Reich des Herrn sei. Denn dies wurde nicht erfüllt von den Juden, weil sie den Herrn nicht anerkannten; und es wurde auch nicht erfüllt von den Christen, weil auch sie den Herrn nicht als Gott des Himmels und der Erde auch Seinem Menschlichen nach anerkannten, da sie dieses dem Menschlichen eines anderen Menschen gleich machen, und daher sich nicht unmittelbar an Ihn wenden, obwohl Er doch Jehova Selbst ist, welcher in die Welt kam.[410]
- 10.8 Und die Stimme, die ich vom Himmel gehört hatte, redete abermals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein aus der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht!
Dies bedeutet den aus dem Himmel kommenden Befehl, dass man diese den Herrn betreffende Lehre zwar aus dem Wort schöpfen kann, dass aber Johannes offenbar werden soll, wie sie in der Kirche aufgenommen werden würde, ehe die, welche unter dem Drachen, dem Tier und dem falschen Propheten verstanden werden, entfernt sind. Siehe dazu die Erläuterungen zu den vorherigen und den folgenden Versen.[411]
- 10.9 Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm und verschling's! Und es wird dir bitter im Magen sein, aber in deinem Mund wird's süß sein wie Honig.
"Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein!" bedeutet, eine Bewegung in der Seele vieler in der Kirche, die Lehre vom Herrn (siehe dazu Vers 10.2) anzunehmen. Die Bewegung der Seele, sie anzunehmen, wird verstanden, weil bei Johannes ein Hinneigen war; denn er ging hin und bat darum.[412]
Das Büchlein nehmen, bedeutet die Lehre vom Herrn annehmen; dasselbe verschlingen, bedeutet, sie anerkennen. Durch die Bitterkeit im Bauch wird bezeichnet, dass sie der Verfälschungen wegen unangenehm und lästig sein würde, denn das Bittere bedeutet das verfälschte Wahre. Durch im Mund süß wie Honig wird bezeichnet, dass das Erste der Aufnahme angenehm und lieblich sei. Die aus Anerkennung hervorgehende Annahme, dass der Herr Heiland und Erlöser sei, ist angenehm und lieblich, die Anerkennung aber, dass Er allein der Gott des Himmels und der Erde und dass Sein Menschliches göttlich sei, ist der Verfälschungen wegen unangenehm und lästig. Die Verfälschungen, weswegen diese Lehre als unangenehm und lästig gefunden werden sollte, bestehen hauptsächlich darin, dass sie den Herrn nicht als eins mit dem Vater anerkannten, obwohl Er es doch Selbst gelehrt hat; und dass sie auch Sein Menschliches nicht als göttlich anerkannten, obwohl Er doch Gottes Sohn ist Luk 1.35, und dass man auf diese Weise aus Gott sozusagen drei und aus dem Herrn zwei gemacht hat.[413]
- 10.10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang's. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich's gegessen hatte, war es mir bitter im Magen.
Dies bedeutet, dass es so (siehe voriger Vers) geschehen und dadurch offenbart worden sei, was für eine Aufnahme jene Lehre fände, bevor die, welche unter dem Drachen, dem Tier und dem falschen Propheten verstanden werden, entfernt sind.[414]
- 10.11 Und mir wurde gesagt: Du musst abermals weissagen von Völkern und Nationen und Sprachen und vielen Königen.
Weissagen bedeutet lehren, abermals weissagen, noch weiter lehren. Die Völker bezeichnen jene, die im Wahren oder Falschen der Lehre sind. Die Völkerschaften (Nationen) bezeichnen jene, welche im Guten oder Bösen des Lebens sind. Durch die Zungen (Sprachen) werden jene bezeichnet, die äußerlich darin sind, durch die Könige jene, welche innerlich darin sind. Diese Bedeutung ergibt sich aus dem Folgenden bis zum 17. Kapitel. Weil es in der Folge besonders um jene geht, die im inneren Falschen sind, und weil durch die Könige, abstrakt genommen, Wahres aus dem Guten und im entgegengesetzten Sinn Falsches aus dem Bösen bezeichnet wird, daher heißt es viele Könige, wodurch Falsches des Bösen in Menge bezeichnet wird. Völker, Völkerschaften, Zungen und Könige werden genannt, damit man alle darunter verstehe, die in der Kirche von dieser Art sind. Dass Johannes gesagt wurde, er müsse abermals weissagen, bedeutet, dass noch weiter gelehrt werde, wie die beschaffen sind, die im bloßen Glauben sind, damit ihr Falsches aufgedeckt und entfernt werde, weil nichts Falsches entfernt wird, ehe es aufgedeckt ist.[415]
Elftes Kapitel
Die beiden Zeugen
- 11.1 Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten.
Durch das Rohr wird die geringe Macht bezeichnet, wie sie der Mensch von sich hat. Der Stab bedeutet die große Macht, wie sie der Mensch vom Herrn hat. Durch die Worte "es wurde ein Rohr gegeben, einem Stab gleich" wird daher die Macht vom Herrn bezeichnet. Jene Fähigkeit und Macht besteht darin, den Zustand der Kirche im Himmel und in der Welt zu erkennen; dies geht aus dem Folgenden in diesem Kapitel hervor. Tempel und Altar bezeichnen die Kirche, von der nun die Rede ist.[416]
"Und der Engel stand dabei und sprach" (Anm.: abweichende Übersetzung von jener der Lutherbibel). Unter dem Engel wird hier der Herr verstanden, weil der Engel nichts aus sich, sondern alles aus dem Herrn tut; weswegen er sagte: Ich will meinen zwei Zeugen geben (Vers 3), und diese waren Zeugen des Herrn. Durch "stand" wird die Gegenwart des Herrn und durch "sprach" Sein Befehl bezeichnet. Aufstehen und messen bedeutet sehen und kennenlernen. Durch den Tempel, den Altar und die an ihm anbeten wird der Zustand der Kirche im Neuen Himmel, welche vom Herrn gegründet werden sollte, bezeichnet. Durch den Tempel die Kirche hinsichtlich des Wahren der Lehre, durch den Altar hinsichtlich des Guten der Liebe, durch die Anbetenden hinsichtlich der Anbetung, der Gottesverehrung, denn der geistige Sinn sieht ab von den Personen, was hier auch daraus erhellt, dass es heißt, die Anbetenden messen. Auch machen diese drei Dinge die Kirche aus. Dass die Kirche im Neuen Himmel gemeint sei, geht aus dem letzten Vers diese Kapitels hervor, wo es heißt, dass der Tempel Gottes im Himmel geöffnet und die Bundeslade im Tempel gesehen worden sei (Vers 19). Vom Messen des Tempels ist darum am Anfang dieses Kapitels die Rede, damit der Zustand der Kirche im Himmel gesehen und erkannt werde, bevor sie mit der Kirche in der Welt verbunden ist. Die Kirche in der Welt wird unter dem Vorhof außerhalb des Tempels verstanden, den er nicht messen sollte, weil derselbe den Heiden gegeben ist (Vers 2). Nachher wird sie unter der großen Stadt beschrieben, welche Sodom und Gommorrha heißt (Vers 7-8); nachdem aber jene große Stadt gefallen (Vers 13), so folgt, dass die Kirche des Herrn geworden sei (ab Vers 15). Man muss wissen, dass in den Himmeln ebenso eine Kirche ist wie auf Erden und dass sie eins ausmachen, wie das Innere und das Äußere bei den Menschen, weswegen vom Herrn zuerst dafür gesorgt wird, dass die Kirche in den Himmeln sei, und dann aus dieser oder durch diese auch eine Kirche auf Erden entstehe. Daher heißt es auch, dass das Neue Jerusalem von Gott aus dem Neuen Himmel herabgestiegen sei Off 21.1-2. Unter dem Neuen Himmel wird der Neue Himmel aus den Christen verstanden.[417]
Der Altar bezeichnet auch den Dienst des Herrn.[418]
- 11.2 Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang.
Durch den Vorhof außerhalb des Tempels wird die Kirche auf Erden bezeichnet, weil sie außerhalb des Himmels ist, welcher der Tempel ist (siehe voriger Vers). Hinauswerfen (weglassen) bedeutet entfernen, und zwar hier vom Himmel, weil ihr Zustand so beschaffen ist; nicht messen bedeutet ihre Beschaffenheit nicht erforschen und untersuchen. Dass durch den Vorhof außerhalb des Tempels hier die Kirche auf Erden bezeichnet wird, geht aus dem Folgenden in diesem Kapitel hervor. Sonst wird durch den Vorhof im Wort das Äußere der Kirche bezeichnet; denn es gab zwei Vorhöfe, durch welche man gehen musste, ehe man in den Jerusalemer Tempel selbst eintreten konnte; und weil durch den Tempel die Kirche hinsichtlich ihres Inneren bezeichnet wurde, so bezeichneten die Vorhöfe die Kirche hinsichtlich ihres Äußeren; weswegen auch die heidnischen Ausländer in die Vorhöfe eingelassen wurden, nicht aber in den Tempel selbst; und weil das Äußere der Kirche durch den Vorhof bezeichnet wird, so wird durch denselben auch die Kirche auf Erden, so wie der Himmel in seinen untersten Teilen bezeichnet; denn die Kirche auf Erden ist der Eingang in den Himmel, desgleichen auch der Himmel in seinen untersten Teilen.[419] Dass der Vorhof den Heiden gegeben ist, bedeutet, dass diese Kirche durch das Böse des Lebens verdorben und verwüstet ist, denn unter den Heiden werden diejenigen verstanden, deren Leben böse ist, und abstrakt genommen, das Böse des Lebens.[420]
Unter der heiligen Stadt wird das heilige Jerusalem, und unter dem heiligen Jerusalem die Neue Kirche verstanden, welche in den Wahrheiten der Lehre ist, denn das Heilige wird dem Göttlich-Wahren beigelegt. Die Stadt bedeutet die Lehre; jene Stadt zertreten bedeutet daher das Wahre ihrer Lehre zerstreuen. Zweiundvierzig Monate lang bedeutet bis ans Ende, da nichts mehr übrig ist. Durch zweiundvierzig (sechs mal sieben) wird dasselbe bezeichnet, was durch sechs Wochen bezeichnet wird; durch sechs Wochen wird der Erfüllte und bis ans Ende gekommene bezeichnet. Die Zahl sechs bedeutet dies, die Woche aber den Zustand, und die siebente Woche den heiligen Zustand, welcher ein neuer Zustand der Kirche ist, da der Herr Sein Reich antritt.[421]
- 11.3 Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern.
"Und meinen zwei Zeugen will ich geben", bedeutet diejenigen, welche bekennen, und von Herzen anerkennen, dass (1.) der Herr der Gott des Himmels und Sein Menschliches göttlich sei, und welche (2.) durch ein den Vorschriften der zehn Gebote gemäßes Leben mit Ihm verbunden werden. Dass dies unter den zwei Zeugen verstanden wird, beruht darauf, dass jene zwei Punkte die zwei wesentlichen Stücke der Neuen Kirche sind.[422]
Weissagen bedeutet lehren, die 1260 Tage bedeuten bis zum Ende und Anfang. Diese Zahl bedeutet drei Jahre und ein halbes und durch drei und ein halbes wird das Ende und der Anfang bezeichnet. Die Anerkennung des Herrn und das den Vorschriften der zehn Gebote gemäße Leben, welche die zwei wesentlichen Punkte der Neuen Kirche sind, sollen also bis zum Ende der früheren Kirche und zum Anfang der neuen gelehrt werden.[423] Die Trauerkleider bedeuten die Trauer während dieser Zeit wegen der Nichtannahme des Wahren. Sie bezeichnen die Trauer darüber, dass kein Wahres da sei, und wo kein Wahres ist, da ist auch keine Kirche.[424]
- 11.4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.
Durch die Olive wird die Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet, der Leuchter bedeutet die Erleuchtung im Wahren, und daher die Einsicht und den Glauben, weil aus der Erleuchtung im Wahren Einsicht kommt und aus dieser Glaube. Vor Gott stehen, heißt hören und tun, was Er gebietet. Daher bedeutet dieser Vers, dass Liebe und Einsicht, oder die Liebtätigkeit und der Glaube beide aus dem Herrn bei den zwei Zeugen waren.[425]
- 11.5 Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muss er so getötet werden.
Den zwei Zeugen schaden wollen, bedeutet, die zwei wesentlichen Stücke der Neuen Kirche zerstören wollen, welche die Anerkennung des Herrn als Gott des Himmels und der Erde auch nach Seinem Menschlichen und ein den Zehn Geboten gemäßes Leben sind. Feuer wird aus ihrem Mund gehen, bedeutet, dass die höllische Liebe ihre Feinde verzehren wird, dass die ihnen schaden dadurch zugrunde gerichtet werden. Man hat das nicht so zu nehmen, als ob Feuer aus dem Mund der Zeugen ausgehen werde, sondern dass es von denen ausgehen werde, welche jene zwei wesentlichen Stücke der Neuen Kirche, die unter den Zeugen verstanden werden, zerstören wollen. Das Feuer ist die höllische Liebe; denn wer nicht nach den Zehn Geboten lebt und sich nicht an Gott, den Heiland und Erlöser, wendet, muss notwendig in höllischer Liebe sein und zugrunde gehen. Auch anderswo im Wort heißt es, dass von Jehova Feuer ausgehe, welches die Gottlosen verzehre, dass Jehova im Feuer der Entbrennung, des Zornes und der Wut handle Jes 29.6 Jes 30.30 Jes 30.33 Jes 66.15 Ps 18.9 Zef 3.8, worunter nicht verstanden wird, dass dies von Jehova, sondern dass es von der höllischen Liebe der Gottlosen herkomme. Dergleichen wird im Wort gesagt, weil es so erscheint, und das Wort im buchstäblichen Sinn nach den äußeren Erscheinungen und in Korrespondenzen geschrieben ist.[426] Schaden zufügen bedeutet hier verdammen, denn es folgt: so muss er auf dieselbe Weise getötet werden, und getötet werden bedeutet im Wort, geistig getötet werden, was so viel ist, als verdammt werden.[427]
- 11.6 Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen.
Unter dem Himmel wird hier der Himmel der Engel verstanden, daher durch den Regen das Wahre der Kirche. Den Himmel verschließen, damit kein Regen herabfalle, bedeutet daher, dass sie nichts Wahres der Kirche aus dem Himmel aufnehmen können. Es wird gesagt, dass die Zeugen jene Macht haben, worunter aber nicht verstanden wird, dass diese die Macht haben, den Himmel zu verschließen, sondern dass die, welche sich von jenen zwei wesentlichen Stücken der Neuen Kirche abkehren, sich selbst ihn verschließen, weil sie in ihrem Falschen bleiben. Siehe dazu auch die Erläuterung zum vorherigen Vers.[428]
Durch die Wasser werden Wahrheiten bezeichnet, durch das Blut die Verfälschung des Wahren im Wort. Die Wasser in Blut verwandeln bedeutet daher die Wahrheiten des Wortes verfälschen. Dies ist wie oben zu verstehen, nämlich dass die, welche sich von den zwei wesentlichen Punkten der Neuen Kirche abwenden, nur das Falsche sehen können, in dem sie sind; und wenn sie dies durch das Wort bekräftigen, so verfälschen sie die Wahrheiten des letzteren.[429]
Durch die Erde wird die Kirche bezeichnet, durch die Plage Böses und Falsches, die Erde mit jeglicher Plage schlagen, bedeutet daher die Kirche durch Böses und Falsches aller Art zugrunde richten. Die Plagen bezeichnen geistige Plagen, durch die der Mensch dem Geist oder der Seele nach stirbt. Auch dies muss man wie das Obige verstehen, nämlich dass die, welche jene zwei wesentlichen Stücke der Neuen Kirche mit einer Plage belegen, das ist, zerstören wollen, was von dem Bösen durch Falsches geschieht, sich selbst in Böses und Falsches aller Art stürzen. Weil der natürliche Sinn, wenn er geistig wird, auf diese Weise umgekehrt wird, so geben gleichermaßen auch die Worte "sooft sie wollen" den umgekehrten Sinn: so oft und so weit diese es tun. Insoweit man die Wahrheiten des Wortes zerstört, als man jene zwei wesentlichen Stücke zerstört, insoweit stürzt man sich in Böses und Falsches. Mit dem, dass die Zeugen die Macht haben, die Erde zu schlagen mit jeglicher Plage, so oft sie wollen, verhält es sich gerade wie mit vielem im Wort, wo auch Jehova, das ist, dem Herrn, zugeschrieben wird, dass Er die Menschen mit einer Plage belege und dies Seinem Willen gemäß geschehe, Sach 14.12 Jer 30.14 während man es doch nicht so verstehen darf, als ob Er mit einer Plage belegte oder als ob es Seinem Willen gemäß geschehe.[430]
- 11.7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten.
