Thubalkain
Thubalkain war ein Sohn von Lamech und Zilla und wurde durch die gnädige Zulassung Gottes ein Meister in der Bearbeitung von Metallen.[1] Er wird als ein rauer und kräftiger Mann mit einem schweren Hammer beschrieben.[2]
Unter König Gurat wurde Thubalkain ein Götzentempel errichtet, der in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.249 beschrieben wird.
Geschichte
Thubalkain war ein Heide und Diener des Drachen, der Gott nicht kannte, trotzdem ihm von seiner Mutter insgeheim noch der allein wahre ewige Gott nach der Lehre Faraks verkündet worden war.[3] Er nahm seine überschöne Schwester Naehme zur Frau, die es vermochte, die wilden Tiere zu zähmen, welche die Berge bewachten, deren Erz Thubalkain und seine Gehilfen benötigten. Er zeugte mit ihr sieben schwachsinnige und verunstaltete Söhne, was daran lag, dass Naehme sich von ihrem Vater Lamech zu oft zu rein unzüchtigen Zwecken gebrauchen lassen musste, denn dadurch wurde diesem alles Männervolk untertan.[4]
Als Naehme beinahe achtzig Jahre alt war, wurde sie von Hored entgegen dem Willen Gottes zur Frau gewählt, wogegen sie auf Leben und Tod nichts tun konnte. Thubalkain aber nahm dies hin, weil er schon an Untreue gewöhnt war und weil ihm Hored versprach, dass ihm die wilden Tiere nichts mehr anhaben würden wegen seiner Waffen und Rüstung und er ihm starke Gehilfen von den Bergen verschaffen würde, die ihn vor allem schützen und ihm erst die wahre Art zeigen würden, wie man Metalle zu allerlei nützlichen Dingen bearbeitet. Was die Gehilfen aus den Bergen betraf, blieb es beim Versprechen, da Hored nicht mehr zu den Seinen zurückkehrte. So war Thubalkain durch solche Betrügerei genötigt, seinen Halbbruder Jabal zu bereden, mit ihm gemeinsame Sache zu machen, sich an den Bergen Hütten zu erbauen und dieselben als Wache zu bewohnen. Sie errichteten auf diese Art eine förmliche Metallfabrikation und produzierten hunderte teils nützliche, teils zierliche Dinge, die im Tausch reißenden Absatz fanden. Die Leute aus den Städten und vom übrigen Land brachten ihre Söhne in die Lehre zum Thubalkain, wodurch das Hüttenvolk in kurzer Zeit so sehr anwuchs, dass es dem Lamech davor zu bangen anfing.[5]
Als die Boten von Abedam unter Führung von Kisehel in die Tiefe kamen, wurde Thubalkain bestellt, das nötige Blech herzustellen, um den Tempel Jehovas zu decken. Thubalkain erbat sich als Lohn eine Frau, da er seit dem Verlust der Naehme allein war und diese für ihn als verloren betrachtete, was ihm auch gewährt wurde. Er heiratete eine der Mägde seines Vaters. Kisehel versprach ihm außerdem, Adam, Eva und Henoch sehen zu dürfen und in der Küche von Purista gesättigt zu werden.[6] Kisehel rief Thubalkain auf, sich zu dem einen wahren Gott zu kehren und ein Mensch nach dem Willen Gottes zu werden.[7]
Thubalkain wünschte sich innig, den heiligen Vater zu erkennen, worauf auch Kisehel Gott bat, einen Strahl Seiner Gnade in das vor Liebe und Sehnsucht glühende Herz Thubalkains zu spenden.[8] Kurz darauf erschien eine lichte Wolke, aus der der heilige Vater sprach. Er verkündete, dass Er das Herz Thubalkains gereinigt befunden habe und dieser daher für ewig aus der Nacht erweckt werden sollte. Er legte einen Geist aus Sich in das Herz von Thubalkain, das diesen in alle Weisheit leiten würde. Der Geist würde von den Boten erweckt werden, indem Thubalkain ihnen zuhöre.[9]
Thubalkain trat nach dem Tod seines Vater in dessen Fußstapfen und übernahm die Staatsführung.[10] Er hinterließ keinen männlichen Erben, weswegen Uraniel nach ihm zum neuen König bestimmt wurde.[11]
Die Töchter Thubalkains
Thubalkain hatte zwei Töchter (Anm.: vermutlich mit seiner zweiten Frau), die gut erzogen und außerordentlich schön waren und von den Hanochiten förmlich als Göttinnen angebetet wurden.[12] Das den Töchtern selbst sehr unangenehme Lobgeschrei findet sich in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.128.6-16. Die beiden Töchter mussten sich wenigstens einmal am Tag den Schreiern am Fenster zeigen, da diese sonst ein endloses Geheul anstimmten. Selbst Gott wusste gegen solchen Unfug dem Uraniel nichts zu raten, da dieser Ihn zu spät fragte und er sein Herz vom Fleisch der Töchter gefangen nehmen hatte lassen, und überließ das weitere Vorgehen Uraniel, der die Beiden ohne Segen der Väter auf der Höhe ehelichte.[13]
Familie
Eltern: Lamech und Zilla
Geschwister: Naehme
Frauen: Naehme und eine Magd seines Vaters
Kinder: sieben schwachsinnige und verunstaltete Söhne mit Naehme und zwei sehr schöne Töchter
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.38.3-4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.194.16
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.190.5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.190.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.192.19-21; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.194.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.38.4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.38.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.38.8-13; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.192.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.193.15-22; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.202.10-20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.192.21-22
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.194.12; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.19419-20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.194.22-25
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.126.15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.127.2; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.127.9; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.127.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.128.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.128.17-26