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Urkirche

Aus Prophetia
(Weitergeleitet von Erste Kirche)

Die Urkirche oder erste Kirche auf der Erde war jene vor der Sündflut. Sie wird in den ersten Kapiteln des Ersten Buches Moses in Entsprechungen beschrieben, wobei ihre Errichtung unter der neuen Schöpfung des Himmels und der Erde verstanden wird und unter dem Paradies in Eden die himmlische Weisheit dieser Kirche. Ihr Ende wird beschrieben als das Essen vom Baum der Erkenntnis - das Wissenschaftliche, welches diese Kirche zerstörte - ähnliches unter der Schlange; ihr Jüngstes Gericht wird unter der Sündflut beschrieben.[1]

Wesen

Gottesbild

Bei den ältesten Menschen im sogenannten Goldenen Zeitalter verehrten jene, die eine Religion hatten, den Einen Gott, den sie Jehova nannten. Ebenso war es bei den Menschen des darauf folgenden Altertums, bevor sie monarchische Regierungen bildeten, wobei weltliche und fleischliche Begierden die Oberhand gewannen und die höheren Gebiete des Verstandes zunehmend verschlossen, wodurch Vielgöttertum und Götzentum aufkamen.[2]

Verbindung mit Gott

Die Urmenschen verfügten über eine unmittelbare Offenbarung, weil ihr Inneres dem Himmel zugewandt war und infolgedessen damals eine Verbindung des Herrn mit dem menschlichen Geschlecht bestand. In den folgenden Zeiten gab es keine solche unmittelbare Offenbarung mehr, sondern nur eine mittelbare durch Entsprechungen.[3]

Die Menschen der Urkirche der Erde befanden sich in einer Verbindung mit den Engeln, weshalb man ihre Zeit auch als das Goldene Zeitalter bezeichnet. Weil sie das Göttliche in menschlicher Gestalt anerkannten, darum sprachen sie auch mit den Engeln wie mit ihresgleichen, und umgekehrt auch die Engel mit ihnen, und so waren Himmel und Welt in ihnen eins. Nach diesen Zeiten aber entfernte sich der Mensch immer mehr vom Himmel, indem er sich selbst mehr als den Herrn, und die Welt mehr als den Himmel liebte und begann, die Genüsse der Selbst- und Weltliebe zu kosten, bis er schließlich nicht mehr wusste, dass es noch andere, eben himmlische Freuden gibt. So wurden die inneren Bereiche, die in den Himmel hinein offen standen, verschlossen und die äußeren gegen die Welt hin geöffnet. Ist dies geschehen, so sieht der Mensch alles, was die Welt betrifft, in hellem Licht, befindet sich aber in Finsternis hinsichtlich aller Dinge, die zum Himmel gehören. Nach diesen Zeiten hat selten jemand mit Engeln des Himmels gesprochen, einige jedoch mit Geistern, die sich nicht im Himmel befinden.[4]

Gottesdienst

Der ganze Gottesdienst bestand aus Entsprechungen, weshalb die Kirchen dieser Zeit vorbildende Kirchen genannt werden. Damals wusste man noch, dass alles auf Erden den geistigen Dingen im Himmel und in der Kirche entspricht. Daher dienten ihnen die natürlichen Dinge, die das Äußere ihres Gottesdienstes bildeten, als Mittel geistig zu denken, also gemeinsam mit den Engeln. Nachdem aber die Wissenschaft der Entsprechungen in Vergessenheit geraten war, wurde das Wort als Mittel zur Verbindung des Himmels mit dem Menschen geschrieben, in dem alle einzelnen Wörter und Wortbedeutungen Entsprechungen darstellen und so einen geistigen oder inneren Sinn enthalten.[5]

Im Paradies

Die erste Kirche, die Gott zu Seinem Gedächtnis gründete, und welche die Menschen an die Taten der erbarmenden Liebe dankbar erinnern und zur heiligen Furcht Gottes zurückführen sollte, bestand in dem leichten Gebot, dass die Eltern Gott ihre Herzen opfern sollten, bevor sie ein Kind zeugten, ansonsten die Mütter statt einer Frucht des Segens, eine Frucht des Verderbens zur Welt bringen würden.[6]

Jenseits von Eden

Nach der Vertreibung aus dem Paradies wurde der Gott gehorsame Abel, der ein Vorbild für Jesus Christus war[7], von Gott zum Priester und Lehrer aller seiner Geschwister und zum Tröster seiner Eltern ernannt.[8] Er wurde von Gott aufgefordert, wieder einen Altar zu errichten, so wie er es schon im Paradies freiwillig und unaufgefordert getan hatte.[9]