"Und wenn sie ihr Zeugnis abgelegt haben", bedeutet, nachdem der Herr gelehrt, dass Er Selbst der Gott des Himmels und der Erde sei, und dass eine Verbindung mit Ihm geschehe durch ein den Zehn Gebotes gemäßes Leben. Die zwei Zeugen haben zwar gelehrt, aber nicht aus sich, sondern aus dem Herrn.[431] Unter dem aus dem Abgrund aufsteigenden Tier werden jene verstanden, die aus dem Abgrund aufgestiegen und als Heuschrecken erschienen sind, siehe die Verse 9.1-12. Es sind jene, die im Inneren der Lehre vom bloßen Glauben sind. Krieg führen bedeutet sich widersetzen und jene zwei wesentlichen Punkte der Kirche bekämpfen. Sie überwinden und töten bedeutet, sie bei sich und, so viel man vermag, auch bei anderen verwerfen und ausrotten. Die im Inneren der Lehre vom bloßen Glauben sind, bekämpfen und verwerfen jene zwei wesentlichen Punkte, weil sie sich in den zwei Gegensätzen derselben bestärkt haben, (1.) dass man sich nicht an den Herrn, sondern an Gott den Vater wenden müsse, und (2.) dass ein den Zehn Geboten gemäßes Leben nicht ein geistig gutes Leben, sondern bloße ein bürgerlich und moralisch gutes Leben sei, und dies begründen sie, damit niemand glaube, dass man durch die Werke selig werde, sondern allein durch ihren Glauben. Weil sie ihre Lehren scharfsinnig zu verteidigen wissen, bei den Ungebildeten durch Verfälschungen des Wortes, und bei den Gebildeten durch Trugschlüsse, so heißt es hier, dass das Tier aus dem Abgrund jene zwei Zeugen überwunden und getötet haben. Dies geschieht jedoch nur bei solchen, die das Wohlleben lieben und sich von den Reizen ihrer Begierlichkeit fortreißen lassen; jene sind begeistert davon, dass sie durch einige Wörter, im Ton des Vertrauens ausgesprochen, selig werden können und nicht nötig haben, um Gottes willen irgendworin auf ihr Leben Achtung zu geben, sondern bloß um der Welt willen.[432] Dass sie gesiegt, kommt daher, dass die Laien ihre Spitzfindigkeiten, die sie Geheimnisse nennen, nicht sehen, weil sie dieselben mit äußerem Schein und Täuschungen umkleiden. Daher sagten sie dann auch "Wer ist dem Tier gleich, wer kann mit ihm streiten?" Off 13.4 [433]
Das Bild vom aus dem Abgrund aufsteigenden Tier bezeichnet auch die Trübsal und Gräuel als Folgen der falschen Lehre der Dreieinigkeit.[434]
- 11.8 Und ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der großen Stadt, die heißt geistlich: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde.
Durch die Leiber der zwei Zeugen werden die wesentlichen Punkte der Neuen Kirche bezeichnet, welche in der Anerkennung bestehen, dass der Herr der alleinige Gott des Himmels und der Erde sei und dass eine Verbindung mit Ihm geschehe durch ein den Zehn Geboten gemäßes Leben. Durch die Gasse (Marktplatz) der großen Stadt wird das Falsche der Lehre von der Rechtfertigung durch den bloßen Glauben bezeichnet, durch die Gasse das Falsche, durch die Stadt die Lehre. Sie heißt die große Stadt, weil es die in der ganzen protestantisch-christlichen Welt bei den Geistlichen, nicht aber in gleichem Masse bei den Laien, herrschende Lehre ist. "Und ihre Leiber werden liegen auf der Gasse der großen Stadt", bedeutet daher, dass die zwei wesentlichen Punkte der Neuen Kirche von denen, welche innerlicher im Falschen der Lehre von der Rechtfertigung durch den bloßen Glauben sind, gänzlich verworfen worden seien.[435]
Durch Sodom wird im geistigen Sinn die aus der Liebe zu sich entspringende Herrschsucht bezeichnet. Ägypten bedeutet im geistigen Sinn die aus dem Stolz auf den eigenen Verstand entspringende Regiersucht. Dass diese Grundneigungen sich in einer Kirche finden, in welcher Gott nicht Einer ist, und der Herr nicht verehrt wird, und wo man nicht nach den Zehn Geboten lebt, kommt daher, weil der Mensch mit der Anlage zu jenen zwei Grundneigungen geboren wird und in sie kommt, wenn er heranwächst. Diese Grundneigungen können nicht entfernt werden, außer durch Gott den Heiland und durch ein Seinen Geboten gemäßes Leben. Sie können von Gott dem Heiland auch nicht entfernt werden, wenn man sich nicht an Ihn wendet; es ist kein Seinen Geboten gemäßes Leben möglich, wenn der Mensch nicht von Ihm geführt wird. Ein solches Leben ist zwar möglich, aber es ist kein Leben, in dem etwas vom Himmel und daher von der Kirche wäre, denn diese Leben wird bloß vom Herrn gegeben, der Selbst das Leben ist.[436]
"Wo auch unser Herr gekreuzigt worden", bedeutet die Nichtanerkennung der göttlichen Menschheit des Herrn, und somit der Zustand der Verwerfung. Die, wie die Juden, leugnen, dass der Herr der Sohn Gottes sei, dass Sein Menschliches göttlich sei, die also das Menschliche des Herrn mit dem eines anderen Menschen gleichsetzen, können Sein Göttliches nicht denken, obgleich Er Sohn Gottes genannt wird, geboren von Ewigkeit und gleich dem Göttlichen des Vaters. Wer solcherart das Göttliche des Herrn entfernt und es nicht berücksichtigt, der ist im selben Zustand, als ob er es leugnet, so wie es die Juden getan und Ihn deshalb gekreuzigt haben. Darum beten die Menschen der Kirche unmittelbar zu Gott dem Vater und viele auch unmittelbar zum Heiligen Geist, wenden sich aber selten unmittelbar an den Herrn. Weil die Juden infolge ihres Leugnens, dass der Herr der Messias, der Sohn Gottes sei, Ihn kreuzigten, so wird auch ihr Jerusalem ein Sodom genannt: Jes 3.9, Jer 23.14, Hes 16.46-48. Siehe dazu auch Luk 17.29-30.[437]
- 11.9 Und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, dass ihre Leichname ins Grab gelegt werden.
Unter den Völkern und Stämmen und Zungen und Völkerschaften werden alle diejenigen unter den Protestanten verstanden, welche im Falschen der Lehre und daher im Bösen des Lebens infolge des bloßen Glaubens waren und sein werden. Durch die Völker werden diejenigen bezeichnet, die im Falschen der Lehre sind. Durch die Stämme das Falsche und Böse der Kirche. Durch die Zungen das Bekenntnis und die Annahme desselben. Durch die Völkerschaften die, welche im Bösen des Lebens sind. Durch jene vier alle und jede, welche darin waren und sein werden. Durch die Leiber der zwei Zeugen werden die zwei wesentlichen Stücke der neuen Kirche bezeichnet, siehe dazu den vorigen Vers. Sie werden sehen bedeutet, wenn sie von ihnen gehört haben und hören werden; denn das Sehen wird von den Leibern gesagt, und das Hören von jenen zwei wesentlichen Punkten. Drei und einen halben Tag bedeutet bis ans Ende und bis zum Anfang - bis ans Ende der Kirche, welche noch ist, und bis zum Anfang der Neuen. Der Tag bezeichnet den Zustand, die Zahl drei das bis zum Ende Vollgefüllte, das Halbe den Anfang; denn durch drei und einen halben Tag wird Ähnliches bezeichnet wie durch die Woche, von welcher sechs Tage das bis zum Ende Vollgefüllte bedeuten, und der siebent Tag Heiliges bezeichnet. Die Zahl dreieinhalb ist nämlich die Hälfte der Zahl 7, welche die Woche ausmacht, und das Doppelte bezeichnet Ähnliches wie die Teile, aus welchen es entstanden ist. Nicht zugeben, dass man die Leiber in Gräber lege, bedeutet sie als verdammt verwerfen. Dies gründet darauf, weil durch ins Grab gelegt oder begraben werden die Auferstehung und Fortdauer des Lebens bezeichnet wird; denn wenn diese statt hat, wird der Erde anvertraut, was aus der Erde, mithin irdisch und daher unrein ist; nicht in Gräber gelegt oder begraben werden, bedeutet daher im Irdischen und Unreinen bleiben und deswegen als verdammt verworfen werden.[438]
- 11.10 Und die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten.
Unter den auf Erden Wohnenden werden jene verstanden, die in der Kirche sind, hier jener, welche in der Kirche sind, in welcher der bloße Glaube herrscht. Sich freuen und frohlocken bedeutet das Angenehme der Neigung des Herzens und der Seele haben. Das Angenehme der Neigung des Herzens ist Gegenstand des Willens und das Angenehme der Neigung der Seele Gegenstand des Verstandes. Daher heißt es freuen und fröhlich sein, obgleich die Freude und Fröhlichkeit als Eines erscheinen: allein zwischen diesen beiden besteht eine Ehe des Willens und des Verstandes, welche auch eine Ehe des Guten und Wahren ist.[439] Geschenke senden bedeutet, sie werden sich durch Liebe und Freundschaft verbinden.[440]
"Weil jene zwei Propheten gequält hatten die auf Erden wohnen" bedeutet, dass jene zwei wesentlichen Punkte, der eine betreffend den Herrn und Sein göttliches Menschliches, und der andere betreffend das Leben nach den zehn Geboten, einen Gegensatz bilden zu den in der Kirche der Protestanten angenommenen wesentlichen Lehren, von welchen die eine die Dreieinigkeit der Personen, und die andere die Seligmachung durch den bloßen Glauben ohne die Werke des Gesetzes betrifft; und dass wegen dieses Gegensatzes jene zwei wesentlichen Punkte der Neuen Kirche ein Gegenstand der Verachtung, eine Last und ein Abscheu sei. Diese ergibt sich von selbst als Schluss. Quälen bedeutet ein Gegenstand der Verachtung, eine Last und ein Abscheu sein.[441]
- 11.11 Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen.
Drei und einen halben Tag bedeutet am Ende und am Anfang, also vom Ende der Kirche, welche noch ist, bis zum Anfang der Neuen, siehe dazu Kommentar zu Vers 11.9. Nun geht es um jene, bei denen die Neue Kirche anfängt und fortschreitet, denn es wird jetzt von den Zeugen gesagt, dass Geist des Lebens in sie gekommen und sie auf ihren Füßen gestanden seien. Durch den Geist des Lebens von Gott wird das geistige Leben verstanden, und durch das auf den Füßen stehen das mit dem geistigen übereinstimmende natürliche Leben bezeichnet, mithin die Belebung vom Herrn. Jeder Mensch, der gebessert wird, wird zuerst seinem inneren Menschen und nachher seinem äußeren Menschen nach gebessert. Der innere Mensch wird nicht gebessert durch das bloße Wissen und Verstehen des Wahren und Guten, durch das der Mensch selig wird, sondern dadurch, dass er es will und liebt; der äußere Mensch aber dadurch, dass er redet und tut, was der innere Mensch will und liebt, und so weit dies der Fall ist, wird der Mensch wiedergeboren. Dass er nicht früher wiedergeboren wird, kommt daher, dass sein Inneres nicht früher in der Wirkung ist, sondern bloß in der Ursache, und die Ursache zerfällt, wenn sie nicht in Wirkung tritt. Wenn der innere oder geistige Mensch keinen Grund erhält im äußeren oder natürlichen Menschen, dann ist es wie mit einem Menschen ohne Füße, auf denen er stehen oder gehen könnte. Dies wird hier mit dem auf ihren Füßen stehen, nachdem der Geist aus Gott in sie gekommen war bezeichnet.[442]
Die große Furcht bedeutet hier die Seelenunruhe und das Bestürztwerden bei den göttlichen Wahrheiten, denn die göttlichen Wahrheiten bringen diese Wirkungen bei den Bösen hervor.[443]
- 11.12 Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.
Eine starke Stimme aus dem Himmel bedeutet aus dem Herrn; denn einen Stimme aus dem Himmel kommt nirgends anderswoher. Durch "steigt herauf" wird ihre Erhebung in den Himmel, aus dem sie stammen und in dem sie sind, sowie auch ihre Beschützung bezeichnet. Durch die Wolke wird der buchstäbliche Sinn des Wortes bezeichnet, und durch diesen geschieht eine Verbindung mit dem Herrn und eine Zusammengesellung mit den Engeln. In den Himmel in einer Wolke aufsteigen bedeutet daher die Erhebung in den Himmel und die Verbindung mit dem Herrn daselbst durch das Göttlich-Wahre des Wortes in dessen buchstäblichem Sinn.[444]
Die zwei Zeugen sehen, bedeutet jene zwei wesentlichen Lehren der Neuen Kirche hören, und auch die Beweisgründe dafür aus dem Wort sehen; denn sie sahen dieselben in einer Wolke aufsteigen und durch die Wolke wird der buchstäbliche Sinn des Wortes bezeichnet. Dass sie diese aber gleichwohl nicht angenommen haben, sondern in ihrem Falschen geblieben sind, geht daraus hervor, dass sonst nichts gesagt wird, als sie dieselben sahen, und dass dann gleich darauf folgt, es sei ein Erdbeben entstanden, in dem sie umgekommen. Unter den Feinden werden die verstanden, die in der großen Stadt waren, welche geistig Sodom und Ägypten heißt, die sich in dem von der tätigen Liebe getrennten Glauben befanden.[445]
- 11.13 Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.
In jener Stunde, bedeutet dann, als sie sahen, dass die zwei Zeugen in den Himmel gestiegen waren, und dennoch in ihrem Falschen blieben, siehe dazu den vorherigen Vers. Durch das Erdbeben wird ihr Untergang bezeichnet, weil in ihm der zehnte Teil der Stadt fiel. Der zehnte Teil bezeichnet alle, die darin waren. Erdbeben bezeichnen die Zustandsveränderungen in der Kirche, weil die Erde die Kirche bezeichnet. Dies ist so zu verstehen, dass es in der geistigen Welt, und nicht in der natürlichen Welt geschehen werde. Fallen bedeutet sich in die Hölle stürzen, welches geschieht, wenn sie vom Himmel abgerissen sind. Die Städte in der Geisterwelt, welche im Bösen und Falschen sind, werden, wenn die, welche sich darin befinden, zuerst geprüft, unterrichtet und gewarnt sind, und gleichwohl in ihrem Bösen und Falschen beharren, durch ein Erdbeben erschüttert, und durch dieses wird ein tiefer Abgrund geöffnet, in welchen sie hinabsinken, worauf es dann ihren Bewohnern vorkommt, als ob sie sich auf dem Grund wie in einer Wüste befänden, aus der sie einzeln in ihre Orte in der Hölle abgeführt werden. Umkommen bedeutet hier geistig getötet werden, der Seele nach verloren gehen. Siebentausend Namen der Menschen bedeutet alle, welche den bloßen Glauben bekannt und deshalb die Werke der tätigen Liebe zu nichts gemacht und daher auch jene zwei heiligen und wesentlichen Lehren der Neuen Kirche verdammt hatten. Da durch Siebentausend dasselbe wie durch Sieben bezeichnet wird, werden alle bezeichnet.[446]
Unter den übrigen werden hier jene verstanden, welche einiges Gute der tätigen Liebe zum Glauben hinzugefügt hatten. Wurden erschreckt, bedeutet aus Furcht, als sie den Untergang der anderen sahen. Herrlichkeit geben dem Gott des Himmels bedeutet den Herrn als Gott des Himmels und der Erde anerkennen, weil er der Gott des Himmels und der Erde ist Matth 28.18. Weil diese aus Furcht den Herrn anerkannten, so wurden sie abgesondert, damit sie geprüft würden, aus welcher Quelle sie das Gute getan hatten, ob aus sich oder aus dem Herrn. Alle diejenigen tun das Gute aus sich, die das Böse nicht als Sünde fliehen, die nicht nach den zehn Geboten leben, aus dem Herrn aber diejenigen, welche es fliehen und nach den Geboten leben.[447]
- 11.14 Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.
Das Wehe bedeutet die Wehklage über den verkehrten Zustand der Kirche, siehe dazu Kommentar zu Vers 8.13. Durch das dritte Wehe wird die letzte Wehklage bezeichnet, wenn die Erfüllung und das Ende da ist, denn drei und das Dritte haben diese Bedeutung. Schnell kommen, bedeutet nachher, und nachher ist so viel als vom zwölften bis zum siebzehnten Kapitel und dann im zwanzigsten Kapitel, wo es vom letzten Gericht über sie geht.[448]
Die siebente Posaune
- 11.15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Und der siebte Engel posaunte, bedeutet die Untersuchung und Offenbarung des Zustandes der Kirche nach ihrer Vollendung, zur Zeit der Ankunft des Herrn und Seines Reiches.[449]
Es ließen sich laute Stimme hören, bedeutet die Lobpreisungen vonseiten der Engel; dies ergibt sich aus Vers 17. Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und Seines Christus geworden, bedeutet dass der Himmel und die Kirche des Herrn geworden seien, wie sie es von Anfang waren, und nun auch Seines Göttlich-Menschlichen. Unter dem Herrn wird hier der Herr von Ewigkeit, welcher Jehova ist, und unter Christus Sein Göttlich-Menschliches verstanden, welcher der Sohn Gottes ist Luk 1.32-35. Dass unter Christus das Göttlich-Menschliche des Herrn verstanden wird, kommt daher, weil Christus so viel als Messias Joh 1.41 Joh 4.25, und Messias so viel als Sohn Gottes ist Matth 26.63 Mark 14.61 Joh 6.69 Joh 11.27 Joh 20.31. Er wird herrschen in die Zeitläufe der Zeitläufe, bedeutet, dass der Herr nach beiden über sie walten werde. Dass der Herr auch Seinem Göttlich-Menschlichen nach herrschen werde, geht aus Joh 3.35 Joh 17.2 Joh 17.10 hervor.[450]
- 11.16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an
Durch die auf Thronen sitzenden vierundzwanzig Ältesten werden alle Engel im Himmel, insbesondere in geistiger Hinsicht bezeichnet, siehe dazu Kommentar zu Vers 4.4. Auf ihre Angesichte fallen und Gott anbeten, bedeutet die tiefste Anbetung und die Anerkennung, dass der Herr der Gott des Himmels und der Erde sei.[451]
- 11.17 und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest!
