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Krieg

Aus Prophetia
Apotheose des Krieges (1871, Wassilij Wereschtschagin)

Wesen

Krieg ist nicht von Gott geboten, wie die Liebe, Demut und Sanftmut, daher auch nicht von Ihm gesegnet. Von Gott ist nur der Krieg wider die Hölle geboten, so diese Sein Heiligtum bedroht (siehe Gerechter Krieg unten). Deswegen soll sich auch niemand des Sieges freuen; denn was das Schwert gewann, das und noch viel mehr wird das Schwert auch wieder verzehren.[1]

Durch Kriege werden im Wort die geistigen Kriege bezeichnet, welche das Wahre gegen das Falsche, und das Falsche gegen das Wahre führt. Geistige Kriege sind Bekämpfungen des Wahren, welche durch Vernünfteleien aus Falschem geführt werden. Daher wurde auch der Dienst der Leviten ein Kriegsdienst genannt. 4.Mos 4.23-47 4.Mos 8.24-25 Die Waffen des Krieges, wie Schwert, Spieß, der runde Schild, der lange Schild, der Bogen, die Pfeile, bezeichnen daher die diesem Krieg eigentümlichen Dinge.[2]

Ursachen

Veräußerlichung

Aller Krieg rührt letztlich daher, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun.[3]

Bei den Menschen, die das Äußere zu sehr kultivieren, herrscht im Innern die gewissenloseste Barbarei. Mit einem inneren stillen Geistesvorzug begabt, hat ein Volk noch nie irgendeinen neidischen Nachbar zum Krieg gelockt. Hatte aber ein Volk seine innere Geistesgröße durch leicht ausführbare Außenwerke an den Tag gestellt, da weckte es damit auch gleich die Eifersucht eines Nachbarvolkes, und der Krieg war fertig. (nach Raphael)[4]

Lasterhaftigkeit

Ohne die Eigenliebe gäbe es keinen Krieg auf der Erde.[5]

Wollust, Hochmut und Geiz sind stets die alleinige Ursache aller Kriege.[6] Ursache der Kriege ist die Ehre, der Hochmut, demzufolge sich ein Volk für besser, angesehener, älter, berechtigter usw. hält. Alle Völker halten sich derart für die Ersten und Besten, dass die Erde selbst Gott schon ersucht hat, diese arge Brut des Satans auszumerzen. Und das geschieht dann eben durch den Krieg. Ein Krieg ist im Großen das was eine Rauferei im Kleinen ist, denn Raufereien gehen auch meist auf gekränkte Ehre zurück. Bei demütigen Völkern wäre Krieg unmöglich. Mit Räubern und Dieben wird man auch ohne blutige Exzesse fertig.[7]

Kriegstreiber

Oft werden nur wegen zwei gegenseitig hochgestellten Hitzköpfen ganze Völker in Kriege verwickelt. Sie verhalten sich zum Volk so wie ein Funke zu einem dürren Wald, der in kurzer Zeit einen Waldbrand auslöst. Der Funke kann irgendein brennender oder rachsüchtiger Minister sein, welcher den Krieg zufolge eigener Herrsch- und Gewinnsucht für notwendig hält, der Zunder entweder der Monarch selbst oder das militärische Volk, der dürre Wald das gesamte übrige Volk, welches oft entweder körperlich oder geistig unter dem Druck irgendeiner zu eigennützigen Regierung schmachtet, wobei der Monarch und das kriegerische Volk nicht minder vom gleichen Beweggrund hingerissen werden, und das arme Volk mitbrennen muss, ob es will oder nicht.[8]

Folgen

Durch Kriege werden die schlechten Menschen gewöhnlich nicht gebessert, sondern noch schlechter gemacht, denn Kriege sind stets die beste Nahrung für den unersättlichen Wuchergeist gefühlloser Kaufleute und die beste Schule der Grausamkeit und des teuflischen Hochmutes.[9]

Die Getöteten leben jenseits tausendfach mächtiger weiter, und sie führen ein Leben des Hasses, des Zornes und der ewigen Rache, die keine irdische Macht mehr fesselt. Nur Gott allein kann sie halten und zähmen. Wenn Er sie aber frei lässt, dann nützen keine Waffen, um sie niederzuhalten.[10]

