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Zodiak

Aus Prophetia
Zodiak und Sonnensystem mit der Erde in der Mitte (17. Jhdt.)

Der Zodiak, irrig auch Tierkreis genannt (da auch Sachen und Menschen darin vorkommen), ist ein großer Kreis am Firmament, der in zwölf beinahe gleiche Teile geteilt ist und in jedem dieser Teile ein für sich stehendes Sternbild hat. (nach Mathael)[1]

Wesen

Der Tierkreis bewegt sich so, dass die Sonne in dreißig Tagen unter ein anderes Sternzeichen zu stehen kommt. Ebenso kommt auch der Mond in ein paar Tagen stets unter ein anderes Zeichen. (nach Mathael)[2]

Nach altägyptischer Zunge bezeichnet die Silbe Zo oder Za soviel als "für", dia auch diaia "Arbeit" und kos "ein Teil", auch die "Teilung"; Za diaia kos (auch kose) heißt wörtlich: für die Arbeit die Teilung, oder: Einteilung der Arbeit. Die Benennung der Griechen und Römer des Zodiak ist falsch. (nach Mathael)[3]

Ursprung

Der Zodiak ist einer Erfindung der Urbewohner Ägyptens und es steckt nicht Übernatürliches dahinter. Da die alten Ägypter viel älter wurden als die späteren Menschen, die Sterne aufgrund eines stets reinsten Himmels besonders leicht und anhaltend beobachten konnten, und die meisten Menschen den heißen Tag hindurch schliefen und ihre Arbeit die kühle Nacht hindurch verrichteten, wo sie stets die Sternbilder vor Augen hatten, merkten sie sich die unveränderlichen Figuren derselben bald und gaben ihnen auch Namen, die mit irgendeiner in einer bestimmten Zeit eintretenden Naturerscheinung oder mit einer Verrichtung dieses Landes übereinstimmten. Schon die ältesten Menschen hielten die Sterne von der Erde entfernter als die Sonne und den Mond und ließen darum die Sonne samt dem Mond innerhalb des großen Tierkreises bahnen. Dass der Mond in ein paar Tagen stets unter ein anderes Zeichen kam, erklärten sie aus seinem langsameren täglichen Lauf um die Erde, wodurch er nie zur selben Zeit wie die Sonne auf dieselbe Stelle wieder kam, – daher nannte man den Mond denn auch oft "das saumselige Gestirn". Es gab zwar einige Weise, die vom Mond gerade das Gegenteil behaupteten, doch war die Lehre von der Saumseligkeit des Mondes vorwiegend. So entstand der alte Zodiak und aus ihm entstanden dann viele Heidengötter. (nach Mathael)[4]

Anfangs teilten die Alten den großen Kreis nach dem periodischen Vorkommen ihrer Arbeiten ein; bei den späteren Nachkommen aber bestimmte der schon eingeteilte Kreis die Arbeiten; denn jedes darin vorkommende Sternbild mahnte die Ägypter schon im Voraus, mit welcher Arbeit sie sich in der nächsten Periode würden zu beschäftigen haben. (nach Mathael)[5]

Sternbilder

Wassermann

In der kürzesten Jahreszeit, als man das Jahr beginnen ließ, und die besonders in Ägypten stets vom Regen begleitet wird, befand sich nach der Rechnung der Alten die Sonne gerade unter dem Sternbild des Wassermanns. Man gab dem Sternbild eine Gestalt der eines Hirten ähnlich in dem Moment, so er seinen vollen Wassereimer in die Tränke der Haustiere ausschüttet. Die Alten nannten solch einen Menschen einen Wassermann (Uodan), und so nannten sie das Sternbild und auch diese Zeit. Später machte die eitle Phantasie der Menschen auch bald einen Gott aus diesem recht guten Sinnbild und erwies ihm eine göttliche Verehrung, weil er als der Beleber der verdorrten Natur angesehen wurde. (nach Mathael)[6]