Dies bedeutet das Bekenntnis und die Verherrlichung vonseiten der Engel des Himmels, dass es der Herr sei, welcher ist, welcher lebt und Macht hat aus Sich Selbst und alles regiert, weil Er allein der Ewige und Unendliche ist. Dass des Menschen Sohn, welche der Herr nach Seinem Göttlich-Menschlichen ist, der Allmächtige, das Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte, und der sei, welcher ist und war und welcher kommen wird, kann man in Off 1.8, Off 1.17, Off 2.8, Off 4.8 sehen. Dass Er der sei, welcher ist, lebt und aus Sich Selbst Macht hat, alles regiert, und allein der Ewige und Unendliche und Gott ist, siehe Kommentar zu den Versen 1.4, 1.8 und 2.8.[452]
Dass Er Seine große Macht angenommen, bedeutet die göttliche Allmacht, welche Er hat und von Ewigkeit hatte. Dass Er das Reich angetreten hat, bedeutet, dass der Himmel und die Kirche nun Sein seien, wie zuvor. Unter Seinem Reich wird hier der Neue Himmel und die Neue Kirche verstanden. Dort wird man Ihn anerkennen als den alleinigen Gott, wie Er ist und wie Er war.[453]
- 11.18 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten.
Unter den Völkerschaften werden die im Bösen des Lebens sind verstanden, im Allgemeinen das Böse des Lebens, hier aber die, welche im bloßen Glauben sind und im Bösen des Lebens, indem es ihre Religionslehre ist, dass das Gesetz sie nicht verdamme, wenn sie nur den Glauben haben, dass Christus die Verdammnis desselben aufgehoben habe, weil es hier um sie geht. Dass sie zornig wurden, bedeutet nicht bloß, dass sie sich erzürnten, sondern auch, dass sie diejenigen angriffen, die gegen ihre Glauben sind, was aus dem nächsten Kapitel hervorgeht.[454] Der Zorntag des Herrn bezeichnet das Jüngste Gericht, also ihr Untergang. Der Zorn des Herrn hat diese Bedeutung, weil es ihnen so scheint, als ob der Herr aus Zorn sie in die Hölle werfe, obwohl sich doch der Böse selbst in sie wirft; so wie der Verbrecher dem Gesetz die Schuld gibt, dass er bestraft wird, oder dem Feuer, dass es ihn brennt, wenn er die Hand in dasselbe hält. Unter den Toten, die gerichtet werden sollen, werden im Allgemeinen Sinn die Toten aus der Welt verstanden, im eigentlichen Sinn aber die, welche kein geistiges Leben haben. Auf die letztere wird das Gericht bezogen Joh 3.18 Joh 5.24-29. Es ist der geistige Tod gemeint.[455]
Durch den Lohn wird die Seligkeit des ewigen Lebens bezeichnet. Durch die Propheten werden die bezeichnet, die im Wahren der Lehre aus dem Wort sind; durch die Heiligen jene, welche in einem ihm gemäßen Leben sind.[456] Den Namen des Herrn fürchten, bedeutet das, was des Herrn ist, lieben. Durch die Kleinen und Großen werden die bezeichnet, die im geringerem und höherem Grad den Herrn fürchten. Fürchten bedeutet hier lieben, weil jeder, welcher liebt, sich auch fürchtet, dem, den er liebt, Übles zu tun.[457]
Jene verderben, die das Land verderben, bedeutet diejenigen in die Hölle werfen, die die Kirche zerstört haben. Durch das Land wird die Kirche bezeichnet. Außerdem folgt dies aus den Worten "gekommen ist die Zeit, die Toten zu richten", durch welche das jüngste Gericht über diejenigen bezeichnet wird, die kein geistiges Leben haben.[458]
- 11.19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.
Durch den Tempel Gottes wird die göttliche Menschheit des Herrn, hernach der Himmel, in dem die Engel sind, und dann auch die Kirche auf Erden bezeichnet. Siehe dazu Kommentar zu Vers 3.12. Hier wird durch den Tempel Gottes der Herr in Seinem Göttlich-Menschlichen im Himmel bezeichnet, weil es heißt, der Tempel Gottes im Himmel. Unter der Lade im Tempel werden die Zehn Gebote verstanden, denn in der Lade waren die zwei Tafeln, auf welche die Zehn Gebote geschrieben waren. Geöffnet werden bedeutet, dass das Göttlich-Menschliche und die Zehn Gebote, welche die zwei wesentlichen Stücke der Neuen Kirche sind, nun gesehen worden seien, nachdem die Bösen in die Hölle geworfen waren (siehe voriger Vers).[459]
Durch die Blitze, Stimmen und Donner werden die Vernünfteleien bezeichnet, die Erdbeben bedeuten Zustandsveränderungen der Kirche, der große Hagel bezeichnet die Verfälschungen des Guten und Wahren. Dies ist in den unteren Orten vorgegangen, wo sich die Bösen noch aufhielten, ehe das jüngste Gericht über sie gehalten wurde, was aus dem vorherigen Vers hervorgeht.[460]
Zwölftes Kapitel
Die Frau und der Drache
- 12.1 Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.
Unter dem Zeichen aus dem Himmel wird hier eine Offenbarung für die Zukunft, und unter dem großen Zeichen, das im Himmel erschien, eine Offenbarung über die Neue Kirche verstanden, denn die Frau von der Sonne umgeben bezeichnet jene Kirche. Das Knäblein, das sie gebar, bezeichnet ihre Lehre. Dass sie Qual hatte bei der Geburt, bedeutet die schwierige Aufnahme der letzteren. Dass der Drache das Knäblein verschlingen wollte und nachher die Frau verfolgte, bedeutet die Bekämpfung derselben. Dies wird unter dem großen Zeichen am Himmel verstanden. Das Zeichen wird von der Zukunft gebraucht und bedeutet dann eine Offenbarung.[461]
Die Frau bedeutet die Neue Kirche des Herrn in den Himmeln, welcher der Neue Himmel ist, und die künftige Neue Kirche des Herrn auf Erden, welche das Neue Jerusalem heißt. Dies geht aus den Einzelheiten dieses Kapitels hervor, wenn man sie im geistigen Sinn versteht, und weil durch die Frau auch sonst im Wort die Kirche bezeichnet wird. Die Sonne ist hier die Liebe und Weisheit aus dem Herrn. Dass die Frau von der Sonne umgeben erschien, ist deswegen, weil sie in der Liebe zum Herrn steht, denn sie erkennt Ihn an, und hält Seine Gebote, und dies heißt Ihn lieben Joh 14.21-24. Der Mond erschien unter den Füßen der Frau, weil die Kirche auf Erden darunter verstanden wird, sofern sie mit der Kirche in den Himmeln noch nicht verbunden ist. Durch den Mond wird die Einsicht im natürlichen Menschen und der Glaube bezeichnet; das unter den Füßen erscheinen bedeutet, dass sie auf Erden sein werde. Sonst wird unter den Füßen diese Kirche selbst bezeichnet, sofern sie verbunden ist. Weil die Kirche in den Himmeln keinen Bestand hat, wenn nicht auch auf Erden eine in übereinstimmender Liebe und Weisheit stehende Kirche ist und eine solche entstehen wird, so erschien unter den Füßen der Frau der Mond, welcher hier insbesondere den Glauben bezeichnet, durch den, so wie er heutzutage beschaffen ist, keine Verbindung statt haben kann. Dass die Kirche in den Himmeln keinen Bestand hat, wenn die Kirche auf Erden nicht mit ihr verbunden ist, kommt daher, dass der Himmel, in dem die Engel, und die Kirche, in der die Menschen sind, in eins zusammenwirken, wie das Innere und Äußere bei dem Menschen, und das Innere bei dem Menschen nicht in seinem Zustand fortbestehen kann, wenn das Äußere nicht mit ihm verbunden wird.[462]
Durch die Krone auf dem Haupt wird die Weisheit und Einsicht bezeichnet. Durch die Sterne werden die Kenntnisse des Göttlich-Guten und Göttlich-Wahren aus dem Wort bezeichnet. Zwölf bedeutet alles zur Kirche Gehörige, was sich auf das Gute und dessen Wahres bezieht. Durch die Krone von zwölf Sternen auf dem Haupt der Frau wird also die Weisheit und Einsicht der Neuen Kirche bezeichnet, hervorgehend aus den Kenntnissen des Göttlich-Guten und Göttlich-Wahren aus dem Wort.[463]
Alternative Auslegung: Die "Frau" bezeichnet das edle Bild, das vollkommene Ebenmaß eines Menschen ohne Zeugungskraft, wohl aber fähig und empfänglich für die Zeugung. Ebenso ist die reine Lehre des Herrn, die doch sicher im vollkommensten Himmel erscheint, weil sie in Ihm und aus Ihm hervorgeht, gleich der Frau ein vollkommenstes Ebenmaß dem geistigen Menschen, für sich zwar nicht zeugungsfähig, aber der Mensch wird durch sie aufnahmefähig für alles Liebegute - die reine, himmlische Gottliebe als das ewige Geistleben aus dem Herrn. Das Geistleben der Gottliebe ist das "Kind", mit dem die Lehre des Herrn befruchtet wird im Herzen des Menschen. Diese reine Lehre des Herrn - damit ist keine Irrlehre gemeint - ist mit der "Sonne" oder dem Licht alles Lichtes umkleidet, weil sie aus dem Herrn selbst kommt. Weil diese vollkommene himmlische Frau oder die reine Liebe des Herrn nur zur Aufnahme der himmlischen Liebe aus dem Herrn fähig ist, so tritt sie den "Mond", als das unbeständige Symbol der Selbst- oder Weltliebe, mit den Füßen als eine ihrem rein himmlischen Wesen ganz entgegengesetze Polarität. Die "zwölf Sterne" bezeichnen die zwölf Gesetze des ewigen Lebens - die zehn Gebote Mosis mit den zwei Geboten der Liebe (Gottes- und Nächstenliebe) zuoberst. Sie bedeuten nicht die zwölf Apostel oder die zwölf Stämme Israels.[464]
- 12.2 Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt.
Das Schwangersein bezeichnet die entstehende Lehre der Neuen Kirche, weil die Frucht, die sie im Leib hatte, und von deren Geburt die Rede ist. Schreien in Geburtswehen und mit Qual gebären, bedeutet die schwierige Aufnahme dieser Lehre wegen des Widerstandes vonseiten derer, die unter dem Drachen verstanden werden. Dies geht aus dem Folgenden in diesem Kapitel hervor.[465]
Alternative Auslegung: Mit dieser Schwangerschaft ist die geistige Wiedergeburt gemeint. Das "Kind", womit das Weib schwanger ist, ist die reine Gottliebe, welche aber durch die mannigfache Selbstverleugnung dem äußern Menschen sehr schmerzt, bis diese himmlische Liebe im Geiste des Menschen durch sie reif wird zur herrlichen Wiedergeburt zum ewigen Leben.[466]
- 12.3 Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen,
Das Bild vom Drachen, der vor dem gebärenden Weib stand, um ihre Frucht zu verschlingen, sie dann in die Wüste verfolgte und dort aus seinem Mund Wasser schoss wie ein Strom, um sie zu ertränken, bezeichnet die Trübsal und Gräuel als Folgen der falschen Lehre der Dreieinigkeit.[467]
Das Zeichen bedeutet eine Offenbarung vom Herrn, siehe dazu Kommentar zu Vers 12.1. Es heißt ein anderes Zeichen, weil die Offenbarung diejenigen betrifft, die wider die Neue Kirche und ihre Lehre sind.[468]
Der große, feuerrote Drache bedeutet diejenigen in der christlichen oder protestantischen Kirche, welche aus Gott drei und aus dem Herrn zwei machen und die tätige Liebe vom Glauben trennen, und diesen und nicht zugleich auch jene für seligmachend erklären. Gemeint sind jene Protestanten, die äußerlich religiös gelebt, während sie doch in ihrem Inneren keine Religion hatten. Inwendig, dem Geist nach, waren sie wie Teufel, erfüllt mit Diebstahl und Betrug, Ehebruch und schändlichen Dingen, Hass, Rache, Lügen, Lästerung; äußerlich, dem Leib nach, lebten sie wie Engel. Der Drachen erschien im Himmel, kämpfte mit Michael und zog aus dem Himmel den dritten Teil der Sterne herab. Dies wurde gesagt, weil solche durch das Bekenntnis Gottes, durch das Lesen des Wortes, und durch den äußeren Gottesdienst mit dem Himmel in Verbindung standen, gleichwohl sie aber ihr Leben in nichts gebessert hatten und sich nichts aus den Sünden wider Gott machten. Sie sind wider die zwei wesentlichen Lehren der Neuen Kirche - dass Gott dem Wesen und der Person nach Einer und in Ihm eine Dreieinheit ist, und dass dieser Gott der Herr ist, ferner: dass die tätige Liebe und der Glaube eins sind wie das Wesen und seine Form, und dass nur diejenigen die tätige Liebe und den Glauben haben, welche nach den Zehn Geboten leben, nach denen man das Böse nicht tun darf, und man insoweit das Gute der tätigen Liebe tut und das Wahre des Glaubens glaubt, als man das Böse nicht tut, sondern es als Sünde gegen Gott flieht. Der Drache heißt groß, weil alle Kirchen der Protestanten Gott in drei Personen zerteilen und den Glauben für allein seligmachend erklären, außer einigen hier und da, welche darüber nicht ganz so denken. Der Drache heißt feuerrot, weil das Feuerrote das Falsche bezeichnet, das aus dem Bösen der Lüste entspringt, welches das höllische Falsche ist. Rot bezeichnet auch die Liebe zum Bösen. Da die beiden Hauptlehren der protestantischen Kirchen Falsches sind, und das Flasche die Kirche verwüstet, indem es ihr Wahres und Gutes wegnimmt, so sind sie durch den Drachen vorgestellt worden, da der Drache im Wort die Verwüstung der Kirche bezeichnet.[469]
Durch das Haupt wird die Weisheit und Einsicht und im entgegengesetzten Sinn der Wahnwitz bezeichnet. Die sieben Häupter des Drachen bedeuten den Wahnwitz, der aus den verfälschten und entweihten Wahrheiten des Wortes entspringt, denn sieben wird vom Heiligen und im entgegengesetzten Sinn vom Unheiligen gebraucht. Durch Diademe oder kostbare Steine werden die Wahrheiten im buchstäblichen Sinn des Wortes bezeichnet, hier die verfälschten und entweihten Wahrheiten des Wortes, insbesondere die verfälschten und entweihten Wahrheiten des buchstäblichen Sinnes des Wortes, da sie auf den Häuptern des Drachen erscheinen. Dass auch die verfälschten und entweihten Wahrheiten des Wortes Diademe heißen, kommt daher, weil sie aus sich selbst leuchten, bei wem sie auch seien, so wie die Diademe auf Erden, in wessen Hand sie auch seien.[470] Durch die sieben Köpfe des Drachen und die sieben Diademe wird die Entweihung alles Guten und Wahren bezeichnet.[471]
Das Horn bedeutet die Macht, zehn bedeutet Viele und auch Alles. Das Viele wird durch die zehn Hörner des Tieres bezeichnet. Die zehn Hörner bedeuten viel Macht. Der Drache hat viel Macht, weil die Seligmachung des Menschen durch den bloßen Glauben ohne die Werke des Gesetzes, welcher Glaube unter dem Drachen verstanden wird, die Seelen einnimmt und alsdann die Beweisgründe überreden. Sie nimmt ein, weil der Mensch, wenn er hört, dass die Verdammnis des Gesetzes weggenommen sei und das Verdienst des Herrn ihm durch den bloßen Glauben an dasselbe zugerechnet werde, den Wollüsten seiner Seele und seines Leibes nachhängen kann und keine Hölle zu fürchten braucht.[472]
- 12.4 und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße.
Durch den Schwanz werden, wenn von solchen die Rede ist, welche Ketzerisches durch das Wort bekräftigt haben, die verfälschten Wahrheiten des Wortes bezeichnet. Siehe dazu auch Kommentar zu Vers 9.10. Die Sterne bezeichnen die geistigen Kenntnisse des Guten und Wahren. Der dritte Teil bedeutet alles. Vom Himmel ziehen und auf die Erde werfen, heißt von der Kirche entfernen und völlig zerstören; denn wenn sie dem Himmel entzogen werden, so werden sie auch der Kirche entzogen, weil alles Wahre des Wortes vom Herrn durch den Himmel zu dem Menschen der Kirche gelangt, und die Wahrheiten durch nichts anderes herabgezogen werden, als durch die Verfälschungen derselben im Wort, weil in ihm und aus ihm die Wahrheiten des Himmels und der Kirche sind. Dass von denen, welche unter dem Drachen verstanden werden (siehe vorheriger Vers), alle Wahrheiten des Wortes zerstört worden sind, kann niemand in der Welt glauben, und doch sind sie so ganz zerstört, dass keine einzige wahre Lehre mehr übrig ist. Wenn die Wahrheiten des Wortes zur Bestätigung, dass der bloße Glaube seligmachend sei ohne die Werke des Gesetzes, angewendet werden, so werden sie alle verfälscht, und wenn die Verfälschung bis zu der Behauptung geht, dass der Herr im Wort die guten Werke nicht geboten habe, um den Menschen mit sich zu verbinden, so werden die Wahrheiten des Wortes entheiligt - dann ist das Wort kein heiliges Buche mehr, sondern ein unheiliges.[473]
Wer die seien, die unter dem Drachen verstanden werden, siehe Kommentar zu vorherigem Vers. Durch die Frau wird die Neue Kirche bezeichnet. Gebären bedeutet Gutes und Wahres der Lehre aus dem Wort in sich aufnehmen. Die Frucht bezeichnet die Lehre der Neuen Kirche, was aus dem folgenden Abschnitt ersichtlich wird. Verschlingen bedeutet vernichten, weil die Frucht die Lehre bezeichnet, und was bei der Frucht verschlingen heißt, das heißt, auf die Lehre bezogen, ein Vernichten. Dies geschehe gleich bei ihrem Entstehen, weil es heißt: Der Drache stand vor der Frau, um, sobald sie geboren, ihre Frucht zu verschlingen. Kurzum: Die unter dem Drachen verstanden werden, werden sich bemühen, die Lehre der Neuen Kirche gleich bei ihrem Entstehen zu vernichten. Als Emanuel Swedenborg die Lehren der Neuen Kirche niederschrieb, standen die Angehörigen des Drachen um ihn herum und trachteten mit aller Wut danach, sie zu vernichten. Diese Angehörigen des Drachen waren aus der protestantischen Christenheit überall her.[474]
- 12.5 Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.
