Mathael
Mathael war ein ehemaliger Diener des Jerusalemer Tempels, ein armer Sohn eines Bürgerlichen, der in der Umgebung von Jerusalem lebte. Aufgrund sehr leidvoller Erfahrungen erlangte er das Zweite Gesicht.[1] Jesus rettet ihm das Leben, indem Er ihn davor bewahrte, von den Bösen erwürgt zu werden. Mathael wurde in der Folge mit Helena vermählt und Vizekönig von Ouran. Er war, soweit es bis zu seiner Zeit möglich war, ein vollends im Geiste Wiedergeborener und wurde dem Herrn ein tüchtiges Rüstzeug wider die Heiden des großen Nordens (des Pontus).[2]
Wesen
Vor seiner Bekehrung war Mathael überaus blind und unwissend und noch dazu derart krank, dass ihn nur Gott allein heilen konnte. Nach seiner Heilung bekam er nicht nur seine Leibeskräfte fast augenblicklich wieder, sondern der Herr erweckte auch seinen Geist in seiner sehr betrübten Seele. Dieser Geist lehrte ihn dann alle Dinge von Grund auf kennen, die da waren und sind, und auch manches, das erst sein werde. Das war alles eine Gnadengabe des Herrn. Was Mathael wusste, das hatte er nie vorher irgendwo in einer Schule gelernt. Der Herr allein war sein alles, seine Schule und all seine Weisheit; was er wusste und konnte, das wusste und konnte er nur vom Herrn. (nach Mathael)[3]
Nach seiner Bekehrung bezeichnete Jesus den Mathael als einen Grundweisen[4], einen der "ersten Chronisten in dieser Zeit",[5] einen Kundigen in den Dinge der Natur und in den Zungen der Alten.[6] Mathael fürchtete keine Welt und keinen Tod, weswegen ihn Jesus ein tüchtiges Rüstzeug nannte, wie es nur wenige gäbe. Er würde dem Paulus ein tüchtiger Vorläufer sein bei den Heiden.[7] Auch Cyrenius bestätigte die hohe Erleuchtung des Mathael.[8]
Der Herr hatte Mathael völlig erweckt und sein Geist war eins mit ihm. Daher kannte Mathael sich selbst und Gott insoweit, als es ihm gegeben war, solches zu erkennen der vollen Wahrheit nach. Außer bei puren Weltmenschen vermochte er aber nicht, in der innersten Lebenstiefe der Menschenherzen zu lesen (Herzensschau) und daraus ihre innersten Lebensgesetze zu erkennen.[9]
Mathael war der Seele nach aus den Sternen, vom Uranus. Daher stammte auch seine Hartnäckigkeit und Unbeugsamkeit.[10]
Mathael verstand sich sehr auf die Scheidekunst und war sozusagen ein Apotheker.[11]
Geschichte
Mathael liebte Gott von Kindheit an über alles, weswegen ihn seine Eltern auch dem Tempeldienst weihen ließen. Dort wurde zwar sein Fleisch zu einer wahren Höllenmaschine gemacht, aber seine Seele bleib, was sie vom Uranbeginn ihres Seins war. (nach Mathael)[12]
Die fünf Raubmörder
Mathael war von Jugend an schon ein Schriftgelehrter im Tempel. Er war außerdem ein tüchtiger Redner, der den Hohen im Jerusalemer Tempel die Wahrheit über die Verkommenheit des Tempels mehrmals recht derb ins Gesicht gesagt hatte. Das hatte dann zur Folge, dass er und vier andere seiner Art als als Diener des Jerusalemer Tempels nach Samaria ziehen mussten, um die Samariter wieder zu Jerusalem zu kehren. An der Grenze wurden sie jedoch von einer Räuberbande gefangengenommen und genötigt, wie diese zu werden. Noch ehe Mathael mit den Samaritern reden konnte, musste er selbst ein arger Straßenräuber werden, um sein Leben zu erhalten.[13] Dies wurde vom Herrn zugelassen, weil Mathael als ein erfahrener und kräftiger Redner, noch dazu mit seinem unbeugsamen Sinn, unter den reineren, gläubigen Samaritern einen großen Schaden angerichtet haben würde, wenn er mit ihnen in Berührung gekommen wäre. Die Straßenräuber sollt er so lange nicht loswerden, als bis sein steifer Sinn weich und lenksam gemacht sei. Denn auch als Miträuber wollte sich Mathaels Sinn durchaus nicht beugen, sondern hatte im Gegenteil einen pfiffigen Plan gefasst. Er hatte fünfzig Räuber mit Frau und Kindern dazu gebracht, zu Anhängern der grundfalschen Lehre Jerusalems zu werden, weil sie in ihr eine Gewähr und ein sicheres Asyl für ihr Raubwerk fanden. Er war kurz davor, mit ihnen und seinen Gefährten in Samaria einzufallen und dort mit unerbittlicher Strenge die Lehre Jerusalems einzuführen und jeden Widersacher zu töten. Da ließ es der Herr zu, dass er vom alten Geist Abrahams ermahnt wurde.[14]