Fische

Das zweite Sternzeichen ist das der Fische, weil es nach dem starken Regen in Ägypten eine große Menge von Fischen im stark angeschwollenen Nil gab. Diese wurden gefangen, verzehrt, eingesalzen und in der Luft getrocknet und so fürs ganze Jahr aufbewahrt. Der Fischfang in der Zeit der Fische, bevor der Nil zu sehr sinkt, wodurch viele Fische verwesen und die Luft verpesten würden, so sie nicht entnommen wurden, war in Ägypten noch lange Sitte. Da diese Zeit schon bei den ersten Bewohnern zum Fischen verwendet wurde und die Sonne gerade zu Anfang dieser Fischzeit unter ein neues Sternbild zu stehen kam, nannte man dieses Sternbild das Zeichen der Fische und ebenso die Zeit (Ribar, auch Ribuze). Später war diese Zeit auch die "Fieberzeit" genannt, weil die Menschen in dieser Zeit leicht vom Fieber befallen wurden, wegen dem Genuss der sehr fetten Fische, und teils auch als Folge der mit vielen unreinen Dünsten geschwängerten Luft. Die eitle Phantasie der Menschen macht aus dieser Zeitbeschaffenheit auch bald eine Göttin und erwies ihr für die Abwehr der Magenkrankheit eine Art von göttlicher Verehrung. (nach Mathael)[7]

Widder

Das dritte Sternzeichen heißt der Widder, weil sich die Urbewohner Ägyptens nach der Fischzeit besonders um die Schafe kümmerten. Die Männlein wurden lebendig, und es war Zeit, die Schafe zu scheren. Diese Arbeit war eine Hauptarbeit und dauerte gut dreißig Tage, und weil die Sonne da wieder unter ein neues Zeichen zu stehen kam, so nannte man dieses Zeichen den "Widder" (Kostron). In der Folge weihte man diese Periode dem Kampf, wegen der meisten Stürme in dieser Zeit, wo sich alles in einem Kampf befindet, ein Element gegen das andere und die Hitze gegen die Kühle. Die menschliche Phantasie ersann bald ein Sinnbild, dem man später auch bald eine göttliche Verehrung erwies und es in noch späteren Kriegszeiten sogar zu einem Hauptgott machte. Zerlegen wir den Namen "Mars", bekommen wir das uralte Mar iza, auch Maor' iza. Das besagt nichts anderes als: Das Meer erwärmen. In den vorhergehenden zwei Zeiten wird das Meer abgekühlt, in dieser Zeit durch die größere Kraft der Sonne, durch den Kampf der warmen Südluft mit der kalten Nordluft, dann durch die in dieser Zeit zumeist wach werdenden Vulkane und unterseeischen Feueradern das Meer wärmer. Weil dies als eine Folge der zu dieser Zeit vorkommenden Stürme angesehen wurde, so bedeutet der Ausdruck maor izat auch so viel als "kämpfen"; diese Zeit war dann sinnbildlich als ein geharnischter Krieger dargestellt, den man später zum Gott machte, den Kriegsgott Mars. (nach Mathael)[8]

Stier

Das vierte Zeichen ist der Stier, denn nach der Besorgung der Schafe galt die Sorge der alten Hirtenvölker vor allem den Rindern. In dieser Zeit fingen die Kühe meist an zu mannen, und man schied da das Starke vom Schwachen und trug die Hauptsorge um eine gute Zucht. Dem Ägypter galt der Stier über alles und wurde in einer sehr mutigen Stellung, nahe auf den zwei Hinterbeinen stehend, dargestellt. Das Sternbild, unter das die Sonne in dieser Zeit trat, war einer Stiergestalt ähnlich, und wurde daher Stier genannt. Auch das römische Taurus stammt von da ab - Ta aur sat, oder Ti a aur sat besagt soviel als "des Stieres Zeit" (sat) = auf den Hinterbeinen zu stehen. Später nannte man diese Zeit bei den Römern auch Aprilis, was nach altägyptischer Zunge nichts anderes heißt als: A (der Stier) uperi (tue auf) liz oder lizu (das Gesicht), auch: ,Stier, öffne das Tor!‘ – der freien Weide nämlich. Auch der alte Stier der Ägypter wurde mit der Zeit zu einem Gott. (nach Mathael)[9]

