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Jerusalem

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Salem)
Dieser Artikel behandelt die irdische Stadt Jerusalem.

Jerusalem im 1. Jhdt.

Jerusalem, "die Stadt Gottes", war die Hauptstadt der Juden.[1] Das neue türkische Jerusalem des 19. Jahrhunderts befand sich an nicht mehr als ein Achtel von der Stelle, wo einst das große Jerusalem stand. Zum Beispiel der Ölberg befand sich beinahe ganz im Osten des neuen Jerusalem, während das alte Jerusalem zum größten Teil mehr östlich als westlich vom Ölberg lag.[2]

Seit dem Letzten Gericht im Jahre 1757 wird (im geistigen Sinn und in der geistigen Welt) unter "Jerusalem" die Kirche verstanden, in welcher der Herr allein angebetet wird.[3] Im Wort wird unter der Stadt Jerusalem die Kirche (des Herrn) hinsichtlich ihrer Lehre verstanden. Dies wird aus Off 21.1-27 deutlich. Daher heißt Jerusalem auch Stadt der Wahrheit Sach 8.3-4 und an vielen Stellen die heilige Stadt, weil das Heilige dem Wahren aus dem Herrn beigelegt wird. Jerusalem heißt heilig, da durch Jerusalem die Kirche bezeichnet wird, welche im Göttlich-Wahren ist.[4]

Namensbedeutung

Zu Zeiten Jesu wussten die Tempelgelehrten über die Namensbedeutung nur, dass man den Ausdruck mit "Heilige Stadt" oder "Stadt Gottes" übersetzte, jedoch wie das in "Jerusalem" vorhanden sei, das wussten sie nicht.[5]

Althebräisch: Je (dies ist), Ruh oder Ruha (die Wohnstätte), sa (für den), lem oder lehem (großen König). "Dies ist die Wohnstätte für den großen König." Da die Alten die Selbstlaute bei der Wortbildung zwischen den Mitlauten wohl aussprachen, aber aus einer gewissen Pietät nicht niederschrieben, muss man bei solch alten Worten die Vokale zwischen die Konsonanten zu setzen verstehen, woraus sich dann der wahre Begriff eines so alten Namens wie von selbst aus seiner Wurzel erklärt.[6]

Geschichte

Gründung

Der Gründer von Jerusalem war Melchisedek, durch den Gott mit Seiner eigenen Hand die Stadt erbaut hat.[7]

Zur Zeit Jesu

Die Stadt Jerusalem war zur Zeit Jesu nicht mehr so groß, als wie sie es einst unter David war.[8] Dennoch lebten in Jerusalem und der nächsten Umgebung zur Zeit des Pessach laut dem Bürgermeister Nikodemus samt den Fremden über achthunderttausend Menschen.[9] Mathael berichtete, dass die Stadt hundert Tore hatte und mehr als eine Million Einwohner.[10]

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Anmerkung: Aktuell werden von den Archäologen für die Stadt nur um fünfzigtausend Einwohner zur Zeit Jesu angenommen. Der römische Schriftsteller Tacitus berichtet von sechshunderttausend Besuchern beim Pessachfest. Die Mehrheit der Pilger schlief in Zelten außerhalb der Stadt. Nach Flavius Josephus kamen bei der Eroberung von Jerusalem (70 n. Chr.) ca. 1,1 Millionen Menschen ums Leben, der größte Teil von ihnen waren Juden.


Die Juden von Jerusalem hatten sich von der alten Wahrheit himmelweit entfernt. Bei ihnen herrschte nichts als Selbstsucht, Herrschgier und Glanz; Gottes gedachten sie nimmer, und von der Nächstenliebe gab es keine Spur. Den Tempel Jehovas zu Jerusalem hatten sie in eine Wechsler- und Krämerbude verwandelt. Und wenn man sie ermahnte, Frevler im Heiligtum Gottes zu sein, dann verfluchten und verwünschen sie einen. Wer nur um ein Haar klüger sein wollte als sogar ein gemeinster Feger der Tempelhallen, der wurde sogleich als Ketzer und Gotteslästerer gescholten, dem ohne ein tüchtiges Opfer als Zeichen der Bekehrung ohne alle Gnade die Steinigung blühte. Die in Jerusalem und in Judäa lebenden Juden, Priester, Leviten, Schriftgelehrte, Pharisäer und Wechsler und Krämer waren allesamt zehnmal ärger als alle Heiden. Selbst bessere Pharisäer mieden sie.[11]