Durch den Sohn wird im Wort Wahres der Lehre, dann auch der Verstand und daher das Denken des Wahren und Guten bezeichnet; der männliche Sohn bedeutet das im geistigen Menschen empfangene und im natürlichen geborene Wahre. Zeugungen und Geburten bezeichnen im Wort geistige Zeugungen und Geburten, welche sich im Allgemeinen alle auf das Gute und Wahre beziehen, denn vom Herrn als dem Mann und der Kirche als der Frau wird nichts anderes gezeugt und geboren. Da durch die Frau, die geboren hatte, die Neue Kirche bezeichnet wird, so ist offenbar, dass durch den männlichen Sohn die Lehre dieser Kirche bezeichnet wird.[475]
Weiden bedeutet lehren und unterrichten, siehe dazu Kommentar zu Vers 7.17. Hier bedeutet es diejenigen überzeugen, die sich überzeugen lassen wollen. Durch die Völkerschaften werden diejenigen bezeichnet, die im Bösen des Leben sind, hier diejenigen, welche infolge des von der tätigen Liebe getrennten Glaubens in einem toten Gottesdienst sind. Sie sind im Bösen des Lebens, weil, wenn die tätige Liebe getrennt wird, nichts Gutes des Lebens mehr da ist, und wo nichts Gutes ist, da ist das Böse. Durch die Rute wird im Wort die Macht, und durch das Eisen das natürliche Wahre, mithin der natürliche Sinn des Wortes und zugleich das natürliche Licht des Menschen bezeichnet, auf welchen beiden die Macht des Wahren beruht. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.27.[476]
Ihre Frucht wurde entrückt zu Gott und Seinem Thron, bedeutet, dass der Herr die Lehre, weil sie für die Neue Kirche ist, beschütze, und durch Engel des Himmels hüten lasse, denn durch den Thron wird der Himmel der Engel bezeichnet, siehe dazu Kommentar zu Vers 3.21.[477]
Alternative Auslegung: Das Kind - die himmlische Liebe im Geist des Menschen - ist deswegen ein "Knabe", weil in dieser Liebe, wie im Mann und nicht in der Frau, die schöpferische Zeugungskraft liegt und liegen muss. Dieses Kind oder die aus der Lehre des Herrn geborene Gottliebe im Geiste des Menschen wird dann mit "eisernem Szepter" oder mit der unbeugsamsten Gotteskraft "alle Völkerschaften" oder alle Forderungen und sinnlichen Leidenschaften der Welt bändigen. Dadurch wird es, als Leben aus dem Herrn, den Geist des Menschen und alle seine Neigungen zum Herrn hin "entrücken" und wird seine Wonne schöpfen am "Thron" des Herrn, der die wahre Weisheit aus Ihm ist ewig.[478]
- 12.6 Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertundsechzig Tage.
Das Weib bedeutet die Neue Kirche. Die Wüste bedeutet, wo nichts Wahres mehr ist. Durch den Ort wird der Zustand bezeichnet. Nähren bedeutet, dafür sorgen, dass sie wachse. Einen von Gott bereiteten Ort haben um ernährt zu werden, bedeutet also den Zustand der Kirche, in welchem dafür gesorgt wird, dass sie inzwischen unter mehrere komme. Tausendzweihundertsechzig Tage bedeutet bis zum Ende und Anfang, bis zum Ende der vorigen Kirche und zum Anfang der Neuen Kirche, bis sie zu ihrem bestimmen Maß heranwächst, das heißt, bis sie so, wie die Vorsehung es wollte, dasteht, siehe dazu Kommentar zu Vers 11.3. Dass die göttliche Vorsehung des Herrn es so leitet, dass die Kirche zuerst nur unter wenigen ist, nach und nach aber unter mehrere kommt, hat seinen Grund darin, weil das Falsche der vorigen Kirche erst entfernt werden muss, denn solange das nicht geschehen ist, kann das Wahre nicht angenommen werden. Wahrheiten, welche aufgenommen und eingepflanzt werden, ehe das Falsche entfernt ist, bleiben nicht und werden auch von den Angehörigen des Drachen ausgerottet. Ebenso ging es einst mit der christlichen Kirche; auch sie kam von wenigen nach und nach unter viele. Zudem muss zuerst der Neue Himmel gebildet werden, der Eins ausmachen soll mit der Kirche auf Erden, weswegen es heißt "dass er einen Neuen Himmel sah, und das heilige Jerusalem herabsteigend von Gott aus dem Himmel" Off 21.1-2. Gewiss ist, dass die Neue Kirche entstehen wird, weil sie in der Offenbarung (Kapitel 21 und 22) vorausgesagt worden ist; und gewiss ist auch, dass das Falsche der vorigen Kirche erst entfernt werden muss, weil die Offenbarung bis zum 20. Kapitel davon handelt.[479]
- 12.7 Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel,
Durch den Krieg wird ein geistiger Krieg bezeichnet, ein Krieg des Falschen gegen das Wahre und des Wahren gegen das Falsche, siehe dazu auch Kommentar zu Vers 11.7. Im Himmel kann kein anderer Krieg entstehen; auch kann keiner entstehen in dem einmal aus Engeln gebildeten Himmel, sondern er entstand in dem früheren Himmel, welcher verging und von dem in Off 21.1 die Rede ist. Dieser Himmel ging unter durch das über den Drachen und seine Engel gehaltene Letzte Gericht, was auch durch das Folgende bezeichnet wird. Worin das Falsche bestehe, das unter dem Drachen verstanden und das wider die Wahrheiten der Neuen Kirche streiten wird, kann man in Vers 12.3 sehen. Unter Michael wird nicht ein Erzengel verstanden, sondern Dienstverrichtungen im Himmel. Den Dienst in ihm, welcher Michael heißt, haben diejenigen, welche aus dem Wort begründen, dass der Herr, der Gott des Himmels und der Erde sei, und dass Gott der Vater und Er eins seien, wie die Seele und der Leib eins sind, desgleichen dass der Mensch nach den Zehn Geboten leben müsse, und dass er alsdann tätige Liebe und Glauben habe. Unter dem Engel wird im höchsten Sinn der Herr, und im angewandten Sinn der Himmel der Engel, desgleichen ein Verein von Engeln verstanden. Hier bedeutet er eine Dienstverrichtung, weil er mit Namen genannt wird, und Michael bei Daniel ein Fürst heißt, durch den Fürsten aber im Wort eine Hauptwahrheit und durch den König das Wahre selbst bezeichnet wird.[480]
- 12.8 und sie siegten nicht und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel.
Im Leben nach dem Tod werden zuerst alle von den Engeln unterrichtet, und von einer Gesellschaft in die andere geführt und geprüft, ob sie die Wahrheiten des Himmels aufnehmen und danach leben wollen. Die sich in der Welt im Falschen bestärkt hatten, nehmen sie nicht auf, weswegen sie in die Gesellschaften von solchen eingelassen werden, welche im selben Falschen sind. Diese Gesellschaften haben aber keine Verbindung mit dem Himmel, sondern mit der Hölle, weswegen sie, wenn ihre Zeit in der Geisterwelt verflossen ist, in die Hölle hinabfallen, wo ihnen, jedem nach seinem Bösen und dem Falschen aus diesem, ihre Orte angewiesen werden. Sie wurden also überführt, dass sie im Falschen und Bösen seien, blieben aber in demselben, und wurden daher aus der Verbindung mit dem Himmel gerissen und herabgeworfen.[481]
- 12.9 Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen.
Welche unter dem Drachen verstanden werden, siehe Kommentar zu Vers 12.3. Sie heißen auch die alte Schlange, der Teufel und der Satan. Durch die Trennung vom Herrn und vom Himmel müssen sie Teufel und Satane werden. Durch die Schlange wird der infolge seines fleischlichen Sinnes sinnlich gewordene Mensch bezeichnet, der sich vom Herrn zu sich und vom Himmel zur Welt hingewendet hat. Durch den Teufel werden jene bezeichnet, welche im Bösen der Lüste, und durch den Satan die, welche infolgedessen im Falschen sind. Der Drache heißt hier Teufel und Satan, wie wenn diese eins wären, weil alle in der Hölle Teufel und Satane sind, daher die Hölle als ein Ganzes genommen, so genannt wird.[482]
Verführen bedeutet verkehren, und durch die Welt (orbis) wird die Kirche bezeichnet, wie durch die Erde. Wenn Welt (Erdkreis) und Erde (oder Land) zugleich genannt werden, wird durch die Welt die Kirche in Ansehung des Guten, und durch die Erde die Kirche in Ansehung des Wahren bezeichnet. "Der die ganze Welt verführt", bedeutet also, dass sie alles in der Kirche verkehren.[483]
Unter der Erde, von der es heißt, dass der Drache auf sie herabgeworfen worden sei, wird die Geisterwelt (Mittelreich) verstanden, die unmittelbar unter dem Himmel und über der Hölle liegt. Wer aus dem Himmel herabgeworfen wird, fällt nicht sogleich in die Hölle, sondern auf das nächstgelegene Land in jener Welt; denn jene Welt liegt in der Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle. Alle, welche in dieser Welt sind, haben unmittelbare Verbindung mit den Menschen auf der Erde, folglich der Drache und seine Engel mit denen, die im Falschen und aus diesem im Bösen sind infolge der Ketzerei vom alleinigen Glauben.[484]
- 12.10 Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott.
Durch die große Stimme im Himmel wird die Freude der Engel des Himmels bezeichnet, weswegen folgt "Darum freuet euch, ihr Himmel, und die in ihm wohnen!" (Vers 12) Die Stimme wird auch groß, weil sie gehoben wird durch die Freude des Herzens. Geworden ist das Heil und die Macht, bedeutet, dass sie nun selig werden durch die göttliche Macht des Herrn. Das Reich unseres Gottes und die Gewalt Seines Christus, bedeutet, weil der Herr allein im Himmel und in der Kirche regiert. Unter Gott wird das Göttliche selbst, welches Jehova und Vater heißt, und unter Christus Sein Göttlich-Menschliches, welches Gottes Sohn heißt, verstanden - siehe dazu Kommentar zu Vers 11.15. Weil das Göttliche und das Göttlich-Menschliche des Herrn Eins sind, wie Seele und Leib, so folgt, dass der Herr allein regiert. Dies wird unter dem Reich Gottes verstanden.[485]
Dass der Drache herabgeworfen (verworfen) worden, bedeutet, dass diejenigen entfernt worden seien, welche unter dem Drachen verstanden werden; dass sie entfernt worden seien durch ein Herabwerfen aus dem Himmel in die Geisterwelt und hernach in die Hölle, welches ihr letztes Gericht ist. Unter den Brüdern werden jene verstanden, die in der Lehre des Neuen Jerusalems und in einem ihr gemäßen Leben sind. Verklagen bedeutet, sich der Lehre widersetzen, sie des Irrtums beschuldigen und sie schelten, und weil sie dies fortwährend wie vor Gott tun, so heißt der Drache ein Verkläger der Brüder, welcher sie verklagt vor Gott Tag und Nacht.[486]
- 12.11 Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod.
Das Blut des Lammes bezeichnet hier nicht das Leiden des Herrn am Kreuz, was von denen angenommen wird, die im bloßen Glauben stehen, weil sie das Leiden des Herrn am Kreuz zum Hauptpunkt ihres Lehrbegriffes machen, indem sie sagen, dass er durch dasselbe die Verdammnis des Gesetzes auf sich übertragen, dem Vater genuggetan, und das menschliche Geschlecht mit Ihm versöhnt habe, und dergleichen mehr. Das Blut bezeichnet das Göttlich-Wahre des Herrn im Wort und durch dieses haben Michael und seine Engel den Drachen besiegt. Die Engel im Himmel können an kein Blut denken, und denken auch nicht an das Leiden des Herrn, sondern an das Göttlich-Wahre und an Seine Auferstehung. Dass unter dem Blut des Lammes das vom Herrn ausgehende Göttlich-Wahre des Wortes verstanden wird, kann man daraus sehen, weil der Herr das Wort ist, und deswegen das Göttlich-Wahre in Ihm Sein Blut und das Göttlich-Gute in Ihm Sein Leib ist. Jeder Mensch ist sein Gutes und sein Wahres, und weil das Gute im Willen und das Wahre im Verstand ist, so ist jeder Mensch seinem Wesen nach sein Wille und sein Verstand. Der Herr aber ist das Gute und das Wahre Selbst, welches das Göttlich-Gute und das Göttlich-Wahre ist, welche beide auch das Wort sind. Das Zeugnis ist die göttliche Wahrheit, die Anerkennung, dass der Herr der Gott des Himmels und der Erde sei, und dass die Zehn Gebote Vorschriften des Lebens seien, nach denen man leben muss.[487]
Seine Seele (Leben) lieben, bedeutet sich selbst und die Welt lieben, denn durch die Seele wird das Eigenleben des Menschen bezeichnet, das jeder von Geburt an hat und welches darin besteht, dass er sich selbst und die Welt über alles liebt. Seine Seele nicht lieben, bedeutet daher, sich und die Welt nicht mehr lieben als den Herrn und was des Herrn ist; bis an den Tod, bedeutet lieber sterben wollen; es ist mithin so viel als den Herrn über alles und den Nächsten wie sich selber lieben, und lieber sterben wollen, als von jener und dieser Liebe abweichen.[488]
- 12.12 Darum freut euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh aber der Erde und dem Meer! Denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat.
Unter dem Himmel wird der Himmel aus den Christen verstanden, in welchem der Herr allein als Gott des Himmels und der Erde anerkannt wird. Freut euch, bedeutet seinen neuen Zustand voller Freuden. Durch die Bewohner werden die bezeichnet, die im Guten sind, und weil alles Gute vom Herrn ist, so ist die Bedeutung, dass sie im Herrn seien und der Herr in ihnen.[489]
Wehe denen, welche die Erde und das Meer bewohnen, bedeutet die Wehklage über diejenigen in der Kirche, welche in der Lehre vom bloßen Glauben sind. Unter der Erde werden jene bezeichnet, welche im Inneren der Lehre vom bloßen Glauben, und unter dem Meer diejenigen, die im Äußeren dieser Lehre sind. Durch den großen Zorn wird der Hass gegen die Neue Kirche bezeichnet, weil er gegen das Weib gerichtet ist. Zu ihnen herabsteigen, bedeutet zu denen, die in der Geisterwelt sind, und weil diese in Verbindung stehen mit den Menschen auf der Erde, so bedeutet es auch: zu Ähnlichen auf der Erde. Der Drache heißt hier Teufel, weil diejenigen verstanden werden, die infolge jener Ketzerei im Bösen des Lebens sind. Siehe dazu auch Kommentar zu Vers 12.9 und Verbindung mit der Geisterwelt.[490]
Weil er weiß, dass er wenig Zeit mehr hat, bedeutet, weil er weiß, dass ein neuer Himmel geworden ist und daher eine neue Kirche auf Erden bevorsteht, er aber alsdann mit den Seinigen in die Hölle geworfen wird. Der Drache weiß, dass ein neuer Himmel geworden ist, weil er aus ihm ja herabgeworfen ward (Vers 8.9). Zufolge der Weissagung in Kapitel 21 weiß er auch, dass eine neue Kirche auf Erden bevorsteht, und zufolge der Weissagung in Kapitel 20, dass er und die Seinen in die Hölle geworfen werden sollen.[491]
Solange der Drache mit seiner Rotte in der Geisterwelt verweilt, in die er hinabgeworfen wurde, könnte kein göttliches Wahres zusammen mit dem göttlichen Guten zur irdischen Menschheit hindurchdringen, ohne von ihnen verkehrt und verfälscht oder zugrunde gerichtet zu werden. Daher könnte kein Fleisch gerettet werden, würde nicht vom Herrn eine neue Kirche gegründet.[492]
- 12.13 Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte.
Als der Drache sich auf die Erde geworfen sah, bedeutet: als die Angehörigen des Drachen sahen, dass sie vom Himmel getrennt worden waren, und nun mit den Menschen auf Erden in Verbindung stehen (siehe dazu die Erläuterungen ab Vers 9). Dass er die Frau verfolgte, bedeutet, dass sie sogleich einen Angriff auf die Kirche des Herrn unternommen haben. Dass die verfolgte Frau jene Kirche sei, siehe Kommentar zu Vers 1. Dass die Frucht oder der männliche Sohn die Lehre der Neuen Kirche sei, siehe Kommentar zu Vers 5.[493]
- 12.14 Und es wurden der Frau gegeben die zwei Flügel des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange.
Durch die Frau wird die Neue Kirche bezeichnet, siehe Kommentar zu Vers 1. Flügel bedeuten die Macht und den Schutz. Die Wüste bezeichnet die verödete Kirche, welche also nur unter wenigen ist, siehe Kommentar zu Vers 6. Der Ort bedeutet den Zustand in ihr. Es wird die göttliche Umsicht zum Besten der Neuen Kirche und der Schutz bezeichnet, so lange sie noch unter wenigen ist.[494]
Ernährt werden bedeutet, wenn von der Neuen Kirche die Rede ist, die Vorsorge, dass sie unter mehrere komme. Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit bedeutet am Ende und am Anfang: bis sie von wenigen unter mehrere kommt und zu ihrem bestimmten Maß heranwächst, siehe dazu auch die Kommentare zu 12.6 und 11.3. Durch das Angesicht der Schlange wird die Schlauheit der Verführer bezeichnet; durch das Angesicht die Schlauheit, durch die Schlange die Verführer. Dass durch die Schlange die Verführer bezeichnet werden, geht aus den Versen 12.9 und 20.2-3 hervor, ebenso aus 1.Mos 3.1-13. Durch das Angesicht wird das Inwendige beim Menschen bezeichnet, daher durch das Angesicht der Schlange der Zorn, der Hass und die Schlauheit.[495]
- 12.15 Und die Schlange stieß aus ihrem Rachen Wasser aus wie einen Strom hinter der Frau her, um sie zu ersäufen.
