Römisches Heidentum

Wesen
Die Römer verehrten allgemein die Äußerung des einen Gottesgeistes, wobei sie allerdings durch eine Art blinden Aberglauben soweit gingen, die göttliche Verehrung allen Menschen und Geschöpfen zu erweisen, bei denen sie irgendeine besondere ungewöhnliche Kraft und Wirkung entdeckten. Bei ihnen galt das alte NON EXSISTIT VIR MAGNUS SINE AFFLATU DIVINO. (Es besteht kein großer Mann ohne den göttlichen Anhauch.) Darin glichen sie den Ägyptern und Griechen. Meistens geschah dann, dass die abergläubische Menschheit bei ihrer Verehrung des Göttlichen unter allerlei Gebilden aufgrund der stets herrsch- und habsüchtiger werdenden Priester in etwas Arges ausartete; so kam es dann zu grausamen Menschenopfern zur Besänftigung der erzürnten Götter. Die Römer duldeten den oft allerfinstersten Aberglauben eines Volkes, da sie diesen als immer noch besser als gar keinen Glauben erachteten, weil sie darin immer noch irgendeinen Nutzen für die Menschheit sahen. Wenn man einem Volk nichts Besseres geben könne, dann lasse man ihm wenigstens das, was es hat. (nach Julius und Suetal)[1]
Was das Judentum betraf, so verstanden es die Römer zu achten, wenn es war, wie es nach Moses und nach allen Propheten sein sollte: voll Geist, Kraft, Liebe, Wahrheit und Weisheit. Das Judentum jedoch, das von den Pharisäern gepflegt wurde, war für die Geist und Wahrheit liebenden Römer ein Gräuel. (nach Cyrenius)[2]
Götter
Für die alten Heiden war der höchste Gott Jupiter (Jovis), dessen Name vielleicht von "Jehova" abgeleitet ist. Sie schrieben auch anderen Gestalten Göttlichkeit zu, die Jupiters Hof bildeten. Große Weise eines späteren Zeitalters, wie Plato oder Aristoteles, erklärten jedoch, dass sie nicht Götter, sondern ebenso viele Eigenschaften, Beschaffenheiten und Attribute des Einen Gottes seien, und dass sie nur darum Götter genannt würden, weil ihnen allen etwas von der Göttlichkeit innewohne.[3]
Nach der römischen Gotteslehre verließ ein Gott dann und wann seine Himmel, zeigte sich den sterblichen Kindern und bereicherte sie mit allerlei geistigen und irdischen Schätzen, damit die Sterblichen die sonst wüste Erde kultivierten, damit sie dereinst auch ein Wohnsitz für unsterbliche Götter würde. Das ist aber nichts als eine eitel leere Dichtung. Wenn man allerdings unter "Erde" die Erkenntnisse und den Willen der Menschen versteht, dann wird sie der Entsprechung nach wahr; allerdings Götter, die nicht und nirgends sind, haben wohl nie irgendwo den Erdboden betreten. Jene Menschen, durch deren Mund der Geist Gottes zu den Menschen der Erde geredet hat, und durch deren Willen oft viele Wunder geschehen sind, waren Propheten, gewöhnliche Menschen, die auch dem Fleisch nach gestorben sind, aber freilich der Seele und dem Geist nach nicht. In Jesus betrat der Geist Gottes zum ersten Mal diese Erde.[4]
siehe auch Jupiter, Venus, Merkur, Mars, Vulkan, Pluto, Neptun
Priesterschaft
Die heidnischen Priester der alten Römer glaubten selbst nicht an ihre Götter, erhielten das Volk aber dennoch im alten Aberglauben, 1. um ihren Broterwerb zu finden, 2. weil sie die Wahrheit nicht hatten, und 3. weil sie auch durch die Staatsgesetze und einem ihren Oberpriester geleisteten Eid dazu angehalten waren.[5] Sie ließen sich für jeden Schritt und Tritt bis ins Unendliche bezahlen. (nach Cyrenius)[6]
Die Todesstrafe konnte ohne Einwilligung des Pontifex Maximus in Rom nicht über die römischen Priester verhängt werden, außer diese wären Staatsaufwiegler. (nach Maronius Pilla)[7]
Gesetze
Das außerordentliche Opfergesetz der Götzenpriester im römischen Reich zur Zeit Jesu lautete folgendermaßen:
- Wenn ein Volk ersichtlich den Göttern durch seine Ausschweifung untreu geworden ist und die Götter dasselbe dann heimsuchen mit Krieg, Hunger und Pest, dann sollen die Priester das Volk zur Besserung ermahnen. Kehrt sich das Volk daran, da sollen es die Priester wieder segnen und dem Volk zur Pflicht machen, zur Versöhnung der Götter gewisse Opfer an Gold, Vieh und Getreide vor die Priester zu bringen, die dann diese Opfer weihen und dann damit ein Rauchwerk machen sollen.
- Im Falle eines hartnäckigen, unbekehrbaren Volkes, das der Priester spottet, sollen die Priester die Spötter samt ihren Kindern ergreifen lassen und sie in unterirdischen Gemächern sieben Monde lang mit der Zuchtrute unterrichten. Bekehren sich die Frevler, so sollen sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden; bekehren sie sich aber nicht, da sollen sie durch das Schwert fallen – und dann zur Sühne der Götter in die Flamme gelegt werden. (nach Cyrenius)[8]
Geschichte
Die römische Gotteslehre hatte sicher den gleichen Ursprung wie die der Juden; sie basierte auch auf nur einem Urgrundwesen, dem Fatum, dem sogar alle Götter, oder jede Macht, ohne Unterschied untertan sind. Mit der Zeit aber fand man nichts als für einen denkenden Menschen höchst dummer, nichtssagender Fabeln und Märchen, zusammengetragen aus allen Winkeln der menschlichen Tugenden, aber zumeist aus menschlichen Leidenschaften, Schwächen und Lastern. Und dies wurde den Menschen als Gotteslehre mit Feuer und Schwert aufgedrängt. (nach einem römischen Hauptmann)[9]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.6.13-18; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.46.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.143.13
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 9c
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.109.4-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 10.83.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 228.16
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 74.15-16
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 70.14-17
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.105.4-5