Da sich Mathael von Gott gar so mächtig verlassen sah, ohne in sich selbst dafür einen Grund zu finden, ärgerte ihn das tief. Er war anfangs ungläubig und fing an, die ganze Schrift für ein Menschenwerk zu halten. Eines Tages kam ein bitterernster Mann in einer Nacht, als Mathael allein vor der fürchterlichen Räuberhöhle Wache hielt. Mathael durchbohrte ihn sogleich mit dem Schwert. Er aber sprach: "Gib dir keine Mühe mit deiner elenden Waffe; denn einen unsterblichen Geist tötet ewig keines Sterblichen Waffe! Ich bin der Geist Abrahams und frage dich, warum du Gott verlassen und Seinen Namen verfolgen willst!" Darauf erwiderte Mathael voll Zorn, er sei doch im Namen Gottes zu den Samritern gesandt worden, um sie alle für den Tempel zu gewinnen. Seine Absicht sei ehrlich und redlich vor Gott und vor allen Menschen gewesen, weil sie redlich war vor seinem Gewissen. Nicht er, sondern der Hohepriester als Stellvertreter Mosis und Aarons habe ihn zu den Samaritern gesandt. Wenn dies unrecht war, dann hätte Gottes Weisheit nicht ihn, den Unschuldigen, züchtigen müssen, sondern der ihn ausgesandt hatte. So sei er von diesem Augenblick an ein ärgster Feind Jehovas. Da sagte der Geist, noch bitterer aussehend: "Kennst du Gottes Macht und Zorn? Wie willst du, ohnmächtiger Wurm des Staubes, dem allmächtigen Gott Trotz bieten?! Kann dich Seine Macht denn nicht ergreifen und elendst vernichten, als wärest du nie dagewesen?!" Darauf antwortet Mathael, dass dies wohl so sei. Da er ein Dasein habe, für das er der Macht Gottes nur ewig fluchen könne, so habe auch sein gerechter Zorn gegen sie sein ewiges Ende, wenn er nicht mehr sei. Darauf der Geist: "Du kannst Gott nicht gebieten, dass Er dich vernichte! Er kann dich quälen, ewig hindurch, mit den schrecklichsten Schmerzen und Peinen, und es würde sich dann weisen, wie lange du der Allmacht Gottes Trotz bieten würdest!" Darauf erwiderte Mathael im glühenden Zorn, dass dies Gott wohl tun könne, wenn es Ihm eine besondere Freude mache, ein Geschöpf ewig zu quälen, bloß um demselben seine Allmacht zu zeigen. Aber seinen Sinn würde Er ihm dennoch ewig nie beugen. Mit Güte, Sanftmut und Gerechtigkeit würde Gott bei ihm alles ausrichten, ihn aber mit Seinem Zorn zu einem Teufel der Teufel machen. Bis jetzt habe ihm die Allmacht Gottes nur ein qualvollstes Leben gegeben, für das er ihr ewig nicht danken würde. Würde sie aber einmal barmherziger werden zu ihm und wieder gutmachen, was sie an ihm verbrochen habe, so werde er ihr dann auch dankbar werden. So aber sei er Jehovas entschiedenster Feind. Mathael forderte von dem Geist eine Antwort, ansonsten er ihn unerhört verfluchen würde, worauf der Geist entschwand und Mathael besinnungslos zur Erde fiel. (nach Mathael)[15]
Da Mathael auch die Erscheinung des Geistes Abrahams nicht umzustimmen vermochte, ließ es der Herr zu, dass sich Mathaels Seele in ihrem Fleisch verbergen musste, dafür aber sein Leib von vielen Teufeln in Besitz genommen wurde. Von da an verlor Mathael das helle Selbstbewusstsein und er und seine Gefährten wurden ein Schrecken der ganzen Gegend. Man vermochte Mathael nicht zu töten oder gefangen zu nehmen. Der Kampf mit einem oder mit tausend Menschen war ihm eins. Er tötete und verletzte viele die ihn ergriffen. Doch davon wusste seine Seele nichts. Selbst die fünfzig Raubapostel flohen aus jener Gegend und wurden zu ordentlichen Menschen, weil sie sahen, was da über Mathael und seine vier Gefährten Schreckliches gekommen war, wegen des argen Planes mit den zu bekehrenden Samaritern. Sie gaben für sich jedes noch so entfernte Vorhaben auf, die Samariter für Jerusalem zu bekehren. So ließ der Herr, der wusste, woher Mathaels Seele stammte, und wie und warum sie so unbeugsam war, Mathael so lange im Gericht der Hölle gefesselt stecken, bis sich in seiner Seele ein lenksamer Sinn eingestellt hatte. Dies war der allein wahre und wirksame Weg, um Mathaels Seele für die rechte und freie Wahrheit aus Gott empfänglich zu machen, um in die göttliche Liebe eingehen zu können und durch sie in die Kindschaft Gottes.[16]