Jerusalem, "die Stadt Gottes", war eigentlich eine Stadt des Satans geworden.[12] Jerusalem war Jesus so unangenehm, dass Er dort gar nicht länger verweilen wollte und darüber sagte: "In einem Orte, wo vor den Toren der sich großdünkenden Bewohner Lanzenknechte Wache halten und nur den Glänzenden Einlass geben, die Armen aber ohne Gnade abweisen, und wo man in jeder Gasse, so man ein fremdes Gesicht hat und nicht genug prächtig gekleidet ist, wenigstens siebenmal angehalten und befragt wird, wer und woher man sei, und was man hier tue, bleibe Ich nicht. Zudem liebe Ich nur, was vor der Welt klein und von ihr verachtet ist, denn es steht geschrieben: Was vor der Welt groß ist, ist vor Gott ein Gräuel!"[13]

In den Mauern der Stadt waren viele Propheten ermordet worden. Jesus wusste von allen, ihr Blut schrie in die höchsten Himmel um Rache wieder solche schändlichsten Frevler. Jesus prophezeite die baldige Zerstörung der Stadt. Sie wurde vorläufig noch vor ihrer nicht mehr aufzuhaltenden Zerstörung bewahrt, weil sie das Maß der Hölle noch nicht ganz erfüllt hatte.[14]

Zerstörung

Jerusalem wurde (im 1. Jahrhundert) zerstört und die Juden unter alle Völker der Erde verstoßen.[15]

Vergeblicher Wiederaufbau

Geraume Zeit nach Jesus hat ein morgenländisch römischer Kaiser namens Justinianus den Juden die Erlaubnis und sogar den Befehl erteilt, Jerusalem samt dem Tempel wieder aufzubauen. Eine Menge sehr wohlhabender Juden aus allen Gegenden begaben sich mit vielen Bauleuten und Arbeitern an die Stelle des vormaligen Jerusalem und wollten da alles wieder aufzubauen anfangen. Sie wurden aber von einem in dieser Gegend lebenden frommen Mann, der nach der Lehre des Apostels Philippus lebte und das Evangelium predigte, nach der Weissagung eines Propheten gewarnt, ihr Vorhaben bleiben zu lassen, da sie sonst sicher sehr übel bedient werden würden. Sie aber verlachten diesen Propheten und fingen mit den Aufräumarbeiten an. Aber schon nach einen halben Tag entstand ein starkes Erdbeben, und über die ganze Stelle des alten Jerusalems brach ein vulkanartig heftiges Feuer aus und zerstörte den wichtigsten Teil des alten Jerusalem derart, dass nicht ein Stein unzerstört blieb. Steine und Felsen wurden zu einer Art Schotter zermalmt und weit weg geschleudert, wonach die Stätte dann wie eine Wüste aussah und daher niemand vermutete, dass an dieser Stelle einst das alte Jerusalem gestanden hat. Tausende von arbeitenden Menschen sind bei diesem Ausbruch zugrunde gegangen. Dieses Wunder wurde durch diejenigen, die sich durch jähe Flucht retteten, in Rom dem Kaiser bekanntgegeben und beschworen, dass es richtig so geschehen sei. Er glaubte es, aber nach zwei Jahren wollte er dennoch an dieser Stelle ein großartiges Denkmal errichten, um durch dasselbe den Nachkommen anzuzeigen, wo sich einst das große Jerusalem befunden habe. Wieder kamen Bauleute und Bildhauer und fingen an, sich einen Platz auszusuchen, der für solch ein Monument der tauglichste wäre. Sie fanden einen solchen Platz und fingen an, den Grund zu graben, aber es erging ihnen nicht viel besser als den früheren; wieder schlug Feuer aus dem Innern der Erde hervor und beschädigte mehrere; die aber noch zur rechten Zeit die Flucht ergriffen, kamen ohne Schaden davon. In der Folge wurde dann nichts mehr unternommen, um das alte Jerusalem aufzubauen.[16]

Von den Sarazenen erbautes Jerusalem

Nach sechshundert Jahren kamen die Sarazenen aus der Gegend von Bagdad in diese Gegend. Auf ihrem Weg zerstörten sie alles, was sie von den alten Städten und Flecken vorfanden. Jerusalem besaß damals nur einen Berg, dem man später fälschlicherweise den Namen Zion gab, einen alten römischen Festungsturm und eine Kapelle aus Holz, die man schon zur damaligen Zeit fälschlich für die Stelle des Grab Jesu angab und verehrte. Die Sarazenen haben später westlich vom Ölberg eine ganz neue Stadt unter dem Namen Jerusalem erbaut.[17]

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Anmerkung: Der ursprüngliche Berg Zion oder Sion wurde von den Römern nach der Eroberung Jerusalems umbenannt. Der heutige Berg Zion ist lediglich der höchste Punkt der Stadt. Die Davidstadt, die Anfänge Jerusalems, lag auf einem kleineren, südöstlich gelegenen Hügel der Stadt.


Siehe auch

Quellenverweise