Gottesdienst und Lebensordung (nach Abel):

  • Opfer: Abel sollte an jedem Sabbat bei Sonnenaufgang die Erstlinge seiner Schafsherde opfern und sie bei Sonnenuntergang mit dem Feuer der Liebe mithilfe eines Steines (vermutlich Feuerstein) anzünden. Die Asche sollte er mit einem Stein zudecken und drei Tage lang liegen lassen und am dritten Tag den Stein von der Asche nehmen, worauf sich ein schöner Vogel mit glänzendem Gefieder aus der Asche erheben und gen Himmel fliegen würde. Darauf würde ein Wind die Asche verwehen. Dies war ein Zeichen (Entsprechung) für die Auferstehung des Fleisches.[10]
  • Kopfbedeckung: Abel sollte seinen Kopf von der Mitternacht an bis zur nächsten Mitternacht nicht bedecken, damit dieser frei sei zum Empfang der großen Gnade Gottes. Seine Brüder sollten ihren Kopf erst am Morgen entblößen und am Abend wieder bedecken. Seine leiblichen Schwestern sollten ihr Angesicht und ihren Kopf den ganzen heiligen Tag über verhüllen, nur Eva durfte zu Mittag dreimal nach dem Altar Gottes blicken. Adam sollte sein Haupt die ganze Zeit nicht bedecken.[11]
  • Eltern ehren: Keiner sollte seinem Vater je in etwas in den Weg treten. Wer das tue, der ziehe den Zorn Gottes auf sich, denn das Haupt des Vaters sei gleich der Heiligkeit Gottes. Wer den geringsten Teil der Heiligkeit Gottes antastet, dessen Reue wird verzehrt, weswegen er nicht erhört werden kann, und das ewige Feuer der Heiligkeit ergreift und vernichtet ihn auf ewig. Ebenso sollte niemand seine Mutter argen Herzens antasten und entgegen ihrer Liebe sein, denn die Mutter ist gleich der Liebe in Gott.[12]
  • Nächstenliebe: Einer sollte dem anderen in aller Liebe untertan sein.[13]
  • Essensgebote: Morgens, mittags und abends sollten die Menschen gemeinschaftlich sehr mäßig und in großer Furcht des Herrn essen, wobei sie Ihm stets vorher und nachher zu danken hatten, damit die Speise gesegnet und ihr dadurch der Tod genommen werde. Weiterhin wurde ihnen von Gott geboten, morgens die Früchte der Bäume, mittags vom Baum des Lebens (Brotbaum) zu essen und abends Milch und Honig zu trinken. Am dritten Tag vor dem Sabbat sollten sie ein Schaf schlachten, es vom Blut reinigen, braten und am Abend essen.[14] Letzteres war als sichtbares Zeichen für das sündige Fleisch gedacht[15] und eine vorbildende Entsprechung der Passion Christi.[16]

Weitere Ordnung nach Abedam:

  • Kein Ritualismus: Wer allein am Opfer hängt und nicht gebunden ist von der Liebe zum göttlichen Vater, den ergreift das Gott ähnliche Opfer und verzehrt, zerstört und tötet ihn. Wer aber dem göttlichen Vater opfert im Herzen, der hat auch Gott ein wohlgefälliges Opfer dargebracht. Wer auf dem Altar nur Gott ein Opfer darbringt und glaubt dadurch auch dem göttlichen Vater zu gefallen, der irrt sich gewaltig, denn der Vater hat kein Gefallen am Brandopfer, sondern allein am lebendigen Opfer des Herzens.[17]
  • Vormittags statt Abends: Damit die in der Ferne wohnenden Menschen bis zum Abend ihre Heimat erreichen können, soll das Opfer am Vormittag statt wie bisher am Abend angezündet werden.[18]
  • Keine Teilnahmepflicht: Es sollen nicht mehr alle kleinen Kinder zum Opfer mitgenommen werden, sondern es genügt, wenn von jeglicher Hütte (Haushalt) zwei Männer und eine Frau erscheinen. Es soll niemandem zu einer Lebenspflicht gemacht werden, als müsse er zum Opfer erscheinen, denn das Opfer wird niemanden heiligen, sondern allein die Liebe zum Vater. Wen die Liebe zum Vater herbeiführen wird, durch den wird das Opfer geheiligt, und er wird dann durch dasselbe erbaut werden im Geiste. Wer jedoch von einem Gesetz herbeigetrieben wird, der wird darüber ein widerwärtiges Herz haben. Durch ihn wird das Opfer entheiligt werden und es wird ihn zerstören, und er wird vertrocknen im Herzen.[19]