Durch die Schlange wird hier wie oben der verführende Drache bezeichnet, durch die Frau die Neue Kirche, siehe Kommentar zu Vers 1. Durch das Wasser werden Wahrheiten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn Falsches. Durch den Strom werden Wahrheiten in der Menge, und im entgegengesetzten Sinn Falsches in Menge bezeichnet. Aus dem Mund der Schlange, bedeutet Vernünfteleien. Es werden demnach die Vernünfteleien bezeichnet aus dem aufgehäuften Falschen, um die Kirche zu zerstören. Die Vernünfteleien derer, die unter dem Drachen verstanden werden, entspringen alle aus Täuschungen aus äußerem Schein, welche, wenn sie begründet werden, auswendig zwar wie Wahrheiten erscheinen, inwendig aber Falsches in Menge in sich verschließen.[496]
- 12.16 Aber die Erde half der Frau und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache ausstieß aus seinem Rachen.
Durch die Erde, welche der Frau half, wird die Kirche ihrer Lehre nach bezeichnet. Weil es um aus Falschem gezogene Schlüsse geht, welche die Angehörigen des Drachen anführen, so sind es die Wahrheiten aus dem Wort, durch welche die Kirche die Frau unterstützt. Den Mund öffnen, bedeutet jene Wahrheiten anführen. Durch den Strom, welchen der Drache aus seinem Mund schoss, werden die aus Falschem in Menge gezogenen Schlüsse bezeichnet, siehe Kommentar zum vorigen Vers.[497]
- 12.17 Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu.
Dies bedeutet - was aus dem Zusammenhang mit dem Vorhergehenden hervorgeht - dass die, welche sich für weise halten, weil sie die mystische Vereinigung des Göttlichen und Menschlichen im Herrn und die Rechtfertigung durch den bloßen Glauben begründen können, wieder diejenigen, welche den Herrn allein als den Gott des Himmels und der Erde und die Zehn Gebote als ein Gesetz für das Leben anerkennen, von Hass entbrannt seien und die Neuangekommenen anfallen in der Absicht, sie zu verführen. Zudem geht aus diesem Vers hervor, dass ihre aus dem Falschen gezogenen Schlüsse (Vers 16) in ein Nichts zusammengefallen seien, dass sie sich vergebens bemüht haben, die Neue Kirche zu zerstören. Durch den Zorn des Drachen wird der Hass bezeichnet, denn die sich für weise halten, weil sie die mystische Vereinigung des Göttlichen und Menschlichen im Herrn und die Rechtfertigung durch den bloßen Glauben begründen können, befinden sich im Dünkel der Weisheit und können vernünfteln; aus dem Dünkel aber entsteht Hass, und aus dem Hass Zorn und Rache wider die, welche nicht ebenso glauben. Der Krieg bezeichnet einen geistigen Krieg - Bekämpfungen des Wahren, geführt durch Vernünfteleien aus Falschem. Unter dem Samen (Geschlecht) der Frau werden hier die verstanden, die zur Neuen Kirche gehören und in den Wahrheiten ihrer Lehre sind. Der Same bedeutet Nachkommen (oder Nachfolger), was aus mehreren Bibelstellen hervorgeht. Für das Zeugnis Jesu siehe Kommentar zu Vers 11.3.[498]
- 12.18 Und er trat an den Strand des Meeres.
Dies bedeutet sein natürlich-geistiger Zustand, in dem er sich jetzt befand, wie er bei denen ist, die im ersten oder untersten Himmel sind. Durch den Sand des Meeres wird dieser Zustand bezeichnet, weil das Meer das Äußere der Kirche bedeutet. Vorher war Johannes oben im Himmel, wo er den Drachen sah, seinen Kampf mit Michael, dass er herabgeworfen wurde, und die Frau verfolgte. Nun ward Johannes im Geiste herabgelassen, damit er mehreres vom Drachen unterhalb der Himmel sehen und es beschreiben könnte. Die nun folgenden beiden Tiere konnte er nicht aus dem Himmel sehen, weil keinem Engel gestattet wird, aus dem Himmel in das unter ihm Liegende herabzusehen; er darf aber, wenn er will, herabsteigen. In der Geisterwelt entspricht der Ort dem Zustand; niemand kann anderswo sein, als wo der Zustand seines Lebens ist, und weil Johannes nun auf dem Sand des Meeres stand, so folgt, dass sein Zustand nun ein natürlich-geistiger war.[499]
Dreizehntes Kapitel
Der Drache und die beiden Tiere bezeichnen sogenannte Christen, die entweder durch den Naturalismus angesteckt waren oder das Wort Gottes dadurch verfälscht hatten, dass sie daraus sowohl ihren leeren Glauben an drei göttliche Personen von Ewigkeit begründet hatten als auch ihren Glauben daran, dass das Leiden des Herrn die Erlösung selbst gewesen sei.[500] Unter ihnen befinden sich einige führende Geistliche der Kirche, die gelehrt hatten, das Heil des Menschen liege allein im Glauben an das Verdienst Christi; Werke seien zwar gut, trügen aber nichts zum Heil bei. Trotzdem aber müssten sie aus dem Wort Gottes gelehrt werden, damit die Laien, vor allem die einfältigen, enger in den Banden des Gehorsams gegenüber den Behörden gehalten und wie durch Religion - also von innen heraus - zur Ausübung sittlicher Nächstenliebe angetrieben würden.[501] Die Bilder der Tiere des Drachen, das eine aus dem Meer, das andere aus der Erde, bezeichnen die Trübsal und die Gräuel als Folgen der falschen Lehre der Dreieinigkeit.[502]
Worin der Glaube des Drachen bestehe, kann man in der Erläuterung zu Vers 12.3 nachlesen. Von demselben Glauben geht es in diesem Kapitel. Unter dem aus dem Meer aufsteigenden Tier wird jener Glaube, sofern er bei den Laien ist, verstanden, denn durch das Meer wird das Äußere der Kirche bezeichnet. Unter dem Tier aus der Erde, sofern jener Glaube bei den Geistlichen ist, denn durch die Erde wird das Innere der Kirche bezeichnet, weswegen das Tier auch der falsche Prophet heißt. Dass hier vom Drachen fortgefahren wird, erhellt aus Folgendem in diesem Kapitel: Dass der Drache dem aus dem Meer aufsteigenden Tier seine Macht, seinen Thron und seine Gewalt gegeben (Vers 2), und dass sie den Drachen anbeten, der dem Tier Macht gegeben (Vers 4), und von dem Tier aus der Erde, dass es redete wie der Drache (Vers 11), und dass es alle Macht des ersten Tieres vor dem Drachen ausübte (Vers 12). Bis einschließlich des 16. Kapitels geht es um die Protestanten, im 17. und 18. Kapitel um die Römisch-Katholischen, danach um das Letzte Gericht, und zuletzt um die Neue Kirche. Sie erscheinen als Tiere, weil der Drache ein Tier ist, und weil das Tier im Wort den Menschen hinsichtlich seiner Triebe bezeichnet.[503]
Die beiden Tiere
- 13.1 Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen.
Was der Drache und die Tiere bedeuten, siehe obige Anmerkungen zu diesem Kapitel. Zehn bedeutet Viele und auch Alles. Das Viele wird durch die zehn Hörner und zehn Diademe des Tieres bezeichnet. Die zehn Hörner bedeuten viel Macht, die sieben Köpfe bedeuten der aus den verfälschten und entweihten Wahrheiten entspringende Wahnwitz, die zehn Diademe bedeuten die Gewalt haben, viele Wahrheiten des Wortes zu verfälschen - wie die Köpfe, Hörner und Diademe des Drachen (Vers 12.3). Vom Drachen heißt es, er habe auf seinen Köpfen Diademe. Die Diademe auf den Hörnern bezeichnen die Macht, viele Wahrheiten des Wortes zu verfälschen, dort aber die Verfälschung aller, denn die protestantischen Laien, die durch das Tier bezeichnet werden, können es zwar, tun es aber nicht; jene aber, welche im Falschen und im Glauben desselben sind, sind gegen das Wahre, wenn sie daher die Wahrheiten im Wort sehen, so verfälschen sie dieselben auch.[504]
Durch die sieben Köpfe wird der aus dem bloßen Falschen entspringende Unsinn bezeichnet; dieser Unsinn spricht eine Gotteslästerung aus, wenn er das Göttliche des Herrn in seinem Menschlichen leugnet, desgleichen, wenn er die kirchliche Lehre nicht aus dem Wort schöpft, sondern sie aus dem eigenen Verstand ausbrütet, was bei der Lehre vom bloßen Glauben, ohne die Werke des Gesetzes der Fall ist.[505]
Alternative Auslegung: Dieses erste Tier (Anm.: gemeint ist der Drache aus dem vorigen Kapitel) ist der Erzfeind Gottes, der Satan. Das zweite Tier (Anm.: gemeint ist das Tier aus dem Meer) ist die Eigenliebe. Es entsteigt dem "Meer" aller habsüchtigen Begierden und hat "sieben Köpfe", das heißt für ein jedes Gebot der Nächstenliebe einen eigenen mit "zehn Hörnern", durch welche vom einen wie vom andern Haupt gleichermaßen allen zehn Geboten entgegengestrebt wird.[506]
- 13.2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.
Durch die Tiere werden Menschen nach ihren Neigungen bezeichnet, durch den Pardel (Panther) insbesondere die Neigung oder Begierde, die Wahrheiten des Wortes zu verfälschen. Weil er ein wildes Tier ist und unschädliche Tiere tötet, so wird durch ihn auch eine für die Kirche zerstörende Ketzerei bezeichnet. Er bezeichnet eine für die Kirche zerstörende Ketzerei, weil sie aus verfälschten Wahrheiten des Wortes entstanden ist.[507] Durch die Füße wird das Natürliche bezeichnet, welches das Unterste ist, auf dem jene Ketzerei, welche unter dem Pardel verstanden wird, ruht und sich gleichsam herumbewegt, dies ist der buchstäbliche Sinn des Wortes. Der Bär bezeichnet diejenigen, welche das Wort lesen aber nicht verstehen, und daher auf Täuschungen geraten.[508] Durch das Maul wird die Lehre, die Predigt und die Rede bezeichnet, hier das Vernünfteln aus dem Falschen der Lehre, weil der Kopf, von dem das Maul ein Teil ist, den Irrsinn, der aus dem bloßen Falschen entspringt, bedeutet. Durch den Löwen wird das Göttlich-Wahre in Macht bezeichnet, hier aber das Falsche in Macht, sofern es vermöge der Vernünfteleien wie Wahres erscheint, denn es heißt in der Folge, dass das Tier aus seinem Maul Lästerungen ausgestoßen habe. Dass der Pardel, der Bär und der Löwe dergleichen bedeuten, kann man aus Daniels Vision von den vier Tieren und dem Menschensohn sehen. Daniel sah jene vier Tiere nacheinander aus dem Meer aufsteigen, Johannes aber sah die drei ersten Tiere in einem Leib vereinigt. Bei Daniel werden die aufeinanderfolgenden Zustände der Kirche durch dieselben beschrieben, hier in der Offenbarung aber der letzte Zustand, in welchem alle früheren beisammen sind.[509]
Durch den Drachen wird jene Ketzerei bezeichnet, wovon in Vers 12.3 die Rede ist. Durch das Tier werden die Laien bezeichnet, welche nicht aus sich reden, sondern aus ihren Lehrern; weil sie aber das Volk selbst sind, so ist offenbar, dass durch die Aufnahme von ihrer Seite jene Ketzerei geltend ist und herrscht. Dies wird durch die Kraft, den Thron und die große Gewalt, welche der Drache dem Tier gab, bezeichnet und ebenso durch den 4. Vers, wo es heißt "und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Gewalt gegeben". Der Drache gilt und herrscht bei ihnen insbesonders durch den Grundsatz ihrer Religion, dass der Verstand gefangengenommen werden müsse unter den Gehorsam des Glaubens, und dass der Glaube an geistige Dinge, die man begreife, ein Verstandesglaube sei, welcher nicht der rechtfertigende sei. Wenn dies bei den Laien Gültigkeit hat, so wird den Geistlichen Gewalt, Verehrung und eine Art von Anbetung zuteil um der göttlichen Dinge willen, von welchen man glaubt, sie wissen dieselben, und man müsse sie aus ihrem Mund schöpfen. Durch die Kraft wird das Gelten, durch den Thron die Leitung, durch die große Gewalt die Herrschaft bezeichnet.[510]
- 13.3 Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet, und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier,
Durch einen der Köpfe wird das Vornehmste und die Grundlage der ganzen Lehre der protestantischen Kirche bezeichnet. Das Tier hatte nämlich sieben Köpfe, und durch diese wird der aus dem bloßen Falschen entspringende Unsinn, mithin auch alles Falsche im Inbegriff bezeichnet, denn sieben bedeutet im Wort alles. Weil alles Falsche ihrer Lehre von dem einen abhängig ist, dass der Mensch gerechtfertigt und selig werde durch den Glauben allein ohne des Gesetzes Werke, so ist es dies, was durch den einen der Köpfe des Tieres hier bezeichnet wird. Dass derselbe wie tödlich verwundet war, bedeutet, dass jenes mit dem Wort nicht übereinstimme, in welchem so oft die Werke geboten werden, denn alles in der kirchlichen Lehre, was nicht mit dem Wort übereinstimmt, ist nicht gesund, sondern leidet an einer tödlichen Krankheit, da aus dem Wort, und nicht anderswoher, die kirchliche Lehre geschöpft sein soll.[511] Die Heilung der Todeswunde bedeutet die Heilung des Hauptsatzes jener Lehre durch den Beisatz, dass niemand ein gutes Werk aus sich tun, noch das Gesetz erfüllen könne, und dass deshalb anstatt derselben für ein anderes Heilsmittel gesorgt worden sei, welches der Glaube an die Gerechtigkeit und das Verdienst Christi ist, der für den Menschen gelitten und dadurch die Verdammnis des Gesetzes aufgehoben habe.[512]
Es heißt, die ganze Erde verwunderte sich hinter (oder nach) dem Tier; dies bedeutet soviel als ihm nachfolgend oder gehorchend (vgl. andere Übersetzungen). "Und die ganze Erde folgte bewundernd dem Tier nach", bedeutet, dass hierauf jener Glaube mit Freuden angenommen und zur Lehre der ganzen protestantischen Kirche, welche hier durch die ganze Erde bezeichnet wird, gemacht worden sei, weil sie durch denselben nicht mehr Sklaven unter dem Gesetz, sondern Freie unter dem Glauben waren, nicht wissend, dass gerade das Gegenteil der Fall war, nämlich dass die, welche sich für Freie unter dem Glauben oder aus jenem Glauben oder durch jenen Glauben halten, Sklaven unter der Sünde, das heißt, unter dem Teufel sind, denn Sünde und Teufel sind ein und dasselbe. Sie glauben nämlich, dass auf diese Weise das Gesetz nicht verdamme, sie glauben also auch, sündigen, ohne dass das Gesetz verdammt, das sei Freiheit, und dazu sei genug, dass die den Glauben haben. Tatsächlich aber ist dies die Sklaverei selbst; ein Mensch wird aus einem Sklaven ein Freier, wenn er die Sünde, das ist, den Teufel flieht.[513]
- 13.4 und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich und wer kann mit ihm kämpfen?
Anbeten bedeutet als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, durch den Drachen wird die Lehre von der Rechtfertigung und Seligmachung durch den Glauben allein ohne die Werke des Gesetzes bezeichnet, das Tier bedeutet die ganze Kirchengemeinschaft, weil die Laien gemeint sind, Macht geben bedeutet, sie geltend machen durch die Aufnahme von Seiten der geistlichen Oberen und Lehrer. Das Tier anzubeten bedeutet, dass von der ganzen Kirchengemeinschaft als eine heilige Wahrheit anerkannt worden sei, dass niemand aus sich ein gutes Werk tun, noch das Gesetz erfüllen könne. Durch das Tier wird hier ähnliches bezeichnet, wie durch den Drachen, um der Aufnahme und Anerkenntnis willen, weswegen es heißt, dass man den Drachen und das Tier angebetet habe.[514]
Wer ist dem Tier gleich, bedeutet die Meinung, dass jene Kirche ihrer Lehre wegen jede andere übertreffe; durch das Tier wird die ganze Kirchengemeinschaft, mithin die Kirche, und abstrakt genommen, deren Lehre bezeichnet. Wer kann mit ihm streiten, bedeutet: wer kann dem Satz, dass der Mensch nichts geistig Gutes aus sich tun könne, und vielem anderen, widersprechen? Wer kann mit ihm streiten, bedeutet auch, dass jene Lehre von den Häuptern der Kirche und von den Lehrern, die in ihre Fußstapfen getreten, so scharfsinnig und spitzfindig mit Beweisgründen belegt und so befestigt worden sei, dass sie nicht angegriffen werden könne.[515]
- 13.5 Und es wurde ihm ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang.