Aus Gram und Verzweiflung über ihre Lage, verbargen sich die Seelen der fünf unter die Fittiche ihres Geistes, und ihre Leiber wurden von äußerst hartnäckigen argen Höllengeistern in Besitz genommen, worauf sie nicht mehr wussten, was und wer sie waren und was aus ihnen geworden war. Jahre vergingen. Einer Streitmacht der Römer gelang es schließlich, der fünf Teufeln, wie sie das Volk nannte, habhaft zu werden.[17]
Jesus erlöst die fünf Raubmörder
Als Jesus mit Seinen Jüngern und Cyrenius bei Markus nahe Cäsarea Philippi weilte, legte dort ein römisches Schiff an, welches neben anderen Verbrechern und Passagieren fünf eingefangene arge Straßenräuber trug, die an den Pässen zwischen Judäa und Samaria ihr Unwesen getrieben und schon so manchen Mord verübt hatten. Sie waren als Rabbis gekleidet und sahen sonst recht freundlich aus; aber dennoch wohnte in eines jeglichen Herzen eine Legion der ärgsten Teufel. Nach den strengen Gesetzen Rom erwarteten sie in Sidon nichts anderes als die peinlichste Hinrichtung. Auch der Römer Julius befand sich an Bord.[18] Mathael war einer dieser besessener Raubmörder. Er lag auf dem Schiff in schwersten Ketten, brüllte und kreischte lauthals und wenn er etwas sagte, dann war es Lästerung, Flucht und Verwünschung. (nach Suetal)[19]
Die fünf Raubmörder wurden an Pfählen angebunden und erhielten auf Anweisung des Herrn nichts zu essen und zu trinken. Zudem hatte ihnen Julius ein Urteil zu verkünden, danach sie morgen den ganzen Tag lang langsam verbrannt würden. Die übergroße Angst sollte ihre argen Einwohner großteils vertreiben. Bei der Urteilsverkündung heulten, verzweifelten und schrien die Schwerverbrecher, man möge sie rasch töten.[20] Diese Anordnung geschah, weil die Seele der bösen Raubmörder nur durch große (geistige) Qual von ihrem Satansfleisch und dessen sehr bösen Geistern freier gemacht werden konnte, ansonsten an irgendeine Heilung nicht zu denken war.[21] Ihre Teufel mussten ihnen die Qualen der verdammten Geister in der Hölle ungeschminkt zeigen, worüber sich die Raubmörder sehr entsetzten.[22]
Als die Wartezeit vorüber war, befahl Jesus die tobenden Raubmörder loszubinden, worauf diese vor Ihm niederfielen und Ihn um Gnade anflehten. Gleich darauf jedoch meldeten sich die Teufel in den Leibern der fünf tausendstimmig aus deren Mund und beschimpften und bedrohten den Herrn. Jesus ermahnte sie und gebot ihnen, die fünf Menschen für immer zu verlassen und sich sofort wieder in die allertiefste ihrer Höllen zu begeben. Die Teufel aber brüllten und heulten und wollten nicht in ihre Hölle zurück. Der Herr jedoch fühlte in Seinem Herzen so wenig Erbarmen mit ihnen, wie sie kein Erbarmen mit jenen gehabt hatten, die sie trotz aller flehentlichen Bitten qualvollst ermordet hatten. Auf Sein mächtiges Gebot fuhren die Geister hinaus und rissen dabei die fünf furchtbar zur Erde. Wieder baten die Geister um Gnade und Erbarmen, es läge nicht an ihnen, dass sie so böse wären. Darauf antwortete der Herr: "Es liegt auch in euch, gut zu sein, denn ihr habt Erkenntnis des Guten und des Bösen; aber euer hochmütiger Wille ist böse und unbändig, und es kann euch darum keine Gnade und keine Erbarmung zuteil werden! Ihr selbst wollt leiden und wollet gepeinigt sein, darum leidet und werdet gepeinigt nach eurem Willen ewig! Denn Meine Ordnung währet ewig und ist unabänderlich, was ihr wohl wisst. Ihr wisst aber auch, was ihr zu tun habt, um euch die ewige Ordnung zunutze zu machen; weil ihr sie aber zu eurem Schaden verkehrt, also genießet auch den Schaden, und somit fort mit euch von Meinem Angesichte!" Da knallte es gewaltig, Rauch und Feuer fuhr aus der Erde und eine schnell entstandene Kluft verschlang die Geister, die sich als kohlschwarze Schlangen zeigten. Als die fünf wieder zu sich kamen, wussten sie nicht, was mit ihnen vorgegangen war. Sie erholten sich bei gesalzenem Brot und Wein. Nach Versorgung ihrer Wunden sahen sie bald besser aus und fingen an zu fragen, was mit ihnen vorgefallen sei. Darauf antwortete ihnen der sie betreuende Markus, sie seien sehr krank gewesen und ihnen sei von dem berühmten Heiland aus Nazareth, den sie später kennen lernen würden, geholfen worden.