Essensgebote

Den Urmenschen der Urkirche wurde von Gott das Gebot gegeben, morgens, mittags und abends gemeinsam stets sehr mäßig und in großer Furcht des Herrn zu essen, wobei davor und danach stets gedankt werden sollte, damit die Speise gesegnet und ihr dadurch der Tod genommen werde. Weiterhin wurde ihnen von Gott geboten, morgens die Früchte der Bäume, mittags vom Baum des Lebens (Brotbaum) zu essen und abends Milch und Honig zu trinken. Am dritten Tag vor dem Sabbat sollten sie ein Schaf schlachten, es vom Blut reinigen, braten und am Abend essen.[20]

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Anmerkung: Diese letzte Anweisung von wegen dem Schafessen scheint sich im Widerspruch mit den anderen Angaben über die fleischlose Ernährung der Urmenschheit zu befinden. Tatsächlich aber ist es eine vorbildende Entsprechung des Abendmahls (siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.17.26). So wie das heutige Weintrinken während der Messe nicht mit ordinärem Weintrinken zu vergleichen ist oder irgendwie zum Weintrinken ermutigen soll oder zum Durstlöschen dient, ist auch dieses Tieropfer nicht mit einem gewöhnlichen, unheiligen Fleischessen zu vergleichen.


Erste Gründung der Kirche Jehovas

Das Morgenmahl am Sabbat (über 900 Jahre nach Adam, beschrieben in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.169 kann als die erste Gründung der Kirche Jehovas angesehen werden. Knapp an diese Kirche ist dann das Judentum fest angeschlossen und besteht in vielen Stücken noch daraus. In der Mitte von Asien, in einer hohen Gebirgsgegend unfern des Himalaja, lebt (1841) noch ein kleines, abgeschlossenes Volk streng nach dieser später von den Kindern Noahs auf steinernen Tafeln mittels gewisser entsprechender Sachbilder eingegrabenen Schrift, wovon die späteren ägyptischen Hieroglyphen eine Abart sind. Es handelt sich dabei nicht um das sogenannte Sanskrit der Gebern, Parsen und Hindus. Dort wird dieses Morgenmahl auch erwähnt und wurde damals für die Gründung der Urkirche fast also gehalten wie das letzte große Abendmahl zur Gründung eines neuen Testaments, welches eine neue Gnaden- und Erbarmungskirche ist, erfüllt mit dem ewigen Leben und somit erfüllt durch Gott und mit Gott.[21]

Unterschied Urkirche und gegenwärtige Kirche

In der Urkirche der Welt hieß es: "Ihr Menschen könnt nur durch die Liebe Gottes zur sonst unerreichbaren göttlichen Weisheit gelangen!" Mit Christus aber ist Er als die göttliche Weisheit Selbst, als der Weg und das Leben die Tür zur Liebe oder zum Vater. Wer nun zum Vater will, der muss durch Christus eingehen und zwar so wie Er - allein durch wahre Demut und die wahre werktätige lebendige Liebe zum Vater.[22]

In der Urkirche gab Gott zuerst die Gnade, dann erst die Liebe aus Ihm. Seit Christus ist die Liebe das Erste, und wer diese nicht hat, dem wird das Licht der Gnade nicht zuteilwerden, sondern er wird durch das Licht der Welt (Rationalismus) zugrunde gerichtet. (nach Henoch)[23]

Urkirche der Kinder der Tiefe

Die Urkirche der Kinder der Höhe war sehr einfach beschaffen. Gott wollte dort kaum einen einfachen Opferaltar und kein anderes Zeichen hinterlassen als die wieder aufgerichtete Grotte Adams und die ganz einfache Hütte der Purista. In der Tiefe aber ließ Gott ein großartiges Denkmal setzen. Dies war nur dem Schein nach eine Bevorzugung der Kinder der Tiefe: In der Tiefe war der Name, oben der Träger desselben; in der Tiefe ein Zeichen, oben der Geber des Zeichens; in der Tiefe der Schein Gottes, oben das Sein Gottes; in der Tiefe des Zeichens Pracht, oben des Vaters Macht; unten alles aus Edelsteinen und Gold der Erde, oben des Vaters Liebe und Milde lebendig.[24] Henoch wurde auch die Obhut der Hanochiten anvertraut.[25]

siehe Tempel der Hanochiten

Siehe auch

Quellenverweise