Im Krieg werden nicht selten viele Tausende dem Leib nach getötet und der Sieger meint dann, er habe sich seiner Feinde entledigt, so er sie seiner blinden Idee nach leiblich vernichtet hat. Aber das ist ein großer Irrtum. Die Seelen und Geister der Getöteten verheeren dann auf Jahre hindurch zufolge ihres unmittelbaren Einflusses auf die Witterung der Erde die Ernten, rufen so Teuerung hervor, dadurch Hungersnot und dadurch Seuchen. So werden dann in kurzer Zeit mehr Menschen dahingerafft, als Feinde im Krieg getötet wurden. Weitere Folgen sind Revolution und die Vernichtung des vermeintlichen Siegers. (nach Jonael)[11]

Unrechter Krieg

Kinder des Krieges (Banksy)

(Unrechter) Krieg ist eine Tugend der Hölle.[12]

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Anmerkung: Die Psychologie eines höllischen Krieges zeigt sich besonders deutlich an Todesstaaten wie Russland, wo es eine beispiellose Akzeptanz sinnloser Verluste in der Gesellschaft gibt, die historisch und kulturell tief verwurzelt ist. Grundlage dafür ist eine nihilistische Einstellung, eine Gleichgültigkeit gegenüber Gut und Böse. Siehe dazu Warum Russland die Sterbewilligen nicht ausgehen


Krieg ist ein grausamer Gewaltstreich, das Nutzungsrecht den Menschen zu nehmen und dafür ein Besitzrecht gewaltsam einzuführen, d.h. das göttliche Recht zu vertilgen und an dessen Stelle ein höllisches einzuführen. Er ist daher von göttlicher Seite nicht zu rechtfertigen.[13]

Verhalten

Der Herr rät im Falle von unrechten Kriegen, Revolutionen oder Bürgerkriegen zur Unparteilichkeit. Man soll kämpfen lassen, die da kämpfen, aber für alle beten und nie Freude weder an der einen noch an der anderen Niederlage haben, wodurch man den Engeln im Himmel gleichen wird, die ihr Antlitz verhüllen, wenn sich ihre Brüder auf der Erde erwürgen; denn die Gefallenen sind einem ebenso Brüder wie die Sieger, welcher Partei sie auch immer angehören mögen.[14]

Gerechter Krieg

Verteidigungskrieg

Wenn ein äußerer habsüchtiger oder mutwilliger Feind in ein friedliches, von lauter demütigen und untereinander sehr verträglichen Menschen bewohntes Land oder Reich einfällt, um dort Beute zu machen, dann haben die Bewohner eines solchen Landes oder Reiches das Recht, einen solchen schändlichen Feind mit allem Ernst zu empfangen und auf das Empfindlichste zu züchtigen, wobei sich da Gott Selbst an die Spitze stellen möchte.[15]

Gotteskrieg

Es gibt Kriege, die von Gott befohlen werden, als Er z.B. David gegen die Philister gesandt hat. Dabei geht es darum, irgend schon des Satans gewordene Gottes- und Menschenfeinde mit kriegerischer Gewalt zu schlagen und irdisch zu vernichten. Diese Sorte Feinde fallen jenseits sogleich in ein hartes Gericht und können sich wider den Gottesarm nicht mehr erheben, denn sie werden von des Herrn Macht gedemütigt. (nach Jonael)[16]

Geschichte

Von Adam bis Noah führten die Kinder der Berge nie einen Krieg, weil sie nur sehr geringe Bedürfnisse hatten und keiner mehr sein wollte, als sein Bruder. Die Eltern behaupteten ihr Ansehen gegenüber ihren Kindern, indem sie fortwährend als weise Führer, Lehrer und Ratgeber ihrer Kinder verblieben. In der Tiefe aber (siehe Hanochiten), wo die am Herzen und Verstand blinden Menschen sich ihre Lehrer und Führer und Ratgeber prächtig zu schmücken begannen, ihre Häupter salbten und mit Kronen zierten und ihnen des größeren Ansehens wegen auch allerlei Macht und Gewalt einräumten, da war es dann auch aus mit dem unbeschwerten Leben. Die Pracht hat einen großen Magen, der nicht zu sättigen ist. So fingen die schwer zu sättigenden Prachtmenschen an, sich weiter und weiter auszudehnen, nannten den okkupierten Boden gleich ihr volles Eigentum, sorgten darauf gleich für die Pracht und erweckten dadurch den Neid und die Eifersucht und dadurch auch bald Missgunst, Zank, Hader und Krieg. Der Stärkere bekam am Ende das Recht, wurde Herrscher über die Schwächeren und zwang sie, für ihn zu arbeiten und ihm in allem untertan zu sein. Die Widerspenstigen wurden gezüchtigt und sogar mit dem Tod zum unbedingten Gehorsam getrieben.[17]

Geistiger Krieg

Der geistige Krieg wird durch Schlüsse und Beweise geführt.[18]

Siehe auch

Quellenverweise