[23] Die Seele Mathaels wurde wieder die alleinig vollintelligente Einwohnerin des Fleisches, und Moses war wie zuvor in ihr. Nachdem der Herr später alle Irrgänge von Mathaels Herzen erleuchtet hatte, verstand er erst Moses und die Propheten. (nach Mathael)[24]
Die fünf erinnerten sich an ihr Schicksal und stellten angesichts der Verdorbenheit des Tempels und der Welt und den grausamen Erfahrungen mit den Dämonen die Liebe und Existenz Gottes infrage, waren des argen Lebens müde und wollten vom Heiland getötet werden, möglichst auf ewig.[25] Markus reichte ihnen abermals mit aller Freundlichkeit Brot und Wein, woraus sie ersahen, dass es nicht nur schlechte Menschen oder Teufel auf der Erde gab.[26]
Der Wortführer der fünf, Mathael, hatte aufgrund seiner großen Leiden die Sehe der Seele (das Zweites Gesicht) erlangt und konnte daher die Seelen der Anwesenden sehen. Er erkannte einen vollkommenen Menschen und wahren Gottessohn (Jesus) und wusste, dass ihn die Teufel bald aufreiben würden. Auch von den anderen Anwesenden konnte er sagen, wie ihre Seelen aussahen und wie es ihnen ergehen würde. Er hatte auch höhere Einblicke in die Natur erlangt und sogar andere Weltkörper gesehen. Mathael dachte, dass er und die anderen vier aufgrund der überstandenen zu großen Leiden nicht mehr fröhlich werden konnten auf der Welt. Auch die Zusicherung von Cyrenius, sie bei sich aufzunehmen, sie bestens zu versorgen und eine angemessene Beschäftigung für sie zu finden, konnte ihn nicht überzeugen, da die fünf aufgrund ihrer gesteigerten Sehe hinter die Kulissen der Naturwelt sahen und überall Tod, Kampf und Verderben erblickten. Die Seele Mathaels ging in ein stets helleres Schauen über und erkannte den Heiland, der sie von einer Menge unsichtbarer Feinde des höheren freien Lebens losgemacht hatte durch die Macht Seines freiestens Gottlebens. Er wusste, dass dieser Sein gegenwärtiges Leben lassen würde, um dadurch in die ewige Herrlichkeit alles Lebens für Sich und dadurch auch für alle Menschen einzugehen.[27]
Nachdem Mathael dem Cyrenius durch einen Drang im Herzen seiner Seele, der wohl vom Herrn ausging, die Erfindung der Dampfkraft und das zukünftige Feuergericht prophezeit hatte, erhoffte dieser noch vieles von den fünf zu erfahren. Er bot ihnen abermals an, für ihre irdischen Bedürfnisse zu sorgen; sie hingegen sollten für seine seelischen Bedürfnisse und die seines ganzen großen Hauses Sorge tragen. Damit waren die fünf einverstanden.[28] Ihr vorheriger Seelenzustand, als ihnen alles ganz entsetzlich und sonderbar düster aussah, legte sich und sie wurden heiterer.[29] Schließlich erkannten sie Jesus als das Leben selbst, das Sieger werden musste über den machtlosen Tod.[30] Cyrenius nahm die fünf in die Fremdenlegion auf, um sie vor den Tempeljuden in Sicherheit bringen zu können.[31]
Der Herr hatte Mathael und seine Gefährten vollkommen gereinigt und in ihnen das allein wahre, untrügliche Licht des Lebens angezündet. Dadurch versperrte Er den Pfad, auf dem die ausgetriebenen argen Gäste ihnen möglicherweise noch einmal einen schädlichen Besuch abstatten könnten.[32] Später gab Jesus Mathael die volle Zusicherung, dass er und die vier anderen nicht mehr in ihre schwere Krankheit zurückfallen würden.[33] Der Herr hatte Mathael und seine Gefährten ganz neu umgestaltet und organisiert. Die Seele Mathaels war wohl noch die alte, aber sein altes, arges Fleisch ist vom Herrn so umgewandelt worden, dass es seine Seele nicht drücke. Eine erneute Verwilderung des Fleisches war bei Mathael nicht möglich, weil seine Seele (in der Folge) schon zu mächtig und allgemein vom Geist der Liebe zum Herrn durchdrungen war. (nach Raphael)[34]