Durch den sprechenden Mund wird das Lehren, das Predigen und die Rede bezeichnet. Große Dinge und Lästerungen sprechen, bedeutet Böses und Falsches lehren, denn das Große wird vom Guten und im entgegengesetzten Sinn vom Bösen gesagt, und durch die Gotteslästerungen werden die verfälschten Wahrheiten des Wortes bezeichnet, mithin das Falsche, siehe dazu auch Kommentar zu Vers 13.1. Dass jene Kirche Böses lehrt, ergibt sich daraus, dass sie die Werke des Gesetzes, also das, was man tun soll, von der Seligmachung ausschließt, wer aber dies tut, im geistig Bösen ist, welches Sünde ist.[516]
Die ihm gegebene Macht, sein Wesen zu treiben, bedeutet die Macht, große Dinge und Gotteslästerungen zu sprechen, das heißt, Böses und Falsches zu lehren. Zweiundvierzig Monate lang, bedeutet, bis ans Ende der vorigen Kirche, da der Anfang der Neuen ist.[517]
Die "42 Monate" sind bald zu Ende, da die Gebote der Nächstenliebe schon über 5 mal 7 fach auf die Eigenliebe angewendet wurden. (Anm.: gesagt im Jahr 1841)[518]
- 13.6 Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen.
Es öffnet sein Maul zu Lästerungen, bedeutet Aussprüche, welche Lügenreden sind; durch das Maul wird das Lehren, das Predigen und die Rede bezeichnet. Die Gotteslästerungen bedeuten die Verfälschungen des Wortes und mehreres anderes (siehe dazu Kommentar zu Vers 13.1), hier auch die Ärgernisse, denn es folgt: wider Gott und Seinen Namen. Durch Gott wird das Göttliche des Herrn bezeichnet, durch Seinen Namen alles, wodurch der Herr verehrt wird, desgleichen das Wort, weil diesem gemäß die Gottesverehrung geschieht, siehe dazu Kommentar zu Vers 2.3.[519]
Durch die Hütte (Haus) wird beinahe dasselbe bezeichnet wie durch den Tempel, nämlich im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn, und im abgeleiteten Sinn der Himmel und die Kirche, hier die himmlische Kirche des Herrn; durch die im Himmel Wohnenden wird der Himmel bezeichnet. Zu lästern wider Seine Hütte und die im Himmel Wohnenden bedeuten die Ärgernisse wider die himmlische Kirche des Herrn und wider den Himmel.[520]
- 13.7 Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen.
Kriege bezeichnen geistige Kriege, welche Bekämpfungen des Wahren sind und durch Vernünfteleien aus Falschem geführt werden. Unter den Heiligen werden diejenigen verstanden, die in den göttlichen Wahrheiten aus dem Herrn durch das Wort sind und daher, von den Personen abgesehen, die göttlichen Wahrheiten. Ähnliches wird bei Dan 7.21 bezeichnet. Sie haben die göttlichen Wahrheiten des Wortes bekämpft und umgestoßen.[521] Durch die Macht wird die Herrschaft bezeichnet; der Stamm bedeutet die Kirche in Ansehung ihres Wahren und Guten, und im entgegengesetzten Sinn in Ansehung ihres Falschen und Bösen; durch die Zunge wird ihre Lehre bezeichnet; und durch die Völkerschaften das Leben nach derselben. Sie hatten Herrschaft über alles in der Kirche, sowohl über das, was zu ihrer Lehre, als über das, was zu ihrem Leben gehört.[522]
- 13.8 Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.
Anbeten bedeutet als ein Heiligtum der Kirche anerkennen. "Durch alle, welche auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuch des Lammes" werden alle von der protestantischen Kirche bezeichnet, ausgenommen die, welche an den Herrn glauben; durch Namen werden dieselben ihrer Beschaffenheit nach bezeichnet. Das Buch des Lebens bedeutet das Wort des Herrn und jede Ihn betreffende Lehre. Weil jede Lehre der Kirche aus dem Wort sich darauf bezieht, dass man an den Herrn glauben soll, so wird unter dem im Lebensbuch des Lammes geschriebenen Namen hier auch dies verstanden. Alle von der protestantischen Kirche anerkannten jene Ketzerei, die unter dem Drachen und Tier verstanden wird, als ein Heiligtum der Kirche, ausgenommen die, welche an den Herrn glaubten.[523] Durch das getötete Lamm wird die Nicht-Anerkennung des Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet. Siehe dazu Kommentar zu Vers 1.18. Von der Gründung der Welt an, bedeutet von der Stiftung der Kirche an, sowohl der jüdischen als der christlichen. Unter der Welt wird zwar im weitesten Sinne die ganze Welt verstanden, und zwar sowohl die Guten als die Bösen, zuweilen auch bloß die Bösen; im weniger weiten Sinn aber wird unter der Welt dasselbe verstanden, was unter Erdkreis und unter Erde (oder Land) verstanden wird, mithin die Kirche.[524]
Alternative Auslegung: Das "verwundete Haupt" ist der überall strafbare Diebstahl und Raub, der durch all die politischen Staats- und Handelsgesetze vollkommen geheilt wird. Und so lebt die ganze Welt unter solchen Gesetzen und handelt danach – und spottet dadurch dem Lamm (Jesus) und dessen Geboten täglich.[525]
- 13.9 Hat jemand Ohren, der höre!
Ohren haben, bedeute vernehmen und gehorchen und dann auch aufmerken. Man soll sich das Vorhergehende merken, indem man sonst nicht weise werden kann.[526]
- 13.10 Wenn jemand ins Gefängnis soll, dann wird er ins Gefängnis kommen; wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, dann wird er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen!
Gefangen führen, bedeutet, überreden und auf seine Seite bringen, damit man jener Ketzerei, welche unter dem Drachen und dem Tier verstanden wird, Beifall gebe und anhänge. Es bedeutet auch, vom rechten Glauben und vom richtigen Wandel abbringen. In Gefangenschaft kommen, bedeutet, durch sein eigenes Falsches und Böses in die Hölle geführt werden. Unter der Gefangenschaft wird hier eine geistige Gefangenschaft verstanden, welche darin beseht, dass man verführt wird, mithin vom Wahren und Guten abgeführt und ins Falsche und Böse eingeführt wird.[527]
Durch das Schwert, den Säbel und das lange Schwert wird Wahres, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, beides als kämpfend bezeichnet. Töten und getötet werden, bedeutet daher zerstören und zerstört werden, oder verderben und zugrunde gehen, was durch Falsches geschieht. Wer durch Falsches des anderen Seele zugrunde richtet, werde durch Falsches zugrunde gerichtet und umkommen.[528]
Durch Geduld wird hier die Geduld in den Versuchungen und dann auch die Prüfung der Beschaffenheit des Menschen hinsichtlich seines Lebens nach den Geboten des Herrn und hinsichtlich seines Glaubens an den Herrn bezeichnet. Deswegen heißt es: Hier ist Geduld und Glaube. Vgl. dazu: Off 1.9, Off 2.2-3, Off 2.19, Off 3.10, Off 14.11-12. Die Heiligen bezeichnen diejenigen, welche zur Neuen Kirche des Herrn gehören, besonders diejenigen in derselben, welche in den göttlichen Wahrheiten sind. Der Mensch der Neuen Kirche des Herrn wird durch Versuchungen, welche von jenen kommen, der Beschaffenheit seines Lebens und seines Glaubens nach geprüft werden.[529]
- 13.11 Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache.
Was und wie der Glaube des Drachen beschaffen sei, siehe Kommentar zu Vers 12.3. Unter dem aus dem Meer aufsteigenden Tier werden die Laien der protestantischen Kirchen verstanden, unter dem Tier aus dem Land (Erde) die Geistlichen. Durch das Meer wird das Äußere der Kirche bezeichnet, durch das Land das Innere, siehe dazu auch Kommentar zu Vers 8.7 und die Einführung zu diesem Kapitel oben. Dass nun die Geistlichen beschrieben werden, erhellt aus dem Einzelnen, was folgt, sofern man es im geistigen Sinn versteht, ganz deutlich aber daraus, dass dies Tier auch der falsche Prophet heißt Off 16.13, Off 19.20, Off 20.10.[530]
Durch die Hörner wird die Macht bezeichnet, hier die Macht im Reden, Lehren und Schreiben, mithin das Vernünfteln und Beweisführen. Die Hörner erscheinen wie die eines Lammes, bedeutet, dass sie ihre Lehre feil bieten als göttliche Wahrheiten des Herrn, weil sie aus dem Wort seien. Unter dem Lamm wird der Herr nach Seinem Göttlich-Menschlichen und auch nach dem Wort verstanden, welches das Göttlich-Wahre aus dem Göttlich-Guten ist. Dass es aber verfälschte göttliche Wahrheiten waren, wird dadurch bezeichnet, dass es redete wie der Drache. Dies erhellt deutlich aus den Worten des Herrn bei Mt 24.23-25.[531]
- 13.12 Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war.
"Und es übte alle Macht des ersten Tieres vor ihm aus", bedeutet, dass sie die Lehren bekräftigt haben, welche durch den Drachen bezeichnet werden, und von den Laien angenommen worden sind und dass dieselben dadurch geltend gemacht worden seien. Siehe dazu die Erläuterungen zu den vorherigen Versen dieses Kapitels.[532]
"Und macht, dass die Erde und die auf ihr wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden ist", bedeutet, dass so infolge der Beweisgründe festgesetzt worden sei, man müsse als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, dass, weil niemand ein gutes Werk aus sich tun, noch das Gesetz erfüllen könne, das einzige Heilmittel sei der Glaube an die Gerechtigkeit und das Verdienst Christi, welcher für den Menschen gelitten und dadurch die Verdammnis des Gesetzes aufgehoben habe. Dies ergibt sich aus den obigen Erläuterungen zu diesem Kapitel. Durch die Erde und die auf ihr Wohnenden werden die protestantischen Kirchen bezeichnet. Anbeten bedeutet als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, was unter dem Tier aus dem Meer, nachdem seine tödliche Wunde heil geworden, verstanden wird.[533]
- 13.13 Und es tut große Zeichen, sodass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen;
Die Zeichen bedeuten nicht Zeichen, sondern die Beglaubigungen, dass es wahr sei, hier nun die vom Tier, d.i. vom falschen Propheten gegebenen Beglaubigungen, dass sein Falsches wahr sei, weil es nach den vorgebrachten Beweisgründen nicht anders erscheint. Jeder Ketzer, der sich im Falschen bestärkt hat, beteuert nach der Bestärkung, dass sein Falsches wahr sei, denn er sieht alsdann das Wahre nicht mehr, weil die Bestätigung des Falschen eine Leugnung des Wahren ist, und das geleugnete Wahre sein Licht verliert, und in so weit als das Falsche im Licht der Bestärkung, welches ein Irrlicht ist, schön und glänzend erscheint, wird das Licht des Wahren zur Finsternis.[534] Die größten Zeichen sind einst durch Feuer vom Himmel geschehen 3.Mos 9.24 1.Kön 18.38, daher wurde der Ausdruck "Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lassen" zur gewöhnlichen Formel der Bekräftigung, wenn von der Beglaubigung einer Wahrheit, im entgegengesetzten Sinn von Falschem, die Rede war. Es bedeutet hier die Beteuerung, dass ihr Falsches das Wahre des Himmels sei und dass wer es annehme, selig werde, und wer es nicht annehme, verloren gehe.[535]
- 13.14 und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.
Verführen bedeutet in Irrtümer führen. Durch die auf Erden Wohnenden werden die Protestanten bezeichnet. Die Zeichen bedeuten die Beglaubigungen und die Beteuerungen. Durch das Tier aus dem Meer, vor welchem die Zeichen geschahen, wird der Glaube des Drachen bei den Laien bezeichnet. Das aus dem Land aufsteigende Tier, welches die Zeichen tat und anderwärts der falsche Prophet heißt, bedeutet den Glauben des Drachen bei den Geistlichen. Siehe zu all dem die Erläuterungen der vorhergehenden Verse dieses Kapitels. Ähnliches hatte der Herr gesagt bei Matth 24.24-26. Durch das Bild wird die Lehre der protestantischen Kirche bezeichnet, und das Bild des Tieres, das die Schwertwunde hatte und lebte, bedeutet den Satz der Lehre, dass der Glaube das einzige Heilmittel sei, weil niemand Gutes aus sich tun könne außer Verdienstliches, und weil niemand das Gesetz erfüllen und dadurch selig werden könne. Jede Kirche erscheint vor dem Herrn wie ein Mensch; ist sie in den Wahrheiten aus dem Wort, so erscheint sie wie ein schöner Mensch, ist sie aber in den verfälschten Wahrheiten, so erscheint sie wie ein verunstalteter Mensch. Ein Mensch erscheint in der geistigen Welt auch wie ein Tier; es ist aber sein Trieb, welcher von Ferne so erscheint. Die in dem von der tätigen Liebe getrennten Glauben sind, erscheinen wie Drachen und Böcke; die im Falschen aus dem Bösen sind, wie Basilisken und Krokodile, und die von dieser Art sind und doch Kirchenlehren befestigt haben, wie fliegende Schlangen. Hieraus kann man sehen, dass die Lehre der Kirche und das ihr gemäße Leben unter dem Bild des Tieres verstanden wird, das man für die auf Erden Wohnenden machte. Die Götzenbilder und Bildhauerarbeiten bei den Alten waren Bilder ihrer Religion, weswegen durch dieselben das Falsche und Böse der Lehre bezeichnet wurde. Siehe dazu auch den Kommentar zu Vers 9.20.[536]
Alternative Auslegung: Das Tier, das aussieht wie das "Lamm", und auch "zwei Hörner" hat, ist die das Wassertier (Selbstsucht) sehr unterstützende und am Ende selbes sogar vergötternde allgemeine Industrie, die mit ihren zwei Hörnern den (Haupt-)Geboten der Liebe schnurstracks entgegen strebt.[537] Dieses Tier bewirkt, dass fast von aller Erde, d.h. wenigstens von ihren Hauptbewohnern, das verwundete Tier völlig angebetet wird, sichtbar an den Denkmälern von angebeteten Herrschern, Industriellen und Erfindern. Es macht die größten Zeichen und lässt Feuer vom Himmel fallen, d.h. es lehrt ganz vernünftig vor den blinden Menschen, als sei solcher Fleiß das eigentliche Wesen aller Religion und die Gottes würdigste Verehrung, wo nicht selbst die beste Anbetung - ein barster Raub des Feuers vom Himmel, indem es die Menschen glauben macht, dass Gott auch durch Gräuel verehrt werden mag.[538]
- 13.15 Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden.
Es ward gegeben, bedeutet es ward zugelassen; denn alles Falsche der Lehre kommt, wie das Böse des Lebens, durch Zulassung auf. Durch das Bild des Tieres wird jene Lehre vom bloßen Glauben bezeichnet. Dem Bild des Tieres Geist geben, bedeutet dieselbe aus dem Wort belegen, denn nirgends anderswoher hat eine kirchliche Lehre Geist und Leben. Damit das Bild des Tieres rede, bedeutet, dass sie so wie eine lebendig gemachte gelehrt werde. Dass dies darunter verstanden wird, kommt daher, weil in allen Teilen des Wortes Geist und Leben ist, denn der Herr hat das Wort gesprochen, mithin ist Er Selbst in demselben; auch hat Er das Wort so gesprochen, dass das einzelne in ihm in Verbindung steht mit dem Himmel, und durch den Himmel mit Ihm Selbst; der geistige Sinn ist es, durch welchen die Verbindung statt hat, weswegen der Herr sagt: "Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und Leben." Joh 6.63 Das Bild des Tieres anbeten, bedeutet, ihre Glaubenslehre als eine heilige Lehre der Kirche anerkennen. Getötet werden, bedeutet geistig getötet werden, was verdammt werden bedeutet, siehe dazu auch den Kommentar zu Vers 6.9. Weil getötet werden bedeutet, verdammt werden, so bedeutet es auch für einen Ketzer erklärt und von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden; denn ein solcher wird in ihren Augen als ein Verdammter angesehen. Dies tun die Gelehrten von der Geistlichkeit, welche die Geheimlehren der Rechtfertigung auf niederen und höheren Schulen eingesogen haben, besonders diejenigen, welche deshalb im Dünkel der Gelehrsamkeit sind.[539]
Alternative Auslegung: Das Bild des Tieres mit der Schwertwunde aller politischen Gerechtigkeit ist nun vollkommen lebendig. Die Menschen wurden genötigt, mit ihrem Blut dieses Bild aufzurichten. Und nun prangt es und redet und gebietet, tötet und wird angebetet von allen Würmern und Speichelleckern, die darum "Gelehrte" und "Journalisten" betitelt werden, und noch von einer Anzahl Schmeißfliegen, die von allem etwas haben müssen, um dadurch, ohne zu arbeiten, etwas zu verdienen. Wer es wagt, dieses Tier nicht anzubeten, der ist weltlich so gut wie erledigt.[540]
- 13.16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn
Unter den Kleinen und Großen werden hier diejenigen verstanden, die in geringerem oder größeren Ansehen stehen, folglich Leute von jedem Stand. Unter den Reichen und Armen werden solche verstanden, die mehr oder weniger in die Kenntnisse der Wissenschaften eingedrungen sind, also Leute von jeder Stufe der Gelehrsamkeit und Wissenschaft. Unter den Freien und Knechten werden solche verstanden, die eigenes Urteil haben, und solche, die anderen nachurteilen, also Leute von jeder Stufe und Einsicht. Es werden demnach im geistigen Sinn alle in jener Kirche verstanden.[541] Ein Malzeichen geben, bedeutet als einen protestantischen Christen anerkennen, oder anerkennen, dass er von dem Bekenntnis sei, welches in der Lehre gelehrt wird. Durch die rechte Hand wird alles im Menschen bezeichnet, was zur Macht seines Verstandes, mithin zum Glauben gehört. Durch die Stirn wird alles im Menschen bezeichnet, was zur Macht seines Willens, mithin zur Liebe gehört; die Stirn bedeutet hier die böse Liebe.[542]
- 13.17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
Kaufen und verkaufen bedeutet sich Kenntnisse, und zwar hier solche, welche zu jener Lehre gehören, erwerben und sie lehren. Das Malzeichen bedeutet, dass man als protestantischer Christ anerkannt sei, und bekenne, ein solcher zu sein (siehe voriger Vers). Durch den Namen des Tieres wird die Beschaffenheit der Lehre bezeichnet, durch den Namen die Beschaffenheit, durch das Tier die von den Laien, mithin von der ganzen Kirche, angenommene Lehre bezeichnet. Weil es heißt oder den Namen des Tieres, so bedeutet es etwas, was mit ihr übereinstimmt; durch die Zahl wird nämlich die Beschaffenheit einer Sache bezeichnet. Und weil es heißt oder die Zahl seines Namens, so bedeutet es eine Beschaffenheit, welche ihr nicht widerstreitet. Es heißt so, weil die Lehre, welche durch den Drachen und sein Tier bezeichnet wird, sich nicht gleich ist in den Ländern, in welchen Protestanten sind, gleich aber in Rücksicht des Prinzips oder Hauptsatzes, dass der Glaube ohne die Werke des Gesetzes rechtfertige oder seligmache. Hier wird demnach gesagt, dass niemand aus dem Wort lehren, niemand mit einem geistlichen Amt bekleidet, als Magister oder Doktor ernannt und rechtgläubig genannt werden dürfe, sofern er nicht jene Lehre anerkennt, und auf den Glauben an sie und die Liebe zu ihr oder auf solches schwört, das mit ihr übereinstimmend ist, oder ihr nicht widerspricht.[543]
Alternative Auslegung: Die Bezeichnung der "rechten Hand" und der "Stirn", sowohl bei Großen und Kleinen, Reichen und Armen, Freien und Knechten bedeutet die Herrschsucht, entweder durch Macht oder Weltverstand. Das "Malzeichen des Tieres" für seine Bekenner bedeutet auf der Stirn den Weltverstand und auf der Hand die Industrie, woran das Tier am besten zu erkennen ist. Ohne dieses Zeichen ist der Mensch dem Menschen so gut wie nichts - z.B. erhält der seltene Unbezeichnete keine Frau und wird auch nicht irgendein Weltglück machen.[544]
- 13.18 Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.