Zwillinge

Das fünfte Zeichen ist das der Zwillinge, Castor und Pollux. Nach der Versorgung der Rinder traten die Häupter der Gemeinden zusammen und wählten Sachkundige, Beurteiler und Richter auf diese Zeit hindurch. Diese hatten sich umzusehen und zu prüfen, ob alle bisherige Mühe gut und segenbringend vollbracht worden war. Nach dem Amt war denn auch so ein Erkundiger benannt. "Ka i e stor?" ("Was hat er getan?") war die Frage und darauf folgte die ernste Mahnung mit dem gebietenden Satz: "Poluxe men!" – auch "Polux ze men!" ("Gib mir darüber Licht, Aufklärung!") Gingen auf solche Erkundigungen zwei solche Amtsboten in die Gemeinde aus, so hatte einer den Fragesatz und der anderen den Aufforderungssatz zu stellen, natürlich nicht nur bloß dem Wort, sondern der Tat nach. Daraus sind die späteren "Zwillinge" entstanden, denn in dieser Zeit trat die Sonne unter das bekannte Zweisternbild. Nach römischer Zunge nannte man die Zwillinge Gemini oder auch Castor et Pollux und später sind sie durch die eitle Phantasie der Menschen vergöttert worden. (nach Mathael)[10]

Krebs

Das sechste Zeichen ist der Krebs. Zu dieser Zeit hatte der Tag seine längste Dauer und diese Dauer wurde darauf rückgängig; die Alten verglichen diese rückgängige Dauer des Tages mit dem Gang eines Krebses. Zugleich wurde der Tau in der Nähe des Nils zur Nachtzeit sehr mächtig und die Krebse kamen aus ihren Sumpflöchern und besuchten die nahen gras- und taureichen Wiesen. Die alten Bewohner des Landes am Nil bemühten sich anfangs, die schier zahllosen ungeladenen Gäste von den fetten Wiesen zu vertreiben, indem man sie sammelte, haufenweise verbrannte und den Schweinen gab. Später siedete man sie in großen Töpfen und fand die Brühe recht köstlich. Noch später fand man heraus, dass die Krebse besser schmeckten als die alte Hauskost, worauf sich die ungeheure Anzahl der großen und fetten Nilkrebse bald sehr verringerte, da man auf sie zu viel Jagd machte. So wurde der Krebs das Sinnbild der sechsten Zeitperiode von dreißig Tagen und erhielt mit der Zeit eine Art göttliche Verehrung. Die Krebsjagd dauerte manchmal auch einunddreißig oder zweiunddreißig Tage, weil bei den alten Ägyptern nicht der Fischmonat (Februar), sondern der Krebsmonat (Juni) als Ausgleichsmonat bestimmt war. Griechen und Römer weihten später diese Zeitperiode der Göttin Juno und benannten ihr zur Ehre auch diese Zeit so. (nach Mathael)[11]

Löwe

Das siebte Tierkreisbild ist der Löwe. Diese Periode machte den alten Ägyptern sehr viel Sorge und Kummer, weil zu der Zeit die Löwen gewöhnlich ihre Jungen bekamen, weswegen sie am meisten auf Raub aus waren und weit über Wüsten, Berge und Täler in Gegenden zogen, wo sie fette Herden witterten. Auch die Hitze des Juli trieb sie oft bis zum Mittelmeer. So mussten sich die Ägypter tüchtig rüsten, um diese gefürchteten Gäste von den Herden abzuhalten. Da die Sonne in dieser Zeit unter ein Sternbild trat, das der Gestalt eines ergrimmten Löwen ähnlich ist, benannten die Alten dieses Gestirn dann auch nach dem Löwen. In Ägypten nannte man diese Zeit auch ,der Löwe‘ (Le o wa), Le der Böse oder des Bösen Abstämmling, im Gegensatz zum El der Gute oder des Guten Sohn, O die Gottessonne, wa, auch wai flieht; Le o wai heißt demnach: Der Arge flieht die Sonne. Die Römer benannten ihrem Helden Julius Cäsar zu Ehren diese Zeit mit dessen Namen, weil er so schlau und mutig zu kämpfen verstand wie ein Löwe. Bei den späteren Nachkommen geriet das Tierkreisbild in eine Art Vergöttlichung. (nach Mathael9[12]