Lehrer von Ouran
Der erste Dienst, zu den Jesus den Mathael berief, bestand darin, Ouran ein (geistiger) Lehrer zu sein, damit Ihm dieser dann in seinem Land ein tüchtiger Apostel sein könne. Einen Lohn, außer wahrer Freundschaft und Bruderliebe, wollte Mathael dafür nicht haben, um seine Schuld Jesus gegenüber etwas zu verringern und weil er selbst umsonst empfangen hatte und umsonst weitergeben wollte.[35] Jesus empfahl Mathael auch, sich die Tochter von Ouran, Helena, zur Frau zu nehmen, so er sich auf der Erde je eine Frau nehmen wolle.[36]
Mathael zeigte Ouran die Nichtigkeit der heidnischen Götter auf, worauf Ouran sich von diesen abwendete und zu Jesus als den einen Gott hinwendete. Ouran bedankte sich bei Mathael für die Aufklärung von Herzen.[37] Da diese Unterredung auch auf die anwesenden Römer einen guten Eindruck machte, prophezeite Jesus, dass in der Folge viele heidnische Tempel abgerissen werden, und daraufhin, wenn auch noch immer mit manchen Anstrengungen, in etlichen Jahrzehnten unter dem Heidentum eine größere Wirkung zustande gebracht werde, als sonst kaum erst in einem Jahrtausend. Alle Anwesenden waren Zeugen der Verhandlungen zwischen Mathael und Ouran. Jesus sorgte dafür, dass auch die Fernstehenden Mathael hören konnten.[38]
Mathael brachte Ouran bei, dass Gott in Sich die reinste Liebe ist, und dies brachte Ouran vor lauter Liebe und höchster lebendigster Dankbarkeit vor Jesus zum Weinen, worauf ihn der Herr liebevoll aufnahm und ihm versprach, dass er den rechten Weg gefunden habe, Ihm ein tüchtiges Rüstzeug auf dieser Erde werde und nicht sterben werde, sondern noch im Fleisch von Ihm erweckt würde.[39]
Ernennung zum Vizekönig
Ouran ernannte den kaum achtundzwanzig Jahre alten Mathael als seinen ersten Ratgeber und, da er keinen Sohn hatte, zugleich zum Vizekönig. Mathael sollte ihm helfen, seinen kleinen Staat bestens einzurichten. Cyrenius bestätigte diese Wahl. Auch Jesus bestätigte Mathael. Mathael würde das Reich des Ouran vor den Einfällen der Skythen besser schützen als ein großes Heer von auserlesensten Kriegern. Dafür wollte Jesus dem Mathael eine außerordentliche Macht geben, so dieser das Amt zu verwalten beginnen würde. Der Herr vermählte Mathael außerdem mit der Helena, der Tochter von Ouran.[40] Die vier Gefährten Mathaels - Rob, Boz, Micha und Zahr - wurden zu Mathaels Beratern.[41]
Raphael versprach Mathael, dass ihm die Engel helfen würden, nachdem er zum Pontus gereist war, außer er würde als König in den gewöhnlichen Herrscherhochmut übergehen und sich so abwenden vom Herrn und damit auch von den Engeln. Mathael solle sich nur darum sorgen, in der Gnade und vollen Liebe des Herrn zu verbleiben.[42] Raphael prophezeite Mathael, dass in kurzer Zeit seine Liebe zum Herrn durch die Tätigkeit der Nächstenliebe in die intensive Wesenheit und Form übergehen und dann mit der Seele völlig eins werde. Er würde im Geist und in der Wahrheit wiedergeboren sein und in die geistige Ehe mit der Urliebe in Gott eingehen und mit ihr dadurch ebenfalls eins werden. Dadurch würde die Liebe Gottes ihm gegenüber auch erst wesenhaft werden und eine Form annehmen, und er würde dann Gott allzeit schauen und sprechen können. Der Herr würde dann seinem Herzen vernehmbar, sein Führer und Lehrer sein und bleiben für ewig. Es würde dann wohl keine Möglichkeit mehr geben, sich vom Herrn abzuwenden in seinem Herzen und in seiner Erkenntnis, denn er würde im Wollen und Erkennen ein echter und wahrer Sohn des ewigen Vaters völlig eins mit Ihm sein.[43]
Familie
Ehefrau: Helena
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.22; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.24; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.119.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.98.7-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.34-35
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.106.2-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.91.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.102.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.159.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.109.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.121.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.121.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.101.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.32.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.237.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.170.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.123.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.22; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.33; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.235.6
- ↑ {{L|GEJ|3.237.1-2}
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.235.7-17
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.236.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.237.3-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.22; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.33; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.236.1-3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.190.1-4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.85.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.33; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.227.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.40.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.44.1
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.193.7-14
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.4.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.21.6-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.21
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.236.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.22; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.24.8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.166.33
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.23
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.24; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.25; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.26; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.27.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.31.8-11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.33
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.34.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.35
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.44.9-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.30.13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.56.4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.85.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.109.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.232.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.85.1-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.100.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.91.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.90
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.91.5-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.100.12-18
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.118.4-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.119.1-12; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.143.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.172.14; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.227.3; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.231.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.127.4-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.232.2-4
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.232.13-14