Hier ist Weisheit, bedeutet, dass es Sache des Weisen sei, aus dem was in diesem Kapitel gesagt und erklärt worden, vor allem, was vom Tier aus dem Land gesagt und gezeigt worden ist, zu sehen und zu erkennen, wie die Lehre und der Glaube der Geistlichen in Ansehung Gottes und der Seligmachung beschaffen sei.[545]
Wer Einsicht (Verstand) hat, bedeutet, wer von dem Herrn in der Erleuchtung ist. Die Zahl berechnen, bedeutet die Beschaffenheit erkennen; die Zahl bedeutet die Beschaffenheit, berechnen bedeutet erkennen. Weil die Beschaffenheit eine Beschaffenheit in Ansehung des Wahren ist, und alles Wahre der Lehre und des Glaubens der Kirche aus dem Wort ist, so wird die Beschaffenheit der Beweise aus dem Wort darunter verstanden. Wer in der Erleuchtung aus dem Herrn ist, vermöge die Beschaffenheit der Beweisgründe zu erkennen, die sie für jene Lehre und jenen Glauben aus dem Wort anführen.[546]
Denn es ist eines Menschen Zahl, bedeutet die Beschaffenheit des Wortes und daher der Kirche. Durch einen Menschen wird die Weisheit und Einsicht bezeichnet, hier die Einsicht und Weisheit aus dem Wort; mithin auch das Wort in Rücksicht auf die Weisheit und Einsicht bei dem Menschen der Kirche; die Kirche selbst erscheint auch vor dem Herrn wie ein Mensch, weswegen auch der Mensch der Kirche seinem Geist nach im Himmel wie ein Mensch erscheint, gemäß der Beschaffenheit der Kirche aus dem Wort bei ihm.[547]
Durch die Zahl des Tieres wird die Beschaffenheit der Beweisgründe bezeichnet, die sie für ihre Lehre und ihren Glauben aus dem Wort anführen. Durch sechshundertsechzig und sechs wird alles Wahre des Guten, und weil dies vom Wort gesagt wird, alles Wahre des Guten im Wort, hier aber dasselbe als verfälscht bezeichnet, denn es ist die Zahl des Tieres. Dies ist die Bedeutung, weil 6 ebenso viel ist als 3 mit 2 multipliziert, 3 aber das Volle und Alles bezeichnet und auf das Wahre bezogen wird, und 2 die Verbindung des Wahren und Guten bedeutet. Weil 6 entsteht, wenn jene zwei Zahlen miteinander multipliziert werden, so bedeutet es alles Wahre des Gute im Wort: hier dasselbe als verfälscht, was sich aus dem vorher Gesagtem ergibt. Die Zahl 666 wird genannt, weil in dieser Zahl 6 dreimal wiederholt wird, und die dreimalige Wiederholung eine Erfüllung oder Vollendung in sich schließt. Die Multiplikation mit 100, woraus sechshundert, und mit 10, woraus sechzig entsteht, ändert nichts, siehe dazu den Kommentar zu Vers 7.4.[548]
Alternative Auslegung: Der "Geist" (oder das "Leben") im Bild des Tieres ist, dass die Eigenliebe und Habsucht bei all den Weltgroßen den höchsten Gipfel erreicht hat. Das ist die Vollzahl 666, wobei die Eigenliebe ist gleich 600, das geraubte Himmelsfeuer gleich 60 (d.h. das göttliche Gebot ist zehnfach zum Eigennutz angewendet) und die Nächstenliebe endlich nur gleich 6 (d.h. es gilt die allervollkommenste Sklaverei). Statt für 1 Hundert zu geben, fordert man für 1 Hundert.[549]
Vierzehntes Kapitel
Das Lamm und die Seinen
- 14.1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn.
Die Stirn bezeichnet die Liebe.[550]
- 14.2 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen.
Unter Wasser wird das Wahre verstanden, unter der Stimme eines großen Wassers das Göttlich-Wahre des Herrn.[551]
Harfen bedeuten das Bekenntnis des Herrn durch das Geistlich-Wahre.[552]
- 14.3 Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.
- 14.4 Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm,
- 14.5 und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.
Die Botschaft der drei Engel
- 14.6 Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.
Fliegen bedeutet, wahrnehmen und unterrichten, im höchsten Sinn vorsehen und vorsorgen.[553]
- 14.7 Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!
- 14.8 Und ein zweiter Engel folgte, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt; denn sie hat mit dem Zorneswein ihrer Hurerei getränkt alle Völker.
- 14.9 Und ein dritter Engel folgte ihnen und sprach mit großer Stimme: Wenn jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Zeichen an seine Stirn oder an seine Hand,
Die Stirn bedeutet hier die böse Liebe.[554]
- 14.10 der wird von dem Wein des Zornes Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zorns, und er wird gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.
Der Wein bezeichnet hier das verfälschte und entheiligte Wahre.[555]
Das Feuer bedeutet die höllische Liebe, der Schwefel die aus dieser Liebe durch den Stolz auf eigene Einsicht hervorgehenden Lüste.[556]
- 14.11 Und der Rauch von ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier anbeten und sein Bild und wer das Zeichen seines Namens annimmt.
- 14.12 Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus!
- 14.13 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke folgen ihnen nach.
Ernte und Weinlese
- 14.14 Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war einem Menschensohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel.
Im Wort wird unter einer Wolke das Göttlich-Wahre im Letzten, und so auch das Wort im Buchstaben verstanden. Unter dem Menschensohn wird der Herr in Ansehung des Wortes verstanden.[557]
- 14.15 Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit großer Stimme zu: Setze deine Sichel an und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.
- 14.16 Und der auf der Wolke saß, setzte seine Sichel an die Erde und die Erde wurde abgeerntet.
- 14.17 Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel im Himmel, der hatte ein scharfes Winzermesser.
- 14.18 Und ein andrer Engel kam vom Altar, der hatte Macht über das Feuer und rief dem, der das scharfe Messer hatte, mit großer Stimme zu: Setze dein scharfes Winzermesser an und schneide die Trauben am Weinstock der Erde, denn seine Beeren sind reif!
- 14.19 Und der Engel setzte sein Winzermesser an die Erde und schnitt die Trauben am Weinstock der Erde und warf sie in die große Kelter des Zornes Gottes.
- 14.20 Und die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten, und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde, tausendsechshundert Stadien weit.
Das Blut bezeichnet das verfälschte Wahre.[558]
Fünfzehntes Kapitel
Das Lied der Überwinder
- 15.1 Und ich sah ein andres Zeichen am Himmel, das war groß und wunderbar: sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen; denn mit ihnen ist vollendet der Zorn Gottes.
Die Plagen bezeichnen geistige Plagen, durch die der Mensch dem Geist oder der Seele nach stirbt.[559]
- 15.2 Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen
- 15.3 und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker.
- 15.4 Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.
Die Schalen des Zorns
- 15.5 Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftshütte im Himmel,
- 15.6 und aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten, angetan mit reinem, hellem Leinen und gegürtet um die Brust mit goldenen Gürteln.
- 15.7 Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
- 15.8 Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft; und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.
Sechzehntes Kapitel
- 16.1 Und ich hörte eine große Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt aus die sieben Schalen des Zornes Gottes auf die Erde!
- 16.2 Und der erste ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Zeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten.
- 16.3 Und der zweite Engel goss aus seine Schale ins Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben.
Das Blut bedeutet hier das verfälschte oder entweihte Göttlich-Wahre des Wortes.[560]
- 16.4 Und der dritte Engel goss aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserquellen; und sie wurden zu Blut.
- 16.5 Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger, dass du dieses Urteil gesprochen hast;
- 16.6 denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind's wert.
- 16.7 Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht.
Der Altar bezeichnet den Dienst des Herrn.[561]
- 16.8 Und der vierte Engel goss aus seine Schale über die Sonne; und es wurde ihr Macht gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuer.
- 16.9 Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben.
Die Hitze bedeutet hier die Lust am Falschen des Bösen.[562]
- 16.10 Und der fünfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen
- 16.11 und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken.
- 16.12 Und der sechste Engel goss aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne.
Der "Engel" ist der Wille Gottes. Die "Schale" ist die Erbarmung Gottes. Was "ausgegossen" wird, ist die Gnade Gottes. Der große "Strom Euphrat" ist das Falsche und Böse der Welt, das die große Hure Babels oder der eigentliche Widerchrist angerichtet hat unter allen Völkern der Erde. Dieses Falsche und Böse gleicht dem großen Gebirgsstrom Asiens völlig, da er öfters anschwillt, seine Ufer nicht selten mehrere Ellen hoch überflutet und die größten Verheerungen anrichtet und so das Land auf vielen Stellen versandet und zur öden Wüste macht. Genauso bewirkt der arge geistige Strom, der vom Mund der Hure ausgeht, Böses und Falsches im Land des Geistes. Die "Könige" bedeuten die rechten und lebendigen Erkenntnisse aus dem Wort.[563]
- 16.13 Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen;
Der "Drache" oder die "Hure" ist enorm aufgebracht darüber, so ihr Hauptstrom vertrocknen wird, wenn ihr Gericht, ihr Einfluss bei den Großen der Welt geschmälert, ja endlich ganz versiegen wird, wenn ihr Machtspruch unter den geweckten Völkern der Erde nur mehr wie das nächtliche Summen einer Gelse sein wird. Der Drache sendet daher seine falschen Propheten aus, wie er selbst einer ist im vollsten Sinn. Und sie werden gleich sein den "Fröschen", die zur Nachtzeit in den Sümpfen gewaltig quacken.[564]
Das Bild von den drei Geistern gleich Fröschen bezeichnet die falsche Lehre der Dreieinigkeit.[565]
- 16.14 es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen. -
Die Beglaubigungen der Wahrheit einer Sache werden durch Zeichen bezeichnet.[566]
Die "Frösche" sind die drei Hauptgesellschaften unter dem Szepter der Hure, die sich überall hervortun und Demut, Entsagung und allerstrengste Buße predigen und die "Könige" und die Großen um Aufnahme und Beistand anrufen, damit sie dann leichter herrschen möchten über alle Kreaturen der Erde, denn demütige, entsagende und somit büßende Völker sind leicht zu regieren und gewähren den Herrschern die größten Vorteile. Aber eben diese drei Gesellschaften sind selbst die herrschsüchtigsten und sind vorzugsweise der "Strom Euphrat", über den nun (19. Jhdt) die Schale ausgegossen wird. Sie rüsten sich wohl zum "Kampf am Tage Gottes". Gott aber wird sie alle versammeln im Ort der ewigen Nacht, "Harmagedon". Sein Tag wird sie verschlingen auf immer. Dieser große Tag ist schon da und breitet sich im verborgenen aus und kommt heimlich wie ein Dieb.[567]
Durch die Welt wird die Kirche bezeichnet.[568]
Kriege bezeichnen geistige Kriege, welche Bekämpfungen des Wahren sind und durch Vernünfteleien aus Falschem geführt werden.[569]
- 16.15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe. -
Die Zeugungsglieder beiderlei Geschlechts korrespondieren mit der himmlischen Liebe, welche die Liebe des dritten oder innersten Himmels ist. Da der Mensch von seinen Eltern her in die dieser Liebe entgegengesetzten Neigungen geboren wird, so ist offenbar, dass, sofern er sich nicht vom Herrn das Gute der Liebe und das Wahre der Weisheit erwirbt, in einer entgegengesetzten, unheiligen Liebe, erscheinen wird. Dies wird hier durch seine Blöße bedecken und seine Scham aufdecken bezeichnet.[570]
- 16.16 Und er versammelte sie an einen Ort, der heißt auf Hebräisch Harmagedon.
- 16.17 Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen!
- 16.18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind - ein solches Erdbeben, so groß.
Erdbeben bezeichnen die Zustandsveränderungen in der Kirche, weil die Erde die Kirche bezeichnet. Dies ist so zu verstehen, dass es in der geistigen Welt, und nicht in der natürlichen Welt geschehen werde.[571] Das Bild von dem gewaltigen Erdbeben bezeichnet Trübsal und Gräuel als Folgen der falschen Lehre der Dreieinigkeit. Das Erbeben bezeichnet die Vernichtung der Kirche, wie sie durch Falschheiten und Verfälschungen des göttlichen Wortes zustande kommt.[572]
- 16.19 Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein. Und Babylon, der großen, wurde gedacht vor Gott, dass ihr gegeben werde der Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns.
Der Wein bezeichnet hier das verfälschte und entheiligte Wahre.[573]
- 16.20 Und alle Inseln verschwanden, und die Berge wurden nicht mehr gefunden.
- 16.21 Und ein großer Hagel wie Zentnergewichte fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels; denn diese Plage ist sehr groß.
Siebzehntes Kapitel
Die große Hure Babylon
- 17.1 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt,
- 17.2 mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben; und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.
Unter den Königen werden hier jene verstanden, welche im Wahren, und im entgegengesetzten Sinn die, welche im Falschen sind, und im Allgemeinen das Wahre oder Falsche. Unter dem Huren Babylons mit den Königen der Erde wird die Verfälschung des Wahren in der Kirche verstanden.[574] Der Wein bezeichnet hier das verfälschte und entheiligte Wahre.[575]
- 17.3 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das war voll lästerlicher Namen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.
Zehn bedeutet Viele und auch Alles. Das Viele wird durch die zehn Hörner des Tieres bezeichnet. Die zehn Hörner bedeuten viel Macht.[576]
Durch sieben Häupter wird der aus den verfälschten und entweihten Wahrheiten entspringende Wahnwitz bezeichnet.[577]
- 17.4 Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Gräuel und Unreinheit ihrer Hurerei,
- 17.5 und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden.
Die Stirn bedeutet hier die böse Liebe.[578]
- 17.6 Und ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.
- 17.7 Und der Engel sprach zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat.
Durch sieben Häupter wird der aus den verfälschten und entweihten Wahrheiten entspringende Wahnwitz bezeichnet.[579]
- 17.8 Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, dass es gewesen ist und jetzt nicht ist und wieder sein wird.
Die Welt bezeichnet hier die Kirche, durch die Gründung wird die Stiftung derselben bezeichnet.[580]
- 17.9 Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige.
Durch sieben Häupter wird der aus den verfälschten und entweihten Wahrheiten entspringende Wahnwitz bezeichnet.[581]
Unter dem Weib wird im inneren Sinn die Kirche, hier im entgegengesetzten Sinn das entweihte Religiöse verstanden. Unter dem scharlachroten Tier die Entweihung der himmlischen Liebe; unter den sieben Bergen die unheilige Liebe zum Herrschen. Die sich auf diesen Bergen aufhalten sind die Bösartigsten der päpstlichen Babylonier.[582]
Hier bezeichnen die Berge die höllischen Neigungen, welche die Selbstsucht und die Weltliebe sind.[583]
- 17.10 Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben.
- 17.11 Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis.
- 17.12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier.
- 17.13 Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier.
- 17.14 Die werden gegen das Lamm kämpfen und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen.
- 17.15 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.
- 17.16 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen.
- 17.17 Denn Gott hat's ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem Sinn zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes.
- 17.18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.
Achtzehntes Kapitel
Der Untergang Babylons
- 18.1 Danach sah ich einen andern Engel herniederfahren vom Himmel, der hatte große Macht, und die Erde wurde erleuchtet von seinem Glanz.
- 18.2 Und er rief mit mächtiger Stimme: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Teufel geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere.
Durch die Dämonen und bösen Geister werden die Lüste des Bösen bezeichnet.[584]
- 18.3 Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit.
Der Wein bezeichnet hier das verfälschte und entheiligte Wahre.[585]
- 18.4 Und ich hörte eine andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!
- 18.5 Denn ihre Sünden reichen bis an den Himmel und Gott denkt an ihren Frevel.
- 18.6 Bezahlt ihr, wie sie bezahlt hat, und gebt ihr zweifach zurück nach ihren Werken! Und in den Kelch, in den sie euch eingeschenkt hat, schenkt ihr zweifach ein!
- 18.7 Wie viel Herrlichkeit und Üppigkeit sie gehabt hat, so viel Qual und Leid schenkt ihr ein! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne hier und bin eine Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen.