Jungfrau

Das achte Sternzeichen, auf den Löwen folgend, ist die Jungfrau. Nachdem die Hauptbeschwerden des Jahres nach der Löwenzeit beendet waren, ergaben sich die alten Ägypter einer größeren Heiterkeit und veranstaltete Feste, die besonders dazu dienten, den braven und sittlich reinen Jungfrauen Geschenke zu machen, um sie dadurch zu weiterer Sittlichkeit anzueifern; auch war es in dieser Zeit Sitte, Hochzeit zu begehen. Nur eine als rein befundene Jungfrau konnte zur Frau genommen werden; eine andere war aus der Ehe ausgeschieden und konnte höchstens noch ein Kebsweib eines Mannes werden, der schon ein oder auch mehrere ordentliche Frauen hatte, ansonsten bleib nur der verächtliche und niedere Sklavenstand übrig. So benannte man das Sternbild, das zu dieser Zeit über der Sonne zu stehen kam, die "Jungfrau". (nach Mathael)[13]

Waage

Das neunte Sternzeichen, nach der Zeit der Jungfernerprobung und der Hochzeiten, ist die Waage. Das war bei den alten Ägyptern die Zeit der Erprobung der meisten Ernte, des Getreides, der Früchte, des Öles und dergleichen mehr. Man bestimmte da den Zehent, jedes Gemeindeglied musste den zehnten Teil aller Ernte dem Priesterstand abliefern. Und den Zehent maß man mit der Waage - jede Gemeinde besaß mehrere große und kleine Waagen. Weil um diese Zeit die Sonne unter ein neues Zeichen trat, nannte man dieses Zeichen im Zodiak die Waage. Der Waage legte man mit der Zeit allerlei entsprechende Bedeutungen bei und benützte sie auch als Symbol der göttlichen und weltlichen Gerechtigkeit. Bei einigen noch tief unten stehenden Völkern wurde sie auf die gleiche Weise angebetet, wie die Inder da und dort den Pflug anbeteten.[14]

Skorpion

Das zehnte Sternzeichen ist der Skorpion. Nach der Zeit der Waage folgte eine recht ruhige Periode. Aber gerade zu dieser Ferienzeit zeigten sich Skorpione, vermehrten sich rasch und wurden dem Vieh und den Menschen sehr lästig. Die Ägypter verwendeten die Rinde eines am Nil wachsenden Strauches, um die Skorpione aus den Zimmern zu vertreiben und zu töten. Nach diesem Mittel wurde der Skorpion benannt: Scoro (= Rinde) pi oder pie (= trinkt) on (= er). Da die Sonne in dieser Zeit unter ein neues Sternbild trat, nannte man dieses Skorpion. Diesem Zeichen erwies man in der Folge am wenigsten irgendeine Verehrung. (nach Mathael)[15]

Schütze

Das elfte Sternzeichen ist der Schütze. Nach der Zeit des Skorpions kam allerlei Wild von den Bergen in die Täler, darunter auch weniger gefährliche Raubtiere, weswegen die Menschen mit dem Bogen auf die Jagd gingen. Zudem war auf die Vertilgung möglichst vieler Krokodile ein bedeutender Preis ausgesetzt. So gab es in Ägypten um diese Zeit allerlei Jagden. Da in dieser Periode die Sonne in ein neues Sternbild trat, nannte man es den "Schützen", weil diese Zeit eben den Schützen die meiste Beschäftigung bot. Dem Schützen war mit der Zeit auch eine Art göttlicher Verehrung zuteil, aber keine zu große, außer dem Apollo, der auch als ein Gott der Jagd verehrt wurde. (nach Mathael)[16]

Steinbock

Das zwölfte und letzte Sternzeichen des Zodiak ist der Steinbock. In dieser Zeit des Jahres suchte alles Wild die Täler auf, um da ein gewisses Nährfutter zu suchen. Der Steinbock war für die Äpypter etwas sehr Kostbares; sowie nur einer irgend bemerkt wurde, war alles auf den Füßen. Einen Steinbock zu fangen war keine leichte Arbeit, und es gab manche Steinbockperiode, in der kein Steinbock gefangen wurde. Von so einem Steinbock wurde alles als eine wunderbare Arznei angesehen und die Hörner waren selbst des Königs von Ägypten erste und kostbarste Zierde, mehr als Gold und Edelstein. Die alten Ägypter weihten diese Zeitperiode diesem so kostbaren Tier und nannten auch das Sternbild, unter das die Sonne in dieser Zeit trat, danach. (nach Mathael)[17]

Siehe auch

Quellenverweise