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Dekalog

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Zehn Gebote)
Die Zehn Gebote (1768)

In den Zehn Geboten, dem Dekalog, werden die Gesetze des geistigen, bürgerlichen und sittlichen Lebens überliefert: Die Gesetze des geistigen Lebens in den ersten drei Geboten, die des bürgerlichen Lebens in den vier folgenden und die des sittlichen Lebens in den drei letzten.[1]

Wesen

Die Gesetze Mosis aus Gott sind der Zahl nach 10, die eine Zahl Gottes ist.[2] Gott, der allweiseste Schöpfer, hat aus Seiner endlosesten Weisheitstiefe nur zehn Gesetze gewisserart gefunden, die für alle Seelencharaktere tauglich sind, und jeder Mensch kann sie auch überaus leicht beachten, wenn er nur will.[3] Zehn bedeutet das Volle, daher auch vieles und viele, und dann alles und alle. Daher wird auch das, was von Jehova auf die Tafeln der zehn Gebote geschrieben wurde, die Zehn Worte genannt. 5.Mos 4.13 5.Mos 10.4 Die Zehn Worte bedeuten auch alles Wahre, denn sie schließen es in sich.[4]

Die Zehn Gebote hießen "der Bund" und bedeuten die Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn 5.Mos 4.13, 5.Mos 4.23, 5.Mos 5.2-3, 5.Mos 9.9, Jos 3.11, 1.Kön 8.19-21. Daher waren sie heilig, dass es nichts Heiligeres gab. Die beiden Tafeln, auf welche die Zehn Gebote geschrieben waren, wurden in der "Bundeslade" aufbewahrt.[5]

Gott hat wohl das Gesetz gegeben, aber nicht für den Weltverstand, sondern für das Herz. Und Moses selbst hat das ganze Gesetz in die Liebe zu Gott gesetzt. Ein Gesetz, in dem keine Liebe mehr ist, das ist unnütz, und wer es ohne Liebe hält, ist ein toter Sklave desselben. Daher ist dem Herrn ein Heide und freier Sünder lieber als ein toter gefesselter Sklave des Gesetzes.[6]

Die zehn Gebote wurden auf zwei Tafeln geschrieben, die eine für den Herrn, die andere für den Menschen. Die erste Tafel enthält, dass nicht mehrere Götter verehrt werden sollen, sondern Einer. Die andere Tafel enthält, dass man das Böse nicht tun soll. Die zweite Tafel der Zehn Gebote ist die Tafel der Buße, da in ihr nicht gesagt wird, dass man gute Werke tun soll, sondern dass man keine bösen Werke tun soll - nicht töten, nicht huren, nicht stehlen, nicht falsch zeugen, sich nicht gelüsten lassen dessen, was des Nächsten ist. Wenn der Mensch Einen Gott verehrt und das Böse nicht tut, entsteht eine Verbindung mit dem Herrn, denn insoweit, als der Mensch vom Bösen absteht, das heißt, Buße tut, insoweit wird er von Gott angenommen und tut das Gute aus Ihm.[7]

Gebote

Erstes Gebot

Zweites Gebot

Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen. 2. Mose 20.7 [8]

Der Name Gottes ist ewig heilig und soll daher nicht eitel genannt werden.[9] Das zweite Gebot bedeutet, man soll den Namen Gottes nicht bloß mechanisch mit dem Mund nennen, sondern ihn allzeit im Grunde seines Lebens, d.h. lebendig werktätig in allen seinen Handlungen aussprechen, da der Name Gottes die Tatkraft des Menschen ist.[10] Es ist Gottesleugnung, den Namen Gottes nur im Mund zu führen, aber nicht im Herzen. (nach Henoch) [11]

Drittes Gebot

Viertes Gebot

Ehre Vater und Mutter, so wirst du lange leben, und es wird dir wohlergehen auf Erden. 2.Moses 20.12 [12]

Dieses Gebot Moses wurde, trotz des rein göttlichen Ursprunges, in einen Unsinn verkehrt, weil man es nach der altgewohnten dummen Art auslegte und befolgte. Das grundlegende Missverständnis liegt darin, nicht erkannt zu haben, dass Moses mit diesem Gebot hauptsächlich das allgemeine Elternpaar der großen Natur Gottes anzeigte: Die Erde, als der für die Menschengeschlechter geschaffene Weltkörper als Vater, und ihr Schoß, aus dem zahllose Kinder aller Art und Gattung fortwährend geboren werden, als die rechte Mutter. Dieses Gebot betrifft also nicht nur die leiblichen Eltern, sondern hauptsächlich die Erde. Der Mensch soll sich ihr nicht entfremden, sondern sie in hohen Ehren halten (Umweltschutz). Wer sich so verhält, darf ein langes und gesundes Leben erwarten. Von diesem alten Elternpaar kann ein emsiger Mensch auch am meisten alles Gute, Große und Wahre erlernen und sich daraus zuerst jene große Leiter erbauen, auf der Jakob die Engel auf- und niederklettern sah. Wer fleißig und mit großem Ernst in der Natur forscht, der wird viel Segen für sich und für seine Brüder zum Wohlergehen ans Tageslicht fördern.[13]

Das Ehren der Eltern ist gut und nötig, wo die Verhältnisse danach sind und es auch angebracht ist. Dabei sind aber einige Dinge zu beachten, ansonsten das Gebot Moses zum reinsten Unsinn wird und das versprochene Wohlergehen nicht nur ausbleiben, sondern sogar ins Gegenteil umschlagen wird:

  1. Unbekannte Eltern: Die wahren Eltern sind oft nicht die leiblichen Eltern, sondern die Zieheltern. Leibliche Eltern, die das Kind nie gekannt hat, kann es unmöglich ehren.
  2. Mörderische Eltern: Ein Kind hat keine Verpflichtung gegen jene, die es in sündiger Geilheit erzeugt und, als es geboren war, sogleich dem Tod ausgesetzt haben.
  3. Teuflische Eltern: Wenn Eltern ihre Kinder zu allem, was nur schlecht genannt werden kann, erziehen, ihnen schon in der Wiege einen echt satanischen Hochmut einpflanzen und sie lehren gegen jeden hart und gefühllos zu sein; keck, lügenhaft und betrügerisch zu sein; sie zu Diebstahl, Raub und Mord anleiten - dann sind solche Kinder ihren argen Eltern keine Liebe und Ehre schuldig, da diese sie ja mit aller Schlechtigkeit und Bosheit ehren müssten, was dem Gebot des Moses und der göttlichen Weisheit größte Schmach bereiten würde, wie jeder einigermaßen klare Verstand einsehen muss.[14]
  4. Schwache Eltern: Das Gesetz besagt, dass man seine Eltern ehren soll, nicht aber, dass man ihnen in allem, wie einem Herrscher gehorchen soll. Die eigentlich rechte Verehrung ist eine rechte Liebe zu den Eltern. Wenn daher irgend schwache Eltern von ihren Kindern etwas verlangen, wodurch sie samt den Kindern in einen großen Nachteil gelangen können, dann ist es Pflicht der Kinder, den Eltern das Schädliche ihres Begehrens mit aller Liebe und Geduld so klar als möglich vorzustellen. Beharren die Eltern, so ist ein Ungehorsam aus wahrer Liebe zu den Eltern keine Sünde, weder vor dem höchst weisen Gott, noch vor vernünftig denkenden Menschen. Zudem hat Moses selbst eine Erklärung abgegeben, wonach die Kinder ihren Eltern in allem zu horchen haben, was nicht wider das Gesetz geht. (nach Julius)[15]

Es ist ganz in Ordnung, dass sich ein Schwacher von einem Starken führen lässt. Die Eltern sind allzeit stärker als ihre Kinder, daher ist es in Ordnung, dass sich die Kinder von ihren Eltern führen lassen. Wenn aber der Schwache merkt, dass ihn der Starke in einen verderblichen Abgrund stürzen will, so tut er sehr wohl daran, sich dem Starken zu entwinden und sich einen sicheren Ort auszusuchen.[16]

Fünftes Gebot

Sechstes Gebot

Du sollst nicht Unkeuschheit treiben, nicht ehebrechen. 2. Mose 20.14 5. Mose 5.18 Mt 05.27 [17][18]

Dieses Gebot ist eines der schwierigsten, um es in seiner Grundbedingung zu erfassen und dann auch genau im Lebensgrund zu beobachten.[19] Es wurde schon am Anfang der Menschen übertreten und die Frucht dieser Übertretung war der eigennützige und selbstsüchtige Kain. Wäre dieses Gebot beobachtet worden, wäre die Erde noch ein Paradies, denn es gäbe auf ihr keinen selbstsüchtigen und herrschsüchtigen Menschen.[20]

Siebentes Gebot

Achtes Gebot

Neuntes Gebot

Zehntes Gebot

Geschichte

Vom himmelan ragenden Sinai gab Gott dem Mose die heiligen Tafeln, auf denen mit goldenen Zeichen des ewigen Lebens freie Gesetze den Menschen der schmutzigen Tiefe einst gezeichnet und eingegraben waren.[21]

Die Gebote Gottes, die durch Moses dem Volk gegeben wurden, sind vollendet und erschöpfend. Aber die Menschen verstanden es, die Gebote Gottes sehr geschickt in ihre höchst eigenen bösen Satzungen umzugestalten, weswegen die Menschen zur Zeit Jesu gar kein Gewissen hatten, die Gebote Gottes zu übertreten, wenn sie nur ihre Weltsatzungen erfüllten.[22]

Einwände

Warum das Getue um Gebote, die weltweit selbstverständlich waren und sind?

Wo auf der Erde gibt es ein Volk, das nicht wüsste, dass morden, ehebrechen, stehlen, falsch zeugen böse sei? Wüssten sie dies nicht, und sorgten sie nicht durch Gesetze dafür, dass man dergleichen nicht tue, so wäre es um sie geschehen, denn Staat und Gesellschaft würden ohne diese Gesetze zusammenfallen. Wer könnte wohl glauben, dass die Israeliten so blödsinnig waren, dass sie nicht gewusst hätten, dass dies böse sei? Warum wurden jene auf der Erde allgemein bekannten Gesetze mit einem so großen Wunder vom Berg Sinai herab von Jehova Selbst verkündigt, ja sogar mit Seinem Finger geschrieben?

Antwort: Die Gebote wurden mit einem solchen Wunder von Jehova verkündigt und mit Seinem Finger geschrieben, damit man wüsste, dass jene Gesetze nicht bloß bürgerliche und moralische, sondern auch geistige Gesetze seien, und dass ihnen zuwiderhandeln nicht bloß dem Mitbürger und der Gesellschaft Böses tun, sondern auch gegen Gott sündigen heiße. Jene Gesetze wurden auch zu Gesetzen der Religion gemacht, denn es ist offenbar, dass Jehova Gott alles, was Er befiehlt, als Religionssache und dazu befiehlt, dass es um Seinet- und des Menschen eigener Seligmachung willen getan werde. Weil jene Gesetze die Erstlinge der Kirche waren, die vom Herrn bei den Israeliten gestiftet werden sollte, und weil sie in einem kurzen Abriss den Inbegriff alles dessen enthielten, was zur Religion gehört, und wodurch eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn geschieht, darum waren sie so heilig, dass es nichts Heiligeres gab.[23]

Siehe auch

Quellenverweise