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Uraniel

Aus Prophetia
Dieser Artikel behandelt den Sohn der Purista. Für den Erzengel Robert-Uraniel, der auch nur Uraniel genannt wird, siehe Robert.

Uraniel war ein weiser und gottesfürchtiger Sohn aus der Purista. Als er dreißig Jahre alt war, wurde er von Lamech (Mathusalahs Sohn) zum Führer der Völker in der Tiefe bestimmt, gesalbt und gesegnet, da Thubalkain keine männlichen Erben hinterlassen hatte.[1]

Geschichte

Uraniel wurde in der Stadt Hanoch mit größtem Jubel als der neue König empfangen und zog in die große und herrliche Residenzburg.[2] Er leitete das Volk zehn Jahre lang gut, denn er besaß den Geist Gottes und erhielt seine Ordnung täglich vom Herrn.[3]

Einführung von Bigamie und Schönheitskult

Thubalkain hatte zwei Töchter, die gut erzogen und außerordentlich schön waren und von den Hanochiten förmlich als Göttinnen angebetet wurden.[4] Das den Töchtern selbst sehr unangenehme Lobgeschrei findet sich in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.128.6-16. Die beiden Töchter mussten sich wenigstens einmal am Tag den Schreiern am Fenster zeigen, da diese sonst ein endloses Geheul anstimmten. Selbst Gott wusste gegen solchen Unfug dem Uraniel nichts zu raten, da dieser Ihn zu spät fragte und er sein Herz vom Fleisch der Töchter gefangen nehmen hatte lassen. Gott überließ das weitere Vorgehen Uraniel, der die Töchter ohne Segen der Väter auf der Höhe ehelichte.[5]

Dadurch wurde die Vergötterung zwar etwas gemildert, jedoch zwei andere, größere Übel geschaffen: Erstens nahm sich jeder auch nur etwas fleischsüchtige Mann nun zwei Frauen, wogegen der im Geiste schon sehr schwach gewordene König nichts mehr einzuwenden vermochte, und zweitens wollten die Fleischmänner aus lauter Ehrung des Königs auch überaus schöne Frauen haben.[6] Es wurde eine Verschönerungsanstalt eingerichtet, in die Tausende Mädchen im Alter von zwölf bis zwanzig von Stadt und Land aufgenommen wurden. Dort wurden sie mit den feinsten Speisen und Getränken genährt, mit den feinsten Ölen gewaschen, und erhielten eine Erziehung, in der kaum mehr von Gott die Rede war, ähnlich dem gegenwärtig nutzlosen Religionsunterricht.[7]

Einführung von Menschenhandel und Standesunterschieden

Wer sich aus der Schönheitsanstalt natürlich zwei Frauen nehmen wollte, der musste erstens einen tüchtigen Tribut entrichten und außerdem zwei junge schöne Mädchen wieder hineinbringen und für sie bezahlen. Außerdem musste er sich verpflichten, die so gewonnenen Frauen nie zu einer Arbeit zu bestimmen, da dies ihrer erworbenen Schönheit leicht schaden könnte. Niemand durfte bei Hof erscheinen, wenn er nicht ausweisen konnte, dass seine Frauen aus der Schönheitsanstalt waren, wodurch sich alle anderen Frauen entehrt und tief gekränkt fanden. Nach dreißig Jahren wurden die gemästeten und aufgeputzten Frauen auch an andere Völker verkauft. Damit war der Grund gelegt für Menschenhandel und große Standesunterschiede, wodurch gegenseitiger Hass und Verachtung aufkam.[8]

Wirtschaftliche Blüte

Die Männer aus Hanoch ehelichten die großen, aus dem Gebirge herabgekommenen Frauen und zeugten mit ihnen überaus schöne Kinder, die voll Erfindungsgeist waren. Ihre Haupterfindung war das Glas, was der Stadt Hanoch im Verlauf von dreißig Jahren ein ganz anderes Aussehen gab.[9] Uraniel fing an, Geld prägen zu lassen, wodurch sich der Handelsstand in Hanoch mächtig hob und die Stadt stets größer und glänzender wurde. Die Ausbeutung von Gold und Silber war so enorm, dass sich der König seine gesamte, überaus große Burg vergolden ließ und eine zweite Prachtburg erbaute, die in jeder Hinsicht reichlich mit Kunst und Natur ausgeschmückt war und damals von keinem anderen Fürsten übertroffen werden konnte.[10] Allerlei Schulen und Bildungsanstalten wurden errichtet und alle Städte waren genötigt, sich der Vorteile Hanochs - natürlich für viel Geld - zu bedienen.[11]

