Zum Inhalt springen

Henoch

Aus Prophetia

Henoch ("der Wille Jehovas") war ein sehr frommer Sohn von Jared[1] und der erste Prophet und Gotteslehrer in der geheimen Weisheit der ewigen Liebe der ersten Nachkommen Adams. Durch ihn sprach Gott und er konnte in die Herzen der Menschen sehen (Herzensschau). In ihm lebte der Erzengel Raphael als Mensch auf der Erde (siehe Menschen mit Seelen aus den Engeln), da seine Seele in der Urzeit der Menschen in der höchsten und reinsten Liebe zu Gott entbrannte und so zum Erzengel wurde.[2] Henoch wurde von Gott zu Seinem ersten Priester (Anm.: im Sinne von Hohepriester, davor wurde schon Abel von Gott zum Priester gemacht) der Erde ernannt; seine Liebe (zu Gott) ist die Gründung der ersten und reinsten Kirche der Erde.[3]

Charakter

Henoch war sehr demütig und schüchtern. Er hatte wenig Mut, sich vor jemandem als etwas geltend zu machen, aber desto mehr Mut, Gott im Stillen überaus zu lieben aus der unbegrenzten Demut seines Herzens und so auch seinen Vätern in aller kindlichen Liebe zu gehorchen.[4] Henoch war nie traurig und bedauerte niemanden, so ihm etwas Unangenehmes begegnet war, denn sein Auge ruhte beständig auf dem Herzen Gottes, wodurch er die geheime Leitung der Liebe Gottes, die durch jedes noch so sonderbar scheinende Mittel immer am allerbesten versteht, die Kinder so zu führen, wie es für die Gewinnung des ewigen Lebens auch am allerbesten taugt, wohl erkannte. Er ging in der Rechnung seiner Liebe zu Gott so weit, dass er sogar mit der größten Sicherheit bestimmte, wie, wann, wo und warum etwas zum Vorschein kommen würde und zu welchem Ende.[5]

Leben

Jared war Henoch ein guter Vater, der ihn nur Gott und Seine Liebe lehrte und ihn auf die Gnade Gottes aufmerksam machte.[6] Nach seiner Berufung als Prophet und Gotteslehrer zog Henoch auf Wunsch Adams von seiner eigenen Hütte in die von Adam und Eva um, was eine große Auszeichnung für Henoch bedeutete.[7] Dies geschah etwa 600 Jahre nach dem Tod Abels.[8] Versorgt wurde Henoch von den anderen Kindern Gottes, um so seine gesamte Zeit darauf verwenden zu können, deren Herzen nach dem Willen Gottes zu bearbeiten.[9]

Anlässlich einer Predigt des Henoch an Horadal darüber, wer da gottlos sei, erklärte Abedam, dass dieses Wort an alle Völker bis ans Ende aller Zeiten der Zeiten übergehen werde. Den Namen Henoch würden auch die letzten Kinder der Erde so nennen, wie er von den Kindern Gottes der Urmenschheit genannt wurde.[10]

Einsetzung als Sabbat-Prediger und Oberpriester

Henoch wurde von Abedam zum Sabbat-Prediger und Oberpriester über das Volk - seine Väter, Mütter, Brüder, Schwestern und Kinder jedes Geschlechts - eingesetzt. Sein Hauptgeschäft als Sabbatprediger bestand darin, dem Volk an jedem Sabbat eine Predigt im Namen Gottes zu halten. Gott zeigte Henoch an, wenn sich jemand von Ihm abgewendet hatte, worauf er diesen im Namen Gottes zurückrufen und seine Füße auf den rechten Weg der Reue, Demut und Liebe zu stellen hatte. Dazu durfte er sich bei Bedarf auch einen Tauglichen aus seiner Schule in Namen Gottes erwählen. Über den Henoch im Namen Gottes die Hände auflegen würde, den würde auch Gott mit Seinem Geist erfüllen (als Bestätigung) und er würde gleich Henoch wahrsagen (als Prophet wirken) und im Eifer der Liebe zu Gott erbrennen, und alle Pflanzen, Tiere und Elemente würden sich vor ihm wie vor Henoch beugen.[11]

Henoch und die Seinen hatten die Irrenden kräftig zu ermahnen, und wenn einer ihren Augen entschwand, den sollten sie suchen aus ihrer Liebe. Wer nicht auf sie hören wollte, über den sollte Henoch sieben Mal seine Zuchtrute schwingen und wenn er immer noch nicht umkehren würde, ihn aus der Gemeinde vertreiben. Die Zuchtrute (die Vertreibung aus der Gemeinde) sollte Henoch aber nicht eher verwenden, bis es ihm Gott zurufen würde. Zorn sollte ihnen völlig fremd sein und aller Fluch fern vom Mund und doppelt fern vom Herzen. Wenn der Vertriebene voller Reue zurückkehrt, dann sollte Henoch ihn wieder aufnehmen und ein großes Gastmahl halten, damit in ihnen eine große Freude in der Vaterliebe Gottes sei, weil ein Verlorener sich wieder gefunden hat und zu seinem Vater in seinem Herzen zurückgekehrt ist. Über einen Tiefgefallenen, der wieder völlig zurückkehrt, sollen sie mehr Freude haben, als über neunundneunzig Gerechte.[12]

Tod

Henoch wurde schon zu Lebzeiten vollends heil und daher noch in seinem Fleisch umgewandelt, d.h. er erfuhr den leiblichen Tod nicht, sondern sein Fleisch wurde schon davor mit Unsterblichkeit erfüllt (siehe Himmelfahrt).[13] Seine Nachkommen, darunter Jesus, werden von Gott bis ans Ende aller Zeiten erhalten[14] und Noah war einer seiner Enkel.[15]

Die Entrückung des Henoch geschah überraschend und ohne dass offiziell ein Nachfolger als Hohepriester eingesetzt worden war. Die Menschen auf den Bergen suchten Henoch vergeblich ein ganzes Jahr lang, bis Lamech von Gott aufgeklärt wurde.[16]

Familie

Vater: Jared

Kinder: Mathusalah, Rudomin

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.39.13
  2. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.39.21; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.41.12; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.41.21-22; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.57.6; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.70.7; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.80.4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.153.12; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.101.5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.111.8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.103.11;Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 7.67.6-10
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.144.17; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.218.7
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.48.1
  5. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.80.4
  6. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.51.8
  7. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.48.4-5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.51.3
  8. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.48.25
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.44.5
  10. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.102.15
  11. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.26.3-6
  12. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.26.8-10; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.26.18-21
  13. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.117.20; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.118.8
  14. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.226.3; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.132.17
  15. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.133.15
  16. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.118.6-9