- 18.8 Darum werden ihre Plagen an "einem" Tag kommen, Tod, Leid und Hunger, und mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist Gott der Herr, der sie richtet.
Die Plagen bezeichnen geistige Plagen, durch die der Mensch dem Geist oder der Seele nach stirbt.[586]
- 18.9 Und es werden sie beweinen und beklagen die Könige auf Erden, die mit ihr gehurt und geprasst haben, wenn sie sehen werden den Rauch von ihrem Brand, in dem sie verbrennt.
- 18.10 Sie werden fernab stehen aus Furcht vor ihrer Qual und sprechen: Weh, weh, du große Stadt Babylon, du starke Stadt, in einer Stunde ist dein Gericht gekommen!
- 18.11 Und die Kaufleute auf Erden werden weinen und Leid tragen um sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird:
- 18.12 Gold und Silber und Edelsteine und Perlen und feines Leinen und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei wohlriechende Hölzer und allerlei Gerät aus Elfenbein und allerlei Gerät aus kostbarem Holz und Erz und Eisen und Marmor
- 18.13 und Zimt und Balsam und Räucherwerk und Myrrhe und Weihrauch und Wein und Öl und feinstes Mehl und Weizen und Vieh und Schafe und Pferde und Wagen und Leiber und Seelen von Menschen.
- 18.14 Und das Obst, an dem deine Seele Lust hatte, ist dahin; und alles, was glänzend und herrlich war, ist für dich verloren und man wird es nicht mehr finden.
- 18.15 Die Kaufleute, die durch diesen Handel mit ihr reich geworden sind, werden fernab stehen aus Furcht vor ihrer Qual, werden weinen und klagen:
- 18.16 Weh, weh, du große Stadt, die bekleidet war mit feinem Leinen und Purpur und Scharlach und geschmückt war mit Gold und Edelsteinen und Perlen,
- 18.17 denn in "einer" Stunde ist verwüstet solcher Reichtum! Und alle Schiffsherren und alle Steuerleute und die Seefahrer und die auf dem Meer arbeiten standen fernab
- 18.18 und schrien, als sie den Rauch von ihrem Brand sahen: Wer ist der großen Stadt gleich?
- 18.19 Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und schrien, weinten und klagten: Weh, weh, du große Stadt, von deren Überfluss reich geworden sind alle, die Schiffe auf dem Meer hatten; denn in "einer" Stunde ist sie verwüstet!
Die Stadt bezeichnet im geistigen Sinn eine Lehre.[587]
- 18.20 Freue dich über sie, Himmel, und ihr Heiligen und Apostel und Propheten! Denn Gott hat sie gerichtet um euretwillen.
Unter den Aposteln und Propheten werden all jene verstanden, welche im Guten und Wahren der Lehre sind.[588]
- 18.21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird in einem Sturm niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.
- 18.22 Und die Stimme der Sänger und Saitenspieler, Flötenspieler und Posaunenbläser soll nicht mehr in dir gehört werden, und kein Handwerker irgendeines Handwerks soll mehr in dir gefunden werden, und das Geräusch der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden,
- 18.23 und das Licht der Lampe soll nicht mehr in dir leuchten, und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr in dir gehört werden. Denn deine Kaufleute waren Fürsten auf Erden, und durch deine Zauberei sind verführt worden alle Völker;
Durch die Zauberei wird die Überredung, dass das Falsche wahr sei, und die dadurch bewirkte Zerstörung des Wahren bezeichnet.[589]
- 18.24 und das Blut der Propheten und der Heiligen ist in ihr gefunden worden und das Blut aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind.
Das Blut bedeutet hier das verfälschte oder entweihte Göttlich-Wahre des Wortes.[590]
Neuzehntes Kapitel
Jubel über den Untergang Babylons
- 19.1 Danach hörte ich etwas wie eine große Stimme einer großen Schar im Himmel, die sprach: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Kraft sind unseres Gottes!
- 19.2 Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, dass er die große Hure verurteilt hat, die die Erde mit ihrer Hurerei verdorben hat, und hat das Blut seiner Knechte gerächt, das ihre Hand vergossen hat.
- 19.3 Und sie sprachen zum zweiten Mal: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf in Ewigkeit.
- 19.4 Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Gestalten fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron saß, und sprachen: Amen, Halleluja!
- 19.5 Und eine Stimme ging aus von dem Thron: Lobt unsern Gott, alle seine Knechte und die ihn fürchten, Klein und Groß!
- 19.6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen!
Donner bedeuten wegen ihres die Ohren erschütternden Krachens das Vernehmen.[591]
- 19.7 Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet.
- 19.8 Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.
- 19.9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.
- 19.10 Und ich fiel nieder zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
Unter dem Geist der Weissagung ist das Wahre der Lehre aus dem göttlichen Wort zu verstehen. Die Weissagung bezeichnet nicht anderes als die Lehre; weissagen heißt, die Lehre verkünden. Unter dem Zeugnis Jesu ist das Bekenntnis aus dem Glauben an Ihn zu verstehen.[592]
Der Reiter auf dem weißen Pferd
- 19.11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.
Durch das Pferd wird die Einsicht in das Wort, und durch das weiße Pferd die Einsicht in das Wahre aus dem Wort bezeichnet.[593] Unter dem, der auf dem weißen Pferd saß, wird der Herr in Ansehung des Wortes verstanden.[594]
- 19.12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.
- 19.13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
- 19.14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen.
Durch das Heer wird Gutes und Wahres des Himmels und der Kirche bezeichnet.[595]
Das Heer des Himmels auf weißen Pferden bezeichnet die engelhaften Menschen.[596]
- 19.15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,
Unter dem Schwert wird die vom Herrn durch das Wort, das Göttlich-Wahre, bewirkte Zerstreuung des Falschen und Bösen verstanden.[597]
Durch die Rute wird im Wort die Macht, und durch das Eisen das natürliche Wahre, mithin der natürliche Sinn des Wortes und zugleich das natürliche Licht des Menschen bezeichnet, auf welchen beiden die Macht des Wahren beruht. Siehe dazu Kommentar zu Vers 2.27.[598]
- 19.16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.
Das Ende des Tieres und des falschen Propheten
- 19.17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen und er rief mit großer Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel fliegen: Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes
- 19.18 und esst das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!
Das große Mahl bezeichnet die Liebe Gottes, diese heilige Stadt, die mit der Zeit alles Welttümliche verzehren wird.[599]
Durch das Pferd wird die Einsicht in das Wort bezeichnet.[600]
- 19.19 Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer.
- 19.20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die Zeichen getan hatte, durch welche er die verführte, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten. Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte.
Die Beglaubigungen der Wahrheit einer Sache werden durch Zeichen bezeichnet.[601]
Das Feuer bedeutet die höllische Liebe, der Schwefel die aus dieser Liebe durch den Stolz auf eigene Einsicht hervorgehenden Lüste.[602]
- 19.21 Und die andern wurden erschlagen mit dem Schwert, das aus dem Munde dessen ging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.
Zwanzigstes Kapitel
Das tausendjährige Reich
Das Tausendjährige Reich ist kein Weltreich in der Materie, sondern allein nur im Geiste. Es kommt nicht irgendwie äußerlich beschaulich, sondern ganz still und prunklos in den Herzen der Menschen, die eines guten Willens sind. Es ist die Wiedergeburt des menschlichen Geistes.[603]
- 20.1 Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand.
Durch Schlüssel wird die Macht zu öffnen und zu verschließen bezeichnet.[604]
- 20.2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre
- 20.3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit.
Der "gefesselte Drache" sind die gezähmten Gelüste des Fleisches. Die kurze, einmalige und "letzte Freilassung" desselben ist die endliche Ablegung des Fleisches, die so manchem Geist denn doch noch immer wie das Verlassen einer Wohnung ist, der man sich längere Zeit bedient hat.[605]
- 20.4 Und ich sah Throne und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre.
Hier bedeutet der Thron das Gericht.[606]
Die Stirn bedeutet hier die böse Liebe.[607]
Unter regieren auf Erden wird im Reich des Herrn und in diesem eins mit Ihm sein verstanden. Joh 17.20-24 Der Herr richtet und regiert aus dem Göttlich-Guten durch das Göttlich-Wahre, das von Ihm aus in ihnen ist; wer aber glaubt, dass das, was vom Herrn in ihnen ist, ihr Eigentum sei, der wird aus dem Reich, dem Himmel, geworfen.[608]
- 20.5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung.
Hier ist der geistige Tod gemeint, die Verdammnis.[609]
- 20.6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.
Die innerlich guten Menschen bzw. Engel, die auch schon vor dem Jüngsten Gericht in den neuen Himmel aufgenommen wurden, sind jene, die zur ersten Auferstehung gehören.[610]
Der letzte Kampf
- 20.7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis
- 20.8 und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer.
Die Ecken bezeichnen die Himmelsgegenden und daher auch alles, namentlich alles, was sich auf den Himmel oder die Hölle, oder auf das Gute und Wahre bezieht.[611]
- 20.9 Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie.
- 20.10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Unter dem Drachen (Teufel) hat man die Anhänger des Glaubens der heutigen Kirche (siehe Kirchliche Irrlehren) zu verstehen.[612]
Das Weltgericht
- 20.11 Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden.
- 20.12 Und ich sah die Toten, Groß und Klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken.
Hier werden unter den Toten die Toten aus der Welt verstanden; der natürliche Tod ist gemeint, welcher der Ausgang aus der Welt ist.[613]
- 20.13 Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken.
- 20.14 Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl.
- 20.15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.
Einundzwanzigstes Kapitel
Das neue Jerusalem
- 21.1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Unter dem neuen Himmel und der neuen Erde, und unter dem Vergehen des früheren Himmels und der früheren Erde ist nicht der wahrnehmbare Himmel und unsere bewohnte Erde, sondern der Engelshimmel und die Kirche zu verstehen.[614] Der frühere Himmel und die frühere Erde bezeichnen Gesellschaften von Geistern, welche sich zwischen dem Himmel und der Hölle eine Art von Himmeln gemacht hatten, und weil alle Geister und Engel ebenso wie die Menschen auf Erdflächen wohnen, so werden unter dem früheren Himmel und der früheren Erde diese verstanden.[615] Der neue Himmel und die neue Erde bedeuten eine neue Kirche.[616]
- 21.2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
Die von Gott aus dem Himmel herabsteigende Stadt bedeutet die vom Herrn geoffenbarte himmlische Lehre (Neuoffenbarung), die Lehre der Neuen Kirche. Die Beschreibung ihrer Ausdehnung, ihrer Tore, Mauern und Gründe bezeichnen das, was zu ihrer Lehre gehört.[617] Das Neue Jerusalem bedeutet auch die Kirche, die vom Herrn aus jenem Himmel herabkommen wird.[618]
- 21.3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
Durch die Hütte wird das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung der göttlichen Liebe und dann auch der Himmel und die Kirche, welche in der Liebe zum Herrn sind, verstanden.[619]
- 21.4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
- 21.5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
- 21.6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Durch die Quelle wird der Herr und auch das Wort bezeichnet.[620]
Wasser bedeutet das Wahre, insbesondere das Natürlich-Wahre, welches in den Erkenntnissen aus dem Wort besteht.[621]
- 21.7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.
- 21.8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.
Das Feuer bedeutet die höllische Liebe, der Schwefel die aus dieser Liebe durch den Stolz auf eigene Einsicht hervorgehenden Lüste.[622]
- 21.9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
- 21.10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott,
- 21.11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall;
- 21.12 sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten:
- 21.13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore.
- 21.14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Unter den Aposteln werden nicht Apostel, sondern alle, welche das Gute und Wahre der Kirche lehren, und im abgezogenen Sinn das Gute und Wahre ihrer Lehre selbst verstanden. Durch das Neue Jerusalem wird die Neue Kirche, und durch ihre Gründe alles Gute und Wahre ihrer Lehre bezeichnet.[623]
- 21.15 Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer.
- 21.16 Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.
Weil hier durch das neue Jerusalem die neue Kirche dargestellt wird, daher bezeichnen jene Maße die zur Kirche gehörenden Dinge - die Länge das Gute ihrer Liebe, die Breite das Wahre aus diesem Guten, die Höhe das Gute und Wahre nach den Graden, die 12000 Stadien das Gute und Wahre im Inbegriff.[624]
- 21.17 Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte.
Jerusalem ist hier die Kirche des Herrn und im höheren Sinn der Himmel, die Mauer das Wahre, das gegen den mutwilligen Angriff des Falschen und Bösen schützt. Die Zahl 144 bezeichnet den Inbegriff aller Wahrheiten und alles Guten, das Maß dessen Beschaffenheit. Im Menschen aber ist all dies im allgemeinen und im besonderen verwirklicht, in ihm ist somit der Himmel. Weil auch der Engel dadurch Mensch ist, darum heißt es "das Maß eines Menschen, das heißt eines Engels". (Anm.: Engel haben menschliche Gestalt)[625] Durch den Menschen wird der Weise, und im allgemeinen Sinn die Weisheit bezeichnet.[626]
- 21.18 Und ihr Mauerwerk war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas.
- 21.19 Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,
- 21.20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst.
- 21.21 Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, und der Marktplatz der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas.
- 21.22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
- 21.23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
- 21.24 Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen.
- 21.25 Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein.
- 21.26 Und man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in sie bringen.
- 21.27 Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes.
Das neue Jerusalem scheint deswegen aus lauterem Gold, seine Tore aus Perlen und die Fundamente aus kostbaren Steinen zu bestehen, weil es die zu gründende Kirche vorbildet. Die zwölf Tore und auch die Perlen entsprechen den Wahrheiten, die zum Guten führen. Die Fundamente entsprechen den Wahrheiten, auf die die Kirche gegründet ist. Die Edelsteine bedeuten die Erkenntnisse, auf welche sich die göttliche Lehre gründet. Das einem reinen Glas gleiche Gold bedeutet das Gute der Liebe, aus dem die Lehren mit ihren Wahrheiten durchscheinen.[627]
Unter dem Lebensbuch des Lammes ist nicht irgendein im Himmel geschriebenes Buch gemeint, sondern das Wort, das vom Herrn stammt und von Ihm handelt.[628]
Zweiundzwanzigstes Kapitel
- 22.1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes;
- 22.2 mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
- 22.3 Und es wird nichts Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm dienen
- 22.4 und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein.
Die Stirn bezeichnet die Liebe.[629]
- 22.5 Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Unter regieren auf Erden wird im Reich des Herrn und in diesem eins mit Ihm sein verstanden. Joh 17.20-24 Der Herr richtet und regiert aus dem Göttlich-Guten durch das Göttlich-Wahre, das von Ihm aus in ihnen ist; wer aber glaubt, dass das, was vom Herrn in ihnen ist, ihr Eigentum sei, der wird aus dem Reich, dem Himmel, geworfen.[630]
Der Herr kommt
- 22.6 Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig; und der Herr, der Gott des Geistes der Propheten, hat seinen Engel gesandt, zu zeigen seinen Knechten, was bald geschehen muss.
- 22.7 Siehe, ich komme bald. Selig ist, der die Worte der Weissagung in diesem Buch bewahrt.
- 22.8 Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich's gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir dies gezeigt hatte.
- 22.9 Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht und der Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an!
- 22.10 Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!
- 22.11 Wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der übe weiterhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig.
- 22.12 Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.
Unter dem Lohn wird das Angenehme des Guten und Reizendes des Wahren verstanden.[631]
- 22.13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
- 22.14 Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt.
- 22.15 Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und tun.
- 22.16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.
Durch den Morgen oder die Frühe wird die Ankunft des Herrn bezeichnet. Und weil bloß der Herr denen, welche zu Seiner Neuen Kirche gehören werden, Einsicht und Weisheit gibt, und weil alles, was der Herr gibt, Er Selbst ist, weil es Ihm angehört, so sagt Er, dass Er Selbst der Morgenstern sei.[632]
- 22.17 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Wasser bedeutet das Wahre, insbesondere das Natürlich-Wahre, welches in den Erkenntnissen aus dem Wort besteht.[633]
- 22.18 Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen.
- 22.19 Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
- 22.20 Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, ja, komm, Herr Jesus!
- 22.21 Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 2
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 3; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 5
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 4
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 5
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 6
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 7
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.420222.5-6; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 8
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.420222.7-8
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 9
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 10
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 11
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 13
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 14
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 15; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 16; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 17; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 18
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 19
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 20
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 21
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 22
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 23
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 24
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 25; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 26
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 27; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 28
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 29
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 30
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 31
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 32
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 33
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 34
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 35
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 36
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 37
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 40; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 41
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 42
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 43
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 44
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 45
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 46
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 47
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 48
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 49
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 50
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 51; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 74
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 52
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 53
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 54
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 55
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 56
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 58
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 59
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 60
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 62
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 63
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 65; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 73
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 66; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 73
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 69
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 70
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 68; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 73
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 74
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 75; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 167
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 76
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 78
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 79
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 80
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 81
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 82
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 84
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 85
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 86
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 87
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 88
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 89
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 90
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 68; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 91
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 92
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 93
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 94
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 95
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 96
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 97
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 98; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 99
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 100
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 101
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 102
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 103
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 104; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 105
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 106
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 68; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 107
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 108
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 109; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 110
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 111
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 112
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 114
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 115
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 116
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 117
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 118
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 119
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 120
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 121
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 122
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 123
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 68; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 124
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 125
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 126
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 127
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 128; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 129
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 130
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 132
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 133
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 134
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 135
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 136
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 137
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 139
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 140
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 141
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 143
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 144
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 145; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 151
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 146
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 147
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 148
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 149
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 150
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- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 154
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- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 157
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 158
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 159
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 160
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 161
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 162
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 163
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 164
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 165
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 166
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 167
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 168
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 169
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 170
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 171
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 172
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 173
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 62; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 174
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 175
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 176; Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 177
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 178
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 179
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 180
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 181
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 182
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 183
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 184
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