Krieg mit Außenvölkern

Die von den Bergen in die Tiefe gezogenen Menschen, die zwölf Städte gegründet hatten, und denen nach den Reichtümern von Hanoch gelüstete, stellten eine Streitmacht von zweihunderttausend kräftigen Männern zusammen und eroberten damit die zehn unbefestigten Städte der Hanochiten, die um deren mächtig befestigte Hauptstadt lagen.[12] Die Hanochiten rüsteten darauf innerhalb von einem Jahr zum Krieg und zogen mit einem Heer von einer Million Menschen gegen die Außenvölker.[13] Dieses Heer erlitt jedoch große Verluste und wurde zurückgeschlagen, weil die Hanochiten damals Pfeil und Bogen noch nicht kannten.[14] Die Außenvölker begannen darauf, die Stadt Hanoch zu belagern. Dies führte schließlich zu einem aufgedrungenen Friedensvertrag, wonach die Hanochiten verpflichtet wurden, den Außenvölkern ihre Lebensmittel um einen gerechten Preis abzukaufen und der König fortan auf einen Rat von tausend Männern der Außenvölker zu hören hatte.[15]

Entstehung von Kastenwesen und Aristokratie

Der Rat auferlegte dem König, die zehn Fürstenstädte mit einer Ringmauer zu umgeben, wodurch die Außenvölker die Hauptstadt der Hanochiten besser in Schach halten konnten. Dadurch setzten sich die tausend Räte immer fester in den zehn Städten ein und waren die eigentlichen Herren über Hanoch.[16] So entstand eine Art Volksadel und ein Kastensystem, bei dem die eigentlichen Kinder der Tiefe, besonders die Männer, für die niedrigsten Arbeiten bestimmt und verwendet wurden. Der Rat bestimmte, dass diese Männer sich nicht mehr über ihren Stand erheben durften.[17] Die Frauen der Hanochiten konnte der Herrenstand adoptieren und adeln, wenn er sie ehelichen wollte, wobei der König für die Adoptivtochter eine gehörige Aussteuer zahlen musste.[18]

Innerhalb von etwa zehn bis fünfzehn Jahren nach Errichtung der Ringmauer um die zehn Städte war Hanoch derart herabgesunken und ausgesogen worden, dass sich der König lieber Tod und Ausplünderung wünschte.[19] Dies führte dazu, dass die Räte vollkommen die Herren von Stadt und Land wurden und der König unbesehen alles unterzeichnen musste, wobei das Volk dennoch der Meinung blieb, als käme alles vom König.[20]

Tod

Uraniel erreichte ein Alter von beinahe dreihundert Jahren. Er musste am Ende in der größten Not sterben, aber dennoch im Zustand der wieder erreichten Gnade Gottes, die er so ganz und gar verwirkt hatte.[21] Unter ihm war das anfangs blinde und dumme Volk des Lamech, das bei seiner Blindheit doch ein offenes, gläubiges Herz hatte, zu einem hoch kultivierten Industrievolk geworden, das sich für weiser als Gott hielt, und glaubte, die Welt hätte sich und notwendig auch nach und nach ihre Gesetze selbst erschaffen.[22]

Uraniel hinterließ mit seinen zwei Frauen fünf Töchter, die außerordentlich schön waren, und zwei Söhne, die förmlich Riesen waren. Alle sieben Kinder wurden jedoch nicht in Hanoch, sondern auf der Höhe aufgezogen. Dies geschah auf den Rat Gottes, um sie vor der geistigen und leiblichen Ermordung durch die Räte zu bewahren und sie später als mächtige Lehrer herabzusenden.[23]

Die Kinder lebten mit den zwei Frauen und einigen bewährten Freunden Uraniels im Haus Muthaels auf der Höhe. Sie wurden von der Mutter Purista in aller Gottesfurcht und Liebe erzogen. Auch Lamech und besonders Noah und sein Bruder Mahal gaben sich viel mit der gottgefälligen Erziehung dieser Kinder ab.[24]

Familie

Frauen: zwei Töchter Thubalkains

Kinder: fünf Töchter und zwei Söhne

Siehe auch

Quellenverweise